Leserunde

Leserunde zu "Der Mauersegler" (Fernando Aramburu)

Die Mauersegler -

Die Mauersegler
von Fernando Aramburu

Bewerbungsphase: Bis zum 01.12.

Beginn der Leserunde: 12.12. (Ende: 02.01.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Rowohlt Verlags – 20 Freiexemplare von "Der Mauersegler" (Fernando Aramburu) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

Wichtige Info: Um für die Verlosung berücksichtig zu werden, müsst ihr für diese Special-Leserunde neben der klassischen Bewerbung per Kommentar auch an unserer vorgelagerten Umfrage teilgenommen haben. Alle Infos dazu findet ihr hier

ÜBER DAS BUCH:

Toni ist Philosophielehrer an einem Gymnasium in Madrid, lebt alleine, mit Hund, und fasst einen Entschluss: Er will seinem Leben ein Ende setzen. In genau 365 Tagen. Am 31. Juli beginnt das letzte Jahr, und dieser Roman hat 365 Kapitel, eins für jedenTag. Die ersten Monate sind für Toni geprägt von Erinnerungen an seine Familie in der wechselhaften spanischen Geschichte, Beobachtungen seiner Landsleute und Erlebnissen, die ihn in seiner Weltsicht bestärken. Doch dann kommt es zu einer unerwarteten Begegnung mit einer Frau, deren Hund auch Toni heißt. Ein Zeichen! Und mit einem Mal gerät Tonis Plan ins Wanken. Nach dem internationalen Bestseller «Patria» legt Aramburu einen großen humanistischen Roman vor. Voller Herzenswärme, traurig, lustig, zutiefst berührend: ein meisterhaftes Werk. Die Chronik eines Countdowns, die auf fantastische Weise von der Hoffnung auf ein glückliches Leben erzählt. Für die spanische Kritik ist es schon jetzt ein Klassiker des 21. Jahrhunderts.

ÜBER DEN AUTOR:

Fernando Aramburu wurde 1959 in San Sebastián im Baskenland geboren. Seit Mitte der achtziger Jahre lebt er in Hannover. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Premio Vargas Llosa, dem Premio Biblioteca Breve, dem Premio Euskadi und zuletzt, für «Patria», mit dem Premio Nacional de la Crítica, dem Premio Nacional de Narrativa und dem Premio Strega Europeo. «Patria» wurde als Serie für HBO verfilmt.. Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen. Er übersetzte u. a. Antonio Muñoz Molina, Luis Sepúlveda, Rolando Villazón und Fernando Aramburu aus dem Spanischen. Ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis des spanischen Kulturministeriums, dem Johann-Friedrich-von-Cotta-Literatur- und Übersetzerpreis und dem Jane Scatcherd-Preis.
 

31.12.2022

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692

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Lilli33 kommentierte am 21. Dezember 2022 um 15:51

Hm, ich weiß auch nicht. Das Buch ist nicht ganz schlimm, aber auch kein reines Vergnügen. Es zieht sich manchmal wie Kaugummi, dann ist es wieder ganz fesselnd. Toni ist mir nach wie vor sehr unsympathisch, und langsam ist es mir egal, ob er sich schließlich umbringt oder nicht. 

Im Gegensatz zu Toni ist Águeda ja wirklich eine Heilige. Sie möchte Gutes für andere tun und freut sich daran. 

Dass Belén und ihre Tochter wieder zurück zu dem misshandelnden Mann gegangen sind, finde ich so furchtbar, zumal ja das Kind eine Heidenangst vor ihm zu haben scheint. Aber leider kommt das auch im richtigen Leben viel zu häufig vor.

S. 620: „mich überkommt eine große Lustlosigkeit“ - An dieser Stelle musste ich herzhaft lachen. Da überkommt ihn erst die Lustlosigkeit? Es gibt wohl kaum einen Menschen, der lustloser durchs ganze Leben geht als Toni. Schlagartig erfasste die Lustlosigkeit auch mich :(

Endlich: Beim Tod seiner Nichte zeigt er endlich mal, dass ihm nicht alles am Allerwertesten vorbei geht. 

