wandagreen fragte am 17.04.2020 | Lesegewohnheiten

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei ..

so auch der schönste und der aufregendste Roman. Während man bei langweiligen und ärgerlichen Büchern, die man gleichwohl - aus Gründen - liest, das Ende herbeisehnt, ist man gespannt in der Regel, kann es kaum erwarten und ...

 

Wie bewertet ihr einen Roman, bei dem das Ende nicht stimmig erscheint oder euch nicht gefällt? (kostet das unrühmliche Ende Punkte in der Bewertung?)

Welches Gewicht hat der Ausgang eines Romans? Ist er wichtiger als der Anfang, unwichtiger, Mittelteil?

Erzählt. Gerne anhand euerer momentanen Lektüre.

Kommentare

lex kommentierte am 17. April 2020 um 18:11

Ich würde nicht sagen, dass ich aufgrund eines unstimmigen Endes generell das Buch schlechter bewerte. Das wäre unfair. Und kommt eher auf den Einzelfall an. Wenn ich den Großteil mochte, wäre ich zwar ein bisschen enttäuscht, aber nicht über die Maßen streng. Natürlich bleibt gerade mit den letzten Seiten oft ein fader Beigeschmack. Es gab tatsächlich schon Romane, da war das Ende so dermaßen doof, das hat wirklich alles kaputt gemacht. Bei "Aquila" von Poznanski war das so. Da fühlte ich mich regelrecht vera.... :-) Und das hat dann natürlich schon zwei Punkte gekostet. Aber wie gesagt... muss man von Fall zu Fall sehen. Wenn das Ende im Großen und Ganzen okay ist und im Vergleich zum Rest nur etwas abfällt, kann ich großzügig drüber wegschauen.

Flotte-Motte kommentierte am 17. April 2020 um 18:10

  • Wenn 5/5 des Buches gut ist, bekommt es 5 Sterne
  • Wenn 4/5 des Buches gut ist, bekommt es 4 Sterne
  • Wenn 3/5 des Buches gut ist, bekommt es 3 Sterne
  • Wenn 2/5 des Buches gut ist, bekommt es 2 Sterne
  • Wenn 1/5 des Buches gut ist, bekommt es 1 Stern
  • Wenn 0/5 des Buches gut ist, dann spreche ich nicht über das Buch

La Tina kommentierte am 17. April 2020 um 18:18

Moin Wanda,

wenn mich das Ende eines Romans bewegt, positiv oder negativ, erwähne ich es, bewerte aber das gesamte Buch. Wobei ich kein Happy End benötige und auch mit offenen Enden kein generelles Problem habe.
 

Schokoloko28 kommentierte am 17. April 2020 um 18:40

Ich finde das Ende recht wichtig, da das Ende das Grundgefühl des Buches für mich verstärkt. Also, wenn das Ende für mich nicht passend ist (dabei muss es kein Happy End haben, es kann auch ein offenes Ende sein oder auch total traurig) gibt es einfach Punkte Abzug. Der Autor muss das Buch so komponieren, dass es irgendwie für den Leser stimmig ist. Aber wie schon als Empfehlung geschrieben steht, es gibt nicht den passenden Leser für das passende Buch!

Schokoloko28 kommentierte am 17. April 2020 um 18:41

Ich meine bei der Schriftsteller- Empfehlung, die die Aline für uns mal heraus gesucht hat.

wandagreen kommentierte am 17. April 2020 um 21:07

Ich weiß, ich habs gelesen (andere aber nicht). Das war aber doch ein Witz.

Schokoloko28 kommentierte am 17. April 2020 um 21:22

Das war ja auch ein Witz meinerseits. ;-)

wandagreen kommentierte am 17. April 2020 um 21:06

Also, ich hab das für mich etwas unbefriedigende Ende bei meinem ersten Robotham verziehen. Aber normalerweise finde ich, das Ende ist fast das Wichtigste. Wenn man es versaut, kriegt man keine 5 Punkte. Aber bei "Death or life" hat der Autor es nicht versaut - aber er hätte mehr daraus machen können.
 

lesesafari kommentierte am 18. April 2020 um 10:14

Großmütig verzeihe ich dir den Robotham.

Ztztzt, und über meine 4 ewig subbenden wird gelästert. Ztztzt...

wandagreen kommentierte am 18. April 2020 um 20:17

Inwiefern verzeihst du mir den Robotham?

lesesafari kommentierte am 19. April 2020 um 17:27

insofern du mir... ähm... für die exit-auskunft meine schundlektürigkeit verziehest.

wandagreen kommentierte am 20. April 2020 um 22:32

:DDD So beichten wir uns unsere Lektüresünden.

lesesafari kommentierte am 21. April 2020 um 16:25

:D

Michael H. kommentierte am 17. April 2020 um 21:19

Und ich hatte kurz befürchtet, es ginge um Corona oder Du würdest Deinen Abschied von WLD verkünden...

Konstanze S. kommentierte am 17. April 2020 um 22:30

Das würde sie uns nicht antun!

