Leserunde

Leserunde zu "Das Haus der Verlassenen" (Emily Gunnis)

Das Haus der Verlassenen - Emily Gunnis

Das Haus der Verlassenen
von Emily Gunnis

Bewerbungsphase: 11.04. - 25.04.

Beginn der Leserunde: 02.05. (Ende: 23.05.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Heyne Verlags – 20 Freiexemplare von  "Das Haus der Verlassenen" (Emily Gunnis) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, schickt ihr liebloser Stiefvater sie fort – ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren, berüchtigten Klosterbau nie mehr verlassen ... 

Sechzig Jahre später stößt die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großeltern auf einen flehentlichen Brief Ivys. Er ist an den Vater ihres Kindes adressiert – aber wie ist er in den Besitz von Sams Großvater gelangt? Sam beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret's zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.

»Es macht mich fassungslos, dass es gerade mal zwei Generationen her ist, was Emily Gunnis in ihrem Debüt als Leben der jungen Ivy beschreibt.« Annalena Lüder, Emotion (12. März 2019)

ÜBER DIE AUTORIN:

Emily Gunnis arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin. »Das Haus der Verlassenen« ist ihr Debutroman. Die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi lebt mit ihrer Familie im südenglischen Sussex.

25.05.2019

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 268 bis Ende

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 268 bis Ende
Dark Rose kommentierte am 06. Mai 2019 um 01:16

Bin durch :-)

Nicht weiterlesen, wenn ihr nicht auch fertig seid!

SPOILER 

 

Wow! Ich bin echt sprachlos. Der letzte Abschnitt ist dahingerast. Eine Enthüllung jagte die nächste und ich kann nur sagen: dieses Buch ist genial! Elviras Rachefeldzug, wie alle miteinander verbunden sind, dass Nana wirklich Rose und damit Ivys Tochter ist und die Enthüllung, dass an den Kindern im Heim Medikamente getestet wurden und Ivy deshalb in die Psychiatrie gesteckt werden sollte. Dass Kitty nicht Kitty, sondern Elvira ist und wo letztlich die Leichen der armen Kinder versteckt worden waren – einfach wow!

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marsupij kommentierte am 09. Mai 2019 um 18:00

Das Versteck der Leichen war wirklich grausam. Aber so konnten die Verantwortlichen natürlich schön "verbergen", wie viel mehr Todesfälle es gegeben hat. Wie perfide!

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Dark Rose kommentierte am 09. Mai 2019 um 20:23

Und vor allem menschenverachtend!

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gaby2707 kommentierte am 12. Mai 2019 um 13:16

Die ganzen Enthüllungen - ob es die Medikamentenversuche sind, oder der Tunnel mit den vielen Leichen oder dass Nana wirklich Rose ist usw. - geschickt verwoben in einer rasanten Geschichte. Was mich so verstört ist einfach die Tatsache, dass es diese Häuser wirklich gab.

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marsupij kommentierte am 12. Mai 2019 um 19:39

Oh ja, das ist das Schlimmste überhaupt.

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 09:09

@Dark_Rose: Einfach klasse Deine kurze, schlagkräftige Zusammenfassung.

Ich habe den dritten Abschnitt gestern so richtig durchgezogen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Die Neugier und die Begeisterung, wie sich eins aus dem anderen ergeben hat, hat sich ständig gesteigert.

Gefallen hat mir auch, dass die Auflösung wirklich kurz vor knapp stattgefunden hat. (Gut, bei Geschichten kann es klar sein, dass die "letzte Sekunde" entscheidend ist.) Die Verstrickungen der vier Genrationen ist super dargestellt. Und schön und ebenso beruhigend ist auch, dass nach so vielen Jahren, Licht in diese dunkle Geschichte kommt.

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Dark Rose kommentierte am 13. Mai 2019 um 19:09

Danke :-)

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 09:21

Und als ich dann Klarheit hatte, dass Kitty (aufgrund einer tragischen Verwechslung) damals von den Nonnen totgeprügelt wurde ist, und  Elvira sich dann seit ihrem 8. Lebensjahr als Kitty ausgegeben hat, da wurde mir richtig klar, dass sie auch ständig diese Alpträume hatte. Und sie als "falsche Kitty" kannte sich natürlich auch im St. Margaret's aus. Sie kannte die Räume und den Tunnel und alles. Da war es ein leichtes Spiel, den Pater Benjamin in die unterirdischen Gänge zu locken.....

