FIRIEL fragte am 10.05.2020 | Fragen zur Community

Private Leserunde: "Little Women"

Eine neue private Leserunde startet: "Little Women" von Louisa May Alcott (auf Deutsch: "Betty und ihre  Schwestern"). Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen!

Kommentare

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FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 08:01

Nach etwas längerem Hin und Her haben wir uns für ein Buch entschieden, das schon 150 Jahre alt ist. Wir sind gespannt, wie es auf uns heutige Leser*innen wirkt. 

schwadronius meinte am 10. Mai 2020 um 15:15

einhundertfünfzig - ist das nicht ein wenig muffig?

FIRIEL kommentierte am 27. Mai 2020 um 06:52

Wir haben es entstaubt und es hat uns trotz einiger Stockflecken recht gut gefallen.

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 08:01

Es lesen mit:

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 08:10

Gittenen, katzenminze, MrsFraser, Arbutus, wandagreen, Tine, Firiel

- und vielleicht mag jemand ganz kurzfristig noch mit einsteigen?

heike_e kommentierte am 10. Mai 2020 um 12:11

Ich habe mir die englische Gesamtausgabe heruntergeladen. Lt. Beschreibung soll der Text der Originalfassung entsprechen. Ich bin mal gespannt, ob mein Englisch da mithalten kann.

Arbutus kommentierte am 10. Mai 2020 um 12:22

Willkommen in der Runde, Heike!

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 12:37

Prima, Heike! 

MrsFraser kommentierte am 10. Mai 2020 um 13:55

Schön, dass du auch mitmachst.

heike_e kommentierte am 10. Mai 2020 um 21:07

Dankeschön

 

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 08:02

Der Einstieg: Kapitel 1

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 12:37

Ich konnte nicht warten und habe schon einmal das erste Kapitel gelesen. Vor ein paar Jahren habe ich das Buch schon einmal gelesen, aber ich bin immer für ein re-read zu haben, zumal in einer Leserunde, wenn es nette Diskussionen und Hinweise von anderen gibt.

Vier Mädchen im Alter von 12 bis 16 - was für ein aktuelles Buch würde dem entsprechen? Es würde vermutlich um Jungs gehen, um Schule und Zukunftspläne. Jungs kommen im ersten Kapitel nicht vor, und nur Amy geht noch zur Schule. Die Zukunftspläne der Mädchen werden auch noch nicht erwähnt, aber ihre verschiedenen Interessen und ihre unterschiedlichen Charaktere werden deutlich. Das schafft Alcott in wenigen Sätzen. Well done!

Deutlich werden die Erwartungen, die von außen an ein junges Mädchen gestellt werden. Im Brief des Vaters wird das Titelmotiv der "Little Women" schon erwähnt. Und wie soll eine Frau sein? Die Mutter verkörpert das Ideal: Liebevoll, gütig, hilfsbereit, "tugendhaft", geduldig. Und natürlich auch christlich; das die Mädchen früher eine Pilgerreise spielten, ist eine Anspielung auf das Buch von Bunyan, in dem allegorisch eine Reise von der Erde zum Himmel beschrieben wird, von der Alltagswelt mit Hilfe des Glaubens zur Erlösung. 

Und noch ein paar kleine Randbemerkungen: Amy beklagt die Armut der Familie, aber es gibt noch Hannah, die anscheinend ein Dienstmädchen ist. Jo als Bücherwurm ist mir natürlich von vornherein sympathisch. Die Bücher, die sie sich kaufen will, sind von de la Motte Fouqué, wobei ich von "Sintram" noch nie gehört habe. Und der Vater ist im Krieg als Feldgeistlicher, vermutlich im Sezessionskrieg. Damit spielt das Buch zur gleichen Zeit wie "Vom Winde verweht". Das war mir vorher nicht bewusst. Mal schauen, ob es da Parallelen gibt.

