BarbaraBib fragte am 23.01.2020 | Fragen zur Community

Ab wann ist ein Buch "unbrauchbar"?

Hallo Ihr lieben,

Ich arbeite nun seit knapp 8 Jahren als Bibliothekarin und da kommt natürlich die Frage auf, ab wann ein Buch so beschädigt ist, dass es als "unbrauchbar" eachtet werden kann.

Oft handelt es sich ja nur um kleine schäden, wie zum Beisppiel abgerissene ecken einzelner Buchseiten, oder kleinere Kaffeflecken, welche aber außerhalb des Textes sind.

Diese "spuren" nehmen dem Inhalt des Buches nichts. Das Wissen ist also nach wie vor konserviert.

Wie würdet Ihr das denn sehen, sind das leichte Gebrauchsspuren oder schon Schäden und ab wann ist ein Buch unbrauchbar.

Ich freue mich auf eure Antworten,

Liebe Grüße

Barbara :-)

Kommentare

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BarbaraBib kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:21

also wie würdet Ihr das persönlich empfinden?

 

LG B

Buchdoktor kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:23

Es kommt zuerst auf den Inhalt an, ob der das Reparieren und Behalten lohnt. Vom Material her unbrauchbar finde ich ein Buch, das stark vergilbt ist, bei dem sich die Bindung löst oder das unangenehm riecht. Du musst doch sowieso Platz schaffen, um Neuanschaffungen unterzubringen. ;-)
 

Buchdoktor kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:24

Bist du eine Inkarnation von Ole?

Leseratz_8 kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:55

Das habe ich mich auch gefragt. Dieser lieblose Umgang mit Sprache und Rechtschreibung passt für mich nicht zu einer Mitarbeiterin in einer Bibliothek.

Galladan kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:15

Ich gehe manchmal in Foren auch rüde mit der Rechtschreibung um und ich denke fast niemand meiner Kolleginnen beherrscht auch nur ansatzweise die „neue“ deutsche Rechtschreibung da wir bis auf die Bibliothekarin alle ehrenamtlich arbeiten ist der Alterdurchschnitt lange nach der Rechtschreibreform. Ich würde mich aber auch nie als Bibliothekarin bezeichnen. Deren Aufgabe sind aber auch nicht Bücher zu verleihen. 

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:22

Ich wollts nicht sagen ...
 

Buchdoktor kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:34

Kann Ole ja auch nicht wissen, dass Berufsbezeichnungen bestimmte Erwartungen wecken ...

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:25

Inzwischen würd' er mir fast fehlen, wenn er nicht mehr regelmäßig mit neuen Accounts vorbeischauen würde. :-)

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:57

Ich finde deine Bücherauswahl " Der Bote" und der " Eispalast" interessant

juli.buecher kommentierte am 23. Januar 2020 um 14:09

Bei Bücherei-Büchern bin ich da tatsächlich etwas schmerzfreier, als wenn es meine eignen Bücher wären.
Für die Bücherei unbrauchtbar wäre ein Buch für mich, wenn es sehr viele Flecken hätte oder stinkt (weil das dann beim lesen doch eher eklig ist), wenn es auseinanderfällt und natürlich wenn man aus irgendeinem Grund nicht das komplette Buch lesen kann. 

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 14:12

Unbrauchbar wofür?

Meine Schwester hat mir mal ein Buch gegeben, das sie toll fand, das ihr aber in die Badewanne gefallen ist - die Seiten(bzw das ganze Buch) total gewellt. Würde ich mir nie aufheben, oder in ein Bücherregal stellen. Für eine Bibliothek somit auch unbrauchbar. Aber für mich, um diese Geschichte auch zu lesen, durchaus noch brauchbar. Der Text stand ja immer noch einwandfrei da.

lesesafari kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:38

vor allem fies: ich musste mir mal ein buch für eine hausarbeit ausleihen. was ich nicht sah, im mittleren teil waren seiten wellig. dachte mir nichts dabei. ich hab schon massig bücher ausgeliehen, in deben rumgestrochen wurde usw.
als ich es bereits zurückgegeben hatte, kamne mail, wieso ich nicht gesagt hätte, dass mir ein wasserschaden passiert wäre.
aha, das ist also irgendwann mal mit dem buch passiert. zum glück musste ich es nicht ersetzen.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:05

Puh, da hattest du Glück!!