Aber es ist schon wahnsinnig, wenn man sich und die anderen fast ein Leben lang belügen muss, um zu überleben. Eine belastende und lähmende Lebenslüge. Und wenn man die Menschen, die man liebt, noch alle verliert...

Ich denke dann noch an Alistair, dann hat sich wohl die "falsche Kitty" an den Fußballer rangemacht, um ihn zu töten. Sie hat ihn nicht geliebt! Sie hat ihn von Anfang an gehasst und hat sich gerächt.

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Dark Rose kommentierte am 13. Mai 2019 um 19:11

Ganz genau. Sie hat jeden Beteiligten gesucht und umgebracht. Ich erinnere nur mal an ihren Therapeuten, genau das Gleiche, wie mit Alistair. Sie hat eine Beziehung aufgebaut und dann die Person umgebracht aus Rache.

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gaby2707 kommentierte am 15. Mai 2019 um 12:41

Ich kann mir diesen tiefen Hass, den sie gehabt haben muss, gar nicht vorstellen. Was das aus einem Menschen machen kann, ist wirklich unglaublich.

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SaBineBe kommentierte am 15. Mai 2019 um 13:00

Vielleicht war es nicht mal unbedingt Hass, sondern vielmehr das Unvermögen mit diesen ganzen Quälereien und Demütigungen umzugehen. Sie hatte ja nie jemanden, der ihr Nähe genug stand, und mit dem die das alles hätte verarbeiten können. Irgendwie tut sie mir fast schon ein bisschen leid. So etwas als Kind erleben zu müssen, kann einen, glaube ich, schon "verrückt" machen.

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lese-esel kommentierte am 15. Mai 2019 um 15:31

Stimmt, Hass ist ein viel zu starkes Wort. Aber es muss eine Abneigung gewesen sein, die es ermöglichte, auf Distanz zu Alistair zu bleiben, so dass auch nur indifferente Gefühle oder Einstellungen ihm gegenüber da waren.

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Langeweile kommentierte am 07. Mai 2019 um 14:59

 Ich habe das Buch gestern beendet und musste erst mal eine Pause einlegen und alles sacken lassen. Das Buch hat mich wirklich an meine Grenzen (teilweise darüber hinaus) gebracht. Die Zustände welche hin  St. Margaret’s geherrscht haben,waren einfach unvorstellbar und haben mich sehr wütend gemacht.

Im letzten Abschnitt überschlugen sich die Ereignisse, ich musste manche Stellen mehrmals lesen, um überhaupt durchzublicken. 

Kitty war in Wahrheit Elvira und hat unter der  Identität ihrer toten Schwester weitergelebt.  Sie hat grausame Rache an den verschiedenen Menschen geübt, welche für das Leid der Kinder verantwortlich waren.  Mein Verdacht bezüglich der Großmutter von Sam hat sich also bestätigt, sie war Ivys Tochter.  Warum sie allerdings nicht eher mit ihrer Enkelin darüber gesprochen hat, habe ich ehrlicherweise nicht so ganz verstanden. 

 

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gaby2707 kommentierte am 12. Mai 2019 um 13:29

Warum Nana mit Sam nicht über dieses alles gesprochen hat, habe ich auch nicht verstanden.

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 09:29

Manchmal versteht man solche Dinge nicht aus einer anderen Perspektive. Sie wollte etwas warten, weil sie ihren Mann auch nicht damit belasten wollte. Gut, der Tod ist ein Jahr her. Und dann kamen wohl die Eheprobleme von Ben und Sam dazwischen - auch eine blöde Zeit. Sam ist beruflich und privat sehr ausgelastet - blöd, um so was in Ruhe zu besprechen.

Aber kennen wir es nicht auch, dass selbst bei "Kinkerlitzchen" oft das Gefühl besteht, den richtigen Zeitpunkt des Ansprechens nicht zu kennen. Und dann ist es auf einmal zu spät.

Und manchmal ist man froh, dass plötzlich Gras über ein Sache gewachsen ist und kein Kamel gekommen ist und das Gras wieder runtergefressen ist.....

Aber gelegentlich kommt so ein Kamel und die Sache ist u.U. schlimmer als vorher!

