Leserunde

Leserunde zu "Die stummen Wächter von Lockwood Manor" (Jane Healey)

Die stummen Wächter von Lockwood Manor - Jane Healey

Die stummen Wächter von Lockwood Manor
von Jane Healey

Bewerbungsphase: 23.04. - 07.05.

Beginn der Leserunde: 21.05. (Ende: 11.06.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Die stummen Wächter von Lockwood Manor" (Jane Healey) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Manche Geheimnisse sind unausgesprochen. Andere sind unaussprechlich.

1939. Hetty Cartwright muss eine Sammlung des Londoner Natural History Museum vor dem heraufziehenden Krieg in Sicherheit bringen – ins verfallene Herrenhaus Lockwood Manor. Doch das Haus wirkt auf Hetty wie verflucht: Ihre geliebten Exponate, der ausgestopfte Panther, die Kolibris und der Eisbär, verschwinden, werden zerstört und scheinen nachts umherzuwandern. Zusammen mit der Tochter des tyrannischen Hausherrn, Lucy Lockwood, versucht Hetty, die nächtlichen Geschehnisse zu ergründen, und bringt ein tragisches Geheimnis ans Licht. Eine fesselnde und betörende Geschichte über eine große Liebe und den Wahnsinn einer Familie, ihre lang vergrabenen Geheimnisse und versteckten Sehnsüchte.

ÜBER DIE AUTORIN:

Jane Healey wuchs in einem viktorianischen Bauernhaus auf, in dem es Gerüchten zufolge spukte. Sie studierte Kreatives Schreiben in New York und schrieb ihre Abschlussarbeit über übersinnliche Phänomene in Jane Eyre. Jane Healey lebt in London.

06.06.2020

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Lese-Bienchen kommentierte am 24. Mai 2020 um 10:59

Dann mach ich mal den Anfang.

Hetty ist mit ihren ausgestopften Säugetieren auf Lockwood Manor angekommen. Aber was geht auf dem Schloss vor sich? Ich glaube nicht das es ein Unfall war bei dem die Mutter und Großmutter ums Leben gekommen ist. Ob die Lady wirklich wahnvorstellungen hatte und dadurch den Unfall verursacht hatte oder durch irgendetwas beeinflusst wurde ist mir noch unklar.

Generell kann ich all das noch nicht einordnen. Da ich nicht davon ausgehe, dass es auf dem Schloss tatsächlich spukt, verdächtige ich eher Lucys Vater. Er möchte nicht das seine Tochter vom Landsitz weggeht und als sie eigentlich ihre Sachen packen sollte,  starben Mutter und Oma. Und durch ihre Krankheiten und "Anfälle" konnte sie nicht in die Gesellschaft engeführt werden. Meines Erachtens bekommt sie etwas damit sie psychische Störungen entwickelt.

Auch Hatty soll eingeschüchtert werden, der verschwundene Jaguar, die Uhr, die Puppe unter ihrem Bett.

Ich bin sehr gespannt wie sich alles weiter entwickelt und was zwischen den beiden Frauen noch passieren wird.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
frthkrue kommentierte am 24. Mai 2020 um 14:05

Ich glaube auch nicht, dass die Mutter und die Großmutter von Lucy bei einem "normalen" Autounfall ums Leben kamen. Die arme Lucy hatte bereits in ihrer Kindheit Wahnvorstellungen, ich glaube, irgendjemand möchte alle Drei tot sehen. Aber wer, das ist für mich die Frage. Lucys Vater ist merkwürdig, er scheint ja tatsächlich nicht ganz normal zu sein.

Bei Hetty glaube ich, das sie sich mit Lucy anfreunden wird. Hetty hatte ja bisher auch nicht viel Liebe und Freude in ihrem Leben erlebt zu haben. Es wird sicher ein schwieriger Weg, aber sicher kommen noch im Lauf der nächsten Seiten einige Ungereimtheiten. Vielleicht wird sich meine Vermutung bezüglich einer Freundschaft als falsch erweisen und nachher ist Lucy die Böse.

