Leserunde

Leserunde zu "Die Schweigende" (Ellen Sandberg)

Die Schweigende - Ellen Sandberg

Die Schweigende
von Ellen Sandberg

Bewerbungsphase: 22.10. - 05.11.
Beginn der Leserunde: 12.11. (Ende: 03.12.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Penguin Verlags  – 20 Freiexemplare von "Die Schweigende" (Ellen Sandberg) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

Manche Erinnerungen hinterlassen tiefe Narben auf der Seele ...

München, 2019. Im Garten der Familie Remy verdorren langsam die Rosenbüsche, die zur Geburt der drei Töchter gepflanzt wurden. Imke, Angelika und Anne sind längst erwachsen und gehen ihrer Wege – bis zu dem Tag, an dem ihr Vater beigesetzt wird. Denn auf dem Sterbebett nimmt er Imke ein Versprechen ab, das schnell eine zerstörerische Kraft entfaltet – und das sie alles hinterfragen lässt, was sie über ihre Mutter zu wissen glaubt. 

1956. Im Nachkriegsdeutschland wächst eine neue Generation heran. Die lebenslustige Karin spart für ihre erste Jeans, träumt von Elvis Presley und davon, später Ärztin zu werden. Sie ahnt nicht, dass die Schatten der Vergangenheit lang und mächtig sind – und welch verheerenden Folgen eine spontane Entscheidung haben wird. Nicht nur für sie. 

Nach dem großen Erfolg von »Das Erbe« der neue Roman der Bestsellerautorin Ellen Sandberg.

Ellen Sandberg ist eine erfolgreiche Münchner Autorin. Ihre groß angelegten Spannungs- und Familienromane stehen regelmäßig in den Top Ten der SPIEGEL-Bestsellerliste. Sie arbeitete zunächst in der Werbebranche, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Mit ihren Romanen »Die Vergessenen«, »Der Verrat« und »Das Erbe« bewegte und begeisterte sie ihre Leserinnen und Leser. Unter ihrem bürgerlichen Namen Inge Löhnig veröffentlicht sie eine erfolgreiche Krimireihe.

03.12.2020

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 181 bis 347

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kelo24 kommentierte am 15. November 2020 um 12:28

Ich habe den 2. Abschnitt am Stück inhaliert und die Rückblenden auf Karins und Pelles Heimzeit sind spannender als jeder Krimi, haben mich aber auch gleichzeitig entsetzt. Ich habe ja schon einige Berichte über die Methoden in Kinderheimen, auch der kirchlichen,  der Nachkriegszeit gelesen, aber das so detailliert niedergeschrieben zu sehen, hat mich doch sprachlos hinterlassen. Es erklärt zumindest Karins Verhalten. Allerdings hat sie auch großes Glück mit ihrem Mann Jens gehabt. Wie man Jahrzehnte mit oder neben einem so gefühlskaltem Menschen leben kann und dann auch noch toleriert, dass die eigenen Kinder das Verhalten aushalten müssen, kann ich kaum nachvollziehen.

Annes Verhalten ist ohne Worte. Diese Lügerei ihrem Mann gegenüber ohne auch nur den Hauch eines schlechten Gewissens, ihre Art, immer anderen die Schuld zuzuweisen und sich als das arme Opfer zu sehen, ihr ganzes selbstherrliches Getue macht mich einfach wütend.

Imke geht mit ihrem Mann auf Spurensuche auf dem Gelände des ehemaligen Heims.

 

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readingpenguin kommentierte am 15. November 2020 um 13:57

Mir stehen bei den Passagen über Anne auch immer gleich die Nackenhaare zu Berge. Ihr Verhalten ist wirklich absolut DANEBEN.

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nicigirl85 kommentierte am 18. November 2020 um 10:43

So eine Schwester und Partnerin braucht kein Mensch. Was hat sie denn bitte für eine Selbstwahrnehmung? Furchtbare Frau.

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Cassandra kommentierte am 17. November 2020 um 10:07

Anne ist wirklich  schlimm, aber von der Autorin  am besten getroffen von den drei Geschwistern. Wie sich die Autorin  in Annes Gedankenwelt  hineinversetzen kann, ist interessant  zu lesen.

