Leserunde

Leserunde zu "Unter uns nur Wolken" (Anna Pfeffer)

Unter uns nur Wolken - Anna Pfeffer

Unter uns nur Wolken
von Anna Pfeffer

Bewerbungsphase: 06.12. - 20.12.

Beginn der Leserunde: 03.01. (Ende: 24.01.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Unter uns nur Wolken" (Anna Pfeffer) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Mag die Erinnerung auch gehen, die Liebe bleibt.

Tom ist ratlos: Sein Großvater Florian hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab. Während bei Florian das Gestern verschwindet, sucht Tom im Heute verzweifelt eine Pflegerin. Doch keine will bleiben, denn sobald Tom die Wohnung verlässt, wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket. Bis Ani vor der Tür steht. Ohne Wohnung, dafür mit Liebeskummer. Alle Versuche, Ani zu vergraulen, scheitern. Allmählich beginnt Florian sich ihr zu öffnen und gegen das Vergessen anzuerzählen. Vor allem von seiner großen Liebe Greta. Und verändert damit nicht nur sein Leben, sondern auch das von Ani und Tom. 

Berührend und witzig: ein Generationenroman, der unter Lachen zu Tränen rührt.

ÜBER DIE AUTORIN:

Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet und haben zusammen Geschichten geschrieben. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen 75 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund.

26.01.2019

Thema: Lektüre, Teil I-, Seite 1 bis 99

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Claudias Bücherhöhle kommentierte am 04. Januar 2019 um 14:36

Als ich das Buch bekam, musste ich sofort anfangen und war auch schon schnell mit dem ersten Abschnitt durch :)

Dass die Kapitel in der ersten Person abwechselnd geschildert werden gefällt mir recht gut. Ein paar Sätze gleich auf der ersten Seite finde ich sehr berührend – sie sind einfach wahr.

Tom mag ich bisher noch nicht so richtig. Er kommt mir sehr verbittert und auch etwas nachlässig vor. Natürlich wird es nicht einfach sein, einen geliebten Menschen bei seinem stetigen Verfall zu beobachten, ihn ständig zu betreuen und dann noch seinem Job nach zu gehen. Aber bis jetzt kommt mir Florian auch eher so vor, als wenn er das Vergessen meistens nur spielt, was aber natürlich auch anstrengend sein kann. Doch Toms Verhalten, dass er Florian gleich mit der wildfremden Ani alleine lässt und in seine Bar rennt, konnte ich absolut nicht nachvollziehen und fand ich auch grob fahrlässig! Da hätte ja sonst was passieren können…

Ani dagegen gefällt mir sehr gut. Sie ist schlagfertig, versucht das Beste aus ihrer momentanen Situation zu machen und gibt anscheinend nicht so schnell auf. Ihre Ausgangssituation ist mal wieder ganz typisch und passiert wahrscheinlich jeder 2. bis 3. Frau heutzutage. Ani macht auf mich einen sehr widerstandsfähigen Eindruck.

Ich freute mich schon, dass Florian nach dem tragischen Tod seines Freundes etwas offener Ani gegenüber wurde, aber im Nachhinein stellte sich es ja leider als nicht echt raus. Leider natürlich nur für die Situation an sich und nicht für den Tod eines anderen Menschen ;) Obwohl mir dieser Sinneswandel auch sehr plötzlich erschien. Aber das habe ich dann noch auf die Erkrankung geschoben.

Von dieser bekommen wir ja noch nicht wirklich was mit, da das meiste anscheinend (bis auf die letzte Situation) ja „nur“ gefaked war. Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickeln wird.

Und die Eltern von Tom sind ja schon auf den ersten Blick einfach nur schrecklich. Kein Wunder, dass der Junge da lieber zu seinen Großeltern gezogen ist!

