Leserunde

Leserunde zu "Die Katzen von Shinjuku" (Durian Sukegawa)

Die Katzen von Shinjuku -

Die Katzen von Shinjuku
von Durian Sukegawa

Bewerbungsphase: 01.04. - 15.04.
Beginn der Leserunde: 11.05. (Ende: 01.06.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Dumont Verlags – 20 Freiexemplare von "Die Katzen von Shinjuku" (Durian Sukegawa) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

ÜBER DAS BUCH:

Ein poetischer Roman über zwei Außenseiter und die Liebe zu Katzen

Shinjuku, ein Viertel in Tokio: Hier treffen sie aufeinan-der – Yama, ein gescheiterter Fernsehautor Mitte zwanzig, und Yume, eine wortkarge Kellnerin. Beide sind sie Außenseiter, beide haben sie die Hoffnung, ihren Platz im Leben zu finden, fast aufgegeben. Yume arbeitet in einer Bar namens Karinka, die schrägen Vögeln ebenso eine Heimat bietet wie streunenden Katzen. Als Yama diesen Ort das erste Mal betritt, ist er völlig fasziniert: von den Menschen, der Stimmung und der besonderen Rolle, die die Vierbeiner im Karinka spielen. Er fasst Vertrauen zu Yume, mit der er sich bald gemeinsam um die Straßenkat-zen kümmert. Aus der Freundschaft der beiden scheint mehr zu werden, doch dann holt Yume ihre Vergangenheit ein …

›Die Katzen von Shinjuku‹ erzählt die Geschichte zweier Menschen, die mit sich selbst hadern und einander zu retten versuchen: ein bittersüßer Roman mit Blick für die kleinen Dinge, einfühlsam und mit viel Wärme erzählt.

»In einer skurril-poetischen Mischung erzählt Durian Sukegawa, wie die Außenseiter Yama und Yume-chan umeinander herumschleichen.« Katharina Wantoch, PSYCHOLOGIE BRINGT DICH WEITER 

»Sukegawa schreibt ausgesprochen lesbar, abwechslungsreich ist der Roman konstruiert« Alexander Kluy, BUCHKULTUR 

»Welch eine bezaubernde Geschichte – nicht allein für Katzenfreunde! Liebenswürdig, schräg, einfühlsam und melancholisch. Wie das Leben, wenn man es genau betrachtet.« Ulla Schmitz, STADTMAGAZIN WILDESHAUSEN

ÜBER DEN AUTOR:

Durian Sukegawa, geboren 1962, studierte an der Waseda-Universität in Tokio Philosophie. Er schreibt Romane und Gedichte, außerdem ist er in Japan als Schauspieler, Punkmusiker und Fernseh- sowie Radiomoderator bekannt. ›Kirschblüten und rote Bohnen‹ (DuMont 2016) war in Japan ein Bestseller und wurde von Naomi Kawase als Beitrag für Cannes 2015 verfilmt. Zuletzt erschien ›Die Insel der Freundschaft‹ (DuMont 2017).

15.05.2021

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 174 bis Ende

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verbuechert kommentierte am 12. Mai 2021 um 13:17

Der letzte Abschnitt hat mein Herz gebrochen. Erst schien ja alles super bei Yama zu laufen. Sein neuer Job gefällt ihm super, zwischen ihm und Yume läuft es prima, seine ganze Stimmung hat sich gebessert. Und dann erfährt er aber von dem Ereignis in der Bar und die ganzen Geheimnisse kommen ans Licht. Das, was den Katzen widerfahren ist, aber auch, was Yume passiert ist, ist einfach schrecklich und ich bin immer noch so schockiert davon, wie grausam Vogelnest ist. Das Ende war für mich einfach nur unglaublich emotional und hat mich sehr mitgenommen. Ich bin mir sicher, dass ich auch in paar Tagen immer noch über diesen Roman nachdenken werde.

