Leserunde

Leserunde zu „Der Wortschatz“ (Elias Vorpahl)

Der Wortschatz
von Elias Vorpahl

Bewerbungsphase: 22.11. - 06.12. 

Beginn der Leserunde: 13.12. (Ende: 03.01.) 

Begleite ein Wort auf der fantastischen Suche nach sich selbst!

»Elias Vorpahl erzählt eine Geschichte vom Suchen und Finden, von Mut, Neugier und Selbstvertrauen. Er erzählt davon, über sich selbst hinauszuwachsen und seine eigene Welt mit anderen Augen zu sehen. Diese Geschichte erzählt er nicht nur mit wunderbaren Worten, sondern auch mit viel Humor und Fantasie. Wer ein Buch sucht, das glücklich macht und ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, liegt mit "Der Wortschatz" goldrichtig.« 

>> Hier geht es direkt zur Leseprobe für den ersten Eindruck 

Nach dem großen Erfolg des Taschenbuchs, das aktuell für den LovelyBooks Leserpreis 2018 nominiert ist, vergibt der Buchblatt Verlag 20 handsignierte Exemplare von "Der Wortschatz" als bibliophile Sonderausgabe im Hardcover. 

Was ihr tun müsst, um dabei zu sein? Bewerbt euch bis einschließlich 06.12. und beantwortet folgende Frage: 

Was ist dein Lieblingswort und warum möchtest du in die Welt der Sprache eintauchen? 

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

Wenn euch die Leseprobe bereits gefallen hat, könnt ihr bis einschließlich 27.11. hier für „Der Wortschatz“ beim Leserpreis abstimmen. 

ÜBER DAS BUCH:

»Ein literarisches Kunstwerk über die Sprache - fantasievoll, bewegend und wunderbar originell!« - Empfehlung der tolino select Redaktion. 

In diesem Buch begegnest Du »einem Wort«, das seine Bedeutung verloren hat. Auf seiner fantastischen Reise durch die Welt der Sprache versucht es, ganz auf sich allein gestellt, diese wiederzufinden. 

»Es gibt Tausende Wege, die du einschlagen kannst. Den Weg zu erkennen, der dir Sinn gibt, ist die größte Herausforderung.« 

Die Suche nach dem eigenen Sinn - davon erzählt dieser kluge, bewegende und liebevoll gestaltete Roman. 

Ein Buch für Erwachsene, als sie noch Kinder waren. 

ÜBER DEN AUTOR:

Elias Vorpahl, *1985, studierte nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Südafrika Mathematik in Münster und Christchurch, Neuseeland. Er ist Mitglied der Autorengruppe Prosathek. 

›Der Wortschatz‹ ist sein Debütroman.

06.01.2019

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 55 bis 90

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Galladan kommentierte am 17. Dezember 2018 um 22:59

Ich hatte gehofft, dass näher auf die Umwandlung von Zeig zu Geiz eingegangen wird, aber scheinbar bleibt es bei der profanen Lösung des Wortumdrehers. Schade.

Gesprochenes Wort quält also die Worte. Nicht jedoch das Geschriebene. Ich hätte gedacht, dass Worte nach der Neuen Rechtschreibung getrennt Höllenqualen erleiden müssten.

Der Sprachfluss hat Spaß gemacht. Hätten wir uns dort etwas länger aufgehalten, wir hätten vermutlich den Friedhof der Gefühlsworte gefunden. Heute werden Gefühle doch oft nur noch durch Emojis ausgedrückt. Warten wir ab wann es ein Emoji gibt mit dem man dem Lebensabschnitspartner die Trennung per Smiley zusenden kann.

Ein Hauptwort hat also einen Artikel der es in Geschlechter einteilt. Womit wir dann 3 Geschlechter haben. Politisch gerade sehr korrekt, ich bin mal gespannt ob das noch näher aufgearbeitet wird. 

Ob „ die Suche“ wohl eine Bedeutung innerhalb der Suche nach der Bestimmung hat?

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Michelly kommentierte am 18. Dezember 2018 um 13:52

Den Friedhof der Gefühslworte hätte ich tatsächlich auch sehr gerne besucht! Ein sehr guter Gedanke!

Mir kommen mit dem Lesen selbst einige Wörter in den Sinn, die ich wirklich seltenst benutze, wie "wunderbar" und "zauberhaft", "märchenhaft" und "grazil"...

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lese-esel kommentierte am 26. Dezember 2018 um 16:14

Schön, dass Du sowas feststellst. Ich bemängele auch, dass der aktive Wortschatz immer kleiner wird. Wenn man oft Jugendlichen und größeren Kindern zuhört, dann ist oft einfach alles "geil". Ich war mal in einem Büro, da wurde beim Benutzen dieses Wortes und bei (anderen) "unsaubereren" Wörtern ein kleiner Obulus (Strafgeld) in eine Kasse geworfen. Man wurde so angehalten, beim Sprechen auf die Wortwahl zu achten.

Und apropos geil..... Wenn man beim schönen Wort 'genial' einige (2) Buchstaben streicht, dann haben wir das 4-Buchstaben-Wort "G...". 

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Martina Suhr kommentierte am 28. Dezember 2018 um 12:01

Zaberhaft und wunderbar benutze ich häufiger, da ich sehr gerne Märchen und Fantasyromane lese. Da braucht man diese Worte öfter, um auszudrücken, wie man das Buch empfunden hat.

Aber ich gebe dir recht, dass wir immer stärker dazu neigen, uns in "Wort-Ghettos" zu bewegen. Man hat einen gewissen Wortumfang, den man täglich benutzt und in dessen Grenzen man sich wohlfühlt. Zu selten trifft man Leute oder kommt in Situationen, in denen ausgefallene und selten genutzte Worte oder Phrasen angebracht wären.

