Leserunde

Leserunde zu "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" (Pip Williams)

Die Sammlerin der verlorenen Wörter -

Die Sammlerin der verlorenen Wörter
von Pip Williams

Bewerbungsphase: 07.04 zum 21.04.

Beginn der Leserunde: 28.04. (Ende: 19.05.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des DIANA Verlags – 20 Freiexemplare von "Die Sammlerin der verlorenen Wörter" (Pip Williams) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Oxford, Ende des 19. Jahrhunderts. Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen und nicht in das Wörterbuch aufnehmen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an, will die Wörter festhalten, die fern der Universität wirklich gesprochen werden. Sie stürzt sich ins Leben, findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen.

»Entzückend. Ein fesselndes, schlaues Loblied auf die Frauen, deren Beitrag zum Oxford English Dictionary weitgehend unbemerkt blieb.« ("The New York Times Book Review") 
»Das erste literarische Werk, das die Frauen hinter den Kulissen beleuchtet, ohne die sich die englische Sprache nicht so vollständig und farbenfroh entwickelt hätte.« ("Boston Magazine") 
»Ein außergewöhnlicher, charmanter Roman. Williams fängt ein ganzes, reiches Leben auf den Seiten ihres Buches ein.« ("The Times") 
»Diese feinfühlige, hoffnungsvolle Geschichte ist Balsam für die von der Pandemie zerrissenen Nerven.« ("The Guardian") 
»Nachdenklich und zartfühlend. Ein wunderbares Buch, in dem man sich verlieren kann, ein fantasievoller Liebesbrief an Wörterbücher.« ("Booklist") 
»Bezaubernd, wehmütig und wunderbar geschrieben. Ein Must-Have.« ("Library Journal") 
»Williams stellt in diesem reizvollen Debüt die Geschichte, wie wir sie kennen, auf den Kopf, indem sie die Frauen und ihre Beiträge ins Rampenlicht rückt.« ("Newsweek") 
»Wenn Sie Sprache lieben, dann ist dies der Roman, auf den Sie gewartet haben.« ("Bookreporter.com") 
»Überzeugend erweckt Williams ein faszinierendes Kapitel der Geschichte zum Leben und fragt aus einem feministischen Blickwinkel, inwiefern Worte für Männer und Frauen unterschiedliche Dinge bedeuten.« ("Sunday Times") 
»In Williams’ dichtem, akribisch recherchiertem Debüt widmet die Tochter eines Lexikografen ihr Leben einem alternativen Wörterbuch.« ("Publishers' Weekly")

ÜBER DIE AUTORIN:

Pip Williams, geboren in London, aufgewachsen in Sydney, lebt mit ihrer Familie in Südaustralien. Sie ist Sozialwissenschaftlerin und neben ihrer Forschung leidenschaftliche Autorin eines Reisememoirs, von Artikeln, Buchrezensionen, Flash Fiction und Gedichten. Ihre Faszination für Sprache und ihre Recherchen in den Archiven des Oxford English Dictionary inspirierten ihren ersten Roman »Die Sammlerin der verlorenen Wörter«, der ein Nr.-1-Sensationserfolg in Pips australischer Heimat wurde. Mehrfach preisgekrönt, stand dieser Roman auf der Shortlist für den Walter Scott Prize for Historical Fiction.. Christiane Burkhardt lebt und arbeitet in München. Sie übersetzt aus dem Italienischen, Niederländischen und Englischen und hat neben den Werken von Paolo Cognetti u. a. Romane von Fabio Geda, Domenico Starnone, Wytske Versteeg und Pieter Webeling ins Deutsche gebracht. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

28.05.2022

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 174 bis 354

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 174 bis 354
nicigirl85 kommentierte am 03. Mai 2022 um 19:33

Der zweite Abschnitt war sehr seitenstark und ich bin sehr froh, dass mich dieser Abschnitt deutlich mehr gefesselt hat als der erste. Ich denke, dass es damit zusammen hängt, weil das Skriptorium nicht so oft vorkommt.

