Leserunde

Leserunde zu "Die Frauen von Skagen" (Stina Lund)

Die Frauen von Skagen - Stina Lund

Die Frauen von Skagen
von Stina Lund

Bewerbungsphase: 05.12. - 19.12.

Beginn der Leserunde: 26.12. (Ende: 16.01.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Die Frauen von Skagen" (Stina Lund) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Die legendäre Künstlerkolonie im dänischen Skagen - mit Malern wie Anna und Michael Ancher, Marie und Peder Severin Krøyer - bildet Hintergrund und Schauplatz des neuen Romans von Stina Lund («Preiselbeertage»).

Vibeke soll in die Frankfurter Farbenfabrik ihres Vaters einsteigen - doch mehr noch als den Farben gehörte ihr Herz schon immer der Kunst. Gegen den Willen des Vaters geht sie ins dänische Skagen, um dort Malerei zu studieren. In dem Café, in dem sie arbeitet, entdeckt sie ein Bild, von dem sie glaubt, es sei ein unbekanntes Werk der von ihr verehrten Malerin Marie Krøyer. Zusammen mit dem charismatischen Besitzer Thore will sie mehr herausfinden.

Skagen, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Asta ist im Haushalt der Triepkes als Gesellschafterin für Tochter Marie angestellt. Marie Triepke hat das große Glück, dass ihr schöpferisches Talent von ihrer Familie zu einer Zeit gefördert wird, in der Frauen eine künstlerische Laufbahn fast unmöglich ist. Als sie dem faszinierenden Maler Peder Severin Krøyer Modell steht, ist das der Beginn einer dramatischen Liebes- und Schicksalsgeschichte, die nicht nur Maries und Astas Leben, sondern die bildende Kunst Europas prägen wird.

ÜBER DIE AUTORIN:

Stina Lund wurde 1970 als Tochter einer deutschen Mutter und eines schwedischen Vaters in Vimmerby geboren. Sie wuchs in der Kleinstadt in Småland auf und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in der Buchhandlung der Eltern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Buchbinderlehre und studierte anschließend Buchwissenschaften. Danach arbeitete sie als freiberufliche Restauratorin. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie diese Tätigkeit auf und widmete sich dem Schreiben. Heute lebt Stina Lund mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe von Münster.

18.01.2020

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 109

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 109
Bibliomarie kommentierte am 30. Dezember 2019 um 21:36

Zwei sehr schöne Erzählstränge, die trotz des großen Zeitabstands Parallelen haben. Marie darf ihren künstlerischen Neigungen nachgehen und wie ein schwarzer Schatten an ihrer Seite die Gesellschafterin Asta. Nicht mal den eigenen Namen durfte sie behalten und im Hause Triebke wird ihr der Unterschied zur Tochter des Hauses immer - mal mehr oder weniger subtil - vorgehalten. Und dabei finden sich die Triebkes ja noch wohltätig! Schließlich zahlen sie die Arztrechnung für Astas Mutter und beschäftigen nun die Tochter an ihrer statt.

Ich kann schon verstehen, dass Asta dabei unangenehme Chrakterzüge entwickelt. Neid nagt an ihr und dann verliebt sich Sören Kroyer auch noch in Marie, wo sie sich doch heimlich nach ihm verzehrt.

Man sollte denken, dass Vibeke es leichter hat, schließlich ist das 21. Jahrhundert angebrochen, aber auch sie muss um ihre Ausbildung als Künstlerin kämpfen.

Eine sehr interessante Figur ist Malu, Vibekes Mutter. Ich denke, sie hat ein Geheimnis, dass sie bisher sehr gut verborgen hält. Jedenfalls ist sie in Dänemark ein ganz anderer, freierer Mensch.

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Birte kommentierte am 30. Dezember 2019 um 22:33

Ja, das mit dem Geheimnis bei Malu sehe ich genau so - ich hoffe, dass die Frauen im zweiten Teil alle noch weiterentwickelt werden.

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Ascora kommentierte am 02. Januar 2020 um 12:57

Ja Malu hat ihren Traum für die Familie und die Ehe aufgegeben, aber dass sie sich nicht früher zu Vibekes Vorhaben geäußert hat, hat mich dann doch gewundert. Sie äußerst sich aber auch nie zu Vibekes Werken, auch zur Mappe nicht.

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Deidree C. kommentierte am 02. Januar 2020 um 16:35

Stimmt, das ist mir auch aufgefallen. Wenn sie selbst so eine verdrängte Leidenschaft in sich hat, dann könnte sie der Tochter schon viel früher eine Hilfe sein. Irgendwie passt da noch etwas nicht.

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Bibliomarie kommentierte am 02. Januar 2020 um 18:24

Das hätte ich auch erwartet, aber das Gegenteil war doch der Fall. Ich könnte es mir erklären, dass es für Malu sehr schmerzlich war, ihren Traum aufzugeben. Welche Gründe es auch immer waren, die Heirat, vielleicht zu wenig Talent - wir werden es vielleicht noch erfahren - sie wollte Vibeke vielleicht den Schmerz ersparen.

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Ascora kommentierte am 02. Januar 2020 um 18:37

Vor allem weil sie ja ihrer Leidenschaft immer noch regelmäßig, zumindest in gewisser Weise nachgeht, sie scheint ja wöchentlich in der Galerie zu sein. Und dann schweigt sie so lange? Ich bin echt gespannt wie es mit ihr weiter geht, da erwarte ich noch eine Überraschung.

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wiechmann8052 kommentierte am 02. Januar 2020 um 21:38

für mich passt es, sie hat eine pragmatische und eine leidenschaftliche Ader, sie meint das Vibeke das allein schaffen muss sonst erkennt sie den Wert ihrer Leistung nicht. Außerdem mit Hilfe schafft jeder viel aber gerade Kunst muss aus dem Inneren kommen

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Lesebiene kommentierte am 03. Januar 2020 um 13:44

Vielleicht will sie Vibeke nicht in ihrer Entscheidung beeinflußen?

