Leserunde

Leserunde zu "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" (Alena Schröder)

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
von Alena Schröder

Bewerbungsphase: 07.01. - 21.01.

Beginn der Leserunde: 04.02. (Ende: 25.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des dtv Verlags – 20 Freiexemplare von „Juge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ (Alena Schröder) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

ÜBER DAS BUCH:

Vom Erbe unserer Mütter und dem Wagnis eines freien Lebens

In Berlin tobt das Leben, nur die 27-jährige Hannah spürt, dass ihres noch nicht angefangen hat. Ihre Großmutter Evelyn hingegen kann nach beinahe hundert Jahren das Ende kaum erwarten. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen. Warum weiß Hannah nichts von der jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?

Die Spur der Bilder führt zurück in die 20er Jahre, zu einem eigensinnigen Mädchen. Gefangen in einer Ehe mit einem hochdekorierten Fliegerhelden, lässt Senta alles zurück, um frei zu sein. Doch es brechen dunkle Zeiten an.

ÜBER DIE AUTORIN:

Alena Schröder, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht. Nach einigen Jahren als Redakteurin in der ›Brigitte‹-Redaktion arbeitet sie heute frei u.a. für die ›Brigitte‹, das ›SZ-Magazin‹ und ›DIE ZEIT‹. Sie ist Autorin mehrerer Sachbücher sowie fiktionaler Bücher.

27.02.2021

Thema: Lektüre Teil I; Seite 1 bis 129

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gst kommentierte am 04. Februar 2021 um 17:43

Der erste Abschnitt ist schon gelesen. Das ist bei diesem Buch ja auch kein Problem. Es liest sich leicht und flockig einfach weg. Ist keine hohe Literatur, aber zieht mich als Leserin doch in seinen Bann.

Die Charaktere sind gut nachvollziehbar beschrieben. Allerdings muss ich immer kurz nachdenken, bei wem ich mich jetzt gerade aufhalte - trozt der Orts- und Zeitangabe zu Beginn des Kapitels.

Evelyn, die alte Frau Doktor, ist ja recht resolut. Das Kommandieren kann sie. Doch hinter der harten Schale scheint es auch einen weichen Kern zu geben. Vielleicht ist der so weich, dass sie es nicht aushielte, sich mehr mit dem Brief zu beschäftigen? Das überlässt sie lieber der jungen Hannah. Vielleicht wacht die ja auf, wenn sie sich mit der Familienvergangenheit vertraut macht? Noch scheint sie die aber nicht besonders zu interessieren. Ihr Doktorvater nimmt sie zu sehr in Beschlag. Und der überfelißige Jörg Sudmann geht ihr eher auf die Nerven. Für ihn ist der Brief und was dahinter steckt ja das gefundene Fressen. Endlich bekommt sein Verein eine Berechtigung.

Von Sylvia wissen wir ja noch fast nichts. Auffallend ist allerdings, dass keine der vier Generationen in einer "ganz normalen" Familie lebte. Senta, Evelyn und Hannah sind ohne Vater groß geworden. (Bei Sylvia bin ich mir gerade nicht sicher).

Hannah tut mir irgendwie leid. Allein wenn ich mir ihre Wohnung vorstelle: weiß in weiß; ganz farblos. Auch ihr Leben scheint farblos zu sein, sonst müsste sie sich die Wochenenden nicht so verzweifelt um die Ohren schlagen. Hoffentlich gelingt es ihr bald, etwas Abstand zu Andreas aufzubauen und endlich mit ihrer Doktorarbeit voranzukommen.

Was mich etwas stört: Warum muss in fast jedem Buch eine homoerotische Liebesbeziehung auftauchen? Das scheint nicht nur in den Büchern, die so um 1920 spielen, eine Modeerscheinung zu sein.

Senta war für die Ehe nicht geeignet. Ihr Talent war das Schreiben. Das machte ihr Spaß und wurde dank Julius auch gefördert. Evelyn wurde Ärztin, zu ihrer Zeit war das noch nicht selbstverständlich. Hannah ist dagegen ein Mäuschen, das noch nicht viel auf die Beine gestellt hat, auch wenn sie versucht, an ihrer Doktorarbeit zu schreiben. Warum nur ist mir Silvia so fern geblieben?

 

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Newspaper kommentierte am 04. Februar 2021 um 18:17

Die Charaktere sind gut nachvollziehbar beschrieben. Allerdings muss ich immer kurz nachdenken, bei wem ich mich jetzt gerade aufhalte - trozt der Orts- und Zeitangabe zu Beginn des Kapitels.

- Hier muss ich sagen, hab ich zum Glück keine Probleme. Ich finde, dass die Persönlichkeiten sehr gut ausgearbeitet sind und ich sowohl Hannah als auch ihre amüsante Omi oder Silvia sehr gut auseinanderhalten kann. 
 

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:11

ja ich komme auch gut klar, zu Silvia wissen wir ja noch nicht viel, außer dass sie anscheibnebnd eine "Glucke" war und gerne auf flohmärkten

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:13

Ja, genau, und Hippie... ;-)

Jede Frau grenzt sich wohl sehr von ihrer Mutter ab und möchte anders sein...

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leseliebelei kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:18

Ich finde ja Zeitwechsel und parallele Erzählungen immer ein sehr schönes Stilmittel und finde das auch hier gelungen.

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Lena Wilczynski kommentierte am 12. Februar 2021 um 17:55

Ich mag Zeitwechsel an sich auch sehr, trotzdem musste ich hier zu Beginn auch ein wenig aufpassen. Dann habe ich aber gut in die Geschichte rein gefunden.

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 20:51

Dann die verschiedenen Zeitebenen, die sich hier immer abwechseln, sind echt gut und bringen Abwechslung in die Geschichte und man lernt so Hannah aber auch ihre Generations-Vorgschichte kennen. 

Mir gefallen auch die Perspektiven-Wechsel.

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leseliebelei kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:21

"Senta war für die Ehe nicht geeignet."

Das finde ich schwierig so zu sagen und würde eher widersprechen. Die Ehe mit Ulrich, schwanger, gerade 18 oder 19, nachdem sie eigentlich immer andere Pläne und Ideale hatte, das war zum Scheitern verurteilt. Aber deshalb ist sie - zumindest aus meiner Sicht - nicht prinzipiell nicht für die Ehe geeignet.

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Minijane kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:54

Das sehe ich genauso.Sie war einfach jung und restlos überfordert mit der ungewollten Schwangerschaft. Eine alleinerziehende Mutter hätte sie noch weniger sein wollen als eine Ehefrau mit Kind. Es war einfach alles zu früh für sie, und sie fühlte sich dem noch nicht gewachsen. Später in Berlin scheint sie ja durchaus einer 2. Ehe nicht abgeneigt gewesen zu sein.

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gst kommentierte am 08. Februar 2021 um 10:48

Na gut, Senta war noch nicht für die Ehe geeignet. Vor allem nicht mit diesem Mann.

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Lena Wilczynski kommentierte am 12. Februar 2021 um 17:53

Da muss ich dir recht geben. Das ist doch keine einfache Situation, die Aussage ist mir auch zu sehr verallgemeinert.

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buecherwurm_01 kommentierte am 09. Februar 2021 um 14:08

Da stimme ich zu; mir fällt es auch nicht schwer, die Charaktere auseinanderzuhalten. Da es sich um 4 Generationen handelt, finde ich die Unterschiede der einzelnen Frauen gut beschrieben und schon dadurch individuell unterscheidbar.

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buecherwurm_01 kommentierte am 09. Februar 2021 um 14:09

Da stimme ich zu; mir fällt es auch nicht schwer, die Charaktere auseinanderzuhalten. Da es sich um 4 Generationen handelt, finde ich die Unterschiede der einzelnen Frauen gut beschrieben und schon dadurch individuell unterscheidbar.

