Leserunde

Leserunde zu "Ende in Sicht" (Ronja von Rönne)

Ende in Sicht -

Ende in Sicht
von Ronja von Rönne

Bewerbungsphase: 17.12. - 06.01.

Beginn der Leserunde: 13.01. (Ende: 03.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des dtv Verlags – 20 Freiexemplare von "Ende in Sicht" (Ronja von Rönne) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

»Von all den guten Gründen zu sterben, und von all den viel besseren, am Leben zu bleiben.«

Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien? Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.

»Wenn Ronja von Rönne mal wieder sterben will, ruft sie entweder mich an – oder schreibt ein großartiges Buch. Jetzt habe ich schon länger nichts von ihr gehört.« Benjamin von Stuckrad-Barre

»Das wollte ich doch sagen, Benjamin!« Martin Suter

ÜBER DIE AUTORIN:

Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Seit 2017 moderiert sie auf ›Arte‹ die Sendung ›Streetphilosophy‹ und schreibt für die ›DIE ZEIT‹ und ›ZEIT ONLINE‹.

05.02.2022

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
sphere kommentierte am 13. Januar 2022 um 21:59

Mein Buch ist heute angekommen :)

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
Jamboo kommentierte am 15. Januar 2022 um 12:50

Erst mal eine Frage. Warum steht in der Kurzbeschreibung, dass Juli auf die Motorhaube von Hellas Passat fällt? Während auf S. 22/23 steht, sie schlägt auf den Asphalt der Autobahn auf und Hella legt eine Vollbremsung hin. Ist doch eigentlich schon dramatisch genug und bedarf nicht noch einer Übertreibung, hm.

Juli und ihre Beweggründe bleiben zunächst vage, bin gespannt, warum sie so unglücklich ist und sich das Leben nehmen möchte. Im Laufe des Abschnitts kommen dazu ein paar Hinweise, z.B. S. 67, es macht ihr Probleme im Kita-Alter von der Mutter verlassen worden zu sein, und der Vater scheint ihr bis heute nicht gesagt zu haben, was damals warum geschehen ist und wo ihre Mutter heute lebt, ob sie überhaupt noch lebt. Dieses Nichtwissen könnte ein Teil des Problems sein. S. 79 legt sie einen Auftritt hin - meine Güte. Wie sie sich da verhält Hella gegenüber lässt sich kaum mit pubertären Problemen und einer schweren Kindheit entschuldigen, zumal ich den Eindruck gewonnen habe, dass ihr Vater sie liebt und gut zu ihr ist. Woher rührt dieser Selbsthass, den sie erwähnt und der sie so schrecklich ungerecht macht anderen gegenüber. Wir werden es bestimmt noch erfahren.

Hella hingegen wird gleich relativ ausführlich und eher wenig schmeichelhaft charakterisiert.Aber ihr scheint auch eine gewisse Selbstironie zu eigen zu sein, was mich wiederum für sie einnimmt. Sie scheint ein EX-Bühnenstar zu sein, der sein Leben noch nie so recht im Griff hatte, was mit zunehmendem Alter nicht besser geworden ist. Sich kümmern müssen und Verantwortung übernehmen, seien Dinge, die sie Zeit ihres Lebens erfolgreich vermieden hat - sie scheint es nun, im Alter von 69 Jahren doch noch auf sich zu nehmen, widerwillig, aber sie tut es. Schon eine bizarre Situation mit den Beiden im Auto.

Besonders cool fand ich die Szene mit der Krankenschwester S.37, überspitzt, aber irgendwie doch auch aus dem Leben gegriffen, hier musste ich breit grinsen.

Auf S. 87 steht "Lügen, das fiel auch Hella nicht schwer". Die Beiden scheinen einander wert *g*.

 

 

 

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TochterAlice kommentierte am 15. Januar 2022 um 19:09

Ja, gut lügen zu können, das ist im Leben oft recht hilfreich!

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nachtfledermäuschen kommentierte am 15. Januar 2022 um 22:25

Stimmt! Das mit der Motorhaube war mir so direkt gar nicht aufgefallen. :O)

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Estrelas kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:48

Bei der Motorhaube habe ich kurz an mir gezweifelt, weil ich nicht verstehe, wieso man den Inhalt auf dem Klappentext entstellen sollte.

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Minijane kommentierte am 16. Januar 2022 um 16:08

"Erst mal eine Frage. Warum steht in der Kurzbeschreibung, dass Juli auf die Motorhaube von Hellas Passat fällt? Während auf S. 22/23 steht, sie schlägt auf den Asphalt der Autobahn auf und Hella legt eine Vollbremsung hin. Ist doch eigentlich schon dramatisch genug und bedarf nicht noch einer Übertreibung, hm."

Genau das habe ich mich auch gefragt!

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Lesebiene kommentierte am 17. Januar 2022 um 16:37

Erst mal eine Frage. Warum steht in der Kurzbeschreibung, dass Juli auf die Motorhaube von Hellas Passat fällt? Während auf S. 22/23 steht, sie schlägt auf den Asphalt der Autobahn auf und Hella legt eine Vollbremsung hin. Ist doch eigentlich schon dramatisch genug und bedarf nicht noch einer Übertreibung, hm.

