Leserunde

Leserunde zu „Nie, nie nie" (Linn Strømsborg)

Nie, nie, nie -

Nie, nie, nie
von Linn Strømsborg

Bewerbungsphase: 14.04. - 29.04.
Beginn der Leserunde: 08.07. (Ende: 29.07.)  - TERMIN-UPDATE -

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Dumont Verlags – 20 Freiexemplare von „Nie, nie nie" (Linn Strømsborg) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

ÜBER DAS BUCH:

„Ich will keine Kinder, nicht mit ihm, mit niemandem. Schon gar nicht mit mir selbst.“

Ein Roman am Puls der Zeit über das Muttersein und das Nicht-Muttersein: frisch, ehrlich und warmherzig erzählt

Linn Strømsborgs Erzählerin ist fünfunddreißig – und hat sich schon vor Jahren dazu entschlossen, keine Kinder zu bekommen. Davon, wie sich ihre Entscheidung auf die Beziehungen zu Freunden, den Eltern und nicht zuletzt dem Partner auswirkt, handelt dieses Buch: Ihr Umfeld hat Schwierigkeiten, ihre Haltung zu akzeptieren, immer wieder wird sie mit dem Thema konfrontiert. Da ist ihr langjähriger Partner Philip, der zunehmend daran zweifelt, ob er mit dem Entschluss seiner Freundin leben kann. Ihre Mutter strickt ohnehin seit Jahr und Tag Babykleidung in der Hoffnung auf ein Enkelkind. Als dann die beste Freundin Anniken Nachwuchs bekommt, verändert sich alles.

Aber kann man wirklich nur mit Kind eine Familie sein? Wieso wird von jeder Frau erwartet, dass sie Mutter werden will? Warum ist es so schwierig, andere Lebensentwürfe zu akzeptieren?

Linn Strømsborg beschäftigt sich mit Fragen, die jede Frau – ob Mutter oder nicht – sich irgendwann stellt. ›Nie, nie, nie‹ ist ein Buch der Stunde, das sich mit Elternschaft und Weiblichkeit auseinandersetzt, und zwar auf direkte, empathische und bewegende Weise.

»Warum beschäftigt es Menschen so sehr, wenn ein anderer die Entscheidung trifft, keine Kinder zu bekommen? ›Nie, nie, nie‹ zeigt auf, dass es ganz unterschiedliche Wege gibt, ein erfülltes Leben zu leben, auch wenn man sich nicht reproduziert.« DAGSAVISEN

ÜBER DIE AUTORIN:

Linn Strømsborg, geboren 1986, debütierte 2009 mit dem Roman ›Roskilde‹. Seitdem hat die Autorin drei weitere Romane geschrieben und arbeitet nebenher in der Presseabteilung eines norwegischen Verlags. Im Herbst 2018 war sie für das New-Voices-Programm von Norla ausgewählt. ›Nie, nie, nie‹ ist ihr vierter Roman und der erste, der in deutscher Übersetzung erscheint.

10.07.2021

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
Schneeweißchen kommentierte am 10. Juli 2021 um 16:17

Den mittleren Teile fand ich auch sehr gut. 
Schön wie hier genau das wahre Leben, böse Zungen würden von Klischees sprechen, gezeigt wird. Von anderen Leuten die sich einmischen, die plötzlich nur noch für sich und das Kind existieren und das nicht mal zu hinterfragen scheinen.

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
julemaus94 kommentierte am 10. Juli 2021 um 17:44

Das fand ich auch sehr interessant. Auch wenn sich der Erzählstil dadurch etwas verändert hat, diese Momentaufnahmen aus dem Leben mit Kindern waren sehr gut gewählt.

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
julemaus94 kommentierte am 10. Juli 2021 um 17:51

Ich finde es faszinierend, wie sich der Erzählstil im Laufe des Buches ändert, wie die Erzählung in verschiedene Lebensabschnitte unterteilt ist.