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Vivi 73 kommentierte am 13. Mai 2019 um 17:21

Auch ich musste es jetzt erstmal einen Tag sacken lassen. Es war doch alles recht heftig und ergreifend. Das Buch wird bestimmt noch eine ganze Weile nachhallen. 

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Annis-Bücherstapel kommentierte am 10. Mai 2019 um 20:33

Eine geniale Auflösung und ein Wahnsinnsbuch!!!

Was für ein rasanter Leseabschnitt. Kaum zu glauben, wie die Seiten nur so dahingeflogen sind. So viele spannende Dinge passieren.

SPOILER ANFAGNG: Kitty ist in Wirklichkeit Elvira, Nana ist tatsächlich Rose, also die Tochter von Ivy und die Menschen sind nicht durch irgendwelche Unfälle gestorben, sondern durch einen ganz besonderen Rachefeldzug. SPOILER ENDE

Der letzte Leseabschnitt befördert nochmal so viele tragische, aber auch höchst grausame Dinge zu Tage, dass ich es gar nicht fassen konnte. Was für abscheuliche Menschen, von denen ein Teil behauptet Gott zu dienen. Ekelhaft...

Immerhin hat es für Sam, Emma, Maude und Rose dann noch ein gutes Ende genommen und ich bin total begeistert von dieser Geschichte und auch vom Schreibstil der Autorin. Das Buch ist wirklich großes Kino, einfach genial. 

 

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gaby2707 kommentierte am 12. Mai 2019 um 13:32

Ja genau, das habe ich noch gar nicht erwähnt: Das Ende hat mich auch sehr zufrieden zurückgelassen.

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 09:39

Der dritte Abschnitt hat es echt in sich und hat aufgrund der "Auflösung" auch was Beruhigendes, da Klarheit in die verzwickte und verwickelte Geschichte kommt. Ich bin total begeistert, die Idee ist faszinierend. Die Geschichte ist sehr beklemmend und bedrückend und geht einen stark an die Nieren. Der Rachefeldzug dieser "falschen Kitty" ist sehr ausgeklügelt. Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man gar nicht gemerkt, wie die Zeit beim Lesen vergeht. Und durch die tolle Schreibweise, hatte ich so einen richtigen Film vor Augen.

Wie Annis-Bücherstapel auch sagt: "Großes Kino".

Mal sehen, ob daraus mal ein Kino-Film gemacht wird und ob er dem Buch das Wasser reichen kann. (Manche Filme schaffen das ja!)

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Annis-Bücherstapel kommentierte am 13. Mai 2019 um 16:22

Oh ja, den Film dazu würde ich auch gern sehen.

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Dark Rose kommentierte am 13. Mai 2019 um 19:13

Ja, daswäre echt toll! Ich könnte mir das Buch echt gut als Film vorstellen.

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SaBineBe kommentierte am 15. Mai 2019 um 13:03

Großes Kino... Ja, das stimmt.
Ich könnte mir das Buch super als Film vorstellen.

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buchfeemelanie kommentierte am 11. Mai 2019 um 09:48

Ich habe ja schon etwas länger vermutet, dass Elvira Kittys Identität angenommen hat. Das mit den Medikamenten Versuchen ist schrecklich. Irgendwie wird das schlimme immer gesteigert. Es fühlt sich aber passend und nicht so gestellt an. Ich wünsche keinem etwas schlechtes, aber den Nonnen, Ärzten etc. wünsche ich ein schlechtes Leben im Alter! Einzig, warum Nana vorher nichts gesagt habe konnte ich nicht nachvollziehen. 

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Annis-Bücherstapel kommentierte am 11. Mai 2019 um 10:18

Ja, die Medikamentenversuche an den Kindern sind wirklich grausam und auch pervers. Wer so etwas macht, hat eine ordentliche Strafe verdient.

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Dark Rose kommentierte am 11. Mai 2019 um 12:48

Aber wie man auch erfahren hat, wird wohl nur den wenigsten der Prozess gemacht. Das ist finde ich auch wirklich schlimm, die ganzen Opfer, die keine Gerechtigkeit bekommen.

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marsupij kommentierte am 11. Mai 2019 um 17:11

Ja, leider. Aber anders wäre es wohl unrealistisch gewesen.

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Dark Rose kommentierte am 11. Mai 2019 um 17:30

Stimmt. Aber ich finde es allgemein schlimm, wie viele mit so etwas davon kommen.