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darkola77 kommentierte am 30. Dezember 2022 um 10:23

Águeda scheint wirklich die Güte und Aufrichtigkeit in Person zu sein. Ich frage mich, ob mit einer derartigen Haltung sie in ihrem Leben bereits viele Enttäuschungen erfahren musste. Ich befürchte es.

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maraAngel2107 kommentierte am 07. Januar 2023 um 11:37

"Hm, ich weiß auch nicht. Das Buch ist nicht ganz schlimm, aber auch kein reines Vergnügen."

Hier gebe ich Dir gerne Recht, es zieht sich nur furchtbar in die Länge und ich finde es sehr müssig weiter zu lesen:-) Ich tue mich unglaublich schwer damit und ich bin noch nicht durch......grrrrr...ich hatte es mir aufgrund der Leseprobe doch ein wenig spannender und flüssiger vorgestellt, nun gut, ich kämpfe mich weiter durch und werde es auch sicherlich ganz bald beenden.

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schwadronius erwähnte am 08. Januar 2023 um 00:04

"Dass Belén und ihre Tochter wieder zurück zu dem misshandelnden Mann gegangen sind, finde ich so furchtbar, zumal ja das Kind eine Heidenangst vor ihm zu haben scheint. Aber leider kommt das auch im richtigen Leben viel zu häufig vor."

Sehr häufig. Und trotz aller angebotener Hilfe ... Kein Gegenargument hält dagegen. Was spielt sich da nur im Kopf der Frauen ab?

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FIRIEL kommentierte am 24. Dezember 2022 um 10:30

Toni zeigt langsam auch andere Gefühle. Der Tod seiner Nichte beschäftigt ihn; er vermisst Treffen mit Agueda; er wendet sich etwas mehr seinem Sohn zu. Sollen wir hier eine langsame Veränderung der Persönlichkeit begleiten?

Tipp: Er bringt sich nicht um. Humpel wird aber sterben, ob durch Selbstmord oder weil seine Wunden doch letal sind.

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westeraccum kommentierte am 26. Dezember 2022 um 10:59

Ich denke er ist heimlich in Àguera verliebt, will es sich aber nicht eingestehen, weil er dann zugeben müsste, dass er vor Jahren eine Fehler gemacht hat, als er sie in die Wüste schickte. Das passt nicht zu einem Macho, der keine Fehler macht....

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Sursulapitschi kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:07

Tipp: Er bringt sich nicht um. Humpel wird aber sterben, ob durch Selbstmord oder weil seine Wunden doch letal sind.

Originell wäre: Er will nicht mehr sterben und hat einen tödlichen Unfall. 

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FIRIEL kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:10

Ja, das wäre originell, aber diese Idee traue ich ihm nicht zu.

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Sursulapitschi kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:18

:DDDD

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darkola77 kommentierte am 30. Dezember 2022 um 10:30

Das glaube ich auch: Toni wird nicht sterben. Hoffe ich zumindest! :-)
 

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schwadronius meinte am 08. Januar 2023 um 00:05

"Tipp: Er bringt sich nicht um. Humpel wird aber sterben, ob durch Selbstmord oder weil seine Wunden doch letal sind."

Águedas Aussagen zu Humpels Wunden fand ich sehr symbolisch.

Wenn sie wirklichen tödlichen Ausgangs sind, hinterfrage ich die Ärzte in der Geschichte ...

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Läuferbiene kommentierte am 25. Dezember 2022 um 13:07

Was habe ich erfahren in diesem Abschnitt?
Nichts Neues, es dümpelt weiter vor sich hin.
Die Nichte ist gestorben, dass finde ich traurig. Sie hat gekämpft und doch verloren.
Da hat Toni endlich gezeigt, dass ihm nicht alles egal ist.
Agueda ist zu gut für Toni. Er verdient diese nette Frau nicht.
Den letzten Abschnitt schaffe ich auch noch. Bis jetzt war es eine Quälerei. Ich verstehe den Hype um das Buch kein bisschen.

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Lilli33 kommentierte am 25. Dezember 2022 um 13:29

Ich verstehe den Hype um das Buch kein bisschen.