Sehr gut nachvollziehbar ist der Teil über Annikens Schwangerschaft- wie sich die Freundinnen lansam voneinander entfremden, sich die Gesprächsthemen nur noch ums Kinder kriegen drehen, die Treffen mit Anniken und Alex nach der Geburt des Kindes so vollkommen wandeln. Man nimmt sich immer vor, dass sich nichts ändern wird, aber die frisch gebackenen Eltern können gar nichts dagegen tun, weil sie sich selbst durch diesen kleinen Zwerg so vollkommen verändern. Und die kinderlose Freundin fällt in logischer Konsequenz früher oder später aus dem Fokus.

Die Reise nach Spanien fand ich von vorne bis hinten mislungen. Einerseits, dass die Freunde so kurzfristig abgesprungen sind (auch wenn die langsame Trennung von Philip absehbar war). Andererseits, dass die Beziehung zu ihrer Mutter so unausgeglichen ist. Man merkt, dass die Protagonistin wirklich versucht, ihrer Mutter alles recht zu machen. Aber das einzige, was diese sich wirklich wünscht, kann sie ihr einfach nicht geben. Und ich habe das Gefühl, dass diese Unzufriedenheit auf alle anderen Bereiche der Beziehung ausstrahlt.

Und auch die Geschichten über die Freunde, die nach und nach schwanger werden: man hat das Gefühl, dass der Kreis um die Protagonistin immer kleiner wird und selbst die eisernsten "Mitstreiterinnen" früher oder später die Seite wechseln.

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newra kommentierte am 16. Juli 2021 um 09:45

Die Entwicklung in den Freundschaften mit den frischen Eltern hat mir auch gefallen. Alles sehr nachvollziehbar geschildert. Aber ich finde auch, dass die Protagonistin sich davon nicht unterkriegen lässt. Im Gegenteil, sie trifft sich weiterhin mit ihren alten Freunden und kommt auch ganz gut mit den Babys und Kindern zurecht bzw. ignoriert diese nicht einfach. Sie gibt ihr bestes. Manchmal muss sie sich früher aus Treffen herausziehen, aber das ist, denke ich, auch vollkommen ok.

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:12

Der andere Erzählstil hat mir auch gefallen. Ich bin gespannt, ob der dritte Teil auch noch einmal ganz anders ist.

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nikolausi kommentierte am 12. Juli 2021 um 05:25

In diesem Teil werden so viele Szenen geschildert, in denen Kinder eine Rolle spielen. Das lässt für mich nur den Schluss zu, dass sich die Erzählerin am Ende doch für ein Baby (mit Philip) entscheiden wird, zumal sie doch immer wieder an ihrer Entscheidung zweifelt, vor allem, ob sie sie nicht irgendwann bereuen wird.

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StefanievonBooksweetbook kommentierte am 12. Juli 2021 um 08:16

Die Reise und der Aufenthalt bei den Großeltern war sehr ernüchternd und enttäuschend. Es hat mir einen Stich versetzt, als unsere Protaginistin in einem Gespräch erfahren hat, dass der Gesprächspartner nicht wusste, dass sie die Enkelin ist, und dieser nicht mal wusste dass ihre Großeltern überhaupt Kinder haben. Das fand ich sehr traurig.

Dass es nun auch zur entgültigen Trennung von Philip kam, hat mich ebenso berührt. Ich mochte ihn wirklich sehr. Er liebt sie, leider ist er nicht der richtige für sie oder besser sind sie nicht die richtigen füreinenander, da reicht Liebe allein nicht aus.

Nun wird Annika endlich Mutter und deren Leben steht nun völlig Kopf. Hier beschreibt die Autorin sehr authentisch, wie es sich anfühlt, frische gebackene Eltern zu sein.

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newra kommentierte am 16. Juli 2021 um 09:41

Ich war überrascht, dass die Trennung von Philip dann doch so schnell passiert ist. Ich hatte eher gedacht, dass die zwei versuchen sich noch an die Gemeinsamkeiten und die Erinnerungen zu klammern, anstatt alles ein und für alle mal über Board zu werfen... Immerhin scheinen sie ja nicht ganz voneinander los zu kommen und sehen sich weiterhin sporadisch, auch wenn sie nicht mehr wirklich Teil des Lebens des jeweils anderen sind.

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:13

Ich habe das Gefühl, dass zwischen denen doch noch mal was werden könnte. Ich bin gespannt.