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marsupij kommentierte am 12. Mai 2019 um 19:40

Sehr schlimm und traurig. Und auch, wie man überhaupt auf eine solche Idee kommen kann.

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Dark Rose kommentierte am 12. Mai 2019 um 20:13

Stimmt!

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buchfeemelanie kommentierte am 11. Mai 2019 um 09:48

Ich habe ja schon etwas länger vermutet, dass Elvira Kittys Identität angenommen hat. Das mit den Medikamenten Versuchen ist schrecklich. Irgendwie wird das schlimme immer gesteigert. Es fühlt sich aber passend und nicht so gestellt an. Ich wünsche keinem etwas schlechtes, aber den Nonnen, Ärzten etc. wünsche ich ein schlechtes Leben im Alter! Einzig, warum Nana vorher nichts gesagt habe konnte ich nicht nachvollziehen. 

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gaby2707 kommentierte am 12. Mai 2019 um 13:34

Das Schlimmste bei all diesen Missetaten finde ich, dass die Allermeisten ohne Strafen davon kommen. Da kann ich Elvira schon verstehen, dass sie das selbst in die Hand nimmt. Obwohl ich auch das nicht gur finde.

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 11:16

So sehe ich das auch. Man kann es verstehen, ohne Verständnis zu haben. Und wenn sie hätten doch im Rahmen eines Prozesses zur Rechenschaft gezogen werden können, dann wäre es bei dem/der ein oder anderen aufgrund des Alters eh' zu spät gewesen - wie z.B. beim Pater Benjamin oder Mutter Carlin. Aber es ist trotzdem heftig, dass die "falsche Kitty" die Sache durchzieht. Da scheint sie auch recht gewissenlos zu sein und das Abarbeiten der Tötungsdelikte als erfogreiche Lebensaufgabe gesehen zu haben.

Ich denke nun gerade auch an die Szene, wo die "falsche Kitty" auf dem Dach des brennenden St. Margret's steht und runterspringen will. Sie hat ja ihr Ziel mit ihrem Rachefeldzug erreicht. Und dann denke ich, wie schlimm muss es für Elvira gewesen sein, als sie als 8-Jährige flieht und miterlebt, das Ivy in den Tod springt...... Ivy hat sich da fast schon für Elvira geopfert!

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 18:38

Manchmal denke ich, dass der ein oder andere gar kein Unrechtsempfinden hatte. Man hat ja im Sinne der Medizin und Wissenschaft gehandelt und damit sind die Medikamenten-Versuche gerechtfertigt.

Und mit dem Ausblick, dass es einem selber gut geht, geht der Blick auf den Mitmenschen verloren. Blind vor Habgier, da ging das Mitgefühl verloren. Und was man nicht hat, da kann man auch nicht dran rütteln und appelieren. Fremde sind halt (emotional) auch weit weg......

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gaby2707 kommentierte am 15. Mai 2019 um 12:47

Ich denke schon, dass da ein Unrechtsbewusstsein da war. Es hat nur gestört und wurde ignoriert, weil es ohne einfach leichter war. Oft wird es ja auch mit "es war halt eine andere Zeit" gerechtfertigt. Da habe ich die ein oder andere Diskussion schon mit meinem Großvater geführt. 

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lese-esel kommentierte am 15. Mai 2019 um 15:35

So war das und so ist es immer noch: Mit "früher" oder auch "die anderen" kann man sich leicht rausreden.

Aber krass, dass so ein Selbtbetrug oftmals funktioniert.

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gaby2707 kommentierte am 12. Mai 2019 um 13:13

Boah, da kommt ja einiges zusammen. Dieser letzte Abschnitt ist so spannend, rasant und interessant, dass ich die halbe Nacht durchgelesen habe.

Kitty ist also nicht Kitty, sondern ihre Zwillingsschwester hat ihre Identität angenommen. Ich denke, das fiel in dem Moment auch gar nicht auf, weil ihr Vater so in Gedanken an seine Frau im Krankenhaus verstrickt war, dass er gar nicht bemerkt hat, dass das Mädel, das nun im Haus lebt, gar nicht Kitty ist. Und wenn er was gemerkt haben sollte, lebte er nach dem Motto: was nicht sein kann, ist auch nicht. Elviras Rachefeldzug ist schon verstörend, aber auch irgendwie nachvollziehbar. Ich bin nur froh, dass Emma bei dem ganzen keinen Schaden genommen hat.