Thema: Lektüre, Teil I-, Seite 1 bis 99
Cassandra kommentierte am 04. Januar 2019 um 18:02

Mich wundert, dass er dement ist, und doch noch seine Manipulationen auf die Reihe kriegt. Ob er wohl Tom nur was vorspielt? Aber es ist ja gesagt worden, dass es von Ärzten schon festgestellt wurde.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:03

Ich kenne mich mit Demenz (zum Glück) nicht aus, aber wahrscheinlich ist es so, dass es 'klein' anfängt und sich dann steigert.
Spricht: anfangs ist man vielleicht meist noch 'normal' und nur manchmal vergesslich und verwirrt. Und so dürfte es bei Florian gerade sein. Ich habe mich auch gewundert, dass er (bis auf einmal kurz) komplett geistig da war - und im Gegensatz noch Streiche spielt!

Nur so ganz verstehe ich nicht: warum wehrt er sich SO vehement gegen Betreuung? Da hätte er ja auch Unterhaltung, da sein Enkel ja sowieso kaum Zeit für ihn hat (unter tags schläft er ja, weil er nachts arbeiten muss...)

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Birte kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:37

Auch ich habe zwar persönlich kaum Erfahrung mit Demenz (abgesehen von meiner Großmutter, zu deren Heimunterbringung damals keine Alternative leistbar war) - aber "jemanden Fremden" im Haus zu haben, lehnt z.B. meine Schwiegermutter rigoros ab, auch wenn es nur um stundenweise Hilfe im Haushalt geht.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:54

Was ich nicht verstehen kann, es erleichtert doch den Alltag.
Wobei, meine Oma hatte auch eine Haushaltshilfe, die hat sie dann jedoch beschuldigt, den Kaffee geklaut zu haben (und der Nachbar hat die Himbeeren vergiftet) Ich denke, das war auch so Art Demenz...

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FrlSpatz kommentierte am 05. Januar 2019 um 11:41

Naja, es geht aber auch darum, Hilfe annehmen zu "müssen". (Auch) durch meinen Arbeitsalltag sehe ich, wie oft das Betroffenen, aber auch Angehörogen schwer fällt. Und gerade in der beginnenden Phase möchten/wollen/können die Betroffenen sich nicht eingestehen, das sie, zumindest in Zukunft, auf Hilfe angewiesen sein werden. Das ist ein unmittelbarer Eingriff in die bisherige Selbstbestimmung, die (verständlicherweise) sehr schwer fällt. Einen Fremden in der eigenen Wohnung zu haben macht as ganze noch schwieriger...

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Bea Surbeck kommentierte am 11. Januar 2019 um 10:04

Du hast das gut beschrieben, genauso sehe ich es auch und ich denke es ist nachvollziehbar.

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wiechmann8052 kommentierte am 05. Januar 2019 um 14:28

durch die Hilfe wird das eigene Leben etwas fremd bestimmt damit lässt sich im Alter wohl nicht so gut umgehen

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Claudias Bücherhöhle kommentierte am 05. Januar 2019 um 19:23

Ich denke auch, dass sich gerade Menschen dieser Generation von Florian wirklich mit einer Hilfe schwer tun. Oder wir haben es hier einfach mit einem schwierigen Exemplar zu tun *lach* 

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gaby2707 kommentierte am 07. Januar 2019 um 16:56

Als es bei meinen Schwiegereltern nicht mehr ohne Hilfe ging, hat sich meine Schwiegermutter zuerst sehr gegen die Vollzeitpflegekraft, die auch noch in Haus mit wohnen sollte, gewährt. Aber als sie nach ein paar Tagen gemerkt hat, wie angenehm ihr Leben dadurch wurde (nicht mehr alleine kochen müssen, Rücken eincremen, Füße massieren, vorgelesen bekommen - einfach Wellness), hat sie die Gegenwehr sehr schnell aufgegeben.

Von ihr weiß ich auch, dass die Demenz ganz langsam beginnt und sich in Schüben steigert. Es war gerade für meinen Mann nicht leicht mit ansehen zu müssen, wie seine Eltern ganz langsam immer mehr verfallen.

 

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 10:55

Ja, das hatten wir auch mal. Meine Oma hat meine Cousine beschuldigt, ihre Bluse geklaut zu haben.

Und bei der Oma meines Mannes waren auch immer die Kinder alles Schuld, weil sie sich nicht daran erinnern konnte, dass sie selbst etwas kaputt gemacht hatte etc.

