Leserunde

Leserunde zu "Ende in Sicht" (Ronja von Rönne)

Ende in Sicht -

Ende in Sicht
von Ronja von Rönne

Bewerbungsphase: 17.12. - 06.01.

Beginn der Leserunde: 13.01. (Ende: 03.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des dtv Verlags – 20 Freiexemplare von "Ende in Sicht" (Ronja von Rönne) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

»Von all den guten Gründen zu sterben, und von all den viel besseren, am Leben zu bleiben.«

Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien? Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.

»Wenn Ronja von Rönne mal wieder sterben will, ruft sie entweder mich an – oder schreibt ein großartiges Buch. Jetzt habe ich schon länger nichts von ihr gehört.« Benjamin von Stuckrad-Barre

»Das wollte ich doch sagen, Benjamin!« Martin Suter

ÜBER DIE AUTORIN:

Ronja von Rönne, geboren 1992, ist Schriftstellerin, Journalistin und Moderatorin. 2015 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Seit 2017 moderiert sie auf ›Arte‹ die Sendung ›Streetphilosophy‹ und schreibt für die ›DIE ZEIT‹ und ›ZEIT ONLINE‹.

05.02.2022

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 176 bis Ende

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 176 bis Ende
Jamboo kommentierte am 16. Januar 2022 um 15:31

Schon zu Ende, liest sich aber auch fesselnd und flott weg.

Hier im dritten Teil halten sich für mich Licht und Schatten die Waage. Der Auftritt im Schwimmbad war mir zu übertrieben und zu sehr auf Effekte ausgerichtet. Der Abgang auf S. 187 selbst für Hellas Verhältnisse zu schräg, höchstens mit ihrem Restalkoholspiegel zu entschuldigen *augenroll*, nun ja Geschmacksache halt.

S. 196 ist mir eine Formulierung als merkwürdig aufgefallen, kann man tatsächlich sagen sie schälte sich in einen Bademantel? Ich kenne nur, sich aus etwas schälen, diese Form wird auch später noch benutzt.

S. 204/205 kann man nur sagen - Frechheit siegt, so schamlos wie Hella da ihre ehemalige Popularität ausspielt, ok, passt zu dem eigenwilligen Szenario in der Therme.

Hella hat also auch keine gute Beziehung zur Mutter, wurde stets übersehen und in den Schatten der Schwester geschoben. Auch die, vielleicht letzte, Begegnung im Altenheim wendet die Sache nicht zum Guten.

Auch die Szene im Cafe in Lindau, wo Hella auf einen ehemaligen Verehrer trifft, wirkt auf mich surreal und endet natürlich auch nicht befriedigend, dass ihr zum Schluss eine hohe Rechnung präsentiert wird - nee, oder?!

Und dann das Ende, alles bleibt  offen... Man kann das unbefriedigend finden, aber für mein Empfinden passt es perfekt, auf seine Weise irgendwie genial. Hat sich Juli tatsächlich vor den Zug geworfen oder nicht? Hella hat auf jeden Fall Abstand genommen von ihrem Todeswunsch, obwohl Juli für sie noch die Arzt-Unterschrift auf den Unterlagen gefälscht hat. Sie "rückt ihr Krönchen zurecht" und macht weiter, wie der Epilog zeigt. Im ersten Moment dachte ich, Juli sitzt vielleicht wirklich im Publikum, aber wahrscheinlicher ist eigentlich, dass nur Hella sie sieht, weil sie es möchte, weil sie sich für Juli für das Weiterleben entschieden hat und jetzt für sie singt... 

Wie man erkennen kann, hat mir im dritten Abschnitt vor allem das Ende gefallen ;).

 

 

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 176 bis Ende
TochterAlice kommentierte am 17. Januar 2022 um 17:45

S. 196 ist mir eine Formulierung als merkwürdig aufgefallen, kann man tatsächlich sagen sie schälte sich in einen Bademantel? Ich kenne nur, sich aus etwas schälen, diese Form wird auch später noch benutzt.

Das sehe ich genauso, ich fand das auch merkwürdig!

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Minijane kommentierte am 18. Januar 2022 um 17:23

Ich kann mich Deinem Fazit nur anschließen!