Dass die Kinder auf dem Dachboden an Medikamentenstudien teilnehmen mussten, hatte ich schon fast vermutet, als es um die Spritzen ging, die erwähnt wurden Und da brauchte man natürlich die Zeit in der Kitty „verschwunden“ war, zur Dokumentation.

Der Tunnel mit den Leichen – einfach grausam. Aber so konnte natürlich vertuscht werden, wie viele junge Mütter und deren Babys wirklich verstarben.

Dass Nana Ivys Tochter ist, hatte ich auch schon vermutet. Was ich nicht verstehe: Warum hat sie nicht schon viel früher mit Samantha darüber gesprochen? Jetzt wäre das Ganze fast aus dem Ruder gelaufen. Ihr Herzinfarkt, Emmas Entführung – das hätte alles nicht sein müssen.

Ein grandioses Buch, dessen Geschichte ich jetzt erst mal sacken lassen muss.

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SaBineBe kommentierte am 15. Mai 2019 um 13:10

Ich denke, der Vater wird gar keinen Gedanken daran verschwendet haben, dass Kitty nicht Kitty sein könnte. Ihm wurde ja erzählt, dass Elvira in St. Margaret's gestorben sei. Und da das Mädchen ja völlig entkräftet im Straßengraben gefunden wurde, hat man ein verändertes Verhalten sicher darauf geschoben.
Also gar nicht so abwegig, dass es nicht auffiel.

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Katzenmicha kommentierte am 20. Mai 2019 um 14:00

Genau,derVater war froh,das seiner Tochter nichts weiter geschehen war.Das veränderte Wesen hätte viel eher die Mutter bemerkt.

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lese-esel kommentierte am 20. Mai 2019 um 14:29

Kann echt gut sein, dass der Vater

a) froh war, dass dem Kind nichts passiert und. Und wenn es etwas anders ist als vorher, dann liegt es am heftigen Erlebnis.;

b) hatte er genug mit seiner kranken Frau zu tun, so er nicht ganz bei der Sache ist.

Die leibliche Mutter, die bei der Geburt gestorben ist, hätte sicherlich was gemerkt. Und Helena, die ja krank ist, hat bestimmt nicht diesen liebenden und fürsorglichen Blick. War "Kitty", das außereheliche Kind nicht eh nur geduldet?

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lese-esel kommentierte am 13. Mai 2019 um 14:46

evt. Spoiler, wer noch nicht ganz den 3. Abscnitt gelesen hat.....

Was mich auch etwas traurig stimmt ist, dass Maude - nachdem sie Rose die Briefe gegeben hat - keine Möglichkeit mehr hatte, mit Rose Kontakt aufzunehmen. Es war anfangs eine belastende Situation, das ist klar. Aber auch die Tatsache, dass die "falsche Kitty" Maude gedroht hat, sie würde sie umbringen, wenn sie in die Nähe von Rose kommt, das ist schon sehr heftig. Und da wir ja im Laufe der Geschichte die "falsche Kitty" kennengelernt haben, kann ich mir gut vorstellen, dass sie alsbald ihre Drohung wahr gemacht hätte. Und was muss das für Maude all die Jahre ein belastende Zeit gewesen sein, Angst um ihr Leben haben zu müssen, nur weil sie ihre Enkelin wieder sehen möchte.

Aber mir tut auch die "falsche Kitty" leid, da sie ihres Lebens nicht froh sein konnte, weil von einem negativen Moment zum nächsten geraten ist. Sie hatte keinen Menschen, der sie liebt und auch keinen, dem sie ihre Liebe schenken konnte. Und von ihrer einzigen Freundin Rose hat sie sich in der Zeit, als sie noch zur Schule gingen und als sie gemeinsam bei Maude waren, auch entfremdet.