Aber auch ich kann noch nicht erkennen, wohin die Reise hier geht und das macht das Buch bisher interessant.

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 12:27

@Lese-Bienchen: Interessante Idee, dass es der Major ist, der den Spuk erfindet. Soweit habe ich hier noch gar nicht gedacht...das er den Spuk oder die Nervosität nicht ernst nimmt und dadurch katastrophal ignorant ist: ja, das schon, aber bewusst herbeiführen...Das wäre wirklich perfid. Ich glaube aber eigentlich nicht so richtig daran, zumindest nicht bezüglich Lucy. Dass er den Spuk noch provoziert, den seine Frau verrückt gemacht hat - das ja, das kann ich mir vorstellen, aber seine Tochter scheint er doch schon zu lieben, zumindest aber wie einen Augapfel zu hüten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er damit weiter machen würde und er deshalb sein Mittel ist, um seine Tochter auf diese Weise bei sich und in Lookwood zu behalten, oder er ist völlig blind für mögliche Kollateralschäden...
Ich behalte den Gedanken aber mal im Hinterkopf und werde beim Lesen mal auf Hinweise für diese Theorie achten ;)

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 13:12

Ich habe das Gefühl, dass sie gar nicht seine Tochter ist.
Der 'Spuk' kommt auch irgendwie nur in den Träumen vor. Alles andere wird ja erklärt. Und irgendwer wird die Tierr schon geklaut haben, aber warum?

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 15:42

Stimmt, es sind vor allem Träume, die Hetty und Lucy beunruhigen und aufwühlen. Mit Ausnahme des Schattens den Hetty am ersten Tag auf den Fluren gesehen hat. Sie versucht es sich rational mit einem verirrten Dienstboten zu erklären, aber was oder wahrscheinlich eher wer es wirklich ist, das ist das große Fragezeichen. Ist es der Major oder jemand der Hetty beobachten soll und ja, auch hier wieder die Frage: Warum? 

Auch eine interessante Idee: Wie kommst du darauf, dass sie nicht seine Tochter ist? Weil immer nur die Ähnlichkeit mit der Mutter betont wird? Weil eventuell beide Affären (?) hatten? 

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:09

Also jetzt bringst du mich auf die Idee, dass die Mutter noch lebt und irgendwo eingesperrt ist, im blauen Zimmer?? :D 

Ja, wahrscheinlich. Und weil sie so wahnsinnig miteinander tanzen.

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Greenie_Apple kommentierte am 29. Mai 2020 um 21:51

Das würde dann auch meine Überlegungen erklären, dass es Parallelen zu "Jane Eyre" gibt. Dann die Voodoopuppen, der Abdruck auf dem Spiegel - das ist alles schon sehr spooky. Was es mit den verschwundenen Tieren auf sich hat, will sich mir auch noch nicht wirklich erschließen, es bleibt definitiv spannend.

Und irgendwie habe ich so das Gefühl, als würde sich aus der Freundschaft zwischcy und Hetty auch noch mehr entwickeln, da sie ja bisher beide nicht so wirklich gute Erfahrungen mit Männern gemacht haben...

 

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Buchstabensucht kommentierte am 24. Mai 2020 um 14:10

Ich finde das Buch bisher toll und konnte gestern Abend kaum weglegen.
Finde das Setting "altes, unheimliches Herrenhaus" ja immer toll und mit den ganzen ausgestopften Tieren wird es noch ein bisschen extra-gruselig.
Dann auch noch eine weiße Dame - Gothic pur, eigentlich.
Ich bin auch gespannt, was es mit dem Unfall von Mutter und Großmutter auf sich hatte, hoffentlich erfahren wir das. Und wo wohl der Jaguar geblieben ist?