Je mehr Hype, umso schlechter finde ich in der Regel ein Buch ;)

Wahrscheinlich bin ich einfach zu blöd, um große Literatur zu erkennen ;)

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Läuferbiene kommentierte am 25. Dezember 2022 um 14:51

Nein, wir sind intelligent genug, um zu erkennen, wenn ein Buch den Hype nicht verdient :-)

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westeraccum kommentierte am 26. Dezember 2022 um 10:59

Das denke ich auch oft.

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KKruse kommentierte am 30. Dezember 2022 um 15:54

Über Geschmack lässt sich ja schließlich streiten. Nur weil etwas als "hohe Literatur" gelobt wird, muss es einem nicht gleich gefallen! Ich bin sicher kein Literaturlaie, aber ich werde mit dem Roman auch absolut nicht warm. Ich verstehe das literarische Konzept des Autors und zolle ihm dafür auch allen Respekt, doch meinen persönlichen Geschmack trifft er damit nicht. Damit will ich nicht die literarische Leistung des Autors oder die Idee hinter dem Buch herabwürdigen, es gibt sicher LeserInnen, die damit etwas anfangen können. Aber eine Rezension ist ja auch immer zu einem gewissen Grad subjektiv und mein Leseeindruck ist wie bei dir, dass es bei Weitem nicht der beste und interessanteste Roman ist, den ich je gelesen habe...
 

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:58

"Aber eine Rezension ist ja auch immer zu einem gewissen Grad subjektiv ..."

Selten ist eine Rezension anderes.

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darkola77 kommentierte am 30. Dezember 2022 um 10:27

Ich gebe zu: Inzwischen brenne ich für das Buch und kann es kaum noch aus der Hand legen! Auch, wenn meine Finger langsam mit Muskelkater zu kämpfen haben... :-)

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maraAngel2107 kommentierte am 07. Januar 2023 um 11:47

Ich beneide Dich gerade - ich empfinde es komplett anders, für mich ist es sehr langatmig und langweilig und ich muss mich wirklich zwingen weiter zu lesen.... doch ich freue mich auch, das es hier den oder die einen oder andere gibt, dem/der das Buch nun gefallen zu scheint, da sieht man mal wieder wie sehr die Interessen auseinander gehen. 

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darkola77 kommentierte am 07. Januar 2023 um 12:04

Das ist eine sehr schöne Rückmeldung von Dir, vielen Dank! Und es tut mir sehr leid für Dich, dass Du Dich gerade so durch das Buch kämpfen musst.

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Sursulapitschi kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:04

So allmählich gebe ich die Hoffnung auf, mich noch mit diesem Buch anzufreunden. Ich langweile mich sehr. Es ist viel zu detailverliebt.

Warum müssen wir auf Seite 577 noch Amalias Schwester kennenlernen mit all ihren Problemen? Sie tut nichts zur Sache, kein bisschen. Stattdessen sollte es mal zu irgendeinem Punkt kommen.

Ich verstehe auch nicht, was es uns sagen möchte. Sein Vater war grausam zu seinen Söhnen, deshalb hat er nie gelernt, wie gute Väter sein müssen und kommt nicht mit seinem eigenen Sohn zurecht? Söhne werden nie, wie Väter es sich wünschen? Ist das ein Grund, sich umzubringen?

Hat es etwas zu bedeuten, dass hier diverse mysteriöse Hautkrankheiten im Spiel sind?

Warum erfahren wir eigentlich so wenig über Humpel? Der würde mich deutlich mehr interessieren als Amalias Schwester.

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FIRIEL kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:13

Ja, "Humpel" fände ich auch interessant. Wie verkraftet es ein Mensch, durch ein Attentat plötzlich versehrt zu sein? Und dieser Spitzname ist ja wohl völlig unmöglich; kein Wunder, dass der so Benannte ihn nicht hören soll.

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Sursulapitschi kommentierte am 26. Dezember 2022 um 21:22

Bei Humpel ahnt man, dass er nicht gut mit seiner Situation klar kommt, er hat auch tatsächlich Tragisches erlitten. Seine Selbstmordgedanken kann ich ein bisschen verstehen, Tonis überhaupt nicht. Er wirkt wie ein Eigenbrötler, der gerne den Einsamen spielt, um sich ein bisschen selbst leidtun zu können. 

