BarbaraBib fragte am 23.01.2020 | Lesegewohnheiten

Ab wann darf man sagen, dass man ein Buch gelesen hat?

Viele Menschen lesen Bücher, gerade hier. Manche Menschen lesen sehr sehr aufmerksam und manchme Menschen lesen sehr sehr schnell... Wenn du in der Woche 3 Bücher liest; weißt du dann noch so einiges zu diesen Büchern - geht es nicht sehr schnell verloren ... Wenn jemand doch ein Buch nur zu 1/2 liest aber als der aufmerksamste Leser der Welt, muss er sagen er hat das buch nur zu 1/2 gelesen oder darf er sagen, dass er das Buch gelesen hat

Was denkt Ihr darüber?

Freue mich auf Eure Meinungen ;)

Kommentare

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 11:20

Wenn man ein Buch gelesen hat, hat man es gelesen. Egal wie schnell oder langsam. Aufmerksamkeit immer vorausgesetzt. Von Seite 1 bis zum Ende durchblättern, ohne zu wissen, was man da eigentlich vor der Nase hat, ist nicht lesen, sondern gelangweiltes Überfliegen. Wobei... Überfliegen oder Überspringen von Kapiteln halte ich nicht per se für verwerflich (das habe ich selbst schon gemacht). Wenn man ein Buch jedoch nur halb gelesen hat (egal wie aufmerksam), hat man es eben nur halb gelesen. Die Info gehört in die Rezension. Ich will wissen, warum und weshalb. Und dann auch keine lapidare Begründung à la: "Hat mir nicht gefallen, war nicht nach meinem Geschmack, hab's abgebrochen."

Steve Kaminski kommentierte am 24. Januar 2020 um 22:34

"Wenn man ein Buch gelesen hat, hat man es gelesen." - genau so isses!!! Besser kann man es nicht sagen!
 

milkysilvermoon kommentierte am 23. Januar 2020 um 11:21

Für mich sehe ich ein Buch nur dann als gelesen an, wenn ich es tatsächlich bis zum Ende gelesen habe. Mir ist auch schon öfter in Leserunden aufgefallen, dass manche recht unaufmerksam lesen und etliche Details überlesen.

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 11:27

Für Leserunden MUSS man ein Buch von vorne bis hinten möglichst aufmerksam lesen, da hast du Recht. Ich war mal in einer, da schrieb jemand in drei Abschnitten ungefähr: 1. "Das war ein spannender Anfang, ich bin neugierig, wie es weiter geht." "Der Mittelteil gefällt mir sehr gut. Auch die Charaktere." "Was für ein gelungenes Ende. Schön!" :-) Ich glaube nicht, dass der-/diejenige das Buch wirklich gelesen hat und das ist dann schon ärgerlich.

Steliyana kommentierte am 23. Januar 2020 um 12:59

So etwas sehe ich auch oft und das ärgert mich sehr! Für mich ist es selbstverstädnlich, das Buch aufmerksam zu lesen, auch wenn es nichts für mich ist. Es gehört sich einfach so, sonst sollte man lieber auf die Leserunde verzichten. Ich musste mich neulich auch durchquälen, da das eine Hörbuch absolut nicht meins war. Aber so ist es manchmal. 

Galladan kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:22

Ich finde die Nacherzähler viel schlimmer. Vor allem dann auch noch welche die dann auch noch völlig überaschd vom Ende des Buchs sind, weil sie die 125 Hinweise des Autors völlig übersehen haben die wie ein rosa Elefant aufgefallen sind. 

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:33

Haha - da sind wir wieder völlig d'accord.

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:31

Ja, die sind auch unerquicklich.

Buchdoktor kommentierte am 23. Januar 2020 um 11:50

Ich gehöre zu denen, die 3 Bücher in der Woche lesen. Damit nichts verloren geht, führe ich eine Datenbank in bookcook, in der ich auch nach 20 Jahren Bücher unter einem Stichwort wiederfinden kann. Wenn ich ein Buch rezensieren will, mache ich mir Notizen, da ich als Königin der Tippfehler sonst leicht Markus und Michael verwechsele. Da ein Buch im letzten Drittel noch eine überraschende Wendung nehmen kann, breche ich Rezensions- und Leserundenbücher nur sehr selten ab. Bei anderen Rezensenten würde ich zum Abbruch gern eine Begründung lesen, damit ich mich nicht ärgern muss, nachdem ich das Buch evtl. gekauft habe.

