Leserunde

Leserunde zu "Papyrus" (Irene Vallejo)

Papyrus -

Papyrus
von Irene Vallejo

Bewerbungsphase: Bis zum 05.05.

Beginn der Leserunde: 12.05. (Ende: 02.06.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Freiexemplare von "Papyrus" (Irene Vallejo) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Das Buch ist eine der schönsten Erfindungen der Menschheit. Bücher lassen Worte durch Zeit und Raum reisen und sorgen dafür, dass Ideen und Geschichten Generationen überdauern. Irene Vallejo nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch die faszinierende Geschichte des Buches, von den Anfängen der Bibliothek von Alexandria bis zum Untergang des Römischen Reiches. Dabei treffen wir auf rebellische Nonnen, gewiefte Buchhändler, unermüdliche Geschichtenerzählerinnen und andere Menschen, die sich der Welt der Bücher verschrieben haben.

ÜBER DIE AUTORIN:

Irene Vallejo, geboren 1979 in Saragossa, studierte klassische Philologie an der Universität von Saragossa und Florenz. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Antike. ›Papyrus‹, ihr erstes Sachbuch, wurde in Spanien ein Bestseller und mit den wichtigsten Literaturpreisen des Landes ausgezeichnet. Auch in ihren zahlreichen Auftritten als Gastrednerin und wöchentlichen Kolumnen in ›El País Semanal‹ und ›Heraldo de Aragón‹ berichtet sie über ihre Passion für die Antike. Sie ist Autorin von zwei Romanen und einigen Kinderbüchern. Irene Vallejo lebt mit ihrer Familie in Saragossa.

04.06.2022

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416
Buchgespenst kommentierte am 22. Mai 2022 um 06:35

Was für eine Wahnsinnsgeschichte des Buches im alten Griechenland. So viele Aspekte, die bis heute aktuell sind und so viele Streitpunkte, die auch heute noch das Buch lebendig halten, sind so alt wie die Erfindung selbst. Unglaublich! Die Keimzelle unserer Kultur und unseres Selbstverständnis. Die Vorstellung, wie wir uns ohne Buch entwickel hätten, ist gruselig. Da wird die Welt gleich eng und dunkel.

Ich mag die Mischung aus Geschichte und Geschichten. Antiken Büchern und Querverbindung zur Aktualität. Manchmal muss man den Gedankensprüngen etwas hinterher hechten, aber sie machen wunderbar deutlich wie gegenwärtig die geschichtlichen Ereignisse sind. Manche historische Anektdote kennt man, diverse nicht... Schade, dass die Parallelbiographien derzeit nicht auf dem Markt sind. Die interessieren mich doch sehr.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416
Azyria_Sun kommentierte am 22. Mai 2022 um 16:25

Da kann ich dir nur zustimmen. Und wie viele Dinge über die Jahrhunderte immer wieder kommen. Die Zensur oder das Verbrennen von Büchern - wie viel Wissen da schon verlorengegangen ist. Nicht allein durch die naturbedingte Zersetzung des Papyrus, sondern auch vor allem durch die Zerstörungen von Menschenhand... umso unglaublicher, dass die Geschichten von Homer diese Zeiten so unbeschadet überstanden haben und heute nach diesen vielen Jahrhunderten immer noch so spannend zu lesen sind!

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416
Buchgespenst kommentierte am 22. Mai 2022 um 17:54

Ja, das Buch hat es mir noch mal sehr deutlich vor Augen geführt. So herablassend heute über Klassiker wie Homer und Ovid geurteilt wird, wie abwertend Klassiker auch heute beiseite geschoben werden als unlesbar und überholt - diese Geschichten haben Jahrtausende überlebt. Das müssen ihnen heutige Bestseller erstmal nachmachen :) Und ganz ehrlich: Mir gefällt der Schreibstil der meisten Klassiker. Eine poetische Sprache, wundervolle Wendungen und Bilder. Nicht immer einfach, aber wahnsinnig schön. Die Herausforderung Ungewohntes nachzuvollziehen und Zeitloses zu entdecken ist für mich unwiderstehlich!

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416
Azyria_Sun kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:50

Da kann ich dir nur zustimmen. Die Klassiker sind anfangs - da einfach anders, als die "gewohnte" Literatur - schwierig zu lesen. Aber ich mag es auch, mich diesbezüglich immer mal wieder zu fordern.

Und ich finde, man merkt auch bei Irene Vallejo, dass sie viel in den Klassikern und der Historie unterwegs ist - sie hat doch teils eine ganz eigene Ausdrucksweise und benutzt auch Worte, die heutzutage doch schon eher "veraltet" sind. Wie auf Seite S. 217 "Die Sprache seiner Verse ist frank..". Da bin ich kurz gestolpert, hatte aber direkt die Redewendung "frank und frei" im Kopf.