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solveig kommentierte am 18. November 2020 um 10:33

Anne ist wirklich  schlimm, aber von der Autorin  am besten getroffen von den drei Geschwistern.

Da gebe ich Dir absolut recht. Sie wirkt am interessantesten und am besten beobachtet.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:17

Das stimmt ... im Vergleich zu Anne bleiben die beiden anderen Schwestern eher blass.

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Rebecca1120 kommentierte am 17. November 2020 um 12:33

Ja, wenn ich Deine Eindrücke so lese, kann ich nur eins sagen: genauso empfinde ich auch. Mir war gar nicht bewusst, dass es im ehemaligen Westteil Deutschlands in den Heimen so schlimm war. Dachte immer, nur bei uns in der ehemaligen DDR wären die Heime ein Herd des Grauens gewesen. 

Wenn man sich überlegt, dass die Kirche für Barmherzigkeit, Nächstenliebe steht, dann frage ich mich, was das für Nonnen sind. Anne finde ich auch furchtbar. Der wünsche ich, dass sie von ihrem hohen Roß geholt wird. --> Vielleicht geht ihr Alex ja doch fremd? 

 

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nicigirl85 kommentierte am 18. November 2020 um 10:48

Ich kenne das auch bisher nur aus DDR Heimen, dass so hart mit Kindern umgegangen wurde, damit sie danach die richtige Gesinnung haben.

Hier finde ich es besonders schlimm, dass die Kirche, die eigentlich den Menschen Schutz bieten soll, so mit Kindern umgegangen ist.

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dru07 kommentierte am 19. November 2020 um 08:53

Anne finde ich auch furchtbar. Der wünsche ich, dass sie von ihrem hohen Roß geholt wird. --> Vielleicht geht ihr Alex ja doch fremd? 

es klingt wirklich gemein, wennn ich jetzt sage, dass ich es ihr irgendwie wünschen würde, dass alex sie betrügt (genau aus dem grund den du schon geschrieben hast, vielleicht holt sie das von ihrm hohen roß runter)

 

schwester agnes scheint die einzige gute zu sein (außer der gerturd aus der küche)

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nicigirl85 kommentierte am 20. November 2020 um 07:35

Ja hohes Ross trifft es bei Anne in jedem Fall. So wie sie sich benimmt, wird sie irgendwann tief fallen. Kein Mensch bekommt immer seinen Willen und seine Wünsche erfüllt.

Und mal ehrlich: findet irgendwer von euch diese Geschäftsidee von ihr sinnvoll und vielversprechend? Ich ehrlich gesagt nicht.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 13:52

Anne ist für mich eine kleine, miese, verzogene Göre, der als Kind alles in den Hintern geblasen wurde (bestimmt hat sie immer wieder die "ich-bin-ein-nicht-gewolltes-Kind" -Karte ausgespielt) und die auch heute noch denkt, sie sei der Nabel der Welt. Ich denke, Alex wird irgendwann aufhören, sie als starke Frau zu sehen und sich von ihr trennen.

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hapedah kommentierte am 19. November 2020 um 07:37

Was Jens betrifft glaube ich, dass er klug genug war, den gebrochenen Menschen hinter Karins abweisender Fassade zu sehen, daher hatte er wohl so viel Verständnis für sie. 

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:10

Ich habe ja schon einige Berichte über die Methoden in Kinderheimen, auch der kirchlichen,  der Nachkriegszeit gelesen, aber das so detailliert niedergeschrieben zu sehen, hat mich doch sprachlos hinterlassen. Es erklärt zumindest Karins Verhalten.

Das geht mir auch so. Schon allein über diese Misshandlungen zu lesen, kann ich kaum ertragen.So eine Behandlung über Jahre kann kein Mensch unbeschadet überstehen.

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readingpenguin kommentierte am 15. November 2020 um 13:53

Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen und habe den zweiten Abschnitt in einem Atemzug beendet. Es zerreißt einem fasst das Herz zu lesen, was Karin und Pelle im Heim erlebt haben, wie die beiden und auch die vielen anderen "Zwangsbewohner" gelitten haben und Stück für Stück mürbe gemacht wurden. Einfach nur grauenvoll und vor dem Hintergrund das es solche Vorfälle zu Hauf gab mehr als erdrückend...