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kuhtipp kommentierte am 08. Januar 2019 um 16:49

bei meiner Oma war es zwar Alzheimer, aber am Anfang hatte die auch nur kleine Aussetzer. Jeden Tag in der Apotheke eine Salbe kaufen zum Beispiel, oder vergessen, dass sie schon gegessen hat, das Gebiss (und das war tatsächlich witzig) ...
Und ich denke in der Zeit, wenn es einem noch bewußt ist, dass man Sachen vergißt, dann kann man damit auch gut andere ausspielen.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 08. Januar 2019 um 22:11

Florian hat doch eh Alzheimer, oder? Und was du da beschrieben hast, trifft ja auch auf ihn zu... Tut mir übrigens leid mit deiner Oma... Bei meiner war es nicht ganz so schlimm, aber es ist furchtbar, den geistigen Verfall einer geliebten Person miterleben zu müssen...

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Bea Surbeck kommentierte am 10. Januar 2019 um 08:54

Ich habe bislang zwar nur die ersten beiden Kapitel verschlungen, weiß aber von meiner Schwiegermutter die damals leicht dement war, das es gute und schlechte Tage gibt. Meine Schwiegermutter konnte sich an die schlechten Tage nie erinnern und an guten Tagen war sie, wie eh und je. Ich denke mal bei Florian ist es ähnlich, er kann sich nicht erinnern was an schlechten Tagen abläuft, diese sind wie ausgeblendet und an guten Tagen - ja klar, er sieht nicht das er Hilfe braucht. Warum auch, er hat keine Schmerzen, es geht ihm gut, er kann alles alleine machen - klar das er nicht sieht das er einen "Babysitter" braucht. Klar das er nicht sehen will das die guten Tage immer weniger werden, das die schlechten Tage immer mehr werden, vor allem aber das ein guter Tag innerhalb weniger Minuten zu einem schlechten Tag werden können. Es ist echt krass, vor allem auch das du nicht weißt was an schlechten Tagen abläuft. Man kann es sich nicht vorstellen, aber es ist tatsächlich so das sich die kranken Leute nicht daran erinnern können. Meine Schwiegermutter konnte sich an den Frühstückstisch setzen und in eine andere Welt abtauchen, sie hat dann absolut nichts mehr wahrgenommen. Man kann es sich nicht vorstellen und doch ist es so. Da reagiert man nicht mehr aufs Telefon, auf keine Türklingel .........

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 10:56

Ich verstehe das so, dass es solche und solche Tage gibt. Vielfach ist er ganz klar und zieht seine Manipulationen ab und dann an anderen Tagen kommt die Demenz wieder raus...

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:12

Doch Toms Verhalten, dass er Florian gleich mit der wildfremden Ani alleine lässt und in seine Bar rennt, konnte ich absolut nicht nachvollziehen und fand ich auch grob fahrlässig! Da hätte ja sonst was passieren können…

Passieren hätte bloß Ani was können *lach* - Doch ich frage mich auch, ob man zur Pflege seines dementen Großvaters einfach irgend eine "Dahergelaufene" nimmt, mit der man sich noch nicht mal groß unterhalten hat? Die keinerlei Erfahrung in der Pflege hat (geschweige denn von Demenzpatienten) -ist sowas überhaupt 'erlaubt'?
 

Und die Eltern von Tom sind ja schon auf den ersten Blick einfach nur schrecklich. Kein Wunder, dass der Junge da lieber zu seinen Großeltern gezogen ist!

Ja, die Eltern von Tom sind schrecklich, haben sich nie um ihn gekümmert.
Ich hoffe nur, dass Tom sich bei Gericht um die Vormundschaft für Florian durchsetzen kann, denn in einem Heim wird er bestimmt nicht glücklich...