Das habe ich mich auch gefragt. Davon mal abgesehen das der Klappentext oft nicht mit dem Inhalt harmoniert. Hier verstehe ich die Übertreibung eher nicht!

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CynthiaM kommentierte am 15. Januar 2022 um 18:43

Also mal zuallerst: wenn Martin Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre mein Buch kommentieren würde, dann hätte ich alles erreicht, was ich mir für mein Leben vorgenommen habe :D Und dass sie den beiden ihr Buch auch noch widmet finde ich einfach grandios. 
In die Story kommt man super rein und ich finde die Geschichte liest sich sehr locker und flüssig. Hella ist erstmal ne sehr ungewöhnliche Protagonistin, ehermaliger Popstar, langsam gealtert und in Vergessenheit geraten. Und nun beschließt sie also zu sterben- why not. Passt auf jeden Fall zur exzentrischen Art eines Ex-Popstars. Frage mich allerdings warum sie den Weg nicht per Zug oder Flugzeug antritt, statt sich selbst mit dem Passat abzuquälen. Aber gut, mag am nicht mehr vorhandenen Geld liegen. 
Ihre Schrulligkeit zeigt sich an den bunten Haaren, den Pinacolada-Zigaretten und der Art wie sie ihren doofen Nachbarn nen Zettel hinterlassen hat. Insgesamt ist sie eine herrlich verschrobene Protagonistin. 
Juli dagegen wirkt auf den ersten Blick geradezu fade. Warum genau sie sterben will erschließt sich mir nicht. Sie fühlt sich aber scheinbar allein und ungeliebt. Freunde scheint sie auch keine zu haben, wobei abgesehen vom Jutebeutel-Gate nicht ersichtlich ist woran das liegt. Vielleicht erfahren wir das noch. 
nun sind bei beiden also gemeinsam unterwegs und ich bin gespannt wohin das Abenteuer führt und ob sie sich gegenseitig das Leben retten

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TochterAlice kommentierte am 15. Januar 2022 um 18:59

Bist Du sicher, dass sie in ihrer Widmung Stuckrad-Barre meint? Ihr Mann heißt schließlich auch Ben. Naja, so hatte ich es jedenfalls interpretiert, muss ja nicht sein!

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CynthiaM kommentierte am 16. Januar 2022 um 07:43

Ich hab das jetzt einfach mal vermutet, da sie es einen Ben und einem Martin widmet. :D kann natürlich auch ein anderer Ben und ein anderer Martin sein, war nach den Kommentaren der beiden einfach meine erste Assoziation 

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Jamboo kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:35

Widmungen lese ich meist nicht so aufmerksam, erst eure Beiträge haben mich genauer drauf schauen lassen :). Mein Eindruck ist auch, dass sie auf Suter und Stuckrad-Barre bezogen ist. Wobei ich Stuckrad-Barre erst mal googeln musste *g*.

Allerdings hätte man sich den Kommentar von Stuckrad-Barre und erst recht die Replik von Suter sparen können, die wirken auf mich kein bisschen originell, sondern eher dümmlich.

 

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TochterAlice kommentierte am 16. Januar 2022 um 13:23

Da kann ich Dir nur zustimmen. Aber glaubt Ihr echt, dass sie das eher dem Stuckrad-Barre als ihrem Mann widmet?

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Jamboo kommentierte am 16. Januar 2022 um 14:41

Keine Ahnung wie Ronja von Rönne tickt. Sie scheint mir durchaus ein wenig speziell zu sein, so weit man das sagen kann, wenn man nur das kennt, was im Internet zu finden ist.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 16. Januar 2022 um 19:22

Ich glaub ich besorge mir mal das neue Bücher-Magazin... Da müsste was über Ronja von Rönne drinne stehn... Hilft mir vielleicht die Figuren besser zu verstehen. :O)

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CynthiaM kommentierte am 17. Januar 2022 um 07:51

bin großer Fan der beiden und finde der Kommentar passt wie die Faust aufs Auge- aber da sind Geschmäcker ja verschieden :D

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Jamboo kommentierte am 17. Januar 2022 um 12:25

Auf jeden Fall. Ist ja auch gerade das Interessante an einer Leserunde, dass man die Dinge verschieden sieht und sich darüber austauscht.

Vielleicht ist es auch ein bisschen eine Frage des Alters, wie man Manches empfindet. Suter mag ich sehr gern und hab viel von ihm gelesen, während ich von Stuckrad-Barre bis dato noch nie gehört hatte. Von Ronja von Rönne übrigens auch nicht, wie gesagt, vermutlich dem Alter geschuldet *g*.

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Readaholic kommentierte am 17. Januar 2022 um 15:43

Allerdings hätte man sich den Kommentar von Stuckrad-Barre und erst recht die Replik von Suter sparen können, die wirken auf mich kein bisschen originell, sondern eher dümmlich. Habe ich auch gedacht.