Die Schwangerschaft hat mich enorm überrascht, denn ich dachte sie versteht sich nur gut mit Bill. Wie man "vom Knie halten im Theater" schwanger wird, war mir ein Rätsel, bis sie es uns später dann wissen lässt. Und auch wenn sie es nicht zugeben will, war sie denke ich auch in ihn verliebt. Ein Kind wegzugeben muss enorm hart sein. Dass sie deswegen in eine Depression verfällt, wundert mich nicht. Vor allem dass das Kind nach Südaustralien auswandert und sie so keinen Zugriff drauf hat ist fies. Vielleicht wäre es einfacher sie aus der Entfernung aufwachsen zu sehen, denn ich glaube kaum dass ein Brief im Jahr reicht um die Sehnsucht zu stillen.

Das Cottage in Shropshire empfand ich als magischen, heilenden Ort. Wenn ich den Kopf frei bekommen will, dann gehe ich auch spazieren oder wandern.

Spannend fand ich wie erst Esme in Tilda eine Freundin findet und Lizzie etwas neidisch wird und später dann Lizzie Natasha Lloyd als Freundin hat und es schien als wenn Esme etwas eifersüchtig war.

Was hat Mr. Dankworth eigentlich für ein Problem, dass er alle berichtigen muss? Ich finde ihn echt schwierig.

Die Erwähnung der Frauenbewegung fand ich gut und wichtig. 

Gareth, der Setzer scheint mir ein ganz feiner Kerl zu sein. Menschlich würde er in jedem Fall zu Esme passen. 

Im Übrigen musste ich schmunzeln als ihr Vater merkt, dass er vergessen hat sie zu verkuppeln und sie mit 25 Jahren ja schon längst hätte verheiratet sein müssen. Ich glaube damit hat er ihr die größte Freiheit geschenkt, dass sie das nicht musste.

Nun bin ich wirklich gespannt wie das Ganze ausgeht.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 174 bis 354
world-of-books kommentierte am 08. Mai 2022 um 17:54

"Wie man "vom Knie halten im Theater" schwanger wird, war mir ein Rätsel"

Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem 2. Leseabschnitt und es war ehrlich gesagt ein Versehen, das ich hierreingelesen habe, aber ich musste mich hierzu äußern. Denn am Abend der letzten Aufführung (S. 214) ist sie ja mit Tilda und Bill unterwegs und Bill betont das Tilda an diesem Abend nicht nach Hause kommt und lädt sie somit indirekt zu sich nach Hause ein und ich denke mal, dass das keine Einladung zu einer Tasse Tee war.

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 17:48

Wie man "vom Knie halten im Theater" schwanger wird, war mir ein Rätsel, bis sie es uns später dann wissen lässt.

Ich finde, genau das ist das wunderbare Geheimnis dieses Buches wie auch seine Crux: Es steht unglaublich viel zwischen den Zeilen und vieles erfährt man als Leser eher nebenbei oder erst hinterher, als dass es deutlich ausgesprochen wird. Gerade die Schwangerschaft verdeutlicht das doch sehr: Es gab keinerlei LIebes- oder gar Sex-Szenen, aber die "Beziehung" zu Bill wurde ausgiebig erzählt - und plötzlich war dann eine Schwangerschaft da, von der man sowohl überrascht sein konnte, als man es auch schon geahnt hat! UNd soe ging es mir irgendwie oft.....

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Maddinliest kommentierte am 24. Mai 2022 um 09:14

Ich finde, genau das ist das wunderbare Geheimnis dieses Buches wie auch seine Crux: Es steht unglaublich viel zwischen den Zeilen und vieles erfährt man als Leser eher nebenbei oder erst hinterher, als dass es deutlich ausgesprochen wird. Gerade die Schwangerschaft verdeutlicht das doch sehr: Es gab keinerlei LIebes- oder gar Sex-Szenen, aber die "Beziehung" zu Bill wurde ausgiebig erzählt - und plötzlich war dann eine Schwangerschaft da, von der man sowohl überrascht sein konnte, als man es auch schon geahnt hat! UNd soe ging es mir irgendwie oft.....

Ich stimme Dir voll und ganz zu, in dem Roman geschieht es immer wieder, dass Ereignisse im Nachgang gesschildert werden, ohne dabei ins Detail zu gehen. Diese andere Herangehensweise gefällt mir ausgesprochen gut.