 

Was ich mich aber auch frage ist, wie lange war dann die "falsche Kitty" im Heim? (Nach dem Unfall des Vaters ist sie doch ins Heim gekommen. [Das war doch auch das St. Margaret's, oder war es ein anderes Heim?]) Sie hat dann als sie in der 12. Klasse oder so war, die junge Rose (6. Klasse) gleich aufgrund der roten Haare (und Gestik) auf dem Schulhof als Ivy's Tochter erkannt und sich für sie bei einer Hänselei eingesetzt. Wo war das Zuhause der "falschen Kitty" als sie in der Oberstufe war.  Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

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Vivi 73 kommentierte am 13. Mai 2019 um 17:26

Der letzte Abschnitt hat kaum Platz zum Atmen gelassen. Man man man , diese"Kitty" ist ja wirklich voll abgedreht. Ich hab es aber schon geahnt, dass mit ihr was nicht stimmt. Auch diese medizinischen Experimente mittels Medikamenten habe ich erahnt, als von Spritzen bei Elvira die Rede war. Aber diese Zustände, diese Verknüpfungen und Zusammenhänge sind schon richtig irre.

Ich bin zufrieden mit der Aufklärung und dem Ende.

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Michelly kommentierte am 14. Mai 2019 um 07:02

Was für ein rasanter letzter Teil! Ich bin begeistert. Es war genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Die einzelnen Hinweise haben sich schön zu einem einzigen Handlungsstrang verwoben. Ich gebe zu, ich habe zwischendurch angefangen, mir eine Namensübersicht zu machen. Wer wie zusammen gehört und wer wessen Mutter ist. So konnte ich mir einen guten Überblick verschaffen.

Die ganze Geschichte ist am Ende tatsächlich sogar noch grausamer als gedacht, kaum vorstellbar, wie die kleine Elvira unter der ganzen Last zerbrochen ist. Überhaupt war es für mich sehr schwer zu ertragen, wie die Nonnen mit den Kindern und deren Müttern umgegangen sind, alles unter dem Deckmantel der Barmherzigkeit. Und sie dann auch noch für Experimente zu verschachern! Furchtbar, dass dies teilweise auf wahren Begebenheiten beruht.

Meine Rezension folgt!

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lese-esel kommentierte am 14. Mai 2019 um 10:25

Ja, der dritte Teil war extrem rasant. Und gefallen hat mir, dass in ein paar Sätzen des Rätsels Lösung aufgezeigt wurde. Eine tolle Zusammenfassung des grausamen Kapitels St. Margaret's. Ja, Elvira tut mir auch leid. Dass sie fast ein ganzes Leben zum Schweigen verurteilt war, das ist traurig. Es muss eine wahnsinnige Last gewesen sein. Und ein einsamer Mensch war sie auch. Schade, sie hätte doch ein unbeschwertes Leben verdient, so wie es sich Ivy für sie erhofft hatte.

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gaby2707 kommentierte am 14. Mai 2019 um 10:30

Überhaupt war es für mich sehr schwer zu ertragen, wie die Nonnen mit den Kindern und deren Müttern umgegangen sind, alles unter dem Deckmantel der Barmherzigkeit.

Genau das habe ich auch als besonders schlimm empfunden. Vor allem, wenn ich mir vorstelle, dass die Geschichte ja genau so hätte passiert sein können. Diese Heime gab es ja wirklich.

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SaBineBe kommentierte am 15. Mai 2019 um 13:15

Stimmt. Da weiß man gar nicht, ob man traurig oder wütend sein soll. Man mag sich nicht auszudenken, was die armen Mädchen und Kinder in solchen Heimen durchlitten haben.

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Katzenmicha kommentierte am 20. Mai 2019 um 13:57

Genau so ging es mir auch-ich war so erschüttert.

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Katzenmicha kommentierte am 20. Mai 2019 um 14:12

In dem letzten Abschnitt kommt alles ans Tageslicht!der Tunnel wo die ganzen Leichen waren,die verschwinden mußten-damit keine Frage auf kam.Die Medikamentenversuche  an den Kindern-so unheimlich grausam! Elvira die warhaftig noch lebte und Kitty die durch  die Verwechslung der Nonnen-tot geprügelt wurde.Dann aber Elvira,die als Kitty weiter lebte und nun frei war.Aber in ihren Schuldgefühlen,die Beteiligten nach und nach ermordete.Sie war einsam und im inneren gefangen-kein schönes Leben.Und dann Sams Großmutter Nana-die wirklich Ivys Tochter Rose ist-aber warum hat sie nicht schon früher alles aufgedeckt-als ihr das bewußt wurde.Wenigstens  hat es für Sam,Emma Maud  und Rose ein gutes Ende genommen.Das Buch war sehr spannend und hat mich wie kein anderes beim lesen an meine Grenzen gebracht.Die Autorin hat einen unheimlich superen Schreibstil.Ich habe echt noch kein so mitreisendes und emotioneles Buch gelesen.Es  braucht Zeit ,mann muß es sacken lassen.