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bookslove1511 kommentierte am 18. Januar 2022 um 20:47

Allerdings hätte man sich den Kommentar von Stuckrad-Barre und erst recht die Replik von Suter sparen können, die wirken auf mich kein bisschen originell, sondern eher dümmlich.

 Mein Gott, wie ich gerade laut lachen musste :)) In der Tat! Wie im Kindergarten.

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Minijane kommentierte am 16. Januar 2022 um 16:10

Meine Assoziation war das auch!

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Estrelas kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:49

Das mit der Widmung war mir gar nicht aufgefallen, aufmerksame Beobachtung!

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TochterAlice kommentierte am 15. Januar 2022 um 19:07

Juli Pfingsten - toller Name. Sonst finde ich sie bisher noch nicht so besonders, aber sie hat es ja auch wirklich nicht leicht. Ich glaube, am meisten hasst sie sich selbst. Mich nervt ihre Durchtriebenheit z.B. dem netten, väterlichen Brummifahrer gegenüber. Andererseits ist dies eine sehr beruhigende Eigenschaft, sie passt wirklich schon ganz gut auf sich selbst auf (außer auf ihr Leben, das sie ja offenbar loswerden will). Es ist ja auch ein furchtbares Schicksal, dass die Mutter lieber weggeht, als bei ihr zu bleiben. Andererseits tut mir auch der Vater Leid, der sich ja offenbar viel Mühe gibt, was von ihr allerdings nicht wertgeschätzt wird.

Dieser Geburtstag in der Druckerei, der war doch nur nett gemeint und ich kenne da deutlich Schlimmeres aus den Beschreibungen meiner Freundinnen (wir sind in dem Alter, dass sie die Mütter waren). Als ich in den 1960ern/70ern feierte, da musste nur das Zimmer abgedunkelt werden, mein Onkel die Tür aufreißen und "Buh" schreien, da haben wir wie wild gekreischt. So 3,4 Jahre lang war das DIE Sensation auf meinem Geburtstag!

Hella hingegen gefällt mir ganz gut, sie beweist sogar in ihrem Selbsthass Humor und das nicht zu knapp. Ich würde ja sehr gern mal ein Lied von ihr hören!

Und überhaupt, sie ist wirklich sehr hilfsbereit, obwohl sie es gar nicht will - das kommt aus ihrem tiefsten Innern heraus, glaube ich.

Juli und sie scheinen bereits ein Team zu sein, ohne es selbst gemerkt zu haben!

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CynthiaM kommentierte am 16. Januar 2022 um 07:51

Finde auch, dass Juli etwas kaltes, mit einem gemeinen Zug, an sich hat. Die Art wie sie über ihren Vater und die Geburtstagsparty redet, finde ich nicht ok, er tut in meinen Augen sein bestes als alleinerzeihender Elternteil. Da ist halt nicht immer alles rosig, aber er bemüht sich. Das merkt man ja auch an den Postkarten die er ihr schreibt um die Illusion einer liebenden Mutter aufrecht zu erhalten. Verwundert war ich nur über den fehlenden Körperkontakt in Julis Leben. 

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Estrelas kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:51

Aber so viel, wie das Mädchen lügt, bin ich mir nicht sicher, ob Juli Pfingsten tatsächlich ihr Name ist.

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TochterAlice kommentierte am 16. Januar 2022 um 13:24

Ich auch nicht, aber es klingt gut! Wenn es gelogen ist, hat sie zumindest gute Ideen!

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Lesebiene kommentierte am 17. Januar 2022 um 16:43

Das dachte ich auch. Fantasie hat Julie ja.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 15. Januar 2022 um 22:21

Hmmm ok... also im ersten Abschnitt hat mich doch einiges etwas irritiert..

Alte Frau mit altem, zugemülltem Auto findet im Kofferraum unter einem DDR-Straßenatlas einen alten Rettungskoffer, der ein Päckchen mit einer silbernen Rettungsdecke enthält.... (S. 27f)
Ich kann mich noch gut erinnern als die Rettungsdecke 1998 als Bestandteil des KFZ-Verbandskastens eingeführt wurde und mein Vater als vorbildlicher Polizist die ganze Verwandtschaft mit Rettungsdecken versorgt hat. Da gab es die DDR schon ein paar Jahre nicht mehr und der Verbandskasten lag ja unter dem Atlas... Klingt vielleicht ziemlich kleinlich, aber das hat mich tatsächlich irritiert.

Auf Seite 23 wird Julis Schienbein als Schlachtfeld bezeichnet. Dann auf Seite 39 von der Ärztin als <viel schlimmer aussehend, als es wahrscheinlich sei> beschrieben. Beim Lesen dachte ich tatsächlich auf Seite 23, dass es sich um einen offenen Schienbeinbruch oder sowas handeln müsste. Dass sich Juli bei Ihrem Sturz von der Grünbrücke auf Asphalt nur Prellungen und Abschürfungen zugezogen haben soll, kam mir irgendwie komisch vor, weshalb ich ein wenig gegoogelt habe... Die Brücke über eine Autobahn muss an Ihrer untersten Stelle eine Mindesthöhe von 4,70m haben. Ende 2021 gab es tatsächlich einen Unfall, bei dem ein Bauarbeiter bei Brückenbauarbeiten 7m auf eine darunterliegende Straße abgestürzt ist. Er ist kurz darauf im Krankenhaus an seinen lebensgefährlichen Verletzungen verstorben. 

