Leserunde

Leserunde zu "Der Mauersegler" (Fernando Aramburu)

Die Mauersegler -

Die Mauersegler
von Fernando Aramburu

Bewerbungsphase: Bis zum 01.12.

Beginn der Leserunde: 12.12. (Ende: 02.01.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Rowohlt Verlags – 20 Freiexemplare von "Der Mauersegler" (Fernando Aramburu) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

Wichtige Info: Um für die Verlosung berücksichtig zu werden, müsst ihr für diese Special-Leserunde neben der klassischen Bewerbung per Kommentar auch an unserer vorgelagerten Umfrage teilgenommen haben. Alle Infos dazu findet ihr hier

ÜBER DAS BUCH:

Toni ist Philosophielehrer an einem Gymnasium in Madrid, lebt alleine, mit Hund, und fasst einen Entschluss: Er will seinem Leben ein Ende setzen. In genau 365 Tagen. Am 31. Juli beginnt das letzte Jahr, und dieser Roman hat 365 Kapitel, eins für jedenTag. Die ersten Monate sind für Toni geprägt von Erinnerungen an seine Familie in der wechselhaften spanischen Geschichte, Beobachtungen seiner Landsleute und Erlebnissen, die ihn in seiner Weltsicht bestärken. Doch dann kommt es zu einer unerwarteten Begegnung mit einer Frau, deren Hund auch Toni heißt. Ein Zeichen! Und mit einem Mal gerät Tonis Plan ins Wanken. Nach dem internationalen Bestseller «Patria» legt Aramburu einen großen humanistischen Roman vor. Voller Herzenswärme, traurig, lustig, zutiefst berührend: ein meisterhaftes Werk. Die Chronik eines Countdowns, die auf fantastische Weise von der Hoffnung auf ein glückliches Leben erzählt. Für die spanische Kritik ist es schon jetzt ein Klassiker des 21. Jahrhunderts.

ÜBER DEN AUTOR:

Fernando Aramburu wurde 1959 in San Sebastián im Baskenland geboren. Seit Mitte der achtziger Jahre lebt er in Hannover. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Premio Vargas Llosa, dem Premio Biblioteca Breve, dem Premio Euskadi und zuletzt, für «Patria», mit dem Premio Nacional de la Crítica, dem Premio Nacional de Narrativa und dem Premio Strega Europeo. «Patria» wurde als Serie für HBO verfilmt.. Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen. Er übersetzte u. a. Antonio Muñoz Molina, Luis Sepúlveda, Rolando Villazón und Fernando Aramburu aus dem Spanischen. Ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis des spanischen Kulturministeriums, dem Johann-Friedrich-von-Cotta-Literatur- und Übersetzerpreis und dem Jane Scatcherd-Preis.
 

31.12.2022

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 353 bis 556

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FIRIEL kommentierte am 20. Dezember 2022 um 11:47

Nach dem Dezember hatte ich eigentlich so gar keine Lust mehr auf dieses Buch. Aber Leserunde bedeutet ja eine Pflicht zum Durchhalten, also habe ich weitergelesen. Der Januar (weiter bin ich noch nicht) brachte eine Wende. Zunächst Tonis Geständnis, dass er Pepa ausgesetzt hat. Die einzige engere Beziehung, die er noch hat, war also auch einmal brüchig. Dann hat Humpel Gift für den gemeinsamen Selbstmord organisiert. Das passt Toni nun auch wieder nicht. Er weiß ja nun wirklich nicht, was er will... Der Tod der Mutter. Seine Nichte hat Krebs (und das kommt reichlich kalt herüber). Die Beziehung mit der schönen Diana Martin. Und dann das zufällige Treffen mit Agueda, offensichtlich der Frau, mit der er vor Amalia eine Beziehung hatte. Diesen Monat haben sich die Ereignisse überschlagen (nein, genau genommen fanden da ja nur das Treffen mit Humpel, der Tod der Mutter und das Treffen mit Agueda statt; alles andere sind ja Erinnerungen).

Toni hat nun also eine ganze Reihe Anstöße erhalten, die ihn zur Reflexion und vielleicht zur Weiterentwicklung anhalten können. Ich bin gespannt, was er daraus macht. Jedenfalls lese ich wieder mit Interesse weiter.

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Minijane kommentierte am 26. Dezember 2022 um 10:32

Den Januar hat Du sehr gut zusammengefasst. Mir ging es ähnlich. Ich brauchte nach dem Dezember erst einmal eine Pause. 
Die Beziehung zu Diana Martin, vor allem das Auftauchen dieser Schlägertypen und der Erfahrungsaustausch mit dem anderen Lehrer der noch drastischere Erfahrungen gemacht hat, fand ich sehr mysteriös. 
Am Ende des Kapitels Januar stellt Toni fest das er zwar Verben konjugieren kann aber zu lieben nie gelernt hat. Mal sehen was er aus dieser Erkenntnis macht. Auch seine Empathiefähigkeiten halten sich bisher ja sehr in Grenzen.

