Leserunde

Leserunde zu "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon)

Die Farbe von Milch
von Nell Leyshon

Bewerbungsphase: 01.01. - 15.01.

Beginn der Leserunde: 22.01. (Ende: 11.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

ÜBER DIE AUTORIN:

Nell Leyshons erster Roman, Black Dirt, stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman, "Die Farbe von Milch", war sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

12.02.2018

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 97 bis 151

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 97 bis 151
lex kommentierte am 24. Januar 2018 um 21:38

Habe ich das Buch falsch eingeschätzt? Ich hatte mich auf die „dramatische Wendung“ im Klappentext eingeschossen und Schlimmes befürchtet… für Mary. Aber nach dem Tod der Pfarrersfrau, scheint ihr Leben vielmehr eine positive Wendung zu nehmen. Sie lernt lesen, lebt sich langsam ein, auch wenn der Tod der Hausherrin sie zunächst sehr mitgenommen hat.

Der Pfarrer schien mit dem Ableben seiner Frau völlig überfordert zu sein, dem Sohn war es wohl in erster Linie egal (nettes Kerlchen!)… und so blieb die Sterbebegleitung an einem jungen Mädchen hängen. Aber Mary hat ihre Sache gut gemacht und ist weiterhin eine tolle Protagonistin. Sie ist mitfühlend, schlagfertig, gerade heraus. Und wie es aussieht, hat auch der Pfarrer das Potenzial in ihr erkannt.  Ich würde mir weiterhin ein paar „unds“ weniger im Text wünschen, muss aber sagen, dass ich von der Geschichte wirklich gefesselt bin und der Erzählstil seinen ganz eigenen Reiz hat.

Und nebenbei: Violets Schwangerschaft gab es jetzt schwarz auf weiß, Ralphs Charakterlosigkeit auch.

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StephanieP kommentierte am 25. Januar 2018 um 07:50

Mir geht's ähnlich. Ich warte auch schon die ganze zeit auf die "dramatische wendubg" und finde, dass sie echt erst sehr spät kommt. Aber die leseabschnitte scheinen sehr gut gewählt zu sein.

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lex kommentierte am 25. Januar 2018 um 08:26

Witzig, dass du das schreibst. Genau das habe ich im dritten Teil auch gepostet... die Leseabschnitte sind wirklich gut gewählt, da gebe ich dir recht.

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FIRIEL kommentierte am 03. Februar 2018 um 17:00

Na ja, die Leseabschnitte sind durch die Abschnitte im Buch vorgegeben. Und natürlich hat sich die Autorin beim Aufbau ihres Buches etwas gedacht.

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Sursulapitschi kommentierte am 27. Januar 2018 um 21:58

Ich denke, die dramatische Wendung ist das dicke Ende am Schluss. Irgendwas Schreckliches passiert noch. 

Vermutlich ist der Klappentext wieder mal viel zu ausführlich und erzählt das ganze Buch. Es hat mich jetzt schon geärgert, dass ich wusste, dass die Pfarrersfrau stirbt.

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lex kommentierte am 27. Januar 2018 um 22:12

Jap! :-) Wo kann ich unterschreiben?

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Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:13

Das sehe ich genauso. Man weiß, die Missus stirbt. Und damit wird Mary ins Unglück gestürzt. Wir können uns alle denken, was nun passieren wird. Und damit ist das Buch zu 90% erzählt. Ich mag die Geschichte, ist toll geschrieben - aber ob der ganze Hype um das Buch gerechtfertigt ist? Hmmm ...

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:30

Gibts einen Hype? Das Plus des Romans ist seine Machart. Sehr klug für eine Anfängerin. Die Einteilung in die Jahreszeiten passt wunderbar zum bäuerlichen Ambiente. Aber die Autorin lässt wirklich nichts aus, was - wie soll ich es sagen - schon tausendmal erzählt wurde und inzwischen sehr sehr kitschig ist. Die sterbende Pfarrersfrau, so dass das Unglück seinen Lauf nehmen kann. Obwohl so eine Pfarrersfrau im Bett auch nix verhindern würde, was auch immer.

Ausser Mary sind die Personen sehr schablonenhaft. Als ob auf einer Bühne Mary spielt und im Hintergrund sich ein paar notwendige Puppen bewegen. Vllt ist Edna noch ein bisschen plastisch, aber nicht sehr und der Gärtner. Der hätte eigentlich Potential ...