Der Friedhof der Gefühlsworte ... Ein schönes Bild, wobei ein Fremdwörterlexikon auch für mich irgendwie ein Sinnbild für so einen "Wortfriedhof" ist. Immer mehr muss man nachschlagen, weil immer mehr Worte sich fremd anfühlen und anhören oder man sie gebraucht, aber nach der genauen Bedeutung gefragt, man dies nicht zu nennen vermag :-)

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Susi kommentierte am 18. Dezember 2018 um 21:10

Der Sprachfluß macht auch etwas wehmütig. z.B. als es um vergessene Wörter geht ( Stundenglas, heute heißt es Sanduhr). Angesichts von SMS und der bei Jugendlichen verbreiteten Kommunikation via Handynachrichten, scheint die Gefahr einer Verarmung der Sprache durchaus real. Mein Kind liest leider nicht und es ist erschreckend, wieviele Wörter es nicht kennt.

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Galladan kommentierte am 18. Dezember 2018 um 21:59

Ich fand es sehr passend das Stundenglas, welches ja für die Vergänglichkeit steht auf den Friedhof der überkommenen Worte zu begleiten.

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Michelly kommentierte am 19. Dezember 2018 um 06:26

Ich mochte Stundenglas. Wir sollten das Wort öfter benutzen! Mein Sohn ist recht interessiert in Sprache und manchmal fragt er mich nach alten Worten. Ich werde ihm Stundenglas erklären. Meist denke ich dann an meine Oma zurück, welche Ausdrücke sie verwendet hat. Zum Beispiel auch Eisschrank statt Kühlschrank und Wasserstein statt Spüle.

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Susi kommentierte am 19. Dezember 2018 um 16:21

Wasserstein habe ich noch nie gehört.

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Muschelschubser kommentierte am 21. Dezember 2018 um 11:55

ich auch nicht, vielleicht ist das regional?

Es gibt ja viele Worte, die man nur in bestimmten Regionen benutzt. das ist was, was ich einfach total faszinierend finde, denn ich komme aus Schleswig-Holstein und lebe in Bayern. und theoretisch sprechen wir alle deutsch.

ich finde "altmodische Worte" auch klasse. Stundenglas ist auch so eines .. und wer kennt denn Sanduhren heute noch, die "Eieruhr" am PC vielleicht ... hihi

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lese-esel kommentierte am 26. Dezember 2018 um 16:21

Man braucht ja gar nicht so viele Jahre zurückgehen. Wie sieht es denn mit Kassetten und dem guten alten Kassettenrecorder aus... Tonbandgeräte ganz zu schweigen. Und hat der Plattenspieler das Grammophon abgelöst, haben wir nun CDs und irgendwelche USB-Sticks. Und wer analog fotographiert tut sich mittlerweile schwer, Dia-Filme zu finden. Es verschwinden so viele Dinge, oft merkt man gar nicht, dass sie weg sind.

So sterben Berufe aus und neu kommen hinzu, das ist der Lauf der Zeit.

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 13:16

Um so schöner ist es, dass mein Enkel zu Weihnachten einen CD Player mit Kassettenrecorder bekommen hat damit er die alten 3 ??? Kassetten vom Opa hören kann.

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schwadronius erwähnte am 31. Dezember 2018 um 13:20

Kassettenrekorder war schon lustig. Wenn das Klackgeräusch am Ende des Bandes ertönte, war man wieder wach. :D.

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 14:50

Stimmt Hellwach war man da:-)

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lese-esel kommentierte am 31. Dezember 2018 um 20:43

Ui, das finde ich klasse! Dann können die Enkel hautnah begreifen, was es mit Kassetten auf sich hat. Der erste Bandsalat kommt bestimmt....

Meine Kinder hören hin und wieder auch noch Kassette. Und bis Mitte des Jahres hatte ich noch ein Kassetten-Deck im Auto. Und wenn mein Mann erzählt, dass er nach wie vor Musiksendungen mit Kassetten mitschneidet, dann erntet er oft ein "Äähh?!".

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Martina Suhr kommentierte am 28. Dezember 2018 um 12:12

Ich auch nicht, bei uns heißt das Schüttstein oder Spülstein.

Das Stundenglas ist ein tolles Wort, das ich so auch noch nie verwendet habe. Bei uns ist das eine Sanduhr, wobei Stundenglas ja ähnlich wie auch die Stundenkerze in früheren Zeiten die Uhren ersetzt hat und bei der Zeitrechnung geholfen hat.

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Michelly kommentierte am 19. Dezember 2018 um 06:31

Die Verrohung unserer Sprache ist durchaus greifbar. Ganz schlimm finde ich die schwindende Grammatik. "Ich brauche ein neuen Laptop" Nein! Du brauchst EINEN NEUEN LAPTOP oder gar keinen! Gleich danach kommt dann die schwache Rechtschreibung, da hilft meist auch die Rechtschreibkorrektur nicht mehr.

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dj79 kommentierte am 19. Dezember 2018 um 09:22

Schlechte Gammatik und Rechtschreibung sind für mich ebenfalls grauenhaft. Selbst in Studienarbeiten, die ich hin und wieder (ein Wortpaar?) betreue, stelle ich eine stete Verschlechterung fest. Kommaregeln beherrscht kaum jemand. Es wird allerdings in der Schule nicht mehr so viel Rechtschreibung trainiert wie ich es aus meiner in Erinnerung habe. Dafür einen Ausgleich zu schaffen, finde ich schwer für Eltern.

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Annegreat kommentierte am 21. Dezember 2018 um 22:05

Ich bin auch immer wieder verwundert wie wenig bzw. wie spät in der Schule auf die Rechtschreibung geachtet wird. Da kommt man als Elternteil kaum hinterher, wenn das nicht von Anfang an ordentlich trainiert wird.