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marsupij kommentierte am 02. Januar 2023 um 07:14

Mit Humpel als Protagonist käme ich deutlich besser klar.

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westeraccum kommentierte am 27. Dezember 2022 um 09:57

Diesen Leseabschnitt habe ich jetzt auch geschafft und ich bin froh, dass ich mich dem Ende nähere, wie auch immer es aussehen mag.

Es gab Abschnitte, die mich gefesselt haben, aber andere habe ich dann wieder nur quer gelesen. Immerhin klären sich jetzt einige Dinge und Toni und Agueda nähern sich an.

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Minijane kommentierte am 29. Dezember 2022 um 23:15

Puh, das Buch zieht sich und es passiert nichts Wesentliches. Über Humpel hätte ich auch lieber noch mehr Hintergrundwissen bekommen. Doch stattdessen wird Amalia's Schwester noch in die Geschichte eingeführt. Unnötig!

Agueda hat wirklich einen netteren Mann als Toni verdient, aber ich fürchte da bahnt sich etwas an, wenn Tina schon im Schrank verschwinden muss.....

Ich wüsste nicht, dass mir schon einmal ein dermaßen furchtbarer Typ als Hauptcharakterzug untergekommen ist. Wir sind die ganze Zeit in seinem Kopf und ich kann seine Gedankenwelt überhaupt nicht nachvollziehen und finde ihn oft einfach nur erbörmlich, feige, machomäßig.

 

 

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:54

"Doch stattdessen wird Amalia's Schwester noch in die Geschichte eingeführt. Unnötig!"

Nein, eigentlich ist das nicht unnötig. Toni porträtiert seine Umwelt vor allem durch deren Handlungen / Taten. Es hilft, Amalia besser zu verstehen. Also warum Toni sie so beschreibt, wie er sie "sieht".

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darkola77 kommentierte am 30. Dezember 2022 um 10:11

Inzwischen bin ich begeistert von der Geschichte! Ich lese, lese und lese - dass mir heute richtig die Finger weh tun. Hört sich komisch an? :-) Das Buch ist halt so schwer, für mich ausschließlich von seinem Gewicht.

Mit Águeda ziehen wieder Gefühle und auch die Lebendigkeit in Tonis Leben ein, auch, wenn sie es alles andere als leicht bei ihm hat. Toni ignoriert Águeda, weicht ihr aus, versteckt sich sogar von ihr - doch trotzdem gelingt es ihr, seine harte Schale aufzubrechen und ja, auch den Weg in sein Herz zu finden. Langsam, zaghaft, doch stetig. Selbst Tina muss vor ihr weichen! :-) Und ich kann mir vorstellen, da erwartet uns als Leser*innen noch ein wenig oder sogar einiges mehr.

Auch mit Blick auf weitere Figuren scheint Toni offener, zugänglicher zu werden. Die Beziehung zu seinem Sohn, den er trotz seines schwierigen Charakters und der elterlichen Enttäuschungen, die mit seiner Person verbunden sind, über all die Jahre bedingungslos liebt, erreicht eine neue Tiefe und Intensität. Dass Auslöser und Anstoß hierfür gerade die ausgebrochene Schuppenflechte bei Nikita und dessen Entdeckung von Tonis Sexpuppe sind, spiegeln für mich den schwarzen und sehr feinen, spitzen Humor des Autors wieder, der immer wieder zwischen den Zeilen hindurchscheint - und mich schon so einige Male bei der Lektüre zum Lachen gebracht hat.

Das aber wohl stärkste Eindringen in Tonis Gefühlswelt, schier ein Ein- und Durchbrechen seiner Lethargie und Falatismus, bildet der Krebstod seiner Nichte. Toni ist tief getroffen von ihrem jahrzehntelangen Leid und dem Ausgang all ihrer Qualen und Hoffnungen, und eine starke Trauer bemächtigt sich ihm, die ihn begleitet und ihn nach meiner Einschätzung empfindsamer und wieder offener für andere Menschen werden lässt.