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isalo kommentierte am 26. Dezember 2022 um 17:17

Am Ende des Kapitels Januar stellt Toni fest das er zwar Verben konjugieren kann aber zu lieben nie gelernt hat.

Da tat mir Toni richtig leid. Vielleicht erklärt das ja sein ganzes Verhalten. Er hat ja von seinen Eltern nie gesagt bekommem, dass sie ihn lieben.

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maraAngel2107 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:17

Ja, das ist sehr traurig, das wichtigste im Leben. Irgendwie tut mir Toni hier auch sehr leid, obwohl ich schon das Gefühl als Leserin bekommen habe, das er seine Pepa liebt, nur hat er das selbst vermutlich nicht so vor Augen. 

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darkola77 kommentierte am 28. Dezember 2022 um 23:22

Die Verabredungen mit Diana Martin und deren plötzliches Ende erschienen mir auch sehr eigenartig, nicht einzuordnen. Ich habe mich zwischenzeitlich gefragt, ob sie vielleicht nur Tonis Fantasie und seinem Wunsch nach Ablenkung von seiner kräfte- und nervenzehrenden Scheidung entsprungen sein könnten.

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Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 11:50

Dass Diana Martin ein Fantasieprodukt ist, glaube ich nicht. Der andere Lehrer wurde ja wegen seiner Beziehung zu ihr zusammengeschlagen. Aber ich wüsste gerne, was hinter dieser Episode steckte. Ob Toni ihr nochmal begegnet? Und wir eine Erklärung erhalten?

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darkola77 kommentierte am 31. Dezember 2022 um 19:26

Ja, wenn Toni sich in seinen "Memoiren" nicht auch dies ausgedacht hat, kann Diana Martin tatsächlich nicht das Produkt seiner Fantasie gewesen sein. Diese Begegenungen sind nur derart skurril, dass sie für mich aus der Geschichte herausstechen, und ich sie für mich nicht einordnen kann. Was hat es mit der Dame auf sich?

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Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:12

Da bin ich auch sehr gespannt drauf, die Geschichte rund um Diana Martin klingt ja schon wirklich merkwürdig und hat mit ihren Umständen schon etwas krimihaftes. Ich hoffe, wir erfahren noch, was (oder wer?) dahintersteckt...

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:51

"Am Ende des Kapitels Januar stellt Toni fest das er zwar Verben konjugieren kann aber zu lieben nie gelernt hat. Mal sehen was er aus dieser Erkenntnis macht. Auch seine Empathiefähigkeiten halten sich bisher ja sehr in Grenzen."

Sehr entscheidend!

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Martinchen kommentierte am 06. Januar 2023 um 13:51

Für mich war ziemlich schnell klar, dass Diana Martin erkannt hat, dass Toni eine Schwäche für sie hat, die sie gnadenlos ausnutzt. Humpel erkennt es doch auch:"Die Frau wusste genau, wie sie ihrer Tochter zu besseren Noten verhelfen konnte." S. 412 oben.

 

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Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:09

Zunächst Tonis Geständnis, dass er Pepa ausgesetzt hat. Die einzige engere Beziehung, die er noch hat, war also auch einmal brüchig.

 

Daran habe ich auch sofort gedacht, als ich das gelesen habe. Im letzten Abschnitt dachte ich noch, dass seien Beziehung zu Pepa die einzig halbwegs gute ist, aber offenbar ist Toni leider wirklich nicht in der Lage, gesunde Beziehungen zu führen.

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Läuferbiene kommentierte am 20. Dezember 2022 um 13:52

Wie schlimm muss es Toni gegangen sein, als er Pepa ausgesetzt hat. Das arme Tier hatte die ganze Zeit das Vertrauen, dass er zurück kommt.
Ich war sehr erleichtert, dass Toni die Süße wieder zu sich geholt hat. Ich hätte das Buch zugeklappt und nicht weiter gelesen, wenn Pepa dadurch gestorben wäre.

Der 3. Abschnitt gefällt mir besser. Es dümpelt nicht mehr so langweilig vor sich hin.

Schade, das Humpel nun auch noch Krebs hat. Die Nichte ist schon schlimm genug mit dem Hirntumor.

So langsam kehrt das Leben zu Toni zurück. Was an Agueda liegt.

Bin nun sehr gespannt, ob der Stil so flott weitergeht.

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KKruse kommentierte am 28. Dezember 2022 um 15:49

Ja, so langsam gewinnt die Handlung etwas an Fahrt und ich habe ab und zu die Hoffnung, dass sich das Durchhalten der Lektüre am Ende doch noch lohnt. So langsam beginne ich, Toni etwas zu verstehen... Zugegebenermaßen habe ich einige Kapitel aber auch quergelesen, weil mich der dicke Wälzer sonst doch etwas überfordert hätte, denn es ist wahrlich kein Buch, bei dem ich von Seite zu Seite fliege. Sehr anstrengend und es zieht auch meine Stimmung eher runter... Hoffentlich sieht Toni noch Licht am Ende des Tunnels und auch er kann das Leben positiver wahrnehmen. Bei aller Kritik möchte ich aber trotzdem den Autor für seinen Schreibstil loben, der sich trotz allem gut und verständlich liest, und das gesamte literarische Konzept seines Romans, dass mich an James Joyces "Ulysses" erinnert.