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Martina Suhr kommentierte am 28. Dezember 2018 um 12:17

Ich muss gestehen, dass ich froh bin, dass bei uns an der Grundschule dieser Dummfug "Schreiben nach Gehör" nicht mehr praktiziert wird. Es ist ja löblich, dass man die Kinder zum kreativen Schreiben animieren will, aber die Fehler wieder auszubügeln, die sich dabei einschleichen, ist müßig. Ich selbst habe Sprachwissenschaft studiert und mochte schon immer den Umgang damit. Als Lektorin bekomme ich auch sehr viele Texte in Rohfassung zu sehen und bin immer wieder erschüttert, dass selbst viele sogenannte "Schriftsteller" einen dilettantischen Sprachumgang haben. Da sind Willkürliche Kommastreuer noch das kleinste Problem.

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 18:00

Verrohung, Verarmung...das eine greift wahrscheinlich ins andere. Und es kommt wahrscheinlich auch darauf an, was man unter den Begriffen versteht. Wenn man Anglizismen u.ä. als Bereicherung betrachtet, dann gewinnt unsere Sprache an einigen Stellen wohl an Vielfalt. Ich finde aber auch, dass gerade unsere Sprachvielfalt abnimmt - ich denke da z.B. an die Art und Weise des Sprechens im Mittelalter, ganz speziell an die medizinische "Fachsprache"; das war eine gefühlte, weil das Fachwissen, wie wir es heute kennen, ja noch nicht vorhanden war. Wie vielfältig dort Emotionen und gefühlte Befunde beschrieben wurden, ist der Wahnsinn! Und frage mich in diesem Zusammenhang vor allem: Ist es wirklich ein Problem bzw. eine Folge der Effizienz? Im Prinzip ist das ja auch der Grund, wieso Emojis lange Gefühlsbeschreibungen u.a. ersetzten, Zahlen und einzelne Buchstaben ganze Silben oder die Rechtschreibung ignoriert wird...

Ich wage in Anbetracht eurer Beiträgen mal die Vermutung, dass ihr die Idee, dass in Grundschulen anfangs nach dem Hörverständnis geschrieben werden soll, auch für absolut fatal haltet? 

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:02

"Ich wage in Anbetracht eurer Beiträgen mal die Vermutung, dass ihr die Idee, dass in Grundschulen anfangs nach dem Hörverständnis geschrieben werden soll, auch für absolut fatal haltet? "

DEFINITIV!

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Annegreat kommentierte am 25. Dezember 2018 um 19:41

Richtig, meine Kinder durften alles so schreiben wie sie wollten und ich habe das bei meinem Sohn - wie von der Lehrerin gewünscht - nicht korrigiert, damit der nicht den Spaß am Schreiben verliert. Die Fehler wieder rauszubekommen war wahnsinnig anstrengend und ziemlich Nerven aufreibend für beide Seiten. Bei meinen Töchter habe ich die Texte von Anfang an um ihre Fehler bereinigt. Sie haben mir das keineswegs übel genommen und auch nicht die Lust am Schreiben verloren.

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 22:05

Für mich wäre es: "ein neues Laptop". :D.

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milkshake kommentierte am 20. Dezember 2018 um 18:50

Ich glaube garnicht, dass unsere Sprache verarmt, im Gegenteil. Sie ist mittlerweile so divers, dass man kaum noch zwischen deutsch und englisch unterscheiden kann.

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Annegreat kommentierte am 21. Dezember 2018 um 22:11

Verarmt würde ich auch nicht sagen. Alter Wörter geraten in Vergssenheit und neue kommen dazu. Aber ich habe den Eindruck, dass unsere Sprache verroht und dass immer weniger Werrt auf Grammatik gelegt wird. Selbst in den Elternbriefen, die meine Kinder aus der Schule mitbingen, gibt es keinen Genetiv mehr, wenn es angebracht wäre, das finde ich total gruselig.

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Borkum kommentierte am 23. Dezember 2018 um 16:09

Bei unseren Auszubildenden fällt mir auch des öfteren auf, dass ihr Wortschatz teilweise eingeschränkt ist. Sie haben Schwierigkeiten Synonyme für bestimmte Begriffe zu finden.

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Muschelschubser kommentierte am 21. Dezember 2018 um 12:45

"Friedhof der Gefühlsworte" ist ein toller Ausdruck. Danke dafür.

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 13:19

Den Ausdruck finde ich auch so passend gewählt, denn genauso is es.

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 18:04

@Galladan, was die "übergeordnete" Suche anbelangt: Meinst du, UND JETZT ACHTUNG VIELLEICHT SPOILER! dass unser Wort vielleicht "die Suche" ist? Das wäre wirklich gewitzt!

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:02

Das vermute ich bereits seit dem ersten Abschnitt :-D

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Martina Suhr kommentierte am 28. Dezember 2018 um 12:18

Das ist natürlich eine Möglichkeit, die sehr sinnig ist.

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 22:06

An "die Suche" dachte ich auch schon, aber das wäre zu "einfach".

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Linny kommentierte am 03. Januar 2019 um 11:30

Friedhof der Gefühlsworte, genau getroffen. 

Man sollte mit der Zeit gehen, aber ein liebevoller Brief oder Karte. Von einem lieben Menschen. Ist mir lieber als ein Geschenkecoupon aus dem Internet.

Manchmal ist es gar nicht so einfach seinen Weg zu finden.