Dass dieser Schlag des Schicksals ebenso wie Águedas Eindringen in sein Leben die Wendepunkte darstellen, die ihn von seinem Plan, Selbstmord zu begehen, abbringen, kann ich mir durchaus vorstellen. Und ich würde es mir sehr für Toni wünschen.

Ob dem so ist? Nachdem ich meine schmerzenden Finger nun beim Schreiben aufgewärmt habe, kann es weitergehen. Auf zum finalen Leseabschnitt!

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schwadronius informierte am 07. Januar 2023 um 23:44

Sitzende Yogapose mit Buch auf dem Schoß. Und kein Finger wird weh tun. :).

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:50

"Mit Águeda ziehen wieder Gefühle und auch die Lebendigkeit in Tonis Leben ein, auch, wenn sie es alles andere als leicht bei ihm hat. Toni ignoriert Águeda, weicht ihr aus, versteckt sich sogar von ihr -"

Eigentlich möchte er aus dem Leben treten. Nun zweifelt er.

"Das aber wohl stärkste Eindringen in Tonis Gefühlswelt, schier ein Ein- und Durchbrechen seiner Lethargie und Falatismus, bildet der Krebstod seiner Nichte. Toni ist tief getroffen von ihrem jahrzehntelangen Leid und dem Ausgang all ihrer Qualen und Hoffnungen, und eine starke Trauer bemächtigt sich ihm, die ihn begleitet und ihn nach meiner Einschätzung empfindsamer und wieder offener für andere Menschen werden lässt."

Er realisiert wohl, wie dumm seine Gründe sind, sich das Leben zu nehmen ...

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KKruse kommentierte am 30. Dezember 2022 um 15:59

Einerseits zieht sich die Handlung für mich sehr in die Länge, auch wenn es etwas packender geworden ist als zu Beginn. Ich bin froh, wenn ich endlich zum Schluss komme! Doch andererseits ist die Handlung und der (wenn auch unsympathische) Charakter Antonio so interessant, dass ich nun doch wissen möchte, wie es mit ihm ausgeht. Ich glaube, mir hätte das Buch schpn besser gefallen, wenn es einfach auf 200 Seiten gekürzt worden wäre und die Handlung fokussierter angelegt wäre. So seufze ich innerlich immer auf, wenn ich den dicken Wälzer vor mir liegen sehe und immer noch ein ganzes Stück der Lektüre vor mich habe. Allein deswegen kommt schon ein Unwille gegen das Buch bei mir auf. Das wäre sicherlich nicht so extrem, wenn wie gesagt der ganze Roman kompakter geschrieben wäre.

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:42

"Ich glaube, mir hätte das Buch schpn besser gefallen, wenn es einfach auf 200 Seiten gekürzt worden wäre und die Handlung fokussierter angelegt wäre."

Ob Tonis Entwicklung auf zweihundert Seiten deutlich herausgeschrieben werden hätte können? Hm.

Es ist zwar langatmig, aber ich wüßte nicht, was er hätte bisher weglassen hätte können. Jede einzelne Information oder Detail hilft Toni besser zu verstehen.

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Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 22:20

Ich bin inzwischen auch sehr angetan von dem Buch. Ich habe den vierten Abschnitt quasi am Stück gelesen. Die sprachliche Finesse und der Humor des Autors begeistern mich. In diesem Abschnitt hat Toni eine große Wandlung durchgemacht. Nicht einmal vor sich selbst gibt er zu, dass er sich freut, Agueda zu sehen bzw. enttäuscht ist, wenn sie nicht beim Markt auftaucht. ("Ich habe jede Hoffnung verloren, ihrer Gegenwart und den Gesprächen mit ihr aus dem Weg gehen zu können; also mache ich gute Miene zum bösen Spiel...") Er beginnt sie gegen Humpels kruden Witze zu verteidigen und plant offenbar, sie zu sich in die Wohnung mitzunehmen, weshalb er Tina in den Schrank verbannt: "Tina, müssen wir doch einsehen, dass unsere Beziehung auch nicht mehr das ist, was sie einmal war. Ich stelle an dir einen wachsenden Unwillen fest." Haha, die Puppe hat sich verändert, aber sicher doch. Ich glaube, Agueda hat es geschafft, seinen harten Panzer zu durchbrechen. Der Tod seiner Nichte wäre ihm früher nicht so nahe gegangen. Ich bin sehr gespannt, was der letzte Leseabschnitt noch bringt. Bei Toni bin ich mir ziemlich sicher, dass er seinen Plan, sich umzubringen, fallenlässt, bei Humpel (ob wir seinen richtigen Namen noch erfahren?) wage ich keine Prognose.

