Leserunde

Leserunde zu "Der Honigbus" (Meredith May)

Der Honigbus - Meredith May

Der Honigbus
von Meredith May

Bewerbungsphase: 28.03. - 11.04.

Beginn der Leserunde: 18.04. (Ende: 09.05.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des S. Fischer Verlags – 20 Freiexemplare von "Der Honigbus" (Meredith May) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Ein rostiger alter Bus im Garten des Großvaters und seine Bienen werden für Meredith ihr einziger Halt. Denn sie ist erst fünf, als sie von ihren Eltern nach deren Trennung vollkommen sich selbst überlassen wird. 
Der Großvater nimmt sie mit in die faszinierende Welt der Bienen – und rettet ihr so das Leben. Die Bienen werden Meredith zur Ersatzfamilie: Wenn sie sich verlassen fühlt, zeigen sie ihr, wie man zusammenhält und füreinander sorgt. Wenn sie über ihre depressive Mutter verzweifelt, bewundert sie die Bienen dafür, ihre Königin einfach austauschen zu können. Die Bienen lehren Meredith, anderen zu vertrauen, mutig zu sein und ihren eigenen Weg zu gehen. 

»Der Honigbus« ist eine starke Geschichte über das Leben und die Weisheiten der Natur.

ÜBER DIE AUTORIN:

Meredith May ist Imkerin in fünfter Generation. In ihrem Memoir »Der Honigbus« erzählt sie von den Lebenslektionen, die sie von den Bienen ihres Großvaters in Big Sur lernte und die für sie die Rettung aus einer schwierigen Kindheit bedeuteten. 
May ist eine preisgekrönte Journalistin und Autorin. Sie schreibt für den »San Francisco Chronicle« und gewann den PEN USA Literary Award for Journalism und wurde für den Pulitzer Preis nominiert. Sie lebt in der San Francisco Bay Area und hältdort den letzten Bienenstock ihresinzwischen verstorbenen Großvaters. »Der Honigbus« wird in elf Sprachen übersetzt.

11.05.2019

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205

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gaby2707 kommentierte am 21. April 2019 um 11:12

Ich finde es so schlimm zu lesen, wie ausgegrenzt und abgeschoben sich Meredith oftmals fühlt. Ob es in der Schule ist, wo sie die altmodischen Sachen, die ihre Granny ihr ausgesucht hat, tragen muss. Oder dass sie nicht eingeladen wird, dass sie keine Freundin hat. Aber sie versucht irgendwie immer, das Beste daraus zu machen. Gerade auch an Halloween. Da sehe ich sie mit schwarzem Gesicht zu Füßen dieser „Prinzessin“ sitzen und deren Hund spielen. Was muss das alles mit der Seele eines kleinen Mädchens machen?

Da bin ich immer wieder froh, dass sie ihren Stief-Großvater hat, der sich mehr als alle anderen um die Kleine kümmert. Mag er auch noch so wortkarg sein – als es in der Schule darauf ankommt, geht er lesbar aus sich raus. Das hat mir sehr gut gefallen. So einen Mann, der so anschaulich und fesselnd von seinen Erfahrungen erzählt, sollte man öfters mal in den Schulalltag integrieren. Ich fand seinen Vortrag super.

Er nimmt sie sogar das erste Mal mit in den Honigbus. Das ist für die kleine Seele so viel wert. Ich liebe diesen alten Mann, der so viel mehr Feingefühl besitzt, wie seine Frau und seine Stieftochter.
Schön auch Meredith´ Verwandlung zu lesen, als sie eine Woche bei ihrem Vater und seiner neuen Frau verleben darf. Vor allem bemerkt sie ja selbst nach ein paar Tagen, wie sie sich verändert hat – und nicht nur zu ihrem Besten. Um so schlimmer, dass sie nach einer Woche wieder nachhause muss.

Hat Sally wirklich nichts anderes im Kopf, als ihrer Tochter anzuschaffen, was sie alles aus dem Haus ihres Ex mitbringen soll? Die Frau gehört mal so richtig geschüttelt. Über sie könnte ich mich so aufregen. Nicht nur könnte – ich rege mich immer wieder hier beim lesen auf, wenn sie einen ihrer Klöpse bringt. Wenn sie z.B. im Schlafzimmer raucht – das kann ich gar nicht haben. Weil ja auch Meredith dort schlafen muss. Oder wenn sie mit diesem komischen Spiel mit dem Geist ihrer Granny reden möchte. Soll sie doch – nur soll sie Meredith da raus lassen. Die Frau ist in meinen Augen einfach nur krank.
Hat Granny die Briefe wirklich verschwunden lassen? Denn warum sollte ihr Vater sie nach den Briefen fragen, wenn er sie gar nicht geschrieben hat? Granny traue ich das absolut zu. Sie lässt ja kein gutes Haar an ihrem Ex-Schwiegersohn.

Schräg fand ich den Besuch bei Sallys Vater, dem „richtigen“ Großvater“, wie sie ihn nennt. Das hätte sie ihren Kindern gerne ersparen können.
Ich verstehe diese Frau sowieso nicht. Ich kann mich weder in sie hineinversetzen, noch ist sie mir sonderlich sympathisch.

Die Bienengeschichten von Grandpa finde ich immer wieder sehr interessant und auch lehrreich. Wir vergessen einfach, dass wir die Bienen brauchen und nicht umgekehrt.

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mohawk kommentierte am 23. April 2019 um 10:35

Granny ist ein fürchterlicher Charakter. Kinder und deren Wünsche und Bedürfnisse zählen gar nichts. Und den Vater der Kinder schlecht zumachen und totzuschweigen finde ich furchtbar und unrecht. Die KInder haben ein Recht auf beide Elternteile.

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gaby2707 kommentierte am 23. April 2019 um 16:40

Aber auch dieser, wie Du ihn nennst, fürchterliche Charakter muss ja irgendwo her kommen. Sie wird durch ihre Erfahrungen, die sie im Leben gemacht hat, geprägt sein. Bestimmt denkt sie, sie macht mit ihren Enkeln alles richtig. Früher hat man sich über das Kindeswohl auch noch nicht so viele Gedanken gemacht.

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mohawk kommentierte am 24. April 2019 um 08:29

Da hast Du bei beiden sicher recht. Es ist trotzdem aus unsererer Perspektive schwer zu lesen und man denkt sich immer, das gewisse Dinge doch klar sein müssten. Also z.B. das Kinder KEINE Erwachsenen sind und deshalb auch anders behandelt werden müssen.

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Fornika kommentierte am 27. April 2019 um 10:04

Die Einstellung, dass Kinder eben keine kleinen Erwachsenen sind, ist ja noch relativ neu. Die kann Granny ja nicht gehabt haben.

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LESERIN kommentierte am 02. Mai 2019 um 14:06

Ein absolut wichtiger Punkt, manchmal muss man auch versuchen, den geschichtlichen Kontext zu sehen und nicht alles vom heutigen Standpunkt aus zu betrachten. Das soll aber keine persönliche Kritik sein.

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leseliebelei kommentierte am 23. April 2019 um 18:25

Die Großmutter finde ich sehr "interessant" (nicht im positiven Sinne!), da sie so zwiegespalten agiert. Mal ist sie hilfreich und bringt irgendwas voran, aber dann ist sie genauso zerstörerisch und "böse", wie ihre Tochter. Ich kann ihr auch nicht wirklich etwas abgewinnen und frage mich, warum der tolle Großvater mit ihr zusammen sein kann...