Der Vater ist mir total unsympathisch, dafür mag ich Lucy und Hetty aber um so mehr. Ob die wohl ein Paar werden?

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 12:32

Ahh ich bin nicht die einzige ^^ du hattest eine ähnliche Vermutung, dass es Hetty und Lucy mit Männern deshalb so schwer haben, weil sie sich eigentlich eher zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen. Ich finde zumindest für Hetty ist diese Lesart plausibel, die Art und Weise, wie sich die beiden Frauen begegnen und miteinander interagieren, diese prompte Verbundenheit. Auf diese Entwicklung - ob Freundschaft oder Partnerschaft - bin ich auch mehr als gespannt!

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 13:14

und überhaupt sind sie sich verdammt ähnlich. die geschichte könnte noch richtig ins phantastische abdriften. alles ist möglich. oder es wird hochgradig freudianisch.

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Buchstabensucht kommentierte am 27. Mai 2020 um 20:49

Ich vermute das wegen dieser Szene auf der Party, als Hetty an den beiden küssenden Männern vorbei geht und dann an Oscar Wilde denkt. Ich denke, das hat irgendwas zu bedeuten, weil es ungewöhnlich ist, für einen Roman, der in dieser Zeit spielt. Und genau, sie scheinen beide nicht so glücklich mit ihren Erfahrungen mit Männern gewesen zu sein.

Und Hetty denkt so schwarmerisch über Lucy. Vielleicht ist sie aber auch nur froh, endlich eine Freundin zu haben. Ich lese jetzt mal weiter, um das rauszufinden. :-) 

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:11

Ahh, mir fiel ein, dass Oscar Wilde wegen homoerotischen Beziehungen inhaftiert gewesen ist. Aber das müsste so 1890 gewesen sein.
Deshlab sind die Partys wahrscheinlich was besonderes und sie verstecken sich zum Turteln im Park.

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kelo24 kommentierte am 24. Mai 2020 um 15:30

Ein altes Herrenhaus ist doch ein perfektes Grusel-Ambiente, vor allem bei der Größe und den ganzen versteckten Dienstbotengängen und Treppenhäusern. Ich denke auch, dass irgend jemand dem "Spuk" nachhilft, habe aber noch keine Vorstellung, wer das sein soll.

Der Erzählstil in der Ich-Form gefällt mir gut, aber auf den ersten 130 Seiten ist die Handlung eher nur träge vor sich hingeflossen.

Ich hoffe sehr, dass doch noch mehr passiert, als das Suchen nach verschwundenen Exponaten.

 

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lesesafari kommentierte am 24. Mai 2020 um 16:17

Wow. Jetzt haben ja doch schon viele angefangen. Ich hab extra gewartet, wo doch mein Buch als erstes ankam.

Ich bin grad erst beim 2. Kapitel.
Das sind ja mega viele Beschreibungen und so detailliert.
Am Anfang wusste ich gar nicht, in welchem Jahr wir uns befinden. Da war die Rede von viktorianischer Zeit, Schillingen als Währung in England und Burenkriegen. Dann fiel mur ein, dass es doch 1939 sein soll und habe ein wenig gegoogelt.

Hetties Adoptivmutter war ja grässlich. Entzieht ihr sogar den Doppelnamen. Aber sie kämpft sich durch!
Und in Lockwood sind alle leicht irre. Traurig und aggressiv zu gleich. Hettie und Lucie hab ich mir auch gleich als Paar vorgestellt. Das wär mal was...

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Fromme Helene kommentierte am 24. Mai 2020 um 18:31

Der Einstieg ist sehr stimmungsvoll und geheimnsivoll. Die beiden Frauen, die sich auf Lookwood Manor begegenen leben einen sehr unterschiedlichen Alltag. Beide Perspektiven wechseln sich ab, wobei Hetties Anteil die eigentliche Erzählung der Geschichte ausmacht, während Lucy erzählt mehr über die Familiengeschichte, ihre Alpträume und Hysterie sowie die sonderbaren Vorkommnisse des Hauses erzählt.

