Leserunde

Leserunde zu "Hard Land" (Benedict Wells)

Hard Land -

Hard Land
von Benedict Wells

Bewerbungsphase: 21.02. - 04.03.

Beginn der Leserunde: 18.3. (Ende: 08.04.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Leseexemplare von "Hard Land" (Benedict Wells) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Leseexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

„Entdecke die 49 Geheimnisse von Grady“ heißt es auf dem Schild einer Kleinstadt in Missouri. Sam ist fünfzehn und kennt kein einziges, und auch sonst besteht sein Leben eher aus Tiefpunkten. Bis er seinen Ferienjob in einem alten Kino anfängt. Dort trifft er nicht nur auf den schlagfertigen Cameron und den in sich gekehrten Sportler Hightower, sondern auch auf die draufgängerische und etwas ältere Kirstie, in die er sich verliebt. Doch alle drei haben gerade ihren Abschluss gemacht und werden im Herbst wegziehen. Sam bleibt also nur dieser eine Sommer mit seinen neuen Freunden. Nur wenige Wochen, in denen er nicht nur die Geheimnisse seines Heimatorts entdeckt, sondern auch, wer er selbst ist. Und was es heißt, sich dem Leben wirklich zu stellen.

Eine witzige und berührende Geschichte voller 80’s-Flair. Über den Schmerz des Erwachsenwerdens und den Zauber eines Sommers, den man nie mehr vergisst.

ÜBER DEN AUTOR:

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren, zog nach dem Abitur nach Berlin und entschied sich gegen ein Studium, um zu schreiben. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. Sein vierter Roman, ›Vom Ende der Einsamkeit‹, stand mehr als anderthalb Jahre auf der Bestsellerliste, er wurde u.a. mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet und bislang in 37 Sprachen veröffentlicht. Nach Jahren in Barcelona lebt Benedict Wells in Zürich.

03.04.2021

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 162

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LizzyCurse kommentierte am 20. März 2021 um 12:43

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Blick riskieren - gestern Abend. Und plötzlich hatte ich hundertfünfzig Seiten gelesen und war total gefangen von der Story. Es ist nicht das, was ich normalerweise lese. Mein Wohlfühlgenre ist eigentlich Fantasy. Aber manchmal muss ich auch etwas neues ausprobieren. Da kam mir dieses Buch gerade recht.

Sams Position ist eigentlich von der ersten Seite klar. Es ist eine Geschichte von Verlust und Gewinn, von Freundschaft und großen Gefühlen und von etwas ... Neuem. Ich mochte Sam gleich auf den ersten Seiten. Er beisst sich durch und ist reflektiert. er kennt sich und weiss, dass er eigentlich eher introvertiert ist. Trotzdem freundet er sich mit Kristi, Cam und Hightower an. Die Freundschaft, die zunächst widerwillig entsteht und eher einer Zweckgemeinschaft gleicht, reift schnell zu etwas tieferen heran. Ich mochte die Dynamik der Drei und Sam, der versucht, sich seinen Platz zwischen ihnen tzu erkämpfen, hat meine Hochachtung.

Es sind solche ... Sommermomente, die den ersten Teil des Buches ausmachen, die langen Abende am See, über die Stränge schlagen, der erste Kuss, Verrücktheiten, Ehrlichkeit, und Freundschaft. Das bringt Leichtigkeit in das Buch, über dem ansonsten eher eine unheilschwangere Stimmung durch die Krankheit von Sams Mum liegt, die der Leser auch deutlich spürt. Für mich schlägt Wells deutlich eine Saite an, die mich wirklich berührt <3

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milkshake kommentierte am 21. März 2021 um 17:11

Sam ist toll. Und ich mochte es sehr dass ihm nicht geraten wurde, extrovertierter zu sein und seine Person zu verändern, sondern selbstbewusst einfach er selbst zu sein.

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Kikiwee17 kommentierte am 24. März 2021 um 17:56

Das Zitat ist  wirklich schön, habe ich mir notiert....

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 11:10

Die Stelle habe ich auch mit einem meiner meiner gefühlt hundert Lesezeichen markiert ;-). Das werde ich meinen Kindern sicher auch noch erklären eines Tages...

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Fornika kommentierte am 21. März 2021 um 17:35

Die Sommermomente standen mir beim Lesen auch sofort vor Augen, obwohl sich der Autor ja eigentlich nicht in langwierigen Beschreibungen verliert. Aber mit wenigen Worten ist sofort alles präsent, natürlich tragen zu diesem Gefühl auch die vielen Songs bei. Ich habe ständig einen Ohrwurm beim Lesen.

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LizzyCurse kommentierte am 21. März 2021 um 22:51

Ich habe sogar einige Songs beim lesen gehört :) das trägt dich schon noch mal gewaltig durchs Buch 

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Buchfresserchen kommentierte am 22. März 2021 um 19:27

Ich habe gestern mit meiner 16 jährigen Tochter Zurück in die Zukunft schauen müssen. Hatte nachdem ich immer wieder davon gelesen hatte einfach den Wunsch meinem Kind den Film zu zeigen. Er hat ihr übrigens auch sehr gut gefallen. Am besten fand sie die Szene als Marthy in der Vergangenheit landet und die Bewohner der Farm dachten er sei ein Außerirdischer.:-)

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 11:06

Den Film muss ich mir jetzt unbedingt auch nochmal anschauen. Das ist sicher einer der Filme, die ich während meiner Kindheit am häufigsten gesehen habe. Aber jetzt habe ich kaum mehr eine Vorstellung davon. Ich konnte mich zum Beispiel beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, dass Marty tanzt....