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Myrna kommentierte am 26. April 2019 um 01:57

Du hast recht; mich würde echt interessieren, weshalb sie so ist, wie sie ist. Ich finde sie immer wieder richtig krass...

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 14:14

Und das, wobei die Frau noch dazu selbst Lehrerin ist! 

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Rose75 kommentierte am 01. Mai 2019 um 10:16

Und das, wobei die Frau noch dazu selbst Lehrerin ist! 

Lehrer sind auch nur Menschen und es gibt genügend Lehrkräfte die ihre 'Macht' im Klassenzimmer missbrauchen. 

 

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LESERIN kommentierte am 02. Mai 2019 um 14:18

LEHRER sind nicht immer die besseren Menschen. Eine EXlehrerin hat ein Buch publiziert, in welchem Sie die These aufstellt, dass der Zirkel Schule - Uni - wieder Schule kein guter ist, und dass manche Lehrer vom "normalen Leben " daher keine Ahnung haben oder halt doch Lehrer werden , wenn sie gegen Ende des Studiums nicht wissen, was sie nach der Uni machen sollen. Dies nur am Rande . Aber ja, die Figur im Honigbus ist rundum schwierig, oh Mann!

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CaddyMcCartney kommentierte am 23. April 2019 um 17:56

Wow Gaby, du hast den zweiten Abschnitt toll zusammengefasst. Es sind hier sehr viele extreme vertreten, von der Außenseiterin in der Schule, bis hin zu Papas verwöhnter Prinzessin für eine Woche, jedoch merkt man, dass sich meredith nur zusammen mit ihrem „richtigen“ Opa, bei den Bienen, entspannen kann. Dort ist sie frei von dem rosenkrieg ihrer Eltern und dem hippen gruppenzwang ihrer Klassenkameraden. 

Ich wünsch mir für unsere Protagonistin viel mehr Einklang und Verständnis in der Geschichte. Man darf nicht vergessen, dass es autobiografisch ist und merediths es wohl so oder so ähnlich durchgemacht hat. Hoffentlich reißt die Beziehung zu ihrem Vater nicht ab und versucht sich gegen ihre Mutter zu wehren. Wie soll sie denn einen reichen, neuen Partner finden, wenn sie nur im Bett liegt und sich keine Hilfe sucht?! Alles in Allem ist in diesem Abschnitt sehr viel fesselndes passiert und ich hoffe auf ein happy End und viele starke Bienenvölker!

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Alsterschwan kommentierte am 23. April 2019 um 21:25

Ich glaube ganz fest daran, dass Granny die Briefe hat verschwinden lassen...

Diesen Besuch bei dem "richtigen" Großvater verstehe ich auch nicht so richtig, ich kann mir nur vorstellen, dass Sally von ihm Geld haben wollte ( er ist ja offentsichtlich sehr reich), aber sich dann doch nicht getraut hat, ihn zu fragen - andererseits ist er auch nicht auf die Idee gekommen, ihr einfach mal einen Scheck auszustelllen...

Sally ist schwerst depressiv (nach unserer heutigen Maßstäben) und scheint mittlerweile auch Wahrnehmungsstörungen zu haben (dieses Spiel...), aber ihre eigene Mutter "deckt" sie. Ich weiß nicht, ob sich Granny irgendwo Hilfe holt - aber das wird Meredith auch nicht mitbekommen haben....

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 10:29

Ich glaube auch, dass die Briefe unterschlagen wurden.

Was den Pseudogroßvater angeht, so war es wahrscheinlich ein zarter Versuch, irgendeiner Wunschvorstellung von Familienzusammenhalt herzustellen und/oder finanzielle Unetrstützung zu bekommen. Vielleicht wollte Sally aber auch einfach nur mit ihrer Vergangenheit aufräumen, sich aussöhnen. Nur weil sie sich "falsch" verhält, heißt das ja nicht automatisch, dass auch ihre Beweggründe falsch sind.

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Fornika kommentierte am 27. April 2019 um 10:06

Ich glaube, dass der Besuch auch eine Art von Dann-hab-ich-ihm-wenigstens-eine-Chance-gegönnt war. So kann sie mit ihm besser abschließen. Wobei ich es sinnbefreit fand die Kinder mitzunehmen. Die sind dadurch ja nur noch mehr verwirrt worden.

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leseliebelei kommentierte am 24. April 2019 um 13:08

ja, das mit den verschwundenen Briefen fürchte ich auch. Die sind bestimmt in den Kamin gewandert...

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Myrna kommentierte am 26. April 2019 um 02:01

Sie hat doch, soweit ich mich jetzt erinnere, auch die Beurteilungskarte von der Schule ins Feuer geworfen...

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leseliebelei kommentierte am 27. April 2019 um 13:11

Genau! Und da hieß es doch auch, dass sie irgendwie alles dort verbrennt.

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gaby2707 kommentierte am 24. April 2019 um 16:27

Diesen Besuch bei dem "richtigen" Großvater verstehe ich auch nicht so richtig

Das geht mir genau so. Das war wieder so ein Schnellschuss, wie Sally einige gebracht hat.

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leseliebelei kommentierte am 25. April 2019 um 14:07

Man weiß ja irgendwie nicht so viel drüber, wann sie sich zum letzten Mal gesehen haben, wie so alles ist. Ich fand es auch sehr unangenehm, kann aber auch verstehen, dass da irgendwelche Hoffnungen lagen...

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CaddyMcCartney kommentierte am 01. Mai 2019 um 11:36

ich kann den besuch von sally nachvollziehen. es war ein letzter strohhalm, an dem sie sich versuchte zu klammern, um nochmal an geld und liebe zu kommen. der schuss ging leider, für sie, nach hinten los. so hatte sie aber wenigstens noch die gewissheit, es versucht zu haben und quält sich nicht mehr mit der frage nach dem “was wäre wenn“...

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 10:26

Gaby, du triffst den Nagel auf den Kopf mit deinem Kommentar.

Zum Thema Granny möchte ich noch anmerken, dass ich ihr Verhalten ebenfalls nicht nachvollziehen oder gutheißen kann ABER ich versuche mich trotzdem immer in die Person zu versetzen und schlau aus ihr zu werden. In ihrem Fall glaube ich tatsächlich, dass sie bei allem, was sie tut, ihre Tochter schützen möchte. Sie ist eine Löwin, was ihr Kind angeht, und kämpft mit allen Mitteln, damit es ihr gut geht. Dabei geht sie auch über Leichen - hier ihr Schwiegersohn und leider auch die Enkel. Leider rennt sie gegen Wände, denn so kann man einem depressiven Menschen nicht helfen.

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Rose75 kommentierte am 01. Mai 2019 um 10:26

Ich habe den Eindruck, dass Granny den Schmerz und die Wut ihrem Exmann gegenüber, auf ihren Schwiegersohn projeziert.  Die Männer sind einfach Schuld an allem.   

Wie  Granny jeden Nachmittag auf dem Teppich liegt und sich von Meredith einen Cocktail servieren lässt ist doch auch skuril. 