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AnneMF kommentierte am 15. Mai 2021 um 21:47

Das Ereignis in der Bar war schon schlimm, die Geheimnisse nicht minder schlimm. Sasaki ist schon furchtbar, ich kann Eri verstehen, dass sie ihn niedergestochen hat. Das Ende hat mich sehr bewegt

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maraAngel2107 kommentierte am 19. Mai 2021 um 13:57

Da bin ich ganz bei Dir!!!! Ganz ehrlich, ich hatte bei diesem schönen Ende schon einen dicken Kloß im Hals, es hat mich wirklich sehr berührt!!!

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labbelman kommentierte am 25. Mai 2021 um 08:33

Ja man kann gar nicht so richtig in Worte fassen wie einen das bewegt. Vor allem war sie ja dann doch 3 Jahre im Gefängnis und nicht nur 1,5 Jahre. Ich hätte felsenfest erwartet, dass sie wegen guter Führung eher raus kommt.

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Lesezauber_Zeilenreise kommentierte am 16. Mai 2021 um 12:58

Ja, mir ging es genau so. Mich hat es ebenfalls sehr berührt. Dieser dritte Abschnitt war für mich wirklich der allerschönste, eben weil er so sehr viel ans Licht gebracht hat und so emotional war. 

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:04

Ein wirklich bewegendes Ende und vor allem ein überraschende Wende, ich habe es nicht kommen sehen. Yume hat kaum etwas Positives im Leben, was ihr nun durch Vogelnest genommen wird, furchtbar. Schade um die Katzen. Was er mit Yume selbst für ein Spiel treibt, grauenhaft.

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yesterday kommentierte am 23. Mai 2021 um 22:21

Absolut!

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katzenminze kommentierte am 14. Mai 2021 um 14:23

Oh mein Gott, was für ein Ritt! Das hätte ich nicht erwartet!

Gerade ist alles gut und dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Yumes Geschichte ist sehr traurig insgesamt. Was Schlimmes passieren kann, passiert ihr. Ich kann ihre Tat verstehen und auch ihre spätere Distanz zu allem. Mir wäre es auch schwer gefallen Kontakt zu halten. Es spielt bestimmt viel Scham mit.

Die Gedichte Yamas haben mir im Gegensatz zu den anderen vorher sehr gefallen. Die Hortensien und besonders das absolut treffende über die Katze Eri.

Den Schluss fand ich sehr rund. Traurig aber schön und im richtigen Maße versöhnlich. Und dann der Katzenplan am Ende. Im dying!

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verbuechert kommentierte am 15. Mai 2021 um 18:43

Das Gedicht über Eri hat mir auch wirklich sehr gut gefallen! Kann dir auch beim Rest nur zustimmen! Die ganzen Ereignisse kamen so plötzlich und waren so unglaublich traurig, aber das Ende war dann trotzdem irgendwie ganz rund, auch wenn es wirklich herzzerreißend war!

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:08

Schade, dass sie sich während und nach dem Gefängnisaufenthalt so sehr distanziert hat. Dabei haben die Leute doch ihr Handeln verstanden. Was für eine Macht doch Scham hat? Unglaublich.

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:22

Wahrscheinlich auch die Einstellung vieler, das die Frau generell die Schuldige ist. Sie hätte zumindest versuchen können herauszufinden, ob ihre Freunde aus der Bar wirklich so ticken. Yama hat sich doch auch geirrt und gedacht, sich vom Chef verkloppen zu lassen sei für andere in Ordnung - und dann sieht er, dass viele eben nicht so denken.

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:29

Das hätte ich mir an der Stelle auch gewünscht, einen Versuch ihrerseits. Wobei sie für die meisten Gäste ja kaum die Emotionen auslösen dürfte wie für Yama, aus dessen Erzählung wir sie kennen. Wenigstens ihn hätte sie an sich heranlassen können. Dann hätten wir allerdings nicht dieses schöne Ende bekommen.

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:34

Um Verständnis für Yume zu haben muss sie in den Leuten doch keine romantischen Gefühle auslösen ;-)

So tolerant und vielfältig, wie da einige waren (Domina, Transe, Musiker etc.) hätte so einige zu ihr gehalten. Das sind auch alles Menschen, die nicht in die "Standardnorm" passen.