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Buchfresserchen kommentierte am 22. März 2021 um 19:24

Ha, mir ging es zunächst wie dir. Der Name Kirstie ist mir nicht wirklich vor die Augen getreten. Ich habe auch die ersten 100 Seiten immer wieder Kristie gelesen.

Und du hast recht. Über dem ganzen schwebt immer wieder unheilschwanger die Krankheit der Mutter. Keiner weiß wann es zu Ende sein wird, aber es ist hart, wenn man durch so eine Krankheit an die Endlichkeit des Lebens erinnert wird und es auch solche 5 Jahres Aussagen gibt. Je näher man diesem Ende kommt um so beklemmender wird die Situation.

Ein Buch das mich wirklich bis jetzt voll überzeugt hat.

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Kikiwee17 kommentierte am 24. März 2021 um 17:54

Ich finde die Atmosphäre des Buches auch unglaublich schön, auch wenn alles von der Krankheit der Mutter überschattet wird. Ich habe mir die Playlist zum Buch angemacht und schwelge richtig in 80erJahre Erinnerungen.

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Corsicana kommentierte am 27. März 2021 um 15:51

... leider bin ich über die ersten Seiten noch nicht herausgekommen. Liegt daran, dass ich noch ein anderes Buch zuende lesen muss. Aber am liebsten hätte auch ich gerne weitergelesen. Karfreitag fange ich an - so ein langes Wochenende eignet sich doch optimal dafür, einen Roman auch einmal am Stück zu lesen.

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Arbutus kommentierte am 27. März 2021 um 23:17

@LizzyCurse Ich finde, Du hast das sehr schön zusammengefasst.

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Buchfresserchen kommentierte am 21. März 2021 um 11:28

Dies ist meine erste Leserunde bei Was liest du? und ich habe mich riesig gefreut als ich das Buch zu Hause vorgefunden habe.

Zur Geschichte muss ich sagen, das ich selbst ein Kind der 80er bin. Da habe ich meine Schule beendet und hatte auch meinen Sommer.

Da auch ich meine Mutter an den Krebs verloren habe kenne ich auch die Gefühle die Sam beschreibt. Dieses stetige Hoffen und das Runtergedrückt werden, wenn wieder ein Rückfall kommt.
Ich war durch die Geschichte voll wieder in meiner eigenen Jugend.

Ich finde es schön, dass der Außenseiter Sam in den Dreien vom Kino Freunde gefunden hat. Schlimm finde ich das sie so ungehemmt Alkohol trinken und Drogen nehmen und das das als das Normalste der Welt dargestellt wird. Es gab nämlich in den 80ern auch andere Jugendliche. Wir sind auch auf Partys gegangen, haben Pullis und Socken selbst gestrickt und wenn wir uns nur so mit Freunden trafen Tee getrunken. Das war auch in und man hat es gemacht.:-)

Von manchen Personen die im Buch aus den 80ern beschrieben werden habe ich vorher noch nie etwas gehört. Waren vielleicht welche die man hier nicht so kannte.

Die Songs waren mir natürlich alle ein Begriff und ich hatte sofort wieder die Musik im Ohr.

Bis jetzt gefällt mir der Roman sehr gut und er lässt sich flüssig lesen, so dass ich auch schnell durch die Seiten kam. Bin gespannt was noch weiter los ist. Wann und wie die Mutter stirbt und welches Geheimnis die Vergangenheit des Vaters noch birgt, der in meinen Augen schon sehr versucht ein verständnisvoller Vater zu sein und auf keinen Fall so zu sein wie sein eigener Vater.

Außerdem finde ich es spannend, ob vielleicht doch noch was aus Kirstie und Sam wird und was mit Hightower und Cameron noch passiert. Ob letzterer sich wohl noch gegen die Familie und hier vor allen Dingen gegen seinen Vater durchsetzen kann und sich vielleicht bei ihnen auch noch outet?

Schwul sein in den 80ern war auf jeden Fall noch deutlich schwieriger als es heute ist.

 

 

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milkshake kommentierte am 21. März 2021 um 17:10

Ich hatte Startschwierigkeiten mit dem Buch, weil mich das Gefühl beschlich, Wells würde hier Klischees aneinanderreihen von amerikanischen Coming-of-Age Geschichten, die es ja zuhauf gibt. Zudem befürchtete ich, dass er wahllos kulturelle Elemente der 80er in die Geschichte schmeißt, um sehr plakativ den Nostalgieknopf zu drücken (nicht, dass ich in den 80ern schon geboren wäre, aber das ist ja bekanntlich ein Jahrzehnt, das sehr oft romantisiert wird und viel Faszination ausübt). Und wahrscheinlich trifft das auch anfänglich zu, aber danke danke danke, dass die Geschichte viel viel mehr ausmacht, als all das beschriebene, was den Leser in eine bestimmte Richtung lenken soll. Und natürlich bleiben Klischees hier nicht aus, es gibt einfach schon so viele großartige Romane, die in diesem amerikanischem Kleinstadt-Setting spielen, diese Zeit in den Fokus rücken und es um den letzten entscheidenden Sommer der Jugend geht. 