Ich hatte schon mal ein Hörbuch, wo die Hülle total auseinanderfiel. Zum Glück passierte den CD's dabei nix. Aber das wusste die Bibliothekarin , sie gab es mir ja so  und meinte nur, ich solle halt auf die CD's gut aufpassen. Und das tat ich auch 

Bibliomarie kommentierte am 23. Januar 2020 um 19:56

Das Problem hatte ich auch schon in unserer Stabü. Zweimal sollte ich ein Buch ersetzen, seitdem mache ich von abgriffenen Titeln ein Foto oder lasse mir vom Personal den Zustand bestätigen. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass die Mitarbeiter einfach dachten: bei der versuchen wir es mal. (Ältere Dame, gut angezogen, usw) Da gab es immer unerfreuliche Diskussionen.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 20:36

Zum Glück sind meine beiden Damen aus der Bib echt nett, die würden das glaub ich nicht machen. Außerdem hatte ich noch nie ein Buch in der Hand, das 'kaputt' war (wie gesagt bis jetzt nur 2x bei CD-Hüllen. die CDs selbst waren in Ordnung!

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 14:17

Wenn der Buchschnitt Schimmelflecke hat .wenn  Buchseiten fehlen

Aber ich persönlich bin ich viel kritischer , ich mag nocht nicht einmal Eselohren.

Bei Bücher die billiger Angeboten werden akzeptiere ich eigentlich nur den Stempel und mit dem absichtlich reingemacht Katsche am Buchrücken muss  ich Leben.

BarbaraBib kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:40

Hallo Gittenen BücherBücherfresserchen,

was ist den ein/eine Katsche ??

 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 19:20

Das hier

https://www.korrekturen.de/forum.pl/md/read/id/82988/sbj/anderes-wort-fu...

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:32

Als alte Bibliothekengängerin sage ich klar und deutlich: Wenn ein Buch einen versifften Eindruck macht - und das tut es oft - dann gehört es aus dem Verkehr gezogen. Solange es kleine Flecken hat, aber insgesamt nicht versifft aussieht, kann man es noch im Bestand lassen.

Manche Bücher machen auch ohne Flecken und Eselsohren einen versifften Eindruck. Man merkt das sofort: das muss ersetzt werden. Manche Bücher stinken auch unerträglich. Weg damit.
 

Emswashed kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:58

Ein Buch wird für mich unbrauchbar, wenn Teile des Textes

 

oder meine Gesundheit durch Schimmel..... aaaaah!

katzenminze kommentierte am 23. Januar 2020 um 20:35

:D

Kinderbuchliebe kommentierte am 24. Januar 2020 um 09:34

Bei gebrauchten Büchern können ja auch Schimmel-Sporen vorhanden sein bevor man was sieht. Wenn ich den Eindruck habe, kommt es mit Tüte drum zum Gefriertrocknen (das mach ich natürlich nicht mit Bibliotheks-Exemplaren.

La Tina kommentierte am 23. Januar 2020 um 16:45

Versifft und/oder kaputt.

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:23

Kaputt, krank, tot oder in Gesteinsbrocken ...

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:27

:-)

Oder MIT (gelblich-grün-bräunlich-roten) Brocken im Innenteil. Gerade im Kinder- und Jugendbuchbereich sehr verbreitet.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:40

urks, hatte ich auch schon mal.

am besten war aber das Buch aus der Bib, wo zwischen zwei Seiten eine tote Fliege klebte...

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 19:59

:-D

La Tina kommentierte am 24. Januar 2020 um 07:01

Wenn das Buch versteinert ist gilt es hingegen wieder als teurer Fund :-D

wandagreen kommentierte am 24. Januar 2020 um 09:25

Wie recht du hast. Es wäre eine Sensation, wenn eins aus der Steinzeit gefunden würde.

schwadronius erwähnte am 24. Januar 2020 um 19:42

dann können wir gutenberg anklagen! :D.

