Leserunde

Leserunde zu "Allein" (Daniel Schreiber)

Allein
von Daniel Schreiber

Bewerbungsphase: 17.09. - 30.09.

Beginn der Leserunde: 14.10. (Ende: 04.11.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Hanser Verlags – 20 Freiexemplare von "Allein" (Daniel Schreiber) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

"Was für ein Buch! Es rührt an unsere geheimsten Ängste. Dabei tröstet es uns, klug und zärtlich zugleich – wie ein Freund, der unsere Not erkennt." Gabriele von Arnim

Zu keiner Zeit haben so viele Menschen allein gelebt, und nie war elementarer zu spüren, wie brutal das selbstbestimmte Leben in Einsamkeit umschlagen kann. Aber kann man überhaupt glücklich sein allein? Und warum wird in einer Gesellschaft von Individualisten das Alleinleben als schambehaftetes Scheitern wahrgenommen?
Im Rückgriff auf eigene Erfahrungen, philosophische und soziologische Ideen ergründet Daniel Schreiber das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Rückzug und Freiheit und dem nach Nähe, Liebe und Gemeinschaft. Dabei leuchtet er aus, welche Rolle Freundschaften in diesem Lebensmodell spielen: Können sie eine Antwort auf den Sinnverlust in einer krisenhaften Welt sein? Ein zutiefst erhellendes Buch über die Frage, wie wir leben wolle

ÜBER DAS BUCH:

Daniel Schreiber, 1977 geboren, ist Autor der Susan-Sontag-Biografie Geist und Glamour (2007) sowie der hochgelobten und vielgelesenen Essays Nüchtern (2014) und Zuhause (2017). Er lebt in Berlin. Auf Instagram: @thedanielschreiber

31.10.2021

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110
LisaH kommentierte am 24. Oktober 2021 um 15:33

Dieser Abschnitt ist geprägt von Einsamkeit und der Pandemie. Ich hatte am Anfang des Buches gedacht, dass der Autor das Stigma rund im das Alleinsein nehmen will, hier wird der Ton jedoch noch hoffnungsloser und es scheint, als würde das Alleinsein nur zu mehr Leid führen. Lustlosigkeit, Angstzustände und Trauer sind wiederkehrende Empfindungen in diesem Abschnitt. Das hat mich selbst etwas runtergezogen beim Lesen und die Stimmung bedrückt. Dennoch finde ich, dass die anderen Referenzen nun etwas besser in den Text eingebunden wurden. 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110
Jamboo kommentierte am 26. Oktober 2021 um 16:30

"Dennoch finde ich, dass die anderen Referenzen nun etwas besser in den Text eingebunden wurden."

Ging mir leider nicht so. Aufgrund dieser vielen Bezugnahmen kommt mir das Buch manchmal ein bisschen zu wissenschaftlich rüber und mir ist das stellenweise zu viel Psychoanalyse.

Bedrückend fand ich Text und Atmosphäre auch, aber aufgrund meiner inneren Distanz fühlte ich mich nicht mit runtergezogen.

Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Gefühlszustände des Autors bestimmen diesen zweiten Teil über weite Strecken. Aber nicht nur die intensive Form der Einsamkeit, scheint ihn besonders zu belasten, auch die gesellschaftlichen Probleme insgesamt rücken noch mehr in den Fokus seiner Wahrnehmung. Das ist etwas, was mich persönlich ebenfalls sehr bedrückt, denn die Aussichten für die Zukunft bieten gerade wenig Anlass zur Hoffnung.

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frenx kommentierte am 07. November 2021 um 21:12

"Ging mir leider nicht so. Aufgrund dieser vielen Bezugnahmen kommt mir das Buch manchmal ein bisschen zu wissenschaftlich rüber und mir ist das stellenweise zu viel Psychoanalyse."

Ich empfand die meisten der Bezugnahmen als absolut überflüssig - hätte man sie weggelassen, es würde nichts fehlen. 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110
labbelman kommentierte am 28. Oktober 2021 um 07:34

Mein großes Problem damit ist, dass er es so sehr verallgemeinert. Würde er eindeutig von sich sprechen, dann würde ich es verstehen. So kommt aber die Botschaft rüber, dass allein sein ganz furchtbar ist und das stimmt einfach nicht. Ich bin schon seit einigen Jahren alleine und habe gemerkt, dass ich nur dann meine Stärken voll ausleben kann und meine Schwächen erkenne und daran arbeite, weil ja keiner da ist, der immer helfen kann, also muss man selber eine Lösung finden. Vorher habe ich das immer dem Partner überlassen, aber es ist so ein gutes Gefühl, wenn man es alleine geschafft hat.