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Tabetha kommentierte am 04. Mai 2022 um 06:26

Das Hauptgewicht des Teils II der Lektüre liegt weniger auf der Entstehung des Oxford English Dictionary als Teil I. An Teil II mochte ich die Beziehungen der Frauen.
Ich mochte die Schauspielerin, der Esme am Stand von Mabel in der Markthalle begegnet.Tilda ist eine begabte Schauspielerin und eine selbstbewusste Frau. Sie weiß, was sie will, und nimmt es sich. Über Tilda kommt Esme erst mit dem Theater, dann mit der Frauenbewegung von Frau Pankhurst in Berührung. Die kämpft für das Frauenwahlrecht. Auch mit Taten und nicht nur mit Worten.
Auch mochte ich, dass Tante Ditte dieses Mal Esme beistand, als diese sich "in Schwierigkeiten" gebracht hat. Bis Tante Ditte die falsche Entscheidung traf, das Internat in Schottland für Esme zu empfehlen, hatte sie mir in Teil I imponiert. Doch in Teil II setzte Edith sich für Esme ein, als diese schwanger war. Sie holte Esme zu ihrer Schwester und sich nach Bath. Edith ließ Esme an ihrem Buch über englische Geschichte mitarbeiten und organisierte für sie Reisen zu Recherche Zwecken nach London und Cambridge.
Auch dass Lizzie Esme für einen Oktober nach Cobblers Dingle begleitete, mochte ich. Dort hatte Tante Ditte für die beiden eine Hütte gemietet. Lizzie war dort für Esme da, als diese depressiv war. So wie sie für die kleine Essymay in Teil I da war. Lizzie band ihr wieder die Schuhe zu. Wie einem kleinen Kind. Und Lizzie trieb sie Tag für Tag den Berg hoch. Bis auf den Gipfel. Bis alles schmerzte. Was dann Esmes Lebensgeister weckte.

 

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Lenna kommentierte am 09. Mai 2022 um 15:09

Ich finde auch das hier auf wunderschöne Weise die Beziehungen der Frauen untereinander erzählt wurden. Dieser Fokus war wirklich toll und ich hoffe sehr, dass davon auch etwas im letzten Leseabschnitt weiterhin erhalten bleibt.

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Tabetha kommentierte am 16. Mai 2022 um 06:23

Das fand ich am zweiten Teil des Buchs echt schön. Mir hat der gut gefallen.

Der zweite Teil hat da schon einen anderen Fokus / Charakter als der erste. Aber ich mochte beide auf ihre Art.

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Naraya kommentierte am 04. Mai 2022 um 09:41

In diesem Abschnitt kommt die Handlung definitiv ins Rollen, wobei ich manche Stränge nicht unbedingt gebraucht hätte, nämlich die ungewollte Schwangerschaft und das Abgeben der Tochter. Natürlich war das alles sehr bewegend und ich habe jetzt auch nicht grundsätzlich etwas daran auszusetzen, aber ich persönlich frage mich, warum in einer "feministischen" Geschichte, in der eine Frau lernt, für sich und ihre Rechte einzutreten, unbedingt Mutterschaft eine Rolle spielen muss. Aber gut, das liegt vermutlich an mir.

Interessant fand ich dann aber, wie sich danach alles für Esme entwickelt, zum Beispiel ihre Zeit mit Lizzie im Cottage, in der sich auf einmal die Rollen umdrehen und Lizzie diejenige ist, die die Führung übernimmt, neue Kontakte knüpft etc. Ich fand es sehr schön zu lesen, wie Lizzie aufblüht und endlich auch einmal Erlebnisse außerhalb der Arbeit haben kann.

Spannend sind auch die Ausführungen zu den Suffragetten und die Darstellung, dass solche Kämpfe auf unterschiedliche Art und Weise geführt werden können. Nicht jede Frau kettet sich irgendwo an einem Gebäude an, es gibt auch andere Wege, einen Beitrag zu leisten.

Mit Esmes Vater bin ich inzwischen wieder sehr versöhnt. Er ist zwar in manchen Dingen recht unbedarft, aber dennoch liebt er seine Tochter ehrlich und verurteilt sie nicht. Er scheint auch mit ihrer Lebensplanung einverstanden zu sein, auch wenn er sich vielleicht anderes für seine Tochter wünschen würde. Und Gareth als potenzieller Partner scheint für ihn auch in Ordnung zu sein, obwohl der ja "nur" Setzer von Beruf ist. Diese Beziehung würde mir für Esme übrigens gut gefallen. Beide teilen ein gemeinsames Interesse und Gareth scheint recht modern und unterstützend zu sein.