Aber Wells ist es gelungen, immernoch großartige Figuren zu entwickeln, immernoch wunderschöne Beobachtungen zu machen (er beschreibt die Stille, die sich in Gegenwart von bestimmten Personen verändert und diese großartige Warm-Warm-Kalt These!) und Szenen, die mich auch wehmütig an einige Sommer meiner Jugend haben zurückerinnern lassen. Sams erster Jahrmarkt mit seinen Freunden, der ein Fundament für seine Entwicklung gelegt hat. Die alles beherrschende Angst vor dem Tod seiner Mutter, während er sich selber doch so sehr weiter entwickelt und sich auch ein wenig von seiner Familie weg entwickelt. Das alles ist großartig und ich hatte bereits einen fanastischen Tag mit dem Buch und kann die Euphancholie nachvollziehen.

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Fornika kommentierte am 21. März 2021 um 17:33

Ich finde auch, dass dieses Buch nicht im Coming-of-Age-Einheitsbrei versinkt, und das liegt weniger an der Gesamtkonstruktion, sondern an vielen Kleinigkeiten. Euphancholie ist eine tolle Wortschöpfung, die es sicherlich in meinen Alltagswortschaft schafft.

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wbetty77 kommentierte am 31. März 2021 um 11:46

Mir ging es auf den ersten Seite ähnlich wie dir. Es kam mir vor, als ob ich das alles schon mal irgendwo gelesen oder gesehen habe. Eben diese, wie du schreibst, 80iger Jahre Romantisierung. Dann beginnt sich der Roman zu entfalten und zu vertiefen, sodass meine anfänglichen Bedenken sich schnell in Luft auflösten.

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High Dee kommentierte am 22. März 2021 um 12:06

Ich mag Benedict Wells' Bücher sehr. Und ich mag amerikanische Literatur gar nicht so. Wieso schreibt ein deutscher Autor eine Geschichte, die in den USA spielt? Es war mir ziemlich schnell egal, denn dieses Buch hat mich sofort gepackt. Ich kann mich sehr gut mit Sam identifizieren und obwohl dieser Lebensabschnitt bei mirJahrzehnte zurückliegt, schafft Wells es, diese spezifischen Gefühle bei mir auszulösen. Und die eine ode andere Erklärung zu geben, die ich damals so dringend gebraucht hätte. Großartig! Bin gespannt, wie er die Geschichte weiterführt.

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Biggieule kommentierte am 23. März 2021 um 21:46

High Dee, genau das habe ich mich auch gefragt.
Mir geht es da wie Dir, ich werde mit amerikanischer Literatur auch nicht recht warm ( Ausnahme sind die Bücher von Stewart O' Nan) und als ich las, dass Benedict Wells neuer Roman in einer Kleinstadt in Missouri spielt, was ich schon etwas skeptisch.
Allerdings hatte mich das Buch schon mit dem ersten Satz gepackt.
Was für Gegensätze. Die erste Liebe u d der Tod der Mutter. Ich konnte kaum aufhören zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Die Figur des 15 jährigen Sam ist sehr gut gezeichnet und ich konnte seine Einsamkeit, seine Probleme mit der schweren Krankheit der Mutter umzugehen gut nachvollziehen.
Schön dann zu lesen, wie er durch den Ferienjob Freunde gewinnt und immer selbstsicherer und erwachsener wird.
Und wie bei Wells üblich bietet der Roman nicht nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden, sondern noch vieles andere.
Alle Facetten dieses Romans wird man vermutlich erst beim zweiten oder dritten lesen erfassen.

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 12:38

Jetzt habe ich vor lauter Übermut, den Kommentar dreimal abgeschickt. So wichtig ist er aber auch nicht ;-)

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 12:35

"Mir geht es da wie Dir, ich werde mit amerikanischer Literatur auch nicht recht warm ( Ausnahme sind die Bücher von Stewart O' Nan) und als ich las, dass Benedict Wells neuer Roman in einer Kleinstadt in Missouri spielt, was ich schon etwas skeptisch."

Das hat mich auch skeptisch gemacht. Irgendeinen Bezug muss der Autor ja dazu haben. Eigentlich ist er ja auch zu jung, um die Zeit selbst so erlebt zu haben... Dennoch wirkt es für mich alles erstaunlich authentisch. 

 

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 12:41

Irgendwie spinnt die Seite immer mal wieder. Wahrscheinlich bin ich einfach zu hektisch :-(

 

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Corsicana kommentierte am 03. April 2021 um 13:28

Ich persönlich mag amerikanische Literatur sehr gerne - und gerade im Moment lese ich viel US-Amerikanische Bücher (Big Sky County, Die Mütter...) und vieles davon  "Coming-of-age". Jetzt mit Benedict Wells also noch einmal Coming-of-Age. Aber das macht nichts - Wells kann einfach schreiben. Schon der erste Satz  - genial.

Warum nun ein Deutsch-Schweizer eine amerikanische Geschichte schreiben muss? Nun, gut Frage. Beantwortet er sicherlich auf seiner Website. Aber ich glaube, es ist bei Wells (fast) egal worüber er schreibt - er kann immer fesseln.