Ein wenig stört mich, dass Lucys Perspektive komplett in kusiv formatiert ist. Das ist meines Erachtens nicht notwendig, um ihre Rückblicke und Träume kenntlich zu machen, sonder erschließt sich aus dem Zusammenhang. Auf Dauer empfinde ich kursive Schrift als anstregend zu lesen. Ist aber wohl ein persönlicher Geschmack.

Die Atmospähre wird sehr eindrücklich rübergebracht, fast bekomme ich Gänsehaut, wenn ich lese, wie Hettie durch die leeren Räume wandert, immer die Schauergeschichten der Dienstboten im Ohr, seltsame Geräusche hört oder wunderliche Funde macht. Die verschwundenen Exponate sowohl der Leopard als auch später die Kolibris geben Rätsel auf. Ich werde den Verdacht nicht los, dass jemand das Museum boykottiert. Vielleicht ist aber auch ihre Position als Frau ein Dorn im Auge.

Lucys Vater scheint keine Mittel und Wege zu scheuen, seine Tochter im Haus zu halten. Vielleicht hat er ja seine Finger im Spiel bei den hysterichen Anfällen. Auffällig ist auch, dass seine Frau mit zunehmenden Alter ähnliche Wahnvorstellungen hatte und sogar später die Mutter. Hatte er auch ein Motiv, sie an Haus zu binden?

Auch bei den verschwunden Exponaten gehört er zu meinen Verdächtigen. So ein Leopard im Büro macht sicherlich was her. Schließlich hat er sich schon früher gerne mit solchen Throphäen umgeben.

Aufgefallen ist mir die große Anziehungskraft zwischen den Frauen, fast scheint es als bestehe die Möglichkeit, dass mehr entsteht als nur eine Freundschaft. Zumindest auf Hetties Seite gibt es heftige Reaktionen. Das fände ich eine herrliche Entwicklung und für diese Zeit überraschend.

Beide Charaktere wirken sehr zurückgenommen und vorsichtig. Passend zur Stellung der Frau zu dieser Zeit. Auch wenn Lucy einen sehr auffälligen damals „männlichen“ Beruf ausübt, ist sie sich ständig der untergeordneten Stellung bewusst. So war macht mich immer wütend und ich hoffe, sehr, dass sich noch Gelegenheiten ergeben, bei denen sie es dem Patriachat heimzahlen kann.

Alles in allem beginnt der Roman sehr gemächlich, lässt sich viel Zeit, die Atmosphäre wirken zu lassen. Fragen und Konflikte werden dem Leser unterschwellig sugeriert. Ich hoffe, dass er in dem beiden verbleibenden Drittel noch Fahrt aufnimmt und die Rätsel und Mysterien auf die Spitze treibt.

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Lese-Bienchen kommentierte am 25. Mai 2020 um 19:09

Das die Mutter bzw. Lucys Großmutter auch Wahnvorstellungen hatte, hatte ich wohl überlesen. Ich dachte eigentliche sie wäre die Frau die über allem steht. 

Deine Vermutung das ihr Vater sie ans Haus fesseln möchte, teile ich absolut und auch das ging nur wenn ihre Großmutter und Mutter nicht mehr da sind. 

Auch bin ich gespannt was sich zwischen Lucy und Hetty so anbahnt, nur eine Freundschaft oder wird es mehr? Schließlich haben beide ihre Erfahrungen mit Männern schon gemacht und waren damit nicht komplett zufrieden. 

 

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Fromme Helene kommentierte am 26. Mai 2020 um 14:44

Ich weiß nicht mehr, wo raus ich das geschlossen habe, dass die Großmutter auch nicht mehr zurechnungsfähig war. Ich meine aus einem Kommentar der Dienstmädchen. Aber ich finde die Stelle nicht mehr wieder. Vielleicht habe ich es auch missverstanden.

