Leserunde

Leserunde zu "Schweig!" (Judith Merchant)

Schweig! -

Schweig!
von Judith Merchant

Bewerbungsphase: 19.08. - 02.09.

Beginn der Leserunde: 16.09. (Ende: 07.10.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Kiepenheuer & Witsch Verlags – 20 Freiexemplare von "Schweig!" (Judith Merchant) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

Was würdest du tun, um deine Schwester zu retten? Und was, um sie loszuwerden?

Am Tag vor Heiligabend fährt Esther in den Wald zum Haus ihrer Schwester, um ihr ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen. Ein Schneesturm setzt ein. Das Geschenk wird nicht geöffnet. Der Wein schon. Dinge werden gesagt, die besser ungesagt blieben. Und Taten werden begangen, die nie mehr rückgängig gemacht werden können. 

Eigentlich muss Esther ihr Weihnachtsfest mit Ehemann und Kindern in der Stadt vorbereiten: einkaufen, Tanne besorgen – es wäre genug zu tun. Doch ihre Schwester Sue, die seit ihrer Scheidung völlig allein in einem riesigen Haus tief im Wald lebt, geht ihr nicht aus dem Kopf. Und so setzt sie sich ins Auto und fährt los. Aber nur um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist und ob Sue zumindest ihre Tabletten nimmt. In die Stadt einladen kann sie sie nicht. Denn was, wenn sie wieder durchdreht – wie letztes Jahr? Am Haus im Wald angekommen, stellt Esther fest, dass Sue sie loswerden will. Was hat sie zu verbergen? Ein Schneesturm setzt ein. Zum ersten Mal seit ihrer Kindheit kommen die Schwestern ins Gespräch, und kein Stein bleibt auf dem anderen – bis eine der beiden zum Messer greift. Während der Schnee alles verdeckt und jedes Geräusch erstickt ...

Judith Merchant lässt in ihrem neuen psychologischen Spannungsroman zwei unzuverlässige Erzählerinnen gegeneinander antreten – in einem unheimlich intensiven Kammerspiel um eine toxische Beziehung, in der nichts so ist, wie es scheint.

ÜBER DIE AUTORIN:

Judith Merchant studierte Literaturwissenschaft und unterrichtet heute Creative Writing an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Für ihre Kurzgeschichten wurde sie zweimal mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet. Nach der Veröffentlichung ihrer Rheinkrimi-Serie (darunter »Nibelungenmord« und »Loreley singt nicht mehr«) zog Judith Merchant von der Idylle in die Großstadt. »ATME!« erschien 2019 bei Kiepenheuer & Witsch und wurde zum Bestseller.

09.10.2021

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
Ladybug kommentierte am 13. September 2021 um 06:34

Auch der zweite Abschnitt ist ein Hin und Her der Sympathiewechsel zwischen den beiden Frauen.

Einseits bin ich auf Sue's Seite, die von ihrer Schwester dermaßen kontrolliert und bemuttert wird aber anderseits ist das Verhalten von Sue irgendwie gestört. Was ist der Grund warum sie Esther dermaßen weh tun und sie manipulieren möchte?

Dann ist da die Sache mit Martin, der wohl auch von Esther genug hat. Aus seiner Sicht erhalten wir über das Eheleben und die Kontrollsucht seiner Frau und da denke ich wieder, was stimmt mit Esther nicht?

Dermaßen stört mich noch immer dieses Getue mit "Schnecke", das ist dermaßen abnormal, kein Bruder oder Schwester würde im Streit oder in Diskussionen so oft diese Anrede nutzen.

Hier hätte die Autorin ruhig eher den Vornamen auswählen können, anstatt ständig den Kosenamen aus Kindestagen!

Zu dem ganzen Perspektivwechsel von den beiden Frauen und Martin erscheint nun auch noch eine Erzählweise eines "Mädchen". Es wirkt, als Sue das Mädchen wäre aber warum wählt die Autorin diesen Wechsel in der Erzählung und bleibt nicht einfach bei Sue.. ......bin sehr gespannt, was mich hier noch für eine Überraschung erwartet. 