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Michelly kommentierte am 12. Juli 2021 um 10:48

Die Reise nach Spanien war furchtbar traurig zu lesen, Anniken habe ich hier auch nicht verstanden. Wieso nicht den letzten Urlaub ohne Kind und mit der besten Freundin genießen? Das geht auch schwanger noch! Da tat mir die Protagonistin schon leid.

Das Leben von Eltern ändert sich und zwar zwangsläufig und drastisch, daran ist nicht zu rütteln. Aber es ist auch eine Frage, wie man mit dieser Veränderung umgeht. Auch als Mama bist du noch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen, man muss sich dieses Recht aber auch herausnehmen.Ich finde, hier wird der Kontrast zwischen Eltern bzw. Mamas und Nicht-Mamas gut herausgearbeitet. Wenn man nicht aufpasst, entsteht eine unüberwindbare Kluft. Ich kann beide Seiten gut nachvollziehen.

Überrascht hat mich der liebevolle Umgang der Protagonistin mit Annikens Baby und zwar, als sie unbeobachtet war. Das macht eben manchmal echt einen Unterschied.

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Naraya kommentierte am 12. Juli 2021 um 11:16

Ein sehr spannender Abschnitt. Die Reise der Erzählerin und ihrer Mutter fand ich schon etwas erschütternd. Auf der Geburtstagsfeier sind sie wie Fremde, nicht wie Familie und am Ende fällt es keinem auf, wenn sie gehen. Ich bin ja nicht dafür, dass mein sein ganzes Leben aufgibt, wenn man Kinder hat und ich sage auch nicht, dass man als Eltern nicht auswandern darf, aber diese Gleichgültigkeit ist schon traurig. Entweder man lässt es dann eben oder man gibt sich trotz allem Mühe mit seinen Kindern. Aber gut, so einfach war das früher wohl einfach nicht.

Dass Anniken auf einmal so darauf besteht, dass es doch gar nicht so schlimm wäre, wenn die Protagonistin auch ein Kind bekommt, fühlt sich schon sehr seltsam an. Aber die Freundschaft wird sich auf jeden Fall in Zukunft verändern. Ich möchte mir auch ungern vorstellen, wie sich unser kinderloser Freundeskreis dann entwickeln würde. Man hört ja oft genug von anderen "Das verstehst Du erst, wenn Du selbst Kinder hast" - da entsteht schon ein gewisser Graben und das merkt man bei Anniken auch.

Als die Protagonistin Philip wiedertrifft, merkt man, dass sie eigentlich auch ohne die unterschiedliche Haltung zu Kindern nicht gut zueinander passen. Sie ist sehr unabhängig und spontan und gerne mal allein. Er kann schlecht spontan sein und möchte, dass die Dinge nach seinen Wünschen laufen. Das wäre wohl auch mit Kind auf die Dauer nicht gut gegangen, denke ich.

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
Sabine_AC kommentierte am 14. Juli 2021 um 11:31

Tatsächlich hat mich die Reise nach Spanien gar nicht so sehr berührt/mitgenommen. Irgendwie passte die Schilderung genau zu dem Bild, das ich mir vorher von den Großeltern gemacht hatte.

Und ja, natürlich ist es irgendwo traurig, dass die Großeltern offenkundig so gar keinen Bezug und kein Interesse an den Enkeln (und auch nicht an den eigenen Kindern) haben - aber wirklich überraschend kam das ja nicht.

Die Großeltern haben sich, das wurde ja auch hier schon diskutiert, halt den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit gebeugt und Kinder bekommen... vermutlich "weil man das halt so macht". Und diese Kinder haben sie ja nicht mißhandelt oder ignoriert, sondern auch großgezogen, sich gekümmert usw... aber halt nicht länger, als nötig.

Letztendlich bestätigt dieser Teil der Geschichte mich in meiner Überzeugung, dass einfach nicht jeder fürs Kinder-haben gemacht ist... ganz wertneutral.

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
Schneeweißchen kommentierte am 14. Juli 2021 um 16:52

Deinen letzten Satz kann ich nachfühlen. Manchmal denke ich, dass es sogar Leute gibt, die vermutlich gute Eltern wären (weil sie eben sehr selbstreflektiert sind), aber es aus diversen Gründen trotzdem nicht sein möchten (definitiv möchten, nicht können).