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Everly kommentierte am 06. Januar 2020 um 18:25

Stimmt, so habe ich es nicht gesehen...

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schafswolke kommentierte am 07. Januar 2020 um 17:11

Ich vermute, dass es da vielleicht eine Verbindung zu Marie oder Asta gibt. Aber ich verstehe auch nicht so ganz, warum Malu ihrer Tochter nie etwas von ihrer Leidenschaft (die ja scheinbar nie ganz weg war) erzählt hat.

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Svanvithe kommentierte am 02. Januar 2020 um 21:35

Ich finde Vibekes Mutter sympathisch, bin aber nicht der Meinung, dass sie ein Geheimnis von Bedeutung verbirgt. Ich denke vielmehr, dass sie einfach in ihrem Leben eine Entscheidung getroffen hat, die sie zwar nicht bereut, aber doch manchmal hinterfragt. Was aber völlig normal ist...

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Birte kommentierte am 30. Dezember 2019 um 22:31

Im ersten Teil werden die handelnden Figuren eingeführt - Marie und Asta sowie die Künstler Anna und Mikkel Ancher und Sören Kroyer im historischen Erzählstrang, im aktuellen Erzählstrang Vibeke und ihre Mutter, Malu Weber. Daneben noch Maries Eltern und Vibekes Vater, die aber nur eine Nebenrolle haben.

Die Parallelen zwischen Marie und Vibeke sind deutlich ausgeführt, beide kommen aus wohlsituiertem Haus und möchten Malerin werden - in beiden Familien wird das aber mehr als Hobby, weniger als Möglichkeit des Broterwerbs gesehen. Vibeke soll einmal die (Künstler-)Farbenfabrik ihres Vaters übernehmen, Marie standesgemäß heiraten, Kinder kriegen und ihrem Mann den Haushalt führen. Aber beide bekommen dennoch die Möglichkeit, zunächst ihre Leidenschaft für das Malen auszuleben.

Die Verbindung zwischen den Zeitebenen stellt wohl Malu Weber dar, Vibekes Mutter, die sich sehr für die Gemälde der Skagener Künsterkolonie, zu der dann auch Marie gehören wird, interessiert und mit ihrer Tochter nach Skagen fährt. Beim Lesen hat man schon den Eindruck, dass es in Bezug auf Malus Geschichte noch einiges zu entdecken gibt.

Die drei hauptsächlich handelnden Figuren, Marie, Asta und Vibeke, konnten mich bislang noch nicht so sehr in ihren Bann ziehen. Aber insbesondere in Bezug auf Vibeke bin ich gespannt auf die weitere Entwicklung.

Eine letzte Anmerkung: mir kommt die verwendete Schrift kleiner als üblich vor, möglicherweise liegt das aber auch nur daran, dass ich mich langsam mit der Lesebrille anfreunden muss.

 

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Melli13 kommentierte am 05. Januar 2020 um 16:18

Zur Größe der Schrift...auch ich tue mich schwer mit der Größe, trotz Brille, ansonsten schöne Geschichte :)

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Everly kommentierte am 06. Januar 2020 um 18:26

... Das habe ich heute gemerkt, als ich ohne Brille lesen wollte.

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Birte kommentierte am 06. Januar 2020 um 18:41

Es beruhigt mich ein wenig, dass es nicht nur mir so ging mit der Schrift.

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Everly kommentierte am 07. Januar 2020 um 17:03

Wir haben einfach schlechte Augen vom vielen lesen... :)

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buchina kommentierte am 09. Januar 2020 um 07:52

Super, ich dachte schon, dass ich nur Probleme mit der Schrift habe :-)

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Lesebiene kommentierte am 31. Dezember 2019 um 09:19

Auch ich bin sehr gut ins Buch gekommen. Stina Lund schreibt aber immer auch sehr flüssig und gibt
einem das Gefühl dabei zu sein. Mir gefallen die Parallelen der Jungen Frauen. Auch heute muss Vibeke um vieles kämpfen. Früher war es natürlich viel schwerer. Astas Mutter hatte diesen schweren Unfall am Kochherd und die Tochter "darf" dafür bei den Triebkes arbeiten. Ihren eigentlich Namen darf Asta nicht behalten, weil die Hausherrin genauso heißt. Das der Name Asta "schöne Göttin" bedeutet ist eine   kleine Ironie des Schicksals :) Überhaupt das Frauenbild im 19. Jahrhundert. Der Pfarrer predigt von der Kanzel " Die Frauen haben eine große Schuld gegen den Mann abzutragen.

Ja das hatten die Männer wohl gerne.
Asta weiß jedenfalls ihre Situation zu nutzen. Sie sitzt nicht nur als Anstandsdame daneben, sondern
lernt mit so weit es geht. Ihre erste große Liebe zum Maler Kroyer bleibt unerwidert.
Er verliebt sich in Marie. Da ist, es schon verständlich das Asta auch mal neidisch wird. Ihre
Zukunft hängt sehr von Maries ab. Vibekes Mutter scheint ein Geheimnis zu haben. Ich bin sehr gespannt, auch woher wohl Vibeke ihr Talent hat. Wer hat es ihr vererbt?

 

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Bibliomarie kommentierte am 31. Dezember 2019 um 12:26

Ich denke auch, dass Malu Verbindungen zur Skagener Künstlerkolonie hatte. Sie lebt dort auf, ihre Beherrschheit und Zurückhaltung legt sie dort ab und sie wirkt jünger und glücklicher.

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Lesebiene kommentierte am 31. Dezember 2019 um 09:22

@ Bibliomarie

Eine sehr interessante Figur ist Malu, Vibekes Mutter. Ich denke, sie hat ein Geheimnis, dass sie bisher sehr gut verborgen hält. Jedenfalls ist sie in Dänemark ein ganz anderer, freierer Mensch.