 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
schnaeppchenjaegerin kommentierte am 13. September 2021 um 12:30

Der Kosename "Schnecke" ist meiner Meinung nach ganz bewusst gewählt. Es ist ein Zeichen dafür, dass Sue für Esther immer die kleine Schwester bleiben wird, die sie offenbar nicht wirklich ernst nimmt. Es ist ein Zeichen von Machtdemonstration. 

Das Mädchen scheint eher Esther zu sein. Erwähnt sie nicht einmal eine kleine Schwester?

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BabsyZ kommentierte am 13. September 2021 um 16:46

Ich denke auch, das Mädchen ist Esther, denn ich bin auch darüber gestolpert, dass eine kleine Schwester erwähnt wurde.

Und das "Schnecke" finde ich auch sehr nervend und befremdlich, aber ich werde das dumme Gefühl nicht los, dass es hiermit auch noch eine bsondere Bewandnis hat. Mein Eindruck ist, dass Esther ihre kleine Schwester gezielt mit Kleinigkeiten quält. Auch ihren Mann.

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julemaus94 kommentierte am 21. September 2021 um 20:01

Dieses Kosewort scheint auch irgendwie in Zusammenhang mit dem Vater zu stehen, er hat Sue wohl früher immer so genannt. Vielleicht ist es zum Teil auch Esthers Versuch, die heile Familienwelt aus ihrer Kindheit zurückzuholen bzw zu bewahren. Man hat ja doch immer mal wieder das Gefühl, dass sie gar nicht so richtig mitbekommt, wie sehr sie ihre Mitmenschen mti ihren Äußerungen unter Druck setzt (wenn sie ihre Worte nicht gerade gezielt einsetzt)

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April1985 kommentierte am 23. September 2021 um 06:37

So sehe ich das auch. Esther setzt den Kosenamen bewusst und gezielt ein. Ich hab das Gefühl sie spielt ein ganz perfides Spiel mit Sue.

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La Calavera Catrina kommentierte am 16. September 2021 um 11:06

Die "Mädchen-Kapitel" könnten ein eine mögliche Erklärung dafür sein, warum Esther so zwanghaft ein schönes Weihnachtsfest mit der ganzen Familie haben will. 

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Ceciliasophie kommentierte am 16. September 2021 um 18:19

Ja, so habe ich das auch beim Lesen verstanden :)

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 21. September 2021 um 13:18

Genau, die Sichtweise des Mädchens stellt dar, wie Esther zu ihrem Verhalten kam...

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julemaus94 kommentierte am 21. September 2021 um 19:58

So hatte ich es auch verstanden. Die Ehe der Eltern scheint wohl auch von Alkoholproblemen und anderen Unstimmigkeiten gestört gewesen zu sein. Zumindest der Zwang, ein schönes Weihnachtsfest zu feiern scheint daher zu rühren.

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cybergirl kommentierte am 17. September 2021 um 12:21

Nachdem man jetzt auch Martins Sichtweise kennt hat Esther bei mir verloren. Sie manipuliert ihre Mitmenschen. 

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julemaus94 kommentierte am 21. September 2021 um 20:02

Stimmt, nachdem wie Martin die Ehe schildert, muss Esther ja beinahe ein Monster sein: manipulativ und berechnend. Aus Esthers Sicht geschildert klingt das Ganze aber schon wieder vollkommen anders. Ich glaube, die Realität liegt irgendwo zwischen den beiden Extremen. Gesund ist die Beziehung aber trotzdem nicht.

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schnaeppchenjaegerin kommentierte am 13. September 2021 um 12:24

Ich finde beide Schwestern nicht wirklich sympathisch. Wenn man zu Beginn noch den Eindruck hatte, Esther wäre die normale, vernünftige Schwester, hat sich das durch die zusätzliche Perspektive ihres Ehemannes geändert. Esther ist manipulativ, versucht über alles die Kontrolle zu behalten und unterdrückt damit ihre Mitmenschen. Sue möchte sich das nicht mehr gefallen lassen, Martin scheint resigniert zu haben. 