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Myrna kommentierte am 04. Februar 2021 um 21:07

Von Silvia stand bisher auch noch nicht viel zu lesen. Vermutlich erfährt man später noch mehr.

Was Du über die weiße Wohnung von Hannah sagst und ihr Leben - da hast Du recht, ihr Umfeld entspricht ihrem derzeitigen Leben, man kann ihr nur wünschen, dass sich das ändert.

Welche Beziehung ist da homoerotisch? Senta und Lotte? Bin mir da nicht ganz im Klaren drüber...

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gst kommentierte am 05. Februar 2021 um 11:10

Welche Beziehung ist da homoerotisch? Senta und Lotte? Bin mir da nicht ganz im Klaren drüber...

Hier muss ich mich entschuldigen. War schon im nächsten Kapitel.

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Myrna kommentierte am 07. Februar 2021 um 02:45

Ich habe den zweiten Teil durch und habe es gefunden. Aber diese homoerotische Beziehung wird nur angedeutet, und das finde ich nicht so unangenehm. Offenbar lese ich aber auch lauter Bücher, wo solche Beziehungen nicht vorkommen... Mich stört das hier nicht...

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 12:44

Ach so, diesen Kommentar hatte ich auch nicht verstanden.

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:13

ja ich bin auch gespannt ob wir noch mehr über Silvia erfahren oder ob sie nicht so wichtig ist.

 

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:09

ja mich hat das Buch auch in senen Bann gezogen

Ich findde die Charaktere sind gut diferenziert.

Ja ich finde es auch (noch) komisch dass wir von Sivia noch so gar ncihts wissen, kommt vielleicht noch

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Hermione kommentierte am 09. Februar 2021 um 17:11

Die Charaktere sind wirklich toll angelegt. Gefällt mir auch ausnehmend gut. Sie sind irgendwie komplex, haben Entwicklungspotential und sind nicht nur "gut" und nicht nur "böse".

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labbelman kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:47

Mit den Zeitwechseln komme ich ganz gut klar. Ich muss dir allerdings Recht geben, dass immens viel passiert in beiden Zeitebenen und man aufpassen muss wo was passiert ist.

Ja die Tragik scheint sich durch die Familie zu ziehen. Das typische Familienidyll scheint keine der Frauen gehabt zu haben.

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 12:47

Hannah wirkt wie ferngesteuert. Wie von anderen erwartet, begibt sie sich in Bibliothek, Altersheim oder Hotel. Vielleicht wird die Suche nach der Familiengeschichte die erste Sache, die sie aus eigenem Anreiz verfolgt und die ihr beim Aufwachen hilft.

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:15

Hannah ist irgendwie nicht wirklich Herr ihres Lebens. Sie lässt sich einfach treiben. Irgendwie ist sie vollkommen antriebslos...

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Myrna kommentierte am 07. Februar 2021 um 22:26

So habe ich das auch empfunden. Die ganze Zeit über...

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labbelman kommentierte am 09. Februar 2021 um 10:56

Ich glaube sie versucht die Erwartungen der anderen zu erfüllen und vergisst dabei zu fühlen was sie eigentlich möchte und braucht. Deswegen wirkt das alles so ferngesteuert. Sie trudelt ja mehr so durch ihr Leben als dass sie es wirklich im Griff hat.

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 20:55

Da hast Du bestimmt recht. Durch die Konfrontation mit der Familiengeschichte, über die sie ja so gut wie gar nichts weiß, bekommt sie zum ersten Mal ein Ziel gsetzt, wofür es sich lohnt zu 'arbeiten'. 

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:12

Ich genieße das Lesen auch total, weil das Buch sich richtig gut weglesen lässt. Ich fühle mich beim Lesen richtig wohl. Darüber bin ich sehr froh, denn ich war vorher noch in einer Leserunde zu "DAVE" auf einem anderen Portal und musste mich dort beim Lesen immer extrem konzentrieren.

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 19:19

Ich lese DAVE und die Junge Frau parallel und habe ersteres Buch aufgrund seiner ausgefallenen Idee tendenziell als reizvoller empfunden. Ich habe aber inzwischen den Eindruck, hier kommt noch was.

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 21:04

Man gut in die Geschichte eintauchen. Das Thema ist schon bewegend, aber es hat nichts Deprimierendes. Ab und zu wird man wachgerüttelt, wenn man so über die damalige "Pflichthochzeit" liest und wie schwer es Senta in der Ehe hatte..... 

Toll ist, dass ich beim Lesen so ein richtiges Kopfkino habe und sogar im Bauch fühle, wie die Stimmung ist. Sagenhaft!

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leseliebelei kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:28

"Hannah ist dagegen ein Mäuschen, das noch nicht viel auf die Beine gestellt hat, auch wenn sie versucht, an ihrer Doktorarbeit zu schreiben."

Puh, auch an dieser Aussage störe ich mich etwas. Ich finde Hannah nicht übermäßig sympathisch, insgesamt. Aber sie ist 27, hat ihre Mutter früh verloren und trotzdem Abitur gemacht und studiert, hat immerhin einen Master-Abschluss und promoviert. Daneben besucht sie regelmäßig ihre alte Großmutter, die nun nicht gerade vor Herzlichkeit überschäumt. Die Partynächte, Affären und besonders die Liebelei mit dem verheirateten Professor finde ich nicht wirklich sympathisch und könnte mich damit nicht identifizieren. Aber ich finde, dass das in dem Alter ingesamt schon ziemlich okay ist und man nicht zwingend viel mehr "auf die Beine gestellt" haben muss.

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Minijane kommentierte am 07. Februar 2021 um 19:02

Sie ist sich halt noch nicht darüber im Klaren, wie sich ihr Leben weiterentwickeln sollte und was sie wirklich will im Leben. Vielleicht fehlt ihr auch unbewußt ihre Wurzeln , ihre Familiengeschichte nicht wirklich zu kennen. ( Was sich dann ja mit dem Brief der Großmutter ändern wird..)

 

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Gartenliebhaber kommentierte am 23. Februar 2021 um 09:54

Ja, ich denke auch Hannah ist nicht geerdet.

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Rosmarin kommentierte am 12. Februar 2021 um 10:32

Ich kann Dir nur zustimmen! Die Ansprüche sind heutzutage wirklich hoch, Abi und Master-Abschluß erfordern schon einiges an Mühe und promovieren - spätestens da hätte ich wahrscheinlich aufgegeben (zu Abi und Master hat's gereicht). Bei der Vielfalt, die das Leben bietet, muss man seinen eigenen Weg erst mal finden - ist sicher nicht einfach.

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Hermione kommentierte am 08. Februar 2021 um 09:08

Jetzt verstehe ich auch Deine Anmerkung mit dem Verein. Der kommt aber - genauso wie das mit dem homoerotischen Ereignis - erst im nächten Leseabschnitt vor ;-)

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Newspaper kommentierte am 04. Februar 2021 um 18:20

Bisher habe ich kaum bis gar keine Kritik. Über Hannahs Gedanken musste ich nicht nur ein mal schmunzeln. Die Verbindung zwischen der modernen, aktuellen Gegenwart sowie den 20er Jahren, ist der Autorin sehr gelungen. Ich kann alle gut auseinanderhalten und finde mich gut zurecht. 

Der Titel "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" taucht das erste Mal bei einer Bildbeschreibung im Buch auf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Senta diese junge Frau ist. So würde auch eine Verbindung zwischen dem Titel und Hauptcharakter existieren.

