wandagreen fragte am 15.03.2019 | Sonstiges

ARTIKEL 13

Artikel 13 Urheberrecht europaweit geregelt - geistert durchs Netz, durch die Diskussion und die Politik.

1. Um was gehts genau?

2. Was denken wir darüber? So ganz ins Unreine hinein

 

Kommentare

Michael H. kommentierte am 15. März 2019 um 12:35

Ich hab's irgendwo aufgeschnappt. Sie wollen, dass künftig nicht mehr der Hochlader haftet, sondern die Plattform selbst belangt werden kann. Und da diese dann vorher prüfen müssen, ob's urheberrechtskonform ist, befürchten Blogger, dass sie gar nichts mehr bei YouTube und Co verbreiten können.

anna1965 kommentierte am 15. März 2019 um 13:02

Da ich weder auf Youtube noch bei Bloggern verkehre, habe ich mir dazu noch keine großen Gedanken gemacht.

wandagreen kommentierte am 16. März 2019 um 08:51

Ich mag Youtube. Da kann man jede Menge Sachen lernen ... wie man Kokosnuss öffnet ohne sich anzustrengen, etc. etc.

E-möbe kommentierte am 15. März 2019 um 13:23

Typisch Politiker. Keine Ahnung von nix, Internet ist noch Neuland für diese Bande, die nichts auf die Reihe kriegt, was wirklich wichtig ist, aber Aktionismus an den falschen Stellen.

MrsFraser kommentierte am 15. März 2019 um 14:13

Wisst ihr, Chuck Norris soll die DSGVO ja schon vollständig umgesetzt haben - zwei mal. 

Das hier hört sich für mich jetzt ähnlich an, nur n bisschen kleiner. 

kommentierte am 15. März 2019 um 16:21

Falls jemand sich informieren will, würde ich empfehlen mal auf Youtube nach der Kanzlei WBS zu suchen. Es handelt sich dort um einen Anwalt des Medienrechts, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Es gibt einfache Erklärungsvideos zu den umstrittenen Artikeln 11,12 und 13, aber auch Beispiele was eine Umsetzung mit sich bringen könnte, oder ein Video, das einen Gegenvorschlag in Hinsicht auf die Umsetzung macht. 

Zu empfehlen wäre auch die PULS Reportage “Was macht Artikel 13 mit unserem Netz?”, dort kommen sowohl ein Urheber als auch Politiker mit Pro und Contra vor. 

wandagreen kommentierte am 15. März 2019 um 17:48

Ach prima, solche Beiträge habe ich erwartet und gesucht! Danke.

wandagreen kommentierte am 15. März 2019 um 17:40

"Die Initiative für Upload-Filter will Glauben machen, dass Urheberrechtsverletzungen ohne eine Neuregelung Tür und Tor geöffnet wären. Dem ist schlicht nicht so. Bereits heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, sowohl juristisch als auch im direkten Kontakt mit den Plattformen gegen entsprechende Verstöße vorzugehen. Die konservativen Lager sind mit einer ähnlichen Argumentation wie aktuell bereits mit Blick auf die Einführung des Leistungsschutzrechts in Deutschland grandios gescheitert, haben doch gerade jene Medien, die massive Lobbyarbeit für eine solche Regelung betrieben haben, Google im Nachhinein mit massiven Sondernutzungsrechten ausgestattet."

Und das steht da: https://www.ifun.de/artikel-13-und-uploadfilter-cdu-politiker-schliesst-...

 

Akantha kommentierte am 16. März 2019 um 08:21

Kleine Ergänzungen, die mir wichtig sind:

 

Um Artikel 13 in seiner derzeitigen Fassung umsetzen zu können, führt technisch aktuell kein Weg an Uplaodfiltern vorbei, auch wenn die Befürworter der Reform ständig betonen, dass die Pflicht für Uplaodfilter ja nicht explizit im Text stünde. Plakatives aber anschauliches Beispiel: Gesetz sagt: Du hast nur 1:30h um von München nach Berlin zu kommen. Es steht aber nicht im Gesetz, dass du zwingend das Flugzeug benutzen musst, du kannst deine Fortbewegung frei wählen.