Arbutus kommentierte am 10. Mai 2020 um 14:08

Ja, Armut ist relativ. Bei dieser Familie ist sie offenbar nicht existenziell, aber man muss den Gürtel schon eng schnallen und kann sich keinen Luxus leisten. 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 10. Mai 2020 um 14:18

Das war auch das erste, was ich dacht , als ich von der alten Hannah las. Vielleicht ist Hannah noch ein Relikt aus besseren Zeiten. Es wurde ja erwähnt, dass der Vater Geld verlor. Und wahrscheinlich bewegen sie sich noch in den alten Kreisen

katzenminze kommentierte am 12. Mai 2020 um 16:44

Ach guck an, danke für den Hinweis mit der allegorischen Reise! Das gibt dem Ganzen nochmal eine andere Dimension. Und auf den Sezessionskrieg wäre ich auch nicht gekommen. Ich war gedanklich vollkommen in England...

FIRIEL kommentierte am 12. Mai 2020 um 20:35

Die Pilgerreise bezieht sich auf John Bunyan´s "The Pilgrim´s Progress", ein zutiefst christliches Buch.

Arbutus kommentierte am 12. Mai 2020 um 21:00

Ja, das ging mir anfangs auch so (England).

MrsFraser kommentierte am 10. Mai 2020 um 13:54

Wie FIRIEL schon bemerkt hat, im ersten Kapitel geht es vor allem um die Vorstellung der vier Schwestern. Das kommt mir trotz der wenigen Seiten sehr ausführlich vor, was aber auch daran liegen kann, dass ich den Film (den mit Winona Ryder und Claire Danes) in meiner Jugend x-mal gesehen habe.
Erstmal mag ich die Stimmung, die hier verbreitet wird (bin gespannt, ob da noch Kritik von einem von euch kommt) und vor allem die kindlichen Gemüter, die unschuldig von egoistisch und selbstmitleidig zu gütig und reuevoll springen. Das ist so lebensnah.
Dass der Vater als Geistlicher, gar nicht als Soldat, im Krieg ist, war mir bisher nicht bewusst gewesen. Das ist natürlich dann noch mal ein ganz anderer Hintergrund, der den friedfertigen Charakter der Mädchen zusätzlich beeinflusst haben kann.

FIRIEL kommentierte am 10. Mai 2020 um 13:59

Es gibt anscheinend mehrere Verfilmungen, aber ich habe noch keine gesehen. Ich schaue auch nicht gern Literaturverfilmungen, weil ich meist ein anderes Bild vor Augen habe. Wie findest du denn den Film - würdest du ihn empfehlen?

MrsFraser kommentierte am 10. Mai 2020 um 15:22

Oh ja, ich finde ihn sehr schön! So ein Wohlfühl-Familienfilm, bei dem man gerne weint.

wandagreen kommentierte am 11. Mai 2020 um 20:16

ich hab auch keine Verfilmung gesehen. Gibt es jemanden, für den der Stoff ganz neu ist unter uns?

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:25

Für mich ist die Geschichte neu, ich habe auch keinen Film gesehen

wandagreen kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:57

Oh, wie wunderschön. Als ich das Buch das erste Mal (völlig unkritisch) gelesen habe, schmolz ich dahin. Aber ich liebte auch Der Trotzkopf und das Heidi.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 11. Mai 2020 um 22:32

Dann lese ich es jetzt vollkommen unkritisch und genieße es :)

katzenminze kommentierte am 12. Mai 2020 um 16:46

Ich habe auch keine filmische Vorbildung ;) Nur die Folge von Friends in der Joey das Buch liest hat mich etwas gespoilert...

MrsFraser kommentierte am 13. Mai 2020 um 12:15

Aber ich glaube, den Spoiler den Joey bringt, hatten wir auch hier relativ früh in Kapitel 4 oder so? ;)

FIRIEL kommentierte am 13. Mai 2020 um 21:56

Wovon sprecht ihr beiden?

MrsFraser kommentierte am 14. Mai 2020 um 07:37

Als ob wir das verraten würden! ;)

Arbutus kommentierte am 14. Mai 2020 um 23:58

Naja, wenn die beiden von einem Spoiler sprechen, wäre es ja unfair, den zu verraten.

Arbutus kommentierte am 10. Mai 2020 um 14:02

So, das habe ich ja alles schon mal gelesen. Ist aber extrem lange her.

