Buch

Du hättest gehen sollen

von Daniel Kehlmann

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst - es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht.

Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog - umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. "Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt." Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.

Rezensionen zu diesem Buch

Beklemmend und mystisch

„Schnell, sagte sie. Schnell, geht weg.“ (Zitat Seite 32)

Es ist der zweite Dezember und die junge Familie freut sich auf ein paar ruhige Urlaubstage in dem gemieteten Haus in den Bergen. Der Mann, Drehbuchautor, schreibt unter Termindruck an einem neuen Drehbuch. Seine Frau Susanna ist Schauspielerin und die gemeinsame Tochter Esther ist gerade vier Jahre alt geworden. In der Abgeschiedenheit zeigen sich deutlich die Spannungen zwischen dem Ehepaar, immer wieder führen Dialoge zum...

Weiterlesen

Wenn das Ich sich verliert ...

Ein kleiner Kurzurlaub soll es für das junge Ehepaar mit ihrem Kind sein, ein paar Tage in den Bergen in einem einsam gelegenen Haus. Der Vater schreibt an einem neuen Drehbuch und wie selbstverständlich hält er auch Alles fest, was sich während ihres Aufenthaltes ereignet. Die Streitereien zwischen ihm und seiner Frau, die Versöhnungen, die Beschäftigung mit dem Kind, seine Träume undundund. Eigentlich ganz alltäglich, doch es liegt ein seltsamer Missklang über den Dreien, der sich mit...

Weiterlesen

spannende Gruselgeschichte

★★★★★  (5 von 5 Sterne)

Inhalt:
Der Drehbuchautor,seine Frau Susanna und deren Tochter Ehster wollen in einen kleinen Dorf, in der Abgeschiedenheit der Berge ein paar Tage der stressigen Außenwelt entfliegen. 
Währenddessen möchte der Protagonist an seinen zweiten Drehbuch schreiben. Doch in dem Haus geschehen merkwürdige Dinge. Ein Wasserhahn, der nicht an der  Stelle ist,wo er zuvor war. Räume die plötzlich vorhanden sind, 
wo sie vorher nicht waren und...

Weiterlesen

Die erschütternde Selbstauskunft eines Schriftstellers

Daniel Kehlmann, Du hättest gehen sollen, Rowohlt 2016, ISBN 978-3-498-03573-0

 

Über Daniel Kehlmanns letzte größere literarische Veröffentlichung, den 2013 erschienenen Roman „F“ schrieb ich kurz nach dessen Erscheinen in einer Rezension:

„So weit, so gut. Aus diesem Stoff hätte man vor zwei drei Jahren ein gutes Buch machen können. Aber die Handlungsstränge sind wenig durchdacht, die Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Geschichten der drei Brüder, die sich am Ende...

Weiterlesen

Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
96 Seiten
ISBN:
9783498035730
Erschienen:
Oktober 2016
Verlag:
Rowohlt Verlag GmbH
7.375
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 3.7 (8 Bewertungen)

Rezension schreiben

Diesen Artikel im Shop kaufen

Das Buch befindet sich in 25 Regalen.

Ähnliche Bücher