Dass Jörg sehr aufdringlich und nervig ist, ist nicht zu übersehen bzw. überlesen. Ich hab aber die Vermutung, dass seine Spürnase und die Hartnäckigkeit Hannah extrem weiterbringen werden. Nur dank seiner Recherche hat sie nun mehr Informationen vorliegen. So vermute ich, wird sich Hannahs Meinung über den großartigen fucking Jörg vielleicht doch noch ändern.

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:16

Ich denke nicht dass Senta die junge Frau auf dem Bild ist, denn sie hat ja "nur " die Bilder ihres Schwiegervaters beschrieb en

Bei Jörg kannst du recht haben, dass seine Wissen und seinen Konntakte noch wichtig werden

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:16

Genau, das denke ich auch. Es ist ja ein Bild, das Vermeer gemalt hat. Der hatte doch nichts mit Senta zu tun...

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buecherwurm_01 kommentierte am 09. Februar 2021 um 14:12

Das sehe ich auch so, es ist der Titel eines Bildes von Vermeer. 

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labbelman kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:50

Ich glaube Hannah verwechselt da etwas, denn Jörg will ja nichts von ihr, sondern eigentlich etwas von ihrer Affäre, denn er braucht Kontakte um aufzusteigen und bisher scheint er da ja gescheitert zu sein. Ob das an seiner Art liegt? Wirklich sympathisch kommt er ja nicht gerade rüber.

Hannahs Liebelei scheint ihr alles andere als gut zu tun. Ich kann aber gut verstehen, dass sie das nicht einfach abbrechen kann. Manchmal ist ja etwas schwer erreichbares irgendwie reizvoller als das naheliegende, auch wenn das dumm ist und einen nur verletzt. Aber was ist schon logisch? Liebe sicher nicht.

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Newspaper kommentierte am 06. Februar 2021 um 19:28

Manchmal ist ja etwas schwer erreichbares irgendwie reizvoller als das naheliegende, auch wenn das dumm ist und einen nur verletzt.

- !!!

 

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 12:49

Die Bildbeschreibungen fand ich großartig. Ich bin gespannt, ob sie aufgelöst werden, so dass wir uns diese junge Frau einmal im Internet ansehen können.

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leseliebelei kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:17

Also, ich meine, Vermeer ist ja sehr bekannt und die Titel seiner Bilder sind oftmals ganz ähnlich, wie "Junge Frau mit Wasserkanne am Fenster" oder "Briefleserin am offenen Fenster". Ich denke also, dass dieser spezielle Bildtitel ausgedacht ist, in Anlehung an die anderen Werke.

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 19:16

Das ist eine gute Theorie. Ich hatte es so empfunden, dass eine Beschreibung, aber nicht der eigentliche Bildtitel erfasst wurde. Die Beschreibung macht aber auch was her und sich sogar als Buchtitel gut.

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Rebecca1980 kommentierte am 08. Februar 2021 um 06:39

Ds ist ja nicht der Titel des Vermeer-Bildes. Es ist die Beschreibung von Senta, an die Titel konnte sie sich ja nicht mehr erinnern. Also hat sie die Bilder beschrieben

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Estrelas kommentierte am 08. Februar 2021 um 12:48

Sehe ich auch so, womöglich kommt das aber an den echten Bildtitel nah dran.

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Minijane kommentierte am 07. Februar 2021 um 19:05

Ich denke es handelt sich um ein Bild des Malers Vermeer, vielleicht "Die Briefeschreiberin", die am Fenster steht und ein blaues Kleid trägt.

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cebra kommentierte am 10. Februar 2021 um 16:00

Dass Jörg sehr aufdringlich und nervig ist, ist nicht zu übersehen bzw. überlesen. Ich hab aber die Vermutung, dass seine Spürnase und die Hartnäckigkeit Hannah extrem weiterbringen werden.

Dieses Gefühl habe ich auch. Er klebt so richtig dran und hat sich bestimmt schon etliche nützliche Verbindungen aufgebaut, auf welche Weise auch immer.

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 20:59

 "So vermute ich, wird sich Hannahs Meinung über den großartigen fucking Jörg vielleicht doch noch ändern."

Ja, ich würde mich nicht wundern, wenn sie über die Zusammenarbeit mit Jörge ihren Doktorvater vergisst..... Vielleicht finden Jörg und Hannah auch emotional zusammen und werden ein Paar..... 

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Myrna kommentierte am 04. Februar 2021 um 20:58

Ein leicht zu lesendes Buch und dennoch fesselnd. Ich habe den ersten Teil sehr schnell gelesen gehabt und fand die Atmosphäre und auch die Schilderungen der Personen sehr gut. Auch die Zeiten kann man sich beim Lesen gut vor Augen führen. Man kann sich in die einzelnen Charaktere und ihre Handlungen recht gut hineinversetzen.

Es macht Spaß, die Geschichte weiter zu verfolgen. Mich haben die verschiedenen Zeiten und Orte nicht irritiert, weil sie gut gekennzeichnet sind allein schon dadurch, dass sie jedesmal mit einem neuen Kapitel wechseln und nicht beides in einem Kapitel stattfindet.

Die Schilderungen im Altenpflegeheim sind mir nur allzusehr geläufig - ich war selbst im Altenheim tätig und kenne solche Reaktionen alter Menschen recht gut; ich musste schmunzeln beim Lesen. 

Ich bin gespannt, wie es weitergeht - mich interessiert auch, was aus Lotte wird. Mal sehen...

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:17

ja ich finde auch, man kommt super klar in den unterschiedlichen Zeitebenen

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lesebrille kommentierte am 05. Februar 2021 um 08:59

Das Buch ist gut und flüssig zu lesen finde ich.Die unterschiedlichen Zeiten konnte ich hier gut auseinanderhaltn. Jörg ist richtig aufdringlich/nervend, aber wohl auch hilfreich,wenn auch aus anderen Gründen denke ich.

Die Oma gefällt mir richtig gut.

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:19

ja Evelyn mag ich auch, auch wenn sie so kratzbürstig tut - alterskauzig nenne ich das ☺

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:18

Jörg finde ich auch ziemlich furchtbar.

Aber mit Evelyn bin ich noch nicht so recht warm geworden. Wie sie ihre Enkelin behandelt, ist ja alles andere als liebevoll oder zugewandt... Es muss sie wohl immer noch stark getroffen haben, dass ihre Mutter sie damals zurückgelassen hat.

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gaby2707 kommentierte am 09. Februar 2021 um 12:37

Evelyn in ihrer Kratzbürstigkeit mag ich auch sehr. Die erinnert mich so an meine Mama. Die wollte auch einerseits bald sterben und andererseits ihre Enkel groß weren sehen. So wie Evelyn wohl alles tut um bei guter Gesundheit zu bleiben.

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Gelinde kommentierte am 05. Februar 2021 um 12:38

Oh ihr seid schon fließig am Lesen, ich hoffe sehr, dass ich heute Abend anfangen kann

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 09:30

Ich habe gestern nicht mehr viel geschafft, die ersten 3 Kapitel.

Evelyn ist recht "alterskauzig" würde ich mal sagen, aber sonst ist sie mir sehr sympathisch.

Was ich von Hannah (und ihrem Prof) halten soll weiß ich noch nicht.

Senta hat sich wohl selber ein Bein gestellt und wird es in ihrer Ehe nicht so einfach haben.

Eure kommentare lese ich erst wenn ich fertig bin mit dem ersten Abschnitt

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labbelman kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:53

Ob Evelyn diese Kautzigkeit von ihrer Tante hat, die sie großgezogen hat? Diese Trude erschien mir jedenfalls nicht sehr nett, fast hätte man annehmen können sie sei in ihren Bruder verliebt, so sehr wie sie Senta gehasst hat und ihm etwas besseres gewünscht hat, eine Frau die mehr so ist wie sie. Dabei hat sie ja nun auch ihre Schwächen, sonst wäre sie wohl kaum die Affäre mit dem Arzt eingegangen oder wäre Morphiumsüchtig. Sicherlich wird der erlebte Krieg mit Schuld daran sein, aber eben nicht allein.