"Weihnachten ohne Bescherung ist nicht Weihnachten!, murrte Jo, die auf dem Kaminteppich ausgestreckt lag." Als Mädchen habe ich das einfach so hingenommen. Aber heute finde ich es unglaublich, dass im 18. Jh. ein Mädchen murrend auf dem Kaminteppich ausgestreckt liegen kann. Nun gut, es ist Jo. Aber trotzdem.

Hach, diese Theaterproben! Da werden sehr nette Erinnerungen wach. Mit meiner Schlumpf-Freundin und einem Nachbarsjungen habe ich einst in seltenen Momenten kleine Theaterstücke improvisiert (in einem Alter, als wir über die Schlümpfe einigermaßen hinaus waren und ich schon ein leidenschaftlicher Opernfan). Als Publikum mussten zufällig anwesende Familienangehörige meiner Freundin herhalten. Die hatten Spaß. 

Amüsiere mich gerade köstlich bei Jo's Bemerkung, das, was sie an der Adaption von Shakespeares Macbeth hindere, sei allein die fehlende Versenkung für Banquos Geist. "Ich möchte so gern die Mörderrolle spielen." 

"Ich bin ein selbstsüchtiges Geschöpf! Aber ich will mich zu bessern suchen, damit er einst nicht durch mich in seinen Hoffnungen getäuscht werde." Haben kleine Mädchen damals wirklich so geredet? Oh mann...
 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 10. Mai 2020 um 14:21

Aber alle haben herrlich viel Fantasie

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 11. Mai 2020 um 10:23

Ich empfinde die Mutter als eine kluge Frau. Mir gefällt die Art und Weise, wie sie ihren Kindern beizubringen versucht,dass jeder in dieser Zeit sein Päckchen zu tragen hat, in dem sie die Kinder an ihr Pilgrem Spiel erinnert. Sie verbindet damit das Notwendige mit dem Emotionalen

wandagreen kommentierte am 11. Mai 2020 um 20:18

"Ich bin ein selbstsüchtiges Geschöpf! Aber ich will mich zu bessern suchen, damit er einst nicht durch mich in seinen Hoffnungen getäuscht werde." Haben kleine Mädchen damals wirklich so geredet? Oh mann..."

Nein, gewiss nicht. Es ist ein Roman, ein sehr idealisierender Roman sogar, Arbutili (*kicher*: ich weiss, dass du das weisst).
 

Arbutus kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:20

..und ich weiß, dass Du weißt, dass ich das weiß *kichernochvielmehr*

wandagreen kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:55

Exactement!
 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 10. Mai 2020 um 14:13

Toll, wie uns Alcott im ersten Kapitel die verschiedenen Charaktere vorstellt Jo, die unbekümmerte, burschikose mit viel Temperament, Meg die als Älteste die Vernünftigste sein will. Beth die ausgeglichene optimistische und etwas schüchterne finde ich persönlich am vernünftigsten. Amy finde ich etwas schwierig ( nun ja sie ist die Jüngste).
Haha, wenn ich Jo lese, höre ich Wanda : Die
Wie sieht es bei Euch aus ,findet ihr Euch in einem der Charakteren wieder? Ich glaube ich war so eine kleine Beth

MrsFraser kommentierte am 10. Mai 2020 um 15:25

Hier hätte ich ja jetzt gerne den Test aus katzenminzes Buch, um zu wissen, wem ich ähnle. Burschikos wie Jo bin ich nicht, hübsch wie Meg auch nicht, eingebildet wie Amy auch nicht, und so gut wie Beth sicher auch nicht. :)
Aber vom Schreiben, Theaterspielen und Lesen her kommt es dann Jo vielleicht am nächsten.

wandagreen kommentierte am 10. Mai 2020 um 19:48

Die Mutter?

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 10. Mai 2020 um 20:05

Gut ist immer relativ

Ich meinte auch nicht die Äußerlichkeiten

MrsFraser kommentierte am 10. Mai 2020 um 21:06

Oh, ich denke aber, dass die Beschreibung für Beth relativ unstrittig sein sollte? Gut meine ich hier im Sinne von gütig, lieb, nicht im Zusammenhang mit Leistung natürlich. Das passt doch auch zu deiner Beschreibung? Oder warum bist du gegen das Wort 'gut'?