Ich finde den Schlababtausch zwischen beiden Schwestern spannend und wie die Vergangenheit ihr Verhalten heute beeinflusst. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass die Situation eskalieren und etwas Fürcherliches passieren wird. Aber das verrät ja auch schon der Klappentext, der für meinen Geschmack etwas zurückhaltender hätte sein können. 

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La Calavera Catrina kommentierte am 16. September 2021 um 11:13

Ein guter Kniff, wie ich finde, weil man vorher nicht genau wusste, welcher Sicht man glauben kann. Durch Martins Blickwinkel hat man Gewissheit, dass sich Sues Bild von Esther der Realität annährt und sie wirklich so manipulativ ist. Denn ihre eigenen Kapitel weisen ja keine Spur von Eingeständnis auf. 

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schnaeppchenjaegerin kommentierte am 16. September 2021 um 13:43

Ja, Esther scheint eine richtige Soziopathin zu sein. 

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cybergirl kommentierte am 17. September 2021 um 12:23

Das finde ich auch

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 21. September 2021 um 13:21

Genau, erst durch Martins Blickwinkel erhält der Leser Einblick in Esthers wahres Verhalten.

Bisher dachte man ja eigentlich, dass sie eine gute Mutter und gute Ehefrau ist, die versucht, alles so gut wie möglich zu machen ; der das aber nicht immer gelingt, weil ihr ein schönes Familienleben wichtiger ist als Perfektion..Tja...

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cybergirl kommentierte am 17. September 2021 um 12:22

Ich finde die Schwestern auch sehr spannend und denke es wird etwas schlimmes passieren. 

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BabsyZ kommentierte am 13. September 2021 um 16:49

Ich kann ehrlich gesagt dieses Buch kaum aus der Hand legen, so spannend finde ich es.#

Meine Sympathien hat in diesem Psychokrieg tatsächlich niemand- doch, Esthers Kinder, die tun mir leid. Die beiden Schwester haben eine dermaßen toxische Beziehung, das kann nur auf eine Katastroßhe hinauslaufen. Und dann noch Martin. Auch diese Beziheung macht auf mich einen toxischen Eindruck. 

Das ist eine hochexplosive Menage-a-trois und ich bin mehr als gespannt, wer hier die Oberhand behält und was es mit dem Mädchen aus der Vergangenheit auf sich aht.

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milkahase kommentierte am 13. September 2021 um 19:22

Oh ja, die Kinder tun mir auch Leid. Kaum zu glauben, dass Esther sogar die Kinder mit in ihren Beziehungskrieg mit Martin hineinzieht, wo sie doch am wenigsten dafür können.

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La Calavera Catrina kommentierte am 16. September 2021 um 11:22

Das hat mich bisher am meisten schockiert. Ich bin sicher, Esther wird alles tun, um ihre Realität beizubehalten. Das schrecklichste Ende, das ich mir vorstellen kann, wäre, wenn sie Sue irgenwas Schlimmer antut, weil diese sie immer weiter provoziert. Sie wird sie nicht töten, aber vielelicht (versehentlich) so verletzen, dass sie nicht mehr allein leben kann und das wäre doch perfekt für die hilfsbereite große Schwester, um dann ihre Kontrolle ausleben zu können. 

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julemaus94 kommentierte am 21. September 2021 um 20:06

Vor allem fragt man sich auch, welche psychischen Schäden die beiden Kinder aus diesen SItuationen bis ins Erwachsenenalter davontragen. Esthers psychische Verfassung scheint ja auch mit ihrer eigenen Kindheit zusammenzuhängen. Wer weiß, was der Vater im Suff ihrer Mutter (und den beiden Mädchen) angetan hat oder war es vielleicht doch die Mutter?

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
milkahase kommentierte am 13. September 2021 um 19:19

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mir das Gezanke zwischen Esther und Sue manchmal echt auf die Nerven geht. Als Esther zurückkehrt und Sue eine Aussprache anstößt dachte ich oft nur "Was für ein Kindergarten". Die beiden sollten sich mal wie erwachsene Menschen unterhalten.