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 21. April 2020 um 16:55

Ich hatte diesen Schreckmoment auch, bevor ich weiter las

Marshall Trueblood kommentierte am 17. April 2020 um 21:21

Für mich ist der Schluss das Wichtigste am Buch. Da will ich doch auch hin...;-)) 

Ernsthaft: Der Schluss ist das letzte, das mir der Autor präsentiert und für mich strahlt das Ende immer über das ganze Buch. Mir muss die Lösung nicht gefallen, aber sie muss passen. Was nützt ein Happy-End, wenn es nur in den Roman gepresst wurde, damit der Verlag zufrieden ist? Was ich überhaupt nicht mag, wenn zu viele offene Fragen übrigbleiben...dann hat der Roman im Ganzen schon verloren! Da ich viele Krimis lese, möchte ich auch sagen, dass es mich sehr müde macht, wenn der Autor/die Autorin am Ende eine schlüssige Lösung nochmal über den Haufen wirft.

Viele Autoren schwächeln im Mittelteil, sie werden zu geschwätzig; aber es gibt auch Autoren, die einfach keine Enden schreiben können. Schade, dass ich nicht mehr zu ihren Büchern greife, die eigentlich gar nicht so schlecht waren.

Was mir in letzter Zeit in Sachen Schluss sehr gut gefallen hat, waren "Wir holen alles nach" von Martina Borger und "Boy´s Life" von Robert McCammon.

Brocéliande kommentierte am 17. April 2020 um 22:28

Das Ende eines Romans (ob positiv oder negativ) ist unzweifelhaft sehr wichtig für mich - oft gibt es ja im letzten Drittel einen sog. "Shotdown" - den wir gerade in anderer Hinsicht auch haben....

Aber das Romanende stelle ich nicht unbedingt über die gesamte Handlung: Es wertet ungeheuer auf, wenn es stimmig ist und - nachvollziehbar. Wenn Fragen, die man sich als Leser stellt, beantwortet werden. Dieses Kriterium ist für mich ein qualitativ gutes Buch - ob Roman oder Krimi.

"Das Beste sollte man sich immer für den Schluss aufheben" - das gilt wohl auch für die Literatur (und ist für mich auch zielführend in lukullinarischen Genüssen ;) 

Aber was dazwischenliegt, ist keineswegs "unbedeutender", finde ich - en contraire!

Ich habe gerade Benjamin Myers "Offene See" gelesen - es war genau so, wie ich es oben beschrieben habe - und es sehr mag: Ein Lesehighlight 2020 bis dato für mich!

wandagreen kommentierte am 17. April 2020 um 22:37

Dazu habe ich so einen schlimmen Verriss gelesen;-).

Brocéliande kommentierte am 17. April 2020 um 23:11

@wandagreen: Mag sein, aber das wird meine Meinung über dieses stilistisch ausgesprochen brillant geschriebenen (und dito Inhalt betrefffend) Romans wohl nicht ändern - en contraire ;-)

wandagreen kommentierte am 17. April 2020 um 23:16

Sicher nicht. Ich wollte damit eine gewisse Verunsicherung zu erkennen geben. Noch Meinungen zu diesem Roman? Her damit!

Dajobama kommentierte am 19. April 2020 um 07:00

Auch für mich ein Jahreshighlight! 

Brocéliande kommentierte am 17. April 2020 um 23:24

@wanda: Und WAS geht vor Meinungen anderer?? Richtig: Selber lesen - und sich eine Meinung bilden ;) 

Die "Geschmäckle" in Hinsicht Literatur sind ja bekanntermaßen unterschiedlich - was auch gut ist. Aber dieser Roman hat definitiv einen Verriss nicht verdient. Andere Romane zuweilen schon ;)

Emswashed behauptete am 18. April 2020 um 09:02

Das Ende ist wichtig, eh basta! Wir wollen ja keine Argumentation lesen, wo am Ende alles nochmal zusammengefasst wird. We want to be entertained, sonst gibts Punktabzug.

Elchi130 kommentierte am 18. April 2020 um 10:37

Bei mir kommt es darauf an, ob das Ende für mich das gesamte Buch in Frage stellt oder nicht. Bei dem Buch "Der Untergang der Könige" hat mir das Ende das gesamte Buch versaut und ich werde auch die Nachfolger nicht lesen. Daher hat das Punktabzug gegeben, obwohl ich bis kurz vorm Schluss das Buch klasse fand. Manchmal ist es so, dass ich bestimmte Entwicklungen in einem Buch nicht so toll finde, das gesamte Buch jedoch im Vergleich zu anderen Büchern klasse finde. Dann gebe ich trotzdem die volle Punktzahl. Hatte ich bei The Street Die Straße von Ann Petry.

Michael H. kommentierte am 18. April 2020 um 10:56

Gibt es hier Frühstück?

Sabine_AC kommentierte am 18. April 2020 um 11:03

Nur bis 10:00 Uhr, fürchte ich. :)

wandagreen kommentierte am 18. April 2020 um 11:16

Und draußen nur Kännchen.