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:45

Ich will den Leuten gar nicht absprechen, dass sich einige davon bestimmt für Yume eingesetzt hätten. Natascha zum Beispiel. Ich könnte mir allerdings  vorstellen, dass sie den meisten egal ist. Die Leute essen und trinken dort. Yume grillt und serviert. Die Leute bezahlen. An eine Normabweichung hatte ich hier gar nicht mehr gedacht.

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:48

Das würd doch bereits ausreichen - einigen war sie wichtig, diese hätten Verständnis für sie gehabt. Und wem sie egal war hätte sich nicht weiter an ein Wiederkommen von ihr gestört. Tatsächlich kamen mir einige wie eine kleine, im gewissen Rahmen verständnisvolle Ersatzfamilie vor. Sie gaben einem das Gefühl, alles sagen zu können, aber nichts sagen zu müssen. So Typen wie Vogelnest gehörten nicht dazu.

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yesterday kommentierte am 23. Mai 2021 um 22:23

>Yama hat sich doch auch geirrt und gedacht, sich vom Chef verkloppen zu lassen sei für andere in Ordnung

 

Die Frage ist ja auch: ist es für ihn in Ordnung, weil es für andere okay zu sein scheint? Quasi weil die Gesellschaft nichts tut, traut er sich auch nichts? Gut, dass er da doch noch ausbrechen konnte. Aber in Japan ist das allgemein etwas anders als bei uns.

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La Tina kommentierte am 24. Mai 2021 um 11:53

Den Fragen stimme ich zu, denke jedoch, dass der junge Mann damals vielmehr erst den Fehler bei sich selbst suchte, eben WEIL es für allen anderen normal zu sein schien in seinen Augen.

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yesterday kommentierte am 24. Mai 2021 um 21:04

Genau das meinte ich mit "ist es für ihn in Ordnung, weil es für andere okay zu sein scheint?" -> also auch Schuld kann da dabei sein

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labbelman kommentierte am 25. Mai 2021 um 08:34

Vor allem wäre die Gefängniszeit sicher leichter zu ertragen gewesen, wenn sie Beistand gehabt hätte und regelmäßig Besuch. Ich denke schon, dass sich dadurch gefühlt die Zeit verkürzt. Aber Menschen machen nun mal dumme Fehler, die sie meist selbst nicht nachvollziehen können.

Ich glaube Scham war nur ein Punkt, der sie so hat handeln lassen.

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AnneMF kommentierte am 15. Mai 2021 um 22:05

Das war ja ein letzter trauriger Abschnitt, wo viel passiert, dabei sah es doch so gut aus. Nagasawa ist ein Dreckskerl , er traktiert Yama immer wieder, bis der ihn nachts auf der Straße mit einem Faustschlag niederstreckt. Schielende Schlampe betitelte er Yume-Chan, das war zuviel für Yama.

Ich fühlte mit Eri mit, die Tat in dem Lokal ist zwar schlimm, aber ich konnte mich in sie hineinversetzen. Was hat sie alles erlebt. Ein Heimkind hat es oft schwer überhaupt Kontakt zu pflegen. Sasaki ist schon ein schlimmer Kerl, von mir aus hätte der Stich auch tödlich sein können. 

Das achtzehnte Gedicht fand ich am allerschönsten. Das schreibe ich mir auf. Ich hab auch eine Katze.
Ich fand das Ende nicht so gut für's Herz, es hat mich sehr bewegt.   Erst wenn man zurückblickt erkennt man seinen Weg.
 

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:17

Mir wurd da zuviel in Yume hineingestopft - eine Frau, die stellvertretend stehen soll für saufende Verwandte, optischen Makel, Missbrauch durch einen Mann und Schamhaftigkeit. Bis sie platzt. Und dann - hopps - 25 Jahre später. Kommt mir jetzt so vor, als würde Yama das Ganze nur erzählen um zu rechtfertigen, warum er sich so freut, eine frühere Bekannte wiederzusehen. Sie begleitete ihn zwar während einer Umbruchszeit damals, aber den Umbruch hätte er auch ohne sie über kurz oder lang gehabt, sie brachte den Stein nur etwas früher ins Rollen. Dafür bekam sie ihr eigenes Leben nicht gebacken.

