Leserunde

Leserunde zu "Singe ich, tanzen die Berge" (Irene Solà)

Singe ich, tanzen die Berge -

Singe ich, tanzen die Berge
von Irene Solà

Bewerbungsphase: 11.03. - 24.03.

Beginn der Leserunde: 06.04. (Ende: 27.04.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Trabanten Verlags – 20 Freiexemplare von "Singe ich, tanzen die Berge" (Irene Solà) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

ÜBER 90.000 VERKAUFTE EXEMPLARE ALLEIN IN SPANIEN

»Singe ich, tanzen die Berge« ist ein Buch von wilder Schönheit, eine Fabel und mystische Symphonie, in der sich die Realität mit Legenden und Aberglauben vermischt.

Gewitterwolken schürfen über den Rücken der Pyrenäen und ein Blitz erschlägt den dichtenden Bauern Domènec, dessen junge Frau Sió mit ihrem Schwiegervater und ihren Kindern allein zurückbleibt. Doch das Leben geht weiter. Teilnahmslos beobachten die Berge das Werden und Vergehen derer, die dort leben.

Die junge katalanische Schriftstellerin Irene Solà, die für diesen Roman 2020 mit dem Europäischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erschafft und belebt eine vielstimmige und poetische Welt, erzählt durch starke Frauen und mystische Stimmen von Großeltern, Eltern, Kindern, Tieren, Geistern, dem Wald und den Wolken. Sie alle bilden diese Geschichten, die auf eine schöne und magische, aber auch tragische Art und Weise miteinander verbunden sind. Alle vereint im Kreislauf von Geburt, Leben und Tod. Solà erzählt die Geschichte der Berge, die die Erinnerung an Jahrhunderte, an geologische Epochen, politische Konflikte und die Verbindung mit der Natur umfasst.

ÜBER DIE AUTORIN:

Irene Solà wurde 1990 in Malla geboren, einem Dorf mit ein paar hundert Einwohnern in der Nähe der Stadt Vic, in der Provinz Barcelona. Sie studierte an der Akademie der Künste in Barcelona und hat einen Master-Abschluss in Literatur, Film und visueller Kultur. Im Jahr 2012 veröffentlichte sie den Gedichtband Bèstia, 2017 folgte ihr erster Roman Els dics. Mit ihrem zweiten Roman, Canto jo i la muntanya balla ("Singe ich, tanzen die Berge"), wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Europäischen Literaturpreis 2020. Derzeit wird der Roman weltweit in über 21 Sprachen übersetzt.

30.04.2022

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42

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alasca kommentierte am 06. April 2022 um 13:08

Bis jetzt gefällt das Buch mir super. Offenbar geht es um das Schicksal der Familie von Sió. Oder vielleicht die Geschichte des Dorfes. Die Perspektive der Wolken, die Gnadenlosigkeit der Natur. "Am allerbesten ist hageln." Dann die 4 Frauen, die als Hexen verbrannt wurden und dennoch weiterleben, zeitlos. Die überforderte Mutter. Die verliebte Frau. Was sie über Erinnerung sagt. Man kann vermuten, dass sich ihre Verliebtheit in Doménec schnell gelegt hätte, so, wie er sie behandelt hat. Das wird nirgendwo direkt gesagt, dennoch ist das glasklar. 

Ich finde gar keine Worte für die sensible Sprache - die überraschenden Adjektive, das Stilmittel der Wiederholung, das Rhythmus reinbringt. Toll!

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LySch kommentierte am 07. April 2022 um 20:52

Ich glaube, es geht um die Winzigkeit der Menschen in Anbetracht der Jahrhunderte und der gewaltigen Natur. In der Zeitrechnung der Berge sind wir Menschen - vor allem jeder Einzelne von uns - nur ein Fliegenschiss auf einer weißen Tischdecke ^^

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Tara kommentierte am 10. April 2022 um 19:29

Sehr treffend. * lach *

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lillywunder kommentierte am 07. April 2022 um 21:12

Schöne Worte hast du gefunden! Sensibel, überraschend, rhythmisch - empfinde ich auch so!

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:50

Auch ich fand die Geschichte mit den Hagel sehr berührend.

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La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 14:25

Der Hagel, da sind die Wolken regelrecht stolz drauf, ja. Was das für das Leben dort unten bedeutet - egal, der Hagel funkelt so schön, ihr ganzer Stolz.