Man erkennt, welche Folgen diese sogenannte Fürsorgeerziehung (bei dem Wort dreht sich mir der Magen um) für die ganze Familie (Verhalten der drei Töchter) hatte. Ich persönlich muss an dieser Stelle sagen, dass mir der Charakter von Imke immer mehr ans Herz wächst. Sie lässt nicht locker, unterstützt ihre Mutter und fängt an diese immer besser zu verstehen. Der Gedanke, dass dies (das Verstehen ihrer Mutter) die Intention ihres Vaters gewesen ist, als er ihr zur Aufgabe machte nach Pelle zu suchen, finde ich echt schön. Ich frage mich, ob die Kette, welche sie von Leopold Schmalisch bekommt, Pelle gehört hat. 

Währenddessen ich immer mehr und mehr Probleme habe ein gutes Haar an Anne zu lassen. Sicherlich ist ihr Verhalten auf vergangene Erlebnisse zurückzuführen. Ihr Charakter ist mir jedoch höchst unsymphatisch und es fällt mir immer schwerer ihre Handlungen zu entschuldigen. Ich glaube, dass auch Alex nicht mehr lange an ihrer Seite bleiben wird. 

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Cassandra kommentierte am 17. November 2020 um 10:09

Ich denke auch,  dass er zumindest schon  darüber nachdenkt, welche Alternativen  es zu Anne gibt. Erstaunlich  ist überhaupt,  dass er es so lange mit ihr ausgehalten  hat.

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nikolausi kommentierte am 17. November 2020 um 10:12

Jetzt hat Anne Alex schon wiederholt belogen und er zieht keine Konsequenzen. Das wundert mich auch.

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Rebecca1120 kommentierte am 17. November 2020 um 12:39

"Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht." soll heißen: irgendwann überzieht Anne, dann platzt auch ein verständnisvoller Alex. Hoffe ich jedenfalls.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 13:57

Das hoffe ich nicht nur. Ich wünsche es Alex, dass er endlich sieht und begreift mit wem er da zusammen ist.

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nicigirl85 kommentierte am 18. November 2020 um 10:49

Das hoffe ich doch wohl. Der ist doch viel zu gut für sie. Und wenn sie das anderen antut, dann ist sie auch in der Lage ihm das anzutun.

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silesia ergänzte am 20. November 2020 um 11:35

wohl nicht nur Alex ist zu gut für sie, bei einem solchen Verhalten ist jeder zu gut für sie... Man möchte ja schon, nur wenn man davon liest, Anne nehmen und schütteln (wobei ich bezweifel, dass da noch etwas zu retten ist...)

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:19

Ich denke auch, dass Alex irgendwann die Reißleine ziehen wird.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 13:55

Bei der Kette von Leopold Schmalisch, der sich ja wohl mit Peter angefreundet hatte, habe ich auch sofort daran gedacht, dass es die sein könnte, die Karin Peter geschenkt hat.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:20

Das denke ich auch. Aber hätte er die Kette jemals freiwillig abgenommen?

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dru07 kommentierte am 19. November 2020 um 08:55

ich frage mich, ob die Kette, welche sie von Leopold Schmalisch bekommt, Pelle gehört hat.

 

das denke ich schon, wäre ja ein zu großer zufall, die gleiche kette im heim gleich zwei mal

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nikolausi kommentierte am 16. November 2020 um 18:29

Es ist echt harter Tobak zu lesen, wie die Lebensumstände für Karin und Pelle im Heim gewesen sind. Bestimmt wurde Karin auch noch von dem Arzt Herchenbach sexuell missbraucht, was ja am Ende dieses Leseabschnitts angedeutet wird. Das Allerschlimmste ist, dass alles im Namen der Kirche geschah. Sicherlich wurde Doris Allenstein durch Unwahrheiten und Intrigen der Zugang zu ihren Kindern verwehrt, woran sie vielleicht zerbrach.
Bzgl. Anne fehlt es mir schlichtweg an Worten. Ihre Intrigen ihrem früheren Chef und ihrer Schwester gegenüber sind unfassbar genauso wie ihre juristischen Schritte bzgl. des Pflichtteils.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 13:58

Bestimmt wurde Karin auch noch von dem Arzt Herchenbach sexuell missbraucht, was ja am Ende dieses Leseabschnitts angedeutet wird.