Folgende Passage auf Seite 30 fand ich etwas zu viel Holzhammer-Methode: "Einen letzten Blick warf sie auf die Autobahn und sah eine weiße Kalkspur neben dem Mittelstreifen: die Scherben ihres Schneckenhauses [...]." Diesen kleinen Hinweis, dass sie nicht in ihr Schneckenhaus zurück kann, hätte es meines Erachtens gar nicht gebraucht.

Mit den zwei Figuren bin ich noch nicht so richtig warm geworden. Aber vielleicht kommt das noch, wenn langsam immer mehr über ihre Hintergründe aufgedeckt wird. Allerdings scheinen sie ja beide irgendwie Außenseiter/Ausgeschlossene zu sein, ob selbst verschuldet oder nicht sei mal dahingestellt. Das scheint mir aber einen großen Anteil an ihrem Wunsch zu Sterben zu haben.

 

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Jamboo kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:41

Mit den zwei Figuren bin ich noch nicht so richtig warm geworden

Geht mir ebenso. Aber ich habe auch den Eindruck, dass die Autorin nicht unbedingt liebenswerte Figuren darstellen wollte, was sie schon mal geschafft hat *g*. Wenn ich lese, wie unglücklich Hella und Juli mit ihrem Leben sind, verspüre ich Mitgefühl und Bedauern über ihre Situation.

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Minijane kommentierte am 16. Januar 2022 um 18:58

Ich bin auch noch nicht warm geworden mit den beiden. Die Todessehnsucht von Juli kann ich noch nicht nachvollziehen, auch wenn es für sie traumatisch war in so jungen Jahren von der Mutter verlassen worden zu sein. Ihr Vater bemüht sich ja redlich und scheint ein liebevoller Mensch zu sein. Ich fand ihr Verhalten auch absolut nicht Ok Hella gegenüber. " Dieses verpiss Dich und Punkte für Dein Karmakonto" war unterste Schublade.

Und Hella... Sie ist frustriert, fühlt sich alt und wertlos, wahrscheinlich auch sehr einsam. Vielleicht können die beiden sich ja gegenseitig aus ihrem seelischen Loch heraushelfen. Das hoffe ich zumindest.

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Estrelas kommentierte am 16. Januar 2022 um 09:54

Ich habe auch schon ein paar Ungereimtheiten bemerkt. Juli sagt dem LKW-Fahrer, sie könne das Handy nicht mehr nutzen, um ihre Freunde zu kontaktieren, fingiert dann aber eine Nachricht an die Eltern. Seltsam finde ich auch, dass sie ihren Kram in Helgas Auto zurücklässt, als sie die Fahrt ohne sie fortsetzen will. Die DDR-Bezüge bei Helga sind mir auch noch nicht ganz klar geworden.

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CynthiaM kommentierte am 17. Januar 2022 um 07:55

Das ist mir auch aufgefallen, dass das Handy regelmäßig nicht zu gehen scheint, wenn es als Ausrede hilfreich ist, sie es dann aber ganz selbstverständlich immer benutzt und das dem Gegenüber nciht auffällt. 

Das mit der Tasche erschien mir beim Lesen auch kurz holprig, aber was kann ein Teenie, der beschließt zu sterben schon wichtiges darin haben? Deswegen dachte ich noch, vermutlich liegt ihr an der Tasche nichts.

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sphere kommentierte am 17. Januar 2022 um 10:02

Stimmt, anfangs wusste sie den PIN nicht mehr, und war später nicht auch der Akku leer?

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CynthiaM kommentierte am 18. Januar 2022 um 07:05

ja genau, ich glaube sie sagt irgendwann auch sie hat kein Ladekabel dabei, weil sie nciht davon ausging es nochmal laden zu müssen 

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Estrelas kommentierte am 16. Januar 2022 um 10:02

Mir gefallen die gedanklichen Sprachspiele der Figuren, z.B. "'In-sich-Reinlächeln' war ein Terminus wie..." (Seite 63). Überhaupt hat mich die Sprache schon auf den ersten Seiten angesprochen. Momentan, wo die Beziehung der beiden Frauen noch ganz frisch ist, ist ihre Ratlosigkeit sehr präsent, und ich finde es spannnend zu sehen, dass auch dieses Zögern die beiden verbindet. Sterben zu wollen und mit einer anderen Person eine Reise anzutreten, sind ja nun auch das krasse Gegenteil.