Die Referenzen passen besser, das stimmt, aber ich hätte sie nicht unbedingt gebraucht. Liest sich halt immer noch irgendwie sperrig...

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lillywunder kommentierte am 01. November 2021 um 08:09

Es ist wahrscheinlich ein schmaler Grad, auf der einen Seite das Alleinsein nicht idealisieren zu wollen, von Alleinstehenden nicht fordern zu wollen, immer stark und glücklich zu sein und auf der anderen Seite das Alleinsein nicht als Unglück darzustellen. Ich glaube, Daniel Schreiber war wichtig, diese Gefühle von Einsamkeit und Trauer zulassen zu können, anderen nicjt verkaufen zu müssen, dass alles bestens ist, für mich fällt er dadurch aber auch das ein oder andere Mal auf der anderen Seite vom Pferd...

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labbelman kommentierte am 03. November 2021 um 07:28

Das könnte natürlich sein, aber für mich transportiert der Text das einfach nicht.

Bei deiner Aussage glaube ich das viel mehr und kann es auch nachvollziehen, im Buch habe ich eher das Gefühl, dass der Fokus auf dem Negativen liegt.

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Else kommentierte am 10. November 2021 um 07:59

So empfinde ich das auch.

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Samara42 kommentierte am 08. November 2021 um 19:50

Ich fühle hier genauso wie du. Das Verallgemeinern ist nicht ganz so passend, auch ich sehe das anders.

Und die Referenzen... ja die sind wirklich überflüssig gewesen.

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buecherwurm1310 kommentierte am 23. November 2021 um 15:58

Ich glaube, dass es uns alle mitnimmt, wenn wir wegen Lockdown keine Freunde und Verwandschafft treffen könne, Dinge nicht mehr tun können, die uns viel bedeuten. Je länger die Pandemie dauert, umso schwerer wird es werden.

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Pueppi76 kommentierte am 26. Oktober 2021 um 08:21

Leseteil 2

Manchmal spielt das Leben einen komisch mit. Der Protagonist schreibt ich lese und denke man woher weiß er wie es mir geht? 
Die Pandemie hat vieles verändert, Leute werden einsamer, ziehen sich zurück und leiden still. Andere können gut mit solchen Situationen umgehen und meistern es auch in jeden Tag im Leben, wieder andere fühlen sich freier wie vorher.  Ich bin vom Typ 1 ich bin vor der Pandemie wenig unter Menschen gegangen, jetzt mehr wie ein Jahr später würde ich dies gerne mal wieder tun. Das Buch liest sich gut, und ich fühle mich sehr abgeholt von dem Buch. Danke für die Erfahrung die ich dem Buch entnehmen darf. 

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buecherwurm1310 kommentierte am 23. November 2021 um 15:59

Auch wenn man mit der Situation gut zurechtkommt, so glaube ich doch, dass es an keinem so einfach vorbeigeht.

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Tara kommentierte am 26. Oktober 2021 um 16:12

Den Abschnitt habe ich als sehr bedrückend empfunden. Natürlich war es in der Pandemie für allein Lebende schwieriger mit sich und dem Leben zurecht zu kommen als für einen Familienmenschen, aber diese Hoffnungslosigkeit, die hier durchkommt, puh, wirklich nicht einfach.

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labbelman kommentierte am 28. Oktober 2021 um 07:38

Ja genau damit hadere ich auch sehr. Ich hätte eher erwartet, dass positive und negative Seiten aufgezeigt werden, aber hier spüre ich nur das Negative und das ist ja nicht so.

Und vor allem ist das Leben in einer Familie in der Pandemie mit Kindern und Homeschooling sicher alles andere als Zuckerschlecken gewesen. Ich würde sogar fast behaupten, dass das um sich alleine kümmern manches Mal einfacher ist als um eine gesamte Familie. Sicherlich habe ich mich da auch einsam gefühlt, aber dann greift man eben zum Telefon, ruft eine Freundin an oder skypt mit der Familie. Es gibt doch mittlerweile so viele Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, dass man nie richtig alleine ist.