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 12:46

Mhh also dass die Großmutter auch unter dem (Glauben an einen) Spuk litt...das weiß ich jetzt auch nicht mehr...ich meine, nur Lucys Mutter litt darunter - zumal das hieße, dass da ja wirklich was sein muss - ob nun übernatürlich oder bewusst herbeigeführt, denn dann kann das "schwache Nervenkostüm" bzw. die Nervosität keine "erbliche Angelegenheit" sein, denn die Großmutter ist ja die Mutter des Majors...(kann man dem Gedanken jetzt noch folgen xD)

Was aber das überraschende an einer lesbischen Liebesbeziehung zu "dieser Zeit" anbelangt: Ich muss gestehen, keine Ahnung wie die Engländer damit umgegangen sind, aber in Deutschland der Weimarer Republik gab es ziemlich viel Literatur, die sich mit homosexueller Liebe auseinandersetzte (man denke allein an die Werke der Mann-Familie), es war also durchaus Thema, das in modernen Köpfen viel diskutiert wurde.

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 13:21

Das Kindermädchen Martha hatte doch so eine Phase und wurde dann weggeschickt.

Ich fand es interessant, dass die Großmutter die Mutter vom Vater ist. Also nicht eine Linie Großmutter-Mutter-Tochter.
Nun will ich wissen, warum Heloise überhaupt nach England kam.

Seit spätestens Oscar Wilde gibt es offensichtliche homoerotische Szenen in englischer Literatur.
Sade, Casanova das war früher, aber nicht englisch.
Mit Virgina Woolf kenne ich mich nicht aus.

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frthkrue kommentierte am 27. Mai 2020 um 13:47

Tja, die Frage , warum Heloise nach England kam, die habe ich mir auch schon gestellt. Und von Wo überhaupt? Erst dachte ich an Indien, aber sie ascheint ja eher aus der Karibik gekommen zu sein.

Ein Verhältnis Hetty und Lucy - das würde vielleicht auch den Hass von Mary auf Hetty erklären. Mary ist eventuell doch nicht nur Lucys Freundin aus der Kindheit gewesen.

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 15:55

Ich dachte eher an Afrika, ich meine mich zu erinnern, dass die Engländer auch dort Kolonien und Protektorate besaßen. Und es war, meine ich, nicht selten, dass Kolonialisten ihre Töchter für die Ehe wieder nach England schickten...dementsprechend würde Heloises "Rückkehr" nach England kein großes Geheimnis umgeben...

Mary und Lucy? Dafür war der Major aber äußerst nett zu besagter Mary...und wieso sollte Mary Hetty dann vom Fleck weg hassen? Oh ich hoffe, dass das nicht der Fall ist XD

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:13

Da stand von den westindischen Inseln.

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 15:50

Moment, war Martha nicht das Kindermädchen, dass alles rational wegerklärt hat? Erst als sie "senil" wurde bzw. Fieber hatte, hat sie den "Spuk" doch auch wahrgenommen/erlebt bzw. Lucy vor was auch immer gewarnt.

Naja wenn man so will gab es die literarische Auseinandersetzung mit homoerotischer Liebe seit es dir Literatur gibt :P
(Wenn ich mich richtig erinnere, war schrieb Woolf v.a. für die Rechte der Frau bzw. gegen die geltenden Beschränkungen für dieselbe an, am berühmtesten ist m.E. "A Room for one's own".)

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:17

Ja, wenn man es so will, dann gibt das schon bei den alten Griechen. Bei den Manns hat mans aber auch nicht direkter.
Ich las nie was von ihr, aber irgendwas hat sie doch auch mit homoerotischer Literatur zu tun oder sie war selbst so orientiert. Sehr beliebt bei Frauen-Pärchen.

