Leserunde

Leserunde zu "Every" (Dave Eggers)

Every (deutsche Ausgabe) -

Every (deutsche Ausgabe)
von Dave Eggers

Bewerbungsphase: 30.09. - 14.10.

Beginn der Leserunde: 21.10. (Ende: 11.11.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Kipenheuer & Witsch Verlags – 20 Freiexemplare von "Every" (Dave Eggers) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Nach »Der Circle« legt Dave Eggers mit »Every« eine rasante Fortschreibung seines Weltbestsellers vor - ein hochbrisanter Thriller

Der Circle ist die größte Suchmaschine gepaart mit dem größten Social-Media-Anbieter der Welt. Eine Fusion mit dem erfolgreichsten Onlineversandhaus brachte das reichste und gefährlichste – und seltsamerweise auch beliebteste – Monopol aller Zeiten hervor: Every.

Delaney Wells ist »die Neue« bei Every und nicht gerade das, was man erwarten würde in einem Tech-Unternehmen. Als ehemalige Försterin und unerschütterliche Technikskeptikerin bahnt sie sich heimlich ihren Weg, mit nur einem Ziel vor Augen: die Firma von innen heraus zu zerschlagen. Zusammen mit ihrem Kollegen, dem nicht gerade ehrgeizigen Wes Kavakian, sucht sie nach den Schwachstellen von Every und hofft, die Menschheit von der allumfassenden Überwachung und der emojigesteuerten Infantilisierung zu befreien. Aber will die Menschheit überhaupt, wofür Delaney kämpft? Will die Menschheit wirklich frei sein?

Wie schon bei »Der Circle« weiß Dave Eggers wie kein zweiter unsere Wirklichkeit so konsequent weiterzudenken, dass einem der Atem stockt beim Lesen. Man kann nur inständig hoffen, dass die Realität nicht schneller voranschreitet, als Dave Eggers schreiben kann.

ÜBER DEN AUTOR:

Dave Eggers, geboren 1970, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren. Sein Roman »Der Circle« war weltweit ein Bestseller. Sein Werk wurde mit zahlreichen literarischen Preisen ausgezeichnet. Der Roman »Ein Hologramm für den König« war nominiert für den National Book Award, für »Zeitoun« wurde ihm u.a. der American Book Award verliehen. Dave Eggers stammt aus Chicago und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Nordkalifornien.

13.11.2021

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 445 bis Ende

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 445 bis Ende
easymarkt33 kommentierte am 25. Oktober 2021 um 11:51

Mit dem Tod von Delauney erreicht das Buch das Ende der Freiheit und des freien Willens. Every sorgt zu 100% für das Ende der Gesellschaft des Ichs.

Die Flut an Selbstmorden wird steigen?

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 445 bis Ende
alasca kommentierte am 26. Oktober 2021 um 12:55

Das Private, Persönliche und Individuelle wird erstickt, zugunsten von Wohlverhalten, Gemeinsinn und Umwelt. Die, die dabei auf der Strecke bleiben, spielen keine Rolle. Landen wir aus lauter Bequemlichkeit in einer Öko-Diktatur? Und kann man so die Welt retten? Eggers extrapoliert die Gegenwart.

Aber ich bin mir nicht sicher, ob unsere Welt wirklich in diese Richtung geht. Geht sie nicht in die entgegengesetzte Richtung? Immer weniger Konsens, immer mehr Individualität, immer mehr Hass? Jede:r will besonders sein. Obwohl: Das ist quasi der Startpunkt in Eggers´ Dystopie. 

Wie finde ich denn dieses Buch? Das weiß ich noch gar nicht so genau, muss erstmal meine Gedanken ordnen. 

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SunshineSzar kommentierte am 26. Oktober 2021 um 13:46

Das Ende hat mich nun wirklich überzeugt (ich möchte jetzt nicht zu viel verraten), aber bis dahin war es manchmal für mich ein kleiner Kampf. Die Storyline blieb zwar die ganze Zeit interessant und hat mich auch wirklich zum Nachdenken gebracht, aber mir hat einfach etwas Tiefe gefehlt – und auch, dass ich mich mit den Figuren etwas besser identifiziere. Es blieb teilweise etwas zäh und es gab auch die ein oder andere Länge.