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lillywunder kommentierte am 01. November 2021 um 08:13

Ich fand interessant, dass Daniel Schreiber an dieser Stelle, wo er die Einsamkeit in der Pandemie beschreibt, gar nicht auf die Bedeutung seines Berufs eingeht. Er hat eine Tätigkeit, die ihn alleine arbeiten und zurückziehen lässt, sicherlich wäre die Situation eine andere gewesen, wenn er jeden Morgen zur Arbeit gefahren wäre, als Teil eines Teams mit dem er sich wohlfühlt und Kontakt hat...

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Jamboo kommentierte am 26. Oktober 2021 um 16:42

Die Seiten, auf denen er über Freundschaft und deren Veränderung schreibt, insbesondere wenn man in dauerhafte Beziehungen eintritt, fand ich nachvollziehbar, aber auch das letztlich zu theorisierend. Irgendwie bin ich wohl zu pragmatisch veranlagt für diese ausgiebige Sezierung von Gefühlen und Zuständen.

Wenn ich das alles richtig gelesen habe, hat der Autor schon seit vielen Jahren Probleme mit sich und seinem Leben, an deren Bewältigung er dauerhaft arbeitet und auch entsprechende Hilfe in Anspruch nimmt. Auf S. 98 geht er damit sehr offen um.
 

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maike_march kommentierte am 27. Oktober 2021 um 16:01

Da kann ich Dir nur zustimmen. Auf mich wirkt das ganze auch wie eine eigene Form der Therapie, die der Autor für sich gefunden hat. Er ist so sehr in der Welt der Literaturwissenschaft und Psychologie zu Hause, dass er versucht sich und seine Gefühls-und Gedankenwelt damit auszudrücken.

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maike_march kommentierte am 27. Oktober 2021 um 16:08

Leseteil zwei.. uff.. wieder ganz schön schwere Kost. Dieses Mal geht es um die Pandemie. Klar, wir alle haben das durchgemacht, tun es in gewisser Weise ja immer noch, und ja jeder geht damit anders um, aber das kann einen in dieser Form ganz schön runter ziehen. Glücklicherweise fühle ich da jetzt nicht so sehr mit, ich bin mit den Lockdowns relativ gut zurecht gekommen, habe ein stabiles Familienumfeld. Aber wieder muss ich sagen, dass ich großen Respekt für den Autor aufbringe so offen darüber zu schreiben. Diese Offenheit macht einen doch schon sehr verletzlich. Sehr interessant finde ich das was zu Freundschaftsbeziehungen geschrieben wurde, dass sie eine Art Rückversicherung seien. Und auch die "uneindeutigen Verluste des Lebens" konnte ich bei mir selbst finden.

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Jamboo kommentierte am 27. Oktober 2021 um 18:05

Und auch die "uneindeutigen Verluste des Lebens" konnte ich bei mir selbst finden.
 

Die gibt es auch bei mir, wie vermutlich bei den meisten Menschen. Aber ich kann recht gut loslassen, auch wenn es manchmal ein bisschen weh tut.

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buecherwurm1310 kommentierte am 23. November 2021 um 16:03

Ich denke die gibt es mehr oder weniger bei jedem.

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buecherwurm1310 kommentierte am 23. November 2021 um 16:02

Aber wieder muss ich sagen, dass ich großen Respekt für den Autor aufbringe so offen darüber zu schreiben. Diese Offenheit macht einen doch schon sehr verletzlich.

Ich finde das auch bewundernswert, dass sich schreiber so öffnet.

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verbuechert kommentierte am 28. Oktober 2021 um 13:12

Ich habe nun auch den zweiten Leseabschnitt beendet und muss euch zustimmen, dass dieser ziemlich bedrückend war. Das liegt denke ich vor allem daran, dass die Pandemie in diesem Abschnitt eine so große Rolle gespielt hat und der Autor seine persönlichen Erfahrungen geteilt hat. Während ich in dem ersten Abschnitt etwas Tröstendes empfunden habe, weil es so viel um Freundschaft ging, fiel mir das Lesen des zweiten Abschnitts deutlich schwerer, weil die Atmosphäre für mich eher hoffnungslos gewirkt hat. Ich bin trotzdem sehr gespannt auf den letzten Abschnitt und vor allem auf das Ende des Buches!