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darkola77 kommentierte am 28. Dezember 2022 um 23:24

Ich habe mich gefreut, dass sich die Krebsdiagnose bei Humpel als nicht zutreffend erwiesen zu haben scheint. Er hängt doch so am Leben! :-)

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Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:13

Wie schlimm muss es Toni gegangen sein, als er Pepa ausgesetzt hat. Das arme Tier hatte die ganze Zeit das Vertrauen, dass er zurück kommt.
Ich war sehr erleichtert, dass Toni die Süße wieder zu sich geholt hat. Ich hätte das Buch zugeklappt und nicht weiter gelesen, wenn Pepa dadurch gestorben wäre.

 

Das hätte mir auch das Herz gebrochen. Ich war ebenfalls sehr erleichtert, dass er sein Vorhaben doch nicht durchgezogen hat.

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maraAngel2107 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:21

Hier kommen einfach viele "Katastrophen" zusammen und da ist es auch kein Wunder das Toni nicht positiv sein kann, das ist sehr schwierig und auch nachvollziebar. 

Das er Pepa ausgesetzt hat ging mir dann doch sehr nahe und ich war unglaublich traurig, denn ich selbst habe mein ganzes Leben, wie auch im Moment, mit Tieren zusammen gelebt, und ich wäre "gestorben" wenn ich es hätte ausgesetzt, wobei mir dieser Gedanke niemals gekommen wäre. Daher bin auch ich sehr froh, das er seine Pepa zurück geholt hat!

 

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Lilli33 kommentierte am 20. Dezember 2022 um 22:43

In diesem Abschnitt kommt nun ein wenig Schwung in die Bude. Aber leider wird mir Toni nicht sympathischer. Er ist ein Mann, mit dem ich mich in real life nicht freiwillig abgeben würde.

Wie kann man denn auf die Idee kommen, einen Hund auszusetzen, sodass er komplett hilflos ist? Ihn einfach freilassen wäre ja nicht so schlimm, aber anbinden und das Tier damit quasi dem sicheren Tod ausliefern??? Ne, das geht gar nicht! Toni hatte ja nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei. Er hat den Hund nur wieder geholt, weil er Angst hatte, Ärger zu kriegen. So ein egoistischer A…

Die Geschichte mit Diana Martín ist ja auch mysteriös. Wer waren diese beiden Typen, die sie mitgenommen haben?

Ich habe das Gefühl, Tonis einzige gute Tat in seinem ganzen Leben, war, dass er sein Erbe an Raul bzw. Julia abgetreten hat.

Die Szene mit Sotos Schwester fand ich dermaßen abstoßend! Toni wusste genau, dass das nicht richtig war, aber das eigene Vergnügen war ihm wichtiger. Schon als Jugendlicher war er ein Ar…

Und sein Sohn tritt genau in die Fußstapfen des Vaters. Gruppensex auf dem Schulklo …

Mir scheint, Jungen und Männer haben wirklich nichts anderes im Kopf als Sex. 

Águeda scheint ja ganz nett zu sein, aber ganz normal ist sie auch nicht. Dass sie all ihre Hunde nach dem Verflossenen benennt, ist schon strange. Und offensichtlich hat sie 27 Jahre darauf gewartet, dass er wieder in ihr Leben tritt. 

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Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 11:53

Das kann ich alles hundertprozentig bestätigen. Interesssant finde ich noch, dass die Männer der Familie alle so ein seltsames Verhältnis zu Sex haben. Zuerst Tonis Vater, der sich von seiner Frau auspeitschen lässt, dann Tonis seltsames Verhältnis zu Frauen und jetzt auch noch der Sohn.

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maraAngel2107 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:34

Das ist im "Wahren" Leben meist auch so....man nennt es wohl Karma, so ist es ganz oft, das die Kinder oder Enkelkinder Dinge "unbewußt" von Eltern&Großeltern übernehmen.

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schwadronius fragte am 03. Januar 2023 um 01:46

"Wie kann man denn auf die Idee kommen, einen Hund auszusetzen, sodass er komplett hilflos ist?"

Und Amalias Versuch ist akzeptabler? Sie hatte nicht mal ein Gewissen, das ihr in ihrer Situation zuredete.

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Lilli33 kommentierte am 03. Januar 2023 um 08:47

Hab ich nicht behauptet ;)

Das ist natürlich auch nicht besser!