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Reem kommentierte am 24. Mai 2022 um 16:45

Ich lese immer wieder gerne Klassiker, aber meist in Leserunden. Der Austausch gefällt mir da sehr.

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Tara kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:42

Mir gefallen die Verbindungen zwischen vergangenheit und Gegenwart auch besonders gut.

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bücher_schnecke kommentierte am 22. Mai 2022 um 13:19

Nach wie vor bin ich sehr beeindruckt von der Autorin. Erst dachte ich.. oh man, was für ein dickes Buch, aber es gibt eigentlich kaum eine Stelle, an der etwas hätte gekürzt oder gar ganz weggelassen werden können.

Mich beeindruckt sehr, wie das Buch und seine Vorgänger uns und unsere Gesellschaft nachhaltig geprägt haben.

Manchmal fällt es mir schwer, dem Inhalt zu folgen, aber dann habe ich auch einfach schon wieder zu viele Informationen im Kopf. Unglaublich. Ich wünschte, mein Gehirn könnte sich all die vielen Erkenntnisse merken, die ich beim Lesen so habe.

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labbelman kommentierte am 22. Mai 2022 um 13:44

Ich finde Teile des Buches auch etwas anstrengend, aber irgendwie auf angenehme Weise. Es ist eben etwas über das man vorher noch nie so viel und so detailreich gelesen hat.

Mir war gar nicht klar wie sehr das Buch und eben auch Schriftrollen das Leben von Menschen vereinfacht haben.

Auch heftig, dass das Lesen früher echt nur sehr wenigen Menschen vorbehalten war, da genießt man heute umso mehr das Privileg, obwohl ich es bisher ehrlich gesagt eher als Selbstverständlichkeit angesehen habe, was es aber offenbar nicht ist. Man vergisst immer so schnell all die Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können.

Ich trage eine sehr starke Brille und mein absoluter Albtraum wäre zu erblinden und dann nicht mehr gedruckten Text lesen zu können. Das wäre echt ein Albtraum, weil ich es so sehr liebe. Man merkt ja immer wie eingeschränkt man sieht, wenn man beim Augenarzt getropft worden ist. :-(

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 226 bis 416
Azyria_Sun kommentierte am 22. Mai 2022 um 16:27

Ich habe in diesem letzten Abschnitt auch ab und an Mal eine Pause einlegen müssen, um all die Informationen verarbeiten zu können. Aber obwohl es für mich etwas anstrengender zu lesen war, als der Anfang des Buches, war es dennoch unglaublich informativ und spannend und wie du sagst: Ich würde mir auch wünsche, all diese Eindrücke, die ich hier gewinne, halten zu können...

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Tara kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:44

Ich wünschte, mein Gehirn könnte sich all die vielen Erkenntnisse merken, die ich beim Lesen so habe.

Das wünsche ich mir auch, so viel Input, dass kann ich leider gar nicht so schnell dauerhaft aufnehmen. Inzwischen wimmelt es in meinem Buch von Lesezeichen, da finde ich garantiert auch nichts mehr wieder. * lach *

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Azyria_Sun kommentierte am 22. Mai 2022 um 16:22

Ich finde immer wieder spannend, wie weit Dinge zurückreichen. Die Entstehung der Bibliotheken, die wir heute haben. Die früher den Weisen vorenthalten waren und dann doch relativ früh schon für alle zugänglich wurden. Und die Reichen, die dadurch ihre Macht und ihre Vorherrschaft in Gefahr sahen – tja, schon damals wusste man, das Wissen eben auch Macht bedeutet.

Wir hatten eine kleine Bibliothek in dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin, die hatte zweimal in der Woche für je 3 Stunden auf und ich war immer dort und habe es geliebt, in den Büchern zu stöbern und auszusuchen, welche ich mir ausleihen möchte. Und für mich war es immer ein Highlight, wenn neue Bücher gekommen sind. Das war leider nicht oft, vielleicht 2 x im Jahr, da die Bücherei von dem Direktor meiner Grundschule und seiner Frau privat betrieben wurde und nur selten Bücher gespendet wurden. Aber wie gesagt für mich ein Highlight.

Auch das mit den Listen finde ich sehr interessant. Es ist so selbstverständlich, heute alles alphabethisch zu Ordnen oder durchzunummerieren und schwer vorstellbar, was diese heutige Selbstverständlichkeit damals für eine Innovation war.