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pemberley1 kommentierte am 22. März 2021 um 22:05

Ein Hallo auch von mir in die Leserunde. Da das Buch doch noch auf wunderlichem Weg seinen Weg zu mir gefunden hat, kann ich nun mitlesen. Tatsache ist, dass ich schon die gesamte letzte Woche am Buch gelesen habe, und jetzt erst mal pausiert habe, was aber meine vollste Absicht ist. Mir gefällt die Atmosphäre darin nämlich einfach so gut, dass ich momentan gar nicht möchte, dass das Buch endet. Darin ist es Sommer. Genauer gesagt der Sommer eines Lebens, und das gefällt mir unheimlich gut. Und trotzdem weiß ich, oder meine zu erahnen, was in Abschnitt zwei auf Sam und uns alle zukommt. Weswegen ich übers Wochenende eine „Kurz anderes Buch lesen“ Lesepause gemacht habe, und nun einfach mit hier einsteige, und auch mal meine Gedanken schreibe, bevor ich mich in Abschnitt 2 traue.

Was soll ich also sagen? Mir gefällt das Buch und die Schreibweise einfach unheimlich gut, weil man sofort mitgenommen wird in die Zeit, aber damit auch in all die Probleme, die man als jugendlicher Mensch hatte. Wir erfahren ja recht schnell im Buch, schon im ersten Satz, was Sache ist mit Sams Mutter. Diese Atmosphäre zwischen der Krankheit, und damit dem Ende eines Lebens, und dem symbolischen Sommer, also einem Anfang, finde ich sehr schön. Wie Licht und Dunkelheit nah beieinander. Das Gleichgewicht wurde hier gut hergestellt. Gleichzeitig kann ich Sam unheimlich gut nachvollziehen, da ich auch eher von der stillen Sorte war, und erst die richtigen Menschen in meinem Leben dafür gesorgt haben, dass ich etwas offener wurde. Auch glaube ich, dass Sams Mutter ihm vielleicht nicht die ganze Wahrheit über ihren Zustand gesagt hat. Eine Sache, die ich auch von mir kenne, also von früher. Man versucht Kindern immer die negativen Dinge nicht so zukommen zu lassen. Es trifft sie dann zwar in dem Moment nochmal härter, aber sie hatten die Zeit bis dahin wenigstens eine schöne, ohne sich Sorgen gemacht zu haben. Das nur dazu. Ich glaube Sams Mutter sieht, wie er aufblüht, und will ihm diese Zeit geben, und lassen, und sie nicht mit ihrer Krankheit belasten. Übrigens habe ich in der Ahnung dessen, was kommen mag, wirklich an der letzten Stelle des Abschnitts durchschnaufen müssen, weil dieses „Ich hab dich lieb“, glaube eine richtige Bedeutung haben könnte.

Dass der Soundtrack der Lieder mir gefällt, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Ich bin verrückt nach Musik, und jedes Lied hat für mich eine Bedeutung. Und die im Buch tatsächlich auch wirklich. Das ist ein Pluspunkt.

Die Figurenbeschreibung gefällt mir ebenfalls. All die Probleme, all das Ausprobieren, all das, was in der Jugend schrecklich war, aber im Hinblick von heute auf die Vergangenheit dann doch mit einem sehnsüchtigen Lächeln bezaubert. Hier hat mir das Buch auch ein Schmunzeln gebracht, ob der vielen Liedtextversuche von Sam, oder als er zu Kirstie trotzig gesagt hat, sie soll abhauen :D

Und natürlich ist auch diese Enge der Kleinstadt gut beschrieben, dieser Drang von dort zu verschwinden, so schnell wie es möglich ist. Aber dann doch auch wieder der Hang dort zu bleiben, oder zu sein, wo seine Heimat ist, und wo man den tollsten Teil seiner Jugend hatte. Euphancholie ist eine wahrhaft tolle Wortschöpfung :). Und nun ….. schauen wir…… wie alles weitergeht.

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 12:46

Über welchen wunderlichen Weg kam das Buch denn? Das macht mich ja schon sehr neugierig...Habe bei Büchersendungen schon einiges Wunderliche erlebt...
Du bringst es auf den Punkt. Genauso empfinde ich das auch. Euphancholie beschreibt das ganze Buch einfach perfekt. 

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pemberley1 kommentierte am 06. April 2021 um 16:05

Hallo Glüxklaus. Keine Angst. So ein großes Wunder ist es vielleicht ja auch gar nicht, aber für mich war es das. Ich wollte damit eher ausdrücken, dass ich ja kein Teil der offiziellen Leserunde bin. Das Buch aber als Gewinn zu mir kam. Und ich so ja trotzdem hier mitmachen konnte :) (jetzt hab ich auch endlich mal die Antworten hier durchgeschaut, die übersehe ich ja gerne mal, also, unabsichtlich)

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Arbutus kommentierte am 22. März 2021 um 23:14

Habe erst ein bisschen gelesen.

Goldig, wie naiv er darauf reagiert, dass das Mädel ihn durch ihre Spötteleien etwas aus der Reserve zu locken versucht. „Keine Ahnung, wieso sie das immer mit mir machte.“ Ich glaube, ich war als Jugendliche genauso. Genau so ...

Ein Junge, der sich so offenherzig nach „behütete Kindheit“-Momenten sehnt - sowas lese ich auch nicht oft. Es ist schön.