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nicigirl85 kommentierte am 04. Mai 2022 um 13:28

Ich glaube Lizzie hat es da im Cottage sehr gut getan, dass sie über den Haushalt bestimmen kann und was gemacht wird und man hat ja sehr gut gesehen wie gut sie mit allem zurechtkommt. Obwohl der Altersunterschied nicht sehr groß ist, wirkte es auf mich wirklich so als wenn Lizzie die Mutterrolle für Esme übernimmt.

Und was ich mich die ganze Zeit frage: Hätte Lizzie gern einen Mann und Kinder? Sie scheint es ja auch hart zu treffen, dass Esme das Kind weggibt. Oder deute ich da zu viel rein?

Der Vater ist jedenfalls sehr verständnisvoll. Wirklich kümmern würde ich das aber nicht nennen, da ja Tante Ditte alles regelt.

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dingsbaer kommentierte am 12. Mai 2022 um 14:10

Ich kann mir vorstellen, dass Lizzie es vermutlich schon gar nicht gut fand, das Esme schwanger wurde bzw. Sex hatte, obwohl sie nicht verheiratet ist. Vielleicht interpretiere ich zu viel rein, aber Lizzie scheint sehr religiös zu sein, sie fasst ja öfters an das Kreuz an ihrer Halskette. Ein Kind, ohne Vater das passt halt nicht zu einer wohlerzogenen Frau in Esmes Stellung und zur damaligen Zeit. Da wurde man schnell abgestempelt.

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 18:02

Mit Esmes Vater bin ich inzwischen wieder sehr versöhnt.

Oh, warum standest du denn mit ihm auf Kriegsfuß???
Ich finde, einen besseren Vater kann man sich doch kaum wünschen! Er liebt seine Tochter und versucht alles, sie bestmöglich zu fördern und zu unterstützen. Und schon die Gespräche und Diskussionen, die er von früh an mit Esme führt über Wörter und Sprache, finde ich einfach großartig! Selbst bei "schwierigen" Fragen gibt er sein Bestes, holt sich Rat bei Ditte und lässt Esme nicht hängen.
Gut, die Internats-Entscheidung war falsch, aber wer macht keine Fehler? Und diese Entscheidung hat er ja nicht getroffen, um Esme zu ärgern und zu quälen, sondern weil er DACHTE, es sei gut für sie. Er hat sich hier - wie in vielen Dingen - auf Dittes Rat verlassen, der ihm selbst ja nicht behagt hat.

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sunrise kommentierte am 04. Mai 2022 um 11:12

Hatte ich im vorangegangen Abschnitt noch bemängelt, dass es nicht richtig vorwärts geht mit der Geschichte, passieren nun einige Dinge und geben der Story Schwung. Zum Inhalt habt ihr ja schon alles toll zusammengefasst, das spare ich mir an dieser Stelle. Auf jeden Fall ein mitreißender Abschnitt für mich, nicht zu letzt, weil man auch neben dem Privaten der Protas etwas über die Frauenbewegung, aus der Sicht von Frauen, zu lesen bekommt. Das hat mir hier gut gefallen. Ebenfalls sehr schön fand ich die Einstellung des Vaters zu Esmes Entscheidungen, man spürt hier die tiefe Verbundenheit beider zueinander. Mal lesen wie die Geschichte weitergeht...

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westeraccum kommentierte am 04. Mai 2022 um 12:15

Dieser Abschnitt hat mir sehr gut gefallen.

Esme ist ja sehr mutig, dass sie das Kind bekommt, ohne mit dem Vater Kontakt zu haben. Auch ihre Entscheidung, die kleine Tochter zur Adoption freizugeben, finde ich sehr stark. Sie hätte es kaum geschafft weiter so intensiv zu arbeiten, wenn sie die Kleine behalten hätte. Das sie darunter leidet, kann ich aber auch gut verstehen. Sie weiß ja nicht einmal den Namen und spricht davon immer nur als "sie" oder "es".

Da kann man gut verstehen, dass sie depressiv wurde. Es tut ihr gut Lizzie als Freundin zu haben, die sie in allen Lebenslagen unterstützt. Da spielen die Klassenunterschiede keine Rolle.

Auch die Geschichte des Frauenwahlrechts finde ich sehr gut geschildert, auch wenn das eher eine Nebenrolle spielt. Welche Ängste müssen die Männer haben, wenn sie sich so dagegen wehren??