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darkola77 kommentierte am 31. Dezember 2022 um 19:57

Der "Dialog" Tonis mit Tina ist mir auch sehr in Erinnerung und hat mich wunderbar amüsiert. Aramburu hat einen Humor, der mich viele, viele Male in diesem Roman zum Schmunzeln und auch zum lauten Lachen gebracht hat - großartig!

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marsupij kommentierte am 02. Januar 2023 um 07:13

Mein Humor ist es leider nicht.
Aber ich finde es interessant, wie bei diesem Buch die Meinungen auseinander gehen.

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darkola77 kommentierte am 02. Januar 2023 um 14:23

Ja, bei dem Roman scheiden sich offenbar wirklich die Geister. :-)

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:38

Sein Monolog an Tina war so herrlich! :D.

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marsupij kommentierte am 02. Januar 2023 um 07:13

Agueda mag ich, Toni allerdings immer noch nicht und das wird wohl auch so bleiben.
Der Tod der Nichte war hier die emotionalste Stelle.

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darkola77 kommentierte am 02. Januar 2023 um 14:24

Müssen wir als Leser*in die Hauptfigur mögen, um Gefallen an einer Geschichte finden zu können? Ich für mich kann die Frage ganz klar mit Nein beantworten.

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marsupij kommentierte am 02. Januar 2023 um 18:03

Nein, muss man bzw ich nicht.

Aber hier liegt es ja nicht primär daran, dass ich den Protagonisten nicht mag, sondern eher an der Geschichte an sich.

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:34

Nein, müssen wir auch nicht.

Toni entwickelt sich aber sehr positiv in dieser Geschichte. Vielleicht ein wenig spät in seinem Lebensabschnitt, aber erst kurz vor dem Tod, sollen sich einige offensichtlich damit befassen.

Mir persönlich ist er nicht unsympathisch. Er hat schrecklich dumme Dinge gemacht. Andeutungsweise erfährt der Leser, warum er ist wie er ist oder wie es dazu kommen konnte. Natürlich wäre es ideal, anders in den jeweiligen Situationen agiert zu haben.

Der Autor hat seinen Protagonisten absichtlich so dargestellt.

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isalo kommentierte am 02. Januar 2023 um 16:17

Die Episoden, in denen Toni aus der Gegenwart berichtet, nehmen zu, was die Erzählung vorantreibt. Ein großer Teil ist Agueda gewidmet. Toni hilft ihr mit der Führerscheinprüfung, Agueda trifft sich mit den Freunden in der Bar, lädt sie zu sich nach Hause ein. Auch das Verhältnis zu seinem Sohn nimmt hier viel Raum ein. Musste dieser sich doch immer gegen seinen Vorzeigecousinen behaupten und machte es mit seinem Unvermögen Toni schwer ihn zu lieben, so finden nunmehr beide allmählich zueinander. Der Tod seiner Nichte macht Toni schwer zu schaffen.

Die Mauersegler sind zurück und Agueda schleicht sich in Tonis Herz.

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schwadronius erwähnte am 07. Januar 2023 um 23:27

"Die Mauersegler sind zurück und Agueda schleicht sich in Tonis Herz."

Ich hoffe, Toni wird sich bei Águeda zutiefst entschuldigen. So sehr sie sich vielleicht wünsche möge, dass die beiden eine Beziehung haben können, wünsche ich es ihr nicht.

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maraAngel2107 kommentierte am 07. Januar 2023 um 11:44

Auch Toni hat Gefühle - wie man hier, aufgrund des Todes seiner Nichte sehr deutlich zu spüren bekommt.