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Tsubame kommentierte am 06. April 2022 um 18:13

Ich bin auch begeistert von der Lektüre, die ich als erfrischend anders empfinde. 

Der Satz "Am allerbesten ist hageln" hat mir auch sehr gut gefallen. Der hat etwas von kindlichem Übermut. Man weiß, dass hageln Zerstörung bringt, macht es aber trotzdem, so wie Kinder es lieben, in Pfützen zu springen, obwohl ihre Kleidung dabei nass und schmutzig wird und sie womöglich von ihrer Mutter Schelte bekommen.

Das Kapitel mit den Pilzen fand ich auch super! Man hatte richtig das Gefühl, im Wald zu sein, während der Regen auf das Moos tropft und die Pilze aus dem Boden schießen. Und wieder blitzt ganz kurz die Erinnerung an Doménec auf, der vom Blitz erschlagen wurde. Ob Pilze allerdings keinen Schmerz empfinden, weil sie durch ein Geflecht mit einander verbunden sind? Ich weiß nicht.... Aber hier geht es ja um Poesie und die ist bisher sehr schön und bildhaft.

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alasca kommentierte am 10. April 2022 um 22:29

"Ob Pilze allerdings keinen Schmerz empfinden, weil sie durch ein Geflecht mit einander verbunden sind?"

Ich glaube, gemeint ist, dass sich alles relativiert, auch Schmerz, wenn die Ewigkeit der Maßstab ist. 

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La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 14:59

Eine sehr schöne Beschreibung, hab die Pilze zudem als Kollektiv erfunden, die das Beste aus ihrem Schicksal machen.

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:51

Beim Hagel bin ich definitiv bei dir.
 

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LySch kommentierte am 13. April 2022 um 21:07

Das mit dem Hageln ist so erfrischend kindisch, musste sehr kichern ^^

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buechertraumzeiten kommentierte am 16. April 2022 um 10:17

Bei dem Teil mit dem "hageln" hab ich mich glatt wiederentdeckt, wie ich fast genauso als Kind gedacht habe...

Den Abschnitt mit den Pilzen im Wald fand ich auch sehr schön und ich habe mich praktisch wie mitten drin gefühlt.

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Myrna kommentierte am 06. April 2022 um 23:07

Wow - das ist kein Buch, das ist Kunst! Im wahrsten Sinne des Wortes! Die Art und Weise, wie die Autorin schreibt, kann man nur als reine Poesie benennen. Ich bin hingerissen davon schon nach der Lektüre dieses ersten Teils.

Solà spricht zuerst mit der Stimme der Wolken, denen der Regen entströmt, die dann ein Gewitter bringen und schließlich abziehen. Einer der Blitze erwischt den Bauern Doménec, als er ein Kalb befreien möchte und tötet ihn.

Die Frau mit den Kindern und dem Vater des Bauern bleibt allein zurück. Sehr anmutig schildert Solà die Liebe zwischen dem Bauern und seiner Frau - das berührt einen als Leser tief im Innern.

Dann ist da noch die Geschichte mit den Frauen, die offenbar alle vier als Hexen zum Tod verurteilt und gehängt wurden - sie lässt die gehängten Frauen sprechen! Sehr ungewöhnlich, aber auch sehr interessant... Das wirft einen Blick auf alte Zeiten, wie mir scheint...

Schließlich die Pilze - auch hier spricht die Autorin mit dem "Mund" der Pilze. Als sprächen sie selbst...

Wirklich, ein herrliches Buch. Freue mich so richtig aufs Weiterlesen...

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:54

Mich hat das Kapitel mit den Hexen auch sehr berührt.

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buechertraumzeiten kommentierte am 16. April 2022 um 10:18

So eine wundervolle Sprache, habe ich auch selten in einer Lektüre erlebt. Wahnsinn!

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SKANDINAVISCHELESERIN kommentierte am 06. April 2022 um 23:34

Für mich ist dieses Buch tatsächlich auch ein Kunstwerk, dessen komplette Sinnhaftigkeit und weitreichende Tiefe, sich meines Erachtens nach, erst nach einer zweiten Lektüre in voller Gänze erschließen kann und wird.
Ich muss sagen, am Anfang bräuchte ich doch ein bisschen, um mich an den Stil zu gewöhnen, es ist schließlich nicht alltäglich aus Sicht der Natur einzelne Passagen zu lesen.