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TochterAlice kommentierte am 16. Januar 2022 um 13:28

Ich finde nicht, dass es so gegensätzlich ist, könnte die Reise doch auch in den gemeinsamen Tod münden. Da glaube ich aber nicht so recht dran.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 16. Januar 2022 um 18:09

Ich glaube, so krass ist der Gegensatz gar nicht. Die Reise entsteht ja eher dadurch, dass Juli alles egal ist, solange sie nicht nach Hause muss. Wohl auch deshalb, weil ihr Vater denkt, dass sie auf Klassenfahrt ist und sie da schlecht zur Tür reinmarschieren kann, ohne erklären zu müssen, dass sie nicht auf Klassenfahrt ist, weil sie sich das Leben nehmen wollte.

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Readaholic kommentierte am 17. Januar 2022 um 15:59

Julis Grund, ihrem Leben mit gerade einmal 15 Jahren ein Ende setzen zu wollen, ist noch nicht klar. Irgendetwas muss kürzlich passiert sein, denn nur das Verschwinden der Mutter reicht, denke ich, nicht aus. Warum gerade jetzt? Und auch bei Hella frage ich mich, warum sie Selbstmord begehen will. Der oberpeinliche Auftritt bei BILLIGMOEBEL24 wird ja wohl als Grund nicht genügen. Ihre Karriere ist am Ende, das Geld geht auch zur Neige, aber auch hier denke ich, das reicht doch nicht aus, um sterben zu wollen? Zu Juli finde ich bisher noch nicht so recht den Zugang. Wie sie Hella anmacht ("verpiss Dich und Punkte für Dein Karmakonto") anstatt sich zu bedanken, hat mir nicht gefallen. Sie scheint wirklich mit allen Wassern gewaschen zu sein, ich denke da an die erfundene Story mit dem Lkw-Fahrer, der sie nur mitnimmt, wenn sie ihm ihr Höschen gibt. Mal sehn, was wir über die beiden noch erfahren und wo sie letztendlich landen.

 

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CynthiaM kommentierte am 18. Januar 2022 um 07:11

 Warum gerade jetzt?

Das erschließt sich mir auch noch nicht, was für ein Schlüsselereignis zum Todeswunsch der beiden geführt haben könnte. Klar, Hella ist ein gealtertes, in Vergessenehit geratenes Schlagersternchen, dass ein paar schlechte Entscheidungen im Leben getroffen hat. Aber reicht das um sterben zu wollen? Und bei Juli finde ich es noch weniger nachvollziehbar. Sie ist jung und gesund. Die Schule ist doch für niemanden wirklich leicht und ja, ihre Mutter ist nicht da. Aber kann so traumatisch sein für einen fast erachsenen Menschen, der ja scheinbar trotzdem recht behütet aufwächst, das man sterben will? Habe mich nie in dieser Situation befunden und kann das nciht beurteilen, aber das kommt mir doch sehr dramatisch vor.

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Lesebiene kommentierte am 18. Januar 2022 um 18:12

Juli fühlt sich ungeliebt, der Papa hat wenig Zeit für sie. Freundinnen hat sie auch nicht. Die Therapie hat nicht angeschlagen. Bei Juli kommt alles zusammen. Dazu kommt auch noch die Pubertät. Vielleicht kann Hella als Außenstehende helfen. Ich hoffe es sehr.

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jenvo82 kommentierte am 19. Januar 2022 um 08:55

Ich habe keine Ahnung, ob es wirklich ein Schlüsselereignis gab. Sie erzählt ja selbst, dass sie schon mehrfach versucht hat, ihrem Zuhause den Rücken zu kehren, aber einfach noch zu jung war, um das erfolgreich durchzuziehen. So etwas kann ich mir in ihrer Situation nicht richtig vorstellen, keine Ahnung, was wirklich zu ihren Depressionen geführt hat, meines Erachtens gibt es schlimmere Kindheiten und andere Möglichkeiten als Selbstmord. Gegenüber ihrem Vater ist es grausam, der müsste sich nach erfolgreicher Tat als der letzte Versager fühlen, als einer, dem es nicht gelang, die eigene Tochter in dieser Welt zu halten. Aber Juli hat ja nun noch eine zweite Chance, vielleicht bringt ihr die Fahrt mit Hella ja mehr, als ursprünglich geglaubt.

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Lesebiene kommentierte am 19. Januar 2022 um 15:43

Nachdem sie rausgefunden hat, wer die jährlichen Briefe schickt. Die Erkenntnis, dass ihre Mutter nicht zurückkommen wird. Das wird das Schlüsselerlebnis sein...

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sphere kommentierte am 19. Januar 2022 um 12:23

Ich denke, ein Schlüsselmoment ist, als sie erkennt, wer die jährlichen Karten verschickt hat (S. 68) (ich vermute, der Vater selbst).

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CynthiaM kommentierte am 20. Januar 2022 um 06:53

Kann natürlich sein, dass das der Auslöser war. Ich habe das eigentlich das liebevolle und fürsorgliche Geste des Vaters empfunden. Klar hat er gelogen, aber wer will seiner kleiner Tochter schon erklären, dass die Mutter kein interesse an Kontakt hat. Juli mag das in diesem Moment nciht so vorkommen, aber ich glaube sie hat einen ziemlich guten Papa. 