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wiechmann8052 kommentierte am 05. Januar 2019 um 14:31

es ist ein Roman da müssen dichterische Freiheiten erlaubt sein, wenn man jemanden einstellt egal für welchen Job er ist erstmal in den meisten Fällen fremd

auch wenn er/sie noch so tolle Zeugnisse und einen guten Leumund hat es kann trotzdem passieren das es nicht passt

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Claudias Bücherhöhle kommentierte am 05. Januar 2019 um 19:21

Ja, ich hatte da auch in erster Linie an Ani gedacht, aber man weiß ja nie ;) Erlaubt ist es sicherlich nicht, gerade hier in Deutschland geht ja bald nix ohne irgendwelche Zeugnisse oder Scheine. Wie auch schon jemand anders anmerkte, ist es natürlich auch "dichterische Freiheit". Nur von der Realitätsnähe finde ich es nicht wirklich authentisch. Oder Tom ist sein Opa doch schon auf eine Weise sowas von egal, dass er vielleicht nur seine Vorteile sieht und sich intensiver um die Bar und sein eigenes Leben kümmern kann? Ich weiß nicht, finde aber gerade deshalb Tom nicht wirklich sehr sympathisch.

Mit der Vormundschaft hoffe ich auch auf ein Durchsetzen von Tom!

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 05. Januar 2019 um 20:40

Nein ich denke nicht, dass es Tom egal ist oder um sein Leben geht - im Gegenteil, er sorgt sich um seinen Opa! Und genau deshalb möchte er ja eine HIlfe für ihn haben, weil er es alleine eben nicht mehr schafft. Die Arbeit in der Bar braucht er, um Geld zu verdienen.
und da Florian schon alle anderen Pflegerinnen vertrieben hat, stellt er wohl aus Verzweiflung Ani einfach so ein...

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wiechmann8052 kommentierte am 05. Januar 2019 um 23:01

das denke ich auch , er will ihm die vertraute Umgebung erhalten dafür braucht er Geld

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Bea Surbeck kommentierte am 11. Januar 2019 um 10:03

Ich glaube es hängt auch damit zusammen das Florian seiner Oma versprochen hat sich immer gut um den Opa zu kümmern. Ich glaube sie hätte nicht gewollt das er in ein Heim kommt, ebenso wenig hätte sie sicher gewollt das er dafür sein Leben aufgibt. Die Bar einfach zu schliessen ist sicher keine Option, denn das Leben muss ja auch weiter gehen. Ich glaube Tom hat sich schon viele Gedanken gemacht und wie sehr er mit seinem Opa verbunden ist sieht man ja auch an den Rückblicken. Der Sturkopf ist die einzige Bezugsperson oder die wichtigste Person in Toms Leben und er würde es nie übers Herz bringen ihn ins Heim zu geben. Ganz anders sind da seine Eltern und wenn es wirklich ganz brenzlig wird, dann ist er sicher für Florian da.

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Claudias Bücherhöhle kommentierte am 06. Januar 2019 um 14:59

Trotzdem kommt er für mich einfach nicht herzlich rüber, ist einfach so. Und Bar oder Geld hin oder her (wer braucht heutzutage kein Geld zum Überleben?) - ich überlasse einen geliebten Menschen ganz bestimmt keinem Fremden! Dann muss ich in den sauren Apfel beißen und die Bar lieber ein paar Tage schließen, eine neue Kellnerin einstellen (lieber kann die wildfremd sein) oder eine Übergangslösung mit einem Heim finden. Geht schließlich heutzutage ;)

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 07. Januar 2019 um 13:51

Ich glaube nicht, dass sich Florian in ein Heim "abschieben" lässt... SO dement ist er dann auch noch nicht...

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Birte kommentierte am 04. Januar 2019 um 15:30

**mögliche Spoiler**

Der erste Abschnitt las sich zügig, der Schreibstil gefällt mir (ich habe von "Anna Pfeffer" bislang nichts gelesen).

Mein Eindruck ist, dass Tom mit der Situation überfordert ist (auch hat er als "Nachtarbeiter" in der Bar sicher nicht den richtigen Job, um sich um seinen tagaktiven Großvater zu kümmern), gleichzeitig fühlt er sich für den Großvater verantwortlich und will ihm das Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen.

