Ulf Schiewe fragte am 13.11.2019 | Sonstiges

Leserunde: DER ATTENTÄTER von UIlf Schiewe

Private Leserunde zum historischen Thriller, DER ATTENTÄTER - die letzten 7 Tage bis zur Ermordung der österr. Thronfolgers in Sarajevo 1914 Beginn: 1.12.2019 Ende: wenn alle ausgelesen haben. :)

 
Klappentext:

Juni 1914: Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen - und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...

Das Buch erscheint am 27.11.

Exemplare gibt es sicher schon ein paar Tage früher.

Da die Ereignisse, die zum Attentat von Sarajevo führten, wie ein Thriller abliefen, habe ich diese Erzählform gewählt und den Fokus auf die letzten sieben Tage bis zum Attentat gelegt. Da machen sich der Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin auf den Weg nach Sarajevo. Er ist wegen seiner Schroffheit in der Öffentlichkeit nicht sehr beliebt. Sie dagegen ist ein Engel an Geduld und Würde, obwohl bei Hofe geächtet. Denn es war eine Liebesheirat ganz gegen den Willen des Kaisers. Im Privaten führen sie jedoch eine harmonische, liebevolle Ehe, auch mit ihren drei Kindern. Der Erzherzog muss zu Manövern nach Bosnien. Seine Frau darf ihn begleiten.

Zur gleichen Zeit machen sich die drei jungen Attentäter von Belgrad aus auf den Weg. Der serbische Geheimdienst hat sie angeworben, ihnen das Schießen beigebracht und ist dabei, sie mit Waffen heimlich über die Grenze zu schmuggeln. Die drei sind arm, erst neunzehn Jahre jung und voll glühendem Eifer für die Sache der bosnischen Serben. Für sie sind die Österreicher Unterdrücker. Aber sie wissen auch, es ist ein Selbstmordkommando. 

Und dann ist da Major Markovic, ein Geheimdienstoffizier, der der Sache auf die Spur kommt und der alles versucht, die Katastrophe zu verhindern. Er und Hauptmann Simon und die Bordellbesitzerin Svjetlana sind erfundene Figuren. Ich brauchte sie und ihre Handlungen, um dem Geschehen noch mehr Spannung und Würze einzuhauchen. In Wirklichkeit hat wohl niemand, weder die Polizei noch der Geheimdienst, geahnt, was an jenem schicksalhaften 28. Juni passieren würde – außer den Verschwörern und Drahtziehern des Attentats.

Wer will, kann sich auch eine Leseprobe laden:  www.ulfschiewe.de

Ich vergebe 10 Freiexemplare, Anmeldeschluss ist der 25.11.

 

Und hier die Liste der bisherigen Anmeldungen:

wiechmann8052

skadi

SaintGermain

maraAngel2107

Claqueur (vielleicht)

Miss-Daisy

Cassandra

Tara

Martinchen

Adlerauge

marsupij

Kommentare

Seiten

Ulf Schiewe kommentierte am 13. November 2019 um 12:30

Teil 1: Bis Ende "Dienstag, 23. Juni 1914", Seite 118

Sabine_AC kommentierte am 10. Dezember 2019 um 19:07

Ich habe den ersten Teil bereits gelesen, und mir gefällt das Buch soweit schon sehr gut.

Da ich das Nachwort / die Anmerkungen diesmal nicht vorab gelesen habe, möchte ich gern nachfragen, ob es sich bei den Zeitungsartikel um reale Zeitungen und Artikel handelt?

Ulf Schiewe kommentierte am 12. Dezember 2019 um 09:06

Ja, es sind Auszüge aus echten Artikeln. Die habe ich in der Österreichischen Nationalbibliothek gefunden. Die kann man online durchsuchen.

maraAngel2107 kommentierte am 17. Dezember 2019 um 18:19

Das finde ich eine tolle Sache, interessant und sehr lernenswert! Da hast Du Dir wirklich Mühe gegeben und ich finde es passt auch gut ins Gesamtbild, zumindest vom ersten Teil!

maraAngel2107 kommentierte am 12. Dezember 2019 um 19:42

Also den kompletten ersten Teil habe ich noch nicht gelesen, aber einige Seiten am Anfang. Ich muss sagen ich bin ziemlich gut rein gekommen und das Buch hat mich von der ersten Seite an "gepackt" Später werde ich weiter lesen, möchte aber auch noch anmerken, das mir das Cover ziemlich gut gefällt. Dezent aber sehr direkt:-) Macht Lust auf lesen, unbedingt!!!! 