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Michelly kommentierte am 18. Dezember 2018 um 15:41

Wir sind gestürzt, im Sprachfluss gelandet und schließlich in Sprachen angekommen. Welch ereignisreicher Abschnitt! Und in Sprachen ist ganz schön was los! Da begegnest du dem schlechtgelaunten Imperativ und Juwelieren, die Serifen verteilen. Ich habe bereits unter "Lieblingsstellen" geschrieben: Wieder sind es die Feinheiten, Spitzfindigkeiten, Wortspiele und Zweideutigkeiten, die mich so faszinieren. Es gibt für den aufmerksamen Leser so viel zu entdecken in diesem kleinen Büchlein. Die perfekte bibliophile Lektüre, wenn auch, wie vermutet nicht für jedermann geeignet. Man muss als Leser schon einen guten Zugang zur Sprache und ein wenig Hintergundwissen haben.

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Michelly kommentierte am 18. Dezember 2018 um 16:32

PS: Jetzt bin ich doch tatsächlich einem Karnickel begegnet! Im ersten Abschnitt schrieb ich noch "fast rechne ich damit, einem weißen Kaninchen zu begegnen". Hatte ich den richtigen Riecher? Zumal das Karnickel einen recht bekannten Namen verlauten ließ!

Und kurz nach der Begegnung mit dem Karnickel erhält das Wort auch noch ein goldenes Ticket. Ist das ein Querverweis auf Roald Dahl?

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:05

Die goldene Eintrittskarte gibt es auch zu Wonkas Schokoladenfabrik ;-)

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Susi kommentierte am 18. Dezember 2018 um 21:15

Oja, der schlechtgelaunte Imperativ ist auch eines meiner Lieblinge im Buch.

 

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Muschelschubser kommentierte am 21. Dezember 2018 um 11:56

ja, der ist super - den kenn ich sogar persönlich... (falls Ihr wisst, was ich meine)

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:04

Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht :-)

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 19:43

Genau, "Sprachen", das fing richtig gut an (spannend zu werden). Wie eine Kirmes für Wörter. Sehr atmosphärisch.

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Susi kommentierte am 18. Dezember 2018 um 21:07

Ich finde die Wortspiele so toll.  Die Geschichte selbst gefällt mir nur mäßig-gut , aber den Sprachwitz ist wunderbar. z.B. als Artikel und Wort sollen auf ewig verbunden werden. Es gibt diese Art Hochzeit, wo gegenseitige Treue geschworen wird und statt "sie dürfen die Braut jetzt küssen" heißt es : "Sie dürfen ihr Wort nun halten" (S.60) . Ich liebe solche Doppeldeutigkeiten.

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dj79 kommentierte am 19. Dezember 2018 um 09:25

Die Doppeldeutigkeiten sind toll, auch der spielerische Einsatz von Wörtern (z. B. Wortbruch) ist genial. Das Büchlein ist voll davon. Mir gefällt auch das Aufgreifen von Dingen, die wir aus anderen Meisterwerken kennen, sehr gut.

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milkshake kommentierte am 20. Dezember 2018 um 18:53

Genau das ist es für mich auch, was die Geschichte ausmacht. Die Handlung selber steht garnicht so sehr im Fokus, sondern die Stilmittel und die Aussagen des Autors. Mir gefällt das durchaus gut. 

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 18:08

Der Plot ist ohne Zweifel simpel, es geht hier um einen Lobgesang an die Sprache und das gelingt dem Autor zu 100 Prozent. Die Wortspiele sind großartig und klug und jetzt bin ich super gespannt auf die Wortspiele *hihi*

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lese-esel kommentierte am 26. Dezember 2018 um 16:30

Genau daran habe ich auch gedacht, an das "die Braut küssen".

Aber ich habe dann auch an das Versprechen gedacht, wenn man sich Treue schwört und sich verspricht, zusammen zu bleiben.

Wobei Versprechen auch wieder ein tolles doppeldeutiges Wort ist. Es hat eine positive Komponente, weil man jemanden etwas sagt, was man befolgen möchte. Aber es hat auch etwas Negatives, weil etwas Gesagtes revidiert wird, weil man etwas - aus Versehen - etwas gesagt hat, was so nicht stimmt.

Und schön finde ich auch, das der Artikel und das Wort sich trauen sich zu trauen.

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dj79 kommentierte am 19. Dezember 2018 um 09:14

Die Vereidigung mit dem weiblichen Artikel und das Worthalten fand ich genial, irgendwie romantisch. Die Begegnung vorher, als der Artikel auf das Wort zu rennt, habe ich so empfunden, wie wenn ein Kind aus einem Ferienlager zurück nach Hause zur Mutti kommt.

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Michelly kommentierte am 19. Dezember 2018 um 10:53

Ohhh, das ist ein wirklich schönes Bild! Ein Kind rennt zur Mami. Dieses Gefühl ist mit nichts zu beschreiben. Ebenso wie die kleine Kinderhand, die sich in deine Mamahand schiebt.

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Zenzi kommentierte am 20. Dezember 2018 um 08:36

Ein Kind rennt zur Mami. Dieses Gefühl ist mit nichts zu beschreiben.

Deshalb schlage ich meinem Enkel immer vor, zu seiner Mama zu laufen, wenn die Türe sich öffnet und seine Mama von der Arbeit heimkommt.

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Borkum kommentierte am 23. Dezember 2018 um 16:12

An Mutter und Kind musste ich bei dieser Szene auch denken.

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Zenzi kommentierte am 20. Dezember 2018 um 08:33

Der 2. Teil hat mir schon besser gefallen, weil ich in die Welt des "Wortes" eingetaucht bin. So fand ich die Hochzeit mit dem Artikel sehr süß- leider hat das Wort halt den falschen erwischt, ob es auch eine Scheidung geben wird?

Und der schlimme Esel mit dem Kappern der Eselsbrücke - so was!

Der Fluss der Worte -  ein interessantes Bild, dass die nicht mehr gebräuchlichen Ausdrücke in die Tiefen verschwinden, aber doch wieder aktiviert werden können.So verwende ich gerne wieder ein paar Innviertler Worte, die als Kind in meinem Sprachschatz waren, aber im Wiener Raum, wo ich jetzt wohne, nicht verstanden wurden.