Das denke ich auch. Das würde dann auch die Gefühlskälte erklären, die Karin gegenüber ihrem Mann beim Sex hatte.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:23

Bestimmt wurde Karin auch noch von dem Arzt Herchenbach sexuell missbraucht, was ja am Ende dieses Leseabschnitts angedeutet wird. Das Allerschlimmste ist, dass alles im Namen der Kirche geschah. Sicherlich wurde Doris Allenstein durch Unwahrheiten und Intrigen der Zugang zu ihren Kindern verwehrt, woran sie vielleicht zerbrach.

Da bin ich in allen Punkten mit dir einer Meinung. Doris hat ihre Kinder ja geliebt und würde sie nicht (wie behauptet) wegen eines neuen Mannes in ein Heim abschieben. Ich bin gespannt ob wir auch über sie und ihr Schicksal noch etwas erfahren werden.

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Cassandra kommentierte am 17. November 2020 um 10:23

Teil 2 habe ich nun beendet, obwohl  ich zugeben muss,  dass die Abschnitte mit Karin und Pelle schwer zu ertragen waren. So was kann man sich eigentlich  doch gar nicht  vorstellen.  Es ist eine Mischung aus  Jane Eyre und Besserungsanstalten im Dritten Reich. Das Groteske daran ist, dass  die Leute  nicht mal ein schlechtes  Gewissen hatten. Sogar das Jugendamt machte mit.

Interessant finde ich die Auswirkungen dieser Gräuel  auf die drei Mädchen, obwohl sie so einen liebevollen  Vater hatten, tragen sie alle drei mehr oder weniger noch Spuren davon. 

Obwohl  es das Verhalten  der drei Geschwister  untereinander, besonders Annes sicher auch ohne eine Trauma in der Jugend der Mutter  gibt.

Jetzt hoffe ich für  Karin , dass Anne nachgibt und sie nicht wieder ins Heim muss.

Schön finde ich die Spurensuche von Imke in Harting und dass sie dadurch mehr Verständnis  für Mutter hat und so einiges aus ihrer Jugend aufarbeiten  kann.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 14:02

Ich denke, vor allem Imke wird alles tun, dass Karin das Haus behalten kann.

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nikolausi kommentierte am 17. November 2020 um 15:33

Es gibt ja zum Glück noch Alternativen zu einem Heim: Kauf einer kleinen Wohnung, Senioren-WG z. B.

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dru07 kommentierte am 19. November 2020 um 08:57

sie will aber doch umbedingt in ihrem haus bleiben. wie hat sie gesagt: nur mit den füßen vorraus verlasse ich dieses haus. also nur tot bekommt ihr mich hier raus.

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gaby2707 kommentierte am 20. November 2020 um 19:54

Ich denke, sie will unbedingt in diesem Haus bleiben, damit ihr die Erinnerungen an Jens nicht verloren gehen.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:26

Ich denke auch, dass das der Hauptgrund ist. Außerdem tut man sich in dem Alter mit einem Neuanfang wahrscheinlich ziemlich schwer ... und dann auch noch alleine.

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gaby2707 kommentierte am 17. November 2020 um 13:44

Ich habe schon einiges über die Erziehungsmethoden in Kinderheime der Nachkriegszeit gelesen. Aber immer wieder erschrecken mich die Details. Ich bin entsetzt, fassungslos und schockiert, wie es in diesem und vielen anderen Heimen zuging. Wie konnte man den Kindern das antun. Und vor allem im Namen Gottes. Das werde ich nie verstehen.

Was Karin, und auch Peter, da mitgemacht und erlebt haben, ist kaum in Worte zu fassen. Sie hat ein solches Glück gehabt, dass sie Jens damals kennengelernt hat und der sich all die Jahre rührend um sie gekümmert hat. Rotzdem hat auch er es nicht geschafft, sie aus ihrem Mauseloch ganz hervor zu holen.