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newra kommentierte am 16. Juli 2021 um 09:49

Ich mag deine Gedanken hierzu. Ergänzend möchte ich noch erwähnen, dass ich es schön zu lesen fand, dass wir als Leser lernen, was das mit den Kindern (der Mutter der Protagonistin macht). Sie leidet unter der Beziehung zu ihrer Mutter, kann aber auch nicht aus ihrer Haut. Sie schafft es nicht sich komplett zu lösen oder eine Form von Aussprache/Konfrontation zu initiieren. 

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Marta kommentierte am 24. Juli 2021 um 21:12

Sie leidet unter der Beziehung zu ihrer Mutter, kann aber auch nicht aus ihrer Haut. Sie schafft es nicht sich komplett zu lösen oder eine Form von Aussprache/Konfrontation zu initiieren. 
 

Ja, das trifft es wohl auf den Punkt. Dabei wären das die zwei Optionen, die die belastende Situation verändern könnten. Schon schlimm.
 

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vanimelda kommentierte am 14. Juli 2021 um 13:58

So der zweite Abschnitt wurde genauso verschlungen.

Von der Spanienreise habe ich traurigerweise nicht viel erwartet, allerdings ist mir hier nochmal die Beziehung zwischen der Protagonisten und ihrer Mutter deutlich geworden, die wie ich finde sehr emotionslos ist. Für die Mutter scheint alles negativ zu sein, was eventuell die bitteren Früchte des nicht gewährten Wunsches nach einem Enkelkind trägt. Ich bewundere die Protagonisten, dass sie hier eher positiv bleibt, das könnte ich nicht. 
Die ganzen verschiedenen Treffen mit ihren Freunden, (Ex-)Kollegen und Unbekannten fand ich sehr interessant. Und auch die Darstellung von den frischgebackenen Eltern, Anniken und Alex war gelungen. 
Ich bin gespannt was aus der Geschichte mit Philip wird, so ganz können die beiden sich ja nicht von einander lösen. 

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Schneeweißchen kommentierte am 14. Juli 2021 um 16:52

Die verschiedenen Eltern-Geschichten fand ich auch sehr gut!

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newra kommentierte am 16. Juli 2021 um 09:53

Für mich liegt der Kern in der problematischen Beziehung, die die Mutter zu ihrer Mutter (der Großmutter) hat. Sie ist ja auch relativ früh Mutter geworden und für mich klingt es so, dass die Gründung der eigenen Familie ihr geholfen hat, die Lücke der verwehrten Liebe der eigenen Mutter zu schließen. Sie hat alle ihre Gefühle und Hoffnungen auf ihre Tochter projiziert. Vermutlich will sie jetzt genau dasselbe für ihre Tochter und versteht nicht, dass sie dieses Bedürfnis gar nicht teilt.

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MoniBo89 kommentierte am 14. Juli 2021 um 19:25

So Abschnitt zwei ist auch nur so dahin geflogen wobei mir der erste Abschnitt noch besser gefallen hat.
Hier hatte ich zu Anfang die Befürchtung, dass sie nun doch ein Kind möchte nachdem sie sich relativ viel mit dem Baby Ella beschäftigt hat.
Aber nachdem sie die Situationen ihrer ehemaligen Kollegen und Bekannten schildert verfliegt das wieder.
Interessant ist eigentlich bei allen Eltern, dass es Fluch und Segen zugleich ist Kinder zu haben.
Gleichzeitig werten sie aber irgendwo auch das Leben der kinderlosen ab was ich sehr schade finde (z.B. Die Aussage, dass sich kein Kinderloser mehr beschweren solle, dass man keine Zeit hätte).
Aber ich empfinde es auch so dass sich die Eltern von den Kinderlosen zurück ziehen und nicht andersrum. Und so kenne ich es eigentlich auch selbst aus meinen Leben, dass man selbst eigentlich den toleranteren, flexibleren Part in einer Freundschaft einnimmt.

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:11

Ich hatte hier auch das Gefühl, dass sie doch ein Kind will, weil die Momente mit Elle sehr intim waren. Mal schauen.