Sally hat ihren leiblichen Vater nur besucht um finanziell unterstützt zu werden. Sie kommt gar nicht auf die Idee, selber zu arbeiten oder sich wenigstens im Haus nützlich zu machen.   

Ich weiß momentan gar nicht wer 'gestörter' ist.  Sally mit ihren Depressionen und esoterischen Anwandlungen oder Granny, die ihre Tochter komplett abschottet und sie in ihrem Denken noch unterstützt. 

 

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Nala kommentierte am 01. Mai 2019 um 16:14

Meredith tat mir so Leid, als die Szene in der Schule an Halloween beschrieben wurde. Ich musste mehrfach schlucken. Da hatte ich mir von der Großmutter mehr Einfühlungsvermögen gewünscht. Die arme Kleine.

Ganz toll fand ich die Szene mit dem Großvater. Meredith hatte keinen Vater zum mitbringen und der Großvater merkt, wie wichtig ihr dies ist und vielleicht ahnt er auch, was für einen Standpunkt sie sonst in der Schule hätte und wie die anderen über sie sprechen würden. So schützt er sie vor Ausgrenzung und das sagt so wahnsinnig viel über ihn aus.

Was hat Sally bei dem Besuch ihres Vaters erwartet? Das er sie mit offenen Armen aufnimmt und ihr das Geld in den Mund wirft. Warum muss sie denn überall Hintergedanken haben? Hätte sie ihn nicht einfach langsam kennen lernen können und dann hätte sich vielleicht etwas ergeben? Ich kann sie eh nicht verstehen. Sie geht dort hin und um Geld zu betteln anstatt sich selbst zusammen zu reißen.

Die Geschichten, wie Bienen uns Menschen bzw. einer Familie Menschen ähneln finde ich toll. Sie passen aufeinander auf und helfen sich.

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wiechmann8052 kommentierte am 22. April 2019 um 00:28

mir tut das Kind leid, der einzige der Interesse an ihr hat,  ist der alte Mann dessen größtes Bestreben seine Bienen sind, ansonsten wird sie nur ausgenutzt oder mißachtet

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mohawk kommentierte am 23. April 2019 um 10:33

Ja, die Kinder habe es nicht leicht. Das macht traurig. Aber schön, dass die Bienen und der Großvater ihnen Halt geben. Und ich habe das Gefühl, das Mädchen hat eine innere Stärke, die ihr keiner nehmen kann und die ihr hilft. Scheinbar hatte ja auch die Mutter eine Kindheit, die keineswegs rosig war. Auch ihre Eltern haben sich getrennt. Und sowohl die Mutter als auch der Vater waren wohl schwierig. Das ist sicher mit ein Grund warum die Mutter jetzt so ich-bezogen und depressiv ist. Für die Kinder ist das natürlich kein Trost.

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leseliebelei kommentierte am 23. April 2019 um 18:32

Puhhh, wirklich heftig zu lesen, teilweise, finde ich.

In einigen Aspekten habe ich mich total wiedergefunden, muss ich gestehen. Ich bin auch Scheidungskind und habe in einer Übergangszeit bei meinen Großeltern gewohnt. Zur Einschulung hat mir meine Oma ein dirndlartiges Kleid verpasst: und wir reden hier von den frühen 2000er Jahren. Damit war ich natürlich sofort als Außenseiter abgestempelt... Zu Fasching hat sie mich dann als "Zeitung" verkleidet: Ich habe ein altes übergroßes Shirt meines Onkels getragen, das so einen Zeitungsprint hatte und dazu eine gefaltete Zeitung als Hut. Vielleicht nicht so schlimm wie bei Meredith, aber zumindest hat mich das irgendwie doch an mich erinnert.

Meine eigene Mutter zog in der Zeit nach Amerika und so war auch ich alleinreisendes Kind mit dem Flugzeug, hatte einen unglaublichen "Urlaub" bei meiner Mama, eine aufregende, luxuriöse, ganz andere Zeit - und dann diese tiefe Einsamkeit auf dem Rückflug.

Daher hat mich das alles sehr bewegt, muss ich gestehen.

Interessant fand ich aber auch die Gedanken zur Wahl, die Meredith hatte: Vater oder Mutter. Sie hätte die Chance gehabt,  ihr Leben um 180 Grad zu wenden und sich dagegen entschieden.

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Alsterschwan kommentierte am 23. April 2019 um 21:38

leseliebelei schrieb:

"Interessant fand ich aber auch die Gedanken zur Wahl, die Meredith hatte: Vater oder Mutter. Sie hätte die Chance gehabt,  ihr Leben um 180 Grad zu wenden und sich dagegen entschieden

Na so ganz richtig nicht: "Ich konnte Matthew nicht zurücklassen....Töchter durften ihre Mutter nicht verlassen, oder" und "Ich hatte Angst davor, was Granny und Mom tun würden, sollte ich nicht nach Hause kommen." (alles S.180). Es ist häufig so, dass sich Scheidungskinder für das Elternteil entscheiden, von dem   s  i  e  denken, der/die brauche ihre Hilfe dringender...

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leseliebelei kommentierte am 23. April 2019 um 21:40

Das kenne ich aus eigener Erfahrung, das ist sicherlich auch sehr verbreitet. Aber trotzdem sehe ich da eine potenzielle Chance. Natürlich sind die ganzen Zitate von Dir ihre Gründe, das Angebot abzulehnen. Aber sie hätte reden können. Sie hätte sicher auch Matthew dazuholen können. Es hätte eine Möglichkeit gegeben, aber aus Pflichtbewußtsein/Angst/Sorgen, hat sie sich dagegen entschieden.

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Alsterschwan kommentierte am 23. April 2019 um 22:44

Ja, sie hätte die "potenzielle Chance" gehabt, da gebe ich Dir recht...Aber sie steckte ja mitten in einem Loyalitäskonflikt (in dem ganz viele Scheidungskinder stecken, aber hier noch potentiert durch die Depression der Mutter)... Aber sie hat die Gewissheit bekommen, dass ihr Vater sie liebt und dass sie bei ihm leben kann, was sie auch schon mal stärkt...

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mohawk kommentierte am 24. April 2019 um 08:38

Man darf auch nicht vergessen, dass damals die These noch galt, die Kinder gehören in dem Alter zur Mutter. Die Väter wurden in die Erziehung der Kleinkinder noch nicht eingebunden und man traute es ihnen auch nicht zu. Mit ein Grund wahrscheinlich, warum der Vater sich nicht mehr um seine Kinder bemüht hat, weil er es sich selber nicht zugetraut hat. Und weil er ein schlechtes Gewissen hatte, weil ja er die Familie verlassen hat.

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 14:22

Ich habe es nicht so verstanden, dass Merediths Vater die Familie verlassen hat. Vielmehr ist doch die Mutter mit Meredith und Matthew abgehauen und der Vater hat versucht, sie zurückzuholen (oder was war die Absicht hinter diesem einen Besuch, als Meredith ihm noch hinterher gerannt ist?).

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leseliebelei kommentierte am 28. April 2019 um 18:48

Das verstehe ich auch nicht so ganz. Die Mutter haut ab, ja. Und dann kommt der Vater irgendwann (im 1. Leseabschnitt) und dann heißt es aber:

"Dann wurde Moms Stimmt zu einem Donnern.

'Wie kannst Du mir das antun?', kreischte sie. 'Liegt dir denn überhaupt nichts an deinen Kindern?'"