So nun lasse ich mich mit dem Wort weitertreiben. Bin gespannt, wohin nun die Reise gehen wird.

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Susi kommentierte am 20. Dezember 2018 um 10:36

wieso hat das Wort den falschen Artikel erwischt ? Wenn Du die Bedeutung des Wortes kennst, dann müsstest Du doch wissen, dass "die" richtig ist. Und wenn Du die Bedeutung nicht weißt, wie kommst Du dann darauf ? Im übrigen glaube ich nicht, dass es diesbezüglich Fehler gibt.

Das Schöne ist auch, dass es Sprachfluss heißt und nicht Fluß der Wörter. Es ist ein Wortspiel, denn den Ausdruck Sprachfluß gibt es ja.

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 18:12

Wie sich die Sprache permanent im Fluss befindet, das hat die uralte Weil ja auch sehr gut erklärt - musste hier eigentlich auch jemand an die alte Morla denken?!? Aber dieses Wortspiel oder Sprachbild (?) gefiel mir auch (bisher) fast am besten!

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Susi kommentierte am 25. Dezember 2018 um 18:50

NAtürlich dachte man an Morla, aber auch an den alten Uhu bei Frau Frisby und die Ratten von Nimh oder den alten weisen Wal in dem Delphinbuch Wo die Sonne schlafen geht.

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Hennie kommentierte am 20. Dezember 2018 um 20:09

Mir hat die Herleitung sehr gefallen, wie das Wort zu seinem Geschlecht kommt. Das Wort ist weiblich. Zu jedem großen Wort gibt es einen Artikel. Es existiert eine Symbiose zwischen beiden. Der Artikel gibt seinen Namen preis: „Die“. Das Wort ist also ein großes, weibliches Wort.

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Hennie kommentierte am 20. Dezember 2018 um 20:14

Es gibt einige, alte Worte, die ich gut finde. Als Beispiel möchte ich „tumb“ nennen. Dieses Wort ist heute umgangssprachlich kaum noch von Bedeutung, obwohl es so aussagekräftig ist. „Tumber Tor“, in der Kombination unschlagbar!

Auf S. 73 „Alle jungen Worte suchen nach Bedeutung.“ Dagegen würde ich setzen, dass die alten Worte ums Überleben kämpfen.

Das Wort ist zum Glück im Sprachfluß nicht untergegangen, sucht nun weiter nach seinem Sinn. Mit großem Vergnügen lese ich in diesem Buch, dass so voller Entdeckungen auf jeder Seite ist.

In der Stadt "Sprachen" habe ich die Häuser vermißt, aber ganz sicher gibt es dort viele Wortschmieden, Satzbauten...

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Susi kommentierte am 21. Dezember 2018 um 23:33

Wortschmieden und Satzbauten...sehr schön !

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 18:15

Ja, wirklich hübsch.

Und ich würde dir, @Hennie, auch absolut zustimmen, was die alten Worte anbelangt. Das stößt natürlich wieder diese interessante Diskussion bzgl. der Bedeutung der Worte in Bezug zum - oder in Abhängigkeit vom - Menschen an, denn die wird ja häufig, zumindest zum Teil, an die "neuen" Worte weiter gegeben.

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lese-esel kommentierte am 26. Dezember 2018 um 16:59

Ja, Häuser, in denen Wortfamilien wohnen und leben. Häuser, die aus Satzbausteinen gebildet sind.

Eine Stadt mit vielen Straßen, Gassen und Sackgassen und womöglich Sprachbarrieren......

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 13:21

So ein schönes Bild ist damit geschaffen-Danke

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Muschelschubser kommentierte am 21. Dezember 2018 um 14:42

Unser Wort ist also ein "großes Wort" und wird durch seinen Artikel weiblich und Vorpahl wechslet konsequent vom es zum sie. Niedlich wie der Kleine (der Artikel) sich an unser Wort klammert, wie ein Kleinkind an seine Mama, deswegen ist die Symbiose, die eher wie eine Hochzeit anmutet, vielleicht sogar etwas befremdlich, wenn auch konsequent in der Wort-Welt.

Was mich etwas irritiert hat ist, wie konnten die "Wesen" unserem Wort und seinem Artikel über die Brücke folgen, wo doch der Esel die Seile gekappt hat. Hab ich da was überlesen oder falsch verstanden? * verwirrt *

Auch das Kaninchen, das eigentlich das Wort Begierde ist, erinnert mich wieder an Alice im Wunderland. Überhaupt habe ich oft das Gefühl, dass Vorpahl einfach die Märchenwelt in die Wort-Welt übertragen hat. Von der Geschichte her, entdecke ich nicht viel Neues. 

Aber, der Fokus soll ja auch auf dem Wortwitz, der Wortgewandtheit und der Sprache im Allgemeinen und im Besonderen liegen, die Geschichte selbst ist da dann nicht so wichtig. Vielleicht täusche ich mich hier aber auch und es ist gar nicht so.

Klasse fand ich auch "Schockant! Kein Sterbenswörtchen vergessen wir!" - der Sprachfluss überhaupt hat mir gefallen. Auch die Idee, die Wörter wort-wörtlich zu nehmen, finde ich sehr gut.

Bin so wie so ein Fan von Wortspielen.

 

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Annegreat kommentierte am 21. Dezember 2018 um 22:14

Ich denke nicht, dass Du Dich täuscht und sehe den Lesespaß hier auch eher im Wortwitz und in den Spielereien mit der Sprache und weniger in der Handlung.