Anne ist für mich eine Frau, mit der ich niemals befreundet sein könnte. Ohne schlechtes Gewissen ihren Ex-Kollegen über einen bzw. zwei Andere anschwärzen, das vor ihrem Mann verleugnen, weil sie Angst hat ihn zu verlieren. Angelikas Verlobtem kurz vor der Hochzeit „die Augen öffnen“ und gegen den Rat ihres Mannes ein Gerichtsverfahren gegen ihre Mutter anstrengen. Sie weiß doch, dass der ihr Tun auf keinen Fall gutheißt. Für mich ist das einfach nur widerwärtig und abstoßend. Und da lasse ich auch nicht gelten, dass sie ja wie sie es sich schlechtredet, ein armes nicht gewolltes Kind ist. Immer findet sie Ausreden, immer findet sie Jemanden, der an ihrer Misere Schuld ist. Wenn ich das hier lese, kriege ich so einen Zorn…

Gespannt bin ich, wie Karin es anstellt bzw. ob sie es vor allem mit Hilfe von Imke schafft, dass sie ihr Haus behalten kann.

Ein Satz, den ich so dermaßen schlimm finde: „Früher hat man solche wie dich beseitigt.“ Wie kann man so etwas zu einem Kind oder überhaupt zu einem Menschen sagen.

Imke ist mir bisher die Liebste der drei Mädels. Sie ist bodenständig, kümmert sich um Karin und das Haus und tut alles, damit sich die Nebel um Peter endlich lichten. Vor allem aber auch, dass die Mädchen vielleicht endlich verstehen, warum ihre Mutter so ist, wie sie ist. Kann es sein, dass die Kette die Leopold Schmalisch ihr gegeben hat, die ist, die Karin Pelle geschenkt hat?

Ich fand den Abend von Imke und Moritz beim Italiener mit Nette und Gregor sehr interessant. Mit Nettes Voraussagen müssen wir uns ja gerade herum schlagen. Ich bin so gespannt, ob es noch Unterlagen zu Peter gibt und ob sein Verschwinden noch geklärt werden kann.

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Rebecca1120 kommentierte am 17. November 2020 um 14:41

Ja Imke ist eine Liebe. Doch ich habe die Befürchtung, dass sie sich mit all den über nommenen Verpflichtungen (Versprechen an Vater, Kümmern um Mutter, neu gegründete Firma zu Laufen bringen, eigener Haushalt, Schlichtung innerhalb der Geschwister) vielleicht übernimmt. 

Das mit der Kette vermute ich auch. Vielleicht zeigt sie die mal ihrer Mutter und dann kommen die Erinnerungen....

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gaby2707 kommentierte am 20. November 2020 um 19:55

Ich hoffe auch, dass Imkes Mann und ihre Kinder sie unterstützen können und werden.

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nikolausi kommentierte am 17. November 2020 um 15:37

Ja, es wird die Kette sein, wobei das für mich ein bisschen Zufall ist genau wie der Umstand, dass Karin Leopold trifft.

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nikolausi kommentierte am 17. November 2020 um 15:40

Ja, es wird die Kette sein, wobei mir das ein bisschen viel Zufall ist genau wie der Umstand, dass Karin Leopold im ehemaligen Heim trifft.

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readingpenguin kommentierte am 18. November 2020 um 07:49

Ich war mir zu Beginn auch nicht sicher, ob das vielleicht ein zu großer Zufall ist, dass Imke "den ehemaligen Heimbewohner Leopold" trifft. Aber ich finde, dass Ellen dies super eingeflochten hat und das Verhalten von Leopold - vor dem Hintergrund seiner Vergangenheit - auch einen Sinn ergibt.

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nicigirl85 kommentierte am 18. November 2020 um 10:41

Hallo ihr Lieben,

ich habe zwar nur den halben Abschnitt bisher gelesen, möchte aber dennoch schon mal meinen Senf dazu abgeben.