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Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:17

Die Szene mit Sotos Schwester fand ich dermaßen abstoßend! Toni wusste genau, dass das nicht richtig war, aber das eigene Vergnügen war ihm wichtiger. Schon als Jugendlicher war er ein Ar…

 

Da ging es mir wie dir - ich fand diese Szene auch einfach nur abstoßend. Ich weiß gar nicht, ob ich Toni oder Soto von ihrem Verhalten hier schlimmer finde. Aber offenbar scheinen in Tonis Welt ohnehin alle Männer ein sehr schwieriges Verhältnis zu Sex zu haben. Bislang hat man zumindest noch von keinem erfahren, bei dem es "normal" ablief...

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Sursulapitschi kommentierte am 23. Dezember 2022 um 21:42

Jetzt redet der Mann schon gut 500 Seiten lang mit uns, aber einen echten Grund, warum er nicht mehr leben möchte, hat er noch nicht genannt. „Aus Liebe für das Leben“ lasse ich nicht gelten, auch nicht, wenn es Max Frisch gesagt hat. Ich habe erwartet, dass irgendwann etwas vorgefallen wäre, aber nein, die Welt ist einfach nur schlecht, das ist alles.

Es verzettelt sich. Mir ist egal, ob die Mutter heimlich trank und ob Toni Whiskeyflaschen aus der Ehe mitgenommen hat. Ob Amalia trinkt, interessiert mich einfach alles nicht.

Die Episode mit Sotos Schwester ist ganz furchtbar. Ich wünsche diesen Jungs alles Schlechte, sollen sie sich doch alle umbringen.

Die Mauersegler als immer wiederkehrendes poetisches Motiv gehen mir auf den Geist. Die sind so offensichtlich nur in den Text geschrieben, damit das Buch einen klangvollen Namen bekommen kann.

Ich mag den Erzählstil und die Idee dieses Buches sehr und bin schwer enttäuscht von dem Ergebnis.

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FIRIEL kommentierte am 24. Dezember 2022 um 10:27

Sursu, so geht es mir auch. Ein Puzzle aus verschiedenen Situationen, Alltagsbeschreibungen und Kindheitserinnerungen, hin und wieder ein paar philosophische Gedanken, das ist eigentlich ein Ansatz, der mir gefällt. Auch die Buchlänge schreckt mich nicht ab. Aber Toni ist dermaßen unsympathisch und so wenig selbstreflektiert (immer sind die Anderen die Bösen), dass er mir auf die Drähte geht. Ich will nichts mit ihm zu tun haben und muss mich zum Weiterlesen zwingen.

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Sursulapitschi kommentierte am 24. Dezember 2022 um 11:17

Wenn uns die ganzen Kindheitserinnerungen wenigstens erklären würden, warum er so unsympathisch wurde, aber er war ja schon als Kind von Hass zerfressen. Ja, er hatte einen brutalen Vater, aber was hat ihm sein Bruder getan? Falls uns seine miese Kindheit seinen miesen Charakter erklären soll, wird das nicht deutlich und damit macht es sich das Buch auch ein bisschen einfach. Es wirkt als wäre er an seinem verkorksten Leben grundsätzlich selbst schuld, das macht es nicht besser, aber das verhindert, dass er einem leid tut. 
Ein Buch mit so einem krassen Antihelden ist eigentlich nur mit ordentlich Selbstironie zu ertragen und die sehe ich hier zwar ab und zu, aber das ist viel zu harmlos. 

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schwadronius fragte am 03. Januar 2023 um 01:42

"Aber Toni ist dermaßen unsympathisch und so wenig selbstreflektiert (immer sind die Anderen die Bösen)"

Unsympathisch kann ich nachvollziehen, aber wenig selbstreflektierend überhaupt nicht. Und auch gerade bei seinem Sohn sind nicht die anderen böse. Wo genau liest Du das, Firi?

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KKruse kommentierte am 28. Dezember 2022 um 15:51

Bei deinem letzten Satz stimme ich voll zu! Der Autor hat großes geleistet und dafür allen Respekt. Aber der Roman an sich gefällt mir auch nicht (die oben bereits genannten Kritikpunkte will ich nicht noch einmal wiederholen). Schade, dass Buch klang so vielversprechend für mich und ist leider bis zu diesem Abschnitt eine Enttäuschung.

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Läuferbiene kommentierte am 25. Dezember 2022 um 08:44

Ist die Frau die Tochter von Toni? Könnte das zeitlich hinkommen?
Der spontane Besuch bei Agueda wirft neue Fragen auf.
Schlimm, das mit Sotos Schwester und was passiert mit Diana?

Ich vermisse die Poesie und den hochgelobten Stil des Autors.

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FIRIEL kommentierte am 25. Dezember 2022 um 12:37

Ich kann dir gerade nicht folgen, vermutlich, weil ich schon weiter im Text bin. Welche Frau meinst du?