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Susi kommentierte am 21. Dezember 2018 um 23:43

Ja, mit der Geschichte und einigen Infos über die Wortwelt  hatte ich auch meine Schwierigkeiten, da nicht alles schlüssig war oder ausreichend erklärt wurde. MAnches war, wie Du schon sagst nicht ganz stimmig. Aber es macht Spaß, es zu lesen, weil die Fantasie und der Einfallsreichtum des Autors, sowie seine Art mit der Sprache zu spielen einfach wunderbar sind. Da ist die Geschichte eher zweitrangig.

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Susi kommentierte am 21. Dezember 2018 um 23:43

Ja, mit der Geschichte und einigen Infos über die Wortwelt  hatte ich auch meine Schwierigkeiten, da nicht alles schlüssig war oder ausreichend erklärt wurde. MAnches war, wie Du schon sagst nicht ganz stimmig. Aber es macht Spaß, es zu lesen, weil die Fantasie und der Einfallsreichtum des Autors, sowie seine Art mit der Sprache zu spielen einfach wunderbar sind. Da ist die Geschichte eher zweitrangig.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 55 bis 90
Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 22:55

Was die Eselsbrücke betrifft begebe ich mich jetzt einmal auf ein...wirres Gedankenspiel: Wenn man sie nicht als Esels Brücke betrachtet, sondern als eben jenes Sprachbild, dann könnte sie für die Wesen doch noch intakt sein, oder? 
Außerdem hat Esel ja schon einige Worte über die Brücke geschickt und ich denke, immer auf dieselbe Art und Weise, sodass man jetzt einfach mal annehmen könnte, dass Esel die Brücke anschließend schlicht wieder aufbaut, oder?

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schwadronius ergänzte am 29. Dezember 2018 um 21:52

Es gibt ja nicht nur eine "Eselsbrücke", sondern mehrere.

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Annegreat kommentierte am 21. Dezember 2018 um 22:03

Ich mag die Spielereien mit den Buchstaben und Worten unglaublich gerne. Es gibt so viele Andeutungen und Spitzfindigkeiten, dass ich wirklich aufpassen muss, um nichts zu verpassen.

Die Ideen des Autors finde ich grandios und ich habe mich immer wieder gefragt, wie man auf so etwas kommt. Besonders gut gefielen mir hier der schlecht gelaunte Imperativ und der Sprachfluss.

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Borkum kommentierte am 23. Dezember 2018 um 16:17

Ich befürchte auch, dass mir nicht alles auffällt, was hier verborgen liegt. Dies ist ein Buch, das ich auf jeden Fall bald ein zweites Mal lesen werde.

Mir geht es da ähnlich. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor dem Einfallsreichtum des Autors.

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flowers.books kommentierte am 29. Dezember 2018 um 12:19

Die Idee finde ich auch einmalig :)

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 21:47

Eigentlich braucht es nur ein Grundgerüst. Und natürlich alle großartigen Geschichten, Märchen. Die Liebe zur Sprache, ein bisschen Morphologie - et voilà!

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lesesafari kommentierte am 29. Dezember 2018 um 23:47

Dann koch uns mal die nächste Wortgeschichte. Der Verlag wartet ja auf neue.

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schwadronius erwähnte am 30. Dezember 2018 um 10:32

Wird doch keiner kaufen, weil Rote Beete drin vorkäme. :D.

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lesesafari kommentierte am 30. Dezember 2018 um 22:08

achso. und wenn du die verkleidest, im rotkohlkostüm? das wäre ja vllt schon ne buchidee.

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Borkum kommentierte am 23. Dezember 2018 um 16:05

Ich habe bildlich vor Augen wie der kleine Artikel auf Wort zurennt - wie ein Kind, das seine Mutter nach langer Zeit wiedersieht. Dann die Vereidigung und Sie dürfen ihr Wort nun halten statt die Braut küssen.

Hat der Esel die Brücke extra einstürzen lassen, um unser Wort vor den Klammern zu retten? Ich meine ja.

Der Sprachfluss ist auch höchst interessant. Am Grund ist der Bereich der toten Worte, Worte die niemand mehr spricht.Kein Sterbenswort kommt wieder an die Oberfläche. Überall immer die Wortspielereien - einfach toll. Die alte Weil erinnert mich an die alte Morla. Auch die Anspielungen auf andere Werke gefallen mir sehr gut.

In Sprachen begegnet Wort einem Karnickel, keinem Kaninchen, das impliziert schon das Böse in dem Tier.

Ich kann mich nur wiederholen - ein tolles Buch.

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Susi kommentierte am 23. Dezember 2018 um 17:49

Ein Karnickel ist im Gegensatz zu einem Kaninchen böse ?

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Borkum kommentierte am 23. Dezember 2018 um 21:50

Nein, da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Bei Karnickel stell ich mir einen ollen Karnickelbock und kein süßes kleines Kaninchen vor. Das Wort an sich ist nicht so positiv besetzt wie Kaninchen, es ist auch viel härter und kantiger in der Aussprache.

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:16

Über das Wort Karnickel wunderte ich mich auch. Ich verstehe es als abwertendes Wort für Kaninchen, also negativ.

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lese-esel kommentierte am 26. Dezember 2018 um 17:04

Ich bin ganz mit Dir. Karnickel klingt schon so hart, da kommt fast schon Zorn beim Aussprechen hoch.... Und da denke ich echt an einen Rudi Rammler, der nicht unbedingt lieb und nett ist, sondern einfach nur triebhaft und egoistisch!

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 19:55

übersetzt "Begierde" heißt. obwohl das hier auch wieder negativ konnotiiert ist. so schlimm ist das doch eigentlich nicht, wenn es zwei sich liebende sind. ;)

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 23:01

Ich glaube nicht, dass Esel das Wort vor den Klammern retten wollte, sondern er es/sie tatsächlich einfach "nur" auf den richtigen Weg bringen wolltei- immerhin bieten der Sprachfluss und Sprachen viel mehr Möglichkeiten. Und, würden Eselsbrücken eigentlich überhaupt irgendwo hinführen? Führen sie nicht eigentlich wieder zurück bzw. wäre der Sprachfluss nicht das ultimative Assoziationsfeld?
Und, ist eigentlich jetzt schon so richtig klar, ob die Wesen Klammern sind? Ich habe Verrückts Worten auch erst einmal Glauben geschenkt, aber im Nachhinein hat er sich ja schlicht getäuscht (der Verfolger war ja das kleine Die)...