Anne wird ja immer schlimmer. Erst übt sie Rache an ihrem Chef und dann an ihrer Schwester. Was hat sie davon das Glück der anderen zu zerstören? Das macht ihr Leben doch auch nicht besser.

Karin ihr Verhalten kann man immer mehr verstehen. Ich glaube, dass sie mit den Kindern (Kind vom Wickeltisch gefallen) so viele Fehler macht, weil sie so voller Angst ist. Die Methoden des Heims gleichen ja einem Gefängnis. Mich bedrückt auch, dass Hotels Kinder für sich haben arbeiten lassen. In einer Wäscherei zu arbeiten, wo man zudem kaum etwas zu essen bekommt, das ist kaum leistbar. Und noch viel schlimmer, dass die Kinder auch nachts kontrolliert werden. Wer kann denn bitte schlafen, wenn dauernd jemand durch den Schlafsaal schleicht?

Als Imke mit ihrem Mann bei dem damaligen Heim ist, da gibt der Alte ihnen bestimmt das Medaillon, welches eins Karin ihrem Bruder Pelle gegeben hat. Die wird aus allen Wolken fallen, wenn sie das sieht.

Ansonsten muss es für Karin ein großer Glücksfall gewesen sein ihren Jens zu haben, denn ohne den wäre sie wohl eher nicht richtig lebensfähig gewesen oder ihre Suizide hätten Früchte getragen. Er hat sie vor allem beschützt, was ich sehr rührend finde.

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siko71 kommentierte am 18. November 2020 um 16:25

Karin und Pelle haben in dem Heim schon viel Schlimmes erlebt. Obwohl ich ja auch meine, dass es schön wäre, wenn sie sich Imke anvertrauen würde. Sie gibt sich wirklich Mühe auf der Suche nach Peter, aber warum will Karin das nicht? Was ist mit ihrer Mutter passiert, sie hat die Briefe sicherlich nie erhalten.

Anne ist ein verlogenes Miststück. Sie denkt nur an sich und denkt von ihren Schwestern nur Böses.Nun nagt noch die Eifersucht an ihr. Ich könnte es Alex nicht verdenken, wenn er eine Affäre hätte.

Nun bin ich aber am fiebern, ob Peter noch lebt, und wenn ja wo er ist und wie er aud´s dem Hem fliehen konnte.

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nikolausi kommentierte am 18. November 2020 um 17:24

Ich denke auch, dass die Nonnen Karin die Post von ihrer Mutter vorenthalten haben. So, wie wir Doris am Anfang kennengelernt haben, passt es gar nicht zu ihr, wegen eines Mannes auf ihre Kinder zu verzichten.

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hapedah kommentierte am 19. November 2020 um 10:05

Irgendwo stand doch, dass Doris jung gestorben ist. Vielleicht lebte sie schon gar nicht mehr, als Karin und Pelle ins Heim gekommen sind, es passt auch so gar nicht zu ihr, dass sie ihre Kinder nicht besuchen würde. 

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solveig kommentierte am 19. November 2020 um 10:14

Ob Karin das nicht von den Nonnen erfahren hätte? Oder meinst Du, die Oberin wollte die Geschwister mit der Vermutung quälen, ihre Mutter wolle nichts mehr von ihnen wissen? Wäre möglich, so sadistisch, wie sie geschildert werden.

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gaby2707 kommentierte am 20. November 2020 um 19:58

Bestimmt haben die Nonnen alles dafür getan, dass ihre Schützlinge nichts mehr mit der Aussenwelt zu hatten. So hatten Karin und Peter auch keine Möglichkeit an Infos über ihre Mutter zu kommen. Vielleicht erfahren wir ja darüber noch Näheres.

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hapedah kommentierte am 22. November 2020 um 19:42

Meine Vermutung war, dass die Nonnen glaubten, die Lüge dass die Mutter nichts mehr mit ihren Kindern zu tun haben wollte, würde beitragen Karin und Peter gefügig zu machen, wenn sie keine Hoffnung mehr haben. 

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solveig kommentierte am 19. November 2020 um 10:02

Nun bin ich aber am fiebern, ob Peter noch lebt, und wenn ja wo er ist und wie er aud´s dem Hem fliehen konnte.