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Läuferbiene kommentierte am 25. Dezember 2022 um 14:54

Die Tochter von Agueda und die Enkelin bei ihr zu Hause. Ich schaue später im Buch nochmal nach, wo genau.

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FIRIEL kommentierte am 25. Dezember 2022 um 17:43

Agueda hat keine Tochter. Meinst du Belen und Lorena, die vor dem gewalttätigen Ehemann/Vater zu ihr geflüchtet sind?

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Läuferbiene kommentierte am 25. Dezember 2022 um 20:34

Da habe ich was falsch verstanden. Dachte es wäre die Tochter, wahrscheinlich war ich unaufmerksam beim lesen :-o

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darkola77 kommentierte am 29. Dezember 2022 um 13:03

Namen und Hintergründe erfahren wir erst im nächsten Leseabschnitt...

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:39

Poesie ist vorhanden. Stil - es ist ein eigener Stil. Vielleicht versteht man ihn im Original besser.

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maraAngel2107 kommentierte am 05. Januar 2023 um 12:02

Das hat man ja oft, das die Übersetzung das wahre Buch nicht wieder geben kann. Und den eigenen Stil, ja den kann ich absolut bestätigen. Nach wie vor, ist es für mich müssig zu lesen und tatsächlich muss ich das Buch immer wieder an die Seite legen, um Atem zu holen....

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westeraccum kommentierte am 25. Dezember 2022 um 12:38

In diesem Leseabschnitt passiert ja eine Menge und das macht das Lesen leichter.

Tonis Verhältnis zu Pepa ist jaauch etwas schwierig. Einerseits setzt er sie aus und holt sie dann aus Angst vor der Polizei zurück, dann will er das Zyanid an ihr ausprobieren und sie skrupellos opfern, andererseits tun ihm die Spaziergänge mit ihr gut und er trifft dabei ja auch Arguela.

Wirklich begeisert bin ich weiterhin nicht von dem Buch, aber man erfährt merh über die Vergangenheit.

Ein eigenes Kapitel ist Tonis Verhältnis zu Frauen. Er nutzt sie aus, wo sie ihm nützlich sind, aber sein wirkliche Einstellung zu Frauen ist sehr oberflächlich. Schön müssen sie sein, da ist der Charakter zweitrangig, oder nützlich wie seine Mutter, die für ihn kocht und wäscht. Das ist eine sehr kindische Einstellung und wenig erwachsen. Er sieht Frauen nie auf Augebhöhe. Besonder schlimm fand dich seine erste sexuelle Erfahrung mit dem behinderten Mädchen. Wie kann man so kaltherzig sein? Toni ist mir von Grund auf unsympathisch.

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Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 11:57

Dass Toni Pepa als Versuchskaninchen für das Zyanid benutzen will, hat mich auch geschockt. Gottseidank fand das Vergiften nur in seiner Fantasie statt, aber das allein empfinde ich schon als krank. Toni scheint nie eine "normale" Beziehung zu einer Frau gehabt zu haben, in der es nicht nur um Sex und Machtausübung ging. 

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:36

Ich denke nicht, dass Toni ernsthaft das Zyanid an Pepa ausprobiert hätte

... er macht sich ja Gedanken, wohin er mit dem Hund soll.

Und warum er Pepa versucht auszusetzen, könnte daran liegen, dass er zuerst denkt, der Hund könnte es woanders besser haben. Niemand der anderen wollte den Hund. Toni kümmert sich. Oder arrangiert sich ... Schließlich ist es eigentlich Nikitas Hund. Er wollte ihn damals.

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:37

Gerade Toni ist nicht so kaltherzig in seiner ersten sexuellen Erfahrung, wie beispielsweise der Bruder oder die anderen beiden Jungen. Er erjakuliert nicht. Wahrscheinlich aus Neugier und weil er Geld zahlte, zog er es (nur) durch ...

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Minijane kommentierte am 28. Dezember 2022 um 21:45

 

Ich kann euch nur zustimmen. Toni ist mir extrem unsympathisch, und ich bin von vielem was er berichtet entsetzt oder abgestoßen. Er behandelt Frauen schlecht und beurteilt sie ständig nach ihrem Äußeren.

Agueda scheint eine ganz empathische Person zu sein. Keine Ahnung, was sie an Toni findet, aber offenbar hat sie einen Narren an ihm gefressen. 
Auch den Grund für Toni's Selbstmordabsichten kann ich nicht erkennen. Ich finde auch zu sagen, dass es von nun an im Leben nur noch bergab geht und man besser geht, bevor man sich in einen sabbernden Alten verwandelt hat, nicht glaubhaft. Ich denke diese Überlegungen reichen nicht aus, dass man tatsächlich Hand an sich anlegt. Da verstehe ich Humpel's Absichten mit seinen Schmerzen, seiner Behinderung und seinen Depressionen schon eher.

Ich hatte mir auch viel mehr von dem Buch erhofft. Sehr schade. Mal sehen wie es sich weiterentwickelt, aber viel Hoffnung habe ich nicht.