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:36

Echt? Für mich ist es stimmig. Ich glaube, Yama hat sie all die Jahre im Stillen weitergeliebt, obwohl er eine neue Frau getroffen, geheiratet und ein Kind mit ihr hat. Durch seine Tätigkeit am Grill bleibt er ihr absichtlich verbunden, als würde er bis in alle Ewigkeit warten wollen, ob sie nicht doch wieder an diesen Punkt zurückkehrt. Beim Auftauchen des Schattens an der Eingangstür denkt er sofort an Yume.

 

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:44

Na, ob das jetzt Liebe war und ob diese auf Gegenseitigkeit beruhte... In meinen Augen ging die Schwärmerei von ihm aus weil er in ihr etwas sah, was ihn faszinierte und weiterbrachte, ihn inspirierte... Sie wirkte auf mich nicht verliebt, in dem Moment gar nicht wirklich der Liebe fähig. Ich seh das nicht so romantisch verklärt. Und eine neue Frau... es war die Tochter der Vermieterin, mit der diese ihn die ganze Zeit verkuppeln wollte ;-) Ob das nun wirklich Liebe oder doch nur Bequemlichkeit war? Yama wirkte auf mich immer als einer, der nie aus dem Quark kam.

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:50

Ich bleibe bei meiner romantischen Auslegung des Gelesenen, es gefällt mir einfach besser. Ein bisschen nachvollziehen kann ich deine Ansatzpunkte, aber ich bin gerade so zufrieden mit dem Roman.

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:54

Das war doch auch Thema: Jeder versteht geschriebene Worte anders, nimmt etwas anders für sich daraus mit :-) 

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katzenminze kommentierte am 17. Mai 2021 um 10:25

Bei der Tochter der Vermieterin musste ich auch schmunzeln. ;) Es war bestimmt ein guter Teil Bequemlichkeit...

Ich hatte schon den Eindruck, dass es gegenseitig war. Klar, Yama hat bestimmt auch was reininterpretiert aber er schien auch der einzige, der sich für Yumes Katzen und Gedichte und eben sie selbst interessiert hat. Ohne nur aus Mitleid oder sexuellen Motiven zu handeln wie Vogelnest. Es gab definitiv eine Verbindung zwischen den beiden Y's. Ob diese Verliebtheit gehalten hätte ist ja nochmal ein anderes Thema aber ich denke auch Yume hatte Gefühle für Yama. Aber jeder interpretiert anders. ;)

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 12:51

In meinen Augen war Yume zu sehr mit sich selbt beschäftigt damals und Yama der Auslöser für sie, etwas an ihrer derzeitigen Situation zu ändern. Entsprechend war sie empfänglich für Zuneigung, von ihr selbst kam jedoch nie irgendwas, was über Freundschaft hinausging. Sie benötigte einen Vertrauten, keinen Geliebten zu dem Zeitpunkt. 

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Buchstabensucht kommentierte am 19. Mai 2021 um 21:09

Ich glaube, ich bin da ausnahmsweise auch Team Romantik. Schließlich ist sie am Ende ja zurück gekommen, also muss Yama ihr auch ziemlich viel bedeutet haben. So zumindest meine Interpretation. 

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La Tina kommentierte am 19. Mai 2021 um 21:13

Dass er ihr viel bedeutet haben muss damals sehe ich auch so, allerdings deute ich es so, dass Yama für sie der notwendige Anstoß war, ihre Lebenssituation zu ändern, so wie manche eine Anstoß  benötigen, um eine schlechte Beziehung zu beenden oder einen nervigen Job zu kündigen.

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yesterday kommentierte am 23. Mai 2021 um 22:29

Das denke ich schon. Die beiden erkannten einander im jeweils anderen, das beruht dann schon auf Gegenseitigkeit. Hat halt nicht gut gepasst vom Timing. Wäre da etwas mehr Zeit gewesen, vielleicht..?

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labbelman kommentierte am 25. Mai 2021 um 08:37

Ich kann deine Gedankengänge nur zu sehr verstehen.

Er war definitiv in sie verliebt. Bei ihr bin ich mir da auch nicht so sicher.