Tara kommentierte am 15. Dezember 2019 um 20:43

Den ersten Abschnitt fand ich ausgesprochen interessant und spannend.  Die Handlung erstreckt sich nur über zwei Tage und die Handlungsstränge sind jeweils mit einer Orts- und Zeitangabe versehen. Das wirkt auf mich alles sehr dicht und steigert die Spannung – ebenso wie die Perspektivwechsel und die Zeitungsausschnitte Abwechslung bringen - es entsteht ein Sog, der dafür sorgt, dass ich immer weiterlesen möchte, obwohl ich den Schreibstil eher als nüchtern und berichtend empfinde.

Die Charaktere wirken interessant, allerdings kämpfe ich ein wenig mit den vielen Namen

Schön finde ich auch die historischen Details, wie die Informationen über das Leben von Franz Ferdinand. Über „Franzi“ musste ich schmunzeln, das klingt irgendwie niedlich. Er scheint die Gefahr, in der er sich befindet nicht richtig einzuordnen, zu unterschätzen.

Ich mag es, wenn sich Fiktion und Geschichtliches vermischt und bin schon gespannt auf den zweiten Abschnitt.

maraAngel2107 kommentierte am 17. Dezember 2019 um 18:17

Ja... mit den Namen habe ich auch so meine Probleme:-) aber das wird schon....

"Franzi" ist knuffig, da gebe ich Dir Recht, finde ich nicht so ganz so passend, aber ich denke zu der Zeit, war das vielleicht normal und nicht ungewöhnlich.

Die Zeitungsausschnitte passen gut ins Gesamtbild und man lernt noch sehr viel beim lesen, ich gestehe...allzu viel weiß ich von damals nicht wirklich. 

Ulf Schiewe kommentierte am 17. Dezember 2019 um 18:26

Sophie hat ihn tatsächlich so genannt. Nicht meine Erfindung. :)

Tara kommentierte am 17. Dezember 2019 um 18:28

ich gestehe...allzu viel weiß ich von damals nicht wirklich. 

Ich auch nicht und gerade deswegen finde ich das Buch so interessant. Ich fühle mich gut unterhalten und erfahre Neues, das ist doch eine gute Kombination.

 

 

 

maraAngel2107 kommentierte am 17. Dezember 2019 um 19:25

...dem habe ich nichts hinzu zu fügen:-):-):-)

Sabine_AC kommentierte am 17. Dezember 2019 um 22:00

Mir geht es auch so. Das Buch fesselt mich und ich lese sehr gern immer weiter (auch wenn ich gerade nicht soo viel dazu komme). Der Schreibstil gefällt mir. Nüchtern... ja, schon, aber das passt gut, und flüssig lesen lässt er sich auch.

Martinchen kommentierte am 17. Dezember 2019 um 18:55

Ich bin mit diesem Abschnitt noch nicht ganz durch, ist ein wenig hektisch momentan.

Der Schreibstil gefällt mir sehr, auch die Vermischung von Fakten und Fiktion mag ich. Auch ich weiß über diese Zeit viel zu wenig und freue mich, meine Wissenslücken hier etwas auffüllen zu können.

Hat es tatsächlich Warnungen hinsichtlich eines möglichen Attentats gegeben?

Ulf Schiewe kommentierte am 18. Dezember 2019 um 11:36

Es hat schon Warnungen gegeben. Darüber wirst du noch lesen. Aber sie wurden alle in den Winmd geschlagen.

wiechmann8052 kommentierte am 17. Dezember 2019 um 21:38

über das Erzherzogspaar, die Folgen des Attentats habe ich schon einiges gelesen, aber die Attentäter und ihre Hintergründe der fehlen mir die Informationen, einem politischen Attentat gehen ja meistens viele Ereignisse voraus die das Ganze erst eskalieren lassen. Ganz unschuldig war Östereich  ja nicht an der Situation.

Ulf Schiewe kommentierte am 18. Dezember 2019 um 11:40

Es hatte ja schon eione ganze Reihe von Attentaten oder Versuchen gegeben. Hier eine Liste.