 

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:36

Ja, Harry macht mich auch neugierig, aber bis jetzt erfahren wir da nicht viel.

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Perle26 kommentierte am 04. Februar 2018 um 17:53

Da geb ich dir recht, man erfährt wirklich nicht viel über diesen Harry, aber zum Ende hin hat er wenigstens mal was gesagt. Dies war ja vorher nicht der Fall. Irgendwie eine recht mysteriöse Person.

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:41

Der Gärtner! Ja, der ist mir ein Rätsel.

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Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 19:25

Ja, muss wohl einen Hype geben. Ich habe das Buch seit ein paar Tagen auf dem Tisch liegen und jeder ( weibliche ) Besucher hat sich daraufgestürzt, wenn er es nicht schon selbst gelesen hat. Das Buch wurde mehrfach im Hörfunk vorgestellt ( wird dabei soagr in einem Atemzug mit Thomas Hardy genannt ) und hat einen Artikel im Spiegel. Und im Erscheinungsland wurde das Buch ja auch nominiert - zusammen mit meinem Lieblingsschriftsteller James Salter .Ich mag das Buch - aber so ganz verstehe ich den Tumult nicht, denn es gibt soviele tolle Bücher.

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/buecher/lesefruechte/die-farbe-...

 http://www.spiegel.de/kultur/literatur/nell-leyshon-roman-die-farbe-von-...

http://www.hr1.de/programm/buchtipps/nell-leyshon-die-farbe-von-milch,bu...

 

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 19:38

Danke für die Links, Irmi: ich guck mir die Morgen mal alle an!

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StephanieP kommentierte am 25. Januar 2018 um 07:47

Mary scheint sich bei der Pfarrersfamilie mittlerweile wohl zu fühlen. Leider ist die Missus verstorben und der Pfarrer scheint darunter sehr zu leiden. Mary wird dennoch weiterbeschäftigt und der Pfarrer scheint sich noch gut um sie zu kümmern. Er lernt ihr sogar lesen. ich fürchte allerdings, dass sich dieses nette Zusammenleben bald ändern wird. Ich vermute, dass sich der Pfarrer an Mary vergehen wird...
Violet ist also wirklich schwanger. Ralph steht wie befürchtet nicht zu ihr und dem Kind. Violet deutet an, dass sie das Kind hergeben muss.
Die Szene mit dem Opa, der angeblich im Sterben liegt, war wirklich nett. Schön, dass Mary in ihrem Opa einen Vertrauten hat, mit dem sie über alles reden kann. Ich hoffe, dass er ihr Kraft gibt und sie unterstützt, in dem, was auf sie zukommt.
Mit dem Schreibstil habe ich ehrlichgesagt weiterhin etwas zu kämpfen. Ich persönlich finde, dass das Buch dadurch eher etwas anstrengend ist und sich nicht wirklich flüssig liest.

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FIRIEL kommentierte am 03. Februar 2018 um 17:04

Sachfrage: An wen hätte Violet ihr Kind hergeben müssen? Damen vom Stand, die ein uneheliches Kind hatten, gaben es gern aufs Land zu einer Bauernfamilie. Aber die Bauern selbst? Das passt für mich nicht. Und für die Pflege (egal wie schlecht sie oft war) musste bezahlt werden; ich kann mir nicht vorstellen, dass Violets Vater dafür Geld ausgegeben hätte.

Nun, da ich das Buch schon ausgelesen habe, weiß ich, welche Lösung die Familie findet - will sie aber hier nicht verraten.

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Garten_Fee_1958 kommentierte am 25. Januar 2018 um 08:25

Der Schreibstil ist für sich betrachtet, schon recht eigen, was mir fehlt, trotz der Spannung, ist die dramatische Wende, momentan plätschert es ein wenig, nachdem die Frau des Pfarrers verstorben ist und Mary fast die alleinige Pflege übernehmen musste, lernt sie nun lesen und schreiben, Mary`s Leben wendet sich augenscheinlich zum Positiven - der Charakter des Großvaters gefällt mir gut, die Verbundenheit von Mary und ihrem Großvater hat etwas anrühriges, sie bringen einander Gefühle entegen, die ich bei dem Rest der Familie völlig vermisse, selbst Violet, schwanger vom Sohn des Pafarrers ist sehr emotionslos, oder ist es dem Schreibstil geschuldet?

