wandagreen fragte am 06.11.2019 | Sonstiges

Imprintverlag

Was genau versteht man eigentlich unter einem Imprintverlag? Und wozu braucht man die? Bräuchtet ihr sie? (Inprint käme mir logischer vor).

Kommentare

La Tina kommentierte am 06. November 2019 um 10:05

Da musste ich auch erstmal schauen, als ich den Begriff zum ersten Mal las.

Ist das, was in anderen Produktsegmenten auch gemacht wird: Bringe etwas unter mehreren Marken heraus, jede Marke hat ihre eigene Zielgruppe.

Für den Verlag vielleicht ganz toll, weil er die Werbung entsprechend auslegen kann. Mich persönlich nervt es, wenn ich jedesmal nachsehen muss, welcher Verlag nun hinter dem nächsten neuen Imprint-Verlag steckt. Lässt einen auch die wirklichen Kleinverlage immer schwieriger erkennen.

wandagreen kommentierte am 06. November 2019 um 10:07

Geht mit auch so: nervt mich kolossal.

Galladan kommentierte am 06. November 2019 um 12:21

Ich finde das ok für mich. Manche Verlage haben für mich dann sozusagen eine rote Flagge gehisst wenn Bücher in bestimmten Zweigen ihres Verlags veröffentlicht werden. Wenn ein Autor unter einem Pseudonym veröffentlicht weiss man ja auch, dass er sich bei dem Buch von seinen bisherigen Veröffentlichungen absetzen wird. Es ist natürlich etwas unübersichtlich, wenn mir jemand sagt, dass ich ein Buch aus dem Programm eines Verlags gewinnen kann und ich dann zwischen Colera und echt gutem Buch irgendwas erwarten kann. Die Verlage haben sich was dabei gedacht, der Kunde darf in Schubladen denken. Irgendwie ist doch damit allen geholfen. 

e-möbe kommentierte am 06. November 2019 um 13:30

Du kaufst doch auch bei Aldi oder Lidl den Billigjoghurt statt den überteuerten Danone. 

Trotzdem stammen beide von derselben Firma. 

Selbes Prinzip.

Paperboat kommentierte am 06. November 2019 um 13:37

Dem möchte ich widersprechen, da Aldis und Lidls Billigjoghurts auf dem Prinzip "gar keine Werbung" beruhen, wohingegen ein Verlag für seine Druckerzeugnisse schon Werbung macht. Es ist aber einfacher unterschiedliche Themen in unterschiedliche Schubladen auszulagern. Im Kleiderschrank liegen ja auch nicht Schlüppis, Schraubenzieher und Kochlöffel zusammen (außer du hast einen sehr merkwürdigen SM-Fetisch).
Ein neues Imprint aufzuziehen sorgt einfach dafür, dass man bereits an der Marke erkennt, was in etwa man für ein Produkt erwarten kann. Sinnvoll besonders, wenn ein Romanverlag zusätzlich Sachbücher verlegen will z.B.

e-möbe kommentierte am 06. November 2019 um 14:20

Wieso SM-Fetisch? Ist das nicht normal, Kochlöffel, Schlüppis und Schraubenzieher zusammen im Schrank zu lagern?

Paperboat kommentierte am 06. November 2019 um 17:11

Wenn es über die Dauer eines Umzugs hinaus geht, vermutlich schon, hehe.

Steve Kaminski kommentierte am 06. November 2019 um 14:24

Also, Anfang der 90er übernahm der Bleicher Verlag in Gerlingen bei Stuttgart den Lambert Schneider Verlag, bis dahin in Heidelberg. Offiziell wurde Lambert Schneider als eigener Verlag weitergeführt, aber mit derselben Geschäftsführung wie Bleicher. Irgendwann nannte man es "Lambert Schneider im Bleicher Verlag". Da Lambert Schneider bei vielen bekannter war als Bleicher bzw. einen guten Namen hatte, wollte man den Namen nicht verschwinden lassen, hatte aber wohl die offizielle Unabhängigkeit abgeschafft.

Ich denke, die Imprint-Geschichte hat den Sinn, den Namen gegenüber Anhängern des früheren Verlags/Programms zu erhalten, die diesen Verlag/diese Programm geschätzt haben.

Steve Kaminski kommentierte am 06. November 2019 um 14:43

Oder nimm den Tropen Verlag bei Klett-Cotta: Tropen war der Verlag von Tom Kraushaar und Michael Zöllner, dann wurden sie Geschäftsführer bei Klett-Cotta. Vermutlich wollten sie ihr Projekt und Programm nicht "beerdigen", also wurde es Imprint von Klett-Cotta.

wandagreen kommentierte am 06. November 2019 um 17:12

Das versteht man dann ja auch. I.d.R. fehlen mir aber solche Hintergrundinfos. //Eigentlich ist dann Tropen doch Klett-Cotta?

@alle. Ich will das Konzept nicht grds in Frage stellen, obwohl es mich nervt, in erster Linie geht es mir drum, es zu verstehen, weil nach meiner Wahrnehmung, diese Imprints wie Korkusse im Frühling spießen.

Steve Kaminski kommentierte am 08. November 2019 um 15:20

Ja, Tropen ist Klett-Cotta.