Die Perspektive von Sió und ihre Art als junge Frau und Mutter in das Eheleben gestürzt zu werden und nun allein zurück zu bleiben gefällt mir sehr gut. Es ist eine sehr poetische Art des Schreibens in der jedes Wort seine Bedeutung hat und jeder Satz einen eigenen Rhythmus und Tiefe zu haben scheint.

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Annegreat kommentierte am 07. April 2022 um 18:57

Ich habe auch ein paar Seiten benötigt, bis ich mich an den Stil gewöhnt hatte, aber dann fühlte ich mich regelrecht mitgerissen.

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LySch kommentierte am 08. April 2022 um 04:37

Das könnte tatsächlich ein tolles Buch zum zweimal lesen sein...

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Myrna kommentierte am 10. April 2022 um 23:23

Das empfinde ich auch so!

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Tara kommentierte am 10. April 2022 um 19:32

Für mich ist dieses Buch tatsächlich auch ein Kunstwerk, dessen komplette Sinnhaftigkeit und weitreichende Tiefe, sich meines Erachtens nach, erst nach einer zweiten Lektüre in voller Gänze erschließen kann und wird.

Das fürchte ich auch, hier steckt so viel in und zwischen den Zeilen, dass mir bestimmt einiges entgeht.

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:55

Stimmt, ich musste auch oft mehrmals lesen.

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Lesehummel kommentierte am 07. April 2022 um 09:57

Ich kann mich euch anderen einfach nur anschließen, dass dieses Buch ein bezauberndes, sprachlich perfekt ausgearbeitetes Kunstwerk ist. Ich glaube so etwas eindringliches habe ich noch nie gelesen, das Buch hat mich schon ganz in seinen zauberhaften Bann gezogen. Es gibt einen tollen Leserythmus, und wenn man sich in diesen erst einmal eingefunden hat, fällt es schwer, aus dem Buch wieder hinauszutauchen und es zur Seite zu legen. Bisher hat mit das Kapitel mit den Pilzen am Besten gefallen - mein Fazit nach dem ersten Leseabschnitt ist daher einfach nur wow und ich will unbedingt sofort weiterlesen!

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:56

Ein ganz spezielles Kunstwerk in seiner Art ist das Buch definitiv.

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Annegreat kommentierte am 07. April 2022 um 18:55

Das ist wirklich ein ungewöhnliches Buch und genau das gefällt mir sehr gut. Die Sprache ist bildgewaltig und poetisch. Ich bekomme sie nur schwer zu fassen, da sie etwas Märchenhaftes hat.

Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Perspektiven ist interessant, dadurch taucht man als Leser direkt mit in die Bergwelt ein.
 

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:57

Das mit dem schwer zu fassen kriegen ging mir am Anfang auch so.

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La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 15:01

Mir gefallen die aussergewöhnlichen Perspektiven gemeinsam mit dem jeweiligen Stilwechsel auch sehr gut.

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LySch kommentierte am 07. April 2022 um 20:50

Ich bin wirklich hin und weg und ganz verzaubert von diesem Buch! Mir gefällt der poetische Schreibstil unfassbar gut; die Autorin schafft es, dass jede "Stimme" dabei aber ihren eigenen Ton bekommt, ihre eigene Färbung. Das liebe ich!

Und wie dann zwischen den Zeilen der Witz sprüht, ich musste ganz oft lauthals auflachen, weil manches einfach so surreal ist und dann wieder so wahr, zB wenn die Wolken erzählen, dass die Vögel sauer auf sie sind. Aber sie haben dafür doch keinen Grund, das Gewitter hat doch "nur" einen Mann und ein paar Schnecken erwischt ^^ Es ist herrlich zu lesen, wie sich die Natur eigentlich nichts aus uns Menschen macht - das sollten wir irgendwann einfach verstehen (find den Gedanken auch im Hinblick auf die Klimakrise spannend!)

Ich mochte die Kräuterfrauen sehr, die herumgeistern und sarkastisch von ihrem Schicksal berichten. Auch da steckt wieder soviel Ironie, so viel Witz. Sie pissen an Kreuze und erfinden die aberwitzigsten Geschichten über Teufel und Orgien - weil es sowieso irrelevant ist. Sie wurden von der Gesellschaft als Hexen abgestempelt. Da können sie alles erzählen.