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:17

Eselsbrücken sollten auf einfachem Weg zum Ziel führen - aber dann entginge unserem Wort jede Menge Selbstfindungs-Abenteuer.

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 20:02

Eselsbrücken sind doch UMWEGE, um etwas zu finden. Esels Brücke führt dann vllt zur Selbstfindung, mit dem Umweg über den Sprachfluss. Viele Möglichkeiten und doch muss Wort sich jetzt entscheiden.

Wieso kann der Esel eigentlich plötzlich so weise daher reden?? Er sagt doch nur "I-A".  

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schwadronius meinte am 29. Dezember 2018 um 21:39

Warum nicht? Vielleicht ist Esel schüchtern und möchte seine Weisheit nicht jedem dahergelaufenen Wort mitteilen ...

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lesesafari kommentierte am 29. Dezember 2018 um 23:50

sehr weise von dir. ;) ich hatte schon irgendwie eine ahnung, bin dann aber nicht selbst draufgestoßen.

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 19:58

am ende hatte ich auch das gefühl, dass es vllt keine klammern sind. aber ich habe die vermutung, es könnte ein wort mit vor- und nachsilbe sein. das auch ganz ohne beides auskommt.

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Susi kommentierte am 25. Dezember 2018 um 18:55

also, dass ein Karnickel verschlagener klingt als ein weiches flauschiges Kaninchen ?

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 21:34

Allein wie "Karnickel" porträtiert wird ...

... nein, nein!

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Lelu kommentierte am 23. Dezember 2018 um 23:13

Ach es ist einfach herrlich, dieses Buch!
So richtig viel kann man ja eigentlich gar nicht sagen, es passiert plot-technisch ja nun nicht gerade viel. Aber es reißt mich einfach mit. Mein absolutes Erlebnis war wirklich der Sprachfluss und die uralte Weil-Morla! Allein wie dort die Geschichte auf eine Metaebene geholt wurde und wir quasi dazu beigetragen haben, dass Studenglas vorerst vor dem Vergessen zu retten - wunderbar!
Auf Sprachen bin ich auch sehr gespannt. Ich glaube es zwar nicht, aber ich hoffe ja trotzdem irgendwie, dass wir von der Stadt noch das ein oder andere erfahren. Und sonst bleiben ja noch die Wortspiele. Mal sehen, wie diese funktionieren.
(Der Weg zum Austragungsort sowie das Karnickel haben eindeutig wieder an "Alice" erinnert [zusammen mit der "Unendlichen Geschichte" bildet es eindeutig den Referenztext, was mir durch die Thematik von Vorpahls Buch als mehr als passend erscheint!].)
 

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 13:19

Ich sehe das Leseerlebnis auch deutlich mehr in dem WIE der Erzählung als in der Handlung selbst. Solche Bücher sind selten, viel zu selten.

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 14:53

Genauso sehe ich es auch-die Handlung ist hier wirklich nicht ausschlaggebend. Ich liebe solche Bücher über alles, und ja leider gibt es solche Bücher wie den "Wortschatz" viel zu selten.

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lese-esel kommentierte am 01. Januar 2019 um 01:09

Ja, das sind tolle Leseerlebnisse. Wenn Geschichten nicht von konkreten Handlungen leben. Hier lebt die einfache, kleine Geschichte von einer großen, umwerfenden Sprache. Die Handlung wird von den Sprachfeinheiten und Rafinessen getragen. Und der Leser ist mit dabei, die Geschichte mir seinen Fantasie-Möglichkeiten zu füllen. So erlebt jeder die Geschichte so, wie es für ihn bestimmt ist. Zwischen den Zeilen ist viel Raum, sich seine Wohlfühloase zu gestalten. Wer weiterdenken, 'weiterspinnen' möchte, findet in diesem Buch genügend Gelegenheiten. Das Buch ist ein genialer Impulsgeber.

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La Tina kommentierte am 25. Dezember 2018 um 12:33

Die Symbiose mit einem Artikel führt zur Mündigkeit, okay. Was noch nicht bedacht wurde ist, dass dabei eine Wandlung von einem Verb, Adjektiv etc. zu einem Hauptwort stattfinden kann mit neuer Bedeutung. Beispiel: "sucht" (Verb) wird zu "die Sucht". Unser Wort bekommt auch einen weiblichen Artikel, meine Theorie, dass es sich um "die Suche" handeln könnte, passt dadurch bisher weiterhin. Die Symbiose durch eine Hochzeit zu vollziehen hatte bei mir allerdings leider den Nebengeschmack einer Kinderhochzeit.

Viel besser gefiel mir der Vergleich der Worte als steter Fluss und den Sterbenswörtchen, welche durch erneuten Gebrauch wiederbelebt werden können. Die Beispiele waren auch wunderschön gewählt.

In der Stadt gingen die Wortspielereien wieder los mit den Umlautarbeiten, den Buchstäben und dem schlecht gelaunten Imperativ als Marktschreier. Wunderschön und auch atmosphärisch zugleich. Schmunzeln musste ich, dass der Hase sich als Autor von Alice ausgab, weil zeitgleich der Film im TV lief, als ich das las. Ich dachte erst, durchs Umstellen der Buchstaben käme man auf die wahre Bedeutung des Karnickels - es hat gelogen, das war einfacher :-D

Freue mich nun auf die Spiele, juhuu!