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Gelinde kommentierte am 07. Februar 2021 um 08:58

ja ich bin  sehr gespannt ob wir von Trude noch mehr erfahren - und wie es mit ihr und Evelyn weiterging nachdem Ulrich gesorbedn ist

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Gelinde kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:05

So, nun habe ich den ersten Abschnitt gelesen und er gefällt mir super gut.

Die zwei Zeitebenen bringen Spannung rein. Immer wenn es wechselt fiebert man schon wieder wie es wohl weitergeht. Spannend und emotional, so wie ich es gerne mag.

 

Tja, Senta erging es genau so wie ich es mir gedacht hatte, sie war unglücklich in ihrer Ehe, dass Ulrich sie dann bei der Trennung überrumpelt hat wundert mich nicht. Ich bin gespannt was noch alles passiert, vor allem in Bezug auf  ihre Tochter Evelyn, warum konnte sie später keinen Beziehung zu ihr aufbauen?? Was ist in diese Richtung noch passiert. Dass sie Julius Goldmann dann Heiratet und dass der Krieg dazwischen kommt wissen wir ja.

 

Was wohl aus Trude geworden ist??

 

Hannah in der Gegenwart ist mir noch etwas suspekt. Ok , irgendwie hat sie noch einen Knacks weg als ihre Mutter anscheinend so plötzlich (?) am Krebs starb- Aber wie kann sie sich in diese „Beziehung“ zu ihrem Professor hineinmanövrieren?

 

Tja und dieser Jörg ist ja so ein Oberknaller.

 

Ach ja und ich mag es sehr wenn der Titel einen direkten Bezug zur Geschichte im Buch hat. Hier handelt es sich ja also um eines der verschwundenen Gemälde.

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 12:53

Als "dieser Jörg" bei der Anwältin auftauchte, wäre das der Moment gewesen, ihn in seine Schranken zu weisen. Hat sie nicht getan, also wird er sie wohl von seiner Expertise und sich überzeugen. Das läuft doch auf die Befreiung von der Affäre hinaus! ;)

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Hermione kommentierte am 08. Februar 2021 um 09:12

Ja, das ist schon extrem übergriffig von Jörg, einfach bei der Anwältin aufzutauchen. Da wäre ich wirklich aus der Haut gefahren...

Vielleicht reißt das ja Hannah auch endlich mal aus ihrer Lethargie???

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cebra kommentierte am 10. Februar 2021 um 16:10

Hat sie nicht getan, also wird er sie wohl von seiner Expertise und sich überzeugen. Das läuft doch auf die Befreiung von der Affäre hinaus! ;)

So was kam mir auch in den Sinn. Aber da müsste Jörg noch eine ganze Reihe von Sympathiepunkten anhäufen ...

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Kleine_Raupe kommentierte am 16. Februar 2021 um 09:43

Ich glaube nie und nimmer, dass Hannah was mit Jörg anfängt! Jörg hat - wenn ich das mal so sagen darf - doch echt einen Dachschaden! Ich wäre ganz schön enttäuscht von der Autorin, wenn es darauf hinausliefe.

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 21:17

So wie Jörg dargestellt wird ist es doch die Sichtweise von Hannah.... Und vielleicht ist er ja wirklich anders und eigentlich ein netter Typ. Oft ist es doch auch im wirklichen Leben so, dass aus einer Abneigung eine Zuneigung wird!

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leseliebelei kommentierte am 18. Februar 2021 um 09:26

Ich würde das mit dem Dachschaden so nicht sagen, aber ich finde auch, dass die beiden überhaupt GAR nicht zusammen passen und mir das unglaublich unrealistisch erschiene...

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labbelman kommentierte am 06. Februar 2021 um 17:45

Wow was für ein Buch. Da überschlagen sich ja die Ereignisse in den jeweiligen Handlungssträngen.

Ehrlich gesagt bin ich sehr bestürzt über Senta und dass sie ihr Kind alleine zurücklässt. Zulange ihr Ex noch lebte okay, aber nach dessen Tod hätte sie sie doch zu sich holen können. Ob so eine Ehe zwischen ungewollt Schwangeren jemals zu Glück geführt hat? Ich kann es mir kaum vorstellen.

Zumindest scheinen die Frauen der Familie kein Händchen für Männer zu haben, da Hannah ja auch das Kind einer Affäre ist und scheinbar auch Evelyn nicht glücklich liiert war. Das finde ich immens spannend, hat fast etwas von einem "Familienfluch".

Gut gefällt mir, dass die Geschichte komplett anders ist als ich es erwartet hatte. Normalerweise kennen die Betroffenen ihre Wurzeln. Hier wusste offensichtlich niemand etwas über den jüdischen Zweig.

Auch die tragischen Tode ziehen sich durch die Familie. Das hat etwas Mysteriöses.

Am meisten interessiert mich, warum Evelyn nichts mit ihrer Mutter und deren zu tun haben möchte.

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Newspaper kommentierte am 06. Februar 2021 um 19:28

Ehrlich gesagt bin ich sehr bestürzt über Senta und dass sie ihr Kind alleine zurücklässt.

- Dieser Moment hatte mich auch schockiert. 

Zumindest scheinen die Frauen der Familie kein Händchen für Männer zu haben, da Hannah ja auch das Kind einer Affäre ist und scheinbar auch Evelyn nicht glücklich liiert war.

- Dieser "Familienfluch" zieht sich anscheinend durch minimal 3 Generationen. Schade aber dass sich deren Schicksale ähneln, hab ich auch schon bemerkt. 
 

Thema: Lektüre Teil I; Seite 1 bis 129
Gelinde kommentierte am 07. Februar 2021 um 09:02

Dass sie ihr Kind zurückgelassen hat kann ich irgendwie nachvollziehen. Sie war ja erst 19 und ich glaube sie wurde dann ja auch von Ulrich , der gleich den Anwalt mitbrachte regelrecht überfahren. Und warum sied später keinen Bezug aufgebaut hat, da bin ich auch gespannt was wir noch erfahren. Evelky ist ja gar nciht gut auf sie zu sprechen.........

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Minijane kommentierte am 07. Februar 2021 um 19:13

Da bin ich ganz Deiner Meinung. Ich denke auch, dass der Anwalt sie so eingeschüchtert hat, dass sie halt unterschrieben hat. Sie fühlte sich sowieso schon als unfähige Mutter und war überzeugt Evelynn würde es bei Trude besser gehen als bei ihr. Aber das schlechte Gewissen kommt natürlich irgendwann. Bei Senta ja schon recht bald bei ihrem Cafébesuch, wo ihr ein Mödchen, dass sie an ihre Tichter erinnert ihr Geld stiehlt, was sie als gerechte Strafe empfindet.

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Gartenliebhaber kommentierte am 23. Februar 2021 um 10:13

  • Zumindest scheinen die Frauen der Familie kein Händchen für Männer zu haben, da Hannah ja auch das Kind einer Affäre ist und scheinbar auch Evelyn nicht glücklich liiert war. Das finde ich immens spannend, hat fast etwas von einem "Familienfluch".

Den Eindruck hab ich auch

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Estrelas kommentierte am 07. Februar 2021 um 12:42

Romane um Familiengeheimnisse mit verschiedenen Zeitebenen gibt es zuhauf. Mir gefallen hier die kleinen Besonderheiten, die der Blick in den Kopf der Figuren preisgibt (der Professor, der denkt, seine Eltern würden seinen Vortrag nicht verstehen; die Frau, die beim Kartoffelnlegen jede einer Person zuordnet, als würde sie ein Kind löffelchenweise füttern). Sie haben ihre Ecken und Kanten und sind nicht auf Anhieb durchschaubar. Das verstärkt die Anziehungskraft des Buchs.