Allerdings bleibt die Trostlosikeit:-) Die Düsternis und das Negative...puhhhh....das zerrt schon an den Nerven und ist tatsächlich eine Herausforderung, ich hätte nicht gedacht, das ich irgendwann einmal froh sein werde, dieses Buch beendet zu haben ... doch so weit bin ich leider noch nicht:-)

Ich denke auch das die Originalfassung deutlich besser geschrieben sein wird, so etwas zu übersetzen ist sicherlich auch nicht leicht und kommt oftmals nicht so rüber wie in einer Originalfassung, nur ein Buch in spanisch lesen....dafür habe ich dann doch zu wenig Kenntnisse....

Die Misshandlung von Mutter und Tochter macht mich fassungslos und die Rückkehr der Beiden zu IHM macht es nicht besser, doch das ist ja oftmals die Abhängikeit (Co-) von diesen Menschen, die es möglich macht. 

Nun ist leider sein Freund "Humpel" sehr krank und ich befürchte das anstelle von Toni dieser nun seinen "Freitod" wählen wird, noch ist das nicht so klar, lässt es allerdings vermuten. 

Ich muss gestehen .... ich habe keine Lust mehr weiter zu lesen und wäre es keine Leserunde, hätte ich es längst aus der Hand gelegt. Doch ich bin tapfer und mache weiter, bis zum bitteren Ende und freue mich dann wenn die Rezi fertig ist:-)*gg*

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692
schwadronius fragte am 07. Januar 2023 um 23:24

"Allerdings bleibt die Trostlosikeit:-) Die Düsternis und das Negative...puhhhh....das zerrt schon an den Nerven und ist tatsächlich eine Herausforderung, ich hätte nicht gedacht, das ich irgendwann einmal froh sein werde, dieses Buch beendet zu haben ... doch so weit bin ich leider noch nicht:-)"

Mara, jetzt habe ich eine persönliche Frage. Die Geschichte hier ist fiktiv. Wie reagierst Du auf unsere (reale) Welt mit all den (aktuellen) kaum erfreulichen Nachrichten?

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692
maraAngel2107 kommentierte am 08. Januar 2023 um 12:33

@schwadronius: da ich seit Jahren weder Fernsehen, noch Radio besitze, reagiere ich überhaupt nicht auf unsere reale Welt. Ich bin der Meinung das unsere Medien auch sehr oft "fiktiv" sind, da viele Berichte und Fotos, Viedos (die ich übers Internet manchmal sehe) identisch sind mit denen, die vor Jahren bereits gezeigt wurden. Die Menschheit soll in Angst versetzt werden und da möchte ich mich gerne heraus halten. Das mache ich auch. Ich versuche so gut wie möglich im Moment zu leben, im Hier und Jetzt und viel positives durch Gedanken in die Welt zu schicken. Damit lebt es sich ziemlich gut und ich bemühe mich allen Menschen den Resepekt und die Liebe entgegen zu bringen, die ich selber für mich auch gerne hätte und alles was Negativität ausströmt möglichst zu meiden. Ob man mir das nun glaubt oder nicht, es funktioniert, sehr gut sogar und ich merke wie positiv sich das auf mein persönliches Leben auswirkt. Ich kann die Kriege, die Inflation und das was ausgesendet wird nicht verändern, doch die Dinge, die ich im Kleinen verändern und bewirken kann, das mache ich. Das tut sehr gut, ist sehr hilfreich und auch von Nutzen vieler anderer Seelen in diesem Universum. 

Ich schicke jeden Tag "Licht & Liebe" für Frieden in die Welt und sehr viele positive Gedanken und was ich heute denke bin ich Morgen. Und das würde ich mir von jedem Menschen wünschen, denn dann hätten wir Frieden und Positives. 

Das ist meine persönliche Meinung und so lebe ich, natürlich habe ich auch immer wieder Herausforderungen, doch die leben sich mit dieser Einstellung deutlich leichter und ich freue mich über kleine Dinge und versuche auch im kleinen zu helfen, das wirkt oftmals Wunder.