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nachtfledermäuschen kommentierte am 19. Januar 2022 um 19:25

 Im ersten Moment dachte ich, Juli sitzt vielleicht wirklich im Publikum, aber wahrscheinlicher ist eigentlich, dass nur Hella sie sieht, weil sie es möchte, weil sie sich für Juli für das Weiterleben entschieden hat und jetzt für sie singt... 

 

Ich fürchte, du hast Recht!
Ich habe das gesamte Buch nochmal durchgekuckt, aber ich habe nur den Teil auf Seite 15 gefunden, wo von dem Auftritt in zwei Wochen erzählt wird, wo Hella gar nicht vorhat aufzutreten. Und an der Stelle sind sie sich ja noch gar nicht begegnet..

Aber ich würde mir wirklich von Herzen wünschen, dass Juli da im Möbelhaus sitzt.

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Lesebiene kommentierte am 20. Januar 2022 um 14:59

Einschälen habe ich noch nie gehört. 

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:47

Ich habe das Ende nicht als offen interpretiert, sondern, dass Juli tatsächlich dort saß, fand es aber befremdlich, dass sich Hella in Anbetracht eines Personenschadens nicht davon überzeugt hat, was wirklich passiert ist.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:55

Ja, das fand ich auch total komisch!

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Jamboo kommentierte am 17. Januar 2022 um 17:18

Eines hat mir am Ende gefelht, ich hätte sehr gerne gehabt, dass sich das Geheimnis um Julis Mutter aufklärt.

Obwohl vielleicht nicht so richtig passen würde, weil man Julis momentane Situation und Gefühlslage begleitet und sie es ja selbst nicht weiß und es auch nicht Ziel der Geschichte ist, diese Unklarheiten zu beseitigen... - trotzdem hätte ich es einfach gern gewusst. Geht euch das auch so?
 

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TochterAlice kommentierte am 17. Januar 2022 um 17:47

Ja, mir geht es auch so - aber ich denke, es hat damit zu tun, das wir eben Julis Sicht kennenlernen. Und das ist das, was sie über ihre Mutter weiß, sich gemerkt hat, oder auch das Bild, das sie sich gemacht hat. Das wissen wir nicht so genau - vielleicht Juli selbst ja auch nicht!

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alinaszeilenliebe kommentierte am 21. Januar 2022 um 20:02

Ja, das geht mir auch so. Mir war das Ende aber generell zu offen. Ich hätte auch gerne noch erfahren, wie Julis Vater mit ihrem Verschwinden umgegangen ist. 

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Minijane kommentierte am 18. Januar 2022 um 17:25

Ups, da bin ich der Autorin bzw.Hella wohl auf den Leim gegangen. Da hat sie tatsächlich ihre schwere Krankheit für die Sterbeklinik in der Schweiz nur vorgetäuscht. Wie abgeschmackt! Damit fällt ihr Motiv für mich in sich zusammen und ich kann ihre Motivation nicht mehr nachvollziehen. Letztendlich entscheidet sie sich ja auch für das Leben, aber sie wird für mich absolut unglaubwürdig, auch wenn ihr Leben zugegeben natürlich viele Tiefen hat. 
Juli nehme ich die Depression und den Sterbewunsch inzwischen viel eher ab. Auch ich denke ihr Auftauchen am Schluss bei Hella's Auftritt ist eine Projektion von Hella, und sie hat tatsächlich auf dem Bahnsteig einen weiteren erfolgreichen Selbstmordversuch verübt.

Heftig, ich bin mir noch nicht schlüssig, wie ich das Buch bewerten soll. Das Ende war für mich stimmig, aber diese krass überzeichneten Figuren waren mir zu gewollt. Wenn der Humor zum Kalauer wird, hat er mich verloren. 

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:48

Ich habe ihr Motiv so verstanden, dass sie Auftritte in Billigbaumärkten o.ä. als trostlos empfand.

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jenvo82 kommentierte am 25. Januar 2022 um 11:11

"Wenn der Humor zum Kalauer wird, hat er mich verloren."

Mich definitiv auch, leider zeiht sich diese Art des Humors unaufhaltsam durch den gesamten Text, da gibt es keine längere Textstelle, die nicht irgendwie überspitzt und ins Lächerliche gezogen wird

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Minijane kommentierte am 25. Januar 2022 um 17:12

Das ist wohl so! 