Sios Geschichte hat mich sehr betrübt. Sie spricht soviel Wahres aus, was den Alltag der Mütter betrifft. Die Stellung als alleinerziehende Frau. Gänsehaut. Und ihre Trauer, ihre Wut ist wunderbar beschrieben, mit ganz feinen Bildern. Dennoch fand ich die Szene, in der sie ihre Kinder misshandelt, schwer auszuhalten. Ja, es waren andere Zeiten, aber ich kann sowas nicht lesen. Absolutes NoGo für mich :'( Ich bin allerdings sehr gespannt, wer die Wasserfrauen sind - es gab ja schon einen Hinweis auf die weiße Tischdecke bei den Hexen. Dass sie einer kleinen Frau im Dorf abgenommen wurde und irgendwas mit der Ampferwurzel ^^

Ich mochte auch den Abschnitt der Trompeten sehr. Die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen, die einen ganz anderen Rhythmus hat als wir Menschen, eine andere Zeitrechnung, ist unheimlich spannend!

Es sind überall feine Fäden zu finden, ich bin sooo gespannt, wie es weitergeht!

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lillywunder kommentierte am 07. April 2022 um 21:18

Das finde ich spannend, so an die Geschichte heranzugehen, dass sich hier vielleicht noch eine Geschichte verbirgt, ein Geheimnis (Wasserfrauen, Tischdecke, Ampferkraut?). Ich werde bei den nächsten Kapiteln einmal mehr darauf achten, tatsächlich bräuchte es das aber gefühlt für mich kaum, da die Poesie einen von ganz allein durch das Buch tragen wird, denke ich. :)

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Myrna kommentierte am 08. April 2022 um 00:52

Ich habe mich auch schon gefragt, was es wohl mit der weißen Tischdecke und dem Ampferkraut auf sich hat. Die Farbe Weiß - Unschuld? Die Tischdecke verschwand - ob die Unschuld auch verschwand? Oder was für Deutungen könnte es geben?

Mal sehen, ob man da noch etwas erfährt...

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LySch kommentierte am 08. April 2022 um 04:42

Das Tischtuch könnte auch was mit dem Schnee auf den Bergen zu tun haben zB, wenn man bei den Naturdeutungen bleibt. Bin auch gespannt!

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 21:00

Da hast du recht, es ist total interessant, die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

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lillywunder kommentierte am 07. April 2022 um 21:33

Wundervolles Buch. Ich hab so gehofft, dass die verschiedenen Perspektiven für mich funktionieren und ja, das tun sie absolut, gerade die Stimme der Wolken fand ich einen grandiosen Auftakt, fast fand ich es etwas schade dass wieder übliche Menschen die Erzählung übernahmen. ;) Auch wenn die Geschichte um die Familie in den Bergen wirklich berührend geschildert wurde. Ich fand es toll gelöst wie man sich bei den Schwärmereien von Sió zunehmend fragt, inwiefern sie verzerrte Erinnerungen hat, bevor sie es sich dann schließlich selbst fragt. Ich bin normalerweise kein großer Fan von Naturbeschreibungen und was andere poetisch finden fällt bei mir gern mal in die Kategorie Kitsch, aber das hier, der Wind, das Wetter, das Moos, die Nässe, der Wald... wirkt total auf mich! Es ist ein unheimlich atmosphärisches Kunstwerk, dieses Buch, das ich liebend gern im katalanischen Original lesen können würde. Die Übersetzerin hat mit Sicherheit Großes geleistet, trotzdem habe ich mich an der ein oder anderen Stelle gefragt, wie die Worte wohl im Original gelautet haben. Ich lese gleich weiter und fürchte, ich werde viel zu schnell durch sein mit diesem Buch...

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alasca kommentierte am 07. April 2022 um 22:36

"Ich lese gleich weiter und fürchte, ich werde viel zu schnell durch sein mit diesem Buch..."

Ich bin schon durch und es ging viel zu schnell ... ich lese es jetzt zum zweiten Mal für die Leserunde. Und das geht sehr gut und ist auch beim zweiten Mal fesselnd. 