Deine Rechtschreibung, nun ja ...

katzenminze kommentierte am 23. Januar 2020 um 12:02

Komplett gelesen ist komplett gelesen. Das Lesetempo hat ja nichts mit der Aufmerksamkeit zu tun. Ein gutes Buch kann ich an einem Wochenende durchsuchten und mich noch jahrelang daran erinnern. Für ein schlechtes Buch kann ich Wochen brauchen und mich dann doch an nichts erinnern, einfach weil es mich nicht gepackt/interessiert hat.

Auch wenn ich ein halbes Buch sehr aufmerksam lese, habe ich ja trotzdem nur das halbe Buch gelesen. Es würde ja auch niemand auf die Idee kommen zu sagen "Ich habe den halben Film sehr aufmerksam angeschaut, deswegen habe ich mehr davon mitbekommen als du. Du hast zwar den ganzen Film gesehen aber dabei Candy Crush am Smartphone gespielt."

Und gegen das Vergessen schreibe ich Rezensionen. ;) So kann man seine Erinnerungen auch nach Jahren wieder auffrischen.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 12:21

Auch wenn er es noch so aufmerksam gelesen hat, kann man nach meiner Meinung erst dann sagen, man hat es gelesen, wenn man es bis zur letzten Seite  aufmerksam gelesen hat.

Mein aktuelles Buch hat 760 Seiten und die Geschichte entwickelt sich langsam,  fast in Echtzeit. Das ist manchmal ermüdend, aber ich werde durchhalten bis zur letzten Seite ( bin jetzt auf Seite 642). Ich bin mir sicher de Autor hat noch eine überraschende Wendung in petto. 

Galladan kommentierte am 23. Januar 2020 um 13:35

Ich breche selten Rezensionsexemplare ab und ich schreibe noch seltener eine Rezension zu einem Buch was ich nicht rezensieren muss und abgebrochen habe. Dann ist es eher eine Warnung mal vor dem Kauf rein zu lesen oder zu hören.

Ein abgebrochenes Buch was ich nicht quergelesen habe bekommt 2 Sterne. Kann ja sein, dass ich zu früh aufgegeben habe. Bei manchen Büchern mäandern die Autoren so lange rum, dass man schon fast die Hoffnung auf Spass oder Spannung fahren lässt. So gesehen kann ein Autor fast froh sein, dass mein Leben zu kurz zum ärgern ist. 

Ich behaupte nur dann ein Buch gelesen zu haben, wenn ich es komplett gelesen habe. Sonst habe ich reingelesen oder es abgebrochen. 

 

 

Emswashed kommentierte am 23. Januar 2020 um 15:57

Sagen dürfen, dürfen wir alles. Wir müssen nur aufpassen, dass wir glaubwürdig bleiben. Wenn ich dann zum Inhalt des Buches befragt werde und ich kann nur rumdrucksen, tja, dann habe ich es wohl nicht gelesen. Egal,ob ich nur geistig abwesend war, oder mir das Buch zu Tarnzwecken vor die Nase gehalten habe! ;-)

La Tina kommentierte am 23. Januar 2020 um 16:49

Man darf schon sagen, man hat ein Buch gelesen, auch wenn es nicht komplett gelesen wurde. Dann eben mit dem Zusatz "nur zur Hälfte, zu einem Drittel" etc. Wie intensiv sich jeder beim Lesen mit dem Inhalt auseinander setzt ist jedem selbst überlassen. Zudem gibt es eben schnelle und langsame Leser, darüber urteile ich nicht.

Und: Ja, selbst zwei Wochen später weiß ich noch, wa sich gelesen habe, um etwas zum Inhalt sagen zu können.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:06

Da bin ich genau deiner Meinung. Immerhin hat man es ja gelesen, aber halt nur zur Hälfte etc. Das muss man natürlich erwähnen.

Aber auch, wenn ich beim Lesen an etwas ganz anderes denke und dann nix vom Inhalt weiß, hab ich es ja trotzdem gelesen... ;)

 

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:51

Petzi: "Aber auch, wenn ich beim Lesen an etwas ganz anderes denke" ... Nein, dann hast du es nicht gelesen.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:15

Doch, gelesen ist es schon. Aber nicht 'richtig'  - also aufmerksam - gelesen.  ;)

wandagreen kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:20

Na ja, sagen wir mal so, es ist als ob du dir Tomatensauce mit Spagetti kurz unter die Nase hältst und sagst: ich hab schon gegessen;-)

Petzi_Super_Maus kommentierte am 23. Januar 2020 um 18:22

haha

ich finde aber eher. Spaghetti gegessen und dann wieder ausgekotzt. (Somit wurden sie ja gegessen *gg

BarbaraBib kommentierte am 23. Januar 2020 um 17:36

Hey Leute,

da hab ich ja schon einen guten Überblick bekommen, was die "Mehrheit" denkt ...