Und die Tochter der Vermieterin war verfügbar, da gehe ich auch davon aus, dass es eine Zweckverbindung ist, denn in meinen Augen liebt er nur sie allein.

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dj79 kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:25

Ein ganz toller, obwohl tragischer dritter Abschnitt. Ich war sehr überrascht, dass sich die Ereignisse dermaßen überschlagen. Bis hierhin hatte die Geschichte eher einen ruhigen langsamen Verlauf. Diese Wendung vom nachdenklichen, passiven in Aktivität, die explosionsartig stattfindet, hat mir sehr gefallen. 
Yama lässt sich nur noch bis zu einem gewissen Punkt von Nagasawa herumschubsen und sogar schlagen. Der Dichter in der Dreierrunde ist stets auf Yama's Seite. Er hat also auch mal einen Fürsprecher. Als es Nagasawa zu weit treibt, reicht ein präziser Schlag um die Fronten zu klären. Obwohl ich Gewalt eigentlich gar nicht mag, fand ich diesen alles entscheidenden Faustschlag gerechtfertigt. Dass Yama direkt danach einen neuen Job bekommt bzw. Einen neuen Arbeitgeber, hat mir gefallen.

Tragischer wird die Geschichte durch Yume's Tat. Auch ihren Ausbruch kann ich verstehen. Leider bricht sie daraufhin mit Allen, die sie kennt. Das ist so unendlich traurig. Das einzig Positive daran ist das wunderschöne Ende des Romans, was dadurch ermöglicht wird. Mir ging das Herz auf, als Yama ihr seinen Gedichtband übergibt. Als der erweiterte Gedichtband zurückkommt, ach wie schön ...

So viel Emotion hat asiatische Literatur noch nie bei mir ausgelöst. Ich bin begeistert.

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La Tina kommentierte am 17. Mai 2021 um 09:37

Erschreckend ist aber auch hier, dass sowohl Yume wie auch Yama fast zeitgleich explodieren wie ein Vulkan - Yama kommt ungeschoren davon, während Yume, die sogar missbraucht wurde, ins Gefängnis kommt. Welch Missstand (ürx, drei s hintereinander) zwischen Mann und Frau!

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Buchstabensucht kommentierte am 19. Mai 2021 um 21:05

Ja, das hat mich auch geärgert, auch wenn es wahrscheinlich leider realistisch so ist. 

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rikai kommentierte am 21. Mai 2021 um 15:57

Einen Missstand kann ich da gerade nicht erkennen, da sich die beiden Situationen nicht miteinander vergleichen lassen. Nagasawa wird, vermutlich, aus Scham keine Anzeige gegen Yama erstattet haben und gesehen hat es auch niemand (also den Gegenschlag). Wo kein Richter, da kein Hänker.:P Bei Yume ist das aber eine ganz andere Geschichte, denn in beiden Fällen wurde sie verhaftet und Anklage erhoben. Oder verstehe ich dich gerade falsch?

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La Tina kommentierte am 22. Mai 2021 um 11:07

Musste erstmal deinen Beitrag suchen, sry

War etwas komprimiert von mir geschrieben. Ich meinte, dass beiden Unrecht getan wurde und sie dadurch in ihrer Verzweiflung zu aggressiven Taten griffen. Was ihr angetan wurde war deutlich schlimmer plus die anschließende Machtdemonstration, dass er auch ihre Katzen gewaltsam vernichten kann, als Tropfen, der das Fass überlaufen ließ.  Wird aber kaum bewertet, weil der Frau nicht geglaubt wird, sonst hätt sie ihn doch angezeigt blabla. Fürs Katzenfüttern kommt man nicht ins Gefängnis. Heute käm sie mit gutem Anwalt besser davon, vermute ich.

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Buchstabensucht kommentierte am 19. Mai 2021 um 21:04

Für mich war der dritte Teil voller Überraschungen, ich dachte, das bleibt so eine sanft dahin plätschernde Liebesgeschichte und die zwei ziehen mit den Katzen aufs Land oder so ähnlich. Tja, falsch gedacht.