 

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schwadronius meinte am 03. Januar 2023 um 01:27

Toni hat vieles nicht gelernt. Er ist sehr belesen. Und müsste alles wissen, aber wirklich gelernt hat er nicht ...

... aber jetzt!

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darkola77 kommentierte am 28. Dezember 2022 um 23:19

Zwischen den Jahren habe ich mir die Zeit und den Freiraum genommen, um stundenlang zu lesen, zu lesen, zu lesen... Und ich bin inzwischen richtig in die Geschichte abgetaucht und erlebe gemeinsam mit Toni die vergangenen Jahtezehnte seines Lebens sowie seine Gegenwart.

Für mich selbst ist das nicht nur eine sehr angenehme sondern auch dem Roman angemessene Weise, sich diesem zu öffnen, denn die vielen Facetten, Abschnitte, Schnipsel und Zeitsprünge, aus denen sich die Geschichte als Ganzes zusammensetzt, haben so für mich die Möglichkeit, sich nach und nach zu einem lückenlosen Bild zusammenzusetzen - ohne dass ihre zahlreichen Details und sie selbst in ihrer großen Zahl durch Lesepausen verlorengehen.

In diesem Leseabschnitt nimmt Águeda eine zentrale Rolle ein, in ihrem plötzlichen Erscheinen in Tonis Lebens ebenso wie in den Rückblenden auf ihre kurze Beziehung. Auch, wenn Tonis aktiv sehr bemüht ist, den Kontakt mit ihr zu meiden oder doch zumindest auf ein Mindestmaß zu beschränken, gewinnt sie zunehmend Raum in seinem Denken und Handeln. Und plötzlich steht Toni bei ihr zu Hause in der Tür, trifft auf eine für ihn völlig unerwartete und nicht einordbare Situation.

Unerwartbar für mich selbst war auch, wie Toni auf einmal bereit zu sein scheint, von seinem Entschluss, sich das Leben zu nehmen, abzulassen oder doch zumindest diesen aufzuschieben. Wie nebenbei werden wir Leser*innen mit dem Satz konfrontiert: "Mit der Ankunft des ersten Mauerseglers wird mein Entschluss unwiderruflich sein."  (S. 544-545)

Ich frage mich, ob Águeda der Grund für sein Ab- bzw. Aufweichen ist - ebenso wie ich mir die Frage stellen, ob sie die*der geheimnisvolle Zettelschreiber*in ist, was bedeuten würde, dass sie ihn über viele, viele Jahre bereits - ca. 15 müssten es sein - beschattet und verolgt. Zutrauen würde ich es ihr nach den Beschreibungen und Charakterisierungen, die wir durch Toni von ihr erhalten haben.

Was ich allerdings auch nicht ausschließen kann: Toni selbst ist der Verfasser der Nachrichten, sein abgekoppeltes Unterbewusstsein, sein schlechtes Gewissen. Das würde auch die Intimität der Inhalte erklären, die von einem Außenstehenden kaum zu wissen möglich erscheinen.

Ich möchte lesen, lesen, lesen, stundenlang und ungestört am Stück. Mal schauen, ob meine freien Tage für die Länge der Geschichte ausreichend sind. Ich bin guter Dinge.

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Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 12:03

Obwohl ich Toni wahrhaftig nicht als angenehmen Zeitgenossen empfinde, geht es mir wie dir: die Geschichte entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Gestern habe ich den ganzen Nachmittag lang gelesen. An Agueda als Zettelschreiberin habe ich auch schon gedacht. Sie stalkt Toni ja geradezu, wer weiß, wie lange schon. Womöglich schon von Anfang an, seit dem Ende ihrer Beziehung.

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darkola77 kommentierte am 31. Dezember 2022 um 19:32

Gerade habe ich den Roman beenden können - noch in 2022! :-) ., und es war eines der intensivsten Leseerlebnisse für mich seit langem! Ich habe mich stundenlang mit dem Buch in der Hand auf Sofa und Bett zurückgezogen, Weihnachtskerzen dabei brennend und der Cappuccino dampfend und duftend. Ich habe das Gefühl, dass ich so tief in Tonis (Seelen-) Leben eingetaucht bin, dass das Trennen nach der letzten Zeile gerade richtig schmerzt...

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:25

Toni ist halt ziemlich frustriert, aber nicht unbedingt weniger liebenswert. Jeder trägt etwas mit sich herum. Jeder geht anders damit um. Er versteckt sich in Zynismus, aber der weicht langsam auf ...

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:23

Toni hat ja für sich beschlossen, weil ihn nicht nur die Welt sondern auch all die Personen in ihr und um ihn herum enttäuschten, seinem Leben ein Ende zu setzen.

Sein Entschluss ist terminiert.

Er denkt über sein Leben nach. Er versucht vielleicht einen Frieden zu schaffen.