Trotzdem wurde ich gut unterhalten und muss jetzt erstmal in mich gehen, bevor ich die Rezi verfasse.

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Minijane kommentierte am 05. November 2021 um 13:38

Ich stimme Dir insofern zu, als dass ich mir die Figuren, insbesondere Delaney mit etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. So kam man ihr nicht wirklich nah. Etwas gestraffter hätte der Roman auch ruhig sein können und spannender. Trotzdem fand ich "Every" recht unterhaltsam mit interessanten Ideen und Anregungen zum Nachdenken. Das Ende passt für mich auch, aber es kommt mir so vor, als hätte Eggers es sich mit diesem Ende auch etwas einfach gemacht. 
So fällt meine Bilanz verhalten positiv aus, kein Highlight, leider!

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Bisco kommentierte am 13. November 2021 um 19:45

Muss ich dir leider zustimmen, gute 50-100 Seiten weniger hätten dem Buch gut getan. Mir wurde zu oft vieles Wiederholt, dass ständige Scheitern bei den Apps und was sie eigentlich an Reaktionen hervorbringen sollten. Der Part nach dem Angriff wo sie mal wach ist, mal wieder einpennt, dann wieder wach, Raumwechsel etc. war mir zu langatmig.

So stark das Buch angefangen hat ist es für mich leider auch schwer runter gegangen. Ich hätte mir nen 5- Sterne Buch gewünscht, aber so sind zu viele Abzüge zu ziehen.

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marsupij kommentierte am 16. November 2021 um 16:34

Ja, ein wenig kürzer hätte dem Buch ganz gut getan. So habe ich es auch empfunden.

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Jolly kommentierte am 25. November 2021 um 19:09

So unterschiedlich kann das sein ... Ich fand gerade die Szenen gut in denen Delaney immer mal wach war und dann wieder nicht und wo beschrieben wird wie Realität und Traum nahtlos ineinander übergehen. Das hat es für mich realistischer gemacht, weil ich mir sehr gut vorstellen kann das es nach einem schweren Unfall wirklich genau so ist. 

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Harakiri kommentierte am 27. Oktober 2021 um 06:18

Hmm, das Ende ist ja jetzt so gar nicht nach meinem Geschmack. Erst dachte ich ja noch, dass Delaney am Ende noch einen Knaller auf Lager hat, aber so war es einfach vorbei? Und Mae kann die „Welt retten“. Ein wenig Spannung kam dann ja noch auf im Buch, aber alles in allem hatte ich etwas Anderes erwartet.

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alasca kommentierte am 01. November 2021 um 01:12

"... aber alles in allem hatte ich etwas Anderes erwartet."

Und ist das jetzt schlecht? Bist du denn auch der Meinung, Kunst (in diesem Fall Literatur) sollte Erwartungen erfüllen, sonst ist es keine gute Kunst? (Siehe Dialog S. 215: "Wenn die Leser bekommen, was sie erwarten und wann sie es erwarten, ist das beruhigend." "Das ist im Grunde das Wesen der Kunst," sagte Delaney.)

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Harakiri kommentierte am 02. November 2021 um 19:36

das muss nicht schlecht sein, ich hatte halt das "Roman" überlesen und dachte an etwas Spannendes. Mir hat Vieles gefallen, einiges aber auch nicht. 

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Kats_Bookworld kommentierte am 08. November 2021 um 18:46

Ich fand das Ende zwar plötzlich, aber es ähnelte den Schluss von "Der Cirle" in dem Mae am Ende an Annies Krankenbett sitzt

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Sigrid kommentierte am 31. Oktober 2021 um 17:12