 

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rikai kommentierte am 21. Mai 2021 um 23:09

Ziemlich harter Tobak - vor allem was Yumes Erlebnisse betrifft. Das sich im letzten Drittel noch solch menschliche Abgründe auftun und Sasaki als so ein Unmensch entpuppt, hat mich doch überrascht. Und das alles nachdem sie (Yume) so hart daran gearbeitet hat, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich ein Leben aufzubauen. Leider hat Yumes Vertrauen in ihre "menschlichen Freunde" (einschließlich Yama) offenbar nicht ausgereicht, um auf deren Unterstützung zu hoffen und sich lieber von ihnen distanziert.:(

Ich bin mir (noch) nicht ganz sicher, was ich von der Beziehung zwischen Yama und Yume halten soll. Romantische Liebe war es vermutlich nur auf seiner Seite. Ihre (Yumes) Liebe hingegen scheint eher anderer Art zu sein, einem Gefühl tiefer Verbundenheit zu entspringen, vielleicht auch Bewunderung. Aber verliebt? Es bleibt alles recht vage und aus den paar Krumen lässt sich nur schwer ein eindeutiger Rückschluss ziehen, wie ich finde. Naja, mehr Raum für die eigene Interpretation und Kreativität.;)

Es ist schade, dass das Katzen-Hotel nicht doch noch durch eine glücklich Fügung gerettet oder eine andere Lösung gefunden werden konnte. Das war zwar abzusehen, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.^^ Für das Viertel war es definitiv ein Gewinn, das dadurch eine klare Aufwertung erfahren hat. Manchmal muss etwas Altes erst einmal kaputt gehen, damit etwas Neues entstehen kann. Das macht schon ein bisschen wehmütig. Aber fürs Herz gab es ja auch noch was, wenn es sich dabei auch nicht um ein Happy-End im klassischen Sinne handelt. Beide haben aus ihrer "Beziehung" und den vielen (positiven, wie negativen) Erfahrungen Kraft schöpfen und schließlich ihre Träume verwirklichen können bzw. haben ihre" Erfüllung" gefunden. Ein Ende ganz im Stil von Sukegawa und der japanischen Philosophie.:)

一期一会
侘寂

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La Tina kommentierte am 22. Mai 2021 um 11:14

Ich seh grad, du siehst es auch so wie ich, dass die Erlenbisse für beide Wendepunkte waren, die Romantik aber wohl nur bei Yama lag.

Mittlerweile verstehe ich es so, dass der fiktive Autor rückblickend von seinem Wendepunkt im Leben erzählt, wohl auch aus Dank an die Frau, die ihm diesen für sein Leben wichtigen Schritt ermöglichte. Wer weiß,  vlt wäre er ohne sie ein buckelnder Angestellter geworden, der seinen Frust allabendlich in Alkohol ertränkt?

 

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rikai kommentierte am 24. Mai 2021 um 19:38

Ja, der Gedanke kam mir bei den letzten Seiten auch, dass dieses Buch nochmal eine "Verbeugung" vor Yume sein sollte, die ihn so nachhaltig inspiriert und ihn an seine eigene Kraft (und Kreativität) erinnert hat. Sie war ihm definitiv eine bessere Mentorin, als dieser selbstgerechte Nagasawa, der eigentlich nichts allein auf die Reihe bekommen hat.:P

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yesterday kommentierte am 23. Mai 2021 um 22:35

Kannst du auf dem Foto was entziffern?
Zeigt das, dass es wirklich so einen "Plan" in einer Kneipe irgendwo in Japan gegeben hat,der die Idee zum Buch bildete?

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rikai kommentierte am 24. Mai 2021 um 21:09

Ich kann leider nicht viel auf dem Foto erkennen, aber für mich spricht einiges dafür, dass das Foto "echt" ist. Immerhin finden sich im Roman einige Parallelen zwischen Sukegawa und Yama und die Schauplätze sind alle der echten Welt entnommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Katzenplan auch eine reale Vorlage hat. Wozu sollte sonst das Foto gut sein?