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LySch kommentierte am 08. April 2022 um 14:18

Mir geht es genau andersrum - ich lese irre langsam, weil ich jeden Satz, jedes Wort inhalieren, genieße, manches teilweise zweimal lese :) Nebenbei mache ich mir noch Notizen mit schönen Zitaten - also ich komm nur im Schneckentempo voran :D

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alasca kommentierte am 08. April 2022 um 23:51

Der Text hat mich so gezogen ... langsam ging nicht. Geht bei mir generell nicht so gut;-)

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Myrna kommentierte am 08. April 2022 um 00:46

Ich bin normalerweise kein großer Fan von Naturbeschreibungen und was andere poetisch finden fällt bei mir gern mal in die Kategorie Kitsch, aber das hier, der Wind, das Wetter, das Moos, die Nässe, der Wald... wirkt total auf mich! Ich bin normalerweise kein großer Fan von Naturbeschreibungen und was andere poetisch finden fällt bei mir gern mal in die Kategorie Kitsch, aber das hier, der Wind, das Wetter, das Moos, die Nässe, der Wald... wirkt total auf mich! 

Eben das ist so toll an dem Buch, nichts wirkt kitschig. So wie die Autorin sich ausdrückt, das ist einfach nur wunderschön zu lesen.Es ist einfach mal ganz neu, sich als Leser in Wolken, Vögel oder Pilze hinein zu versetzen. Spannend...

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LySch kommentierte am 08. April 2022 um 04:41

Du hast Recht - hier würde ich auch gerne das Original lesen können. Dafür müsste man die Sprache aber richtig gut können, um die Poesie und Wortlaut tatsächlich aufsaugen zu können...

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Tara kommentierte am 10. April 2022 um 19:35

Die Übersetzerin hat mit Sicherheit Großes geleistet, trotzdem habe ich mich an der ein oder anderen Stelle gefragt, wie die Worte wohl im Original gelautet haben.

Ich würde auch irrsinnig gerne das Original lesen, aber ich fürchte dafür reichen meine Spanischkenntnisse  nicht und ich würde von der Posie und der Wortgewalt, die hier zum Tragen kommt nichts mitbekommen.

 

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 21:01

Stimmt, das wäre total interessant, das Buch mal auf katalanisch auf sich wirken zu lassen.

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Goethe28 kommentierte am 08. April 2022 um 13:28

Ich habe das Buch einmal durchgelesen - und habe mich ehrlich gesagt etwas schwer getan mit der Lektüre. Warum, kann ich gar nicht genau sagen. Nun lese ich ein 2. Mal, Satz für Satz - und jeder Satz hat es in sich! Jedes Detail verdient eine genauere Betrachtung. Ihr habt völlig recht, das Ganze ist ein Kunstwerk - und dem Leser wird ein bisschen mehr abverlangt als bei fortlaufender Handlung, finde ich. Wenn man sich aber einmal einlässt auf das große Ganze - puh! Es ist eben nicht nur eine Geschichte, sondern hat auch etwas mit mir zu tun: Die Erkenntnis, dass der Mensch sich selbst im Laufe der Zeiten und als ein Wesen unter vielen in der Natur viel zu wichtig nimmt - und auf der anderen Seite aber auch, wie wichtig gerade deshalb die Freude an den kleinen Dingen ist. Der Begriff Demut fällt mir hier ein.

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 21:02

Das ging mir auch so, die Anfangsschwierigkeiten hatte ich auch.

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oOoLeoOo kommentierte am 08. April 2022 um 16:01

Wirklich grandios,vor allem das Kapitel über die Wolken hat mich komplett für sich eingenommen. Was für eine wundervolle Idee die Dinge mal nicht aus Sicht eines Menschen zu schreiben, sondern aus der Umwelt und Natur. Das schafft ganz neue gedankliche Perspektiven und eine Verbundenheit mit der Natur, wo der Mensch doch sehr gern nicht zuletzt aber dafür zuallerst über und an sich selbst (nach)denkt ;)

Ich werde es wohl wie einige andere hier halten und Stellen 2-3mal durchlesen um mehr zu erfassen.

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LySch kommentierte am 13. April 2022 um 21:10

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich dieses Buch im Laufe meines Lebens noch mehrmals zur Hand nehmen werde <3

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alasca kommentierte am 09. April 2022 um 00:35

Nochmal Pilze: Erstaunliche Fakten über Myzele.