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StephanieP kommentierte am 25. Januar 2018 um 09:45

Mir fehlen zum Teil auch die Emotionen. Aber ich denke, dass es tatsächlich am Schreibstil liegt. Mary (bzw. Die autorin) geht kaum auf Gefühle, Details oder bildliche Beschreibungen ein, wodurch die Protagonisten z.t. Sehr emotionslos wirken.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:09

Mary beschreibt überwiegend Tatsachen und Handlungen, keine Gefühle. Sie schreibt, wie sie spricht, und über Gefühle wurde damals in einer Bauernfamilie wohl kaum gesprochen. Aber diese lakonische und karge Ausdrucksweise führt dazu, dass ich mir die Gefühle selbst ausmale, und damit werden sie noch intensiver.

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julemaus94 kommentierte am 01. Februar 2018 um 17:59

Genauso geht es mir auch! Gerade dadurch, dass se so emotionslos erzählt, lest man die Gefühle zwischen den Zelen umso mehr heraus oder versucht das Ungesprochene zu interpretieren!

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Katha Kraft kommentierte am 25. Januar 2018 um 16:56

Ich fand es echt schade das die Missus gestorben ist. Ich habe auch das Gefühl das Mary nur wegen ihr noch geblieben ist. Sie fühlt sich allerdings immer noch nicht wohl und ihre Gedanken schweifen immer zum Hof und ihren Schwestern zurück.
Das Edna sie dafür schlägt, das sie schon früh morgens das Brot macht, war etwas komisch. Ich glaube Edna war das gewöhnt ihr routine zu haben und hat das nicht eingesehen, das es jemand anders macht.
Das verhalten des Pfarrers, nachdem seine Frau verstorben ist, finde ich seltsam. Er selbst hat ja seine größte Freude dran, Mary das lesen und schreiben beizubringen. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten soll. Einerseits war es eine große Geste, anderseits habe ich geglaubt, das da mehr dahinter steckt.
Darf ich eigentlich sagen, das ich Ralph nicht mag. Er wirkte auf mich wie ein richtiger schnösel, der sich das holt, was er möchte und alles bekommt was er will. Das er sich nicht mal um seine eigene Mutter interessierte, dafür hätte ich am liebsten schon ein tritt in den hintern verpasst. Und dann kommt da ja noch Violet. Ich hatte schon geahnt dass das passieren wird. Vor allem als ihr an dem einen Tag so schlecht war. Das der Vater natürlich dagegen sein wird, war klar.

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Hannelore Bayer kommentierte am 27. Januar 2018 um 09:59

Schreiben und Lesen zu können ist sicher gut für Mary, aber ich denke, daß der Pfarrer sie etwas höher heben will. Auf seine Stufe? Wir werden sehen!

Schade, daß die Pfarrersfrau gestorben ist, sie war glaub ich, Mary´s hauptsächlicher Grund zum Bleiben. Das  Violet schwanger ist und noch dazu von Ralph war mir klar, Ralph´s Haltung ist weniger schön !Irgendwie hab ich mich an die vielen "und" gewöhnt, ich glaube auch, daß unterstreicht nochmal Mary´s Alter .Kinder zählen gerne auf und da war noch das und da bin ......

Mary gefällt mir weiterhin sehr gut. Sie erledigt ihre Arbeit, lernt dazu und sagt auch ihre Meinung, ob sie nun erwünscht ist oder nicht.

 

....

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:12

Katha, um auf Edna zurückzukommen: Mag sein, dass sie ihre Routine braucht. Aber vielleicht ist es auch Hierarchiedenken. Innerhalb eines herrschaftlichen Haushalts gab es auch unter der Dienerschaft Rangfolgen. Edna ist die Haushälterin und Köchin und hat das Sagen, Mary ist das Mädchen "fürs Grobe", das putzen, spülen, scheuern und die Feuer schüren soll. Wenn sie da ohne zu fragen kocht oder backt, greift sie in Ednas Domäne ein.

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Katha Kraft kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:27

Ja stimmt. Aber hieß es nicht, das Mary lernen sollte und auch die Dinge machen kann die Edna auch macht. Immerhin ist sie ja dafür da, nicht nur um die Missus zu pflegen, sondern auch Edna unter die arme zu greifen.