Ich finde, Esther sollte endlich mal ehrlich sein und ihre Hüllen fallen lassen. Sue gelingt es ja schon sehr gut, ihrer Schwester endlich die Meinung zu sagen und darüber zu sprechen, wie sie sich in ihrer gemeinsamen Kindheit gefühlt hat. Ich wünschte, Esther würde auch diesen Schritt gehen und nicht ständig so tun als sei alles in Ordnung. Sie kann die Augen nicht ewig vor der Realität verschließen.

Die Perspektivwechsel auch zu ein und derselben Situation finde ich sehr gut gemacht. So rücken einige Schilderungen in ein ganz anderes Licht, wie zum Beispiel der Vorfall an Weihnachten.

Auch wenn sich das Buch super schnell lesen lässt, bin ich bisher doch etwas enttäuscht und hatte mir ein wenig mehr Handlung erhofft als einfach nur eine Streit Situation zwischen zwei Schwestern an Weihnachten (überspitzt gesagt). Aber vielleicht überzeugt mich ja der dritte Leseabschnitt umso mehr.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
La Calavera Catrina kommentierte am 16. September 2021 um 11:55

Esthers Übergriffigkeit ist wirklich erschreckend. Jetzt bricht sie auch noch ins Haus ein und traut ihrer Schwester ein Verbrechen zu. Sie akzeptiert keinerlei Grenzen und baut sich ihre eigene Realiltät und Machtzentrale.

Wenn ich lese, wie Martin sich fühlt: "Er darf gar nicht versuchen, sich zu wehren. Oder etwas zu verändern. Denn dann wird es immer schlimmer", dann hat er vielleicht wirklich schon über drastischere  Maßnahmen nachgedacht, als sich zu betrinken. Wohlmöglich kommt es im Finale zu einem Unfall, weil er sich nicht mehr demütigen lassen will? Aber ich glaube, er hat zu viel Angst vor ihr.

Das Buch macht wirklich Spaß und lässt einen nicht kalt. Ein psychologisch packendes Kammerspiel, gestörter Beziehungen, wie ich es mir erhofft habe. Dialoge, ohne das wirklich miteinander kommuniziert wird, und nach und nach öffnet sich der Vorhang, der das ganze Grauen dahinter zeigt. Endlich geht Sue in den Angriffsmodus über. Höchste Zeit, den Wein zu öffnen und die Karten auf den Tisch zu legen, wo das Buch schon zur Hälfte rum ist. Ich bin sehr gespannt auf das Finale und hab da so meine Vermutungen, wie es ausgehen könnte. 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
cybergirl kommentierte am 17. September 2021 um 12:24

Ich bin auch gespannt wie es ausgeht. Habe so eine Vermutung. 

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
cybergirl kommentierte am 17. September 2021 um 12:20

Jetzt ist auch der zweite Abschnitt schon gelesen und es bleibt weiter spannend.

Durch Martin kommt noch einmal eine andere Sichtweise zum Vorschein. Ich muss sagen da kommt Esther nicht gut bei weg.

Sie spielt ein perfides Spiel mit ihrem Mann. Sie scheint die Menschen die ihr nahe stehen sollten gerne zu manipulieren.

Ich kann mir das Verhalten von Sue nur so erklären, dass sie sich gegen ihre Schwester nicht zur Wehr setzten kann und so den Kontakt vermeidet um sich zu schützen.
Sie hat ja schon als Jugendliche die Schminktischen mit der Toilette kontaminiert und Esther hat so eine schlimme Augenentzündung bekommen. Stille Rache. Ein bisschen feige aber zu mehr fehlte ihr wohl der Mut.

Wenn man hört wie Esther ihren Mann behandelt, weil er einmal eine Trennung erwogen hat. Sie setzt ihn mit den Kindern unter Druck.
Zählt wie viel er trinkt. Sie bringt ihn ja dazu so viel zu trinken. Aber auch das ist wohl gewollt.