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/myzel-521

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Goethe28 kommentierte am 09. April 2022 um 08:13

Und man beachte: in diesem Kapitel der Pilze ist alles weiblich - es gibt nur Schwester, Freundinnen, Mütter ...

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alasca kommentierte am 09. April 2022 um 14:52

Love it!

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LySch kommentierte am 12. April 2022 um 00:28

Sie schreiben im weiblichen WIR. Das ist brillant!

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alasca kommentierte am 16. April 2022 um 13:20

Und so selten!

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La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 15:04

Ich verstand die Pilze als eine Art Spiegelbild zur Rolle der Frau, von der auch erwartet wird, durchzuhalten, egal, was kommt.

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darkola77 kommentierte am 15. April 2022 um 22:41

Allerdings muss ich sagen, dass mir "das Mysterium der Pilze" gerade doch etwas zu sehr gehypt und nach meinem Empfinden ein Thema der Stunde - oder auch anders ausgedrückt: ein Trendthema - ist. Ich denke nur an "Verwobenes Leben", den Bestseller. Ich könnte mir vorstellen, dass Solà ihn ebenfalls gelesen hat. :-)

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Birte kommentierte am 09. April 2022 um 23:38

Domènec wird vom Blitz erschlagen, und die Wolken berichten darüber. Die Geister von vier Hexen kommen als erste vorbei, und hier beginnt auch die Geschichte vom weißen Tischtuch. Dann sind wir bei Sió, Domènecs Witwe. Wünsche, Träume, Hoffnungen - auf einmal bleibt nur das dreckige Leben zurück. Dagen dann die Totentrompeten, die ewig leben, auch wenn sie immer wieder abgeschnitten werden - was auch Domènec tat.

Mir gefällt, wie Details aus einem Abschnitt immer wieder in einem anderen Abschnitt auftauchen. Ich bin gespannt, wie häufig uns die Wolken, die Hexengeister, das Tischtuch noch begegnen und wie es mit Siò weitergeht.
 

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Tsubame kommentierte am 10. April 2022 um 10:56

Dagen dann die Totentrompeten, die ewig leben, auch wenn sie immer wieder abgeschnitten werden - was auch Domènec tat.

Interessanter Gedanke! Vielleicht hätte man das Kapitel besser als "die Totentrompeten" betitelt und nicht nur als "die Trompeten", dann wäre die Konnotation klarer gewesen. Vielleicht ist das in der Übersetzung aber auch einfach verloren gegangen.
 

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Birte kommentierte am 10. April 2022 um 16:39

Oder es sollte bewusst so sein, dass sich der Zusammenhang des Kapitels mit den Pilzen erst allmählich erschließt.

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La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 15:06

Tatsächlich hab ich die Pilze nicht in Bezug zu Dom gesetzt, sondern zur Witwe bzw. generell zur Rolle der Frau.

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Tara kommentierte am 10. April 2022 um 19:28

Wow, was für ein wundervolles Buch, für das ich allerdings meine volle Konzentration benötige. Der Schreibstil, die verschiedenen Sichtweisen, das ist einfach ungewöhnlich. Die Autorin lässt beim Lesen direkt Bilder vor meinem inneren Auge entstehen.

Die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur wird gelungen dargestellt, ist aber schwer zu greifen. Die Natur braucht uns Menschen nicht, eigentlich nichts Neues, wird aber hier auf eine völlig neue Art vermittelt.

Hier werden sehr viele verschiedene Themen angesprochen, u.A. durch Sio die Stellung als alleinerziehende Mutter, sehr gut gemacht.

Die Beschreibungen der Natur sind grandios, sehr atmosphärisch und unheimlich gut gelungen.

Mich fesselt das Buch gerade sehr durch seinen intensiven und ungewöhnlichen Schreibstil.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
LySch kommentierte am 12. April 2022 um 00:34

Sios Sicht auf Mutterschaft fand ich total interessant - wie sie diese Überforderung und Hilflosigkeit beschreibt. Dass sie nun für alles und alle die Verantwortung trägt. Daran hat sich bis heute nichts verändert...
Aber das Schlagen der Kinder ging mir nahe. Ja, das war eine andere Zeit. Aber ich kann sowas nicht lesen - da wird mir ganz schlecht. Als wenn Gewalt gegen Kinder je irgendwas besser gemacht hätte... Auch hier ist sie sinnentleert und bedient nur die Wut der Mutter.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
alasca kommentierte am 16. April 2022 um 13:22