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Hannelore Bayer kommentierte am 29. Januar 2018 um 10:03

Das ist auch meine Meinung. Übrigens ist das auch in vielen historischen Romanen ähnlich, die Haushälterin und Köchin hat das Sagen. Edna hätte aber anerkennen können, daß Mary ihr einfach nur helfen wollte und auch gewohnt ist, Arbeit die "rumliegt" einfach zu erledigenl Ich hätte mich gefreut, wenn ich so ein tüchtiges Mädchen für´s Grobe hätte, Hierarchie läßt sich auch anders einhalten.

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julemaus94 kommentierte am 01. Februar 2018 um 18:01

Ich hatte eher das Gefühl, dass Edna Angst hatte, dass sie irgendwann durch Mary ersetzt wird, wenn dese zu fleißg ist und die Aufgaben besser erledigt als Edna.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:33

@Katha: Mary bleibt, weil sie muss. Selbst die Pfarrerin sagt ja, "du lässt es uns ja nicht vergessen." Sie versucht natürlich, das Beste aus ihrem jetzigen Leben zu machen, aber es ist glasklar, dass sie Heimweh hat und nicht viel Verständnis (gar keins) für die Daseinsform der Pfarrersfamilie.

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Tanja81 kommentierte am 27. Januar 2018 um 13:59

Jetzt habe ich auch den 2 Abschnitt gelesen. Ich konnte das Buch garnicht zur Seite legen.

 

Mary hat sich rührend, bis zu ihrem tot  um die Frau des Pfarrers gekümmert. Die Pfarrestfrau mochte Mary gerne, und hat ihr gesellschafft genossen.

Mary darf aber auch nach ihrem tot bleiben und muss nicht zurück zu ihrer Familie auf den Bauernhof. Das ist eine ganz neue chance für sie.

Der Pfarrer muss jetzt mit dem tot seiner Frau klar kommen. Er ist jetzt allein, denn auch sein Sohn Ralph ist nicht mehr da, denn er ist für sein studium ausgezogen. Ralph ist mir sehr unsympathisch. Er trauert nicht wirklich um seine Mutter, und auch für Violet und das Baby interessiert er sich kein bisschen.

Ich finde toll das der Pfarrer Mary das lesen und schreiben beibringt. Mary nimmt das sehr ernst, und gibt sich alle mühe. Das freut mich für sie.

Dann gibt es noch den Großvater. Er tut mir so leid. Er ist auf hilfe anderer angewiesen, aber keiner kümmert sich um ihn. Er wird komplett vernachlässigt.

Nur Mary kümmerst sich so gut es geht um ihn, aber oft ist sie ja nicht auf dem Bauernhof. Also muss der arme Großvater in seinem Bett bleiben, und bekommt so gut wie nichts zu essen.

 

 

 

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Sursulapitschi kommentierte am 27. Januar 2018 um 21:49

Das Buch flutscht nur so weg und kurz ist es auch noch.

Ich bin jetzt höchst gespannt auf das Drama, das sich noch zutragen muss. Was soll das sein? Der nette Pfarrer wird doch wohl nicht über Mary herfallen. Und für wen schreibt sie die Geschichte auf? Von ihrer Familie kann keiner lesen. 

Ich überlege, ob sie vielleicht im Gefängnis sitzt, während sie das schreibt. Weshalb sollte sie nur noch wenig Zeit haben? 

Ja, der Erzählstil ist sehr intensiv, obwohl die Sprache so einfach ist. Der Tod der Pfarrersfrau geht einem nahe, gerade weil die blanken Fakten erzählt werden und man die Trauer zwischen den Zeilen fühlt. Trotzdem fangen mir zu viele Sätze mit "Und" an. 

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lex kommentierte am 27. Januar 2018 um 22:15

Wenn sie nur mit "und" anfangen würden, wäre es halb so schlimm, aber auch die Mitte ist voller "unds". Ja, es sind zuviele, es würde sich viel leichter ohne lesen.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:13

Gefängnis würde passen. Und wenn man nur noch wenig Zeit hat, ist man zum Tode verurteilt. Dafür muss man aber erst etwas wirklich Schlimmes begangen haben...