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Minijane kommentierte am 18. Januar 2022 um 19:29

Ich merke, dass ich doch ganz schön nachdenke über das Buch und seine Wirkung auf mich und was ich wirklich schade finde ist, dass ich zu den Protagonistinnen keine Verbindung aufbauen konnte, sie lediglich Mitleid bei mir erzeugt haben. Ich glaube mich hat auch diese Empathielosigkeit von Hella und der oft barsche, respektlose Ton von Juli abgestoßen. 
Fandet ihr die Charaktere sympathisch?

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TochterAlice kommentierte am 18. Januar 2022 um 22:13

Ich muss sagen, ich fand sie nicht sehr sympathisch. Andererseits habe ich ihnen gegenüber einen großen Abstand gehabt - das war durch den Erzählstil der Autorin bedingt. Ich habe immer den Eindruck gehabt, das alles passiert ganz weit weg von mir und ist auch irgendwie nicht wichtig - weder für die Autorin noch für mich. Komisch irgendwie, ich weiß nicht ob und wann ich so etwas während einer Lektüre bereits erlebt habe.

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Lesebiene kommentierte am 20. Januar 2022 um 15:01

Ich fand sie weder noch. Konnte keine Nähe aufbauen, konnte sie nicht an mich heranlassen. Sie sind mir egal....

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Jamboo kommentierte am 23. Januar 2022 um 09:44

Nein, sympathisch waren sie nicht.

Aber ich glaube auch nicht, dass die Autorin Sympathie für ihre Protagonistinnen wecken wollte. Von daher hat sie ihr Ziel durchaus erreicht *g*.
 

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:49

Ich konnte auch nicht wirklich eine Beziehung zu den Figuren aufbauen.

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jenvo82 kommentierte am 25. Januar 2022 um 11:12

Nein, ich fand die Charaktere sehr unsympathisch, aber vor allem unglaubwürdig und das wiegt viel schwerer, als fehlende Zuneigung.

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TochterAlice kommentierte am 18. Januar 2022 um 22:15

Ich muss sagen, ich fand das Buch nicht schlecht, aber eben auch nicht richtig gut. Die Figuren und das Geschehen konnte mich nicht packen und/oder bewegen.

Ich fühle mich mit und nach dem Ende so ein bisschen allein gelassen. Ich fand das offene Ende zwar auch ganz passend, aber irgendwie war es mir dennoch in seiner Ausrichtung deutlich zu belanglos. Ich bin noch am überlegen, wie ich es rezensieren soll.

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Readaholic kommentierte am 21. Januar 2022 um 07:47

Mir geht es ganz ähnlich. Ich konnte keine Empathie mit den beiden empfinden und dadurch auch keine Sympathie für sie entwickeln. Sie sind mir einfach fremd geblieben. Das Ende lässt mich auch etwas ratlos zurück. Beim ersten Durchlesen dachte ich wirklich, Juli sitzt im Publikum. Aber wahrscheinlich ist es nicht. Denn dass es jemand anderes war, der sich genau zu diesem Zeitpunkt in Lindau vor den Zug geworfen hat, ist noch viel unwahrscheinlicher. An Hellas Stelle würde ich mich schuldig fühlen. Sie war so happy, einen alten Fan und Weggenossen zu finden, dass sie Juli komplett ignoriert hat. Ich dachte eigentlich, Juli hätte ihren Selbstmordplan aufgegeben. 

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alinaszeilenliebe kommentierte am 21. Januar 2022 um 20:15

Ich kann euch beiden nur zustimmen. Die Protagonistinnen waren für mich irgendwie nicht greifbar. Das Ende hat mehr Fragen aufgeworfen, als es beantwortet hat. 

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:50

Geht mir auch so, ich hätte sowohl sprachlich als auch von der Figurenentwicklung noch ein paar Knaller erwartet, um mich mit dem Buch wohlzufühlen.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 19. Januar 2022 um 21:07

Puuuh... das war wirklich ein voll gepackter und harter dritter Leseabschnitt...