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verbuechert kommentierte am 28. Oktober 2021 um 13:12

Ich habe nun auch den zweiten Leseabschnitt beendet und muss euch zustimmen, dass dieser ziemlich bedrückend war. Das liegt denke ich vor allem daran, dass die Pandemie in diesem Abschnitt eine so große Rolle gespielt hat und der Autor seine persönlichen Erfahrungen geteilt hat. Während ich in dem ersten Abschnitt etwas Tröstendes empfunden habe, weil es so viel um Freundschaft ging, fiel mir das Lesen des zweiten Abschnitts deutlich schwerer, weil die Atmosphäre für mich eher hoffnungslos gewirkt hat. Ich bin trotzdem sehr gespannt auf den letzten Abschnitt und vor allem auf das Ende des Buches!

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Bookflower173 kommentierte am 04. November 2021 um 16:52

Mir geht es wie dir! Der erste Abschnitt war auch für mich hoffnungsvoll, da die Bedeutung von Freundschaften thematisiert wurde. Die Pandemie hat bei vielen eine Spur hinterlassen, denke ich. Aber ich hätte mir gewünscht, dass auch im zweiten Teil etwas Hoffnung durchgeschimmert wäre, positive Gedanken oder Ideen für den Umgang mit der Einsamkeit.

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gusaca kommentierte am 30. Oktober 2021 um 14:35

Wie meine Mitleser bin ich von den depressiven Gefühlen des Autoren überwältigt . Man erkennt an der Vielzahl von Zitaten und Verweise auf andere Bücher oder Psychologen, dass er sich schon lange mit dem Thema Einsamkeit auseinandergesetzt hat. Er offenbart seine inneren Probleme und sucht Lösungsstrategien . Seine Homosexualität und der Umgang seiner Umwelt damit, ist in diesem Abschnitt ein großes Thema. Sein Schreibstil ist mir oft zu hochtrabend. Err verwendet oft  Fachbegriffe oder Fremdwörter, die im Alltag keine Verwendung finden. Seine Auszeit auf den kanarischen Inseln tut ihm gut, obwohl er dort zeitweise auch alleine ist. Bewegung und eine andere sonnige Umgebung macht viel aus. 

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san1 kommentierte am 03. November 2021 um 23:11

Der "hochtrabende" Schreibstil ist mir auch etwas negativ aufgefallen. Es wirkt auf mich persönlich etwas aufgesetzt...gewollt oder zumindest unnötig.

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lillywunder kommentierte am 01. November 2021 um 08:23

Mir hat der zweite Leseabschnitt besser gefallen als der erste. Für mich stand das Alleinsein und der Umgang damit mehr im Fokus als noch in den Abschnitten über Freundschaft. Ich habe auch mehr Entwicklung in den Gedanken und Haltungen sehen können, was ich sehr spannend fand. Grundsätzlich habe ich den größten Respekt vor der Offenheit des Autors und finde es wichtig, auch einmal diese Perspektive zu hören. Was mir besonders gefällt, ist dass er für manche Begebenheiten die passenden Konzepte bereithält, wie beispielsweise das des uneindeutigen Verlusts. Manchmal sind mir seine Gedanken allerdings zu sprunghaft, man hat das Gefühl, er erzählt auf eine Pointe hin, dass am Ende eine Schlussfolgerung oder Idee wartet und stattdessen springt er plötzlich zu einem ganz anderen Thema, gefühlt.

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gusaca kommentierte am 01. November 2021 um 14:47

Diese Sprunghaftigkeit ist mir auch aufgefallen. An einigen Stellen führt das zum Verlust eines roten Fadens. Einmal habe ich beim Umblättern zurückgeblättert, weil ich irgendwie das Gefühl hatte etwas überlesen zu haben.

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frenx ergänzte am 07. November 2021 um 21:17

So ging es mir, als es plötzlich darum geht, nicht liebenswert zu sein. Da blätterte ich auch erst einmal zurück, weil mir da der Zusammenhang fehlte. 