Und dann auf einmal taucht die Person auf, die er enttäuschte. Und die ihm nichts als Gutes entgegenbrachte. Die ihn bedingungslos liebte? Die ihm vielleicht seinen Lebenswillen wieder einhaucht ... ?

Sein Bild verwischt. Er schwankt. Dagegen hält ihn grad nur das Entledigen seiner Habe ...

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Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:24

Ich frage mich, ob Águeda der Grund für sein Ab- bzw. Aufweichen ist - ebenso wie ich mir die Frage stellen, ob sie die*der geheimnisvolle Zettelschreiber*in ist, was bedeuten würde, dass sie ihn über viele, viele Jahre bereits - ca. 15 müssten es sein - beschattet und verolgt. Zutrauen würde ich es ihr nach den Beschreibungen und Charakterisierungen, die wir durch Toni von ihr erhalten haben.

Was ich allerdings auch nicht ausschließen kann: Toni selbst ist der Verfasser der Nachrichten, sein abgekoppeltes Unterbewusstsein, sein schlechtes Gewissen. Das würde auch die Intimität der Inhalte erklären, die von einem Außenstehenden kaum zu wissen möglich erscheinen.

 

An Águeda als Zettelschreiberin habe ich auch schon gedacht, insbesondere, nachdem sie ihm das Buch vor die Tür gelegt hat. Aber die Idee, dass Toni es selbst sein könnte, klingt tatsächlich auch gar nicht so unwahrscheinlich. Auf jeden Fall ein interessanter Gedanke!

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marsupij kommentierte am 29. Dezember 2022 um 19:06

Puh, also Toni ist mir immer noch nicht sympathischer geworden.

Allerdings passiert in diesem Abschnitt immerhin etwas mehr als vorher bezuiehunbgsweise gibt es mehr Überlegungen, philosophische Gedanken und Rückblicke.

Gift für den gemeinsamen Selbstmord war dann doch nichts für Toni.

Die Nichte hat Krebs, das kommt nun noch oben drauf.

Dann das Aussetzen des Hundes.

Hm, ich bin immer noch unschlüssig, was ich aus dem Buch "mitnehmen" werde. Und wenn es keine Leserunde wäre, hätte ich das Buch sicherlich längst zur Seite gelegt.

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 353 bis 556
Buecherliebling88 kommentierte am 05. Januar 2023 um 09:25

Hm, ich bin immer noch unschlüssig, was ich aus dem Buch "mitnehmen" werde. Und wenn es keine Leserunde wäre, hätte ich das Buch sicherlich längst zur Seite gelegt.

 

Da geht es mir ähnlich wie dir. Ich frage mich auch immer wieder, worauf es hinauslaufen und was die "Moral von der Geschicht'" sein soll. Noch sehe ich das ebenfalls nicht...

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 353 bis 556
Readaholic kommentierte am 30. Dezember 2022 um 12:46

Nachdem ich so meine Probleme mit dem zweiten Leseabschnitt hatte, habe ich diesen sehr gern gelesen. Der Roman entwickelt einen gewissen Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Am Anfang dieses Abschnitts erfahren wir, dass Toni Pepa aussetzen wollte. Das hat mich total schockiert. Einen Hund mitten in der Pampa auszusetzen, wo ihn wahrscheinlich niemand findet, ist wirklich das Allerletzte! Zurückgeholt hat er ihn ja auch nur, weil er Angst hatte, aufgrund des Chips als Besitzer identifiziert und bestraft zu werden. Was ist dieser Toni nur für ein Mensch. Absolut gefühlskalt, kommt mir vor. Zumindest, was positive Gefühle anbelangt. Dass er Hass empfinden kann, hat er ja schon zur Genüge kundgetan. 

Was mich in diesem Abschnitt gewundert hat, ist, dass er zu Aguelas Wohnung fährt. Sie entspricht zwar nicht seinem Bild einer Frau, mit der er gesehen werden will, aber irgendwas scheint ihn ja doch an ihr zu interessieren. Er hätte ihr ja jederzeit auf dem Markt sagen können, dass er keine enge Beziehung möchte, dazu hätte er nicht zur Wohnung fahren zu brauchen. Mir ist im übrigen völlig rätselhaft, was sie an Toni findet. Ich bin wirklich gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Toni verteilt zwar fleißig sein Hab und Gut, aber sein Entschluss, sich das Leben zu nehmen, scheint doch zu bröckeln.

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:16

Vielleicht hat Toni das Gefühl, dass Águeda alles - auch durch Humpel - von ihm weiß, er aber kaum. Er sagt sich zwar, dass es ihn nicht interessierte, aber irgendwas kitzelt ihn. Neugier? Gewissensbisse?