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Perle26 kommentierte am 04. Februar 2018 um 18:10

Hm Gefängnis wäre echt hart. Die Frage wäre nur, wieso sie da landet. Hat es vllt. mit der Erntemaschine des Vaters zu tun oder hat doch Ralph seine Finger im Spiel. Er studiert zwar weit weg, aber dennoch könnte er ja zwischendurch noch einmal zurückgekommen sein, zumal er ja auch bei der Beerdigung anwesend war. Möglicherweise Rufmord oder sowas?

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julemaus94 kommentierte am 01. Februar 2018 um 18:05

Dass Mary im Gefängns sitzt, habe ich mir irgendwie nach dem ersten Abschnitt schon gedacht. Am Anfang habe ich vermutet, dass es etwas mit Ralph zu tun hat, aber da der ja nun zum Studium weg ist, tippe ich auch eher auf den Pfarrer oder ihren Vater...

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Margit Bußmann kommentierte am 28. Januar 2018 um 10:22

Die Frau des Pfarrers stirbt. Mary bleibt bei ihr. Eigentlich die Aufgabe des Pfarrers, bzw. von Ralph. Aber der ist weg zum Studieren. Mein erster Gedanke war Gott sei Dank, dann kann er Mary nichts tun. Mary rechnet damit, wieder zu ihrerr Familie zu gehen , aber der Pfarrer will sie behalten und bringt ihr lesen und schreiben bei. Alles wird gut !?

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 19:41

@Margit: Das Dumme ist aber, dass Mary das nicht will. Es ist also nicht gut für sie. Wieder wird über sie verfügt.

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Margit Bußmann kommentierte am 31. Januar 2018 um 15:37

Das ist richtig, aber Mary wächst in einer Zeit auf, in der ein junges Mädchen garnichts zu sagen hatte. Mary ist mutig und sagt was sie denkt. Aber weigern kann sie sich nicht. Sie sagt ja auch im ersten Teil "Was würde ich mir wünschen, wenn ich mir etwas wünschen dürfte und der Wunsch in Erfüllung gehen würde? Ich wusste es nicht. Ich wusste , dass ich Wünsche und Träume hatte, aber ich wusste nicht was für welche." Das finde ich traurig.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:35

Mit der Sterbebegleitung hat Mary eine schwere Aufgabe - eigentlich zu schwer für ein junges Mädchen. Doch es gelingt ihr anscheinend sehr gut; Mrs. Graham lächelt sie vor ihrem Tod an. Der Pfarrer übernimmt durchaus auch einen Teil der Pflege, aber er erfüllt ihr nicht ihren sehnlichsten Wunsch, den nach ihrem Sohn. In den Augen seiner Mutter ist der Stinkstiefel Ralph "der perfekte Sohn". Und an ihrem Mann schätzt sie die Freundlichkeit. Genau wie Mary wurde sie von ihre eigenen Vater nicht beachtet und geschätzt. 

Mary hat Mrs. Graham anscheinend auch gemocht; sie bleibt sogar bei ihr, als sie frei bekommt und nach Hause dürfte -  doch sie weiß, dass sie dort nicht willkommen ist außer beim Großvater.

Nach dem Tod soll sie zu ihrer Überraschung bleiben; Mr. Graham sagt, sie werde gebraucht. Offensichtlich schätzt er sie - nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Persönlichkeit. Dennoch hat Mary mit ihrem Einwand recht: Um ihre Meinung wird sie nicht gefragt, sie hat keine Wahl.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 21:44

Okay, den einen Satz muss ich nach der Lektüre des letzten Teils wohl einschränken...

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Samantha Roke kommentierte am 29. Januar 2018 um 20:49

Mittlerweile stört mich der Schreibstil nicht mehr. Ich verbinde ihn im Gegenteil mit Marys einzigartiger Erzählstimme, die zwar schlicht, doch eindrucksvoll und einfühlsam ist.

Mir gefällt dass Mary zwar eine große Klappe hat und nicht lange über das nachdenkt, was sie sagt, und dennoch sehr einfühlsam sein kann und sich sehr fürsorglich um Mrs Graham kümmert, bis diese stirbt. Obwohl die Geschichte bis jetzt keine unerwarteten Wendungen aufweist, schafft sie es, mich zu fesseln. Ich kann das Buch nur schwer aus der Hand legen, da ich Marys Geschichte so gern verfolge. Außerdem bin ich neugierig, was aus Marys Familie wird und wie es Mary im Haus des Pfarrers ergehen wird.