(S.79) Und dann:

"'Willst du deine Kinder nicht?', heulte sie."

Und:

"In der Nachbarschaft hallte Moms Stimme wider, als sie seinem Rücken nachbrüllte: 'Ich sage dir: DAS WIRD DIR NOCH LEIDTUN!'"

(S. 80)

 

Vielleicht hatte der Vater schon seine Freundin als Affäre, sie hat es herausgefunden und ist daher abgehauen?

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Fornika kommentierte am 27. April 2019 um 10:08

Der liebevolle Stiefgroßvater hat sicherlich auch eine Rolle gespielt. Zu dem wollte sie doch sicherlich zurück. Trotzdem eine schlimme Zwickmühle für Meredith.

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 10:40

Puhh, das glaube ich dir, dass dich das mehr mitgenommen hat, als diejenigen, die nicht selbst betroffen sind.

Was die Entscheidung Meredith´ betrifft, bei wem sie leben möchte - hm, schwierig finde ich. Ich bin da etwas zwiegespalten, finde es unmöglich von den Eltern (dem Vater), sie überhaupt vor diese Entscheidung in dieser Situation zu stellen. Wie kann ein Kleinkind denn diese Entscheidung treffen?! Ihm muss doch klar sein, in was für einem Konflikt er das Mädchen bringt. Das gehört doch erstmal mit dem Expartner besprochen, bevor man dem Kind womöglich falsche Hoffnungen macht. Jaaa, ich weiß, die reden hier nicht aber so geht das doch auch nicht. Was wäre denn gewesen, wenn sie sich für den Vater entscheiden hätte? Glaubt ihr, die Mutter (und Großmutter) hätte das einfach akzeptiert? Im Leben nicht.

Und überhaupt stört mich, dass der kleine Matthew hier generell so außen vor gelassen wird. Gut, er kommt wahrscheinlich besser mit der Situation klar, weil er noch nicht ganz so viel mitbekommt aber trotzdem sollte er doch mit einbezogen werden.

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gaby2707 kommentierte am 24. April 2019 um 16:40

Mich hat es anfangs auch etwas gestört, dass Matthew so wenig Beachtung im Buch geschenkt wurde. Aber ich denke, es ist Meredith´ Geschichte, die sie hier aufgeschrieben hat. Und es geht einzig und allein um sie und ihre Sicht der Dinge. Sie hatte, wie mir scheint ein gutes Verhältnis zu ihrem Bruder. Aber sie kann natürlich hier nicht darauf eingehen, wie es ihm damals ging. Also, im Nachhinein gesehen passt es für mich.

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Alsterschwan kommentierte am 24. April 2019 um 18:23

Ich stimme Dir voll und ganz zu: es ist Merediths Geschichte, von Meredith geschrieben - da würde Matthew wohl den Rahmen sprengen.... Für mich passt es auch (obwohl ich natürlich - genau wie Ihr - neugierig auf Matthews Sichtweise wäre)!

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 20:25

Nicht falsch verstehen, ich möchte nicht haarklein Matthews Sichtweise lesen aber anfangs wurde er oft erwähnt, ihr enges Verhältnis zu ihm. Er ist mit im Zimmer, noch hilfloser den Launen der Mutter ausgesetzt und um ihn kümmert sich der Großvater nicht. Das kann Meredith doch nicht plötzlich egal sein. Es würde ja reichen, wenn es mal hier und da erwähnt würde, was er so treibt ganz allein.

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 14:25

Da stimme ich dir zu. Gerade weil betont wird, dass das Verhältnis zwischen ihm und Meredith so eng ist, hätte er ruhig öfter Erwähnung finden sollen/können, auch wenn es sich um Merediths Memoiren handelt. 

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LESERIN kommentierte am 04. Mai 2019 um 14:02

Genau das dachte ich bei der Lektüre auch, denn der abwesende Vater hat die Kinder sicherlich auch geprägt!

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Blümchen kommentierte am 28. April 2019 um 10:42

Ich hab das auch gerade in meiner Einschätzung des 2. Leseabschnitts geschrieben - mir kommt es auch ein wenig komisch vor, dass plötzlich Matthew kaum noch erwähnt wird. Gerade weil er noch so klein ist, brauchte er damals seine Schwester doch umso mehr. Vielleicht hat sie sich auch nach wie vor um ihn "gekümmert", es wird nur im Buch nicht erwähnt... oder es kommt vielleicht im 3. Abschnitt noch was dazu.

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gaby2707 kommentierte am 24. April 2019 um 16:36

Ich denke, hier ging es noch nicht mal um die Frage Vater oder Mutter. Eher um Vater oder Opa mit Bienen. Da hat sich Meredith für die Bienen entschieden. Die hatte sie sich als ihre neue Familie ausgesucht.

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 20:27

Schon klar aber das konnte der Vater als er sie fragte ja nicht wissen.

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leseliebelei kommentierte am 25. April 2019 um 14:08

Ja, das denke ich auch, dass das ausschlaggebend war.

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leseliebelei kommentierte am 25. April 2019 um 14:09

Oh, und noch als Nachtrag: Ich fand es ja total schön, dass ihr Vater und ihr Opa gut miteinander auskamen! : )

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BarbaraM kommentierte am 30. April 2019 um 11:45

Ja, das hat mir auch gut gefallen. Schön, dass Meredith auch daran gedacht hat, die Grüße auszurichten. So weiß der Stiefgroßvater um die Wertschätzung.

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Rose75 kommentierte am 01. Mai 2019 um 10:30

Oh, und noch als Nachtrag: Ich fand es ja total schön, dass ihr Vater und ihr Opa gut miteinander auskamen! : )

Das fand ich auch schön und sehr stimmig.    Grandpa und Vater sind sich wohl sehr ähnlich. 

 

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 14:20

Das tut mir total leid für dich, dass du tatsächlich ähnliche Erfahrungen wie Meredith gemacht hast! Vor allem das mit dem Kostüm ist ja schon verblüffend nah dran.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch für dich dann noch mal sehr viel schwieriger zu lesen war als für uns andere. Ich fand es als Mutter schon schrecklich zu lesen, weil mir die Kinder immer so leid taten, aber wenn man das sogar selbst als Kind erlebt hat, ist das bestimmt besonders eindringlich.

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leseliebelei kommentierte am 29. April 2019 um 15:12

Als Mutter stelle ich es mir noch einmal ganz anders vor!

Hachja, bei mir selbst sehe ich das natürlich schon noch ein bisschen anders, bei weitem liebevoller (wenn auch nicht leicht). Aber Parallelen sah ich irgendwie ja doch.

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Alsterschwan kommentierte am 23. April 2019 um 21:15

Ich schreibe erst kurz meine Eindrücke, dann lese ich Eure Kommentare, ok?

Was habe ich mit Meredith mitgelitten... Die Ausgrenzung in der Schule, Halloween (Grandpa mal wieder als Retter für das nächste Halloween - Bienenhalterin!), der "Zusammenbruch" beim Musiklehrer... Grandpa versteht Meredith und lässt die anderen Väter bei der Schulveranstaltung "blass" aussehen - da habe ich mich für Meredith gefreut.... usw.