Wenn der Katzenplan aber wahr ist, wie sieht es dann mit Yume aus? Könnte es nicht sein, dass dieses Buch eine Art "heimliche" Danksagung an seine persönliche Yume ist, die ihn an einem Scheidepunkt seines Lebens nachhaltig beeinflusst und inspiriert hat und der wir es verdanken, dass wir heute seine Werke lesen dürfen?:D

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yesterday kommentierte am 24. Mai 2021 um 22:32

Ja wie viel es sonst noch tatsächlich gab, bleibt ja dann offen :) aber ja ich denke auch wofür sollte das Foto sonst gut sein

Also dass er das mal gemacht hatte und vielleicht später wieder drübergestolpert ist auf einer alten Festplatte oder so und es führte jetzt zum Roman oder dass es Teil einer eigenen Episode war und nun ists die "Autobiografie". Gibt ja leider keine Widmung vorne ^^

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Gerda kommentierte am 22. Mai 2021 um 03:07

Was für ein letztes Drittel. Keine zarte Liebesgeschichte, nein das Leben kam dazwischen. Dann diese Gewalttaten. Wie der Vorgesetzte mit Yama umgeht.. Einfach fürchterlich und menschenverachtend. Und Yumes Tat kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel, für mich sehr seltsam. 
 

Insgesamt ein schöner Roman, die Gedichte fand ich sehr gut. Die beschriebene japanische Gesellschaft ist in meinen Augen sehr merkwürdig und etwas unverständlich. Nun muss ich meine Gedanken noch für die Rezension sortieren.

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maraAngel2107 kommentierte am 22. Mai 2021 um 21:11

Mir hat der letzte Teil so richtig gut gefallen, es ist so besonders und ganz anders als ich erwartet habe. Aber wunderschön! Eine wirklich gute Idee, grandios umgesetzt! Ein so wunderbarer dritter Teil, der mir persönlich am besten gefallen hat! Es hätte gerne noch weiter gehen dürfen, für mich als Katzenfan ein wunderbarer Roman mit einem perfekten Ende, zum träumen schön!

 

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yesterday kommentierte am 23. Mai 2021 um 22:20

Also die "Abschluss"-Gedichte fand ich jetzt ganz niedlich <3
Und schön, dass Yama-chan seinen Platz gefunden hat - und ich hatte schon so ein Gefühl, dass es da eine Tochter gibt nebenan etc.. haha

Die Idee mit dem Sprung in die Zukunft hat mir gefallen, auch die Moral die hinter der Attacke mit anschließender Verhandlung und Gefängsnisstrafe steckt.

Yume-chan war dann im Gefängnis, obwohl andere die in ihrem Leben waren (allen voran Vogelnest) viel eher dort hingehört hätten.

Für mich zeigt das auch gut, dass Sprüche wie "das Leben ist nicht fair" oft nur zu wahr sind. Und gerade zu denen die ein "leichtes Opfer" sind, verhält es sich besonders gerne grausam.
Und nein, Außenseiter sind da nicht immer selbst schuld!

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labbelman kommentierte am 25. Mai 2021 um 08:30

Hm was für eine seltsame Wende. Mir kam das persönlich zu plötzlich und aus der Luft gegriffen. Und dann vergehen die Jahre nur so dahin und bäm.

Das Wiedersehen fand ich unglaublich schön beschrieben. Irgendwie haben beide ja noch ihr Glück im Kleinen gefunden, denn wer hätte gedacht, dass sie jeweils eine Familie gründen? Ich jedenfalls nicht. Und der Band voller Katzengedichte, das hatte schon was für sich, denn dann haben sie ihr gemeinsames Ziel verwirklicht.

Cool fand ich, dass sich beide als Katzen auf dem Plakat verewigt haben. :-)

Gut fand ich, dass Yamazaki durch die Erlebnisse in Kambodscha über sich hinaus gewachsen ist und sein Leben anders in die Hand genommen hat. Er scheint ja nicht unglücklich zu sein.

Nun ja dennoch weiß ich nicht so recht, was mir die Geschichte sagen wollte. So richtig ist das weder Fisch noch Fleisch für mich...