Direkt zu Beginn etwa ab Seite 179 als Hella im McDonalds absolut frei von der Leber weg so verletzende Dinge zu Juli sagt, ohne selbst zu merken wie verletzend sie ist, habe ich mich sehr an meinen Vater erinnert gefühlt. Bei einem gewissen Alkoholpegel denkt er nicht mehr nach bevor er etwas sagt - da kommen dann wirklich verletzende Dinge aus seinem Mund. 
Also vielleicht ist diese Szene wirklich noch einem Restalkohol zuzuschreiben.

Die Sache im Hallenbad fand ich sehr grenzwertig. Sich einschließen zu lassen, wirkt wie ein spontaner Einfall Hellas, der sie mit jugendlicher Begeisterung erfüllt (S.191). Während Juli schlief, scheint es Hella aber nicht gut gegangen zu sein. Den vielen leeren Sektflaschen nach zu urteilen, hielt ihre Begeisterung nicht lange an. Vielleicht weil sie die Aktion an früher erinnert hat.

Bei dem Besuch von Hella bei ihrer Mutter musste ich weinen. Wie Hella sich freut, als ihre Mutter sich so über ihren Besuch zu freuen scheint, bis offensichtlich wird, dass ihre Mutter sich nur so freut, weil sie Hella mit ihrer Schwester verwechselt. Die Pflegerin, die helfen will, scheint alles noch zu verschlimmern. 
Es kann gut sein, dass ich mich damit jetzt zu weit aus dem Fenster lehne, aber ich denke, die Musik hat tatsächlich erinnern geholfen. Die Frau hat gemerkt, dass sie nicht Theresas Hand streichelt, sondern Hellas und verhält sich deshalb plötzlich so abweisend. Es scheint ein wenig zu sein wie auf dem Feuerwehrfest; die Menschen wollen sich mit dem Star Hella Licht brüsten, aber die Person an sich bedeutet ihnen nichts. Wenn so etwas von der eigenen Mutter kommt, ist das natürlich extrem verletzend.
Sehr schade fand ich hier auch, dass Juli ihr nichts von der Freude und dem Verhalten der anderen Bewohner erzählt hat, als Hellas junge Stimme durch das Altersheim schallte. Das hätte Hella vielleicht etwas aufgebaut.

Das Ende am Bahnhof hat mich sehr verwirrt.
Als Juli das Schneckenhaus nicht finden kann, heißt es auf Seite 240, blitzt bei ihr der Gedanke auf, sich vor den einfahrenden Zug zu werfen. Doch ein Geruch erinnert sie an Hellas e-Zigarette, sodass sie sich nach Hella umschaut, statt den Gedanken weiter zu verfolgen. Währenddessen fährt der Zug ein.
Auf Seite 242 heißt es dann aber: "Sie hörte das Rauschen des ankommenden Zuges, und dann, für eine Sekunde nur, war sie sich sicher, das Schneckenhaus im Kiesbett zwischen den Gleisen ausmachen zu können."
Das klingt danach, dass sie sich ins Kiesbett stürzen könnte, um das vermeintliche Schneckenhaus zu holen. Allerdings dachte ich nach Seite 240, dass der Zug schon eingefahren ist. Wie soll das also sein?

Und vor allem: 
Warum schaut Hella nicht nach, ob Juli sich vor den Zug geworfen hat? Mir wäre das lieber als ewige Unsicherheit.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 19. Januar 2022 um 21:37

Ich habe schon in vielen Kommentaren gelesen, dass Juli eigentlich keinen Grund hat sich umbringen zu wollen. Allerdings glaube ich, dass Depression so nicht funktioniert. Depression ist es egal, ob es einen Grund gibt oder nicht. Man empfindet positive Begebenheiten nicht als positiv. Und jede negative Begebenheit wird als negativer empfunden und lässt die Erinnerung an vergangene negative Erfahrungen aufleben. Du fühlst dich allein. Du denkst, dass es den Leuten besser gehen würde, wenn du nicht da bist. Und du siehst auch keinen Weg, der aus deiner Situation führt. So ist zumindest meine Erfahrung.
Auch wenn Hella Juli oft auf die Nerven gegangen ist, hat sie ihr doch auch das Gefühl gegeben, dass sie sie nicht loswerden möchte. Dass es ihr wichtig ist, dass es Juli gut geht... auf ihre verdreht Art.
Ich möchte unbedingt ein positives Ende für Juli. Also ist für mich jemand anderes vor den Zug gesprungen, nicht Juli. Juli ist nach Hause gefahren, hat ihrem Vater gebeichtet, dass sie das mit den Karten schon lange weiß, ihm aber nicht weh tun wollte. Außerdem hat sie Kontakt mit Lucija aufgenommen, mit der sie jetzt in ständigem Austausch steht. Und weil sie wissen wollte, ob Hella den Termin in der Schweiz jetzt wahrgenommen hat oder nicht, hat sie sie gegoogelt und dabei festgestellt, dass sie bei der Möbelhauseröffnung auftreten soll. Sie ist froh, dass Hella noch am Leben ist und wollte sie einfach wiedersehen und ihr das auch sagen.