Meredith "saugt" die positiven Ereignisse förmlich auf und gewinnt wahrscheinlich dadurch viel an "innerer Kraft" (es heißt, dass Kinder psychisch kranker Eltern unbedingt ein "gesunden" Mitmenschen benötigen, der ihnen die "Normalität" widerspiegelt - viel Forschung zu diesem Thema etwas "platt" zusammengefasst), deshalb bin ich hier Grandpa sehr dankbar für seine "normale" Reaktion!

Der Besuch beim vermissten Vater an der Ostküste, Meredith fühlt sich wie eine Prinzessin, erkennt  aber selbst, dass sie "wie ein Junkie" nach immer mehr Zuwendung jippert - da fand ich den Vater großartig, dass er sie wieder auf den Boden der Realität zurückbeamt ("Sollte in dem Satz nicht irgendwo das Wort "bitte" auftauchen?" S. 175)

Ich fand die Fragen des Vaters, ob sie nicht bei ihm leben wolle, zwar nicht supertoll (pädagogisch gesehen- aber ich glaube, dass weiß man auch erst in den letzten Jahren, dass solche Fragen Kinder in höchste Konflikte bringen), aber nachvollziehbar - und er sagt ihr auch am Ende auch, dass sie jederzeit bei ihm willkommen ist... Die Mutter und die Großmutter vermiesen Meredith mit ihren ganzen Fragen den wunderschönen Aufenthalt (abgesehen davon, dass ich Meredith als "Überbringerin" des Briefes und der Liste vollkommen unmöglich fand!!!), nur Grandpa reagiert "normal"...

Sally ist schwer krank (ich weiß nicht, ob Depressionen 1978 schon als Krankheit anerkannt waren - in Amerka?), ihre Einbeziehung von Meredirh bei dem "Spiel" war für mich grenzwertig, fast ein Übergriff, knapp vor dem "Missbrauch"...

 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
leseliebelei kommentierte am 23. April 2019 um 21:43

Mache ich manchmal auch sehr gern, erst meine Eindrücke zu schreiben und dann zu kommentieren! : )

Ja, weder der Brief der Großmutter noch die Liste der Mutter, noch die Reaktionen und die Ausfragerei nach der Reise sind irgendwie auch nur ansatzweise in Ordnung.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
mohawk kommentierte am 24. April 2019 um 08:40

Man hat auch ständig das Gefühl, die Kinder würden instrumentalisiert und nicht geliebt. Um so faszinierender, dass sie trotzdem stark und selbstbewusst werden.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
yvy kommentierte am 24. April 2019 um 11:01

Sally braucht Aufmerksamkeit wie Luft zum Atmen. Es ist für sie unerträglich, dass sie keinen Partner hat, ihr Exmann aber wieder geheiratet hat und glücklich ist. Sie verliert sich in Selbstmitleid und ihrer Depression, jedes Mittel ist recht, um den Ex abzustrafen (Liste). Sie handelt völlig irrational.
Ich finde es interessant, dass ihr Exmann darauf gar nicht eingeht. So nach dem Motto: Das kenne ich schon, lass sie mal reden und fordern. Das zeigt ja, dass ihm die Situation scheinbar nicht fremd ist.

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Alsterschwan kommentierte am 23. April 2019 um 23:10

Mir sind noch zwei Punkte beim Blättern durch meine vielen kleinen farbigen Post-It in diesem Buch aufgefallen: zum einen auf S. 159 stellt Meredith fest: "Meine Mutter hatte Weihnachten verschlafen und meinem Bruder und mir Schecks statt richtiger Geschenke unter den Weihnachtbaum gelegt." Da hat mich beim Lesen doch richtig eine große Wut gepackt: gut, Sally ist krank (habe ich jetzt schon häufiger gesagt), aber da ist doch immerhin noch Granny da - kann nicht jemand mal in die Stadt fahren und Weihnachtsgeschenke für diese kleinen Kinder einkaufen??? Überhaupt: die Rolle von Granny wird mird immer unheimlicher: die Tochter liegt seit einem Jahr nur im Bett (ich habe extra nachgesehen!) und sie denkt nicht mal irgendwie daran, sich Hilfe zu holen??? (OK, wenn wir später in diesem Buch erfahren sollten, dass sie es gemacht hat, ohne das Meredith es mitbekommen hat, ziehe ich meine Wut etwas zurück...)

Der andere Punkt ist (mir aufgefallen, als ich den rückwärtigen Klappentext durch Zufall noch einmal gelesen habe): Dort steht: "Verlier wegen Deiner Mutter nicht den Mut,Du bist klug wie eine Pfadfinderbiene...." auf S. 161 steht: "Du solltest Dich nicht zu sehr über Deine Mutter aufregen. Du bist schlau wie eine Pfadfinderbiene..." Ich finde, "Verlier wegen Deiner Mutter nicht den Mut" trifft Merediths Situation bedeutend besser, weil ich eigentlich denke, sie regt sich viel zu wenig über ihre Mutter auf... Ich fühlte mich richtig fast erleichtert, als sie - nach ihrer Rückkehr von ihrem Vater - gegen die Rückenlehnen im Auto tritt....

 

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 10:47

Mit "aufregen" meint der Großvater wohl eher die innere Aufgewühltheit, könnte ich mir denken.
Die Rolle, die der Grandpa einnimmt, ist auch nicht so einfach. Ich denke, er erkennt den Misstand, kann und will sich aber nicht gegen seine Frau auflehnen oder seiner Stieftochter sagen, wie sie ihre Kinder erziehen soll. Das entspricht auch einfach nicht seinem Charakter. Also tut er das Einzige, was er kann: Er ist da für Meredtith, wo alle anderen es nicht sind und er lenkt sie ab von ihren Problemen, gibt ihr einen Fokus und teilt seine Leidenschaft mit ihr. Das ist großartig! Und dennoch würde ich mir wünschen, er würde mal kräftig auf den Tisch hauen und den Damen die Meinung geigen.

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 14:30

Ich fand diese Diskrepanz zwischen Originaltext und 'Werbesatz' auch etwas schade, gerade weil der doch so prägnant ist. Mir gefällt das mit dem Mut verlieren auch sehr viel besser und zutreffender.

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 10:55

Und jetzt noch meine Meinung abseits der Reaktionen auf eure Texte. ;)

Die Geschichte ist unglaublich bewegend und faszinierend. Dass Meredith endlich ihren Vater wiedertrifft, war so schön zu lesen. Ihre Freude, ihr Gefühl von "wieder ganz zu sein" - das war rührend. Natürlich ist es umso schwerer, ihren Fall danach miterleben zu müssen. Es ist für mich beinahe unglaublich, wie rücksichtsvoll dieses Kind ist. Sie schluckt alle Wut immer wieder runter, versucht es allen recht zu machen, begehrt nie auf. Ich frage mich, wann das Fass wohl überläuft und sie förmlich explodiert.

Sally driftet immer weiter ab, wird immer verzweifelter. Ich fürchte, das geht nicht gut aus mit ihr.

Was ist mit Matthew? Ich wüsste gern wie es ihm geht, schade, dass man hier nicht mehr viel von ihm liest.

Die Faulbrutthematik fand ich sehr interessant und bin schockiert. Davon hatte ich noch nie etwas gehört. Dieses Bienenwissen, das hier vermittelt wird, ist unglaublich spannend.