BarbaraBib kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:42

Ich finde toll, wie lyrisch poetisch manche Leute hier schreiben. Soetwas habe ich lange nicht gelesen. Ich mag hauptsächlich Sachbücher am liebsten. Aber ganz großes Danke dafür :)

Elisabeth Bulitta kommentierte am 23. Januar 2020 um 19:19

Ich bin da auch recht genügsam. Allerdings sollten Bücher vernünftig repariert und lesbar sein (also vollständig und die Seiten nicht so verdreckt, dass man sie nicht mehr lesen kann). Ich verstehe auch, wenn einige Bücher, die zwar zeitlos sind aber wenig ausgeliehen werden (ich habe z.B. gerade bei mir "Hundert Jahre Einsamkeit" von 1982 liegen), so lange im Bestand bleiben, wie es irgend geht.

Was ich allerdings ein absolutes No-Go finde, sind Kinderbücher in alter Rechtschreibung.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 20:38

Was ich allerdings ein absolutes No-Go finde, sind Kinderbücher in alter Rechtschreibung.

Da gebe ich dir vollkommen Recht und meine BIb ist auch dabei, alte Bücher (also mit alter Rechtschreibung) auszusortieren. Wird eh langsam Zeit, immerhin gibt es die 'neue' Rechtschreibung seit 1999(!!)

lesesafari kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:13

ausschließlich. gelernt wurde sie aber spätestens 1996 schon.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:22

Da kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, ob wir das in der Schule gelernt haben?!? Glaube ich nicht - denn ich machte auf jeden Fall in meinem zweiten Jahr in der Arbeit (das war eben 1999) einen Kurs zur neuen Rechtschreibung. Und wenn ich das in der Schule schon gelernt hätte, hätte ich diesen Kurs ja nicht gemacht ;)

lesesafari kommentierte am 24. Januar 2020 um 20:54

wer weiß, wie das in ö war. da darf man ja heute noch sachen komisch schreiben. ;)
es war wohl noch beides länger zu gebrauchen. wir lernten beides in der schule.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 25. Januar 2020 um 11:03

Du bist ja auch einen TIcken jünger als ich, Lesa ;)

PS. welche wörter dürfen wir komisch schreiben? Wir haben die gleiche Rechtschreibung wie ihr!! ;)

lesesafari kommentierte am 25. Januar 2020 um 21:36

es kommt vor, dass in ö-büchern göthe und bonhöffer steht.
aber noch komischer ;D finde ich sCHi. ;)

Petzi_Super_Maus kommentierte am 25. Januar 2020 um 22:29

Göthe lesen wir nur in der Schule, und Schülern ist es wurscht, wie man den schreibt.

Und ja, man kann auch SCHI schreiben. guck mal im duden

schwadronius erwähnte am 25. Januar 2020 um 23:04

man kann auch "dass" schreiben, sieht aber obermegaidiotisch aus. konrad hatte leider kein mitspracherecht dabei.

Arbutus kommentierte am 24. Januar 2020 um 15:08

Wieso das denn? Es gibt doch Klassiker unter den Kinderbüchern, die veralten nicht, es sei denn, sie werden unansehnlich. Ich finde, es bildet enorm, auch mal Bücher von anno tobac zu lesen, in denen die Sprache und die Rechtschreibung noch leicht differierten. Wieso soll das für Kinder unzumutbar sein? Ein Buch, das gut erhalten ist und gerne gelesen wird, auszurangieren, nur weil nun mal die Rechtschreibung nicht angepasst wurde, finde ich ... dekadent.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 24. Januar 2020 um 15:27

Wenn ein Kind die Rechtschreibung beherrscht, ist nichts dagegen einzuwenden.

Aber wenn ein Kind sich mit der Rechtschreibung noch schwer tut, ist es nicht förderlich, ihm ein 'altes' Buch zu geben, im Gegenteil..