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isalo kommentierte am 30. Dezember 2022 um 19:09

Ich gewöhne mich langsam an den Schreibstil, ich empfinde, wie einige von euch es auch schon erwähnt haben, dass einzelne Puzzelteile so langsam sich zu einem Bild zusammenfügen. In diesem 3. Abschnitt erfährt der Leser viel über Tonis Beziehungen zu Frauen, seine erste Begegnung mit Sex (ziemlich unschön, aber ich glaube er war mit 16 Jahren da auch ziemlich überfordert). Die schöne Diana Martin, Mutter einer Schülerin, hatte es ihm sehr angetan. Allerdings ging es ihr wohl mehr darum, die Noten ihrer Tochter zu verbessern. Die frühe Beziehung zu Agueda, ich glaube, er war schon verliebt, scheitert an der Unmöglichkeit einer sexuellen Beziehung, wird aber auch direkt von Amalia abgelöst. Das Scheitern der Ehe mit Amalia – ich denke da haben beide ihren Teil zu beigetragen.

Seine Beziehung zu seinem Sohn ist zurückhaltend, aber bemüht liebevoll, wie darkola77 ähnlich auch schon bemerkt hat. Als der Vorwurf im Raum stand, dass Nikita eine Mitschülerin vergewaltigt haben sollte, hat er sich wirklich gekümmert. Auch um festzustellen, dass er seinen Sohn nicht vorbereitet hat, wie sein Vater ihn nicht vorbereitet hat. Die Fehler der Eltern werden direkt an die Kinder weitergegeben.

Entspannt sieht Toni seinem Abschied vom Leben entgegen, er verteilt Hausrat und Bücher in der Stadt, reduziert so die von ihm so geliebte Bibliothek.

Dieser Abschnitt endet mit der Szene, in der Toni vor seiner Wohnungstür ein Geschenk findet, das ein Buch mit einer Widmung enthält – er hat dieses Buch vor 27 Jahren von Agueda bekommen an dem Tag, als er mit ihr Schluss gemacht hat, und es achtlos in einem Hauseingang abgelegt hat – flopp wieder ein Puzzelteil angekommen. So langsam entwickelt sich auch bei mir eine Sogwirkung. Bin gespannt, wie es weiter geht.

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darkola77 kommentierte am 31. Dezember 2022 um 20:20

Wie die Geschichte sich stetig aus einzelnen Puzzlesteinen zusammensetzt, mag ich an dem Roman auch sehr. Ich habe für mich den Eindruck, dass sich mit jedem neuen Steinchen mein Bild über Toni vervollständigt und ich ihn so immer besser kennen- und auch verstehenlerne - und dabei immer tiefer in sein Leben ein- und abtauche.
 

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:13

Das ist gewollt. Die Person verstehen lernen. Am Anfang stehen einzelnen Aussagen, die versucht werden müssen, irgendwo eingeordnet zu werden. Und jetzt kommt so langsam die Person Toni ins Licht ...

Toni denkt über seine Taten, sein Handeln nach. Und welche Auswirkungen dies hat/te.

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schwadronius erwähnte am 03. Januar 2023 um 01:09

Toni denkt darüber nach, wie es ist, Elternteil zu sein. Welche Aufgaben und Pflichten damit einhergehen. Wirklich vorgelebt hat er es nie bekommen. Und sich anschließend auch nicht richtig damit auseinandergesetzt.

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schwadronius kommentierte am 03. Januar 2023 um 01:05

Toni berichtet weiter seine Lebensgeschichte. Behandelte Themen sind Krankheit, Liebe, Reife.

Der Humor wird immer lustiger.

Im wahrsten Sinne des Wortes entledigt er sich seiner Lasten ...

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Martinchen kommentierte am 06. Januar 2023 um 14:00

Wie bereits erwähnt, komme ich mit dem Buch nur sehr langsam voran. Eigentlich wollte ich es bis Sonntag gelesen haben, mal sehen.

Den Januar fand ich erstaunlich gut. Toni fällt auf die Mutter einer Schülerin rein, die ihn zum Narren hält. Die Krankheit seiner Nichte wird thematisiert, vielleicht mit ein Grund, warum Toni losen Kontakt zu seinem Bruder hat, mal abgesehen von der Mutter. Mir hat es nicht gefallen, dass Toni seinen Bruder erst verspätet benachrichtigt hat, das ist billige Rache.

Dann wird ihm Pepa zu viel. Er holt sie nur wieder zu sich, weil ihm einfällt, dass sie gechipt ist. Warum versucht er nicht, ein gutes Zuhause für sie zu finden?

Mit Toni komme ich nicht gut zurecht. Er ist Philosophielehrer, da erwarte ich ein gewisses Maß an Intelligenz. Die hat er ja vielleicht, aber er ist in meinen Augen völlig lebensuntüchtig. Gut, dass rührt möglicherweise vom Kapitelende her, wo er sagt, dass er nicht gelernt hat zu lieben. Ist das die erste wirkliche Reflektion? Davon hatte ich mehr erwartet, nicht nur Episoden erzählen, sondern überlegen, welche Fehler er gemacht hat, warum Dinge schief gelaufen sind.

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