So stell ich mir das Ende vor. Das brauch ich einfach. :O)

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Jamboo kommentierte am 20. Januar 2022 um 16:47

Vielleicht hat Ronja von Rönne das Ende gerade deshalb so gestaltet - dass sich ein jeder es für sich interpretieren kann.

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Lesebiene kommentierte am 20. Januar 2022 um 19:24

Das könnte sein .....

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Lesebiene kommentierte am 20. Januar 2022 um 19:25

Das könnte sein .....

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alinaszeilenliebe kommentierte am 21. Januar 2022 um 20:25

Ich habe schon in vielen Kommentaren gelesen, dass Juli eigentlich keinen Grund hat sich umbringen zu wollen. Allerdings glaube ich, dass Depression so nicht funktioniert. Depression ist es egal, ob es einen Grund gibt oder nicht. Man empfindet positive Begebenheiten nicht als positiv. Und jede negative Begebenheit wird als negativer empfunden und lässt die Erinnerung an vergangene negative Erfahrungen aufleben. Du fühlst dich allein. Du denkst, dass es den Leuten besser gehen würde, wenn du nicht da bist. Und du siehst auch keinen Weg, der aus deiner Situation führt. So ist zumindest meine Erfahrung.

Das sehe ich auch so, allerdings finde ich, dass man das besser hätte darstellen können. Julis Gefühle wurden nur selten tiefergehend beschrieben, sodass man Schwierigkeiten hat, sich in ihre Lage hineinzuversetzen. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie ihre Einsamkeit mit ihren Sprüchen überspielt hat und sich kaum öffnen konnte. 

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Jamboo kommentierte am 23. Januar 2022 um 09:47

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen.

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:52

Beim Nachwort dachte ich, "ach ja, es ging um Depression", während des Lesens spielte das aber tatsächlich kaum eine Rolle.

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jenvo82 kommentierte am 25. Januar 2022 um 11:16

Das fand ich so schade an dem Buch, dass die Thematik der Depression, so stiefmütterlich behandelt wurde. Ich habe selbst keine Erfahrungswerte mit dieser Krankheit, konnte durch das Lesen des Buches aber auch keine neuen Einsichten gewinnen. Dabei hätte mich gerade das Tieftraurige gereizt.

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CynthiaM kommentierte am 20. Januar 2022 um 06:49

Das Buch hat sich zügig und leicht lesen lassen. Der dritte Abschnitt war irgendwie auch nciht so ganz befriedigend. Noch mehr Abstecher, ein "Einbruch" in die Therme und ein teurer Eiscafébesuch. Irgendwie ist Hellas letzte Reise scheinbar signifikant für ihr Leben. Viele lose Begegnungen, ein paar Überschreitungen und Ausschreitungen, und die Erkenntnis, dass ihr Name nochw as zählt, wenn es darum geht eine Strafe abzuwenden (oder zumindest einen Skandal auszulösen). Irgendwie finde ich das traurig. 

Und Juli? Will eigentlich nciht bei Hella bleiben aber sich eigentlich auch nicht trennen. Scheint ebenfalls irgendwie bezeichnend zu sein. 

Das Ende bleibt ja alles in allem ziemlich offen. Noch ist keiner Tod aber wies weitergeht wird auch nicht gesagt. Passt irgendwie zum Buch. 