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Sonnentango kommentierte am 30. Januar 2018 um 09:33

Der Mittelteil bestätigt erstmal was man erahnt.

Bringt aber erstmal nicht viel Neues ans Licht

Trotzdem liest man gerne über Marys Alltag und lernt den Pharrer einmal etwas besser kennen.

Ralph ist und bleibt ein verwöhnter, gewissenloser Mensch.

Ich hoffe das der Herr Pharrer sein tadelloses Benehmen weiterhin bewahren wird.

 

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Perle26 kommentierte am 04. Februar 2018 um 17:47

Der Herbst.... ein schöner Abschnitt, wenn auch mit traurigen Ereignissen. Mary entwickelt sich gut und schlägt sich tapfer im Pfarrershaus, wo sie sich fast nur noch um die kranke Missus kümmern musste, da der Pfarrer selbst zu viel mit seinen Predigten und seinen Schäfchen zu tun hatte und der Sohn Ralph ein Fall für sich ist. Geliebt hat er seine Mutter sicher nicht und Achtung hatte er anscheinend auch nie vor ihr. Ansonsten ist er schon ziemlich dreist, was sein ungeborenes Kind und seine Verantwortung dazu angeht. Er versucht sogar Mary zu erpressen... wenn sie etwas von dieser Schwangerschaft preisgibt, würde er sie ins schlechte Licht rücken. Gut, ich wage zu bezweifeln, dass man ihm seine Geschichte am Ende abgekauft hätte, aber Mary hat es sich wohl zu Herzen genommen und nichts erzählt. Sie scheint sich mittlerweile auch gut eingelebt zu haben und auch an ihr neues anderes Leben gewöhnt. Dennoch denkt sie oft an ihre Familie und an ihren Großvater, dem sie auch zu fehlen scheint und der Rest der Familie selten Zeit findet, sich um ihn zu kümmern. Der Vater ist inzwischen ein noch größerer Tyrann und denkt nur an seine Erntemaschine und ans Geld. Wenn ihm das nicht irgendwann zum Verhängnis wird. Doch zurück zum Pfarrershaus... Edna hat schon komische Anwandlungen mit diesen Leichenhemden und ich hatte bei dem kleinsten Leichenhemd und ihrer Äußerung, sie hätte ursprünglich zwei gehabt, schon gedacht, dass sie das Kind gar nicht verloren hat, sondern weggeben musste und es vllt. Ralph sein könnte? Aber ich glaube, es würde altersmäßig nicht so ganz passen. Der Pfarrer ist nach dem Tod seiner Frau total überfordert und konzentriert sich nun mehr auf Mary, bringt ihr sogar das Lesen bei oder hat er gar noch andere Absichten mit ihr, ich vermute es ja fast, da es ja noch eine nicht so schöne Wendung geben soll für Mary. Und dann dieser Harry, schon ein komischer Kauz, spricht so gut wie nie. Dafür Mary aber um so mehr und manchmal schon ziemlich taktlos, aber so ist sie halt und das macht sie liebenswert. Bin sehr gespannt, was mich im dritten Abschnitt nun erwarten wird.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 97 bis 151
Literaturliebe kommentierte am 07. Februar 2018 um 13:46

Ich kann mich da einigen Vorrednern nur anschließen, ich habe auf die dramatische Wendung gewartet. ich wusste, dass laut Klappentext ja irgendwas passieren muss, aber irgendwie schien für Mary alles gut gewesen zu sein, zumindest soweit es die damaligen Umstände zu ließen. 

ich finde es schön, das Mary jetzt endlich lesen und schreiben lernt. Sie ist nach wie vor sehr vorlaut und direkt, aber offenbar hatten der Pfarrer und seine Frau damit nie Probleme, sondern schätzen das an ihr. Sie ist wirklich außerordentlich stark für ihr Alter.

Mittlerweile habe ich mich auch an den Schreibstil gewöhnt. Er ist zwar immer noch sehr anders, aber auch etwas reizvolles. Irgendwann kommt man ganz gut in eine Art Lesefluss. 

Ich bin jetzt gespannt, ob die dramatische Wendung noch kommt. 

 

 

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