Das finde ich auch. Malu hat einen Kopfmensch als Mann. In Dänemark ist sie ein ganz anderer Mensch. Bin auch gespannt.... 

 

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wiechmann8052 kommentierte am 31. Dezember 2019 um 23:16

 das Frauenbild ist schon unheimlich, ich denke in den nordischen Ländern mit ihrer strengeren religösen Ausrichtung zu der Zeit war es besonders schlimm

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wiechmann8052 kommentierte am 01. Januar 2020 um 20:59

Asta ist sehr aufmerksam allein durch das beobachten lernt sie

ich finde ihre Neidgefühle nicht schlimm, wer würde sich nicht gern verbessern und in besseren Verhältnissen leben, sie macht viel aber nichts Böses um das zu ändern

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Bibliomarie kommentierte am 02. Januar 2020 um 18:26

Ich kann Astas Gefühle auch nachvollziehen. Sie steht immer in der zweiten Reihe und es wird ihr auch jedesmal sehr deutlich klar gemacht, wo ihr Platz ist. Insofern müsste sie fast schon eine Heilige sein, wenn sie da keine Neidgefühle entwickelte.

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Melli13 kommentierte am 05. Januar 2020 um 16:21

Auf alle Fälle ist es nachvollziehbar, zumal ihr Stand nur die "Gesellschafterin" ist, was passiert mit ihr, wenn Marie sie nicht mehr benötigt...Asta muß an die Zukunft denken und steckt ihr Ziel etwas hoch, aber mutig.

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san1 kommentierte am 06. Januar 2020 um 20:28

Ich bemitleide Asta eher. Meiner Meinung nach sind ihre Gefühle total normal. Sie ist immer die Zuschauerin, nimmt teil, wird jedoch andauernd darauf hingewiesen, dass sie eigentlich kein richtiger Teil der ganzen Sache ist. 

Leider erfährt sie dies auch wieder mit der Künstlergruppe

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buchina kommentierte am 09. Januar 2020 um 07:51

Mir tut sie auch leid, auch wenn sie die gleichen Dinge nutzen kann wie Marie, ist sie immer eine Ausgeschlossenes. Es muss furchtbar sein, wenn man in jeder Situation immer wieder gesagt bekommt, du bist ein Niemand und störst eigentlich nur. Marie ist da auch sehr egoistisch und sieht es eigentlich genauso. Ich glaube es ist bestimmt einfacher arm und geliebt zu sein, als Luxus zu haben und der Fußabtreter zu sein.

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Lesebiene kommentierte am 09. Januar 2020 um 14:53

Das stimmt schon. Auch das Asta ihren richtigen Namen nicht mehr tragen  darf. Andererseits geht es Asta aber auch gut. Sie hat nun auch die Möglichkeit mitzulernen. Da gab es doch früher schlimmere Schicksale.

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buchina kommentierte am 09. Januar 2020 um 15:30

Natürlich gab und gibt es schlimmere Schicksale, wenn es danach geht, dürfte man sich gar nicht beschweren, weil es immer jemanden gibt, dem es schlechter geht. Aber ich stelle es mir psychologisch schlimm vor, wenn man immer wieder gesagt bekommt, man ist ein niemand und man stört.

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Lesebiene kommentierte am 09. Januar 2020 um 17:49

Da hast du natürlich Recht. Asta lebt ein Fremdbestimmtes Leben. Es hat sie keiner gefragt, es wurde einfach bestimmt. Ich meinte nur das sie noch Glück hatte. Auch wenn Marie verwöhnte Tochter war/ist, Asta kam mit Leuten zusammen die sie sonst bestimmt nicht getroffen hätte. Sie konnte auch reisen. Ich will nicht zu viel verraten ...

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Lesebiene kommentierte am 02. Januar 2020 um 10:50

Ich finde Astas Verhalten sehr verständlich. In ihren Kreisen wäre das ja alles nicht möglich. Nun macht Asta das beste daraus. Anstatt daneben zu stehen und abzuwarten testet sie ihre Grenzen aus. Gut so!

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Ascora kommentierte am 02. Januar 2020 um 12:53

Ich bin eigentlich gleich gut in die Geschichte reingekommen und finde die zwei Erzählstränge sehr intressant, ich finde es vor allem faszinierend wie sehr sich Marie und Vibeke ähneln. Beide aus gutem Haus mit einem Vater der eigentlich etwas anderes von ihnen erwartet, beide mit dem Wunsch Malerin zu werden und beide in einem gewissen Maße "verzogen".

Marie verfolgt ja ihren Weg sehr konsequent und blendet alles um sich herum aus, sie versucht sich weiterzubilden und über Kunst zu informieren, soweit es ihr möglich ist. Auch wenn sie scheinbar kein totales Genie ist.

Vibeke kann ich da schlechter einordnen, sie beschließt Malerin zu werden, kennt sich aber in der Kunst und der Kunstgeschichte nicht unbedingt aus, das merkt man in der Galerie und bei der ersten Hürde, der Mappe für die Akademie, will sie gleich aufgeben. Ist bei ihr die Kunst eher ein Trotzverhalten?

Asta hingegen tut mir richtig leid, sie darf ja nicht einmal ihren eigenen Namen behalten und lebt neben Marie im Schatten. Sie sieht zwar was möglich ist, weiß aber das es für sie quasi unerreichbar ist. Dass sie von Neid zerfressen ist kann ich gut verstehen.

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wiechmann8052 kommentierte am 02. Januar 2020 um 13:31

ich würde sie nicht als von Neid zerfressen bezeichnen, eher verbittert wegen der unüberwindbaren Hürden aus gesellschaftlichen Konventionen

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Ascora kommentierte am 02. Januar 2020 um 18:39

Verbittert ist mir fast zu wenig, sie hat tlw. schon bösartige Züge, was ich absolut nachvollziehen kann - aber bei verbittert würde ich mehr Trauer erwarten.

