Kaffeetasse fragte am 04.01.2020 | Ich suche

Jugendbuch zu Rechtsradikalismus/Nazizeit

Hallo zusammen!

Mein Sohn ist 13 Jahre alt und interessiert sich (im positiven Sinn) für das Thema Rechtsradikalismus und die heutige politische Entwicklung (AFD, Verfolgung/Gewalt gegenüber Minderheiten etc). Ich würde dazu gerne ein Buch mit ihm zusammen lesen. Habt ihr Empfehlungen mit welchem wir anfangen könnten? "Der Junge im gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" - wären das Ideen?

Vielen Dank für eure Hilfe! 

 

 

 

 

Kommentare

La Tina kommentierte am 04. Januar 2020 um 10:48

Um zu verstehen, warum Menschen zu Mitläufern werden, ist Die Welle ziemlich gut. Kennt er das bereits?

Kaffeetasse kommentierte am 04. Januar 2020 um 11:19

Nein, das Buch kennt er nicht. Daran habe ich gar nicht gedacht, wir haben es damals in der Schule gelesen. Danke schön!

 

lex kommentierte am 05. Januar 2020 um 20:41

"Nur 28 Tage lang" von David Safier kann ich auch empfehlen.
Schwere Thematik leicht und zugänglich geschrieben. Fiktiver Roman, aber mit wahren Begebenheiten.

Babajaga kommentierte am 04. Januar 2020 um 13:24

In diese Riege würde dann auch "Staat X - Wir haben die Macht" passen. Ich hab es selbst auch noch nicht gelesen und ich meine, es geht auch nicht um den Krieg im Speziellen, aber um die Funktionsweise von Intrigen, Macht und was aus Menschen wird oder werden kann, wenn sie in einem abgeschlossenen System eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen haben. In den Rezensionen wurde das Buch häufig mit "Die Welle" verglichen, welches ich auch gelesen habe und das mich überaus nachdenklich stimmte. 

westeraccum kommentierte am 04. Januar 2020 um 11:24

Ich fand "Der Junge im gestreiften Pyjama" gut, auch wenn das Buch von manchen Leuten ziemlich verrissen wurde. Abe rich halte es für einen 13jährigen für interessant.

milkahase kommentierte am 04. Januar 2020 um 11:36

Die Welle fand ich auch sehr sehr gut, als Buch wie auch als Film.

Wir haben damals in der Schule noch "Damals war ich Friedrich" gelesen, das ist mir als Erstes eingefallen auf deine Frage.

Kinderbuchliebe kommentierte am 04. Januar 2020 um 11:53

Und die Klassiker?: Als Hitler das Rosa Kaninchen stahl, da läuft doch gerade/bald auch die Neu-Verfilmung, glaube ich? Oder: Damals war es Friedrich? Edit: Ah, Petzi hat es schon genannt :) Ich fand es sehr beeindruckend.

Dieser Tage habe ich mich noch mit "verbrannten Autorinnen" beschäftigt und festgestellt Erika Mann hat ein Jugend- oder Kinderbuch geschrieben, in dem Kinder sich gegen einen Mr. X (=Hitler) auflehnen. Ich habe es noch nicht gelesen, daher weiß ich nicht, ob es tatsächlich in Euren Themenbereich passt: Zehn jagen Mr. X

Eburiden kommentierte am 04. Januar 2020 um 12:19

Die Vorschläge hier sind super, wollte ich auch empfehlen. :-) Zusätzlich wäre vielleicht noch das Tagebuch der Anne Frank interessant. Das gibt es auch als kommentierte Ausgabe mit interessanten Zusatzinfos.

Buchdoktor kommentierte am 04. Januar 2020 um 12:40

Schwarzer Wolf, Skin

Braune Erde

Giselle74 kommentierte am 04. Januar 2020 um 13:10

Philip Kerrs "Friedrich der große Detektiv" ist eine Hommage an Erich Kästner und zugleich eine beklemmende Beschreibung der Nazizeit aus Sicht eines Jungen.

Heidi kommentierte am 04. Januar 2020 um 14:23

Der Junge auf dem Berg und der junge im gestreiften Pyjama fand ich beide sehr gut und würde sie auch für Jugendliche empfehlen. 
Mir ist noch eingefallen, was ich damals u. a. in der Schule lesen musste: Der gelbe Vogel. 
Oder vllt auch Die Brücke von Manfred Gregor. Das würde mir auch noch zu dem Thema einfallen.

Borgel62 kommentierte am 04. Januar 2020 um 14:39

Habe ich selber noch nicht gelesen, aber würde vielleicht auch passen: Sommer unter schwarzen Flügeln. Es gibt auch ein Folgeroman da weiß ich den Titel aber nicht.

Das Tagebuch der Anne Frank gibt es auch als Grafik Diary (Comic) Ausgabe.