Also Esther hat bei mir verloren.

Sue hat Esther den Zopf abgeschnitten weil sie nicht mehr so aussehen wollte wie sie. Sue wollte eine Brille weil sie nicht mehr so aussehen wollte wie ihre Schwester.
Kann es sein, dass die beiden Zwillinge sind und Esther die Erstgeborene?

Wenn das stimmt habe ich schon so eine Fantasie wie es enden könnte.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
Ceciliasophie kommentierte am 21. September 2021 um 09:45

Leider machte mir ein totaler Internetausfall einen Strich durch die Rechung, da ich den zweiten Abschnitt schon vor etlichen Tagen beendet habe, aber das ist auch ganz nett gewesen, schließlich konnten wir nicht viel anderes tun als gemütlich zu lesen abends. 

Puh, also an Sympathie mangelt es wirklich bei beiden Schwestern. Wobei ich es von der Autorin wirklich toll gemacht finde, dass man als Leser immer wieder hin und her schwankt, je mehr aufgedeckt wird. In diesem Abschnitt wurde vor allem Esther als kontrollwütige, manipulative Egomanin dargestellt. Ich habe aber ein bisschen das Gefühl, dass im nächsten Abschnitt noch mal eine andere Seite von Sue aufgedeckt werden könnte. 

Martins Sicht der Dinge ist einfach grauenhaft. Das "Kuss?" vom Anfang der Geschichte, das eine heile Familienwelt darstellte, ist innerhalb weniger Kapitel zu etwas vollkommen Falschem verkommen. 
Ich finde das Buch spannend und total interessant - und auch besser als "Atme!" bisher-, aber es fehlt mir ein kleines Bisschen das angeteaserte Drama der "nicht mehr rückgängig zu machenden Taten" und die Thriller-Komponenten. 
Ich bin gespannt, was der letzte Abschnitt noch für Dramen bringen wird!

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julemaus94 kommentierte am 21. September 2021 um 20:14

Okay, dieses Buch eignet sich wirklich hervorragend zum Verschlingen! Dieser ständige Schlagabtausch zwischen den beiden Schwestern wird nun noch um die spannende Komponente von Martins Einblicken ergänzt und gesteigert.

Martins Schilderungen lassen Esther in einem wirklich gruseligen Licht erscheinen.

Und doch, obwohl Esther selbst in ihrer Kindheit ein absoluter Kontrollfreak war und schon beinahe soziopathische tendenzen zeigte, finde ich Sues Racheaktionen etwas überzogen. Dass sie als Kind die Konsequenzen ihrer Aktionen vielleicht noch nicht komplett abschätzen konnte, okay. Naja, dafür hat sie versucht, sich als Erwachsene komplett zurückzuziehen. Kein Wunder, dass Robert irgendwann die Flucht angetreten hat.

Mal sehen, was uns nun im letzten Abschnitt noch erwartet. Und wer zum Schluss dran glauben muss.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
Bisco kommentierte am 21. September 2021 um 20:48

Im Mittelteil gehen Action und der Schwesternkampf in eine richtig heiße Phase und auch Martins Gedanken kommen nun hinzu.

Esther gewinnt auf jeden Fall im Kampf der nervigen Schwester. Ihr „Schnecke“ gegenüber Sue, die dauernde Bevormundung und dies auch gegenüber Martin. Auch ihre emotionale Erpressung wie Sue es nennt ist echt schwer zu ertragen. Die Tränen in den Augen, das Mitleid mit der Schwester, die Aufopferung welche sie bringt. Der Höhepunkt in dem sie das Badezimmerfenster vom Gästebad einschlägt. Sie weiß ganz genau das es Sue gut geht und sie einfach nur Recht haben will einzubrechen. An Sues Stelle hätte ich die Polizei gerufen und ihr ein Hausverbot erteilt.