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bibuschka kommentierte am 03. Januar 2020 um 07:16

Sehe ich auch so, so wirkt sich das bei Asta aus. Ich denke, bei "gekauften" Freundschaften, die nicht auf Sympathie basieren, ist sie aus Gründen der Professionalität gezwungen, ein Schauspiel zu veranstalten. Wenn man immer lächeln und schmeicheln muss, obwohl man es fast nicht mehr ertragen kann, stellt sie unter enormen Druck

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Lesebiene kommentierte am 02. Januar 2020 um 16:05

Genauso sehe ich das auch. 

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Deidree C. kommentierte am 02. Januar 2020 um 16:32

Zwei Erzählstränge in zwei sehr unterschiedlichen Zeiten und dennoch gleichen sich Marie und Vibeke sehr auffällig. Beide Mädchen wollen sich gegen ihre Eltern und in gewissem Sinn auch gegen die Gesellschaft durchsetzen.

 

Dazu kommt bei Vibeke die Mutter mit ihrem Geheimnis. Die verdrängte Leidenschaft zum Malen bei ihr, kann ich ja noch verstehen, aber warum hat sie die Galeriebesuche heimlich machen müssen? Immerhin spielt dieser Strang ja 2010. Aber vielleicht kommt ja noch etwas, es gibt ja noch eine Menge Seiten. ;-)

 

Asta ist momentan noch die zu Bedauernde. Sie sieht die andere Seite des Lebens und weiß, dass sie nie dazugehören wird. Da muss man echt verbittert werden.

 

Vom Lesegefühl geht es mir gut mit den beiden Geschichten. Ich mag die Beschreibungen von Land und Leute, die die Leben von Marie und Vibeke bereichern. Der Schreibstil fällt mir leicht und ich komme flüssig voran. Durch die bildhafte Sprache fällt es mir auch sehr leicht zwischen den Jahren zu switchen.

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Bibliomarie kommentierte am 02. Januar 2020 um 18:28

Vom Lesegefühl geht es mir gut mit den beiden Geschichten. Ich mag die Beschreibungen von Land und Leute, die die Leben von Marie und Vibeke bereichern. Der Schreibstil fällt mir leicht und ich komme flüssig voran. Durch die bildhafte Sprache fällt es mir auch sehr leicht zwischen den Jahren zu switchen.

Geht mir auch so, ein schöner und farbiger Schreibstil, sehr angenehm und es macht mir Freude, den Weg der Frauen zu verfolgen.

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schafswolke kommentierte am 07. Januar 2020 um 17:16

Ich mag den Erzählstil auch, gerade die Landschaftsbeschreibungen in Dänemark sind so schön, da kann ich mich direkt an die Küsten versetzt fühlen:-) Und diese Farben am/im Meer sind ja wirklich schön und farbintensiv.

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Lesebiene kommentierte am 02. Januar 2020 um 19:25

Mir gefällt der Schreibstil auch sehr gut. Ich muss unbedingt bald mal nach Skagen. Dort war ich noch nie und nun bin ich sehr neugierig geworden ....

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Birte kommentierte am 02. Januar 2020 um 23:56

Das geht mir ähnlich - das beschriebene Licht möchte ich auch einmal mit eigenen Augen sehen.

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wiechmann8052 kommentierte am 03. Januar 2020 um 00:56

ich möchte die Bilder im Original sehen, wie ein Maler das Licht so einfangen kann, ist sehr beeindruckend

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Lesebiene kommentierte am 03. Januar 2020 um 13:46

Ich habe mir ganz fest vorgenommen die Bilder anzusehen. Muss mal gucken wo die gezeigt werden.

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bibuschka kommentierte am 03. Januar 2020 um 07:08

Ich bin verwundert, dass mein Kommentar von gestern scheinbar verloren gegangen ist. Meines Wissens ist die Anzahl an Kommentaren gestern nach meiner Veröffentlichung von 8 auf 9 hochgegangen. Merkwürdig. @admin: Oder wurde er absichtlich gelöscht? Falls ja, mit der Bitte um Rückmeldung, warum. Danke!

Mein Kommentar:

Vergangenheit: Einer der beiden Erzählebenen datiert auf den Zeitraum des Fin des Siecle. Im  Zentrum dieses Handlungsstrangs stehen zwei ungleiche junge Frauen, Asta und Marie. Während sich Marie als Tochter aus gutem Hause ohne Einschränkungen ihrer großen Leidenschaft, der Malerei, widmen kann, ist Asta von Maries Familie als Gesellschafterin zu Maries Kurzweil eingestellt.

Mein Eindruck: Über das Dienstverhältnis verbringen beide Frauen freundschaftsähnlich viel Zeit miteinander. Der Unterschied zu einer auf Sympathie fußenden Freundschaft besteht hier allerdings darin, dass Asta eine Dienstleistung erbringt, ihr maximale Professionalität abverlangt wird, während der echte Mensch mit echten Gedanken dahinter nicht interessiert. Herrlich, wie es der Autorin gelingt, mit wenigen Worten ein derartiges Spannungsverhältnis zu skizzieren. Als Leser spürt man förmlich die Enge und den Kraftakt, den Asta leisten muss, um ihre Antipartie, ihren Neid und Verachtung drin zu halten. Verschärft wird dieser Konflikt noch durch die maßlose Arroganz von Maries Familie.

Gegenwart: Auch in diesem Handlungsstrang geht es um zwei Frauen, Mutter Malu und Tochter Vibeke. Auch wenn 100 Jahre zwischen den Erzählebenen liegen, gibt es viele Parallelen hinsichtlich der Herausforderungen ans Künstlerleben als Frau.