Den nachfolgenden Teil fand ich dann etwas anstrengender zu lesen. Ich weiß nicht, ob es an den längeren Kapiteln lag oder an dem Thema an sich? Die Zerstörung der Bibliotheken und Bücher und auch später die Zensur einiger Bücher – schrecklich. Wieviel Wissen da für immer zerstört wurde! Und das über so viele Jahre immer wieder. Schön fand ich, dass auch Mädchen lesen lernen durften. Auch das etwas, das in der alten Zeit nicht immer selbstverständlich war und in einigen Teilen der Welt immer noch nicht selbstverständlich ist! Auch der Teil mit Hypatia hat mir gut gefallen. Von ihr habe ich noch nie gehört, aber ich empfand sie als eine sehr spannende Person ihrer Zeit.

Interessant fand ich auch den Teil mit den Bibliotheken in den Konzentrationslagern. Das war mir bislang nicht bekannt. Und den Teil über Nico Rost. Ich glaube zwar irgendwie nicht, dass die Menschen damals groß zum Lesen gekommen sind, aber ich kann mir schon vorstellen, dass in einer so schrecklichen Situation selbst so etwas wie ein Buch eine verzweifelte Art von Flucht aus der Realität darstellen konnte.

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Tara kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:47

Auch das mit den Listen finde ich sehr interessant. Es ist so selbstverständlich, heute alles alphabethisch zu Ordnen oder durchzunummerieren und schwer vorstellbar, was diese heutige Selbstverständlichkeit damals für eine Innovation war.

Das fand ich auch sehr spannend, da ich mir auch nie Gedanken darüber gemacht habe - eine alpahbetische Ablage ist heute einfach eine Selbstverständlichkeit.

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Tara kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:39

Ich komme mit dem Buch ungewöhnlich langsam voran, aber ich liebe diese Informationsflut. Am liebsten möchte ich mir alles merken und packe immer wieder Post-Its an die für mich interessanten und/oder wichtigen Stellen.

Für mich war lesen nie ein Privileg und ich bin froh darüber, dass es heute in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit ist. Leider gibt es ja immer noch Länder, in denen das nicht so ist.

Auch wenn mir die Entwicklung der Bibliotheken nicht ganz fremd war, so habe ich hier noch viel Neues erfahren und finde es gut, dass sie jedem zugänglich sind.

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Azyria_Sun kommentierte am 22. Mai 2022 um 19:53

Mir ist auch durch das Lesen des Buches erst so richtig bewusst geworden, wie glücklich wir uns schätzen dürfen, dass bei uns jeder - egal ob Mann oder Frau - lesen kann und darf und Zugang zu Literatur im Übermaß hat. Ein Privileg, das man durch diese Selbstverständlichkeit gar nicht mehr so richtig schätzt.

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Azyria_Sun kommentierte am 24. Mai 2022 um 15:01

Mir ist auch durch das Lesen des Buches erst so richtig bewusst geworden, wie glücklich wir uns schätzen dürfen, dass bei uns jeder - egal ob Mann oder Frau - lesen kann und darf und Zugang zu Literatur im Übermaß hat. Ein Privileg, das man durch diese Selbstverständlichkeit gar nicht mehr so richtig schätzt.

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Maria_21 kommentierte am 24. Mai 2022 um 12:41

Wieviel Wissenswertes den Flammen wohl schon zum Opfer gefallen ist? Sogar für den Buchstaben X im Personenregister hat Irene Vallejo einen Darsteller! Der Autor Xenophon (S.229)! Was ich alles erfahre und was Irene Vallejo zusammengefasst, zusammengetragen hat, ist erstaunlich. Eine Buchhandlung auf Reisen! Mir fällt die moderne Schreibweise im Buch auf. Auf Seite 239 benützt Irene Vallejo Bewohner:innen. Mir gefallen die wiederkehrende Personen im Buch. Auf S. 240 treffe ich erneut auf Aristophanes von Byzanz. Dem Personenregister entnehme ich jetzt schon erfreut, dass er mir noch einige Male begegnen wird. Andere, wie Vitruv z. B., nur ein einziges Mal.

Mir gefällt persönlich auch die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ich staune immer wieder über die hervorragende Recherche der Autorin und wie sie dies alles im Buch der Bücher vereint!

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Reem kommentierte am 24. Mai 2022 um 16:47

Es bleibt weiterhin faszinierend und ich mag die Abschweifungen.

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buchfeemelanie kommentierte am 25. Mai 2022 um 17:09

So, nachdem ich den ersten Abschnitt enttäuschend fand, habe ich mich hier etwas mit dem Buch versöhnt. 

Ich komme mit dem Schreibstil nun besser klar. Ich bin zwar verhältnismäßig langsam mit dem Lesen, es sind ja auch eine Menge Informationen und ich finde es immer noch etwas anstrengend, aber es wird für mich langsam runder. Ich stelle fest, dass ganz viel Arbeit im dem Buch steckt.

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