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:20

Das hast du schön gesagt. Der Roman lebt wirklich von diesen Besonderheiten, weil sie so eine warmherzige, liebevolle Sicht der Autorin auf ihre Figuren offenbaren. Wirklich schön.

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Kleine_Raupe kommentierte am 15. Februar 2021 um 22:15

Da stimme ich dir vollkommen zu, diese Details machen Spaß und das Buch zu etwas Besonderem!

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Hermione kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:25

Ich bin bisher total begeistert von diesem Roman und habe es sehr genossen, den ersten Leseabschnitt mit genau richtig lang bemessenen Kapiteln und den wechselnden Perspektiven zu lesen.

Gerade vorher hatte ich einen total sperrig zu lesenden Roman ("DAVE") beendet und daher fällt mir besonders der angenehme Schreibstil dieses Buches auf, in das ich mich wirklich reinlegen könnte! ;-)

Grundsätzlich mag ich Generationen- und Familiengeschichten sehr gerne, aber diese hier ist wirklich besonders liebevoll erzählt. Man hat schon vieles über Zusammenhänge erfahren, was besonders viel Spaß macht (z.B. der Zeitungsartikel von Senta, der in der Gegenwart auch wieder entdeckt wird). Jede Person hat ihr Päckchen zu tragen und ist eine komplexe Person. Keine Person ist nur sympathisch, aber keine ist auch nur unsympathisch. Das gefällt mir sehr gut.

Ich finde es sehr spannend, dass sich die Familiengeschichte um so ein konkretes Thema wie jüdische Raubkunst dreht, denn das bringt mehrere Dimensionen rein (Geschichte und eben Kunst).

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

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leseliebelei kommentierte am 07. Februar 2021 um 18:59

Ich habe auf einen Schwung sehr weit gelesen und hoffe, dass ich jetzt die richtige Stelle erwische, ohne die Gedanken zu Teil 2 zu sehr im Kopf zu haben. Auf jeden Fall liest sich der Roman sehr gut so runter, finde ich. Es ist für mich eine relativ leichte Lektüre, zumindest bisher. Vorher hätte ich eher was anderes erwartet, von der Thematik her. Die verschiedenen Zeitebenen finde ich ausgesprochen angenehm und mag dieses Stilmittel insgesamt sowieso sehr gern.

Hannah ist mit nicht sehr sympathisch, obwohl ich auf den ersten Blick Gemeinsamkeiten entdeckte. Ich bin auch Germanistin und promoviere - aber das war es wohl auch schon. Ich fand schon die Beschreibung, warum sie Germanistik gewählt hat, sehr bezeichnend und klischeehaft:

"Keine Idee von mir selbst, außer dass ich gern lese, also studiert man halt Germanistik [...]."

Ohje, das sind im Studium meistens die aller unsympathischten Kommilitonen gewesen, meistens aber auf Lehramt und nicht mit dem Ziel, zu promovieren. Und dann die Liebelei mit dem Professor, hachja, hachne, ebenfalls so klischeehaft. Jörg Sudmann ist da wesentlich ambitionierter, aber dann eben in die vollkommen andere Richtung unsympathisch, auch nur auf seinen Vorteil bedacht. Am schlimmsten finde ich aber tatsächlich den Professor, Andreas. Gerade seine Gedanken während der Tagung in Wien ... urgs! Reihenweise bedeutungslose Affären, großartiger Typ.

Aus Evelyn werde ich nicht ganz schlau. Eine mürrische alte Frau, eigentlich irgendwie nicht mehr so richtig am Leben interessiert und auch nicht an liebevollen, respektvollen Beziehungen. Trotzdem liegt ihr eigentlich was an Hannah. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie an einer Aufklärung der ganzen Restitutions-Sache nicht gänzlich uninteressiert ist. Zwar will sie nicht drüber reden, hat den Brief aber ja trotzdem offen liegen gelassen und Hannah ihre Unterschrift gegeben. Wenn sie gar kein Interesse hätte, dann hätte sie beides nicht tun müssen.

Hachja, dann natürlich Senta. Die mag ich eigentlich echt gerne. Auch sie hatte es schon früh nicht leicht und kein außerordentlich großes Selbstbewusstsein. Umso mehr fiel sie daher auf Ulrichs Avancen rein. Es tat mir Leid, wie unglücklich sie mit Ulrich war und eigentlich war ich froh, als die Ehe beendet war und sie nach Berlin ging, allen grässlichen Umständen zum Trotz. Ich finde es auch nicht so verwerflich, in so jungem Alter, mit so anderen Vorstellungen und Idealen, sich dafür zu entscheiden, nicht gegen Ulrich (und Trude) zu kämpfen und stattdessen ihre Tochter dort zu lassen. Leicht fiel es ihr ja nicht, aber schließlich ist eben auch nicht jede, besonders junge Frau, zur Mutter geboren. Immerhin hat sie ja versucht, irgendwie noch für Evelyn zu sorgen und Briefe zu schreiben um so einen Kontakt herzustellen, was ja Trude vereiltelt hat. Umso schöner, dass die Freundschaft zu Lotte so gut gehalten hat und diese sie aufgefangen hat - und dann natürlich die Beziehung zu Julius Goldmann, so liebevoll und gleichberechtigt.

Trude als unglaublich resolute, eigentlich tief unglückliche Frau hat ein ganz eigenes bedrückendes Schicksal und ich fand es sehr traurig, wie schwer sie es Senta zusätzlich gemacht hat. Ulrichs Tod kam mir dann ziemlich plötzlich vor, damit hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Er war mir aber nie sympathisch, nicht mit seinen Kriegsgeschichten, seinem "Kleene", seinem Patriotismus, der Ablehnung einer Tochter und seinen Vorwürfen seiner sparsamen, wenn auch ansonsten nicht allzu begabten (Haus-) Frau Senta gegenüber.

Ich habe wie gesagt direkt weiter gelesen und bin schon in der Mitte von Teil 2. Ich bin gespannt, wie sich alles entwickelt und hoffe hier noch auf viel Austausch zum ersten Teil!

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gaby2707 kommentierte am 09. Februar 2021 um 12:44

Professor Andreas Sonthausen steckt bei mir auch in der untersten Schublade. Er und seine Frau scheinen ja eine sehr offene Ehe zu führen. Trotzdem kann er sich seinen Studentinnen gegenüber nicht so alleseinnehmend verhalten. Geht bei mir gar nicht.

Sentas Entwicklung in Berlin hat mir auch sehr gut gefallen. Ein sehr patentes Mädel, dass sich ihr Selbstbewusstsein hart erarbeiten musste.

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Rebecca1980 kommentierte am 08. Februar 2021 um 06:52

Ich finde den Anfang des Buches recht gut gelungen.

Man findet sich sehr schnell in den Zeitebenen zurecht und der Schreibstil ist locker flockig, so dass man sehr schnell durch kommt.

Die Personen mit ihren Problemen und Macken finde ich sehr gut entwickelt. Ja, Hannah ist etwas schräg. Ich denke dass die familiären Umstände einfach nicht spurlos an ihr vorüber gegangen sind in ihrer Entwicklung.

Jörg Sudmann finde ich momentan sehr anstrengend. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Meinung von Hannah, die man automatisch übernimmt und er schreibt ihr gar nicht so oft und ruft nur 2x pro Woche an, nur das Hannah das als sehr oft und nervig interpretiert.

Er erhofft sich den guten Kontakt zu Hannahs Prof, deshalb legt er sich so ins Zeug und schießt über das Ziel hinaus.