Da habe ichein schlechtes Gefühl. Hätte er nicht versucht, seine Schwester zu finden? Und wie ist Leopold an seine Kette gekommen? Freiwillig hätte Peter sie doch nicht zurückgelassen. Über Leopold könnte Imke sicher noch einiges erfahren. Vielleicht kommt ihr noch die Idee, dass ein Zusammenhang bestehen könnte.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:31

Meine Vermutung geht ja dahin, dass er im Heim gestorben ist (tot geprügelt wurde) und die Vermisstenanzeige das nur vertuschen sollte.

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hapedah kommentierte am 19. November 2020 um 07:52

Unvorstellbar, wie es damals in den Heimen zugegange ist, was die Kinder alles erleiden mussten. Da ich als Leser ja in der komfortabblen Lage bin, mehr zu wissen als Karins Töchter, tut mir die alte Dame einfach unendlich leid. Mit den Erlebnissen ihrer Jugend wurde praktisch ihr ganzes Leben zerstört, da sie sich nie von den grausigen Erinnerungen befreien konnte. Ein Ehemann wie ihr Jens ist dabei ein echter Glücksfall. 

Von den Töchtern ist Imke immer noch am sympathischsten, auch Moritz und die Zwillinge wirken bodenständig. Und Imke ist wild entschlossen, den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen, auch gegen Karins Willen. Dafür überlegt sie sogar, eine Vollmacht zu fälschen - grenzwertig, zum Glück hat ihr Mann dazu eine bessere Idee. Ich bin gespannt, was Nette heraus finden wird. 

Anne ist ein eiskaltes Biest, dass sie vorhat ihre Mutter zu verklagen, hätte ich ihr zuerst nicht zugetraut. Alex ist undurchsichtig, das Gespräch über theoretischen Umgang mit Seitensprüngen fand ich äußerst seltsam, ich bin sicher, da kommt noch ein Knall. Entweder der ach so perfekte Alex hat schon die ganze Zeit dien Doppelleben geführt, oder er hat irgendwann die Nase voll von Annes kaltherzigen Taten. 

Geli war auf einem guten Weg, bis Anne mit ihrem "Augenöffner" dazwischen gefunkt hat, ich hoffe, sie und Niklas finden einen Weg sich auszusprechen. 

Pelle schien sich im Heim besser angepasst zu haben, als seine Schwester, jetzt bin ich sehr neugierig, was passiert ist. Vielleicht wurden seine Diebstähle ja entdeckt und er hat die ganze Härte der Erzieher zu spüren bekommen?

 

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solveig kommentierte am 19. November 2020 um 10:08

Von den Töchtern ist Imke immer noch am sympathischsten ... Anne ist ein eiskaltes Biest ... Geli war auf einem guten Weg ...

Für die Dramatik ist Annes Charakter am spannendsten ausgearbeitet, finde ich. Ihr Verhalten (egal, wie wir es beurteilen) wirkt "rund" und von der Autorin durchdacht, wohingegen Geli für mich blass erscheint und Imke einfach zu glatt und lieb.

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gaby2707 kommentierte am 20. November 2020 um 20:01

Vielleicht wurden seine Diebstähle ja entdeckt und er hat die ganze Härte der Erzieher zu spüren bekommen?

Bestimmt ist da irgendetwas passiert. Sonst hätten Karin und Jens Peter doch bestimmt ausfindig machen können bzw. irgendwo einen Hinweis auf ihn bekommen. An eine Flucht glaube ich schon fast nicht mehr.

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Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:32

An eine Flucht glaube ich schon fast nicht mehr.

Ich merke ich bin nicht allein mit meiner Vermutung.