Borgel62 kommentierte am 04. Januar 2020 um 18:28

Nachtrag: Es handelt sich um das Buch "Milchkaffee und Streuselkuchen" 1999 geschrieben und im Jahr 2000 den Literaturpreis der Unesco für Toleranz bekommen.

lesesafari kommentierte am 04. Januar 2020 um 15:14

Viele Bücher sind ja azs Mädchen-Perspektive geschrieben.
Also einmal die Trilogie von Judith Kerr-Als Hitler das rosa Kaninchen stahl- ist der erste Band.
Die Bücher von Gudrun Pausewang- Reise im August...
Brundibar
... für Alida
und
... damit du weiterlebst von Elfriede Brüning (ganz toll und berührend, da spielt die DDR-Zeit auch schon mit rein).

Arbutus kommentierte am 04. Januar 2020 um 15:49

"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist auf jeden Fall toll. Allerdings auch hart zu verkraften, finde ich. Aber wenn man drüber spricht beim Lesen, dann könnte es gut sein. Der Protagonist ist ja viel jünger als Dein Sohn, aber trotzdem ist es ein tolles Buch, auch für Erwachsene. "Der gelbe Vogel" wurde auch schon erwähnt, hat mir damals sehr gut gefallen. Falls Ihr ein klein wenig Urlaub vom Buch braucht: unbedingt "Der große Diktator" von Charlie Chaplin angucken. Auch toller Film: "Wir Wunderkinder" (behandelt die Zeit während und nach dem Nationalsozialismus).

Arbutus kommentierte am 04. Januar 2020 um 15:51

Interessante Parallelen zu der Thematik finden sich übrigens auch im letzten Harry Potter- Band. Aber das wisst Ihr sicher schon längst.

Miss.mesmerized kommentierte am 04. Januar 2020 um 16:22

Das Buch von Manja Präkels "Als ich mit Hitler Schnapskirschen ass"  kann ich sehr empfehlen, hat auch den Jugenbuchpreis erhalten https://missmesmerized.wordpress.com/2018/10/15/manja-praekels-als-ich-m...

 

 

 

Nyx kommentierte am 04. Januar 2020 um 17:33

Wie wäre es mit Büchern über die Geschwister Scholl? Da gibt es reichlich an der Zahl. Empfehlen kann ich z. B.:

- "Damit wir uns nicht verlieren" (Briefwechsel 1937-1943)
- "Ich schweige nicht" (Biografie Hans Scholl) von Jacob Knab
- "Ich würde es genauso wieder machen" (Biografie Sophie Scholl) von Barbara Leisner
- "Es lebe die Freiheit!" (Geschichte der weißen Rose) von Ulrich Chaussy

und speziell für junge/jugendliche Leser:

- "Schluss. Jetzt werde ich etwas tun." (Biografie Sophie Scholl) von Maren Gottschalk
- "Das kurze Leben der Sophie Scholl" von Hermann Vinke.

Außerdem gibt es die Biografie von Sophie Scholl als Comic-Adaption. Da kann ich dir aber nicht sagen, ob sie gut ist.;)

Und auch wenn es kein Buch ist, möchte ich euch den Film "Kriegerin" ans Herz legen. Er bietet gute Einblicke in die Neonaziszene in (Ost)Deutschland, ihre fast magische Verführungskraft auf Jugendliche / junge Erwachsene und wie schwer es ist, wieder aus dieser Szene auszusteigen.

Ich hoffe, da war jetzt etwas für euch dabei.:)

Newspaper kommentierte am 04. Januar 2020 um 19:05

Ich hab das Buch zwar selbst noch nicht gelesen aber ich denke es könnte passen: 

Bus 57: Eine wahre Geschichte von Dashka Slater

Inhalt: Der Bus der Linie 57 ist das einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet.

 

lesesafari kommentierte am 04. Januar 2020 um 20:32

Altersgemäß könnte das hier sein: Die Insel in der Vogelstraße
von Uri Orlev. Der Film lief damals auf KiKa, ich fand den total super.

wiechmann8052 kommentierte am 04. Januar 2020 um 21:25

Wo die Freiheit wächst, ein Buch über die Edelweißpiraten eine junge Widerstandsgruppe im dritten Reich

florinda kommentierte am 04. Januar 2020 um 21:44

Ich unterstütze die Vorschläge "Die Welle", "Das Tagebuch der Anne Frank"  und "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" und ergänze

https://wasliestdu.de/maja-lunde/ueber-die-grenze

sowie:

https://www.ardmediathek.de/daserste/shows/Y3JpZDovL3N3ci5kZS8yNDU3MjI0O...

Brocéliande kommentierte am 04. Januar 2020 um 23:31

Ich würde "Das Tagebuch der Anne Frank" empfehlen - ich habe es selbst im Alter von ca. 13 oder 14 Jahren gelesen. Unvergessen.