Mein Eindruck: Malu ist die spannendere Protagonistin. Ich bin gespannt, wie sich insbesondere ihre Geschichte entblättert.  

 

 

 

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Bibliomarie kommentierte am 04. Januar 2020 um 21:17

~~Herrlich, wie es der Autorin gelingt, mit wenigen Worten ein derartiges Spannungsverhältnis zu skizzieren. Als Leser spürt man förmlich die Enge und den Kraftakt, den Asta leisten muss, um ihre Antipartie, ihren Neid und Verachtung drin zu halten.

Es ist für Asta sicher nicht leicht, als Kinder haben sie noch miteinader gespielt und nun bekommt sie eine Art Almosen. Neid kann ich gut nachvollziehen, Verachtung habe ich nicht empfunden, aber wer weiß, wie sich das noch entwickelt.

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bibuschka kommentierte am 03. Januar 2020 um 07:11

so, mein "verlorener" Kommentar war einfach in der falschen Rubrik. Sorry:-)

Auch ich bin gut in die Geschichte gekommen und kann mich mit beiden Erzählebenen gleichermaßen anfreunden. Der Schreibstil sagt mir zu und die "Warmlesephase" war vergleichsweise kurz. Zum Inhalt habe ich folgende Eindrücke:

Vergangenheit: Herrlich, wie es der Autorin gelingt, mit wenigen Worten ein hochkompliziertes und spannungsgeladenes Beziehungsgeflecht zwischen zwei jungen Frauen zu skizzieren. So interpretiere ich das Verhältnis zwischen Marie und ihrer Gesellschafterin Asta als gekaufte Freundschaft, wobei Asta aufgrund Dienstverhältnisses gezwungen ist, ihre aufrichtige Einstellung, Haltung, Meinung nie äußern zu dürfen. Ich kann mir vorstellen, dass Asta unendlich viel Kraft in diesem Beziehungsverhältnis lässt, da sie zur Marionette degradiert ist. Zudem ist ihre Mutter in demselben Haushalt verunglückt. Nach heutigem Verständnis ist Arbeitsschutz Sache des Arbeitgebers. Umso belastendender für Asta, dass diese Arbeitgeberfamilie den Unfall noch zu ihren Gunsten als Akt der Mildtätigkeit deklarieren. Das sich Neid und Antipartie bei ihr aufbauen, erscheint mir menschlich. Marie dagegen erscheint mir äußerst wenig empathisch und egozentriert. Sie muss doch merken, dass Asta nur eine unechte heuchelnde Hülle sein kann. Als einfühlsamer Mensch möchte man doch niemanden in dieser Konstellation um sich haben, oder?

Gegenwart: Hierzu ist schon alles geschrieben, was ich auch denke. Insbesondere Malu finde ich spannend.

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san1 kommentierte am 06. Januar 2020 um 20:33

Hattest du denn das Gefühl, dass Marie und Asta eine richtig gute Bindung hatten? Ich nämlich eher nicht. Marie redet wohl nur das Nötigste und scheint mir nur auf konkrete Fragen von Asta zu antworten. Mir fiel das vor allem auf, als Asta Maria fragte, ob sie schon verliebt gewesen sei. Freundinnen hätten das schon längst voneinander gewusst. Intimitäten scheinen sie somit nicht auszutauschen.

Asta wirkt für mich eher als eine "ewige Zuschauerin", die stumm im Eck zu sitzen hat. Marie kennt klar Astas Aufgaben und mehr scheint sie auch nicht in ihr zu sehen als ihre Gesellschafterin.

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Lesebiene kommentierte am 03. Januar 2020 um 08:37

@bibuschka 

Mein Eindruck: Malu ist die spannendere Protagonistin. Ich bin gespannt, wie sich insbesondere ihre Geschichte entblättert.  

Ich finde das Asta die interessanteste Person ist ;)

Als Leser spürt man förmlich die Enge und den Kraftakt, den Asta leisten muss, um ihre Antipartie, ihren Neid und Verachtung drin zu halten. Verschärft wird dieser Konflikt noch durch die maßlose Arroganz von Maries Familie.

Als Leser spürt man die Energie und Stärke von Asta sehr aber Verachtung konnte ich nicht entdecken. 

 

 

 

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bibuschka kommentierte am 03. Januar 2020 um 08:53

Vielen Dank für Deine Antwort und ich sehe das wie Du, Asta ist die Spannendste. Malu finde ich nur in "ihrem" Erzählstrang spannender als Vibeke :-).

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Lesebiene kommentierte am 03. Januar 2020 um 08:41

Mir geht es auch so bibuschka. Man muss sehr aufpassen, dass der Kommentar im richtigen Lektüre-Teil landet und ich finde es sehr schade das man nicht direkt antworten kann ....

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bibuschka kommentierte am 03. Januar 2020 um 08:54

Danke, das ist meine erste Leserunde. Ich stelle mich noch etwas unbeholfen an:-)

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Bibliomarie kommentierte am 04. Januar 2020 um 21:18

Das ist mir anfangs auch passiert. Bis ich begriffen habe, dass es immer auf die erste Rubrik zurück gespringt, habe auch einige Beiträge gesucht.

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wiechmann8052 kommentierte am 03. Januar 2020 um 11:26

ich bin auch der Meinung das diese Freundschaft für Asta harte Arbeit ist, gleichzeitig habe ich das Gefühl sie bemuttert Marie in einer herablassenden Art

Sie fühlt sich als etwas Besseres weil sie nicht alles in den Schoß gelegt bekommt sondern es durch eigene Kraft schafft, gleichzeitig ist da der Neid sie möchte es auch mal etwas leichter haben

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Lesebiene kommentierte am 03. Januar 2020 um 13:47

Ist schon interessant wie Asta so gesehen wird ;)

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Everly kommentierte am 06. Januar 2020 um 21:08

Habt ihr mal überlegt ob Krøyer Marie aka Asta heiratet?
Malu hat ja geschrieben, dass Maries Zeichnungen ungelenk sind, ich kann mir unschwer vorstellen, dass die "reiche" Marie ungelenk malt mit all dem Unterricht.
Außerdem sortiert sie der Malerei doch alles unter.