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Arizona kommentierte am 27. Mai 2021 um 21:23

Mich hat auch der Umbruch im dritten Teil etwas verwundert. Auf einmal zog das Tempo an, vorher plätscherte alles so vor sich hin. Dann die Tat und das Gefängins, und dann der Zeitsprung. Ich fand es so traurig romatisch, aber nicht kitschig. Für mich waren bei Yame auch Gefühle im Spiel, aber sie war nicht wirklich frei durch ihr Zusammenleben mit Vogelnest. Dann überschlagen sich die Ereignisse, und sie sieht rot. Eben schlechtes Timing. Im Gefängnis war zu sie zu stolz, oder sie wollte andere nicht mit in ihr Dilemma reinziehen. Aber auch sie konnte ihn nicht vergessen. 

Ja, das Foto hat mir auch zu denken gegeben, und ich denke auch dass der Autor hier eine eigene Geschichte verarbeitet hat. Er ist ja zumindest auch selbst Radio- und Fernsehmoderator, und er schreibt Gedichte. Vielleicht gab es auch in seinem Leben eine Frau, die ihn dazu gebracht hat den für ihn richtigen Weg zu finden. 

Schön fand ich auch, dass das Ende wieder an den Anfang erinnert, mit dem jungen Mann, der in die Bar kommt, und mit einer Katze!

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foxydevil kommentierte am 28. Mai 2021 um 10:47

"Ja, das Foto hat mir auch zu denken gegeben, und ich denke auch dass der Autor hier eine eigene Geschichte verarbeitet hat."

Das glaube ich auch!

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foxydevil kommentierte am 28. Mai 2021 um 10:46

Also der letzte Abschnitt hat mir trotz der Dynamik und Dramatik am besten gefallen.
Auch wenn ich irgendwie immer noch sehr berührt bin!
Die geschilderten Geschehnisse sind in ihrer Grausamkeit schon deftig.
Aber das Ende ist gelungen und das hatte ich so beim Lesen erst nicht gedacht.
Ich werde nun erst einmal Eure Meinungen lesen.
Schade das mein Buch so spät kam und ich so an der aktivben Diskussion nicht teilnehmen konnte!
 

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Zenzi kommentierte am 29. Mai 2021 um 08:23

Der 3. Teil war wieder ganz anderers als die beiden vorhergehenden - keine depressive Kneipenbesuche, keine Liebesgeschichte sondern zuerst sogar eine kriminelle Handlung. Von Yume ausgeführt, die nun alle Kontakte abbricht! Da auch die Katzen verschwanden, glitt Yama in ein neues Leben. Dass sie sich nach 25 Jahren wieder trafen, fand ich sehr berührend und hat die Geschichte abgerundet. Aber beide bleiben den Katzen treu und verglichen sich auch mit ihnen, setzten sich selber auf das Katzenplakat. Die poetische Gedichtewaren doch etwas Besonderes in diesem Buch - Vielleicht waren die Katzen im gesamten Roman nur eine andere Sichtweise des menschlichen Charakters.

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jam kommentierte am 06. Juni 2021 um 10:33

Oja, dass sie letzten Endes beide selbst auf dem Plakat waren, gab der Geschichte etwas besonders rührendes... Zwei Einzelgänger, wie man es Katzen nachsagt, die doch gerne zusammen sind...

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 174 bis Ende
jam kommentierte am 06. Juni 2021 um 10:32

Auch mich hat der letzte Leseabschnitt fürchterlich mitgenommen... Erst diese scheinbar unverständliche Tat von Yume, gerade als es für Yama besser läuft. Und dann die Erklärung dazu, Vogelnest und seine grausame Tat ihren geliebten Katzen gegenüber. Wer macht sowas?! Ich habe Tränen in den Augen, wenn ich nur daran denke, vor allem, weil vor einer Woche ein Katzenbaby bei uns eingezogen ist und ich so einen Zwerg ständig vor der Nase habe. 

Und dann, nach so vielen Jahren, treffen sich die zwei einsamen Seelen wieder... Mittlerweile haben beide ihren Frieden gefunden, und doch bleibt beim Umschlagen der letzten Seite ein Gefühl von "Was wäre wenn" und vor allem Tränen in meinen Augen...