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 10. Mai 2020 um 22:14

Mrs Fraser , weil du dich nicht als gut bezeichnet hast ; )

Ich mich wiederum dann schon : )

MrsFraser kommentierte am 11. Mai 2020 um 07:40

Ach so. :) Ok, kann ich nachvollziehen. Aber du hast ja auch geschrieben, dass du (früher) eine kleine Beth warst. Das heißt ja nicht unbedingt, dass du dich immer noch als eine siehst. ;) Schlupfloch. 

katzenminze kommentierte am 12. Mai 2020 um 16:49

Kommt bald!! :)

Edit: Der Test. @mrsfraser

MrsFraser kommentierte am 13. Mai 2020 um 12:16

Cool! :)

heike_e kommentierte am 10. Mai 2020 um 21:14

Ich war wohl am ehesten eine Art Meg, die immer vernünftig und ausgleichend sein wollte, aber ich wäre lieber wie Jo gewesen. Festlegungen auf bestimmte Frauenrollen haben schon immer gestört. Hätte ich das Buch in dem Alter gelesen, in dem die Mädchen gerade sind, wäre mir die Mutter zu gut und tugendhaft erschienen und ich hätte gerne gelesen, wie Joe ins Abenteuer zu ihrem Papa aufbricht, auch wenn ich schon damals Krieg ganz furchtbar fand.

Arbutus kommentierte am 10. Mai 2020 um 22:22

Ich glaube, als ich das damals gelesen habe, habe ich mich mit keiner der Schwestern wirklich identifiziert. Mit Jo vielleicht noch am ehesten wegen der Theaterleidenschaft. Aber für Jo war ich viel zu schüchtern. Ich muss gerade ziemlich kramen, um überhaupt so richtige Identifikationsfiguren in der Literatur meiner Jugend zu finden. Im Moment fällt mir da nur so ein Indianermädchen ein, die sich eigene Mokkassins gemacht hat. Keine Ahnung mehr, wie das Buch hieß. Ja, wenn es mehr Bücher über starke Indianerfrauen gegeben hätte, dann wäre ich da wohl fündig geworden. Aber so mussten wohl eher solche Figuren wie Frodo Beutlin herhalten oder Geheimagent Lennet (ja lacht nur, aber es gab halt keine wirklich coolen weiblichen Rollenvorbilder). Später dann vielleicht Jane Eyre, ja, da habe ich mich, glaube ich, sehr wiedergefunden. 

So, jetzt wisst Ihr alles über mich ; )

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 11. Mai 2020 um 00:21

Ich habe auch gerne Indianerfilme gesehen. Und ich liebte einen Film mit einer Piratin als Anführerin

Arbutus kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:24

Halt, jetzt fällt mir doch noch eine ein. Eva-Lotte aus den Kalle-Blomquist-Büchern. Ja, mit der konnte ich mich gut identifizieren. 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 11. Mai 2020 um 21:29

Haha, ich hatte einen crush auf Kalle, von der Schwarzweiß Verfilmung,ich habe mir bestimmt auch gewünscht Eva Lotta zu sein ; )

wandagreen kommentierte am 11. Mai 2020 um 20:15

Ist der Krieg, von dem die Rede ist, wirklich der Sezessionskrieg? Dann müssen wir schauen, ob sein Thema irgendwo zur Sprache kommt.

Beim Wiederlesen bin ich erstaunt darüber, dass alle so jung sind. Ich hatte Meg als eine eher Zwanzigjährige in Erinnerung. Und überhaupt nicht pummelig. Steht bei euch auch, dass sie bisschen mollig ist? Wie soll das gehen in diesen Zeiten?

Wie viel man mit einem Dollar kaufen konnte und noch was übrighaben.

Ha, bei dem Frauenbild kommt mir einfach das Kotzen. Aber als Kind ist mir das nicht aufgefallen.

 

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