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Everly kommentierte am 06. Januar 2020 um 22:26

Sorry hab ein Kapitel zu wenig gelesen :)

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Sigrid kommentierte am 03. Januar 2020 um 20:18

Mir hat dieser Abschnitt sehr gut gefallen. Ich bin gut ins Geschehen reingekommen und man kann alles gut nachvollziehen. Mir sind die Protagonisten sehr sympathisch. Auch Asta, die ja wirklich in einer seltsamen Position ist. Eng verbunden mit Marie, aber doch nicht als beste Freundin sondern das Angestelltenverhältnis kommt immer wieder durch. Das Asta auch mal neidische Gefühle hat, kann ich gut verstehen. Sie darf zwar den "Luxus" miterleben, weiß aber auch, das sie ihn jederzeit wieder verlieren kann. Interessant finde ich die Parallelen zwischen Marie und Vibeke. Sie leben in total unterschiedlichen Zeiten, aber trotzdem haben sie Schwierigkeiten ihren Traum vom Malen zu verwirklichen. Das hätte ich nicht gedacht: 2018 sollte doch alles für Frauen möglich sein. Aber trotzdem diese Abhängigkeiten. Auch bei Malu ist es ja nicht so gut gelaufen. Ich bin mal gespannt, was wir noch über ihre Geschichte erfahren. Denn Malu hat auch ihre Geheimnisse..

Es macht Spaß zu Lesen und ich finde die Beschreibungen über Skagen waren gut. Da ich schon oft da war, konnte ich sogar einiges in der Schilderung wiedererkennen und sah es genau vor meinen Augen.

Jetzt aber mal schnell weiter lesen...

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Bibliomarie kommentierte am 04. Januar 2020 um 21:20

~~Es macht Spaß zu Lesen und ich finde die Beschreibungen über Skagen waren gut. Da ich schon oft da war, konnte ich sogar einiges in der Schilderung wiedererkennen und sah es genau vor meinen Augen.

Da kann ich nur neidisch werden, die Beschreibung haben mir auch so gut gefallen, dass ich richtig Lust auf den Ort bekommen habe.

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Hans Eidig kommentierte am 04. Januar 2020 um 11:40

Ich bin nun auch mit dem ersten Leseabschnitt durch, und ich finde die beiden Handlungsstränge werden intererssanter, je weiter man liest. Meine Meinung zu Asta ist ambivalent. Anfangs hatte ich Mitleid mit ihr, in Paris hat sie sich nicht so gut benommen. Wobei sie es auch nicht leicht hat, als "Gesellschafterin" von Marie inmitten der Künstler. Auf jeden Fall ist es Spannend die Vorgänge aus ihrer Sicht zu sehen.

Den Skagen-Strang finde ich sehr schön. Die Beschreibungen des Lichts, des Wassers und des ganzen Ortes machen richtig Lust selber einmal hinzufahren. Ich wusste wirklich nicht, dass es dort oben mal eine Künstlerkolonie gab. Aber das ist ja auch das Schöne am Lesen: Die Entdeckung von Neuem.

 

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Sigrid kommentierte am 04. Januar 2020 um 12:22

@ Hans Eidig:

Es lohnt sich wirklich mal hinzufahren. Vielleicht nicht in der Hochsaison, da ist es sicher zu voll.

Es ist wirklich wie beschrieben. Und es gibt viel zu sehen. Ob man nun ins Museum geht oder lieber am Meer rumläuft. Oder einfach nur durch Skagen bummelt und sich die alten Häuser anschaut.

Außerdem kann ich einen Besuch im Skagen Odde Museum nur empfehlen. Da wird ein toller Film über die Entwicklung der Landspitze gezeigt - auch auf Deutsch. Wir schauen ihn uns jedes mal an. :-)

 

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Lesebiene kommentierte am 04. Januar 2020 um 17:29

Danke für den Tipp. Wir wollen im nächsten Jahr nach Dänemark und da kann man das mit einplanen. :)

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Hans Eidig kommentierte am 05. Januar 2020 um 11:50

Danke! Hört sich an, als ob man dort entspannte Tage verbringen könnte...

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milkysilvermoon kommentierte am 10. Januar 2020 um 10:37

Ich will auch unbedingt mal hin, war aber noch nie in Dänemark.

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Everly kommentierte am 06. Januar 2020 um 18:24

Ich bin bisher positiv überrascht und leider im Verzug, hatte die letzten 2 Wochen irgendwie ein Leseloch...
Die Geschichte, besonders vor realem historischen Hintergrund finde ich wirklich toll und interessant.
Mir gefällt die "neue" Geschichte aber auch die "alte".
Astas Neid ist verständlich.
Die Figuren generell finde ich schön geschrieben und bin gespannt, wie es weiter geht.

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san1 kommentierte am 06. Januar 2020 um 20:25

Vom ersten Abschnitt bin ich richtig angetan! Ich hatte leichte Probleme bei den ersten Seiten, da ich vor allem zuerst einmal mit den Namen zurecht kommen musste - leider geht mir das des Öfteren so -, jedoch hat die Geschichte nun eine richtig gute Dynamik.

Zwei Geschichten mit über hundert Jahren Zeit dazwischen und doch so ähnlich! Die Parallelen finde ich faszinierend und auch irgendwie entmutigend sowie beschämend, dass es in der heutigen Zeit immer noch so laufen muss. Frauen werden auch heute noch als Künstlerinnen belächelt. Die Männer jedoch eher als Rebell und Träumer (im positiven Sinne) angesehen. 