Das allein hätte schon für mehr Sicherheitbemühungen dienen soillen. Aber es war eine andere Zeit. Die Herrscher glaubten, die Liebe des Volkes demonstrieren zu müssen (Kaisers Geburtstag, etc.) und darüber hinaus, Haltung zu zeigen.

Diamondgirl kommentierte am 19. Dezember 2019 um 16:41

Ich konnte heute beim Arzt zumindest anfangen mit dem Buch. Was mich spontan interessiert: Sind die Personen z. T. Fiktion oder historisch belegt? 

Es lässt sich bisher sehr gut an - sofern sich das nach 35 Seiten sagen lässt... 

Ulf Schiewe kommentierte am 19. Dezember 2019 um 18:25

Die allermeisten Figuren sind historisch. Am Ende des Buchs befindet sich ein Personenregister. da kannst du sehen, welche Figuren fiktiv sind.

Diamondgirl kommentierte am 28. Dezember 2019 um 13:03

Ahhh... Guter Tipp! Hatte ich übersehen, da es ganz hinten steht. *rotwerd*

siko71 kommentierte am 19. Dezember 2019 um 18:22

Ich bin auch gut reingekommen und wie nicht anders zu erwarten, Es ist spannend. Sehr schön find ich die originalen Zeitungsauschnitte, da kann man manchmal schon etwas auf die Handlung im Kapitel schliesen.

Franzl soll einem Attentat zum Opfer fallen und Pavle führt ein Doppelleben. Na da bin ich ja mal gespannt wie alles weitergeht und ob alles nach Plan verläuft.

wiechmann8052 kommentierte am 20. Dezember 2019 um 20:48

Diese Überheblichkeit weil jemand nicht aus der richtigen Schicht oder dem richtigen Elternhaus stammt ist anscheinend typisch für die Monarchie. Als ob Abstammung jemanden intelligenter oder in einer anderen Art besser macht.

Franz und Sophie sind auch in dieser Welt gefangen obwohl sie ihren Kindern gute Eltern sein wollen.

Es wird bei den meisten auf den äußeren Schein zuviel Wert gelegt, diejenigen die eine Warnung ausprechen werden verdammt.

Ulf Schiewe kommentierte am 21. Dezember 2019 um 12:16

Die Überzeugung, dass Abstammmung so bedeutungsvoll ist, stammt aus dem frühen Mittelalter. Da gab es ja noch keine Staaten oder Nationen. Die Familie war die bedeutende Zelle. Man gehörte zu einer mehr oder weniger bedeutenden Familie. Eigentlich gehörte jeder zu einem Klan oder zu einem Baron oder Grafen. Wer nicht Familienmitglied war, leistete seinem Herrn zumindest einen Treueeid. Die sozialen Verhältnisse waren also personenbezogen. Und das findet sich noch bis ins 20. Jh in den Monarchien wieder. Man heiratet nach Stand. Erst in jüngster Zeit heiraten Sprösslinge von Monarchien Bürgerliche.

Für den Kaiser war das also eine Frage der Legitimität des Hauses Habsburg.

DarthKate kommentierte am 21. Dezember 2019 um 09:56

So, ich konnte nun endlich auch mit dem Buch beginnen. Durch den Prolog des Buches, kann man sich gut ins Buch rein denken. Es ist sehr interessant und zu gleich leicht verständlich geschrieben. Bin nun gespannt wie es weiter geht.

Diamondgirl kommentierte am 28. Dezember 2019 um 16:11

Weihnachten rum, Haus wieder leer und ich endlich wieder mit Buch in der Hand... 

Bin mit dem ersten Abschnitt fertig und werde gleich noch weiter lesen. Mir gefällt sehr gut der Perspektivwechsel während der Geschichte. Ich mag es, in die verschiedenen Köpfe schauen zu können und die Handlung parallel zu verfolgen. Das letzte Kapitel hat mich allerdings etwas verwirrt - Pavle ist also genau genommen ein "Verräter" und ich bin gespannt, wie es trotzdem zum Attentat kommen konnte.

Franz Ferdinand wird sehr sympathisch dargestellt und wer weiß wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn es kein Attentat gegeben hätte. Es ist ein Unterschied, ob man das Geschehen als kurzen geschichtlichen Fakt wahrnimmt oder Personen dahinter sieht, die es ja tatsächlich gegeben hat. 