Florian, den Großvater, lernt man nur indirekt kennen - über die Interaktion mit Tom und mit Ani, die die Betreuung als Chance nutzt, aus ihrer eigenen, momentan sehr trüben Situation das Beste zu machen. Sie hat zwar keine Qualifikation, aber den Mut (und auch eine gewissen Alternavitlosigkeit) um sich dem Job zu stellen - und wie Ani wird dann auch der Leser ins kalte Wasser geschmissen. Was spielt Florian, was ist echt? Offensichtlich ist Florian geschult darin, die psychischen Schwachstellen des gegenübers schnell zu erkennen und nutzt diese gnadenlos aus. Aber noch hält Ani gegen, mal sehen, wie lange das gut geht.

Laut Klappentext wird es ja eine Wendung geben, jetzt bin ich gespannt, wie die zustande kommt. Und ob sich Toms Eltern durchsetzen werden, dass Florian nicht mehr in der Wohnung leben kann.

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Cassandra kommentierte am 04. Januar 2019 um 18:05

Mir hat die Szene im Supermarkt gefallen, als er sich absetzen wollte und sie ihm dann drohte, dass seine Einkäufe dann da bleiben. Da kann man an von Annika noch was lernen. Ich weiß nicht, ob mir das eingefallen wäre.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:14

Anikas Reaktionen finde ich allgemein super! Sie hat zwar keine Erfahung in der Pflege, aber die Tricks, die bei Kindern funktionieren, gehen anscheinend auch bei sturen alten Leuten *lach*

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Grata kommentierte am 05. Januar 2019 um 10:04

Ja, das war witzig. Tolle Einfälle hat sie die Ani, ich hätte bstimmt schon längst fluchend aufgegeben. Aber das macht die Geschichte auch so unterhaltsam. Ani mußte sich zeitlebens durchboxen und ihr scheint ihr das auch zu helfen.

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Svenja Landau kommentierte am 07. Januar 2019 um 22:15

Ja, das fand ich auch super. Ani hat schnell kapiert, wie sie mit Florian am besten umgehen muss :-)

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Cassandra kommentierte am 04. Januar 2019 um 17:59

Mir hat das Buch bisher gut gefallen, scheinbar hat nicht nur der Opa Probleme. Wobei ich bei dem Namen Florian für einen Opa irgendwie meine Probleme habe. Für mich hört sich dieser Name nach einem jüngeren Menschen an.

Gut hat mir der Satz gefallen: "Aus dem Regal gefallen, und das Buch ( Person) ins falsche Regal gestellt. Ist fast schon poetisch.

Froh bin ich, dass Florian die "Annäherung an Anika" nur gespielt hat. Obwohl das schon echt perfide war.
Aber anders wäre es mir zu schnell gegangen.

Dass die Hemmschwelle sinkt, ist realistisch. Kommt aber natürlich auf den Charakter desjenigen an.

Annika mag ich, kann mich in sie hineinversetzen,
Tom dagegen ist mir zu wenig definiert. Kommt wahrscheinlich doch nach seinen Eltern, die wir am Schluss noch kennen lernen durften.
Bin jetzt gespannt, wie sich Annikas Situation weiter gestaltet.

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Birte kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:02

Ja, Florian hätte ich spontan auch eher dem Enkel zugeordnet - wobei ich Tom für den Opa auch eher ungewöhnlich fände.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:19

Ich war anfangs auch etwas über den Namen Florian verwirrt und dachte, wann hat denn der Opa seinen Auftritt - bis ich es geschnallt habe ;)
Ich hätte diesen Namen nämlich auch eher jemand Jüngerem zugeordnet.

Habe dazu auch folgende Info gefunden:
Seit etwa 1970 wurden in ganz Deutschland vermehrt Jungen Florian genannt

Das bedeutet wohl, dass davor der Name Florian eher selten war - deshalb sind wir alle so verwirrt, dass der Opa so heißt ;)

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FrlSpatz kommentierte am 05. Januar 2019 um 11:50

Passenderweise kenne ich einen altern Herrn mit Demenz - der Florian heißt ;)

Ihn hatte ich bisher auch immer vor Augen - er ist auch ziemlich spitzbübisch, das könne teilweise fast schon passen :)

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wiechmann8052 kommentierte am 05. Januar 2019 um 14:24

Florian ist ein sehr alter Name den gab es schon im Mittelalter, Tom ist für mich nur zurückhaltend er hat Angst auch noch seinen Großvater zu verlieren

 

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Paulaa kommentierte am 17. Januar 2019 um 15:39

Ich gebe dir Recht. Den Namen Florian für einen Opa fand ich etwas gewöhnungsbedürftig.