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gaby2707 kommentierte am 24. April 2019 um 16:29

Ich frage mich, wann das Fass wohl überläuft und sie förmlich explodiert.

Ich denke, diese Explosion ist dieses Buch. Da hat sich Meredith alles von der Seele geschrieben, was sie in ihrer Kindheit und Jugend in sich hnein gefressen hat.

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 20:30

Dann hat sie die Seelenlast aber lange mit sich rumgeschleppt. Für gewöhnlich bricht sowas doch spätestens in der Pubertät raus.

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Fornika kommentierte am 27. April 2019 um 10:15

Das Buch ist zwar schon sehr persönlich, aber die "Explosion" war dann vielleicht zu persönlich und kommt deswegen nicht vor.

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yvy kommentierte am 29. April 2019 um 11:17

Da könntest du Recht haben.

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yvy kommentierte am 24. April 2019 um 20:31

Dann hat sie diese Seelenlast aber verdammt lang mit sich rumgeschleppt. Für gewöhnlich bricht sowas doch spätestens in der Pubertät raus.

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Alsterschwan kommentierte am 24. April 2019 um 21:44

Ich denke mal, sie wird zwischenzeitlich (als Erwachsene?) mal eine Therapie gemacht haben und dann diese Geschichte für sich aufgearbeitet.... Ich habe versucht, sie mal etwas zu "googeln", aber viel ist nicht dabei herausgekommen, sie scheint mit ihrem Privatleben sehr sorgsam und verschwiegen umzugehen!

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leseliebelei kommentierte am 25. April 2019 um 14:11

Ich habe auch mal ein bisschen recherchiert, weil mich das einfach interessierte. Ihr Instagram-Profil gibt ein paar Einblicke in ihr Leben. : )

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MrsFraser kommentierte am 28. April 2019 um 17:48

Auf meredithmay.net hat sie ihren Blog, in dem sie vor allem vieles über ihre Imkerei teilt. z.B. was sie mit dem letzten Bienenstock ihres Großvaters gemacht hat. Wenn man auf instagram die Bilder, auf denen sie verlinkt ist, anschaut, findet man auch ein Bild von der Hochzeit mit ihrer Frau.

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lila-luna-baer kommentierte am 28. April 2019 um 18:14

"Die Faulbrutthematik fand ich sehr interessant und bin schockiert. Davon hatte ich noch nie etwas gehört. Dieses Bienenwissen, das hier vermittelt wird, ist unglaublich spannend."

Das fand ich auch total interessant. War mir auch völlig neu und daher umso spannender. Mir gefällt, dass das Buch so deutlich macht, wie wichtig Bienen eigentlich für uns sind.

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SarahV kommentierte am 29. April 2019 um 07:01

Ich fand es leider gar nicht schön, von dem Treffen mit Merediths Vater zu lesen. Ich hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl dabei... wie Mutter und Großmutter sie auf diese Reise "vorbereitet" haben. Dann kommt heraus, dass der Vater versucht hat, Kontakt aufzunehmen. Und schließlich dieses Gespräch und die Frage, ob sie glücklich ist. Mich hat dieser ganze Abschnitt unglaublich traurig gestimmt. Natürlich war Meredith zu diesem Zeitpunkt nicht glücklich. Aber auch eine Entscheidung für ihren Vater hätte sie nicht glücklich gemacht. Die verzwickte Situation eines Scheidungs-Kindes... Man konnte das alles in diesem Abschnitt beim Lesen so gut nachempfinden, sodass mich das innerlich sehr aufgewühlt hat. Zumal mich das Buch an sich sehr zornig macht. Das Verhalten von Großmutter und Mutter sind für mich ein absolutes Desaster - unter solchen Bedingungen sollten Kinder nicht aufwachsen. Und zwischen der ganzen Wut, die sich beim Lesen bei mir aufstaut, kommen dann diese Momente bei den Bienen und alles entspannt sich wieder etwas. Die Zeit mit ihrem Großvater gibt Meredith so viel und das spürt man richtig beim Lesen.

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SarahV kommentierte am 29. April 2019 um 07:05

Das Kapitel mit der Faulbrut war für mich ebenfalls etwas Neues. Wie so vieles andere. Ich wusste bereits, wie wichtig Bienen und auch Insekten für unser Öko-System sind, aber hier wird einmal das nochmal bewusster vor Augen geführt. Das Buch ist so auch ein toller Beitrag zur aktuellen Diskussion um den Rückgang von Bienen und Insekten.

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yvy kommentierte am 06. Mai 2019 um 11:31

Schaut mal hier, heute morgen gelesen/geschaut:

https://www.gmx.net/magazine/wissen/natur-umwelt/millionenschaden-imker-bienenvolk-stirbt-imwinter-33726364

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Alsterschwan kommentierte am 24. April 2019 um 21:47

Ich weiß nicht genau, wo ich es sonst hier unterbringen soll: ich bin mitten im 3. Teil, aber ich fahre morgen zu einer Familienfeier und komme erst Sonntag zurück... Nicht dass Ihr Euch wundert, wo ich abgeblieben bin... Sonntag steige ich wieder in das Geschehen ein...

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leseliebelei kommentierte am 25. April 2019 um 14:12

Dann ganz viel Spaß und hoffentlich auch ganz viel Harmonie! : ) Du wirst sicher eine Menge aufzuholen haben, am Sonntag!

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gaby2707 kommentierte am 26. April 2019 um 13:34

Ganz viel Spaß mit Deiner Familie. Wir wareten auf Dich, bis Du zurück bist.

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Myrna kommentierte am 26. April 2019 um 01:53

Ein prall gefüllter zweiter Teil...

Das erste, was mir regelrecht die Haare im Nacken aufstellte, war folgender Satz: "Wie in meiner Familie üblich, wurde uns nicht erklärt, warum unser Besuch auf Dauer war." - Furchtbar!!! Den Kindern werden tausend Fragen durch den Kopf gegangen sein, und es gab keine Antworten!! Aber so war wohl die damalige Zeit.

Meredith kommt in die Schule und wird prompt zur Außenseiterin - hart für ein Kind, das sich eh schon allein gelassen fühlt... Vor allem die Kleidung am ersten Schultag war ja die Härte, oder auch das Halloween-Kostüm... Krass!

Richtig geärgert hat mich die Ignoranz von Granny gegenüber der Schulbeurteilung. Und dass sie dann sagt: "Wer braucht schon Freundinnen..." - Unglaublich!! Wie verbittert muss sie sein??! Was hat sie wohl erlebt??

Als Meredith im Musikunterricht weint, muss sie nicht mehr hin und bekommt statt dessen Malutensilien - und das finde ich richtig gut, weil Kinder sich quasi alles "von der Seele malen" können. Vor allem, weil Grandpa sich dann die Bilder alle anschaut und aufhängt. Da fühlt sie sich ernst genommen.

Auch der Abend der Väter in der Schule, wo Meredith erst nicht hin will, aber dann mit Grandpa hingeht, wird spannend und schön für sie, er erzählt aus seinem Leben und von seinem Urgroßvater. Ich fand das sehr interessant.

Das Verhalten der Mutter ist immer noch sehr seltsam. Für die Kinder ist es ja deshalb sehr schwierig. Man hat wirklich den Eindruck, sie hätten beide Elternteile verloren.