Arbutus kommentierte am 18. April 2020 um 18:27

Ja, das waren noch Zeiten, damals bei den Bretonen ... 

Sabine_AC kommentierte am 18. April 2020 um 11:02

Mir ist das Ende schon irgendwie "wichtig". Zwar wird ein mäßiges Buch durch ein interessantes, stimmiges Ende für mich nicht zu einer Top-Lektüre, andersherum kann ein unstimmiges, enttäuschendes Ende ein bis dahin tolles Leseerlebnis für mich nachhaltig trüben. Ein "Happy End" muss es nicht sein, aber schlüssig und zum Plot passend.

Außerdem empfinde ich es als nervig, wenn das Ende zu sehr herausgezögert wird... vorwiegend bei Spannungsromanen: Eine unerwartete Wendung (die man nicht vorausgesehen hat, die aber in sich stimmig ist) mag ich durchaus - aber wenn darauf dann noch eine Kehrtwendung folgt, und dann dich noch mal alles ganz anders ist und zu allerletzt dann erneut eine überraschende Wendung folgt, dann finde ich persönlich das nicht mehr spannend, sondern nur noch anstrengend.

Elchi130 kommentierte am 18. April 2020 um 11:36

Endlich einmal eine Person, die das so sieht wie ich. Ich langweile mich bei nicht enden wollenden Showdowns zu Tode.

lesesafari kommentierte am 18. April 2020 um 20:11

ich bekomme dann bauchweh, als hätte ich zu viel gegessen.

Sabine_AC kommentierte am 19. April 2020 um 15:36

Schön zu wissen, dass ich nicht alleine solche nichtendenwollende Enden schwer verdaulich finde. ;)

wandagreen kommentierte am 19. April 2020 um 18:08

Es kommt aufs Buch drauf an. Dieses ... äh, Amy? Gone Girl, ja, das wars, das lebte davon.

Furbaby Mom kommentierte am 18. April 2020 um 23:10

Mmmh..das Ende eines Romans habe ich eigentlich nie als einzelnes Element betrachtet; es ist für mich nur eine von vielen Komponenten eines Werkes. Aber es ist natürlich schade, wenn ein gelungener Roman durch ein unlogisches Ende 'verhunzt' wird. 5 Sterne vergebe ich ausschließlich an Bücher, die mich komplett von Anfang bis (inklusive) Ende überzeugt und begeistert haben.

Kinderbuchliebe kommentierte am 19. April 2020 um 08:46

Das sehe ich genauso :)

Myrna kommentierte am 19. April 2020 um 02:23

Irgendwie, finde ich, muss das Ende zum gesamten Roman passen, sonst ist das Buch irgendwie nicht stimmig. Ich würde das dann in der Rezension erwähnen, beurteile ein Buch aber als Ganzes, denn man kann ja nicht nur das Ende bewerten. Ich habe das selbst aber noch nicht erlebt, soweit ich mich entsinne.

Alsterschwan kommentierte am 19. April 2020 um 22:52

Also ich unterscheide da schon nach Genre: bei Krimis muss das Ende unbedingt stimmen, ich hasse lose Fäden am Ende, wenn mir das Ende vollkommen unlogisch erscheint oder wenn gar der Täter / die Täterin ganz unvermittelt aus dem Nichts auftaucht...

Bei Romanen bin ich etwas "gnädiger" (es muss keineswegs ein Happy-End sein!), da denke ich manchmal "Also gut, dann sieht der Autor / die Autorin es also soundso", ich bin etwas enttäuscht, schreibe es (vielleicht) auch in die Rezension - aber kann damit leben...

lex kommentierte am 20. April 2020 um 10:54

Beim Krimi MUSS die Auflösung stimmig sein, finde ich auch. Andere Genres haben da zum Teil mehr Freiheiten.

Mara S. kommentierte am 20. April 2020 um 16:56

So ein Ende ist schon eine wichtige Sache. Am liebsten möchte ich grinsen oder heulen oder beides gleichzeitig und mit einem Seufzer voller Weltschmerz das Buch zuklappen und glücklich sein. Passiert leider viel zu selten. Manchmal kann mich ein gutes Ende (im Sinne von überzeugend, nicht zwangsläufig happy) mit einem holpernden Start versöhnen. Aber selten umgekehrt. Am schlimmsten find ich Bücher, deren Ende man anmerkt, dass der Autor keine Lust oder keine Idee mehr hatte. Das schmälert wirklich die besseren Seite davor. 

wandagreen kommentierte am 20. April 2020 um 17:47

Es gibt Autoren, die können kein Ende. ich hasse es, wenn einfach ausgeblendet wird.

Mara S. kommentierte am 20. April 2020 um 20:31

Ohja. Wenn man noch so viele offene Fragen hat und anhand der wenigen verbleibenden Seiten ahnt, dass das keine Auflösung geben wird. Oder man doch wieder eine Serie erwischt hat und es zum Cliffhanger kommt...