Die original Zeitungsmeldungen finde ich sowohl hilfreich als auch interessant. Bisher gefallen mir Aufbau der Story und Schreibstil sehr gut. Ich denke, dass Mysterium des 1.WK-Auslösers wird sich für mich klären während der Lektüre.

Die Hoffnungslosigkeit des Attentäters ist jedenfalls greifbar. 

BücherwurmNZ kommentierte am 03. Januar 2020 um 11:13

Die ersten Seiten sind sehr spannend und so geht es weiter. Wie es zu dem Attentat auf den Thronfolger kam, ist mir nicht bekannt. Ich werde also eine Menge dazu lernen, was ich an historischen Romanen sehr mag.

Der Aufbau des Buches mit den Zeitungsartikeln und den verschiedenen Perspektiven gefällt mir sehr gut. Besonders gefällt mir Gavrilos Sichtweise, da ich hier viel neues erfahre und seine Gedanken und Zweifel bezüglich des Attentats sehr gut dargestellt sind. Ich komme öfters mit den Namen durcheinander, aber mit dem Personenverzeichnis bekommt man das ganz gut in Griff.

Dass Pavle den Plan verrät, hat mich sehr überrascht. Obwohl ich weiß, dass es ihnen gelingt, Franz Ferdinand zu töten, bin ich gespannt, wie es weitergeht.

heike_e kommentierte am 11. Januar 2020 um 16:31

Mit einiger Verspätung konnte ich nun auch beginnen. Das Buch gefällt mir sehr. Ich mag den Schreibstil, auf der einen Seite sehr sachlich, nicht wertend und trotzdem habe ich das Gefühl, nach ein paar Seiten die Personen zu kennen. Durch die häufigen Wechsel der Szene, die Beschreibungen und die Zeitungsausschnitte habe ich ein Gefühl für die Stimmungen der damaligen Zeit und der politischen Lage bekommen. Besonders gefällt mir die Darstellung des Thronfolgers, auf der einen Seite cholerischer Herrscher und Kommandant auf der anderen Seite Familienmensch und sehr in seine Frau und seine Kinder verliebt. Außerdem mag ich es von Berta von Suttner zu lesen. Ich bin vor vielen Jahren recht zufällig auf ihr Buch die Waffen nieder gestoßen. Das hat mich schon sehr beeindruckt. Obwohl ich aus den Geschichtsbüchern den Ausgang des Attentates kenne, ist das Buch spannend. 

Ulf Schiewe kommentierte am 13. November 2019 um 12:30

Teil 2: bis Ende "Donnerstag, 25. Juni 1914", Seite 278

siko71 kommentierte am 21. Dezember 2019 um 06:46

In diesem Abschntt ist wieder viel passiert. Ich habe etwas Probeme mit den Namen, aber ich werde es hinbekommen. Die drei vermeintlichen Attentäter sind nun an ihrem Ziel angekommen und warten. Inzwischen sind aber auch die Behörden aufmerksam gemacht worden, dass was im Busche ist. Markovic setzt seine Leute auf die Familie von Nedeljko an. Und seine Schwester beginnt zu reden, als sie einen Brief zu einem Treffen bekommt. Svedljana ist Markovic eine große Hilfe. So erfahren sie nun auch von Gavrilo. Franzi und sein Sopherl sind nun auch wohlbehalten an ihrem Ziel angekommen und warten auf die weiteren Abläufe im Programm.

Es geht spannend weiter.

Sabine_AC kommentierte am 21. Dezember 2019 um 13:09

Ich bin inzwischen mitten im dritten Teil, und lese das Buch sehr gern. Es ist interessant, über die Hintergründe zu lesen, und sich nicht nur aus Perspektive der späteren Opfer, sondern auch aus Sicht der Verschwörer sowie das Geheimdienste die Tage vor dem Attentat mitzuerleben.

Ich habe zwischenzeitlich das Nachwort auch schon gelesen, so dass diverse Fragen mir schon beantwortet sind.

Tara kommentierte am 21. Dezember 2019 um 22:03

Nun wird klar, warum für das Attentat so unerfahrene Männer genommen werden, sie fallen weniger auf. Die Behörden kommen den Attentätern unglaublich nah, da vergisst man ja beim Lesen fast Luft zu holen.  