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Kikiwee17 kommentierte am 23. März 2021 um 15:38

Das ist mein erstes Buch von Benedict Wells und ich bin begeistert. Vom Schreibstil, den Charakteren und wieder den Zeitgeist der 80er einfängt. Sams Mutter ist eine kluge Frau und das Mutter-Sohn-Verhältnis einfach schön. Sams Vater hat mich in der Szene als Sam betrunken und bekifft nach Hause kam, überrascht - eigentlich hätte man mit einer Standpauke gerechnet. Es gab schon so viele Wow-Momente in diesem Buch. Ich bin selbst ein Kind der 80er und freue mich über die Zeitreise... Filme, Musik und die Atmosphäre.... bisher ein echtes Herzensbuch!

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High Dee kommentierte am 23. März 2021 um 17:09

Hat jemand gerade auf dem Schirm, wo genau diese Kalt-kalt-warm-Stelle war?

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Arbutus kommentierte am 23. März 2021 um 21:35

Seite 77.

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Biggieule kommentierte am 23. März 2021 um 21:52

Das ist eine tolle Stelle, die ich aber leider bisher irgendwie überlesen habe.
Das bestärkt mich in der Ansicht, daß man Wells Bücher in jedem Fall mehrmals lesen sollte, weil man bei jedem lesen wunderschöne neue Stellen entdeckt.

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Biggieule kommentierte am 23. März 2021 um 22:04

Doppelter Post. Sorry

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High Dee kommentierte am 24. März 2021 um 10:01

Danke! :-)

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Arbutus kommentierte am 23. März 2021 um 21:31

5/6

Erste zarte Anzeichen einer sich anbahnenden Revolte gegen den Vater. Aber noch traut er sich nicht richtig. 

Ich bin froh, dass er das Parfüm nicht auf den Boden gepfeffert hat. Es wäre eine sinnlose Aktion gewesen, die er nachher unendlich bereut hätte. „Mach‘s schon, du verdammtes Kind, zieh endlich mal was durch“ - dadurch hätte er auch nur der stereotypen Erwartungshaltung seiner Eltern genügt. 

Hartes Aufnahmeritual. .. Es ist sogar lustig. ... Das ist das erste Mal, dass ich von einem Besäufnis beim Konsumieren eines Horrorfilms lese. Weiß nicht, ob ich das genial finde, oder ob es dafür einen Punktabzug gibt ...

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Fornika kommentierte am 24. März 2021 um 15:21

Das Besäufnis-Filmeschauen wird im TV bei SchleFaZ auf Tele5 perfektioniert. Ich greife zwar immer nur zum Wasserglas, aber man sieht die Filme doch mit ganz neuen Augen. Ich fands witzig die Szene im Buch zu entdecken.

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Arbutus kommentierte am 24. März 2021 um 22:11

Ich hab kein Tele5. Könntest Du kurz für arme Unwissende skizzieren, worum‘s geht? 

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Fornika kommentierte am 27. März 2021 um 16:51

Es wird ein eher schlechter und trashiger Film (SchleFaZ = Schlechtester Film aller Zeiten) gezeigt, unterlegt mit ironischen Kommentaren von Kalkofe & Rütten. Bei einem bestimmten Ereignis z.B. dem Auftauchen eines Monsters, einem bestimmten Satz oder auch Fehlern wie einem sichtbaren Mikrofon etc. muss getrunken werden. Man sieht die Filmen mit ganz neuen Augen ; )

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Arbutus kommentierte am 27. März 2021 um 23:29

Uffz. Hartes Ritual (jedenfalls bei der alkoholischen Variante). Danke für die Erklärung!

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Arbutus kommentierte am 24. März 2021 um 22:08

7/8

Die Zahl Pi gegen Panik! Was für ein abgefahrener Trick...

Die drei anderen Jugendlichen im Kino wirken nur auf den ersten Blick oberflächlich. Und, ehrlich, wer von uns hat nicht in dem Alter auch mal jemanden links liegenlassen, weil er mit seiner eigenen Peergroup unter sich bleiben wollte ... Aber es war ihnen schon unangenehm, und es ist schön, dass sie sich dann mehr geöffnet haben.

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Maggy kommentierte am 25. März 2021 um 13:53

Mir hat der erste Teil sehr gut gefallen. Wells schafft es eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Schon der erste Satz macht viel für die Stimmung. "In diesem Sommer verliebte ich mich, und meine Mutter starb." Man kann die Stimmung sehr gut mit der Wortschöpfung von Wells Euphancholie beschreiben. Man freut sich mit Sam, der in diesem Sommer seine Schüchternheit überwindet und Freunde findet. Aber andererseits ist man auch melancholisch, weil man weiß, dass seine Mutter sterben wird und hofft insgeheim doch auf eine positive Wendung.

Die Charaktere sind gelungen und glaubhaft. Man kann sich sehr gut in Sam hineinversetzten und seine Gefühle und Gedanken verstehen. Wells hat es geschafft den Übergang von einem schüchternen und ängstlichen Kind zu einem sich selbst entdeckenden Teenager in eine spannende Geschichte zu verpacken.

Man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil.

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Noelli13 kommentierte am 09. April 2021 um 09:45

Euphancolie... Das Wort beschreibt das Buch wirklich toll. Genau dieses Gefühl hatte ich auch beim Lesen von''Vom Ende der Einsamkeit'' und jetzt auch bei Hard Land. :)

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Arbutus kommentierte am 26. März 2021 um 22:27

9/10

Dieses alptraumhafte „Etwas Schlimmes wird passieren.“ Ich finde es ganz traurig, dass es so viele Menschen gibt, die sich nicht gegen solche Suggestionen wehren können. Und ehrlichgesagt finde ich Romane doof, die solch eine self-fulfilling-prophecy-Automatik auch noch im Bewusstsein der Leser verankern. Obwohl dieser Roman ansonsten ziemlich cool ist. Allerdings finde ich auch doof, dass ein armer verklemmter Junge erst Freunde und die Liebe findet, wenn er sich hemmungslos betrinkt. Aber vielleicht wird das ja auch alles noch ganz anders. Mal sehen.