Ich habe jetzt auch den letzten Teil beendet. Und ich muss sagen, das Ende war für mich doch überraschend und irgendwie hat es mir nicht so gut gefallen. Vielleicht, weil ich gehofft habe, dass Delaney ihr Ziel erreicht. Sie hat es allerdings bis zur Spitze getrieben. Ihre letzten beiden Ideen sind schon sehr krass. Der Anschlag und seine Folgen waren schon interessant. Ihre Erfahrungen auf der Krankenstation schon sehr bestürzend, fand ich. Vor allen Dingen, als man ja dann erfuhr, dass z.B. die Besuche der Eltern nur virtuell waren. Aber ganz schrecklich und fassungslos hat mich die Sinnesänderung bei der Professorin Agarwal gemacht. Da lässt sie sich auch von Every einwickeln. Kein Wunder, dass Delaney darüber sprachlos war (und nicht nur wegen HereMe). Das hätte ich auch nicht erwartet. Die Vorstellung dieser ganzen technischen Übernahmen ins Privatleben sind für mich sehr erschreckend. Aber wer weiß, was in 100 Jahren hier bei uns los ist. Das Buch war wirklich fesselnd, aber leider hat mich der Schluß etwas ratlos zurückgelassen.

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Harakiri kommentierte am 02. November 2021 um 19:38

ich dachte auch, dass Delaney überlebt. Das wäre der Knaller gewesen. Aber wie hätte das Buch dann enden sollen? So ist es schon logischer. 

 

Mein Papa hat immer gesagt, er würde gerne in 100 Jahren wieder aufwachen und sehen, was aus der Welt geworden ist. Bei der Lektüre dieses Buches kommt der Wunsch bei mir auch auf :)

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Bisco kommentierte am 13. November 2021 um 19:49

Ich denke sie hat für sich keinen Grund mehr gesehen zu kämpfen und somit auch keinen Lebenswillen mehr gehabt.

Ihre Eltern nun auch Handyjunkies, ihre Professorin geht zu Every, Wes ist ihr in den Rücken gefallen, der Anschlag ist meiner Meinung gezielt von Every gewesen da ja alle wissen das sie ein Spion war, somit wäre sie als Problem schön einfach beseitigt gewesen.

Das Ende schockiert daher schon aber ein Sieg von ihr war sowas von utopisch. Die Leute akzeptieren Videoüberwachung in den vier Wänden,  jederzeit, in fast jedem Raum. Was soll die Leute da noch schocken?
 

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Jolly kommentierte am 25. November 2021 um 19:13

Ich befürchte ja fast das es so ähnlich kommen wird ...  aber darauf das es erst in 100 Jahren so weit ist würde ich mal nicht vertrauen ... nicht bei dieser schnelllebigen Zeit. Aber hoffen wir das Beste. ;)

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Frie kommentierte am 03. November 2021 um 18:52

Nachdem ich die ganze Zeit schon dachte, warum merkt niemand was, war ich nicht überrascht, als Gabriel auftauchte und Delaney 'grillte'. Die Geschichte spitzt sich zu, allerdings wird sie auch sehr dystopisch: im Grunde kann sich niemand mehr in ihrem Umfeld dem Sog von Every entziehen- auch sie selbst nicht. Wenn man jetzt überlegt, welche 'Ideen' sie eingebracht hat, so trägt sie eine große Mitschuld an der schlimmen Entwicklung von Every. Der Zweck heiligt m.E. nicht alle Mittel, insofern ist mir Delaney zunehmend unsympathisch geworden. Das Ende ist nicht verwunderlich und lässt keinerlei Hoffnung. Ich habe mich phasenweise durch das Buch gequält und ein bisschen unter der naiven Protagonistin gelitten. Ihr Interesse an anderen Menschen ist nicht ausgeprägt, das hat es nicht besser gemacht.

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Kats_Bookworld kommentierte am 08. November 2021 um 18:52

Das Ende kam dann doch etwas abrupt, aber hatte Parallelen zu "Der Circle". Überraschend fand ich dann doch die fehlende Trauer um Delaney. Ich hatte beim Lesen schon das Gefühl, dass sie gemocht wird, allerdings wurden ihre Ideen ja auch nie in ihren Namen veröffentlicht, so dass andere den Ruhm bekommen haben. Das Agarwal Every verfalle ist fand ich erst krass, aber nicht ungewöhnlich. Ich weiß immer noch nicht, wie ich Wes einordnen soll. Ist er trotz seiner Veränderungen am Ende der Gute?