Sehr interessant fand ich auch ein wenig über das Leben der Attentäter zu erfahren, das macht sie menschlich und auch ein wenig sympathisch.

Auch von Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie bekommt man ein gutes Bild. Irgendwie finde ich die beiden sehr süß zusammen. Menschliches und historische Fakten werden hier wunderbar miteinander kombiniert.  

Auch die Perspektivenwechsel gefallen mir ausgesprochen gut, dadurch steigt die Spannung und man bekommt gute Einblicke.

wiechmann8052 kommentierte am 21. Dezember 2019 um 22:50

so junge Männer sind sehr idealistisch und wollen wie auch heute etwas Großartiges für ihr Land oder  ihren Glauben tun, wenn sie dann dem "Richtigen" in die Hände geraten können sie oft nicht mehr Gut von Böse unterscheiden, 

Tara kommentierte am 21. Dezember 2019 um 22:59

Ja, das hat sich leider bis heute nicht geändert

Ulf Schiewe kommentierte am 22. Dezember 2019 um 13:54

Ja, Genau. Hinzu kommt, dass gerade junge Leute aus prekären Verhältnissen anfällig für radikale Thesen sind. Sie sind revoltiert gegen ihr Schicksal, gegen die Gesellschaft und wollen aufbegehren, es allen zeigen. Und dabei sich als Retter der Nation oder Märtyrer verewigen.

Martinchen kommentierte am 04. Januar 2020 um 13:05

Ja, leider. Grundsätzlich ist das, wie dein Buch sehr schön zeigt, kein neues Phänomen. Aber wir haben nichts daraus gelernt.

Diamondgirl kommentierte am 30. Dezember 2019 um 19:24

Den 2. Teil habe ich eben beendet und mich beschäftigt das Gelesene sehr. Es ist ein Thema, mit dem ich mich schon eine ganze Weile auseinander setze. Was muss man Menschen erzählen, dass sie bereit sind, einen anderen Menschen zu ermorden. Oder braucht es gar keine Überzeugungskraft und gewisse Menschen sind von Natur aus zu solchen Taten fähig, sodass sie lediglich einen passenden Schubs in die entsprechende Richtung brauchen, wenn ihre Lebensumstände entsprechend widrig sind? 

Dazu kommt natürlich noch die gewaltverherrlichende Zeit. Man braucht sich ja nur die Verhörmethoden vorzustellen, die sicherlich keine reine Fiktion sind. Markovic erscheint mir in dieser Hinsicht etwas unrealistisch dargestellt, zumal als Geheimdienst-Offizier. Aber es lockert die Handlung etwas auf, dass zumindest ein Mann mit Gewissen existiert. Dadurch fühlt man sich nicht ganz so allein als empathischer Leser. 

Generell würde mir die Lektüre leichter fallen, wenn FF als Ekel dargestellt würde. ;-)  Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Aber da ja jeder weiß wie die Geschichte endet, hadere ich etwas damit. Gestern habe ich sicher eine Stunde im Netz alles mögliche gelesen zum Anschlag in Sarajevo und mir Fotos angeschaut. Insofern schon mal mein Kompliment, dass mich das Buch so gepackt hat.

Dazu gesellt sich bei mir die Erkenntnis, wie nah Verurteilung und Bewunderung beieinander liegen können. Lange Zeit gab es offenbar am Anschlagsort einen Gedenkstein für die angebliche Heldentat des jungen Gavrilo Princip. Ist halt immer eine Frage der Perspektive... 

Ulf Schiewe kommentierte am 30. Dezember 2019 um 20:12

Man sagt ja, unter den entsprechenden Umständen kann jeder zum Mörder werden. Sicherlich bei Notwehr oder wenn man seine Familie schützen muss. Aber viele lassen sich durch eine Ideologie verleiten, weil sie glauben, das Richrige zu tun. Beispiele dafür gibt es genug.

Diamondgirl kommentierte am 31. Dezember 2019 um 11:49

Ja leider! Und die gibt es auf beiden Seiten - damit meine ich die "Seite", die wir als gut empfinden und als richtig einordnen. Ich tue mich immer sehr schwer damit. 