Insgesamt zeigt die Ich-Erzählerin aber weiterhin wenig von ihren Emotionen, man erfährt davon meist nur indirekt durch die Auswirkungen, die bestimmte Ereignisse hatten. Ich denke das ist auch der Zeit geschuldet, man musste nicht alles bequatschen und ausbreiten, so wie man es heute tut. Niemand fragt sie "Was macht das mit dir?" und das ist auch gut so. 

 

 

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nicigirl85 kommentierte am 04. Mai 2022 um 13:30

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob Esme die Wahl alleine wirklich auch so getroffen hätte ihr Kind abzugeben. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wenn ihre Umgebung nicht alles geregelt hätte, sie lieber das Kind behalten hätte egal was ihr passiert. Ich glaube so enorm wichtig war ihr in dem Moment dann auch die Arbeit nicht mehr. Und man sieht ja auch, dass sie in der Phase der Depression gar nicht in der Lage ist zu arbeiten, was mehr als nur verständlich ist. Überhaupt sehr bewundernswert, dass sie das so packt.

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 17:56

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob Esme die Wahl alleine wirklich auch so getroffen hätte ihr Kind abzugeben. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wenn ihre Umgebung nicht alles geregelt hätte, sie lieber das Kind behalten hätte egal was ihr passiert

Den Eindruck hatte ich definitiv auch - ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass es eine Entwicklung in dieser Richtung geben wirs!
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich schon erleichtert war, dass es diesen Weg gab, denn, wie Esme es ja auch sehr unschön aufgeschnappt hat, wäre es sowohl für Mutter als auch für das KInd sehr schwer geworden zu der Zeit! (Meine Mutter als uneheliches Kind 1930 hatte eine Horror-Kindheit, so dass ich sehr sensibel für dieses Thema bin).

Allerdings hatte Esme unglaublich viel Unterstützung in allem von ihrem Vater, aber vor allem von Ditte und Beth und die Bezeihung zur Adoptivmutter war hervorragend, was auch eher ungewöhnlich war. Alles in allem hätte es für Esme und ihr KInd gar nicht besser laufen können - wobei ich nicht sagen will, dass dieser Weg für Esme extrem schwer und durchaus traumatisch verlaufen ist!

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 18:22

Welche Ängste müssen die Männer haben, wenn sie sich so dagegen wehren??

Na, DASS sich die Männer dagegen wehrten, ist doch logisch! Indem Frauen das Wahlrecht bekamen, ist den Männern ein Teil ihrer Herrschaft abhanden gekommen - und die Frauen, die quasi "außer Haus" aktive wurden, waren immer weniger die "NUr-Hausfrauen" und "Heimchen am Herd", die die Männer bedienten und für ihre Bequemlichkeit sorgten. Da ist es klar, dass die Männer hier eine Gefahr sahen, von ihrem Thron gestürzt zu werden.
Ich kann mir vorstellen, dass insbesondere die unteren Schichten, in denen einem Arbeiter ja nur noch die Frauen unterstanden, besonders gegen die Aufgabe ihres letzten bisschen Macht protestierten, während in den oberen Schichten, in denen die Männer ohnehin anderen  zu sagen hatten, die Frauen auch mal etwas mehr durften.....

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Lenna kommentierte am 09. Mai 2022 um 15:13

Dieser Leseabschnitt hatte wirklich einiges an Handlung zu bieten. Es ist so viel passiert, dass ich gar nicht so richtig weiß, womit ich anfangen soll. 
Die Schwangerschaft kam für mich total überraschend. Damit habe ich sogar nicht gerechnet. Gestört hat mich diese Wendung aber überhaupt nicht, weil sie ein ganz neues Bild von Esme gezeigt hat. Die depressive Phase konnte ich nachvollziehen, trotzdem bin ich froh, dass sie diese hinter sich lassen konnte. So langsam scheint sich der Plan eines eigenen Wörterbuchs auch zu materialisieren und ich bin schon richtig aufgeregt deswegen. Diese Aufregung hängt aber auch etwas mit Gareth zusammen! Ich hätte gedacht, dass er bereits früher wieder auftaucht. Mal sehen welche Rolle er noch spielen wird!