Über meine Empfindungen zum Buch muss ich mir noch klar werden. Ich wollte dieses Buch lieben- nicht zuletzt weil ich die kleine Diskoschnecke so toll finde. Aber meine Erwartungen konnte es nciht ganz erfüllen. Das Thema Depression wird immer mal wieder angeschnitten, aber irgendwie hatte ich mir da mehr Offenheit erwartet und vllt auch, dass Hella und Juli mal echt miteinandern reden und Juli auch mit ihrem Vater. 

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Lesebiene kommentierte am 20. Januar 2022 um 15:11

Ich weiß nicht wie ich diese Geschichte finde.

Der dritte Abschnitt hat  mir noch am besten gefallen. Es gab Erkenntnisse. Über Juli, die auch in der Nähe von Menschen sehr einsam ist. Hella ist ständig auf der Suche nach Bestätigung. Das sind wohl beides Depressionen. Ich bin da nicht so bewandert.

Der Schluss ist für mich schlüssig. Juli hat sich nicht umgebracht und das finde ich schön. Hella hat sich wieder nicht getraut und hat es nicht geschafft auf dem Bahnhof nach Juli zu schauen. Das ist so typisch für sie. Immerhin lebt sie und tingelt weiter.

Der Roman hat mich nicht erreicht. Mir hat auch der Schreibstil nicht gefallen. Plumper Brachialhumor und gestelzte Sprache. War gewesen Sätze! Ich hasse sie.

 

 

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CynthiaM kommentierte am 25. Januar 2022 um 13:48

Bin auch sehr zwiegespalten, vermutlich weil ich auch etwas völlig anderes erwartet hatte... 

Mir ist das Thema Depression insgesamt auch zu oberflächlich behandelt worden. 

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 176 bis Ende
Lesebiene meckerte am 20. Januar 2022 um 15:12

Ich weiß nicht wie ich diese Geschichte finde.

Der dritte Abschnitt hat  mir noch am besten gefallen. Es gab Erkenntnisse. Über Juli, die auch in der Nähe von Menschen sehr einsam ist. Hella ist ständig auf der Suche nach Bestätigung. Das sind wohl beides Depressionen. Ich bin da nicht so bewandert.

Der Schluss ist für mich schlüssig. Juli hat sich nicht umgebracht und das finde ich schön. Hella hat sich wieder nicht getraut und hat es nicht geschafft auf dem Bahnhof nach Juli zu schauen. Das ist so typisch für sie. Immerhin lebt sie und tingelt weiter.

Der Roman hat mich nicht erreicht. Mir hat auch der Schreibstil nicht gefallen. Plumper Brachialhumor und gestelzte Sprache. War gewesen Sätze! Ich hasse sie. Schade ich hatte mehr erwartet ....

 

 

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Readaholic kommentierte am 21. Januar 2022 um 07:53

Ich finde die Sprache auch so bewusst originell. Das oben erwähnte "sich in den Bademantel schälen" zum Beispiel. 

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siko71 kommentierte am 21. Januar 2022 um 15:09

Mehr oder weniger hat sich meine Vermutung, was das Ende des Buches betrifft, bestätigt. Die beiden, Juli und Hella, haben sich irgendwie gebraucht um mit ihren Problemen und Vorhaben zurecht zu kommen bzw. diese mal für einoge Momente zu vergessen.

Das Ende ist ja mehr oder weniger offen, ist es eine Fatamogana, was Hella beim Auftritt sieht oder wahr? Ich gehe von dem Besten aus, das es wahr ist.

Rezi folgt.

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bookslove1511 kommentierte am 23. Januar 2022 um 00:15

Also wenn ich ehrlich bin, ich habe hier Grund der Thematik und wegen des Roadtrips eine gefühlsvolle und lustige Geschichte erwartet, was ich dagegen bekommen hab, ist: oberflächliche, unauthentische, stellenweise extrem unlogische Story. Es gab viele Stellen, die eigentlich lustig wirken müssten/sollten, bei mir aber nicht mal ein Lächeln zaubern konnten. Also gut, ich muss ja nicht lachen, besonders im Hintergrund um es Depressionen geht, aber Hand auf Herz, habt ihr hier über das Thema Depressionen viel gelesen?
Auch im dritten Teil des Buches war für mich einfach nur unrealistisch. Hella, die eine depressive, pubertierende Mädchen mitnimmt, aber auf dem Weg einfach mal vergisst, weil sie bei ihrem alten Freund alte Erinnerungen und feinsten Alkohol genießt. Ja fahr mal, heißt es, obwohl das Mädchen nicht mal wusste, wo der Bahnhof ist. Und warum in aller Welt, findet Hella nicht herraus, ob Juli sich vor dem Zug geworfen hat oder nicht? Ich sage nur: Das gesamte Buch ist einfach nur unlogisch! Meine Empfindung, bitte nicht persönlich nehmen!!!!