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lese-esel kommentierte am 20. Mai 2019 um 14:19

Da hast Du aber ein Feedback hingelegt, das wie aus der Kanaone geschossen kommt. Kurz, knapp und hammemäßig treffend. Kompliment. Aber genau das hat das Buch bei einem hinterlassen, da prallen so viele hammermäßge Eindrücke auf einen ein, dass man echt überwältigt ist. Für einen Debutroman ist es eine kaum zu überbietene Glanzleistung. Der Roman wird auch bei mir lange nachhallen. Ich bin gespannt, mit welchem Thema sich die Autorin beim nächtsten Roman auseinandersetzt. Hoffentlich müssen wir nicht allzu lange warten.

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smberge kommentierte am 22. Mai 2019 um 09:15

 

Was für ein Ende...!!! Ich hatte ja schon die Vermutung, dass Kitty Elvira ist, aber ich konnte mir nicht so ganz vorstellen, wie das angehen konnte. Aber das ist hier jetzt gut erklärt.  

Ich überlegt jetzt schon seit gestern Abend, als ich das Buch beendet habe, was ich von dem Charakter Kitty war. Es ist erstaunlich, dass sie so eine erfolgreiche Moderatorin war, also ein Leben in der Öffentlichkeit gelebt hat und auf der anderen Seite hatte sie so eine schlimme Kindheit und wurde zur Mörderin. Ich habe das doch richtig verstanden, das wie die Morde während ihrer beruflichen Karriere begangen haben muss. 

Ich glaube auch nicht, dass es reiner Hass war, er spielte sicherlich auch eine Rolle, aber das war mehr. Ich glaube es war mehr eine totale Unfähigkeit mit dem Erlebten umzugehen. Man sagt ja immer, es ich wichtig, dass Kinder in früher Jungend eine enge Bezugsperson haben. Das hat bei Elvira komplett gefehlt, stattdessen mußte sie so viele schlimme Dinge ertragen. 

Sehr eindrücklich ware auch immer die Zeitsprünge, in denen die Taten erzählt wurden. Wobei mich die Geschichte der Nierenkranken am meisten berührt hatte. Naja, sie hatte an dem Geschehen ja auch einen nicht unerheblichen Anteil 

So, jetzt werde ich mich gleich noch an die Rezi zu diesem wirklich beeindruckenden Buch setzten. Soviel jetzt schon mal, das Buch hat mir sehr gut gefallen, insofern ein Buch zu diesem Thema gefallen kann. Es hat ein wichtiges Thema gehabt und Zeit mal wieder, wie viel Unrecht im Namen der Kirche passiert. Schlimm, schlimm. 

 

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 268 bis Ende
Lese-Bienchen kommentierte am 23. Mai 2019 um 21:20

Ich habe das Buch nun auch beendet und kann nur sagen "wau". So eine Art Buch hatte ich wirklich nicht erwartet. Ich hatte viel schöne Lesestunden. Trotzdem muss ich sagen, war mir der letzte Teil doch etwas in die länge gezogen. Die Geschichte hatte sich ja dann schnell aufgelöst und meine Vermutung, dass Elvira sich als Kitty ausgibt war richtig. Daher hat der letzte Teil keine großen Überraschungen mehr ergeben. Die Geschichte mit dem Brand, die Rettung und die ausbleibenden Folgen waren mir jetzt etwas zu lang beschrieben.

Aber ich bin absolut begeistert von dem Buch und möchte mich bedanken, dass ich bei der Runde dabei sein durfte. Leider konnte ich mich aus beruflichen Gründen nicht so beteiligen wie ich es gerne gemacht hätte. Werde aber trotzdem mal schauen was ihr anderen noch so geschrieben habt.

Thema: Lektüre, Teil III; Seite 268 bis Ende
lese-esel kommentierte am 23. Mai 2019 um 22:32

@Lese-Bienchen, ich war / bin auch total begeistert von der Story. Aber ich gebe Dir auch recht, dass der Schluss sich etwas zieht. Etwas schmunzeln musste ich - nicht weil es so lustig war - dass die dramatsiche Fassaden-Kletteraktion "sein musst". Aber Sams Kollege klettert ja gerne und konnte sich so beweisen und bei Sam auch noch punkten.