Ich fühle mich mit allen Hauptfiguren irgendwie verbunden. Marie mag kindisch naiv wirken, jedoch ziehe ich den Hut vor ihren klaren Aussagen und ihren Wünschen. Im 19. Jahrhundert hatte man als Frau klare Aufgaben zu erfüllen und ich bin positiv überrascht, dass dieser Aspekt auch im Buch wunderbar rüberkommt.

Auch Asta hat mein volles Mitgefühl, denn auch wenn sie von den Privilegien profitiert, trotzdem wird ihr immer wieder klar ihr Platz gezeigt. Für mich schwankt sie immer zwischen der sehr barschen Realität und trotzdem versucht sie ihren Lebensstandard irgendwie auf der Höhe zu halten.

Ganz toll fand ich auch, dass man gemerkt hat, dass die Malergruppe zusammen hält, sich jedoch auch irgendwie gegen "Außen" abschirmt. Asta wird nicht komplett akzeptiert. Oft wird nämlich eher nur darüber geschrieben, wie die Künstler ausgegrenzt wurden. 

 

Vibeke hat ihre kindliche Verbohrtheit noch nicht ganz abgelegt. Die großen Wünsche sind da, jedoch fehlt der Weitblick (z.B. nur an einer Kunsthochschule beworben). Ihre Ansichten haben mich etwas in meine Schulzeit zurückgebracht, denn im Abitur-Alter hat man noch das Gefühl, es stehe einem alle Türen offen und alles wird sich perfekt fügen. Ich musste grinsen - nicht aus Boshaftigkeit - als sie eben nicht an der Uni angenommen wurde. So läuft nämlich das wahre Leben, selten in den perfekten Bahnen. Malus Elternrolle empfand ich als sehr liebevoll und unterstützend, auch wenn es Vibeke nicht so sehen möchte. Sie konfrontiert ihre Tochter auch, denn sie hat es gegen ihren Ehemann bestimmt nicht leicht, wenn sie die Unterstützung komplett durchziehen möchte.

Einige Stellen mit den beiden in Skagen empfand ich als etwas zu kitschig für meinen Geschmack. Ich verstehe die Losgelassenheit, jedoch ist mir die Wortwahl oft zu blumig.

 

Insgesamt gefällt mir auch der Erzählstil sehr gut. Die Kunstwelt wird auch einem Laien gut und verständlich geschildert, Man taucht selbst in das Leben eines Künstlers ein und achtet vielleicht auch selbst als Leser beim Spaziergang stärker auf seine Umwelt. Die Autorin benutzt auch eine sehr bildliche Sprache, ohne dass dies jedoch zu sehr auffällt. 

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milkysilvermoon kommentierte am 10. Januar 2020 um 10:41

Ich empfinde es nicht so, dass Frauen in der Kunst nicht ernstgenommen werden. Ich kann da nicht aus Erfahrung sprechen, weil ich selbst völlig talentfrei bin, was das angeht. Aber ich habe den Eindruck, dass sich da viel getan hat.

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san1 kommentierte am 10. Januar 2020 um 19:37

Der Großteil der noch lebenden Künstler mit weltweitem Ruhm ist immer noch ganz klar männlich, obwohl unendlich viele Frauen im künstlerischen Bereich tätig sind. Ich bin Kunsthistorikerin und erlebe leider immer noch Ausstellungen mit vorrangig männlichen Künstlern. Die große Anerkennung fällt eher den Männern zu. Das soll nicht heißen, dass nicht auch Frauen damit ihr Geld verdienen können. :-)

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milkysilvermoon kommentierte am 13. Januar 2020 um 11:21

Oh, du bist Kunsthistorikerin? Wie interessant! Okay, dann kennst du dich sicher besser damit aus. Vielleicht ist mein Eindruck verfälscht, weil ich mehr Frauen kenne, die künstlerisch tätig sind. Aber ich habe natürlich kaum mit größeren Namen zu tun.

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schafswolke kommentierte am 07. Januar 2020 um 17:29

Asta tut mir ein wenig leid, auf der einen Seite genießt sie ja einige Privilegien, aber sie wird nicht so richtig wahrgenommen, da sie nur zum "Personal" gehört.

Marie ist auch etwas schwierig, sie sieht überwiegend sich selbst, aber ich glaube gar nicht, dass sie es absichtlich macht bzw. ihr es so richtig bewusst ist.

Was ja bei allen 4 Frauen (Gegenwart/Vergangenheit) gleich ist, sie wollen alle malen oder mit Kunst zu tun haben, aber keiner scheint sie ernst zunehmen, allerdings kann man manchmal auch nicht ganz sicher sein, ob es ihr wirklicher Wunsch ist oder es nicht eine "jetzt-erst-recht-reaktion" ist. Ich bin gespannt,wie es weitergeht.

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buchina kommentierte am 09. Januar 2020 um 07:46

Mir gefallen die zwei Erzählstrenge, die auch gut voneinander abgegrenzt sind, dass ich nicht durcheinander komme. Beide Frauen Marie und Vibeke (ich stolpere beim LEsen immer über den Namen, da ich ihn noch nie gehört habe und er sich für mich merkwürdig spricht ;-) haben einen ähnlichen familiären Hintergrund, wobei Marie es als Frau in ihrer Zeit noch schwerer hat. Weshalb ich ihre Situation noch besser nachvollziehen kann. Vibeke ist mir zu abhängig, warum muss man in der heutigen Zeit noch das studieren was die Eltern vorgeben, doch nur weil man sich nicht zutraut auf eigenen Beinen zu stehen und für sein Einkommen zu sorgen. Dann lieber das machen was die Eltern sagen und weiterhin den Luxus genießen. Bis jetzt werden alle Frauen für mich eher schwach und abhängig beschrieben. Gut sie lieben alle, Marie, Vibeke und Vibekes Mutter, die Kunst und wollen Künstlerin werden, aber keine ist bereit wirklich dafür einzustehen und ein Risiko einzugehen. Die einzige, die sich überlegt, was sie braucht um wirklich unabhängig zu werden, ist Asta. Sie versucht das beste aus ihrer Stellung zu machen und weiß wie wichtig eine Ausbildung ist.