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newra kommentierte am 16. Juli 2021 um 10:04

Ich lese das Buch immer noch sehr gerne! Die Seiten fliegen nur so vorbei.

Mir gefällt es, weil es sich nicht als Plädoyer für oder gegen Kinder liest, sondern viel subtiler vorgeht. Es werden immer wieder Charaktere vorgestellt, die sich für den ein oder anderen Lebensweg entschieden haben. Auf diese Weise lernt man die Beweggründe und die Freuden der jeweiilgen Entscheidung kennen.

Sympathisch fand ich auch Margrethe und ihre Sichtweise: "am Ende wird alles gut" (Seite 140). Letztlich ist jeder Mensch verschieden und flexibel genug sich auf sich verändernde Lebensumstände einzustellen.

Abschließend ist mir aufgefallen, dass ich den Roman auch gerade deshalb mag, weil er es trotz der Kürze der Kapitel und Abschnitte schafft, Charaktere mit Tiefgang zu zeichnen. Neben der Protagonistin, konnte ich die Handlungen und Gefühlswelten von Philip, der Mutter und Anniken sehr gut nachvollziehen.

Ich freue mich nun auf den letzten Abschnitt und bin gespannt, welche Überraschung das Leben für die Erzählerin bereithält.

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flippingpages kommentierte am 18. Juli 2021 um 16:14

Ich bin begeistert von dem Erzählstil, der so sachlich und knapp daherkommt und trotzdem so viel Tiefe transportiert und dem Umgesagten eine starke Stimme gibt. Die Spanienreise war kurz. War auch ganz gut so. Die Großmutter führt ihr Wunschleben und die Nachkommen gehören für sie eben nicht dazu. Das ist traurig für die Mutter, aber letztendlich ist es so besser für alle Parteien. 

Die Trennung von Philip kam nicht überraschend. Ihre Lebensentwürfe und Vorlieben, vom Kinderwunsch mal abgesehen, sind einfach zu verschieden, um Kompromisse eingehen zu können. Ich mag beide - auch als Paar - sehr.  Früher oder später musste es so kommen. Liebe kann das nicht ausgleichen. Die vielen Alltagsepisoden waren toll in Szene gesetzt.

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:10

Genau!Das Buch ist so tiefgründig, obwohl es nicht auf pseudo-philosophisch tut, sondern indem viele Beispiele aus dem Alltag gegeben werden. Das gefällt mir auch sehr!

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leseratte54 kommentierte am 22. Juli 2021 um 10:36

Den zweiten Leseabschnitt fand ich an einigen Stellen etwas langatmig und mir haben die spitzen Bemerkungen aus dem ersten Leseabschnitt gefehlt. Inhaltlich wurde m.E. alle Aspekte der Klischees einer "Nicht-Mutter" erfüllt. Es ist beruhigend zu lesen, dass langjährige Freundschaften manchmal auf eine Geduldsprobe gestellt werden und leider so manche Freundschaft durch die Geburt von Kindern im Sande verläuft. Hier fehlt mir oft das Verständnis der frischen Eltern - die ihre Postion mit absoluter Überforderung und Glück damit begründen, dass die Freundschaft auch durch ihr Wirken sich verändert.  Nun freue ich mich auf den 3. Leseabschnitt :-) 

 

 

 

 

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dalli kommentierte am 23. Juli 2021 um 12:27

Die Reise nach Spanien habe ich echt als große Enttäuschung empfunden. Wie krass ist es bitte, dass enge Freunde nichts davon wissen, dass du Kinder und Enkel hast? Wie kann man nur so sein und diese Informationen nicht als wichtig zu erachten? Das ist schon echt schockierend. Sehr gut gefallen haben mir die verschiedenen Abschnitte über Bekannte, Freunde oder Kollegen. Es ist wirklich erschreckend, wie sehr sich Menschen, die Kinder bekommen haben, verändern können. Dies ist natürlich nicht bei allen Eltern so, aber es kommt natürlich vor. Ich selbst habe die Erfahrung auch mehrfach machen müssen, dass Kontakte einbrechen, weil nun einfach keine Zeit mehr da ist. Das sind auch Gründe, weshalb ich selbst unsicher bin, ob ich welche bekommen soll. Ich möchte so auf keinen Fall sein, habe aber Angst, dass es dennoch passiert. Süß zu sehen fand ich auch, wie liebevoll die Protagonistin mit Annikens Baby umgeht, während sie nicht beobachtet wird und generell, wie sie sich auch in Kinder einfühlen kann. Die Trennung von Philip hat mich wirklich bewegt und ich hoffe, dass sie irgendwie wieder zueinander finden können. Auch ich bin mir nicht ganz sicher, wie das Buch ausgehen wird. Entscheidet sich die Protagonistin letztlich doch für ein Kind?

