Rezension

Wo ist Billy?

Sommernachtstod - Anders de la Motte

Sommernachtstod
von Anders de la Motte

Bewertet mit 5 Sternen

Inhalt:

Die Therapeutin Vera hatte es bisher nicht leicht. Im Jahr 1983,als sie ein kleines Mädchen war, verschwand ihr jüngerer Bruder Billy spurlos aus dem Garten. Ihre Mutter verfiel in eine tiefe Depression und sie blieb mit ihrem Vater und ihrem großen Bruder Mattias zurück.

Heute ist sie erwachsen und weit von Zuhause weg gezogen, arbeitet als Therapeutin bei einer Verlustbewältigungstherapie und hat selbst psychische Probleme.

Als ihr neuer Patient Isak seine Verlustgeschichte erzählt, erinnert sie die Erzählung bis auf kleinste Detail an das Verschwinden des 5 jährigen Billy, vor so vielen Jahren.

Jetzt kann Vera den Verlust nicht mehr verdrängen. Sie fährt nach Hause zu ihrem Vater und Mattias und beginnt ungemütliche Fragen zu stellen. Doch wieso scheint niemand ihre Fragen beantworten zu wollen? Wer beginnt ihr Steine in den Weg zu legen und sie subtil zu bedrohen? Und wer ist Isak eigentlich wirklich? Kann sie ihm vertrauen?

 

Meinung:

Das Buch beginnt schon sehr spannend mit dem Verschwinden des Jungen. Die Kapitel sind unterteilt in Vergangenheit und Gegenwart. So bekommt man einen sehr guten Einblick in die Ermittlungen um das Verschwinden, welches später als Mordermittlungen weitergeführt wird. Außerdem lernt man in den Gegenwartskapiteln Vera besser kennen. Sie hat es nicht leicht, durch ihre psychischen Probleme ist sie im Job nur noch „auf Bewährung“ und auch privat läuft es nicht gut. Trotzdem versucht sie ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und ihre Probleme zu lösen. Erst als Isak auftaucht wird ihr Leben wieder komplett aus der Bahn geworfen. Sie kann nur noch an Billy denken und was ihm wiederfahren ist. Als sie Ungereimtheiten bemerkt und sich immer mehr verfolgt fühlt fängt sie an Fragen zu stellen, die die Menschen aus ihrer Heimat ihr nicht beantworten wollen.

Der Schreibstil ist locker gehalten und man kann das Buch sehr flüssig lesen. Durch die spannende Darstellung und die Kapitelunterteilung kann man das Buch schnell „weglesen“. Seite um Seite fliegt dahin und man kann nicht aufhören. Auch wenn das Buch komplett ohne blutige Details auskommt, mindert es nicht die Spannung. Durch das subtile Grauen dieses Verbrechens, hat man immer ein angespanntes Gefühl im Hinterkopf und das ist es, was einem zum Weiterlesen drängt.

Mir selbst hat das Buch sehr gut gefallen, so dass ich es in zwei Tagen ausgelesen hatte. Doch auch danach blieb es mir im Kopf und sowas macht ein gutes Buch aus.

 

Fazit:

Dieser Krimi ist wirklich empfehlenswert. Wer sich auch gerne mal auf eine falsche Fährte schicken lässt und selbst über die Vergangenheit rätseln möchte, der ist hier genau richtig.

Gewohnt großartiger Roman von Anders de la Motte.