Glaubt Ihr proffessionelle Bücherleser wie Denis Scheck lesen sooo viele Bücher auch komplett und reden darüber ?

Wie war den das gleich nochmal mit dem "Querlesen"

Vielleicht ist hier ja ein Profi unter uns ??

Grüße kurz vor Feierabend

B

katzenminze kommentierte am 23. Januar 2020 um 20:32

Naja, ich finde - aber bestimmt wird mir jemand widersprechen ;) - wir hier sind professionelle Leser. Natürlich nicht berufsmäßig aber nicht umsonst bieten die Verlage uns Online-Rezensenten und Bloggern über zig Kanäle Vorab- und Rezensionsexemplare an. 

Bei jemandem wie Scheck, der ja zu einem bestimmten Zeitpunkt liefern muss, kann ich mir vorstellen, dass er ein Team hat, das seinen Geschmack kennt und ggf eine Zusammenfassung gibt. Ich hab natürlich keine Ahnung. Vielleicht liest er wirklich alles. Das ist genau wie die Frage ob die Jury des Deutschen Buchpreis wirklich alle Bücher ihrer Longlist liest... Oder alle Einreichungen. Manchmal möchte man einfach an den Weihnachtsmann glauben. :D 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 21:46

Da könnte man auch einen Thread aufmachen, ab wann ist man professioneller Leser ; )

Ich zähle uns Suchtis dazu : )

wandagreen kommentierte am 24. Januar 2020 um 10:17

Die Buchpreisjury teilt die Bücher untereinander auf.

katzenminze kommentierte am 23. Januar 2020 um 20:33

Schon wieder doppelt...

lesesafari kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:09

Ja, diese Experten gibt es tatsächlich. Sie sind aber schon etwas älter und lesen dann eben keine Fitzeks. ;)
Bei den Fernsehr-Lesern mit Zeitlimit nehme ich auch mal an, dass es Redaktionteams gibt. Ich weiß aber auch nicht, wie viele Bücher der jeweils vorstellt.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:12

Und streiten sich dann über Murakami 

lex kommentierte am 23. Januar 2020 um 22:23

Ich weiß es auch nicht, aber in Interviews betont Denis Scheck, dass er alle Bücher, über die er spricht, selbst liest. Auch die, die er grottig findet. Berufsethos und so und er werde ja schließlich auch fürstlich dafür bezahlt. Klingt erstmal glaubhaft.

katzenminze kommentierte am 24. Januar 2020 um 10:09

Hmm, kann sein. Auf den ersten Blick kommt es einem echt viel vor, wenn er die komplette Bestsellerliste durchgeht. Aber andererseits kommen ja nur nach und nach neue Bücher auf die Liste. Es wäre also bestimmt machbar. Ich hab' ihn einmal "live" gesehen und die Bücher über die er da gesprochen hat, hat er definitiv gelesen.

lesesafari kommentierte am 25. Januar 2020 um 21:32

wenn der so viel kraft und ausdauer fürs lesen hat, so von 5 uhr morgens bis 1 uhr nachts...

Galladan kommentierte am 25. Januar 2020 um 21:56

Ich habe die Sendung mit ihm noch nicht oft gesehen, kann mich aber auch an Verrissen von Büchern die ich mochte ergötzen. Soweit ich es überblicke gibt es die Sendung einmal im Monat.

So viel tut sich aber auch nicht auf der Liste. Ich lese zwar nur was mich interessiert, aber in den Rubriken HC und TB ist nicht so viel Bewegung. Auch Sachbücher bleiben oft über Monate auf den Bestenlisten. Oft kommen auch Bücher nach der Verfilmung wieder, dann im neuen Gewand, auf die Liste. Ich lese zwar fast jeden Tag, aber ich habe auch viel was mich ablenkt und ich lese langsam. Trotzdem könnte ich vermutlich, wenn es mein Job wäre alle Bücher der Bestzellerliste lesen. 

Wäre mal interessant, was passiert, wenn Beton giessen oder Vogelstimmen imitieren zum Sachbuch auf den ersten Plätzen mutieren würde. Oder: Bommel für das selbstgestrickte Beani.