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dingsbaer kommentierte am 12. Mai 2022 um 14:07

Ehrlich gesagt, habe ich mit einer Schwangerschaft schon gerechnet. Sie hat ja quasi mit dem Feuer gespielt bei ihrer Liebelei. Da hätte es mich schon gewundert, wenn nichts "passiert". Ich denke nämlich, dass sie nicht aufgeklärt wurde. Da fehlt einfach die Mutter. Und Lizzie hat ihr zwar damals gezeigt, was man machen muss, wenn man seine Periode bekommt. Ich denke aber nicht, dass Lizzie, oder jemand anderes mit ihr über Sex und den möglichen Folgen gesprochen hat. 

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Janasbuecherliebe kommentierte am 09. Mai 2022 um 22:09

Die Geschichte nimmt nun Fahrt auf und die Handlung spielt nicht mehr allein in und um das Scrippy. Das hat mir gut gefallen, denn auch wenn ich den unaufgeregten ersten Teil mochte, wäre es doch auf Dauer langweilig geworden. Das war ja so aber zum Glück nicht der Fall.

Wir begleiten Esme schon durch viele Jahre und ich mag ihre Entwicklung. Immernoch liebt sie ihre Wörter, hat aber auch gemerkt, dass die Welt noch einiges mehr zu bieten hat, außerhalb des Scrippy (wenngleich ihr liebster Platz vermutlich immer noch dort ist).

Die Schwangerschaft, die Gespräche mit dem Vater zum Thema Heirat, sowie die Frauenbewegung finde ich toll. An der ein oder anderen Stelle merkt man doch sehr, wie Frauen damals behandelt wurden und welche Stellung sie in der Gesellschaft haben. Auch wenn ein kleines Umdenken bei einigen Frauen beginnt und manche Länder fortschrittlicher sind als anderem gibt es noch sehr viel zu tun.

Ich denke auch, dass Esme ihr Kind nicht ganz unfreiwillig abgibt. Es wird ja beschrieben, dass Single Frauen mit Kind nicht unbedingt das beste Ansehen genießen… 

Ich bin mal gespannt, ob Gareth nochmal auftaucht. Esme könnte menschlich gut zu ihm passen. Vielleicht gibt es ja noch eine Liebesgeschichte? Ich würde aber auch gut ohne eine auskommen.

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Birte kommentierte am 12. Mai 2022 um 10:50

Hier wurden ja die Ereignisse des zweiten Teils schon hinreichend beschrieben.

Wie auch schon angemerkt wurde, ging es im ersten Teil ja vor allem um das Wörterbuch, auch wurden Esme, ihr Vater und der Murray-Haushalt vorgestellt.

Der zweite Teil hatte dann sehr deutlich den Fokus auf den Frauenrechten - Tilda als selbstbewusste Schauspielerin und aktive Suffragette, Lizzie als Hausangestellte, für wohl nicht viel mehr als Kost und Logis, Ditte und Beth als wohlsituierte Schwestern, die es nicht nötig hatten zu heiraten, Elsie und Rosfrith, die den Vater bei der Arbeit unterstützen, Mabel als Frau aus dem Armenhaus, die Standnachbarin als Vertretrin der Arbeiter, und schließlich Esme, die ihren eigenen Weg finden muss.

Ich kann gut nachvollziehen, dass sie für sich den Weg "Ehefrau und Mutter" bei all den selbstständigen  Frauen in ihrer Umgebung nicht einschlagen wollte, da eine Hochzeit das Ende der Mitarbeit am Wörterbuch bedeutet haben dürfte. Und wenn sie ihr uneheliches Kind behalten hätte, wäre es mit der Arbeit im Skrippy wohl auch vorbei gewesen, da sie ihren gesellschaftlichen Status verloren hätte. Insgesamt war es ein Glück für sie, dass die ihr nahestehenden sie nicht für die Schwangerschaft verurteilt haben, was nach meiner Einschätzung aber nur in diesem akademischen Umfeld möglich war.

 

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Birte kommentierte am 12. Mai 2022 um 10:51

..doppelter Post... (zu ungeduldig beim Speichern)

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dingsbaer kommentierte am 12. Mai 2022 um 14:02

Ich habe den zweiten Teil heute auch beendet. Der Inhalt wurde ja schon aufgezählt.

Mir hat der Leseabschnitt sehr gut gefallen. Besonders Esmes Wortsammlung von "Frauenwörtern" auf dem Markt etc. fand ich gut.