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san1 kommentierte am 03. November 2021 um 23:08

Der Fokus liegt nun auf dem Thema Pandemie und der dadurch immer stärker aufkeimenden Einsamkeit.
Für mich persönlich ein doch sehr emotionales Thema, da noch kein wirklicher Abstand herrscht. Als Mutter mit Kleinkind habe ich mich selbst stark abgegrenzt und habe auch jetzt noch Bedenken mein Kind unbekümmert mit anderen Kindern spielen zu lassen. Gleichzeitig tat mir auch meine Großmutter leid, die mit der Situation arge Probleme hatte und ihr Wehklagen nicht zurückhalten konnte.
Sich nun durch das Buch stärker mit dem Thema Einsamkeit und Alleinsein, ob eher selbst gewählt oder nicht, zu beschäftigen, lässt in mir schon Bedenken aufkommen.

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Bookflower173 kommentierte am 04. November 2021 um 16:49

Ich habe auch eher gedacht, dass es mehr um positive Aspekte des Alleinseins geht, um Denkanstöße, besser damit umzugehen, oder das Alleinsein sogar zu umarmen und nicht nur negativ zu sehen. Bisher ist das eher nicht der Fall.

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Else kommentierte am 10. November 2021 um 08:07

Das war auch meine Erwartungshaltung an dies Buch, daher finde ich das Lesen sehr schwer und bedrückend.  

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Bookflower173 kommentierte am 04. November 2021 um 16:47

Auch für mich war der zweite Abschnitt ziemlich bedrückend und noch schwerer als der Erste. Ich habe mir wieder in Erinnerung gerufen, wie es mir damals am Anfang der Pandemie ging. Das Gefühl des Alleinseins war natürlich stärker, vor allem wegen des Lockdowns. Aber ich kann mir vorstellen, dass es viele Menschen noch bedrückender erlebt haben, so wie das "Ich" in dem Roman. 

Hier sind die negativen Folgen vom Alleinsein sehr überzeugend dargestellt.

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lizlemon kommentierte am 04. November 2021 um 23:13

Mit dem Wissen, dass der nächste Pandemie-Winter bevorsteht, liest sich der Mittelteil besonders beklemmend und ich habe die Lektüre zwei-, dreimal unterbrochen, obwohl der Abschnitt nicht lang war. Dieser Moment, wenn einem bewusst wird, dass sich Alleinsein in echte Einsamkeit gewandelt hat, ist so schmerzhaft und beim Lesen sind mir viele Erinnerungen (nicht nur an die Lockdowns) gekommen. Gleichzeitig beschwört der Autor v.a. diesen krassen Pandemie-Start sehr gut herauf - die ständigen Nachrichten von Krankheit und Tod, wie man versucht hat, alles über das neue Virus zu erfahren, wie ungewohnt Social Distancing war usw.

Ein bisschen verloren hat mich Daniel Schreiber teilweise aber auch, ich kann nicht unbedingt alles nachvollziehen. Etwa bei der Theorie von Melanie Klein vom perfekten inneren Zustand, den niemand erreichen kann, aber alle erreichen wollen, und der auf die Kindheit und den Wunsch nach wortlosem Verständnis zurückgeführt wird. Da das alles nicht möglich ist, entsteht Einsamkeit. Puh. Finde ich ein bisschen an der Haaren herbeigezogen und auch zu verallgemeinernd formuliert, denn das müsste ja bedeuten, dass jede:r einsam ist.

Trotzdem gefällt es mir weiterhin gut, wie der Autor verschiedene Theorien und Referenzen in den Text einwebt, auch wenn ich nicht alles nachvollziehen kann.

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frenx kommentierte am 07. November 2021 um 21:09

Ich hatte eigentlich erwartet, dass das Buch in Richtung eines Plädoyers fürs Alleinseen gehen wird, aber das Gegenteil ist der Fall. Das Alleinsein wird eher problematisiert, stark verknüpft mit dem beschriebenen Verlust des Halts des Autors. Ich finde, das Buch tritt auf der Stelle, es geht nicth weiter voran, auch wenn mehr Anekdoten erzählt werden. Über weite Strecken handelt es sich eher um eine Biographie, in der eben jener Verlust des Halts diskutiert wird, das Gefühl nicht liebenswert zu sein, was es heißt, schwul zu sein, der Verlust einer Person, und nicht zuletzt das Stricken als Ausgleich. Dieser Teil war für mich ein schwerer Brocken, weil so gar nicht vor lauter Lamentieren klar wird, was das Buch denn soll. 