Ich wünsche Dir und allen hier viel Positives in Eurem Leben und auch mit den Herausforderungen gut umgehen zu können. Alles Liebe und ein tolles Jahr 2023! 

LG mara

 

  

 

 

 

 

 

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692
schwadronius erwähnte am 08. Januar 2023 um 19:13

Worte haben große Macht, Taten umso mehr. Negatives kann sich umgehen lassen, ja. Es geschieht trotzdem. Täglich. Weil wir davor in der realen Welt nicht wegrennen oder uns verstecken können, können wir versuchen, daraus Positives zu machen. Jeden Tag, wie Du schreibst. Der Effekt / die Reaktionskette ist nicht einzuschätzen.

Ich arbeite mit allen "Arten" von Menschen zusammen. Darunter viele kranke Menschen, psychisch kranke. Deren Welt ist alles andere als positiv, aber für sie real. Sie kämpfen mit der inneren und äußeren Welt. Viele in dem Buch angeschriebene Themen können etwas in unseren inneren Welten auslösen.

Der Autor beschreibt Situationen, die auch in der realen Welt geschehen. Seine Intention ist, dass wir darüber nachdenken, Lösungen finden, ein besseres Selbst werden zu können. Personen eventuell zu helfen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Oder gewisse Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Versuchen, aus allem das Positive mitzunehmen. Die Entwicklung ist zu lesen ...

Ich kann mich sehr gut von dem Distanzieren, was Toni in der fiktiven Geschichte "sagt". Ich differenziere. Schwieriger ist es für mich, wenn ich morgen wieder bei der Arbeit bin und direkt mit allem konfrontiert werde.

Deswegen wollte ich wissen, wie Du das in der realen Welt "ausblenden" kannst ...

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692
maraAngel2107 kommentierte am 09. Januar 2023 um 11:07

 Da ich private Lebensberatung mache, weiß ich sehr gut wovon Du sprichst und ich verstehe Deine Argumentation absolut. Man muss wirklich versuchen, trotz allem, besonders der negativen Dinge, positiv zu bleiben. Das geht nicht von heute auf morgen, ich habe Jahre dafür gebraucht, um dorthin zu kommen, wo ich jetzt gerade bin. Ich mache Menschen Mut und versuche Ihre Sorgen, Nöte, Probleme ins positive Licht zu rücken, versuche Ihnen Halt zu geben und Kraft & Energie, soweit es mir möglich ist und es in meiner Hand liegt. Trotz allem sollte man im Moment leben, das ist so wichtig, was immer man auch hat, und ich darf sagen, mein Leben war und ist bis heute nur holperig und mit Schicksalsschlägen behaftet und trotzdem bin ich dankbar für jede Lernaufgabe und bleibe positiv. Das braucht Zeit, doch ich bekomme sehr viele Rückmeldungen, wie gut meine Gespräche sind und meine Hinweise, meine Tipps mit Dingen anders umgehen zu lernen.

Ich wünsche Dir in jedem Fall, das auch Du einen Weg für Dich findest, mit Fiktion kommst Du zurecht schreibst Du, vielleicht bekommst Du es dauerhaft hin, auch beruflich damit gut umgehen zu können. Das es schwierig ist, keine Frage, doch ich bin sicher, mit meinem heutigen Wissen, es ist möglich. 

Ich habe bei diesem Buch schon verstanden, das der Autor Hinweise auf unsere "reale" Welt gibt, Toni ist meiner Meinung nach depressiv, doch ich finde es zu sehr in die Länge gezogen, was vielleicht in der Originalfassung anders formuliert ist und die Übersetzung nicht so gut hin bekommen hat. Ich werde das Buch zu einer anderen Zeit noch einmal in die Hand nehmen und von vorne beginnen zu lesen, vielleicht ist ein zweiter Versuch gut und läßt mich leichter damit zurecht finden, wer weiß? Eine Chance hat es zumindest verdient!

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 557 bis 692
schwadronius meinte am 07. Januar 2023 um 23:20

Der nüchtern bissige Humor wird immer herrlicher.

Toni beschäftigt sich stetig mehr mit seinen zwischenmenschlichen Beziehungen in diesem Abschnitt.

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