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Lesebiene kommentierte am 23. Januar 2022 um 09:51

Ich finde auch das er ein guter Vater ist. Die Situation ist auch nicht einfach. Juli ist halt sehr enttäuscht von der Mutter, die sich einfach von der Tochter losgesagt hat...

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Lesebiene kommentierte am 17. Januar 2022 um 17:00

Anfangs habe ich sehr gefremdelt mit diesen beiden. Langsam näher ich mich an.

Jedenfalls an Hella. Vielleicht liegt es am Alter :-) Hella merkt das Alter sehr und das macht ihr zu schaffen. Alt werden ist wirklich nichts für Feiglinge. Gerade Hella, die nie Verantwortung übernehmen wollte, muss sich sehr einsam fühlen. Sie ist unsichtbar geworden. Eine Alte mit Grau-Lila Haaren. Keine großen Kontakte mehr, nur einen unverschämten Nachbarn der sie ab und an nervt. Dass sie sich jetzt um Julie kümmer muss erfordert größte Anstrengungen.

Die Dialoge zwischen den beiden finde ich toll. Also das, was man so als Dialog bezeichnen kann.

Julie hatte als Kind schon eine Therapie und kommt nicht darüber hinweg, dass ihre Mutter sie verlassen hat. Das prägt und nagt auch wenn es Jahre her ist. Julie hat in meinen Augen eine richtige Depression. Vielleicht gibt sie ihrem Vater eine Teilschuld und ist deshalb oft so eklig zu ihm.

Seite:77 der LKW-Fahrer warnt Julie vor Hella. "Du solltest nicht mit jedem mitfahren es gibt so viel verrückte da draußen" Wie war und auch verrückt. Aber passt genau.

Auf jeden Fall ist Julie raus aus ihrem Schneckenhaus und Hella übernimmt Verantwortung. Bin sehr gespannt!

 

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bookslove1511 kommentierte am 18. Januar 2022 um 23:03

Es ist mein erstes Buch von der Autorin und zu meiner Schande, oder doch mein Glück? kenne ich sie weder aus dem Fernseher oder aus ihr Blog noch ihrer Kolumnen habe ich gelesen. Doch was ich über sie heute gelesen hab, hat mich ehrlich gesagt etwas schockiert. Na ja, zum Glück geht es hier nicht um sie, sondern ihr Buch.

Ich wollte dieses Buch wegen der Thematik lesen, denn ich habe auch fast 15-Jährigen zu Hause und dachte ich, es wird interessant. Nun, was ich bis jetzt gelesen hab, ist: für mich eine extrem unlogische Geschichte. Erstmal, die Autobahnbrücken sind in Deutschland min. 4,5 Meter hoch. Falls doch etwas niedrig sein sollte, kann jemand sich vorstellen, von so eine Höhe auf den harten Asphalt zu landen, ohne einen Beinbruch? Na gut, wir lassen mal eine verzweifelte Frau, welche die eine Teenegerin, die sich auf dem Autobahn umbringen wollte, ohne die Polizei zu verständigen, mit ins Krankenhaus nimmt, dort erzählt Hella doch, dass sie Juli von der Fahrbahn gezogen hat. Warum reagieren die Krankenhauspersonal so? Obwohl, vielleicht die Autorin hier witzig rüberkommen wollte, hat sie mich nicht zum Lachen gebracht! Hallooo... die Geschichte spielt in heutigen Zeit, mitten im Deutschland und nicht irgendwo im Urwald, da werden alle im Krankenhaus hellhörig. Bis jetzt, bin mittlerweile dank der sehr leichten Schreibstil auf Seite 100, konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Mal schauen!

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jenvo82 antwortete am 19. Januar 2022 um 08:50

Du bringst es ziemlich genau auf den Punkt. Man liest es leicht und locker durch, von der Story an sich habe ich mir allerdings etwas anderes versprochen. Am meisten kollidiere ich mit dem gewollt Humorvollen, dass passt für mich nicht ganz zu zwei beabsichtigten Selbstmorden, die nun erstmal auf Eis gelegt werden müssen, weil man sich mit dem Gegenüber beschäftigen muss.

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Lesebiene kommentierte am 19. Januar 2022 um 15:48

So geht es mir auch. Das Lachen bleibt mir im Hals stecken. Die Zufälle sind mir zu viele. Ich hoffe, das wird noch....

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sphere kommentierte am 19. Januar 2022 um 12:10

Das Krankenhauspersonal, das Personal an der Tankstelle...irgendwie soll das alles wohl komisch-skuril wirken, doch bei mir löst das eher kopfschütteln aus.

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Maggy kommentierte am 26. Januar 2022 um 20:44

Es ist auch das erste was ich von Rönne lese und ich hatte mir mehr erhofft,weil ich sie bis jetzt immer als so talentierte Schriftstellerin wahrgenommen habe.
Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht und finde den Schreibstils ebenfalls sehr einfach... die Geschichte wirkt viel zu konstruiert und die Charaktere sind unsympathisch und irgendwie auch nicht richtig rund.