Esme tat mir sehr leid, dass sie schwanger wurde und das Kind abgeben musste. Da merkt man, das sie ohne Mutter aufgewachsen ist. Vermutlich war sie nicht richtig aufgeklärt. Das sie die Zeit der Schwangerschaft aber abseits von Oxford verbracht hat, war richtig. Sie hätte ihre soziale Stellung sonst schnell verloren und ihren und den Ruf des Vaters geschädigt. Ich finde auch, dass sie mit ihrem Vater sehr viel Glück hat. Andere Väter hätten da bestimmt  anders reagiert und sie schon längst zu einer Heirat gezwunden, oder verstoßen. Die Zeit bei Ditte und Beth hat ihr auch Gutes gebracht. Das sie mit dem Ring am Finger vorgetäuscht hat, das sie verheiratet ist, fand ich sehr schlau.

Mir ist übrigens ein kleiner Fehler aufgefallen, vielleicht liegt das an der Übersetzung:

Auf Seite 199 heißt es ".... sein Füller..." , aber auf Seite 200 "...sein Bleistift..."

 

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Schattengrund kommentierte am 13. Mai 2022 um 12:53

Der zweite Abschnitt wurde ja bereits von eingen sehr gut zusammengefasst, weshalb ich mich eher auf meine Erwartungen/ Hoffnungen für den 3. Abschnitt beschränke.

Mich hat die Schwangerschaft von Esma sehr überrrascht und auch schockiert, wie wenig aufgeklärt die Frauen damals teilweise waren. Dass sie in eine Depression verfallen ist, nachdem sie das Kind weggegeben hat, kann ich sehr gut verstehen. Ich hoffe für Esme, dass sie noch ihr Glück findet und villeicht mit Gareth doch noch eine eigene "sie" bekommt, auch wenn sie aktuell nicht den Plan verfolg zu heiraten.

Außerdem fände ich es schön, wenn Lizzie aus dem Stand der "Bondmaid" herauskäme. Als sie den Haushalt im Cottage alleine geführt hat, konnte man sehen wie sie aufgeblüht ist. 

Ich bin gespannt auf den letzten Abschnitt.

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frenx kommentierte am 15. Mai 2022 um 15:37

In diesem Abschnitt kommt die Frauenbewegung stärker ins Blickfeld - das hat mir gefallen. Die Zeit geht schnell vorbei - am Schluss des Leseabschnitts ist sie schon über 28. 

Was das Lexikon angeht, liegt jetzt der Fokus zum Schluss hin etwas stärker auf dem Druck. So werden keine Belegzettel mehr stibitzt, sondern Lettern. Esme bleibt mir aber dennoch etwas fremd. 

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 18:14

 So werden keine Belegzettel mehr stibitzt, sondern Lettern.

Ich habe mir über genau diesen Fakt auch Gedanken gemacht:
Laut Titel SAMMELT Esme Wörter (eine positive Sache) - aber in der GEschichte STIEHLT sie Belegzettel und Lettern (was natürlich negativ ist). Warum? ISt es eine Art, die Figur mehrdimensionaler auszugestalten? Ändert sich dadurch etwas am Verlauf?

Wie ist eure Einstellung zu Esme? Ist sie euch sympathisch oder fühlt ihr Antipathie? Ändert der DIEBSTAHL etwas daran???

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SusanK kommentierte am 15. Mai 2022 um 18:08

Mich begeistert es, wie interessant das Thema der "Frauenrechtlerinnen" hier in die Geschichte eingewebt ist. Natürlich haben wir alle schon von den Suffragetten gehört, aber ihre zwei Richtungen (der Kampf mit Worten und der Kampf mit GEwalt), ihre Ansichten, ihre Aktionen und ihr Verhältnis zu anderen Menschen war hier sehr deutlich und differenziert herausgearbeitet. Das ist für mich anschaulicher Geschichtsunterrricht!!!!
(Natürlich freue ich mich wieder einmal mehr, in der Jetzt-ZEit zu leben, wo wir Frauen dem Ziel der Gleichberechtegung ein ganzes Stück näher gekommen sind. Es ist einfach furchtbar zu lesen, wie Frauen in der europäischen Geschichte als "minderwertig" angesehen wurden und in östlichen Kulturen immer noch werden!)
 

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Sarahklein kommentierte am 18. Mai 2022 um 20:33

In diesem Abschnitt kam richtig "Fahrt" in die Geschichte und es ist mir einfacher gefallen dabei zu bleiben. Ich habe eindeutig längere Abschnitte auf einmal gelesen, da mich die Geschichte mehr gepack hat.