Gefallen hat mir der Abschnitt in Kopenhagen, da ich selbst mal ein halbes Jahr dort gewohnt habe. Ich fühlte mich direkt in die Zeit zurück versetzt und beneide die Autorin wegen ihrer schönen Recherchezeit dort.

 

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Lesebiene kommentierte am 09. Januar 2020 um 14:55

Ach Kopenhagen. Wie schön für dich! ich war das letzte Mal 1973 in Kopenhagen. Das wird sich aber ändern. Nächstes Jahr besuche ich Kopenhagen und vor allem Skagen :)

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buchina kommentierte am 09. Januar 2020 um 15:32

Da bin ich jetzt neidisch, nach Skagen will ich auch unbedingt mal. Aber vielleicht klappt es bei mir dieses Jahr mit Kopenhagen, aus meiner Studienzeit habe ich dort noch eine Bakannte, die ich unbedingt besuchen möchte.

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milkysilvermoon kommentierte am 10. Januar 2020 um 10:34

Das mit dem eigenen Einkommen ist leider leichter gesagt als getan. Vibekes Eltern sind wohlhabend, sie hätte also kein Anrecht auf BAföG und müsste ihren gesamten Lebensunterhalt (Miete, Essen, Klamotten, Studiengebühren, Lehrmittel usw.) durch einen oder vermutlich mehrere Jobs finanzieren, wenn sie von ihren Eltern nichts bekommt. Je nach Studienort und Uni bist du monatlich bei einem locker vierstelligen Betrag, den sie neben ihrem Studium aufbringen müsste. Mit bisschen Kellnern abends oder am Wochenende verdient man eine solche Summe nicht. Da ist es nicht so einfach, gegen den Willen der Eltern Kunst zu studieren.

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buchina kommentierte am 10. Januar 2020 um 10:58

Ich weiß, ich habe selbst mein Studium mit Jobs finanziert und arbeite jetzt in der Studierendenberatung, ausgerechnet in Mainz ;-) Ich weiß also welche Möglichkeiten es gibt und was das Leben kostet. Mich stört nur, dass sie sagt, die Kunst ist alles für sie, aber sich nicht traut mal mehr dafür zu riskieren, oder mal schaut welche Möglichkeiten sie hat. Sie verlässt sich vollkommen auf die Eltern. Vielleicht weil ich diese Unselbständigkeit täglich sehe, stört es mich besonders.

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milkysilvermoon kommentierte am 10. Januar 2020 um 10:26

Endlich kann ich mich hier auch mal zu Wort melden. Erst war ich längere Zeit krank, dann konnte ich mich zwei Tage lang hier nicht einloggen, weil es auf wasliestdu technische Probleme gab. Aber jetzt klappt es ja.

Bisher gefällt mir der Roman sehr gut. Von Skagen und dem Zusammentreffen von Nordsee und Ostsee habe ich schon gehört und kenne entsprechende Fotos. Das steht schon seit einer Weile auf meiner Reisewunschliste. Und das Buch macht jetzt erst recht Lust darauf, einmal dorthin zu fahren. 

Ich kann gar nicht sagen, welcher der zwei Erzählstränge mir am besten gefällt. Ich verfolge beide sehr gerne. Marie ist schon sehr verwöhnt und stur, aber ich bewundere ihre Leidenschaft fürs Malen. Und Asta hat zwar auch eigene Interessen, die man ihr aber nicht verdenken kann. Ich mache mir ein wenig Sorgen, was aus ihr nach der Hochzeit nun wird. Vibeke wirkt auf mich noch etwas unreif für ihr Alter. Und ihre Mutter Malu ist merkwürdig: Welches Geheimnis hat sie, dass sie ihre Galeriebesuche immer verschwiegen hat? 

Obwohl man es mit unterschiedlichen Jahren und Orten zu tun hat, fällt die Orientierung sehr leicht. Die einheitlichen Angaben zu Beginn jeden Kapitels sind eine große Hilfe.

 

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lesestrickeule kommentierte am 15. Januar 2020 um 18:09

Ich bin wirklich gut in die geschichte rein gekommen. Der Schreibstil ist flüssig und schon fast etwas spannend. Vielleicht liegt es auch an den zwei Erzählsträngen, denn beide sind wirklich sehr interessant. Es ist wirklich erstaunlich, dass es zwar zwei unterschiedliche Epochen sind und trotzdem scheinen die Frauen mit mehr oder weniger den selben Problemen zu kämpfen. Klar ist es im 21. Jahrhundert einfacher, keine Frage, dennoch gibt es Schwierigkeit udn dennoch werden Frauen nciht immer für voll genommen.

Auch für mich ist Malu eine sehr interessante Persönlichkeit und bin gespannt was sich hinter ihr verbirgt.

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lesestrickeule kommentierte am 15. Januar 2020 um 18:09

Ich bin wirklich gut in die geschichte rein gekommen. Der Schreibstil ist flüssig und schon fast etwas spannend. Vielleicht liegt es auch an den zwei Erzählsträngen, denn beide sind wirklich sehr interessant. Es ist wirklich erstaunlich, dass es zwar zwei unterschiedliche Epochen sind und trotzdem scheinen die Frauen mit mehr oder weniger den selben Problemen zu kämpfen. Klar ist es im 21. Jahrhundert einfacher, keine Frage, dennoch gibt es Schwierigkeit udn dennoch werden Frauen nciht immer für voll genommen.

Auch für mich ist Malu eine sehr interessante Persönlichkeit und bin gespannt was sich hinter ihr verbirgt.