Und insofern hat sie einen Sinn - nämlich ihre Hilflosigkeit zu kanalisieren. Macht es natürlich nicht besser.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
milkshake kommentierte am 11. April 2022 um 12:12

Ich bin so ergriffen von dem Schreibstil, das ich den ersten Leseabschnitt gleich zweimal gelesen habe, um den Bogen von Sio zu Domenec und zurück wieder zu spannen. Domenecs Tod, der aus der Sicht von Wolken erzählt wird, die ihn mit einem Blitz erschlugen. Und Sio, die sich so nach ihrem Mann und nach der körperlichen Liebe verzehrt, obwohl sie die Beziehung anscheinend sehr romantisiert betrachtet und die gewaltvollen Momente versucht auszublenden. Beide reden davon, dass man mehr Zeit bräuchte, bevor man heiratet und Kinder bekommt. Beide waren anscheinend nicht bereit und mussten sich mit einem Leben abfinden, das ihnen (noch?) garnicht passte. 

Ich liebe es, dass die Autorin Bilder erschafft, über die man mindestens zweimal, eher aber dreimal nachdenken muss. Und dass sie sehr viel magischen Realismus einwebt. Ich nehme das Buch zur Hand und weiß, dass ich etwas sehr gehaltvolles in den Händen halte, das sich vielleicht beim ersten Mal noch nicht komplett erschließen lässt. 

Ich freue mich schon sehr darauf, heute Abend, nach getaner Arbeit, zum Buch zu greifen und mich dieser Bildgewaltheit hinzugeben und komplett in die Gedankenwelt der Autorin zu verschwinden.

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LySch kommentierte am 12. April 2022 um 00:30

Ich finds auch ganz wunderbar, mich berührt das Buch tief! Das wird Platz in meinem Forever-Regal finden, das weiß ich jetzt schon nach der Hälfte. Außerdem möchte ich mehr spanische Autor*innen lesen - da habe ich bezüglich der Geschichte noch einige Lücken xD

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MeinNameistMensch kommentierte am 13. April 2022 um 20:49

Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht schwer gefallen und es brauchte etwas, um ansatzweise einen roten Faden zu finden und zu erkennen, wie alles zusammenhängt. Die Form der Geschichte ist auf jeden Fall herausfordernd und verlangt vollste Konzentration.

Richtig schlimm fand ich den Umgang mit den als Hexen gebrandmarkten Frauen.

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LySch kommentierte am 13. April 2022 um 21:13

Ja, der Umgang mit den "Hexen" ging mir auch total nahe :'( Was für absurde Erzählungen die Frauen berichten - das Schlimme ist ja, dass sie die abstrusesten Geschichten erzählen können, denn sie sind eh abgestempelt, man glaubt ihnen den größten "Mist" mit Teufel und Orgien - absurd!!

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nicolebrk kommentierte am 21. April 2022 um 23:40

Stimme ich zu! Finds fast schon anstrengend, dass abends vorm schlafengehen zu lesen...

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
darkola77 kommentierte am 15. April 2022 um 22:16

Wie Perlen an einer Schnur führt uns bisher jedes der Kapitel zu einer anderen, weiteren Hauptperson, die wir als Nebenfigur zuvor schon kennenlernen durften. Wie in einem Kaleidoskop setzt sich so das Bild, die Geschichte allmählich zusammen, wird um weitere Facetten und Blickwinkel angereichert. Das gefällt mir sehr! Denn nach und nach entdecke ich so immer weitere, neue Handlungsaspekte - und nicht nur das: Mit weiterem Fortkommen zeichnet sich zunehmend ab, wieviel Metaphysik und Übersinnliches in die Geschichte hineingeflossen ist, dass Hexen mit Flüchen, Verwünschungen und Zaubereien sowie Wasserfrauen mit eigenem Naturwissen Teil der diesseitigen Welt sind.

Ja, das Buch ist wahrhaft ungewöhnlich! Bisher habe ich den Eindruck, dass es der Natur und einem Leben in dieser gewidmet ist - und hierzu gehört etwa auch das Wetter als bestimmender Faktor mit Wolken, Regen, Hagel und Blitzen, welchem ebenfalls ein eigenes Kapitel aus der Ich-Perspektive gewidmet ist und das damit tatsächlich eine eigene Sprecherstimme erhält.