"Every" hat mich nicht enttäuscht. Vielleicht kommt in 10 Jahren wieder eine Fortsetzung?
Lustig ist die Tatsache, dass Facebook auch gerade seinen Namen geändert hat...

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marsupij kommentierte am 10. November 2021 um 17:28

Lustig ist die Tatsache, dass Facebook auch gerade seinen Namen geändert hat...

Allerdings!

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Primrose24 kommentierte am 20. November 2021 um 14:23

Das Agarwal Every verfalle ist fand ich erst krass, aber nicht ungewöhnlich.

Ich finde es irgendwie schade, dass sich letztlich so keiner der Protagonisten gegen den Einfluss von every wehren konnte. Selbst Agarwal, die für mich ein Leitstern des Widerstandes war verfällt diesem Konzern letztlich. Wirklich schade....

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marsupij kommentierte am 10. November 2021 um 17:27

Ein Ende und insgesamt ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Zwischendurch hätten dem Buch ein paar weniger Seiten gut getan, aber insgesamt gesehen ist es doch sehr aktuell und regt zur Diskussion und zum Nach- oder Umdenken an. Ein bisschen besser nachdenken, sich nicht alle Entscheidungen abnehmen lassen und kritisch bleiben. Immer alles hinterfragen und nicht ohne nachzudenken jeden neuen Trend mitmachen.

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Bisco kommentierte am 13. November 2021 um 19:41

Der Abschluss des Buches kommt für mich schon etwas überraschend und zugleich auch nicht. Wie klar wurde das die Professorin Agarwal als letzte Konstante gegen Every den Kampf aufgibt, war mir klar das auch für Delaney langsam Schluss sein wird zu kämpfen. Der Anschlag war somit definitiv kein zufälliger Anschlag auf ihre Wohneinheit gewesen und beabsichtigt. Every geht über Tote, dass wusste man schon, aber so offensichtlich ist schon krass zu lesen.

Dann auch Wes, welcher den Kampf aufgegeben hat, was für mich schon recht früh ersichtlich war das es dahin gehen wird. Ich war so froh das Hurricane es endlich zur Ruhe geschafft hat und das war für mich der Augenblick wo Wes nicht mehr täglich an den Undingen der Firma erinnert wird. Und dann noch die eigenen Eltern welche nun an Handy und Tablet hingen, die letzte Konstante für die sie kämpfen wollte war somit auch schon verloren.

Ich muss ehrlich sagen, ich hätte mich so wie sie auch für den Tod entschieden. Denn sie wusste sie wird ihn durch Every finden, nun wo sie entscheiden kann wie und wo oder durch einen weiteren Anschlag mit wieder Verletzten und anderen Toten.

Gabriel welche sie an Seite nimmt und von einer angeblichen Organisation spricht welche sich gegen Every stellt, Kiki welche auf einmal von der Bildfläche verschwand. Der letzte Abschnitt war für mich schon echt heftig.

Der Bewertungswert der Gesellschaft erinnert mich sehr an das Buch „Q“ von Christina Dalcher. Genau hier ist der Q-Wert die Grundlage für das ganze Leben.

Für mich ist das Ende heftig, aber es war ein Kampf den sie von der ersten Minute an schon verloren hatte und ich habe nie dran geglaubt, dass sie es schaffen wird und es zeigte sich von Kapitel zu Kapitel immer mehr dorthin. Dennoch ist es krass wie es endet und ihre letzte Idee nun von Mae übernommen wird.

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Jolly kommentierte am 25. November 2021 um 19:19

Denkst du Delaney hat sich selbst in den Tod gestürzt? Für mich kam es eher so raus als hätte Mae Delaney gestoßen... Deswegen doch auch der Hinweis das sie extra große Männerschuhe getragen hat um die Polizei (die sich gar nicht erst mit dem Fall beschäftigt hat) auf eine falsche Fährte zu locken. 