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Greenie_Apple kommentierte am 29. Mai 2020 um 22:05

Die kursive Schrift finde ich eigentlich gut, da man so besser zwischen den beiden Charakteren unterscheiden kann. Natürlich hätte man alternativ auch einfach die Kapitel mit Überschriften versehen.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Lucys Vater hinter dem Spuk steckt. Von daher würde ich auch gerne mehr erfahren, wie ihre Mutter nach England gekommen ist.

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Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 12:18

Sohooo, zunächst mein eigener erster Eindruck: 

Ich fand es anfangs etwas mühselig, in die Geschichte zu finden. Ob es an den etwas umständlich formulierten Sätzen lag (zu viele Einschübe und Kommas - obwohl ich irrigerweise selbst auch dazu neige xD) oder an Hetty weiß ich noch nicht so recht...Glücklicherweise habe ich mich aber an den Stil etwas gewöhnt und dann ging das Lesen auch recht fix. Tatsächlich befürchte ich, dass es Hetty ist, an der ich mich etwas stoße. Klar: moderne, selbstbewusste Frau, die ich eigentlich mögen sollte, aber so wie sie sich häufig gegen ihre Mitmenschen sperrt, so scheint sie sich auch mir zu versperren. Ihr Selbstbewusstsein und ihre Modernität äußert sich überwiegend in klischeehaften Phrasen und Aktionen, was ich sehr Schade finde. Auch was ich von dem Major halten soll, ist mir nicht so klar.
Toll ist hingegen Lucy und Lookwood Manor. Es ist super Schade, dass wir davon bisher so wenig erzählt bekommen haben. Ich hoffe, dass sich das noch ändert und sich das Anwesen und damit ja auch die Geheimnisse auf den folgenden 250 noch ausgiebig entfalten! Ich bleibe zumindest optimistisch-gespannt auf den Rest des Romans :)

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lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 13:26

Ich finde Hetty eigensinnig, aber gar nicht selbstbewusst.
Am Anfang fand ich Hattie und Lucy auch ziemlich kindisch und naiv. Dann plötzlich trinken sie Minzlikör, rauchen und 'plaudern' über ihre Männer-Geschichten. Plötzlich sollen beide Ü30 sein.
Nur um dann wieder hysterisch zu werden.
Lucy ist am befremdlichsten. Sie schwankt dauernd zwischen femme fragile und femme fatale.
Ich hoffe nur, die Autorin ist nicht eine von denen, die zu viel auf einmal wollten und dann ging alles daneben.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Lelu kommentierte am 27. Mai 2020 um 16:01

Eigensinnig auf jeden Fall. Ich meinte aber nicht selbstbewusst im Sinne von selbstsicher, sondern im Sinne von: Sie ist sich ihrer Situation und ihrer Rolle, Chancen usw. bewusst und kann innerhalb dieser Umstände ihr Potenzial trotzdem so gut es geht ausschöpfen bzw. nimmt Chancen auch wahr. (Und doch, ja auch ein wenig selbstbewusst, immerhin versucht sie sich dem Major gegenüber zu behaupten.)
Wie alt die Frauen sein sollen ist mir auch schleierhaft, ich hab mich mit "irgendwas um 30" arrangiert...

Befremdlich ist Lucy alle mal, aber wenn man ihren nervösen Zustand mal berücksichtigt, finde ich ihr Verhalten trotzdem immer noch irgendwie logisch. Bei Hetty finde ich es schwieriger.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Buchstabensucht kommentierte am 27. Mai 2020 um 20:39

Vielleicht liegt das ein bisschen daran, dass sich der Roman an Gothic Novels anlehnt? Da gibt's auch immer diese überspannten Charaktere mit Hang zur Hysterie. 