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Fornika kommentierte am 27. März 2021 um 16:53

Mir gefällt es auch nicht so sonderlich, dass die ständig trinken. Natürlich gehört das irgendwie zur Jugend dazu, aber ich bin da anders aufgewachsen. Ein bisschen klischeehaft ist es außerdem.

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wandagreen kommentierte am 27. März 2021 um 23:53

@Arbutili: du hast schon so oft gesagt, dass du was doof findest - warum willst du dir einreden, dass dir der Roman gefällt?

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Arbutus kommentierte am 28. März 2021 um 15:15

Vielleicht, ... weil ich schon wieder eine nettere Rezi schreiben will als Du? ; )  Ich habe Deine aber noch nicht gelesen, nur die Sterne gesehen. Lesen kommt später, wenn ich hiermit durch bin. Vorläufig stelle ich fest, dass ich in Bezug auf einen Roman gemischte Gefühle haben und diese auch so äußern darf. Spontan gefällt mir vieles, und einiges finde ich auch doof. Wie ich den ganzen Roman schließlich wirklich finde, entscheidet sich, wenn ich durch bin und weiß, wo das alles hinführt. Außerdem macht es mehr Spaß zu lesen, wenn man dem Autor noch eine Chance gibt : )

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wandagreen kommentierte am 28. März 2021 um 17:55

Alles richtig. Ich amüsiere mich nur bei deinen Kommentaren. Ich war enttäuscht, dass ich nachde Ankündigungen über 49 Geheimnisse von dem Örtchen, gar keine 49 Geheimnisse entdecken dürfte. Das hätte dem Buch ein bisschen Biss gegeben. Aber nein, alles nur Show.

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Arbutus kommentierte am 28. März 2021 um 22:36

Du spoilerst, Wandali.

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wandagreen kommentierte am 29. März 2021 um 00:32

Eigentlich nicht. Bis vor kurzem wusstest du noch nicht mal, was die Nummern zu bedeuten haben. Und ich habe dir nur gesagt, was ich erwartet und nicht bekommen habe.

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Arbutus kommentierte am 04. April 2021 um 13:05

Na gut, dann war es Softspoilern. Es sei Dir verziehen. ; )

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Noelli13 kommentierte am 09. April 2021 um 09:43

Das mit dem Trinken hat mich auch etwas gestört. Liegt wahrscheinlich daran das ich selber nie Alkohol trinke...Andererseits kann ich es aber auch verstehen, dass es vor allem Sam hilft seine Schüchternheit loszuwerden. Einen bitteren Beigeschmack hat es aber trotzdem.

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Glüxklaus kommentierte am 27. März 2021 um 13:28

Ich hatte in letzter Zeit leider eine ziemliche Leseflaute. Weiß nicht, ob es an der allgemeinen Unlust lag oder an den falschen Büchern. Dieses Buch war das erste, das mich aus dem Lesetief rausgeholt hat. Es hat einfach eine ganz angenehme Grundstimmung. Leicht, flüssig, klar und angenehm zu lesen, aber dennoch absolut nicht seicht. Ein bisschen wie ein Bild, auf dem man immer mehr Details entdeckt...
Ich habe soviele interessante Stellen markiert, die kann ich alle gar nicht aufzählen. Der Autor bring so vieles mit wenigen Worten auf den Punkt, z.B. hier  "Seit Stevies Umzug im Herbst saß ich in der Cafeteria allein am Tisch. Selten hockte sich ein anderer Außenseiter dazu, aber nie für lange. Und manchmal kam mir der Verdacht, mein ganzes Leben war wie dieser Tisch."
Zum Glück für Sam ändert sich in diesem Sommer so manches, manches zum Positiven, manches leider nicht...

Kirstie mag sich ja oft schwer einschätzen lassen, sehr zu Sams Leidwesen. Aber wer mit einer solchen Leidenschaft erste Sätze von Büchern auswendig lernt, der kann eigentlich nicht verkehrt sein, finde ich. 

An vielen Stellen merkt man, wie nah Sam seiner Mutter ist. Und die "Ratschläge", die sie ihm mit auf den Weg gibt, mögen für Sam zwar irgendwie rührselig oder abgedroschen wirken, aber da ist viel Wahres dran. In Gesellschaft mancher Leute ist man klein, in Gesellschaft anderer aufregend. Mit welchen Leuten wir uns umgeben, entscheidet oft, wie wir uns selber sehen. Aber darüber muss man sich auch erst einmal bewusst werden, alles ein Lernprozess... 

Mir gefällt, dass das Buch 49 Kapitel hat, so wie Grady 49 Geheimnisse hat....

Bis jetzt kann ich die Begeisterung für das Buch absolut verstehen. Mal schauen, ob es so weiter geht.. 