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Maggy kommentierte am 26. Januar 2022 um 20:44

Es ist auch das erste was ich von Rönne lese und ich hatte mir mehr erhofft,weil ich sie bis jetzt immer als so talentierte Schriftstellerin wahrgenommen habe.
Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht und finde den Schreibstils ebenfalls sehr einfach... die Geschichte wirkt viel zu konstruiert und die Charaktere sind unsympathisch und irgendwie auch nicht richtig rund.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
jenvo82 kommentierte am 19. Januar 2022 um 08:47

Der erste Abschnitt ist geschafft. Tatsächlich holt mich die Geschichte bis hierhin nicht so richtig ab, was aber eindeutig an dem viel zu dick aufgetragenem, fast mutwillig humorvollem Schreibstil liegt. Vielleicht soll das der eigentlich traurigen Ausgangslage den Schrecken nehmen, für mich wirkt das aber eher gegenteilig.

Hinzu kommt eine ziemliche Antipathie meinerseits gegenüber den Figuren, mit der jüngeren Juli kann ich noch weniger Berührungspunkte finden als mit Hella, sie agieren immer direkt auf die verfahrene Situation, sind aber tatsächlich gezwungen, ihre jeweiligen Vorhaben zurückzustellen. Juli wirkt auch nicht so bedrückt, wie man es meinen könnte, nachdem sie sich von der Brücke gestürzt hat (und wirklich nur minimale Verletzungen davon trägt - auch dieser Aspekt wirkt nicht sehr authentisch).

Für mich ist das ziemlich einfache Unterhaltungsliteratur, die ich mir tatsächlich als Verfilmung noch ganz amüsant vorstellen könnte, die Schriftform finde ich nun nicht so prickelnd. Hin und wieder schimmern mal die traurigen Hintergründe durch, aber das sind nur Gedankenfetzen, nicht die generelle Stimmungslage im Buch.

Trotzdem finde ich es gut, dass die beiden Frauen jetzt ein Stück gemeinsam des Weges gehen, vielleicht erfolgt da noch eine Annäherung, die zeigen könnte, wie viel Bedeutsamkeit Zufallsbekanntschaften haben können, ich lese also gespannt weiter.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
bookslove1511 kommentierte am 19. Januar 2022 um 21:13

Für mich ist das ziemlich einfache Unterhaltungsliteratur, die ich mir tatsächlich als Verfilmung noch ganz amüsant vorstellen könnte, die Schriftform finde ich nun nicht so prickelnd.

Geht mir genauso! Als Film bestimmt eine tolle Komödie aber als Buch einfach oberflächlich.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
CynthiaM kommentierte am 20. Januar 2022 um 06:54

Tatsächlich könnte ich mir die Story auch gut als Film vorstellen.

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sphere kommentierte am 22. Januar 2022 um 12:58

Ich habe den Eindruck, es soll auf Biegen und Brechen eine Art Independet-Roadmovie-Geschichte werden...

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buecherwurm_01 kommentierte am 24. Januar 2022 um 20:24

"Tatsächlich holt mich die Geschichte bis hierhin nicht so richtig ab, was aber eindeutig an dem viel zu dick aufgetragenem, fast mutwillig humorvollem Schreibstil liegt. Vielleicht soll das der eigentlich traurigen Ausgangslage den Schrecken nehmen, für mich wirkt das aber eher gegenteilig."

So geht es mir auch, ich weiß einfach nicht so recht, was ich von all dem halten soll.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
siko71 kommentierte am 19. Januar 2022 um 10:32

Ich bin ebenfalls gut in das Buch reingekommen. Das mit der Motorhaube und dem Asphalt ist mir gar nicht so aufgefallen, da ich bei den Büchern selten den Klappentext nochmal durchlese, bevor ich mit dem Lesen beginne.

Die beiden Charaktäre Juli Pfingsten (toller Name) und Hella sind momentan für mich noch nicht so ganz zu durchschauen. Sie laufen umeinander herum, wie Löwen, um die Beute. Hella scheint mir, als brauche sie jemanden, der sie am Ende in ihrem Vorhaben bestärkt und Juli sucht jemanden zum Reden, ist aber noch nicht bereit dazu.

Lügen können die beiden aber, bis sich die Balken wieder gerade biegen.

Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist aber flüssig, man kommt gut in der Geschichte voran.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
sphere kommentierte am 19. Januar 2022 um 12:05

Ich bin zwar schon weiter, kam jedoch noch nicht zum schreiben (praktisch könnte das Buch an einem Tag gelesen werden; einerseits, weil es so "leicht" geschrieben ist, und dann...bei dem Zeilenabstand und den eher kleinen Seiten wären das weniger als 200 bedruckte Seiten).

Nun, schnell kann es gelesen werden, doch richtig warm werde ich weder mit den Protagonistinnen noch mit der Story - dabei bietet die Idee wirklich Potential, im Sinne einer Roadmovie-Story (gibt ja etliche Filme u. Bücher mit ähnlicher Thematik). Doch die Autorin bleibt mir zu oberflächlich, es werden nur wenige wirklich interessante Aspekte aus dem Leben der beiden beleuchtet - und wenn, dann oft mit Humor - finde ich unnötig.