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Bisco kommentierte am 26. November 2021 um 08:20

Das Sie von Mae gestossen wurde ist mir bewusst, auch ihre Absicht das Handy zu Hause zu lassen, so dass man sie nicht lokalisieren kann. Auch ihre Aussage das der Ort total unbekannt sei, die Andeutungen sprachen ja alle dafür. Aber dennoch fand ich die Entscheidung von ihr heftig. Wenn dein Überlebenswille dagegen spricht dich in den Suizid zu werfen, so ist es natürlich in diesem Zusammenhang für sie die beste Wahl gewesen.

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Jolly antwortete am 26. November 2021 um 13:06

Das die Reaktion von Mae heftig war sehe ich genau so. Da stimme ich voll zu. 

Was meinst du mit: "Wenn dein Überlebenswille dagegen spricht dich in den Suizid zu werfen, so ist es natürlich in diesem Zusammenhang für sie die beste Wahl gewesen."?

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Bisco kommentierte am 26. November 2021 um 14:48

Sie hat für sich nicht nur den Kampf gegen das Unternehmen aufgegeben sondern ihren Lebenswillen in meinen Augen verloren. Sie hat seit ihrer Jugend nur Verluste und Vertrautes verloren. Das Leben wie sie es genossen hat. Nun weiß sie, egal was sie versuchen wird, es wird nicht gelingen. Man hat schon mal sie versucht zu töten und wird es wieder tun. Aber der Suizid kommt für sie anscheinend nicht in Frage. So lässt sie Mae als Mörderin zurück und das scheint für sie der einzige Ausweg zu sein den es noch gibt.

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julies_buchgefluester kommentierte am 16. November 2021 um 07:42

Mit diesem Ende hatte ich überhaupt nicht gerechnet, aber gerade deshalb hat es in seiner Konsquenz gut zum Buch gepasst, denn Every kontrolliert jetzt wirklich alles. Mae hat hier ihren ersten Auftritt in dem Buch und ist entscheidend in die Umstände um Delaneys Tod verwickelt, was ich ihr eiegntlich nicht zugetraut hätte. Außerdem hatte ich nicht damit gerechnet, dass alle von Anfang an wusste, was Delaney plant und dass deshalb das Gerücht um Maes Schwangerschaft gestreut wurde.

Was für mich aber ungeklärt bleibt, ist die Rolle von Hans-Georg. Denn nachdem die von Gabriel erwähnte Untergrundorganisation bei Every ja nur erfunden ist, müsste Hans-Georg also auch zu Maes Verbündeten gehören, was ich aufgrund seines Verhaltens im Buch nicht erwartet hatte.

Wes genauso wie Agarwal sind jetzt ebenfalls Everys Sog verfallen und praktischerweise für Every unschädlich geworden. Besonders bei Agarwal hatte ich gehofft, dass sie ihre Haltung bis zum Ende beibehält, aber auch dies war nur konsequent. Alle haben den Kampf gegen Every aufgegeben und so bleibt auch Delaney nicht mehr viel anderes übrig, als Mae noch eine letzte extreme Ideen zu liefern, die auch ihre letzte bleiben wird. Ein letztes Aufbäumen, bevor sowieso alles vergeblich ist.

Nach diesem Ende bin ich mir fast sicher, dass irgendwann noch ein dritter Band rund um den Circle und Every erscheinen wird und ich bin schon gespannt, wie sich die Lage darin noch weiter verschärfen wird.

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Primrose24 kommentierte am 20. November 2021 um 14:27

Im letzten Abschnitt des Buches kommt ja nun noch Einiges auf den Leser zu. Die Bombenexplosion kam für mich sehr überraschend und heftig. Die Zeit im Krankenhaus fand ich sehr gut beschrieben. Das Delaneys Eltern nicht mal persönlich an ihrem Krankenbett erschienen sind, fand ich unglaublich, im negativem Sinn. 

Auch das Ende lässt mich wirklich schockiert zurück. Selbst bei genauem Nachdenken wäre mir wahrscheinlich aber auch kein besseres Ende eingefallen. Das Mae am Ende jedoch nochmal so eine wichtige Rolle spielt, hat mir wirklich nicht gefallen...aber ich mochte Mae seit dem Ende von der Circle schon nicht mehr.