 

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Susi kommentierte am 25. Dezember 2018 um 19:04

Viel Spaß ! Die Spiele waren nicht so meins.

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 20:07

Ja, mit einem Artikel davor wird ein Wort mündig, es wird ja dann GROß! Sozusagen volljährig und erwachsen. :D

"sucht" zu "die Sucht" könnte ja auch auf Lesesucht verweisen. :O

Mit Worten kam man eben auch was vorgeben, was nicht stimmt, also irgendwie eine falsche Bedeutung/Sinn der Worte. Es ist ja so viel möglich mit Buchstaben oder -stäben.

 

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schwadronius meinte am 29. Dezember 2018 um 21:31

Ich muss mit Elias schimpfen! Häschen negativ zu bedenken! ;).

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Anchesenamun kommentierte am 26. Dezember 2018 um 11:08

Ich fand die Vereinigung des Artikels mit Wort auch total süß. :-) Ich habe das Wort automatisch als maskulin betrachtet und war dann doch überrascht, dass es ein "Mädchen" ist und ich jetzt umdenken muss. Aber klar, man hat ja eigentlich nie gewusst, was das Wort genau darstellt. Ich bin noch immer gespannt, wie sie heißt. Hoffentlich nichts total Profanes bzw. Kitschiges wie "die Liebe" oder so.

Mir fällt es immer noch ein bisschen schwer, mir die Worte vorzustellen. Wenn man liest, dass sie sich an den Händen halten oder den Fuß verletzen, stelle ich sie mir vor wie Menschen. Aber es gibt sie ja scheinbar in allen Varianten. Als Tiere oder Gegenstände. Da muss sich meine Vorstellungskraft echt anstrengen. ;-)

Die Begegnung mit Begierde war... ich weiß nicht... interessant und seltsam. Mir fehlen teilweise echt die Worte, um zu beschreiben, wie ich das Buch finde. Das ist schon wieder fast ironisch.

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schwadronius kommentierte am 29. Dezember 2018 um 21:28

"Hoffentlich nichts total Profanes bzw. Kitschiges wie "die Liebe" oder so."

Warum nicht? Ich denke daran. Sie hat viel "Macht".

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lesesafari kommentierte am 26. Dezember 2018 um 19:32

Den zweiten Teil fand ich nicht so tiefsinnig. 

Spannung kommt auf, als das Wort in den Sprachfluss stürzt. Aber zum Glück ist es für den Boden noch nicht alt genug. Das Wort ist eine "Sie", neue Spekulationen bieten sich.

 

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 21:22

Ich bin immer noch für "Liebe". Vielleicht hat "Begierde" es verraten. :).

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lesesafari kommentierte am 29. Dezember 2018 um 23:53

karnickels begierde hatte aber nichts mit liebe zu tun. das hatte ja was von rammler.

vllt ist das die antwort zu meiner letzten frage, im letzten abschnitt.

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schwadronius erwähnte am 30. Dezember 2018 um 10:36

Zum Glück kam es nicht zur Wort-vergewaltigung. Wobei das aber ein Thema hätte sein können.

Das nicht, aber er benutzt das Wort "Liebe". (Doppeldeutigkeit. Verstanden?! :D.)

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lesesafari kommentierte am 30. Dezember 2018 um 22:11

da sagt man doch besser "zweideutig".
ein buch voller rechtschreib- und grammatikfehler?

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well_ireadaboutit kommentierte am 26. Dezember 2018 um 22:20

Das Buch liest sich auch weiterhin sehr schön. Ich fand es wieder interessant zu lesen, was sich der Autor noch so zu dieser Welt der Sprache ausgedacht hat. Das Verschmelzen von Artikel und großem Wort (wie süß war denn bitte die Zeremonie) oder der Sprachfluss, bei dem ich, wie andere Leser hier auch, ein wenig wehmütig geworden bin. Schön, wie aktuelle Probleme der Sprache aufgegriffen werden.

Als unser Wort in die Stadt gekommen ist, hatte ich mir eigentlich erhofft, das Thema Sprachen würde aufgegriffen werden. Hatte ich beim Namen der Stadt direkt im Sinn, aber leider kam ja nichts zu den verschiedenen Sprachen. Aber gut, stattdessen lernen wir nun die Sprachspiele kennen, da bin ich ja mal gespannt, was auf uns zukommen wird.

So freue ich mich über jede Information, das sich Elias Vorpahl ausgedacht hat, denn seine gesamte Welt wirkt sehr liebevoll ausgedacht, so detailreich und überlegt, dass die Geschichte mich einfach nur bezaubert :)

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flowers.books kommentierte am 29. Dezember 2018 um 12:18

Ich mag das Buch bisher unglaublich gerne. Bei den Schildkröten habe ich an Nemo denken müssen und bei den "Wortspielen" an die "Hungerspiele" von Panem. Aber da geht vermutlich auch ein wenig meine Fantasie mit mir durch.

Das Wort ist also ein Wort mit dem Artikel "Die" und ein großes Wort. Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Die Echse richtet meiner Meinung nach die Veranstaltung aus.

 

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schwadronius erwähnte am 29. Dezember 2018 um 21:26

Das Buch beziehungsweise die Erzählung hat so viele Querverweise. Alle zu großartigen Geschichten.

Momo hat auch eine "Schildkröte".

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Nele33 kommentierte am 31. Dezember 2018 um 13:27

Ja, der Autor versteht es gekonnt mir wieder alte Geschichten vor mein Auge zu führen.

Wie schön, dass er soviel erwecken kann mit diesem Büchlein.

Und das unser Wort eine "Sie" istund kein "Er" wie ich die ganze Zeit dachte.

 

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Martina Suhr kommentierte am 02. Januar 2019 um 11:46

Dass Er ein Sie ist, hat mich ehrlich gesagt ein wenig überrascht :-)