Es ist ein leichter Unterhaltungsroman, welcher der sein Leser bestimmt finden werde, aber ich gehöre leider nicht in diese Gruppe.

 

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Jamboo kommentierte am 23. Januar 2022 um 09:52

Alles, was du schreibst, kann ich nachvollziehen.

Nur als "leichten Unterhaltungsroman" habe ich das Buch nicht empfunden. Trotz aller vordergründigen skurrilen Szenen gibt es einige Momente wo es in die Tiefe geht und die zum Nachdenken anregen.

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Lesebiene kommentierte am 23. Januar 2022 um 10:04

Ein leichter Roman ist es gewiss nicht. Es gibt viele anregende und auch traurige Momente. Leider aber auch viel Skurriles und unrealistisches. 

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Lesebiene kommentierte am 23. Januar 2022 um 10:00

Ich kann deine Meinung nachvollziehen. Ich finde das Hella hier das Kind ist. Juli ist  eigentlich recht vernünftig. Der Klappentext passt meiner Meinung nach auch nicht zum Inhalt dieses Buches. Ich finde auch vieles unlogisch und denke das jeder der eine Depression hat sich hier nicht wieder findet. Das verwundert mich, weil die Autorin ja wohl sehr damit zu kämpfen hat. Habe ich jedenfalls so verstanden.

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nachtfledermäuschen kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:52

Hmm also ich habe Depression. Und ich kann mich da in einigem doch schon wiederfinden. Deshalb hat mich das Buch vor allem am Ende ziemlich mitgenommen.

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Lesebiene kommentierte am 23. Januar 2022 um 17:30

Dann hast du ein besseres Verständnis. Ich dachte schon das es auch an mir liegt...

 

 

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Lesebiene kommentierte am 23. Januar 2022 um 17:30

Dann hast du ein besseres Verständnis. Ich dachte schon das es auch an mir liegt...

 

 

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Estrelas kommentierte am 23. Januar 2022 um 12:45

Nun ja, ich habe das Ende so kommen sehen. Allerdings hatte ich mir davor mehr erwartet, z.B. die Auseinandersetzung mit dem Tod und den Beweggründen kam mir viel zu kurz. Auch blieben die Figuren weiter distanziert, so dass es mir auch nicht sehr naheging. Ich bin ein bisschen enttäuscht von diesem Buch.

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CynthiaM kommentierte am 25. Januar 2022 um 13:49

Das empfinde ich ganz ähnlich, hast du gut auf den Punkt gebracht.

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jenvo82 kommentierte am 25. Januar 2022 um 11:23

Das Ende des Buches reiht sich in meine Eindrücke zu den übrigen Leseabschnitten ein. Mir wird dieser Roman eher negativ in Erinnerung bleiben.

Bis eben hab ich mich nicht mal gefragt, ob Juli nun vor den Zug gesprungen ist oder nicht, ich hab sie tatsächlich im Publikum vermutet und damit quicklebendig vor mir gesehen. Das man das auch anders interpretieren könnte, ist mir tatsächlich erst beim Durchlesen eurer Meinungen klar geworden. Ich nehme an, ich lese einfach zu viele Bücher, bei denen jemand stirbt und das nicht einmal ungern, aber diese Story war für mich mehr Klamauk und da passt ein tödliches Ende nicht so recht, erst recht nicht auf der emotionalen Ebene, denn mir fehlte hier jegliche Empathie für die Protagonisten.

Thema: Lektüre, Teil lll; Seite 176 bis Ende
Lesebiene kommentierte am 26. Januar 2022 um 10:12

Ich habe Juli auch quicklebendig im Publikum gesehen! Die anderen Meinungen habe ich auch gelesen. Ich teile deine Meinung.

Ich bin enttäuscht von diesem Buch ...