 

 

 

 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 162
Arbutus kommentierte am 27. März 2021 um 23:33

Ah, ok! Jetzt verstehe ich, warum die Kapitel „Nummern“ genannt werden. 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 162
Fornika kommentierte am 28. März 2021 um 17:39

Hoppla, das ist mir noch nicht einmal aufgefallen, dass wir die gleiche Anzahl Kapitel wie Geheimnisse haben. Danke für den Hinweis!

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Arbutus kommentierte am 27. März 2021 um 23:14

 11 - 13

„,Sicher’, antwortete ich etwas zu schnell.“ - Das ist mir soooo sympathisch! Ich hatte eine Zeit, da meinte ich, mein Gesicht zu verlieren, wenn ich so eine zu schnelle gedankenlose Antwort zurücknehmen würde. Das gab sehr üble Missverständnisse...

Richtig blöd finde ich, dass der Vater so ein klischeehafter Kirchgänger ohne Gefühle ist. Und dann die Schwester - „Dann hatte sie ihrem Glauben von einem auf den anderen Tag abgeschworen und hing nur noch mit einer Gruppe Punkerinnen herum.“ Geht noch mehr Klischee? 

Ich weiß die ganze Zeit, dass die Mutter sterben wird. Beim „Ende der Einsamkeit“ fand ich solche wie nebenbei angekündigten Katastrophen noch stimmig, ja genial eingeflochten; hier nervt es mich allmählich etwas.

Finde lustig, dass er die Kapitel „Nummer“ nennt. Bin gespannt, ob sich da noch ein tieferer Sinn erschließen wird.

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Arbutus kommentierte am 28. März 2021 um 15:04

 14-17

Cameron ist klasse. Dass er doch noch vor dem Lagerfeuer abdreht, ist sozusagen eine schöne Wendung ; )

Die Party. Igitt. Ausgerechnet der nette Cameron geht „Acid nehmen“. Irgendwie ist Sam dann wohl doch wieder ein bisschen fehl am Platze. Wär mir wohl nicht anders gegangen.

Mist. Ich hab schon vergessen, wofür DUWOK nochmal die Abkürzung war, und gerade keine Lust nachzugucken. Weiß das jemand von Euch noch?

Dieser Mystery Club gefällt mir. Aber die Leseabschnitte sind echt zu lang. Ich bin immer noch nicht durch!

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stefan182 kommentierte am 28. März 2021 um 19:34

Bis jetzt bin ich total begeistert. Der Schreibstil ist klar und man bleibt wirklich gerne in der Geschichte hängen.

Besonders stark und authentisch finde ich die Beschreibung der Gefühlslage von Sam: Die Krebserkrankung seiner Mutter ist immer im Hinterkopf. Er sehnt sich nach Normalität und Unbeschwertheit, sucht sie auch, allerdings holt der Gedanke an den möglichen Tod seiner Mutter ihn immer wieder ein, sodass potentiell jede schöne Situation aus dem Nichts kippen kann. Er wagt nicht, auf eine Genesung zu hoffen, da es ein permanentes Auf und Ab ist, sodass gute Phasen seiner Mutter nur temporär sein können. Kurzzeitig schleicht sich auch der Gedanke ein, dass die ganze Last, die die Krankheit seiner Mutter auf die Familie ausübt, mit dem Tod der Mutter endlich vorbei ist. Gleichzeitig plagen ihn Gewissensbisse: Darf er auf seine Mutter wütend sein?

Spannend finde ich auch das kleinstädtische Programmkino als Handlungsort. Das Kino meiner Kleinstadt, das leider Anfang der 2000er geschlossen ist, hatte immer einen besonderen Charme.

Mir gefallen auch die verschiedenen Überlegungen zum "Jugendlichsein" sehr gut.

Insgesamt strotzt der erste Leseabschnitt nur so vor schönen Momenten, die für Sam ewig dauern könnten bzw. für die er sich Unendlichkeit wünscht. Umso härter ist die Rückkehr in den Alltag, der für Sam durch die Krankheit seiner Mutter schwieriger ist als für seine Freunde.

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Noelli13 kommentierte am 09. April 2021 um 09:39

Ich finde es auch schön, dass Wells sich unter anderem ein Kino als Handlungsort ausgesucht hat. Ich liebe alte Kinos und finde, dass sie auch immer eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlen. Passt auf jeden Fall sehr gut zu diesem Buch und der Geschichte.

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Arbutus kommentierte am 28. März 2021 um 22:34

18-20

Und jetzt werden Partygesetzmäßigkeiten erörtert. Liest sich irgendwie sympathisch, aber ich weiß nicht ob diese Indoktrination der anderen Art wirklich brauche. 

Die Mutter ist richtig gut drauf. Das wird hart, sie zu verlieren.

Puh, endlich habe ich den ersten Leseabschnitt durch. Wurde aber auch Zeit.

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wbetty77 kommentierte am 30. März 2021 um 12:35

Sam ist eher der Außenseiter. Ich denke, dass zwar einige Gründe davon in seiner Kindheit liegen, weil er ein ängstliches Kind war. Vieles an seiner heutigen Situation ist aber der der Tatsache egschuldet, das Grady wenig Zukunft bietet, sodass sein bester Freund wegzog, sein Vater keinen Job findet, seine Schwester ebenfalls woanders ihr eigenes Leben führt. Und dann noch die bedrohliche Krankheit seiner Mutter, mit der er eine enge Verbindung hat. Das Verhältnis zu seinem Vater hingegen ist distanziert.