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lebensbetrunken kommentierte am 28. Juli 2021 um 21:21

Es ging mir ganz ähnlich wie dir! Die Spanien-Reise fand ich auch irgendwie einfach traurig und enttäuschend. Das muss gerade auch für die Mutter schwer sein, wenn die Eltern so froh sind, die Kinder "loszuwerden". Finde es aber toll, dass auch bereute Mutterschaft beziehungsweise Elternschaft im Buch thematisiert wird!

Und ich glaube, es lässt sich nie vermeiden, dass man sich verändert, sobald ein Kind auf der Welt ist. Egal, wie sehr man sich das vorher vornimmt. Ich finde das Buch zeigt super, wie SEHR sich das eigene Leben verändert, wie anders Prioriäten gesetzt werden und wie selten sich Freund*innen sehen. Das ist wirklich etwas, das mir  Angst macht. Ich weiß auch noch überhaupt nicht, ob ich jemals Kinder will. Aber es ist schön, auch mal eine kinderlose und glückliche Perspektive kennenzulernen - das ist noch viel zu selten!

Ich glaube nicht, dass die Protagonistin sich am Ende für ein Kind entscheidet! Das würde meiner Meinung nach alles irgendwie kaputt machen.

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:08

Ich finde es auch sehr krass, dass die Großeltern sie überhaupt nicht beachtet haben, sondern nur auf ihre Freunde geachtet haben.

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Marta kommentierte am 24. Juli 2021 um 21:08

Die Spanienreise war sehr heftig. Das ständige Genörgel der Mutter, nichts passt, aber gut, das Wiedersehen mit den Eltern aus einem Gefühl der Pflichterfüllung nimmt der Reise jegliche Freude. Und wie sich herausstellt, ja nicht unbegründet.

Die Freunde der Eltern wussten nicht mal, dass diese Kinder haben und dann hat die Mutter(der Vater hat irgendwie so gar keine Rolle, auch interessant, er kümmert sich auch um nichts, wird aber nicht als der Unsympath wie die Mutter dargestellt) nicht mal bemerkt, dass ihre Tochter und Enkeltochter vorzeitig angereist sind. Das fand ich schon sehr heftig. 
 

Die vielen Momentausnahmen von jungen Eltern waren ein interessanter Perpektivenwechsel. Wenn man das liest, dann hat man wirklich keinen Kinderwunsch mehr, oder? Ausgenommen die kleine Anna und ihre Verkupplungseltern, die waren mir symphatisch und haben ein schönes Familienleben. Anna ist allerdings auch kein Säugling mehr.

Nach wie vor mag ich das Buch sehr!

 

 

 

 

 

 

 

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Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:07

Die Spanienreise war wirklich ärgerlich. Die Protagonistin tat mir leid, weil die Mutter ihren Ärger an sie ausgelassen hat. Aber am Ende haben sie sich doch zusammengeschweißt. Das war schön. Dass die Großmutter so gar nichts mit denen gemacht hat, ist wirklich unmöglich.

Thema: Lektüre, Teil ll, Seite 73 bis 160
Bookflower173 kommentierte am 28. Juli 2021 um 22:04

Ich habe das Gefühl, dass die Protagonistin sich um Kinder herum immer wohler fühlt. Die aufgefangenen Gespräche haben mir gut gefallen und verschiedene Blickwinkel zum Thema Kinder gezeigt. Ob Philip und sie wieder zusammen kommen? Ich hoffe es. Was mir auffällt ist, dass die Protagonistin sich für ihre Freunde freut, während einige ihre Entscheidung nicht akzeptieren und immer wieder nachfragen, ob sie nicht doch Kinder kriegen will.