Kinderbuchliebe kommentierte am 24. Januar 2020 um 10:23

Ich finde aufmerksames Lesen nötig, breche aber selten ein Buch ab. Bin eher so die zähe Durchhalterin ;) Behaupten ich hätte es gelesen, tue ich dann aber nicht.

Emswashed kommentierte am 24. Januar 2020 um 10:56

Wenn ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen müsste, würde ich auch jedes Buch selbst lesen wollen, allein schon um meine Arbeit unter Kontrolle zu behalten. Ich würde mich nochmal mit den Schnelllesetechniken beschäftigen und bestimmt 3 Bücher die Woche schaffen. Ich hätte eine Putzfrau und Einkaufsberaterin und einen Gärtner, wahlweise einen sehr fleissigen Ehemann.

Aber ich hätte verdammt nochmal einen professionellen Leseplatz, mit Ablageflächen links und rechts, Notierfunktion, Getränkestation und schalldichter Isolierung zu den restlichen Räumen, in denen sich meine Familie aufhalten darf.

lex kommentierte am 24. Januar 2020 um 14:31

Klingt, als wäre es dein Traum. :-) Scheck hat mal erwähnt, dass er ständig und überall liest. Vor allem in der Bahn. Also eher kein Schallschutz.

Emswashed kommentierte am 24. Januar 2020 um 18:41

Uuuuh, jaaa, ich wäre eine Diva unter den Buchkritikern! ;-)

BarbaraBib kommentierte am 24. Januar 2020 um 19:41

WoW! Tolle Disskusion!

Ich selbst verdiene meinen Lebensunterhalt auch mit Büchern - als Bibliothekarin - und lese auch nicht sehr viel... und wenn, dann SACHBÜCHER :)

Finde das moralisch sehr vertrettbar - Ich mache meinen Arbeit gut!

Schönes Wochenende Alles

B

JoanStef kommentierte am 24. Januar 2020 um 20:11

Ich stimme meinen WLD Mitstreitern zu, ein Buch gelesen zu haben heißt eben das. Wenn ein Buch nur zur Hälfte oder einem Prozentsatz gelesen wurde, muss dieser Umstand in die Beurteilung des Buches mit einfließen. Es ist sicher von Interesse für den Leser, warum ein Buch nicht komplett gelesen wurde.

19Siggi58 kommentierte am 25. Januar 2020 um 13:52

Für mich zählt ein Buch als gelesen, wenn es von der ersten bis zur letzten Seite aufmerksam gelesen wurde.

pmg kommentierte am 23. März 2020 um 12:29

Ein Buch ist für mich dann gelesen, wenn ich es fertig, also bis zur letzten Seite gelesen habe. Es kann aber sehr gut sein, das ich ein Buch nicht fertig lese (hatte ich letzte Woche, da bin ich bis zur Hälfte gekommen, dann hat mich der Tonfall und das Thema zu nerven begonnen.) Dann habe ich das Buch halt nur zur Hälfte gelesen. Kann es geben, ist normalerweise nicht weiter schlimm.

Wenn ich bei Leserunden mitmache, dann ist es allerdings meines Erachtens auch eine gewisse Verpflichtung, dem Autor ein ehrliches und fundiertes Feedback zu geben, sowie eine aussagekräftige Rezension zu schreiben. Dazu muss ich aber das Buch wirklich fertig lesen.

Bitte beachtet: Autoren sind meist nicht reich, und Bücher verschenken ohne dass eine Rezension materialisiert, nimmt dem Autor / der Autorin einen Teil der Lebensgrundlage. Rezensionen sind wichtige Verkaufstreiber, und dazu investiert der Autor / die Autorin in Bücher (inkl. Verpackung und Versand) für eine Leserunde. Somit ist es für mich Ehrensache (resp. auch Teil der Vereinbarung), dass ich das Buch vollständig durchlese, und mir auch Mühe für eine aussagekräftige Rezension gebe.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 23. März 2020 um 13:39

Ja LR Bücher, muss man bis zum bitteren Ende lesen, auch wenn es ein Kampf/ Krampf ist.Auf der einen Seite ist es eine Frage der Höflichkeit und aufder andren Seite ist schlechtes Feedback auch ein wichtiges Feedback. Dann kann der Author wenigstens was draus lernen zumindest ein : "War wohl nichts".

Ich verdrehe auch imer meine Augen wenn jemand in der Leserunde schreibt " ich musste leider abbrechen, gat mir überhaupt nicht gefallen." ohne weitere konstruktive Kritik und das meist schon nach dem 2. LEseabschnitt