Sam ist ziemlich einsam. Bis ihn das Schicksal ins Kino führt. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, Kirstie, Hightower und Cameron sind ebenfalls Außenseiter bzw. haben sie ähnliche Erfahrungen gemacht. Aus diesem Grund haben sie Verständnis für Sam und aus dem Trio wird ein Quartett. Es ist wunderbar beschrieben, wie Sam langsam aus sich heraus kommt und etwas wagt, zögerlich, mit Rückschlägen, doch sein Selbstwertgefühl wird größer.

Mit viel Feingefühl tastet sich Benedict Wells an die Familiensituation heran. Und es wird klar, dass es im Prinzip die Mutter ist, die alles zusammenhält. Sam hat Angst vor dem Verlust, aber auch große Angst davor, mit seinem Vater allein zu sein. Seine Freundschaft zu den anderen gibt ihm in dieser Situation Halt. Vor allem macht er endlich Erfahrungen, die Teenager machen sollten. Etwas verrücktes tun, sich verlieben, feiern, tanzen.

Es macht große Freude mit der Truppe mit zu ziehen. Der Autor findet den richtigen Ton zu jeder Szene. Auch die Länge und der Aufbau der Kapitel gefällt mir gut. Einige Mal haben mich allerdings allzu gewollt besondere Formulierungen etwas gestört. Es klang mir angestrengt klingt.

Ich bin neugierig auf den nächsten Teil. Ich denke auch, dass Kirstie nach dem Sommer auf das College geht und Sam das Herz brechen wird. Die Idee zu warten ist für einen Teenager jedoch eine harte Prüfung.

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Dimity74 kommentierte am 03. April 2021 um 19:21

Ich bin nun auch dazu gekommen den ersten Teil zu lesen und war gleich mittendrin.

Die Achtziger sind ja meine Jahre der Schulzeit und einiges von derm was Sam so beschreibt kommt mir bekannt vor. Dieses Gefühl von Wut, ohne zu wissen was und auf wen. Die Episode auf der Party als Kirsten mit dem anderen Jungen mitgeht, fast ein Deja Vu für mich. Was haben wir nicht alles für idiotische Dinge getan, schüchtern wie wir waren. 

Als Mutter kann ich dann natürlich auch wieder Parallelen zum Verhalten meiner Kinder in diesem Alter ziehen. Einerseits zu alt für ein Küsschen, aber andererseits gerne noch die Kuschelmomente genießen. Wirklich sehr aus dem Leben, ohne kitschig zu sein, oder Klischees zu bedienen. Zeugt von einer guten Beobachtungsgabe des Autors.

Bisher mein erstes Buch von Bededict Wells, seine Art zu schreiben gefällt mir sehr, er schafft es Bilder im Kopf zu erzeugen, ohne zu sehr auszuufern in seinen Beschreibungen..

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Arbutus kommentierte am 04. April 2021 um 13:12

Ja, die fein Beobachtungsgabe ist es auch, was ich an Wells sehr schätze. 

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Noelli13 kommentierte am 09. April 2021 um 09:37

Ich habe das Buch mittlerweile schon gelesen, komme aber jetzt erst dazu hier die einzelnen Abschnitte zu kommentieren. Ich bitte das zu entschuldigen.

Durch den ersten Abschnitt des Buches bin ich tatsächlich nur so durchgeflogen. Ich habe letztes Jahr ''Vom Ende der Einsamkeit'' von Benedict Wells gelesen und habe es so sehr geliebt, weil es für mich so ein ganz besonderes Gefühl vermittelt hat. Ich hatte gehofft, dieses Gefühl auch bei Hard Land wiederzufinden und hatte gleichzeitig Angst, hier enttäuscht zu werden. Aber ich muss sagen, bereits auf den ersten Seiten hatte ich wieder dieses Gefühl beim Lesen wie bei ''Vom Ende der Einsamkeit' '. Es ist schwer zu beschreiben, aber es ist einfach ein wohliges, gemütliches, gleichzeitig auch sehr melancholisches Gefühl.

Mit Sam konnte ich mich von Anfang an identifizieren. Ehrlich gesagt, war meine Jugend genauso wie seine, jedenfalls was den Part mit den Freunden betrifft. Als Kind hatte ich viele Freunde und Leute um mich herum, als Jugendliche dann nicht mehr. Das führte auch dazu, dass ich immer schüchterner wurde. Deshalb haben mich die Szenen sehr berührt, als Sam anfängt in dem Kino zu arbeiten und anfangs nicht so recht dazugehört und immer mit ansieht, wie Kirsten und Co. in ihrer Clique abhängen und Sam sogar darum bitten, bei einer Unternehmung nicht mitzukommen weil sie lieber als eingeschworene Clique etwas unternehmen wollen. Da habe ich irgendwie den selben Schmerz gefühlt wie Sam.

Gleichzeitig ist Sam aber auch sehr ambitioniert. Auch wenn er schüchtern und introvertiert ist, verlässt er seine Komfortzone und will etwas an seiner Situation ändern. Ich war damals viel zu schüchtern und unselbstbewusst um mir einen Nebenjob zu suchen. Das bewundere ich sehr an Sam. Er lässt sich auf jeden Fall nicht unterkriegen.

Der Schreibstil von Benedict Wells ist wieder 1a. Lässt sich super leicht lesen und ist dabei trotzdem nicht oberflächlich. Den ersten Abschnitt habe ich sehr geliebt!

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