BücherwurmNZ kommentierte am 03. Januar 2020 um 23:07

Die Reise der Verschwörer nach Sarajevo ist total spannend. Obwohl man weiß, wie es ausgeht, hat man doch immer wieder den Gedanken, dass sie jemand stoppen könnte. Das zeigt nur, wie gut dieses Buch geschrieben ist, spannend und packend.

Martinchen kommentierte am 04. Januar 2020 um 13:16

Nun wird es mehr als höchste Zeit, mich hier mal wieder zu melden. Ich habe das Buch über die Feiertage gelesen, aber doch ein klein wenig Internet-Abstinenz geübt, zumal ich das Schreiben auf dem tablet als zu mühsam empfinde.

Ja, hier gibt es wieder Warnungen, die ignoriert werden. Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob Franz Ferdinand anders hätte handeln können. Seine Meinung, dass er diese Reise auf unbestätigte Gerüchte hin nicht absagen könne, teile ich. Es war alles viel zu vage, es gab keine beweisbaren Anhaltspunkte. Eine Absage hätte keine gute Wirkung für ihn gehabt.

Das Verhältnis zwischen den Eheleuten ist sehr schön beschrieben, zeigt es doch, dass eine Liebesheirat auch früher möglich war. Dass Sophie Probleme am Hof hatte, ist nachvollziehbar. Deshalb finde ich es so wichtig, dass Franz Ferdinand hinter ihr steht und zu ihr hält.

Die Kapitel, die die Attentäter betreffen, sind für mich sehr aufschlussreich. Die jungen Männer hatten wenig bis nichts zu verlieren und waren von daher sicher schnell zu überzeugen. Das ist hier ja schon hinreichend diskutiert worden.

Den Drahtziehern war jedoch klar, dass sie sehr vorsichtig sein mussten, weil sie schnell ins Visier der Polizei geraten könnten.

 

heike_e kommentierte am 13. Januar 2020 um 07:32

Es wurde hier ja schon einiges zum 2. Teil geschrieben dem ich nur zustimmen kann. Ich finde das Buch weiterhin sehr spannend und gut geschrieben. Es bringt mir die Zeit und die Menschen näher. Es ist halt nichts einfach im Leben, man kann nicht sagen Attentäter = böser verabscheuungswürdiger Mensch und es ist auch schwierig zu sagen gute Seite gegen böse Seite. Es kommt viel auf den Blinkwinkel und die Herkunft an. Aber es zeigt sich für mich wieder deutlich, dass jeder verantwortlich ist für seine Taten und selber denken muss. Sobald man eine Ideologie nicht mehr hinterfragt und anfängt sich vor sich selbst oder vor Gott, wenn man gläubig ist, zu rechtfertigen, dann fängt es an gewaltig schief zu laufen.

Ulf Schiewe kommentierte am 13. Januar 2020 um 09:06

Eben das ist die Gefahr jeder Form von Indoktrinierung, sei es politischer oder religiöser Natur. Das gleiche gilt für Rassismus und Fremdenhass. Alles fehlgeleitete Einstellungen, die sich im Kopf festgesetzt haben.

Ulf Schiewe kommentierte am 13. November 2019 um 12:31

Teil 3: bis Ende "Samstag, 27. Juni 1914", Seite 402

siko71 kommentierte am 22. Dezember 2019 um 11:24

Langsam liegen die Nerven bei allen Beteilgten blank und der Eine oder Andere denkt daran alles hnzuschmeißen. Gavro trifft sich mit Jelena und als sie ihn abblitzen lässt, denke ich mal steht sein Entschluß fest das Attentat durchzuziehen.

Franz wird von alle Seiten gewarnt doch eine andere Route einzuschlagen aber seine Sicherheitsbeamten sind der Meinung alles in Griff zu haben und lassen alles wie es ist.

Interessant sind die Gedankengänge der drei jungen Attentäter, sie bekommen wirkich langsam Zweifel ob es die Sache wert ist. Aber sie sind nun mal wegen ihrer Wankelmütigkeit ausgesucht worden.