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Martinchen kommentierte am 25. November 2021 um 17:51

Das Ende war auch für mich ein wenig überraschend, aber sehr passend. Bemerkenswert finde ich, dass es noch einige Plätze auf der Welt gibt, an denen gar keine Beobachtung stattfindet. Bei den Trogs war ich mir nicht so sicher, wofür auch Gabriels Ausführungen sprechen.

Delaney konnte diesen Kampf nicht gewinnen, das war von vorn herein klar. Dazu hatte sie nicht die Position. Ich bin auch noch nicht sicher, ob es wirklich klug von ihr war, ihre Ideen den anderen zu überlassen. Wäre es grundsätzlich möglich gewesen, in der Hierarchie aufzusteigen, wenn sie diese Ideen als eigene weiterentwickelt hätte? Ich glaube, dass nur eine Position ganz oben eine Zerschlagung möglich macht, s. auch das Beispiel mit dem Konkurrenten und den billigen Smartphones.

Wes ist nun ganz auf der Seite von Every - tatsächlich oder scheinbar? Mae ist davon überzeugt, dass er die Vorteile sieht, die Every bietet. Vermutlich wird es auch so sein.

Auch Agarwal lässt "sich kaufen. Vom Monster schlucken." , wie sie es formuliert. Ihre Hoffnung, etwas bewirken zu können, halte ich für unrealistisch. Dennoch kann ich ihre Entscheidung verstehen.

Ich habe mich um diesen Roman beworben, weil mich dieses Thema sehr beschäftigt. Sind wir noch Herr oder Frau über unsere Entscheidungen oder werden wir bereits gesteuert, zumindest teilweise? Wie wirken sich InfluencerInnen, Newsletter, Angebote usw. auf unser Handeln aus?

Dennoch hat mich dieser Roman nicht überzeugen können. Dave Eggers hat für mein Gefühl keine Spannung erzeugt, es war an keiner Stelle so, dass ich unbedingt weiterlesen wollte.

 

 

Thema: Lektüre, Teil IV; Seite 445 bis Ende
Jolly kommentierte am 25. November 2021 um 19:29

Der letzte Teil des Buches beginnt mit einem Knall in zweierlei Hinsicht.
Wes steigt endgültig aus und bekennt sich voll und ganz zu Every und dann ist da noch die Bombe.

Der Abschlag auf eine Wohneinheit. Auf Delany‘s Wohneinheit. Die Kapitel nach dem Abschlag waren schon heftig. Richtig gut geschrieben aber heftig. Man denkt wirklich das Delaney bis zum Schluss kämpft und alles versucht in Every zu stürzen … bis sie auf Mae trifft … anscheinend ist Mae eine Göttin … keine Ahnung aber Delaney ist hin und weg als sie sich treffen … Ein Kapitel später ist Delaney wieder „normal“ sie trifft sich mit der Professorin und es stellt sich heraus das auch sie gekauft ist. Auch sie geht zu Every.

Dann kommt der heftige Teil. Delaney trifft sich mit Mae und erläutert ihren Masterplan. Der sehr erschreckend ist aber auch gut vorstellbar … Dann es richtige Ende und ich denke einfach nur: Krass. Anders kann ich das Ende nicht beschreiben. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Mich hat auch sehr überrascht, dass Mae von Anfang an Bescheid wusste. Und diese ganzen Intrigen ... Aber da haben wir es wieder handelt bitte alle so wie ich es will, ich mach in der Zeit das Gegenteil ... Wie war das doch gleich "Geheimnisse sind Lügen" ? Gilt wahrscheinlich auch nur so lange bis man es an die Spitze geschafft hat ....

Mich hat der Roman jedenfalls sehr zum nachdenken gebracht. (Ich glaube meine Kollegen können es schon nicht mehr hören so oft hab ich von diesem Buch erzählt.) 
Ich hoffe sehr das unsere Zukunft nicht so aussieht wie in dem Buch aber in mancher Hinsicht fällt es mir auch schwer daran zu glauben das es nicht so werden wird.