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dru07 kommentierte am 19. November 2020 um 08:50

am liebsten würde ich anne packen und ganz kräftig durchschütteln. sie denkt ja nur an sich. will im job nur das beste und gibt sich mit nix kleineres zufrieden. wenn sie jetzt mit 10 standorten startet und dann scheitert sind bestimmt auch die anderen schuld. die aktion mit ihrer mutter und geli waren /sind auch voll daneben. ich verstehe geli, dass sie ihr jetzt kein geld mehr geben möchte.

karin - oh mein gott, was musste sie und pelle nur im heim erleiden. mir graust schon, wenn es wieder weitergeht, denn sie wird ja zum arzt gerufen - grausig

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solveig kommentierte am 19. November 2020 um 10:11

sie wird ja zum arzt gerufen - grausig

Ja, dieser Dr. Herchenbach scheint nichts Gutes im Schilde zu führen. Obwohl, welche Chance hat Karin, sich "vor Dr. Herchenbachs Finger in Acht" zu nehmen?!

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dru07 kommentierte am 19. November 2020 um 10:31

keine

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gaby2707 kommentierte am 20. November 2020 um 20:06

Anne ist für mich eine egoistische, selbstbezogene Zicke, die über Leichen geht um an ihr Ziel zu kommen. Ich mag ihren Namen schon gar nicht mehr lesen.

Karin hat bestimmt zu spüren bekommen, was es mit Dr. Herchenbach auf sich hat. Bestimmt hat sie daher auch ihre sexuelle Abneigung. Ich will gar nicht wissen, was er mit den Mädchen angestellt hat.

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Borkum kommentierte am 20. November 2020 um 15:36

Ich habe gerade erst mit dem zweiten Abschnitt begonnen. Was ist Anne doch für eine egoistische, größenwahnsinnige, rachsüchtige, hinterhältige und verlogene Person! Da bleibt mir echt die Spucke weg.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 181 bis 347
Tina M. kommentierte am 21. November 2020 um 23:47

Dieser Abschnitt könnte die Überschrift tragen : Boshaftigkeit. Die Behandlung der Kinder im Heim ist geprägt durch boshaftes bis bösartiges Verhalten der Nonnen gegenüber den Kindern

. Wobei Schwester Agnes netter erscheint, aber vielleicht täuscht es, sie ist es doch, die die Briefe kontrolliert . Vielleicht erreichen deshalb Karin und Peter keine Briefe?

In den ersten Kapiteln über Anne habe ich geglaubt, sie würde wirklich übelst übergangen. Aber inzwischen glaube ich eher, das ihre Beförderung gar nicht sicher war, und sie in ihrer großen Selbstüberschätzung davon aus gegangen ist. Vielleicht hat man sie auch durchschaut und hat gehofft, sie kündigt von sich aus.  Kaum passt ihr etwas nicht, wird sie regelrecht boshaft. Einen Vorgesetzten an zu schwärzen ist immer noch etwas anderes, als versuchen , das Glück ihrer Schwester zu verstören!

Das die Kette noch eine Rolle spielt, habe ich mir schon gedacht, es ist natürlich schon ein sehr großer Zufall, das Peters Freund Leopold vor dem Heim auf Imke trifft.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 181 bis 347
Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:07

Im zweiten Abschnitt habe ich mich entweder über Anne und ihr unakzeptables Verhalten aufgeregt oder mich hat das Grauen bei der Beschreibung der Zustände im Heim gepackt.

Ich habe ja schon einige Berichte über die Zustände in Kinderheimen der Nachkriegszeit gelesen, aber jedes Mal kann ich die Berichte kaum ertragen. Die dort ausgeübte physische und auch psychische Gewalt ist für mich unfassbar. Wie kann man Kindern so etwas antun?

Bei Anne hoffe ich, dass sie noch für ihre Haltung und Aktionen die Quittung bekommt. Nur aufgrund der fehlenden Mutterliebe ist ihr Verhalten nicht erklärbar.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 181 bis 347
Borkum kommentierte am 23. November 2020 um 09:14

Ich habe noch etwas vergessen. Ich nehme mal an, die Kette, die Imke bekommen hat, gehörte Peter. Hätte er die jemals freiwillig zurückgelassen? Oder ist er im Heim gestorben und um das zu vertuschen, haben die Nonnen eine Vermisstenanzeige aufgegeben?

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 181 bis 347
gaby2707 kommentierte am 23. November 2020 um 12:36

Peter hätte diesen Talisman nie zurück gelassen, denke ich. Deiner Theorie, dass er im Heim verstorben ist, und das vertuscht werden sollte, komme ich auch immer näher.