Dann erleben wir in einem Kapitel mal ganz kurz, wie Esther zu sich selbst steht. Sie zweifelt an dem Weihnachtsdrama, das umwerfende Glas, der Mist mit dem Baum, Martin der zu viel trinken wird. Ihr Mann, der in ihren Augen so dermaßen instabil ist. Jeder um sie herum ist krank, nur sie nicht. Ein solcher Übermensch wie Esther ist, zeigt ein wirklich heftiges egomanisches Wesen.

So finde ich es interessant in dieser Szenerie Martins Gefühle zu lesen. Wie arm der Kerl dran ist. Ihm wird gedroht die Kinder zu verlieren, wenn er sie verlässt. Das er nichts zu sagen hat und wehe er trinkt zu viel. Die Kinder welche nachts ausm Bett geholt werden um diese ins Wohnzimmer zu schicken. Warum lässt sie ihm nicht einfach die Couch und fertig. Die Geschichte mit den Tennisbällen und dem Schnarchen, wo sie ihm ins Gesicht lügt fand ich so heftig. Seine Gedanken das er nicht fassen kann, dass es Paare gibt die immer zusammen einschlafen wollen und das kuschelnd, unmöglich zu glauben. Für mich ist es eine der wichtigsten Routinen die ich bei meinem Mann niemals missen möchte. Es zeigt mir in diesem Augenblick wie sehr er sich von ihr abwendet.

So nimmt die Geschichte nun eine krasse Wendung wo Sue das reden übernimmt. Wo sie auspackt warum sie den Zopf der Schwester abgeschnitten hat, dass Marin sie geküsst hat, sie weiß was das Drama mit dem Glas aufm Tisch von Esthers Tochter passieren wird. Es zeigt wie sehr bei Esther Weihnachten ein aufgeführtes Theaterstück ist und wie sehr Sue das für sich abstößt. In ihren Gedanken gibt sie zu wie es zur Augenerkrankung der Schwester kommt und dann das Statement des Tages: Martin wird dich eines Tages umbringen.

So krass. Esther wirkt nur Anteilig so als verstehe sie was Sue ihr sagt, aber das wird sie wohl doch verstanden haben. Ich bin so gespannt auf den letzten Teil. Und die Hoffnung das Spitzname „Schnecke“ nun begraben ist.

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April1985 kommentierte am 23. September 2021 um 06:47

Dieser Abschnitt hält ja ziemlich viel Dynamit bereit. Durch Martin erfahren wir viel über die wahre Esther. Was ist sie nur für ein manipulativer Mensch. Nicht nur die Beziehung zu Sue ist komplett vergiftet, auch ihre Ehe. Martin und die Kinder tun mir richtig leid.

Esther lässt zwar ein Stück weit ihre Hüllen fallen. Ich traue ihr aber nicht über den Weg. Sie ist eine Schauspielerin durch und durch.

Thema: Lektüre, Teil ll; Seite 113 bis 229
agathe72 kommentierte am 23. September 2021 um 15:41

So jetzt ist vieles endlich raus. Bin echt froh, dass Sue endlich die Kurve bekommt. Obwohl ich ihr Verhalten gut nachvollziehen kann. Und Esther hat mal n Genickschlag bekommen! Aber der wird schnell verheilen. Die kann ohne professionelle Hilfe nicht aus dem Ding. 
Spannend dass auch Martin ein Unterwürfiger ist und leidet. 

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Miss_Ari kommentierte am 24. September 2021 um 16:50

Die Sicht von Martin hat mich etwas überrascht, da ich nur damit gerechnet habe, dass aus Sicht von Esther und Sue erzählt wird. Man merkt immer mehr, wie manipulativ und kontrollsüchtig Esther ist und sie wird mir immer unsympathischer. Auch die Erzählung eines Mädchens, was vermutlich eine jüngere Version von Esther ist, bringt zusätzlich Spannung in die Geschichte. Ich bin auch durch den zweiten Leseabschnitt nur so durchgerutscht und bin begeistert vom Schreibstil der Autorin. Ich bin sehr gespannt, was uns im Finale erwarten wird und ob wir erfahren, warum Esther so handelt und alle um sich herum kontrollieren will.

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