Bisher verstört mich die Handlung, sperrt sich gegen Einordnungen, einen eindeutigen Gattungsbegriff und jede Einschätzung meinerseits, wie sich die Geschichte wohl entwickeln mag - und ob wir als Leser*innen überhaupt eine zusammenhängende, eine durchgehende Geschichte vorfinden werden.

Ich bin so neugierig, auch etwas verwirrt. Und möchte ganz schnell ganz viel mehr von diesem ungewöhnlichen Buch entdecken.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 15:08

Die Anlehnung an ein Kaleidoskop gefällt mir.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
nicolebrk kommentierte am 21. April 2022 um 23:38

Soo, von mir folgt leider ein etwas späteres Statement, weil ich momentan leider total im Abistress bin. 

Ich muss sagen, dass ich sehr verwirrt von dem Buch bin. Ja, langsam lässt sich anscheinend ein roter Faden entdecken, dass es sich anscheinend (momentan) um Domènec und Sió handelt. Allerdings ist das Buch schon sehr verwirrend, vor allem weil mir am Anfang nicht klar war, aus welcher Sicht nun geschrieben wird...

Mittlerweile habe ich so halb verstanden, dass natürlich sehr viel aus Sicht der Natur auf den Menschen geschrieben wird. Finde ich sehr interessant, ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt; der häufige Perspektivwechsel ist auch etwas, an das man sich gewöhnen muss..

Teilweise finde ich einige Passagen aber etwas grotesk, z.B. wenn es um Satan oder das ,,Anpinkeln'' von Gräbern oder sowas geht. Ich finde das fast schon gruselig formuliert, aber dann gibt es auch einige Passagen, vor allem wo Sió über ihre Vergangenheit und ihre Trauer um Domènec spricht, wo ich sehr berührt bin und den Schreibstil sehr schön finde. 

Ich kanns leider noch gar nicht einschätzen!

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
LySch kommentierte am 22. April 2022 um 20:06

Das mit Satan und dem Pinkeln an Kreuze habe ich als puren Sarkasmus interpretiert. Ich gehe davon aus, dass die drei Kräuterfrauen während ihrer "Verhandlung" die wildesten Anschuldigungen gehört haben. Die Leute haben irgendwas gesehen und interpretieren es auf ihre Weise. Es ist ihen egal, dass die vier nur unschuldige Kräuterfrauen sind - ihrer Meinung nach haben sie sich mit dem Teufel verbündet. Ich denke, dass sie deswegen einfach alles erzählen können, weil es eh irrelevant gewesen wäre, was wirklich passiert ist - man hätte sie so oder so als Hexen verurteilt.

Ich verstehe deine Verwirrung aber sehr gut. Für das Buch braucht man wirklich viel Konzentration und einen ruhigen Kopf. Beides schwierig während der Abizeit!
Ich wünsche dir trotzdem viel Freude und hoffe, dass dir alles gut gelingt :)

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 15:12

Nach  meinem Verständnis haben sie keine Gräber angepinkelt, sondern Kreuze, welche für eine Religion stehen, in deren Namen sie verachtet, gefoltert und letztlich getötet werden. Hat sich also was mit christlicher Nächstenliebe.

Thema: Lektüre, Teil l; Seite 1 bis 42
La Tina kommentierte am 24. April 2022 um 14:22

Den ersten Abschnitt empfand ich als "tragische Schicksale, romantisch oder humorvoll verklärt" und aus verschiedenen, teils aussergewöhnlichen Perspektiven beschrieben. 

Die Wolken, welche spielerisch-distanziert, fast schon stolz, einen Mann töten (okay, war ein Versehen). Die Witwe, welche die Rolle der Frau und Mutter verdeutlicht. Daneben die frühere Hexenjagd und Folter, welche durch das viele Gelächter wie durch einen falschen Filter betrachtet wirkt. Und die Pilze, welche ebenso der Dinge harren (müssen) wie die Witwe, da es kein Entkommen gibt.

Die eingeflochtene Legende um die drei  Gipfel der Liebenden fand ich schön, die kannte ich noch nicht. Hab im Anhang gesehen, dass die Autorin sich mehrfach alter Legenden und Aufzeichnungen bediente.