Für Meredith werden die Bienen immer wichtiger, so sehr, dass sie in der Schule eine aus Pappmaché herstellt, die von Grandpa bewundert wird.

Dann sollen die Kinder ihren anderen Großvater - den leiblichen Vater der Mutter - kennenlernen, weil die Mutter ihn besucht, wohl in der Hoffnung, er werde ihr helfen. Und sie ist sehr wütend, weil er es nicht tut. Und die Kinder erleben mal wieder eine Mutter voller Gebrüll.

Meredith darf in den Bus und beim Honigschleudern dabei sein.

Dann kommt ein Brief von Merediths Dad; er lädt sie ein, zu ihm zu kommen. Granny meint, sie müsse nicht, wenn sie nicht wolle, aber sie will. Ihrer Mutter scheint das gar nicht zu passen. Aber Meredith darf fliegen und freut sich sehr. Es stellt sich heraus, dass ihr Vater ihr wohl regelmäßig geschrieben hat und wohl auch versucht hat, sie am Telefon zu sprechen - und Meredith weiß von all dem nichts. Granny hat offenbar Briefe unterschlagen und am Telefon hat sie ja immer gleich aufgelegt. So etwas finde ich unmöglich und unverantwortlich! Dass Granny ihr aber dann den Einladungsbrief vorgelesen hat und sie dorthin fliegen lässt, ist ja eigentlich das genaue Gegenteil - vielleicht hat sie das getan, weil sie fürchtete, der Vater würde sonst wieder persönlich auftauchen?

Und dann die drängenden Fragen der Mutter nach Merediths Rückkehr... Ich kann sie zwar irgendwie verstehen, aber Meredith tut mir leid - die muss doch selbst erst wieder den Abschied vom Vater verkraften... Da sie ohnehin hin und her gerissen war zwischen beiden Elternteilen, weil ihr Vater ihr anbot, sie könne auch bei ihm leben...

Wie gut für Meredith, dass es Grandpa und die Bienen gibt. Sie lernt noch viel mehr über sie und die Natur, dass alles ein Ganzes ist und miteinander zusammenhängt.

Krass auch, wie ihre Mutter sie vereinnahmt für ihren Spiritismus, mit dem sie sich neuerdings befasst...

Unglaublich, was sich auf diesen etwas über hundert Seiten wieder abgespielt hat - da tut sich ja ein regelrechter Abgrund auf...

Ich bin gespannt, was noch so alles passiert...

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leseliebelei kommentierte am 26. April 2019 um 09:39

"Das erste, was mir regelrecht die Haare im Nacken aufstellte, war folgender Satz: "Wie in meiner Familie üblich, wurde uns nicht erklärt, warum unser Besuch auf Dauer war." - "

Ja, das finde ich auch ganz besonders schlimm. Als hätten die Kinder kein Recht zu erfahren, was gerade passiert. :/

"Das Verhalten der Mutter ist immer noch sehr seltsam. Für die Kinder ist es ja deshalb sehr schwierig. Man hat wirklich den Eindruck, sie hätten beide Elternteile verloren."

Ja, aber irgendwie fast noch schlimmer, so mit dem "Geist" der Mutter, irgendwie da aber gleichzeitig halt nicht.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
yvy kommentierte am 29. April 2019 um 11:23

"Als Meredith im Musikunterricht weint, muss sie nicht mehr hin und bekommt statt dessen Malutensilien - und das finde ich richtig gut, weil Kinder sich quasi alles "von der Seele malen" können."

Das sehe ich etwas kritischer, da einmal mehr nicht auf die Ursachen für Meredith´Ausbruch eingegangen wird. Das Kind weint, ist verstört und die Lehrer isolieren sie, geben ihr eine Alternativaufgabe und vermeiden so die Ausbrüche. Ist das jetzt richtig oder falsch?

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leseliebelei kommentierte am 29. April 2019 um 15:09

Ja, ich sehe das auch kritischer. Ich finde, da wäre eine Aufarbeitung/Erklärung besser gewesen...

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Blümchen kommentierte am 28. April 2019 um 10:34

Auch im zweiten Leseabschnitt wird Merediths Leben leider nicht einfacher. Noch immer leidet sie unter ihrer herrischen Großmutter und ihrer depressiven Mutter. Der einzige, der ihr wirklich ans Herz gewachsen ist (und mir auch) ist ihr Großvater.

Merediths Mutter ist für mich ein rotes Tuch. Ihr Selbstmitleid und ihre fordernde Art nerven mich. Die Szene, als sie das Mädchen für ihr Gespräch mit Toten "missbraucht", fand ich verstörend. Es dreht sich alles nur um sie und ihre Probleme. Dass Meredith selbst kaum weiß, wie sie mit der Situation klarkommen soll, scheint der Mutter völlig egal zu sein. Eine schwere Kindheit, die Meredith ertragen musste.

Mich hätte es gefreut, wenn man noch ein wenig mehr über Merediths Bruder und seinen Umgang mit der Situation erfahren hätte. Klar, er war jünger und hat vielleicht noch nicht alles bewusst mitbekommen oder einordnen können - aber es scheint ja, dass er außer seiner Schwester auch niemanden hat, mit dem er spielen oder sich beschäftigen könnte. Da sie ja oft mit dem Großvater (alleine) unterwegs ist, könnte ich mir vorstellen, dass ihr Bruder ziemlich vereinsamt ist. Leider ist im Buch zwischenzeitlich nur noch selten von ihm die Rede.

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lila-luna-baer kommentierte am 28. April 2019 um 18:11

"Die Szene, als sie das Mädchen für ihr Gespräch mit Toten "missbraucht", fand ich verstörend. Es dreht sich alles nur um sie und ihre Probleme. Dass Meredith selbst kaum weiß, wie sie mit der Situation klarkommen soll, scheint der Mutter völlig egal zu sein."

Die Szene fand ich auch krass. Vor allem auch deswegen, weil die Mutter glaubt, mit einem neuen (und vor allem reichen) Mann könnte sie endlich glücklich sein. Dabei würde das an ihren Problemen rein gar nichts ändern. Sie müsst erst einmal sich selbst und ihre Erkrankung in den Griff bekommen und versuchen, sich selbst glücklich zu machen bevor sie jemand anders die Verantwortung für ihr eigenes Leben aufs Auge drückt...

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leseliebelei kommentierte am 28. April 2019 um 18:39

Ich frage mich, ob sie sich selbst überhaupt als Mutter sieht.

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gaby2707 kommentierte am 05. Mai 2019 um 12:27

Ich denke eher nicht. Dazu ist sie viel zu sehr mit sich und ihren Problemen befasst.

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AhabsDaughter kommentierte am 28. April 2019 um 16:17

Puh, Merediths Vater scheint mir dann jetzt doch zu den "Guten" zu gehören. Ich kann den Loyalitätskonflikt verstehen, als sie sich plötzlich zwischen ihm und der Mutter entscheiden soll/kann. Ich denke aber auch, dass sie sich in Wirklichkeit für den Großvater und die Bienen entschieden hat. Die Situation mit der Mutter finde ich immer schlimmer, vor allem die Forderungen ihrer Sachen und das "Verhör" nach dem Besuch. Das Mädchen ist doch gerade mal 6 oder 7 Jahre alt. Unglaublich! Aber da mir der leibliche Vater Sallys und Granny sehr distanziert und kaltherzig vorkommen, ist es für mich kein Wunder, dass Sally so gestört ist. (Mag jetzt böse klingen, aber meine Geduld ist da am Ende). Mit Sicherheit hat die Großmutter die Briefe entsorgt...Mich würde auch interessieren, was hinter ihrem Verhalten steckt und warum sie Merediths Vater so hasst. Wahrscheinlich gibt sie ihm die Schuld an der Situation.