Jemand nicht so introvertierter (depressiver?) Mensch, hätte vielleicht einfach die Hilfe angenommen von vorneherein, dann hätte er vielleicht auch ganz anders reagiert. Er ist in seiner Art einfah auch einfach verzweifelt, weil er Angst hat nicht mehr weiter zu konmen und seine Träume nicht verwirklichen zu können.

Die Ehe von Senta war von Anfang an zum Schweitern verurteilt. Wie viele Vernunftehen damals. Aus einer nicht so ernsten Schwärmerei wird dann durch Unachtsamkeit Ernst und es mag Mädchen geben, die erstens von Haus aus auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter vorbereitet wurden, aber manche eben nicht. Sie fühlt sich vom Schicksal betrogen und eingeengt.

 

Von Hannahs Mutter Silvia erfährt man bisher nur am Rande. Sie scheint das genaue Gegenteil von Evelyn zu sein. Interessant ist zu sehen, dass Evelyn bewusst anders zu sein scheint als Senta, Silvia so gar nichts mit Evelyn gemein zu haben scheint und Hannah auch so ganz anders zu sein scheint wie ihre Mutter. Als wenn sie sich sehr bemühen ganz anders zu sein als ihre jeweilige Mutter.

 

Ich bin gespannt wie es weiter geht.  

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gaby2707 kommentierte am 09. Februar 2021 um 12:34

In Bezug auf Jörg Sundermann kann Hannah ihn nicht ausstehen, weil sie ihr Herz an den Professor gehängt hat. Somit hat Jörg im Moment gar keine Chance und kann machen was er will. Sie wird ihn immer als nervig und aufdringlich empfinden, denke ich.

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Lena Wilczynski kommentierte am 12. Februar 2021 um 20:46

Ich empfinde ihn auch als aufdringlich, da bin ich ganz ehrlich. Er mag zwar ein gutes Fachwissen haben, aber für meinen Geschmack spielt er sich zu sehr auf. Ausserdem kommt es für mich so rüber, als wollte er weniger helfen als vielmehr mit seinem Wissen prahlen und seine Position gegenüber Andreas verbessern. Sprich seinen Nutzen daraus ziehen..

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Rosmarin kommentierte am 08. Februar 2021 um 19:26

Gestern Abend konnte ich endlich loslesen - Ihr seid da alle ja schon wesentlich fixer!!

Und ich muss sagen, ich fühle mich auf den wenigen Seiten, die ich geschafft habe, schon richtig "zu Hause". Die anfängliche Situation ist mir sehr vertraut und es kommen jede Menge Gefühle zum Vorschein. Wer einmal eine(n) Angehörige(n) im Pflegeheim hat(te), kann das sicher nachempfinden. Man schwankt zwischen Gewissensbissen und Selbstvorwürfen, obwohl man versteht, dass der zu Pflegende gut aufgehoben ist. Glücklicherweise war das bei mir der Fall und ich durfte zu jeder Tages- und Nachzeit erscheinen. Jetzt bin ich natürlich total gespannt, wie es weitergeht und lese mal noch nicht alle Eure Kommentare :o) 

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Minijane kommentierte am 08. Februar 2021 um 22:49

 Ich finde auch man kommt prima in die Geschichte hinein. Der Wechsel der Zeitebenen gefällt mir gut.

Dass Hannah's Großmutter so gar nichts von dem Brief der Anwaltskanzlei wissen will! Ich weiß ja nicht , ob das vielleicht ein bisschen Show ist. Soll sich doch die Enkelin erstmal damit befassen. Vielleicht hat Trude, Evelyn's Ziehmutter aber auch ganze Arbeit geleistet und kein gutes Haar an ihrer Schwägerin gelassen. 
Hannah macht auch nicht gerade den glücklichsten Eindruck. Sie ist unglücklich verliebt in ihren Professor, der sie immer abwechselnd einlullt und dann wieder ignoriert. Mal sehen ob sich etwas zwischen ihr und dem nervigen Jörg Sundermann entwickeln wird. Er scheint genau wie Hannah ein Außenseiter zu sein.

Auch die Vergangenheit, Evelyn's Kindheit und das Aufleben von Senta nachdem sie nach Berlin gezogen ist, verfolge ich mit Spannung. Bis jetzt gefällt mir die Familiengeschichte richtig gut und ich bin gespannt wie es weitergeht.

 

 

 

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gaby2707 kommentierte am 09. Februar 2021 um 12:30

Mir kommt es auch so vor, als wenn Evelyn ganz genau weiß, worum es hier geht. Aber warum sie sich so stur stellt und alles abweist. Ich denke, das wird uns die Geschichte noch erzählen.

Sentas Aufblühen in Berlin finde ich sehr gut beschrieben. Bei ihrem Stadtspaziergängen kommen mir tausend Bilder in den Kopf.

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Rosmarin kommentierte am 09. Februar 2021 um 11:25

Ach hätte ich doch gerade etwas mehr Zeit und keiner wäre zu Hause - ich würde das Buch in einem Rutsch durchlesen wollen, ich könnte so richtig eintauchen!

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gaby2707 kommentierte am 09. Februar 2021 um 12:25

Endlich komme auch ich hier zum Lesen und wie die Meisten bin ich sehr gut in die Geschichte gestartet. Sie liest sich leicht und flüssig und dank der Kapitelüberschriften mit Zeitangabe kann ich problemlos zwischen den 20er Jahren und heute in und her switschen.

Die Figuren, die ich hier kennenlerne, haben alle ihre kleinen Macken, die sie dadurch sehr sympathisch und menschlich erscheinen lassen. Sie sind mit so liebevollen Kleinigkeiten ausgestattet, dass es Spaß macht ihnen zu folgen.

Allen voran Ulrich, der sich einbildet nur Jungs zeugen zu können. Aber diese Sorte Mann gibt es leider auch heute noch. Dann fallen sie aus allen Wolken, wenn es ein Mädchen wird. Hier lerne ich Oma Evelyn als Baby kennen.

Senta war mit ihren gerade mal 19 Jahren viel zu jung für Kind und Ehe. Einerseits kann ich verstehen, dass sie reiß aus genommen hat. Aber ihr Kind auch nach dem Tod von Ulrich bei dessen Schwester zu lassen, das verstehe ich nicht. Aber vielleicht lese ich da im Fortgang der Geschichte noch mehr.

Als Senta in Berlin auf Erkundungstour durch die Straßen schlendert, habe ich sofort Bilder im Kopf. Hier finde ich den Flair der 20er Jahre sehr gut eingefangen.

Aber nicht nur sie hat ja bei Männern kein glückliches Händchen bewiesen. Auch die anderen Frauen hier, scheinen in der Beziehung kein großes Glück gehabt zu haben.

Unmöglich in seiner Anhänglichkeit empfinde ich Jörg. Andererseits ist er für Hannah Gold wert, da er sich in Restitution von Raubkunst auszukennen scheint.

Und bei Evelyn - was muss damals geschehen sein, dass sie absolut nichts von dem Brief der Anwaltskanzlei in Israel wissen will? Mir gefällt die alte resolute Dame sehr gut. Das scheint sie von ihrem Papa zu haben.

Hannah wünsche ich, dass sie langsam etwas aus sich heraus kommt. Vielleicht gibt ihr dieser Brief ja den Nut und die Kraft ihr Schneckenhaus zu verlassen.

Bis hierher gefällt mir die Geschichte sehr gut und ich bin ganz gespannt, wie´s weiter geht.

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buecherwurm_01 kommentierte am 09. Februar 2021 um 14:24

So, nun bin ich auch mit dem ersten Abschnitt durch und muss sagen, er war angenehm zu lesen, denn die Sprache ist flüssig und nicht anstrengend.