Esmes Entwicklung ist sehr interessant. Von der naiven Jugendlichen zur jungen Mutter, die ihr Kind weggeben muss. Ich habe viel mit ihr mitgefühlt. Sie wurde greifbarer für mich als Figur in diesem Teil.

Auch die Dynamik zwischen den Freundinnen und die Frauenrechtskämpfe fand ich sehr interessant.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 174 bis 354
world-of-books kommentierte am 18. Mai 2022 um 20:46

Als sie ihre neuen Freunde kennenlernte, war ich sehr gespannt, was passiert. Dass sie dadurch die Frauenbewegung kennenlernt, fand ich sehr interessant gemacht, da ich ehrlich gesagt nicht dran gedacht habe, dass sich die Geschichte noch in der Zeit befindet, wo Frauen noch kein Wahlrecht hatten. Doch als sie herausfand, dass sie schwanger ist, war ich zum ersten Mal unzufrieden mit der Richtung, den die Geschichte einschlug. Meine nächste Enttäuschung war ihr Arztbesuch. Denn als sie zu spät für die Abtreibung war und darüber erleichtert war, wurde nicht richtig erklärt, wie sie sich denn nun fühlt. Hat sie Gefühle für das Kind in ihr entwickelt, hat sie Angst vor der Operation oder würde eine Abtreibung gegen ihre Moral gehen? Das hätte mich schon interessiert. Bisher hatte ich nämlich keine sonderlichen Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Handlungen zu verstehen, auch wenn sie im Vergleich zu anderen Büchern eventuell nicht so ausführlich beschrieben werden. Außerdem finde ich, wenn man ihre Geschichte über ihre Schwangerschaft und ihrer Depression danach wegstreicht, hätte man nicht bemerkt, dass etwas fehlt. Zudem hat mir etwas mehr Einblick zu ihrer Arbeit mit Dite gefehlt, aber ich verstehe auch, wieso das weggelassen wurde.

Ich bin so froh, dass es sich zwischen ihr und Mr. Dankworth zu keiner Liebesgeschichte entwickelt hat. Ich hatte schon Sorge, dass die Liebesgeschichte zwischen ihr und diesem Mr. Dankworth erzwungen wird und war dann so erleichtert, das es dann der andere wurde. Sie hatten auch vorher genug Szenen miteinander, sodass es nicht zu überraschend kam. Als sie ihm das erste Mal begegnet ist, dachte ich schon, dass da noch was kommt mit den beiden.

Bin sehr gespannt, wie es weiter gehen wird mit ihrem Lexikon der verlorenen Wörter und ihrer Liebesgeschichte.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 174 bis 354
Anja123 kommentierte am 20. Mai 2022 um 17:03

Kapitel 3: Esme ist Erwachsen geworden. Und es ist so viel passiert! Ich finde es bemerkenswert, wie weltoffen und fortschrittlich Esmes Vater und ihre Tante - für die damalige Zeit - sind. Leider hat es für ein uneheliches Kind nicht gereicht. Die arme Esme :-( Und sie hat noch versucht, das Kind nicht zu sehr zu lieben, aber wie soll einer Mutter so etwas gelingen?!
 

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Maddinliest kommentierte am 24. Mai 2022 um 09:11

Ich komme nunimmer besser in die Geschichte rein. Esme ist mittlerweile eine junge Frau und sogar Mutter geworden. Das Kind herzugeben ist sicherlich ein sehr schwerer Schritt gewesen, aber Esme wollte nicht von ihrer geliebten Arbeit abgebracht und in die gesellschaftlichen Bahnen einer jungen Mutter gelenkt werden. Wird sie ihre Tochter noch einmal begegnen? Gareth ist ein guter Freund für sie, kann da noch mehr entstehen. Gibt es in Esmes Leben überhaupt Platz für eine weitere Person? Sie beginnt nun auch sich für die Frauenbewegung einzusetzen, aber mit der Kraft der Wörter. Der Schreibstil liest sich hervorragend und das Leben der Hauptprotagonistin wirkt auch ohne die wahnsinnigen Spannugsmomente sehr fesselnd. ICh bin gespannt, ob sie noch ihr ganz besonderes Wörterbuch veröffentlichen wird...