Insbesondere Lucy habe ich mir ihrem Verhalten nach aber auch erstmal jünger vorgestellt als 30. Aber mit dem autoritären Vater, kinderfrei und ohne Erwerbsarbeit bleibt man ja möglicherweise tatsächlich länger jung, habe ich mir dann überlegt. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:23

Ja, auf jeden Fall. Es ist ja total nach Schema Gothic Novel aufgebaut. Das Haus, das Unheimliche, das Unsichere, von Anfang an schon die Einelitung und Hinweis auf unglaubwürdigen Erzähler... und gleichzeitig kommt ja immer der Vergleich mit Bronte und Austen, weil die Autorin ja selbst ihr Spezialgebiet da liegen hat. Mich persönlich hat es total an "The Turn of the screw" erinnert, ich kanns mir nie merken, Lovecraft oder James, einer von beiden. Und einer von denen schreibt immer über die eingemauerten Tiere. ;D

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
frthkrue kommentierte am 28. Mai 2020 um 13:07

Irgendwo hatte ich gelesen, dass die Beiden um die 30 Jahre alt sind. Hetty hatte ich mal etwas jünger, dann wieder auf eher 40 geschätzt. Und Lucy von Anfang an eher auf etwa 20 Jahre. Bei der Beschreibung der Beiden und ihres bisher verbrachten Lebens war es für mich schwierig, das Alter irgendwie einzugrenzen.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
lesesafari kommentierte am 27. Mai 2020 um 23:19

Hetty lässt sich eben total manipulieren und beeinflussen. Sie assimiliert sich. Daher dann doch wieder nicht so selbstsicher.
Ja, wie könnte man es schön ausdrücken... vllt. eher mit Selbstvertrauen.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
danim1703 kommentierte am 28. Mai 2020 um 11:29

Du triffst hier meine eigenen Ansichten zum bisher gelesenen voll auf den Kopf! Besser hätte ich es nicht schreiben können. Mir geht es wirklich ganz genau so. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
danim1703 kommentierte am 28. Mai 2020 um 11:27

Also ich bin noch nicht ganz durch mit dem ersten Leseteil (bin erst auf Seite 79), aber mich überzeugt das Buch bisher tatsächlich eher gar nicht. Ich finde es langatmig und konnte zu den Charakteren bisher auch noch keine Bindung aufbauen. 

Gestern Abend dann dieser eine Satz (auf Seite 79)... ich dachte ja echt, ich falle um (wenn ich nicht schon im Bett gelegen wäre). So ein eeeewig langer Satz... das muss doch nun wirklich nicht sein. Da weiß man am Ende doch nicht mehr, wie der Satz begonnen hat! 

Hier nun der Satz: 

Die an den Wänden aufgereihten, schweren Goldrahmen der Gemälde und Drucke - Familienporträts und friedliche Landschaftsbilder, darunter eines, das den Major und seine hunde zeigte, doch der Maler hatte die falschen Farben benutzt, so dass die Leinwand teilweise oxidiert war und einen düsteren Schlammton angenommen hatte, was Lord Lockwood einen dunklen Fleckk auf dem Kinn beschert hatte - schimmerten dumpf im schwachen Licht der Flurlampen, und als ich den Westflügel betrat, machte sich leises Unbehagen in mir breit, das ich so gut ich konnte unterdrückte. 

*schwitz* Ja du meine Güte... also ich finde das furchtbar! Außerdem sind mir gestern beim Lesen wirklich viele Tippfehler aufgefallen. Kommt immer wieder vor, aber hier waren es doch ziemlich viele. 

Naja, ich lese mal weiter in der Hoffnung, dass die Geschichte bald Fahrt aufnimmt. So plätschert es mehr seicht vor sich hin. Meine Meinung. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
lesesafari kommentierte am 28. Mai 2020 um 14:15

An diesen Satz erinnere ich mich noch sehr gut. Die Autorin ist da wohl durchgebrannt, hat alles ganz genau im Kopf gehabt und mitgefühlt und schrieb es mit allem Übereifer nieder, so dass der Satzbau/stil völlig egal war.
Ich dachte dabei aber due fante Teit: POE POE POE.. also mindestens. Diese Porträtreihe ist ja SO EIN Klischee in der Phantastischen Literatur und nicht nur da. Vor allem auch bei Huysmans, wenn die immer weiter degenerierte Ahnengalerie beschrieben wird.