Mir gefallen die verschiedenen Zeiteben, denn so lernt man die Charaktere besser und über einen längeren Zeitraum kennen. Die 4 Generationen von Frauen einer Familie, die jedoch sehr unterschiedlich zu sein scheinen, wecken mein Interesse. Hannah muss sie schlussendlich unter einen Hut bringen und hat da noch viel Arbeit vor sich. Wer ihr am Ende dabei am hilfreichsten sein wird, bleibt abzuwarten. Aber ich denke, da kommen noch ein paar Überraschungen auf uns zu.

Die männlichen Charaktere sind nicht sonderlich sympathisch, manchmal sogar eher nervig. Ob sich da noch etwas in die positive Richtung ändern wird, bleibt abzuwarten. Potential für Entwicklungen ist nach diesem ersten Abschnitt auf jeden Fall vorhanden.

 

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gaby2707 kommentierte am 10. Februar 2021 um 11:31

Mit den Männern gebe ich Dir recht. Da ist bisher nicht einer dabei, den ich sehr sympathisch finde.

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leseliebelei kommentierte am 10. Februar 2021 um 14:15

Was ist mit Julius? Der ist doch bisher ausnahmslos positiv?

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buecherwurm_01 kommentierte am 10. Februar 2021 um 18:38

Stimmt schon, aber ich finde, er geht auch etwas unter.

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cebra kommentierte am 11. Februar 2021 um 17:55

Mir gefällt das Buch bisher sehr gut. 

In die Geschichte ist man ruckzuck hinein gerutscht. Das ist schon geschickt gemacht, dass man in der Gegenwart beginnen und dann Blicke in die Vergangenheit werfen darf.

Zu Beginn hoffte ich allerdings auf etwas mehr literarischen Anspruch. Der erste Satz beispielsweise ist grandios. Formulierungen wie "Rund um die Ginkoblattbrosche prangte ein Sternbild aus Bratensoßenspritzern, ..." sind originell und aussagestark. Leider hat sich meine Hoffnung nicht ganz. Aber als es mir auffiel, war es längst zu spät: Das Buch hatte mich bereits in seinen Fängen.

Hannah hat schon eine Menge mitmachen müssen. Schön, dass sie die innige Bindung an ihre äußerlich kratzbürstige Großmutter hat. Die ist deutlich zu spüren, auch wenn der Umgangston der alten Dame etwas rüde ist. Ihre Beziehung zu Andreas Sonthofen gefällt mir nicht. Keineswegs aus moralischen Gründen, sondern weil er ihr einfach nicht gut tut. Bei Jörg bin ich mir nicht sicher, ob sein Interesse nich ausschließlich der Sache gilt. Das bleibt abzuwarten. Sympathisch ist er jedenfalls nicht. Nervig, unsensibel, ehrgeizig - aber für das Projekt ist das vielleicht ein großer Vorteil.

Auch Senta hat eine schwierige Vergangenheit. Ulrich war der totale Fehlgriff. Kein Wunder, dass sie sich mit diesem Eingesperrtsein nicht arrangieren kann. Der Neustart in Berlin gelingt sehr gut. Plötzlich eröffnen sich wieder Perspektiven, sie beginnt zu leben, kann ihre Fähigkeiten einsetzen und entdeckt ihr Schreibtalent. Und gewinnt das Herz ihres Chefs, der ganz nebenher meine Lieblingsfigur ist. Vincent van Gogh - wie heldenhaft und fürsorglich war das denn!?

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Estrelas kommentierte am 11. Februar 2021 um 18:33

Ich empfinde des Buch auch weniger "literarisch anspruchsvoll" als erhofft, erfreue mich aber an diesen kleinen Besonderheiten, wenn sie auftauchen.

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 10:13

Was bedeutet für dich "literarisch anspruchsvoll"??

Mich sollte ein Buch fesseln, mich berühren, mich ganz m GEschenhen versinken lassen -- und das tut dieses Buch für mich

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Rosmarin kommentierte am 12. Februar 2021 um 10:40

Das genau ist es für mich auch: fesseln, berühren, versinken! Ein Buch zum Eintauchen und Alltag vergessen!

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 12:39

Schön dass es dir auch so geht

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Estrelas kommentierte am 13. Februar 2021 um 17:57

Natürlich sind das die Kriterien, die ein gutes Buch ausmachen, und diese habe ich der Jungen Frau auch nicht abgesprochen. Ich betrachte es aber als historischen Roman und nicht so literarisch besonders, wie mir der Eindruck vermittelt wurde.

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cebra kommentierte am 15. Februar 2021 um 17:54

Literarisch anspruchsvoll ist für mich ein Buch, wenn es einen besonderen, eigenen Sprachstil hat, der Inhalt und Handlung unterstützt und große Bögen um Stereotype und Klischees macht. In Ansätzen finde ich diesen meinen Anspruch hier befriedigt, aber es fehlt mir das Herausragende.

Ich gebe dir aber recht: Das ist Meckern auf hohem Niveau. Mir geht es wie dir, das Buch fesselt mich total und ich lese es sehr gern.

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leseliebelei kommentierte am 12. Februar 2021 um 11:28

Ja, sprachlich gesehen literarisch anspruchsvoll finde ich es wirklich gar nicht, an vielen Stellen eher einfach, durch Hannahs Denkweise und Ausdrücke auch oft sogar eher platt und vulgär.

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 12:44

Also mit dem sprachlich literarisch anspruchsvoll finde ich das so eine Sache. Wer entscheidet da??

Ich habe gerade ein Buch gelesen „ Die Erfindung der Sprache“, das dann vermutlich viele als „literarisch anspruchsvoll „ einstufen werden.

Ich allerdings konter nicht viel mit dem Buch anfangen.

Wenn ich Sätze lese wie : : Die Soziolinguistik brachte Adam genau das näher, was andere sagten. Sie erfüllten ihn mit einer zwischenmenschlichen Wärme, dem Ansatz eines Verstehens, gekleidet in eine ihm verständliche Sprache, frei von Tropen, Gleichnissen, Vergleichen, Metaphern, Alliterationen, Chiasmen, Ellipsen, Hypallagen, Ironie, Periphrasen, Tautologien oder Zeugmata.“

Dann frage ich mich: für wen ist das geschrieben??

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leseliebelei kommentierte am 12. Februar 2021 um 13:01

Natürlich ist das eine ganz objektive Sache, die jeder für sich entscheiden kann. Aber für mich gibt es einfach Bücher und Texte, die mit einer sprachlichen Finesse geschrieben sind, irgendwie mit Witz, die mich begeistern, in ihren Formulierungen oder sprachlich gezeichneten Bildern. Und das hier gehört da nicht dazu. Ich lese es gerne und ich finde die Geschichte soweit interessant, aber sprachlich finde ich es jetzt nicht wirklich besonders. Der Titel versprach da für mich irgendwie ein bisschen mehr Eigenart.

Die von Dir zitierte Stelle finde ich jetzt auch nicht wirklich besonders oder interessant. (Sprachlich) literarisch wertvoll ist bei mir keinesfalls gleichzusetzen mit "kompliziert" oder voller Fachwörter oder so. Wie gesagt: eher gefühlsmäßig irgendwie was besonderes.

Zu Hannahs platter, teilweise leicht vulgärer Sprache finde ich bestimmt Beispiele, wenn ich das Buch zur Hand nehme, da habe ich auch gerade nichts konkretes. Und ich finde es nicht so "schlimm" wie bei manch anderen Büchern (z. B. der letzten Leserunde an der ich teilnahm, "Aus schwarzem Wasser").

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 20:26

DAs kann ich jetzt gut nachvollziehen, hast du gut erklärt.

Ja und dass das jeder anders sieht.

