Rezension

Wo bleibt die Handlung?

A Feast for Crows
von George R. R. Martin

Bewertet mit 3 Sternen

Normalerweise beginne ich meine Rezis mit einer kurzen Zusammenfassung des Inhalts. Hier erscheint mir das fast unmöglich. Einerseits, weil die Handlung auf so viele Stränge verteilt wird, dass schon dutzende von Zeilen zusammenkommen würden, die Stränge alle aufzuzählen. Andererseits weil in "A Feast for Crows" nichts erwähnenswertes passiert. Es gibt im ganzen Buch (immerhin deutlich über 30 Stunden in der ungekürzten Hörbuchversion) kein einziges Highlight, keine epische Schlacht, keinen feigen Mord, nichts. Alles ist bereits in den Vorgängerbänden passiert oder geschieht erst später. Wer die Buchreihe komplett durchlesen will, kann diesen Band getrost überspringen, ohne wirklich etwas zu verpassen.

Trotz der mehr als mageren Handlung hat mich "A Feast for Crows" (der Titel ist irreführend, die Nachtwache kommt so gut wie gar nicht vor) durchaus einigermassen gut unterhalten. Es macht mir immer wieder Spass, nach Westeros zurückzukehren, mit den unendlich vielen Figuren mitzufiebern oder sie zu verabscheuen (oder keine Ahnung zu haben, wer sie genau sind. Bei so vielen Nebencharakteren kommt es durchaus mal vor, dass ich einen komplett verdrängt habe, bis er Stunden später zum nächsten Mal erwähnt wird).

Auch Band 4 wird wieder von Roy Dotrice gelesen, bei dem ich die gleichen Kritikpunkte wie in jedem Band nennen kann. Viele Figuren klingen geistig minderbemittelt, bei Dialogen sind die einzelnen Beteiligten teilweise kaum auseinanderzuhalten und viele Namen spricht er sehr seltsam aus – und dieses Mal auch sehr inkonsequent. Beginnt der zunächst mit "P'Taier" für Lord Petyr Baelish, so nennt er ihn später "Pieter" (wie er auch in der Serie ausgesprochen wird), während er Brienne abwechslungsweise "Brai-ihn" oder "Briänn" nennt. Und wie er auf die Idee kommt, dass "Mama Stark" "Keitlin" ausgesprochen werden könne, kann ich auch nicht nachvollziehen, ist doch bei Catlyn weit und breit kein i zu finden…

 

Mein Fazit

Wo bleibt die Handlung?