Arbutus kommentierte am 24. Januar 2020 um 21:52

Da kenne ich aber schlimmere Verbrechen, die an der Rechtschreibfähigkeit der Kinder begangen werden, zum Beispiel die wunderbare Erfindung, Kinder Wörter so schreiben zu lassen, wie sie sich anhören. 

 

Buchdoktor kommentierte am 24. Januar 2020 um 17:30

Privat kannst du das ja so halten, aber wenn ich aus einer Kinderbuchabteilung einer Bibliothek Kinderbücher ausleihe, sollten die z. B. zur ehrenamtlichen Leseförderung oder für Nachhilfeschüler im Grundschulalter geeignet sein. Da möchte ich bitte keine unnötige Verwirrung, wie ein Wort geschrieben wird. Man sollte nicht vergessen, dass manche Kinder eben keine lesenden Vorbilder und keine deutschen Bücher zuhause haben.

Kinderbuchliebe kommentierte am 24. Januar 2020 um 19:23

Ich verstehe was Ihr meint, halte das aber für nicht sehr realistisch, denn die Bibliotheken haben/hatten doch gar kein Geld, um ihre Bestände komplett auszutauschen. Natürlich sollte ein Regal nur mit "neuer" Rechtschreibung für das Erste Lesealter sobald wie möglich nach der Reform zur Verfügung gestanden haben. Aber die komplette Kinder- und Jugendbuchabteilung tauschen?!?

Hier bei uns ist schon sehr viel im Magazin gelandet, aber durch die Bank aus allen Abteilungen. Das ist aus meiner Sicht extrem schade, da ich auch bei Literatur nicht mehr alles aus dem Regal greifen kann wie es mir einfällt, sondern immer wieder muß/müßte ich aus dem Keller bestellen vorab. So gut plane ich meine Bibliotheksbesuche normalerweise nicht, sondern ich geh da hin, wenn ich Lust und Zeit hab :)

Buchdoktor kommentierte am 24. Januar 2020 um 20:08

Die erste Rechtschreibreform war 1996 - und ihr habt Kinderbuchbestände, die noch älter sind? Für Grundschulkinder? In Deutschland?

Kinderbuchliebe kommentierte am 24. Januar 2020 um 20:20

Also, eigentlich sprach ich von der Zeit der Umstellung, also im Jahr 1996 und kurz drauf. Da wird ja keiner Geld für einen kompletten sofortigen Austausch gehabt haben. Inzwischen sind sicherlich die meisten Bände "neu", aber ja ich fand gerade einen Hotzenplotz aus dem Jahr 1972 :) Der stand normal im Regal. Im Magazin gibt es natürlich einige.

Arbutus kommentierte am 24. Januar 2020 um 15:09

Sorry, doppelter Kommentar. Zweimal müsst Ihr meine Wortergüsse nun auch wieder nicht lesen : )

schwadronius erwähnte am 24. Januar 2020 um 19:50

vielleicht wird sie - die verschlimmbesserte neue rechtschreibung - noch mal gekippt. und dann wäre es gut, all die alten bücher aufgehoben zu haben. wo, wenn nicht in einer bibliothek?! :).

Kinderbuchliebe kommentierte am 24. Januar 2020 um 09:53

Die Rechtschreibung finde ich hinwiederum kein Argument, denn ich mußte mich in der Kindheit auch schon mit unterschiedlichen Schriften und Schreibweisen rumschlagen und habe es überlebt ;) Da ist halt mehr Erklärung nötig und die eine oder andere Vorauswahl der Lektüre zu den Leseanfängen. Ja, ok neu erscheinende Kinderbücher sollten (und haben ja sicher) "neue" Rechtschreibung enthalten, aber Klassiker? Das finde ich eigentlich nicht nötig und teils auch ärgerlich, führt es doch letztendlich dazu, daß z.B. Pippi Langstrumpf nun mit, zwar ansich schönen Bildern, aber Gesichtern, die wie Werbung für Kiefer-Orthopäden anmuten, erscheint! (Sorry, Frau Engelking :( )

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