Schönen Abend noch

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Estrelas kommentierte am 13. Februar 2021 um 18:00

So hatte ich das auch gemeint. Literarisch muss nicht bedeuten, dass es sprachlich völlig unverständlich wird, sondern dass besondere sprachliche Bilder benutzt werden, so dass der Titel aus der Masse heraussticht.

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cebra kommentierte am 15. Februar 2021 um 17:58

Oh, da findet sich bestimmt jemand - lach! 

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 12:50

'Ach uns so platt oder vulgär finde ich Hannahs Denkweise nicht.

Ich mag das auch nicht in Büchern und habe das schon oft als Kritikpunkt angebracht, aber hier finde ich es nicht auffällig

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Gelinde kommentierte am 12. Februar 2021 um 10:11

Ja als Senta in Berlin angekommen und aufgeatmet hat, das war für mich wie einer "Befreiung", Das ist echt eine Lieblingsstelle von mir geworden

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Rosmarin kommentierte am 12. Februar 2021 um 10:47

Der erste Abschnitt - ich bin begeistert! Mich zieht das Buch in den Bann: Abtauchen in eine andere Welt, lesen, was andere Frauen erlebt haben und durchmachen müssen (oder wollen), manchmal naiv, manchmal überlegt - und immer spielt das Schicksal mit!

Ich finde mich in den Zeitebenen sehr gut zurecht - manchmal würde ich am liebsten gar nicht wechseln, so spannend ist es gerade.

Ja, nicht alles kann man verstehen (muss man unbedingt eine Affäre mit seinem Prof haben?), aber das ist es ja, was das Leben ausmacht! Jeder entscheidet halt anders... Mit Senta habe ich eigentlich eher Mitleid, man mag ihr Vorwürfe machen, aber sie muss eben auch ihren Weg gehen. Ich bin total gespannt, wie es weitergeht. Bis jetzt ist es für mich ein ganz faszinierendes, berührendes Buch!

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leseliebelei kommentierte am 12. Februar 2021 um 13:06

"Ich finde mich in den Zeitebenen sehr gut zurecht - manchmal würde ich am liebsten gar nicht wechseln, so spannend ist es gerade."

Das ist ja quasi der Sinn, der Cliffhanger quasi. Da ist es gerade irgendwie interessant und man ist drin und dann der Wechsel. Und dann versinkt man da wieder und vergisst fast, dass die andere Ebene gerade so spannend war. Ich mag das sehr. :D

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stefanb kommentierte am 15. Februar 2021 um 11:16

Mir gefällt der erste Leseabschnitt gut. Er lässt sich locker lesen - der Schreibstil ist gut-, auch wenn ich mir eine intensivere literarische Sicht gewünscht hätte.

Die zwei Stränge in den unterschiedlichen Zeiten gefallen mir auch. Dabei interessiert mich die damalige Zeit am meisten. Positiv kommen auch die Charaktere rüber. Die machen die Geschichte sehr interessant. Sie sind glaubhaft dargestellt. Ich bin gespannt, wie diese sich entwickeln werden.

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Kleine_Raupe kommentierte am 15. Februar 2021 um 22:04

Der erste Abschnitt hat mir wahnsinnig gut gefallen, ich bin jetzt schon total begeistert von dem Buch! Man lernt Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennen, die einen geheimnisvollen Brief aus Israel bekommen hat. Eine Anwaltskanzlei bietet an, sich auf die Suche nach verlorenen Gemälden zu machen, die in Familienbesitz. Die Familie wurde von den Nazis enteignet, die Gemälde sind verschollen. Hannah ist völlig überrascht, sie wusste nichts davon. Ihre Großmutter will allerdings immer noch nicht darüber reden. In einem zweiten Handlungsstrang lernen wir Senta kennen, Evelyns Mutter. Hannah und Senta sind mir sehr sympathisch, auch wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie man einfach so sein Kind verlassen kann. Aber für Senta ist es so auf jeden Fall besser, sie war ja mit Ulrich sehr unglücklich, litt vielleicht auch an postnataler Depression. Und Evelyn hat in Trude ja auch eine fürsorgliche Ersatzmutter. 
Ich bin gespannt, wie sich die Affäre von Hannah und ihrem Doktorvater entwickeln wird, er ist ja ein ziemlicher Blödmann. Bin auch gespannt, welche Rolle Jörg Sudmann noch spielen wird. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne und finde die Charakterisierung ihrer Figuren unheimlich gut gelungen!

 

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lese-esel kommentierte am 17. Februar 2021 um 20:48

Da das EBook weniger Seiten hat, fände ich es gut, wenn zu den Abschnitten auch die Kapitel genannt werden würden.

Weil ich ein paar skeptische Kommentare zu dem Buch gelesen habe, war ich etwas skeptisch. Aber mich hat das Buch mit dem ersten Satz mitgenommen. Der Schreibstil ist super, man kann sich alles so schon vorstellen und sich auch in die Gefühlslage der Protagonisten eindenken. 

Manchmal ist es so schön trocken geschrieben. Man spürt oft auch den Argwohn, den einzelne Protagonisten anderen gegenüber haben. Klasse! Manchmal schwebt da schon Zynismus mit, oder?

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buchgestapel kommentierte am 21. Februar 2021 um 22:40

Der Einstieg in die Geschichte ist mir ehrlich gesagt ein wenig schwer gefallen, da die Handlung für meinen Geschmack ein wenig zu schleppend anlief. Mit der Zeit wurde der Schreibstil aber auf jeden Fall sehr angenehm zu lesen und hat ein einfacheres Vorankommen ermöglicht.

Gut gefallen haben mir dann auch noch auf jeden Fall die zwei Zeitebenen, die mich bisher auf gut verwobene Handlungsstränge hoffen lässt.

Was die Charaktere angeht, finde ich Hannah bisher noch am besten charakterisiert. Sie ist eine interessante und authentisch dargestellte Figur, die sicherlich noch einiges an Entwicklungspotenzial hat.

Ganz witzig fand ich irgendwie auch Jörg. Seine Art ist schon ein wenig seltsam, und so ein wirklicher Sympathieträger scheint er mir bisher auch eher nicht zu sein. Nützlich für die Handlung kann er aber sicherlich sein, weshalb ich doch irgendwie relativ gespannt darauf bin, was er noch so alles anstellt, um sich an Hannah und ihre Vergangenheit dran zu hängen.

Hannahs Doktorvater dagegen...naja. Seine Selbstwahrnehmung ging mir nach zwei Sätzen so dermaßen auf die Nerven, dass ich auf so wenig Auftritte wie nur irgend möglich von ihm hoffe. Da Hannah sich aber scheinbar immer heftiger in ihr...Ding...mit ihm hineinsteigert, sehe ich das irgendwie nicht wirklich xD

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Gartenliebhaber kommentierte am 23. Februar 2021 um 09:46

Ich mag Geschichten, die mit Zeitsprüngen erzählt werden, doch ich musste mich sehr konzentrieren, um hier alles aufzunehmen. Was schon mal feststeht, die meisten Männer kommen in dieser Geschichte bisher nicht gut weg. Andreas widert mich an, ebenso wie Ulrich. Julius scheint sehr nett zu sein, Jörg sehr nervig und Arthur ist wohl auch fürsorglich.Jetzt ist auf jeden Fall schon mal klar, was es mit dem Titel des Buches auf sich hat. Durch die Erzählukngen von früher wied klar, warum Evelyn so "hart" von außen betrachtet ist, denn ihre Kindheit war schwierig, um es mal milde auszudrücken - auch ohne Krieg hatte sie unter Lieblosigkeit und Verlorenheit zu leiden.  Ich hoffe, dass Evelyn Hannah noch viel von ihrer Vergangenheit erzählen wird, auch wenn es im Moment ja gar nicht danach aussieht.

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