 

Mittlere und kleine Plattformen haben nicht die Ressourcen solche Filter selbst zu entwickeln und müssen die bei den Big Playern wie Youtube einkaufen (Stichwort Abhängigkeit). Youtube benutzt einen entsprechenden Algorythmus aktuell (allerdings als post-Upload) unter dem sog. Content-ID System - fehleranfällig ohne Ende, es wird immens überblockt und obwohl man manuelle Überprüfungen anfordern kann, führen die dann auch nicht immer zum korrekten Ergebnis.

 

Für mich persönlich ist das Furchtbare daran, dass wir dann de facto eine Zensurinfrasturktur hätten. Die Worte werden unterrückt, bevor sie deinen Mund verlassen - nur auf digitaler Ebene. Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet, das geht los bei Unternehmen, die unliebsame Kritik wegblocken wollen und wo das enden kann steht in jedem dystopischen Roman. Alle Content-Uploader (und das geht bei Profilbildern wie hier auf der Webseite los - jeder von uns ist hier allein dadurch Uploader) werden unter Generalverdacht gestellt, strafbare Handlungen durchführen zu wollen.

 

Ich bin absolut dafür, die Rechte von Urhebern zu stärken. Jeder soll die Früchte seines geistigen Eigentums ernten - keine Frage. Die aktuelle Fassung der Reform ist aber der falsche Weg.

 

Randnotizen:

 

Im Koalitionsvertrag sind Uploadfilter explizit ausgeschlossen. Aber dagegen zu verstoßen ist ja anscheinend in Mode.

 

Wie die Politik zum Teil auf die Gegenstimmen reagiert ist eine Frechheit. Ein Skandal jagt den nächsten. Ein Statement des EU Parlament bezeichnet die Demonstranten als Mob (keiner will es gewesen sein, oder wissen, wer den Artikel geschrieben hat), ein Politiker behauptet, die Masse Mails der Bürger, die sich bzgl. ihrer Sorgen an ihn wenden, wäre bot-generiert (Daher der häufig zu findende Slogan "Wir sind die Bots!"), mit der Begründung, dass es zum Großteil gmail-Adressen wären (!), ein/e andere/r echauffiert sich, dass alle Demonstranten von Youtube instrumentalisierte Kinder seien. Partei beim ersten und Geschlecht beim zweiten habe ich bewusst weggelassen, weil ich mir nicht mehr sicher war und keine Fake News verbreiten will.

 

Oh, der Post war jetzt doch was länger.. so viel zu "KLEINE Ergänzung"

Lilli33 kommentierte am 16. März 2019 um 10:08

Oh, der Post war jetzt doch was länger.. so viel zu "KLEINE Ergänzung"

Dafür war er aber erhellend und richtig und wichtig :-)

Gittenen kommentierte am 16. März 2019 um 10:49

da muss ich nichts mehr zufügen

E-möbe kommentierte am 16. März 2019 um 11:41

Ganz genau so sieht es aus. Und die Politiker sind borniert oder gekauft genug, um alles zu ignorieren, was du hier angeführt hast.

Arbutus kommentierte am 16. März 2019 um 15:16

Danke an Akantha. Jetzt weiß man doch endlich mal etwas genauer bescheid.

naibenak kommentierte am 18. März 2019 um 08:53

Danke, Akantha!!!

schnubbelchen kommentierte am 16. März 2019 um 10:58

Akantha - vielen Dank für Deine Erläuterung!

SusanK kommentierte am 19. März 2019 um 15:27

Fakt ist, dass es bereits Regelungen gibt - doch alles betrifft ausschließlich die Nutzer.
Neu ist, dass auch die Plattformen haftbar sind.  Grundsätzlich ist das ein Schritt in die richtige Richtung, da es doch viele Probleme gab. Ich glaube aber, dass diese Stelle kaum ausreicht, um wirklich in die Details der neuen Rechtslage einzugehen. Selbst ich tue mich schwer damit, obwohl meine Tochter Wettbewerbsrecht im MAster studiert und ich mir fast täglich Vorträge zu dem Thema anhören darf....