Da meine Erwartungen so gar nicht erfüllt sind, wage ich es nicht, über den Inhalt des dritten Leseabschnitts zu spekulieren, 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110
Else kommentierte am 10. November 2021 um 08:25

Ich kann mich den vorhergehenden Meinungen weitgehend anschließen, ein schwermütiger Abschnitt.

Ich habe das Gefühl der Autor tritt auf der Stelle in seinem Lamento und da nützen auch die theoretischen Querverweise nichts. 
Meine Tante wohnt 50 km entfernt in einem Altenheim, das Alleinsein dort war während der Pandemie auch kein Zuckerschlecken, dennoch erschien sie mir dabei stabiler.

Ich bin zunehmend enttäuscht von der Lektüre, denn ich hatte hier wirklich erwartet, dass das alleine Leben als Normalität dargestellt wird. Nun habe ich noch eher das Gefühl, man sollte alleinlebende Menschen bedauern. Da ich aber Einige kenne, die dabei sehr glücklich sind, weiß ich dass das nicht der Fall ist. Dennoch erzählen mir diese immer wieder von dem Bedauern das ihnen entgegenschlägt. Vielleicht kommt ja im letzten Abschnitt noch etwas dazu. 

 

 

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Mara S. kommentierte am 11. November 2021 um 22:05

Ich bin schon eine Weile durch mit der Lektüre und hätte in den letzten beiden Wochen etwas mehr Zeit allein gebraucht, um meine Gedanken zum Text in Worte zu fassen. Ich verstehe, dass der Text sperrig wirken kann. Bringt mir tatsächlich ein wenig die Erinnerung an die wissenschaftlichen Aufsätze in der Uni zurück. Aber dennoch ist im Kern Daniel Schreiber zu finden und seine Auseinandersetzung mit dem Alleinleben, vor allem in der Pandemie. Vielleicht bin ich jetzt auch ein wenig zu wertend, aber ich dachte mir an einigen Stellen, als er aufzählte, wieviele Freundschaften er pflegt und wie unproblematisch es für ihn bisher war, Feiertage nicht allein verbringen zu müssen, dass die Quantität eben nix über die Qualität aussagt. Das Leben für Alleinstehende, Familien und Menschen in "strukturrelevanten Jobs" war und ist während der Pandemie, vor allem in den Lockdowns, völlig unterschiedlich und fast jeder hatte mit der plötzlichen, radikalen Veränderung seines gewohnten Alltags zu kämpfen. Er ist damit nicht gut klargekommen, seine vorhandenen Probleme haben sich verstärkt und die Enttäuschung über die Freunde, die nun nur mit sich selber kämpften und kein Ohr für ihn hatten, hat die Situation zusätzlich verschärft. Das kann ich in Teilen nachempfinden, auch wenn ich das persönlich anders erlebt habe und feststellen durfte, dass wir im engsten Freundes- und Familienkreis uns zwar seltener gesehen haben, aber dennoch füreinander dagewesen sind. Dass der Autor mit depressiven Phasen zu kämpfen hat, tut mir sehr leid für ihn. Mir fällt es schwer mich da in ihn hinein zu versetzen, weil ich das bisher noch nicht erlebt habe und mir das bei der Lektüre erleichternd klar geworden ist. Daher empfinde ich das Buch trotz der vielen Verweise auf viele schlaue Leute dennoch als sehr persönlich. Die Verweise gefallen mir aber gut, sie bringen eben auch eine allgemeine Ebene hinein. Sonst wäre es mir vielleicht fast zu persönlich. 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 57 bis 110
buecherwurm1310 kommentierte am 23. November 2021 um 16:05

Diesen Abschnitt finde ich bedrückend. Uns allen macht diese Pandemie zu schaffen und jeder versucht auf seine Weise durchzukommen.

Doch im Moment konnte ich das Buch nicht immer lesen.