Mir sind auch so einige fehlende Buchstaben aufgefallen.

Die Geschichte soll uns alle in den Wahnsinn treiben, deshalb so ruhig und langsam und klischeegruselig.

Aber vllt wird ja alles überraschend ganz rational aufgeklärt.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
danim1703 kommentierte am 28. Mai 2020 um 15:01

>>Die Geschichte soll uns alle in den Wahnsinn treiben, deshalb so ruhig und langsam und klischeegruselig.<<

Das hoffe ich... also dass ich im positiven Sinne in den Wahnsinn getrieben werde :-D 

Aber dann muss schon bald was passieren, sonst ist es einfach nur langweilig. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Hilou kommentierte am 29. Mai 2020 um 13:17

Mich hat der erste Leseabschnitt bisher auch nicht wirklich vom Sockel gehauen. Nett erzählte Geschichte mit leichten Gruseleffekten und ausbaufähigen Charakteren, wie ich finde.

Hetty kommt noch nicht so richtig aus sich heraus. Langsam bezweifle ich, dass sich ihre Figur noch großartig weiterentwickeln wird. Sie hatte ja auch keine leichte oder glückliche Kindheit. Sie ist noch viel zu geprägt von der harten Erziehung, die sie selbst ja erst viel später als solche einzustufen wusste. Zudem lebt sie in einer Zeit, in der Frauen ohnehin nichts zu sagen hatten.

Lucy ist mir bisher auch ein Rätsel. Ich finde es an dieser Stelle super, dass man durch die kursiv gedruckten Kapitel auch ihre Eindrücken vermittelt bekommt und Informationen zu der Vergangenheit ihrer Familie erhält.

Ich bin gespannt, ob und wie sich die beiden jungen Frauen annähern werden.

Insgesamt lässt aber die Spannung auf sich warten. Ich hoffe doch, dass zumindest mehr schaurige Momente eingebaut wurden. Bisher fühlt sich die Story doch recht langatmig an. Daher habe ich auch so lange gebraucht mit dem Lesen des ersten Abschnitts...

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Sago kommentierte am 29. Mai 2020 um 19:09

Auch mich erinnert der Roman wunderbar an Gothic Novels. Da ich die schon in meiner Jugend geliebt habe, würde ich das Buch am liebsten hintereinander weg lesen. Es ist atmosphärisch sehr dicht verfasst und das Düstere gefällt mir besonders.
Auch den Stil finde ich herausragend. Gegen lange Sätze habe ich überhaupt nichts, ganz im Gegenteil, vieles ist mir heute zu simpel geschrieben. Im Vergleich zu Marcel Proust ist das ja noch gar nichts;-)

Ich finde sowohl Lucys als auch Hettys Herkunft angenehm rätselhaft. Wurde Lucys Mutter nur auf den Westindischen Inseln geboren oder war sie eine Einheimische? Das war ja dann für die damalige Zeit eine recht fortschrittliche Ehe.
Und ich frage mich, ob es noch eine besondere Bedeutung bekommt, dass Hetty adoptiert wurde. Wer waren wohl ihre leiblichen Eltern?

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 - 129
Greenie_Apple kommentierte am 29. Mai 2020 um 22:13

Irgendwie hatte ich auch das Bedürfnis, mehr über die Adoptiveltern zu erfahren. Das kann es doch jetzt noch nicht gewesen sein... Ob Hetty überhaupt mal das Erbe antereten darf, so wie ihre Adoptivmutter sie verabscheut? Aber vielleicht käme ja dadurch auch nochmal eine Wende in Hettys Leben.