Der Stief-Großvater ist der Einzige, der Meredith ernst nimmt, einfühlend und unterstützend ist. Den Vortrag in der Schule fand ich sehr cool.

Noch ein Zitat, das ich bemerkenswert finde: "Diese Insekten, vor denen die meisten Menschen voller Angst davonliefen, waren der unsichtbare Klebstoff der Erde, der uns alle zusammenhielt." (S. 203) Ein sehr anschauliches Bild, das treffend beschreibt, wie wichtig die Insekten für unser gesamtes Ökosystem sind.

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lila-luna-baer kommentierte am 28. April 2019 um 18:21

"Puh, Merediths Vater scheint mir dann jetzt doch zu den "Guten" zu gehören."

Das fand ich auch sehr erleichternd zu lesen, dass der Vater sich doch nicht einfach so davon gemacht hat. Dass die Großmutter die Briefe unterschlagen hat und so die komplette Vater-Tochter-Beziehung torpediert hat, ist echt ein Unding. So kann man einfach nicht mit Kindern umgehen, die brauchen nun mal beide Elternteile. Ich bin nur 2 Jahre später geboren als Meredith May und ja, auch in den 70er Jahren war die Wichtigkeit von Vätern für Kinder durchaus bekannt. Aber tatsächlich war es zu der Zeit üblich, dass Kinder nach einer Scheidung bei der Mutter blieben. Und bei der großen Entfernung ist ein regelmäßiger Umgang natürlich ohnehin nicht einfach, aber unter diesem Umständen praktisch unmöglich....

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CaddyMcCartney kommentierte am 02. Mai 2019 um 08:35

ich hätte mir jedoch noch gewünscht, dass der vater zum ende hin, das ein oder andere mal wieder erwähnung gefunden hätte. es wurde leider nicht ganz klar, in welcher beziehung sie sich entwickelt haben, ob die weiteren besuche mit meredith und matthew ebenso voller eindrücke waren, wie ihr erstmaliger besuch oder ob das abgeflacht ist...gab es weitere telefonate oder ihrerseits versuche dem vater briefe zu schreiben? schade, dass das so untergegangen ist.

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BarbaraM kommentierte am 30. April 2019 um 11:49

Dieses Zitat habe ich mir auch sofort markiert. Ich finde, dass es die Wichtigkeit der Insekten auf den Punkt bringt.

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gaby2707 kommentierte am 05. Mai 2019 um 12:29

"Diese Insekten, vor denen die meisten Menschen voller Angst davonliefen, waren der unsichtbare Klebstoff der Erde, der uns alle zusammenhielt." (S. 203)

Das Zitat finde ich absolut bezeichnend.

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Hannahliest kommentierte am 02. Mai 2019 um 11:27

Die Geschichten über die Bienen im Buch finde ich ganz toll und auch Meredith bringen die Bienen Hoffnung. Sie lenken sie ab. Ich finde es schlimm, dass Meredith bei ihrem Vater alles mögliche mitbringen soll für ihre Mutter und von Granny die Aufforderung für mehr Geld übergeben soll, so wird sie noch mehr in die Schwierigkeiten der Erwachsenen reingezogen.  Den Besuch beim "echten" Opi fand ich nicht gerade klug, warum hat die Mutter  ihre Kinder  dorthin  mitgenommen? Das verwirrt sie nur und der echte Opa scheint kein guter Kerl zu sein, nun ja wahrscheinlich wollte die Mutter Geld...aber wiederum sollte sie da ihre Kinder nicht mitreinziehen... Auch schlimm finde ich, dass Granny die Briefe von Merediths Dad verbrannt hat und meinte es wären nie welche gekommen.  Auch die Sache mit der Geistbeschwörung zu der die Mutter Meredith zwingt, ist nicht gerade gut... die Mutter bräuchte wohl Hilfe, doch Granny schattet sie nur ab und lässt sie in ihrem Zimmer verweilen und hetzt gegen den Vater der Kinder. 

Immerhin haben die Kinder die Bienen, einander und den lieben Stiefopi. 

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Deidree C. kommentierte am 05. Mai 2019 um 10:56

Ich gehe davon aus, dass sie sich von ihrem leiblichen Vater finanzielle Unterstützung erhofft hatte und die Kinder als Tränendrüsendruckmittel benutzen wollte. Hat ja wohl nicht geklappt.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
LESERIN kommentierte am 04. Mai 2019 um 14:07

"Der Besuch beim vermissten Vater an der Ostküste, Meredith fühlt sich wie eine Prinzessin, erkennt  aber selbst, dass sie "wie ein Junkie" nach immer mehr Zuwendung jippert - da fand ich den Vater großartig, dass er sie wieder auf den Boden der Realität zurückbeamt ("Sollte in dem Satz nicht irgendwo das Wort "bitte" auftauchen?" S. 175)"

Das Wort "jippert" kenne ich gar nicht, bedeutet wohl lechzen? Kennt jemand die Serie /Comic "The End of the fucking world?"

Die jugendliche Protagonistin sehnt sich sehr nach dem abwesenden Vater, verklärt ihn als gerechten Revoluzzer, und als sie ihn dann findet, ist er einfach nur ein unreifer Egoist.

Daran musste ich beim Lesen auch denken!

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 108 bis 205
Deidree C. kommentierte am 05. Mai 2019 um 10:55

Gut, dass Meredith ihren Grandpa hat. Er zeigt ihr eine Welt in der sie wenigstens für manches in ihrer kindlichen Welt eine Erklärung für sich findet.

 

In so einem Umfeld aufzuwachsen, kann ein Kind wahrscheinlich zugrunde richten. Hier beweist Meredith eine starke Persönlichkeit, auch wenn es sie nicht vor Narben schützt.

 

Bezeichnend für mich war die Woche bei ihrem Vater. Er überhäuft sie mit Erlebnissen, fragt sie, ob sie bei ihm bleiben will. Eine Entscheidung, die ein Kind vor unlösbare Probleme stellt. Und immer wieder machen Eltern so etwas. Unvorstellbar. Inwieweit die Frage überhaupt ehrlich gemeint war, kann man aus der kurzen Beschreibung des Vaters nicht herauslesen. Für Meredith aber egal. Sie wusste ja nur, dass sie sich zwischen Vater und ihrem derzeitigen Zuhause entscheiden muss.

 

Die Zeiten bei den Bienen haben anscheinend der kindlichen Seele Antworten gebracht. Die Bienen und der Großvater – die beiden positiven Pole in Merediths Kindheit, würde ich sagen.

 

Wie ihre Mutter sie behandelt, ist für mich nicht einfach zu lesen. Die ständige Zurückweisung muss unweigerlich Spuren hinterlassen. Die Großmutter wirkt resolut und hält doch viel darauf wie die Familie nach außen wirkt, trotzdem schafft sie es nicht, ihre Tochter aus der Depression zu holen. Ein schweres Thema, schon klar.

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