Eburiden kommentierte am 05. Januar 2020 um 03:17

Was mir gerade noch eingefallen ist: Mit 15 habe ich Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch gelesen und fand das als Parallele zur Nazi-Zeit sehr interessant. 

lesesafari kommentierte am 05. Januar 2020 um 20:35

"stiller" hat mich extrem enttäuscht. da habe uch mehr erwartet, nachdem mir davon so oft vorgeschwärmt wurde.

micluvsds kommentierte am 05. Januar 2020 um 07:53

Im Begleitheft zum Theaterstück "Das letzte Aufgebot" (über die Jugendlichen, die 1944 an die Front geschickt wurden) wurde das Buch " Tagebuch eines Hitlerjungen" als eine der Recherchequellen genannt. Es macht zumindest - wie auch das Theaterstück- deutlich, wie manipulierbar die Jugendlichen waren und wie begeistert viele Hitlers Ideologie folgten ohne nachzufragen.

Nyx kommentierte am 05. Januar 2020 um 15:47

Mir sind auch noch zwei Bücher eingefallen:

- "Ich war Hitlerjunge Salomon" von Sally Perel
Die Lebensgeschichte eines Juden, der den Holocaust nur durch ein Doppelleben in Nazi-Uniform überlebte. Verfilmt unter dem Titel "Hitlerjunge Salomon".

- "Neger, Neger, Schornsteinfeger" von Hans Jürgen Massaquoi
Biografie eines Sohnes aus einer "Mischehe" über eine Kindheit / Jugend zur Zeit der Machtergreifung der Nazis. Wurde unter gleichnamigen Titel verfilmt.

 

Steve Kaminski kommentierte am 05. Januar 2020 um 18:29

Zur Nazizeit vielleicht dies; gibt's aber wohl nur noch antiquarisch (den Alibaba-Verlag, wo das Buch erschienen ist, gibt es leider nicht mehr):

Schoschana Rabinovici: Dank meiner Mutter

Als junges Mädchen überlebte Schoschana Rabinovici das Ghetto in Wilna, drei KZs und einen Todesmarsch, auf dem die SS-Mörder die Menschen durch Osteuropa schleppten, weil die Rote Armee keine Zeugen des Massenmords finden sollte.

Yoram Kaniuk schreibt in der Frankfurter Rundschau: In Rabinovicis Darstellung ist viel Zartheit und Liebe. Erinnerungen der Freude in einem Meer der Verzweiflung, und es gelingt ihr, den Leser zum Schaudern zu bringen. Die Menschen bleiben menschlich, sogar in der Hölle, wegen der unschuldigen Augen des Mädchens, das sie beobachtete.

224 Seiten, mit Fotos und Karten

Aussagen von Schülern und Schülerinnen, die Schoschana Rabinovici bei Schullesungen erlebt haben:

Schülerin, 9. Klasse: Das Buch ist erschreckend ehrlich. Es fesselt einen zum Weiterlesen, so daß man es auf einmal lesen mußte, und es war traurig, daß man weinen konnte.

Schülerin, 9. Klasse: Diese ergreifende Geschichte hat mich belastet. Obwohl ich lange Zeit brauchte, um die Geschichte zu verdauen, war es ein tolles Buch.

Schüler, 9. Klasse: Das Buch ist genial. Es ist ein Aufruf an uns zu verhindern, daß sich so was wiederholt. Das Buch ist vielseitig, menschlich, es hat einfach Charakter.

Schüler, 8. Klasse: Ich danke Schoschana R. für dieses unbeschreibliche Buch und bewundere sie, weil sie die Kraft hatte, dies alles aufzuschreiben.      

Buchdoktor kommentierte am 05. Januar 2020 um 21:52

Von Linie 57 würde ich eher abraten. Es geht über eine weite Strecke um einen speziellen Aspekt des amerikanischen Rechtssystems, das jugendliche Straftäter dadurch kriminalisieren kann, dass ein "Hate-Crime" nach Erwachsenenstrafrecht beurteilt wird und Jugendliche in Haft weit entfernt von der Familie isoliert werden.

Elena kommentierte am 06. Januar 2020 um 09:51

"Das Tagebuch der Anne Frank", "Der Junge im gestreiften Pyjama" und "Das kurze Leben der Sophie Scholl" kann ich auch sehr empfehlen.

Zusätzlich fand ich "Sarahs Schlüssel" (Judenverfolgung durch die Nazis in Frankreich) und "Annas Spuren" (Umgang mit Menschen mit Behinderungen und/oder psychischen Erkrankungen während der NS-Zeit) sehr interessant!

https://wasliestdu.de/tatiana-de-rosnay/sarahs-schluessel-1

https://wasliestdu.de/sigrid-falkenstein-frank-schneider/annas-spuren

westeraccum kommentierte am 06. Januar 2020 um 11:36

Was ist mit "Die Bücherdiebin" von Markus Zusak? Ich habe das Buch gerade gelesen udn fand es sehr gut. Die ungewöhnliche Perspektive ist sicher auch für Jugendliche ganz spannend, denn der Tod himself erzählt die Geschichte der jungen Liesel.

Ich glaube das Buch hat vor einigen Jahren den Jugendliteraturpreis bekommen.