Näher kenne ich die beiden beschriebenen Fälle, ich nehme aber an, dass sonst Ähnliches gilt.

lesesafari kommentierte am 06. November 2019 um 15:25

andere Produktreihe oder anderes Genre aus demselben Verlag.
dient wohl zum ausprobieren, testen, neue kundengewinnen. kann man dann ja einfach wieder rausnehmen, wenns nicht läuft. alles ohne den großen namen zu entwerten.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 06. November 2019 um 15:50

Denke ich auch. Dass man erstens gleich am Verlags-Namen erkennt, welches Genre man bekommt.
und falls es nicht gut läuft, kann man diesen Verlag einfach wieder 'verschwinden' lassen, ohne dass es dem Ruf des großen Verlags schadet...

Kinderbuchliebe kommentierte am 06. November 2019 um 19:44

Ich muss gestehen, ich erkenne fast nie am Namen welches Genre ich da präsentiert bekomme. Als Beispiel kommt mir gerade cbj oder Diana in den Sinn, das verbinde ich mit Nix so aus dem Stehgreif ;)

Was ich allerdings verstehe, ist die Möglichkeit der zielgerichteteren Werbung, denn oft wird für diesen Verlagsteil ja separat geworben, ob nun beim Buchhändler selbst oder über Veröffentlichungen bei den Leser*innen. Da könnte es schon sein ein Prospekt im Laden spricht mich an z.B. gerade weil es z.B. Jugendbücher eines Verlags(teils) vorstellt.

La Tina kommentierte am 07. November 2019 um 16:19

Zielgerichtete Werbung - okay. Aber nicht zu seinen Büchern stehen wäre nicht okay. Verstehe nicht, was daran so schlimm sein soll, wenn Verlag X verschiedene Genre unter gleichem Verlagsnamen rausbringt. Meinetwegen mit einem Zusatz wie Fantasy oder Sachbuch. Diese ewig neuen Pseudoverlagsnamen nerven mich eher und wenn man denkt, einen Kleinverlag zu unterstützen steht plötzlich doch ein Riese dahinter.

wandagreen kommentierte am 07. November 2019 um 16:24

Und es gibt so viele davon. Sie sprießen wie Pilze bei Herbstwetter aus dem Boden.

e-möbe kommentierte am 07. November 2019 um 17:40

Man kann sich aber auch anstellen. In der heutigen Zeit, wo eine Googlesuche alle relevanten Fakten bereithält, ist es wirklich kein Problem, einen dieser Pilze unter die Lupe zu nehmen und zu checken, ob das ein echter Kleinverlag oder ein Imprint ist. Außerdem, was sagt denn das eine oder andere über Qualität aus? Sollte es nicht um Bücher gehen? Ich kenne einige Kleinverlage, die genauso schlechte Qualität rausbringen wie die großen. Ist ja nicht automatisch ein Gütesiegel: Kleinverlag. 

Und die großen machen kein Geheimnis um ihre Imprints. 

wandagreen kommentierte am 07. November 2019 um 18:10

Und deshalb bräuchten sie sie auch gar nicht.

e-möbe kommentierte am 07. November 2019 um 18:20

Sie brauchen sie nicht für dich. Du bist aber auch nicht die angestrebte Zielgruppe. 

Imprints bringen den etablierten Verlagen sehr viel Geld und viele neue Leser, ob das in dein Weltbild passt oder nicht. 

wandagreen kommentierte am 07. November 2019 um 19:06

Du liest die Weltbild?

Galladan kommentierte am 07. November 2019 um 19:13

Oh, ich bin Ullstein ewig dankbar, dass sie ihren verquasten Mist unter Midnight und Forever veröffentlicht. Dann lupfe ich ganz schnell mein Röckchen und schaue zu, dass ich Land gewinne. 

Petzi_Super_Maus kommentierte am 07. November 2019 um 19:17

Von den beiden hab ich auch noch nie was gelesen. Ist das nicht so Fantasy-Liebes-Dingens?

Galladan kommentierte am 07. November 2019 um 19:48

Midnight sollen Krimi, Thriller und Cosy Crime sein, Forever ist Liebesgedöns. Ich bin mal an Midnight geraten. Kann man sich genau so sparen wie der Verlag sich da das Lektorat spart. 

La Tina kommentierte am 08. November 2019 um 07:13

Ich hab aber auch den negativen Effekt erlebt: Ein Verlag stellt etwas in einen Imprint-Verlag ein weil er meint, das gehöre da rein. Ein Krimi zwischen lauter Frauenliebesgedöns. Aufrgund es Verlagsnamens und der sonstigen Auswahl hätt ich es fast nicht gelesen, WEIL es dort einsortiert wurde.

lesesafari kommentierte am 07. November 2019 um 19:29

ja. ich glaube, das kam mit den self-publishern auf und kommt eventuell ursprünglich aus der ebook-ecke.
so hörte ich das erste mal davon. der zusammenhang ist spekulation.

wandagreen kommentierte am 07. November 2019 um 21:05

Ich find das ganz ok und einleuchtend, was die Möwe sagt.

Wir könnten ruhig auch über diverse Imprintverlage sprechen.

lesesafari kommentierte am 08. November 2019 um 22:12

ich glaube, ich lese solche nicht.
außer was alles unter random house läuft... wie heißt das dann... die großen verlage gehören doch alle zu denen und die sind eigentlich bertelsmann.... puhhh....