Rezension

Vielversprechender Reihenauftakt

Göttliches Vermächtnis 01 - Kathrin Buschmann

Göttliches Vermächtnis 01
von Kathrin Buschmann

Bewertet mit 3.5 Sternen

Bereits als Tayla noch ein Kleinkind ist, wird sie von dem Löwengott auserwählt, eines Tages die sterbliche Welt vor den kratagonischen Feinden zu retten. Als Verbündeten bekommt sie den Löwen Elozar an ihre Seite gestellt. Aus Angst vor den beiden Halbgöttern sollen die beiden getötet werden, doch sie schaffen es zu fliehen und wachsen gemeinsam in der Wildnis auf.
Jahre später erfährt Tayla von ihrer Bestimmung und von der Bedrohung durch die finsteren Mächte Kratagons und sie und Elozar begeben sich auf die abenteurliche Reise, den König von Lorolas zu warnen. Doch ihre Feinde sind ihnen bereits auf den Fersen...

Der Einstieg in die Geschichte ist mir zunächst nicht ganz so leicht gefallen, da Kathrin Buschmann in ihrem Debüt eine sehr komplexe Welt erschaffen hat. Dies soll allerdings keine Kritik sein, man sollte sich nur darauf einstellen, dass man sich für diese Geschichte wirklich etwas Zeit nehmen muss. Eine Karte zu Beginn des Buches hilft dabei, sich in der neuen Welt zurecht zu finden. Zudem sind die Protagonisten sehr detailliert beschrieben, so dass man direkt ein Bild der Figuren vor Augen hat.

Der Schreibstil ist weitestgehend flüssig, aber manchmal bin ich bei unüblichen Begriffe etc. ins Stocken geraten. Allgmein ist die Sprache etwas "gestelzt" und die Beschreibungen sehr bildhaft. Aufgrund der distanzierten Erzählersicht war es für mich nicht so einfach einen Zugang zur Protagonistin Tayla zu finden. Dadurch dass es Szenen gibt, in denen Tayla begleitet wird und auch solche, bei denen andere Figuren im Vordergrund stehen, erfährt man auch, was sich zum Beispiel in Kratagon ereignet und was Taylas Feinde gerade tun.

Taylas Verhalten konnte ich nicht immer nachvollziehen. Sie handelt häufig unüberlegt und geht so unnötige Risiken ein. Zudem ist sie, nachdem sie von ihrer göttlichen Verbindung erfahren hat, überheblich und manchmal sogar skrupellos, was mir nicht so gut gefallen hat. Sie hat keine besonders gute Menschenkenntnis und ist mir mit ihrer Naivität häufig auf die Nerven gegangen. Teilweise kann man ihr Verhalten damit begründen, dass sie mit Elozar alleine in der Wildnis und nicht unter Menschen aufgewchsen ist, trotzdem kam ich damit nicht so gut klar. Ich hoffe allerdings, dass sie sich in den Folgebänden noch stark weiter entwicklen wird. Immerhin ist sie mutig und willensstark und versucht für das Gute und den Frieden einzustehen.

Eine weitere sehr spannende Figur ist Zacharias. Er ist ein klassischer Frauenheld: überheblich und skrupellos. Doch schnell merkt man, dass hinter diesem zunächst unsympathischen jungen Kratagoner mehr steckt. Er wurde mit einer Gruppe kratagonischer Krieger ausgesandt um die Halbgötter in Lorolas zu finden und zu töten. Doch neben seiner dunklen, gefährlichen Seite zeigt sich schnell, dass er einen verletzlichen Kern hat. Dieser facettenreiche Charakter hat mich in der Geschichte am meisten begeistert.

Die Geschichte selbst hat sowohl ein paar Längen als auch sehr spannende Szenen und wartet auch mit der ein oder anderen unerwarteten Wendung auf. So war das Lesevergnügen sehr durchwachsen. Erst etwa ab der Hälfte wird der Spannungsbogen immer weiter gespannt und gipfelt in einem spannenden Finale und einem gemeinen Cliffhanger, der mich neugierig auf die Fortsetzung macht.

Fazit:
Trotz ein paar Schwächen handelt es sich bei "Tochter des Lichts" um einen vielversprechenden Reihenauftakt. Die komplexe Welt und spannende Figuren überzeugen ebenso wie die eine oder andere Wendung.