Bei Hella wird der Bogen einfach überspannt; als ob sie 30 Jahre im Winterschlaf verbracht hat. Hm.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
bookslove1511 kommentierte am 19. Januar 2022 um 21:06

Bei Hella wird der Bogen einfach überspannt; als ob sie 30 Jahre im Winterschlaf verbracht hat. Hm.

Ha Haaa...Dat Stimmtttt!!! Toll ausgedrückt! :))

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
alinaszeilenliebe kommentierte am 19. Januar 2022 um 22:03

Ich habe den ersten Leseabschnitt nun auch beendet und weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, was ich davon halten soll. Bei dem Klappentext habe ich mit einer sehr emotionalen Geschichte gerechnet, aber bisher hat mich die Story einfach noch nicht abgeholt. Weder zu Juli noch zu Hella habe ich einen
Zugang gefunden, aber damit scheine ich ja nicht alleine zu sein. Ich hoffe, dass man in den nächsten Kapiteln noch tiefere Einblicke erhält und ihre Beweggründe erklärt werden.
Den Schreibstil finde ich sehr locker und ich konnte den Leseabschnitt recht schnell beenden. Bei der Thematik hätte ich eigentlich gedacht, dass man zwischendurch auch mal innehalten muss, um das Gelesene zu verarbeiten, aber das war bisher noch nicht der Fall.

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jenvo82 kommentierte am 20. Januar 2022 um 09:26

Da stimme ich dir zu, zum Innehalten animiert der Text wirklich nicht. Reflektiert wird eigentlich das, was tatsächlich geschieht, die Handlungen in der jeweiligen Situation (vom Suchen der Rettungsdecke, vom abgewetzten Hotelzimmer ...), das kann man sicher sehen und wahrnehmen, das macht für mich aber noch keinen guten Roman aus, wirkt eher oberflächlich. Und die Gedanken, die ich mir eigentlicch gerne machen würde, werden gar nicht so stark angeregt, als dass ich sie konkret in Worte fassen könnte.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
holdesschaf kommentierte am 23. Januar 2022 um 16:01

Wie schon in der Leseprobe begeistert mich erstmal der Schreibstil. Wenn man bedenkt, was die beiden Damen so vorhatten, finde ich den im Gegensatz dazu erfrischend lebendig und locker sarkastisch. Hellas Gedanken so völlig desillusioniert vom Leben und Juli ohne Ausweg aus ihrem. Nur weiß man bei beiden noch nicht, warum überhaupt. Was war der Auslöser für ihre endgültigen Entscheidungen. Gut, Hella ist älter, aber noch keine 70 und ein baldiges natürliches Ableben nicht in Sicht. Ist sie krank? Bei Juli weiß man so gar nicht was los ist. Da bin ich echt neugierig. Der Vater scheint lieb zu sein. Die Mutter lange weg, auch in der bewussten Erinnerung ihrer Tochter. Was ist da passiert?
Juli versucht noch ein paar Mal zu flüchten und Hella weiß gar nicht so recht, warum sie sich kümmert. Sehr skurrile Szenen. Bin gespannt, was passiert, nachdem Juli jetzt weiß, dass Hella die Schlagersängerin von Lied 2 auf der selbstgebrannten CD ist, die sie immer mit ihrem Vater gehört hat. Hella ist die Situation glaub ich unangenehm. Aber vielleicht kommen sie so ins Gespräch. Das hat noch nicht wirklich stattgefunden. Trotzdem fühle ich mich bestens unterhalten.
Dass die Beschreibung des Inhaltes nicht stimmt, weil Juli nicht auf dem Auto landet, ist mir auch aufgefallen. Naja, da hat der Praktikan wohl den Anfang nicht genau gelesen. Oder es wurde nachträglich geändert und der Klappentext vergessen. So oder so ist es ein Wunder, dass Juli nahezu unverletzt ist. Pech für sie...

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 87
buecherwurm_01 kommentierte am 24. Januar 2022 um 20:35

Ich konnte den ersten Abschnitt relativ schnell durchlesen. Leider weiß ich noch nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Der Klappentext hat mein Interesse geweckt, denn er zeigt ein ernstes Thema mit zwei unterschiedlichen Protagonistinnen, die mit ihren Problemen nicht fertig werden. So weit, so gut. In diesem ersten Abschnitt werden die beiden vorgestellt und das ernste Thema wird bemüht humorvoll in Angriff genommen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, das Thema in Romanform anzugehen und hierzu skurrile Persönlichkeiten einzusetzen. Aber die hier verwendeten Stilmittel finde ich nicht so passend. 

Die Herleitung, wie sich die Probleme der beiden entwickelt haben, wird noch sehr dürftig gehalten. Ich hoffe, dass es in dieser Hinsicht noch tiefgründiger wird. Das vermisse ich bisher.