Spannend geht es auf alle Fälle weiter in den letzte Abschnitt.

wiechmann8052 kommentierte am 22. Dezember 2019 um 19:13

andererseits ist da das Gefühl jetzt bin ich wer, und alle anderen sind dumm weil sie das nicht erkannt haben was für ein toller Kerl er ist

Tara kommentierte am 22. Dezember 2019 um 22:11

Ich finde die Darstellung der Attentäter sehr gelungen, durch ihre Zweifel wirken sie menschlich und authentisch.

wiechmann8052 kommentierte am 22. Dezember 2019 um 21:26

anscheinend ist bei den Sicherheitsleuten die Meinung verbreitet: was nicht sein darf kann auch nicht sein

der allseits beliebte Kaiser schickt seinen Vertreter also lieben ihn auch alle

Warnungen sind nur Schall und Rauch

Tara kommentierte am 22. Dezember 2019 um 21:58

Die Nerven liegen blank, sowohl bei den Attentätern als auch bei  Major Markovic, der keine Anhaltspunkte für das Attentat findet. Trotzdem werden entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Ich finde die Gefühlswelt der Attentäter genial beschrieben, da hier nochmals deutlich wird, dass es junge Kerle sind, die keineswegs abgebrüht handeln.

Auch hier fand ich die Details über Franz Ferdinand wieder ausgesprochen interessant. Er scheint eine recht offene Einstellung gehabt zu haben und war neuem gegenüber sehr aufgeschlossen.

Das Tempo und sie Dichte mit dem die Ereignisse aus allen Perspektiven beschrieben werden, ist unglaublich spannend und machen es schwer das Buch aus der Hand zu legen.

Auf den letzten Abschnitt bin ich nun mehr als gespannt.

BücherwurmNZ kommentierte am 03. Januar 2020 um 23:14

Ich hätte nicht gedacht, dass das geht, aber es wird immer spannender.
Ich frage mich, was nach dem Anschlag all jene sagen werden, die gewarnt wurden es aber als harmlos abtaten. Hoffentlich erfährt man die Reaktionen und es endet nicht direkt nach dem Anschlag.
Toll finde ich, dass die Gedanken der Attentäter so ausführlich beschrieben werden und man so ihre Zweifel kurz vor DEM Tag erfährt. Die Männer wirken so verletzlich und unsicher auf der einen Seite, auf der anderen mutig und entschlossen.

Martinchen kommentierte am 04. Januar 2020 um 13:21

Ich schließe mich hier den geäußerten Meinungen gern an: die Attentäter werden unsicherer, je näher der Termin kommt. Sie wissen, dass sie unheilbar krank sind, aber ein Todesdatum zu kennen, ist etwas ganz anderes. Insbesondere Gavrilo wird nachdenklich, weil er merkt, dass ihm einiges entgehen wird.

Für mich stellt sich auch die Frage, ob sie sich mit den möglichen Folgen des Attentats auseinandergesetzt haben. Nicht die persönlichen, sondern die politischen.

Diamondgirl kommentierte am 11. Januar 2020 um 17:42

Die letzten Seiten des 3. Abschnitts habe ich jetzt auch durch. Mir gefällt sehr gut, dass man ein wenig Einblick zu bekommen scheint in die Gedanken- und Gefühlswelt der jugendlichen Attentäter. Mir ist klar, dass dieser Teil größtenteils Fiktion ist, aber es macht die Täter menschlich. Sie bekommen Persönlichkeit und sind nicht mehr nur historische Randnotizen. 

Die unglaubliche Wichtigtuerei der eigentlich für die Sicherheit Verantwortlichen kommt ebenfalls gut rüber. Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand von ihnen auch nur irgendwelche Repressalien drohen - zumal es ja fast so scheint, als wären nicht wenige fast froh über die Konfrontation gewesen mit dem scheinbar sogar nicht eben unerwünschten Nebeneffekt der Beseitigung eines unbeliebten Thronfolgers.

Wie es halt so ist, wenn Generäle und Militärs über Geschichte mitentscheiden.

Mich würde interessieren, ob der Ablauf der "Anreise" der Attentäter den Tatsachen entspricht oder ob es sich um Fiktion handelt. Sind sie tatsächlich mehrfach knapp den Häschern entkommen? 

Ulf Schiewe kommentierte am 12. Januar 2020 um 10:42

Die Reise an sich, die Route und Stationen, Danilos Misstrauen gegenüber Nedeljko ist authentisch, der Vorfall auf dem Schiff und Simon am Fluss sinf fiktiv.

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