Tom finde ich sehr zurückhaltend und distanziert. Er will niemand zu nah an sich ran lassen, bis jetzt ist er mir auch noch nicht sympathisch geworden.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 21. Januar 2019 um 09:49

Wobei der Name Florian Ende des 19. Jahrhunderts wohl ein weit verbreiteter war. Ist dann anscheinend wieder rückläufig geworden und erst so 70er/80er wieder aufgekommen. Deshalb ist für uns ein alter Mann mit dem Namen Florian wahrscheinlich so ungewöhnlich ;)

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 10:57

Ja, genau, es haben ja alle ihre eigenen Probleme, ihr Unglück...

Daher finde ich die Konstellation so gut gewählt in dem Roman. So besteht großes Potential, dass sie sich gegenseitig helfen.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:25

Was ich noch erwähnen wollte, dass mir die abwechselnde Schreibweise in ich-Form aus Sicht von Tom und Ani sehr gut gefällt, so bekommt man noch tiefere Einblicke in deren Gefühlsleben. Und ich mag den Witz des Buches.

Was ich nur nicht so ganz verstanden haben: Ani hat sich zwar von ihrem Freund getrennt - aber warum hat sie außer den 50 Euro keinerlei Geld?

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Birte kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:42

warum hat sie außer den 50 Euro keinerlei Geld?

Konto leer (sie erwähnt, dass das Online-Magazin noch nicht überwiesen hat), kein fester Job, beim Freund gewohnt (über dessen Konto dann vermutlich die Miete gezahlt wurde)... Daran war ich nicht hängengeblieben, und als Motivation für die Geschichte ja auch irgendwie notwendig.

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 04. Januar 2019 um 23:56

Ja das hat sie erwähnt, aber dass sie so gar nix am Konto hat?!? Nur die 50 Euro in der Geldbörse...
Und für den weiteren Verlauf der Geschichte müsste sie ja nicht so total pleite sein. Es reichte ja, dass sie keine Unterkunft hat - deswegen hat sie den Job ja eigentlich angenommen.

 

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Grata kommentierte am 05. Januar 2019 um 10:02

Die Geschichte gefällt mir bisher ganz außerordentlich gut. Ich habe einmal ein Buch vom Duo "Anna Pfeffer" gelesen und dies hat mir wahnsinnig gut gefallen. Mit diesem Buch hier scheint es ähnlich zu werden. Durch den Erzählstil in der Ich-Form bekommt man einen sehr guten Einblick in das Innenleben von Tom und Ani. Forian wird ausgeklammert, aber das macht das Ganze umso spannender. Es ist für Florian nicht leicht. Ich denke, daß er es nicht wahrhaben will, was ihm die Ärzte mitgeteilt haben. Er hat einfach nur Angst, aber so wie er es jetzt macht, wird alles nur noch schlimmer. Er kann kann froh sein, daß Tom sich so um ihn kümmert. Was mag mit seinem Sohn sein? Bin gespannt, ob wir da noch etwas erfahren. Im Klappentext steht ja, daß der ihn ins Heim abschieben will. Meiner Meinung nach riskiert die Florian, in dem er sich so vehement gegen eine Hilfe währt.

Tom ist wirklich sehr liebenswert, nicht jeder würde so eine Geduld haben. Aber mittlerweile wächst ihm da wohl einiges über den Kopf. Offenbar hatte er es früher auch nicht so einfach.

Bei Ani ist es noch krasser, sie hat schon früher viel durchgemacht und jetzt auch noch. So wenig Geld, keine Bleibe, das ist schon extrem. Immerhin ist sie schon Ende 20. Dennoch ist ihre Art und wie Florian zu nehmen weiß, genial.

Die Annäherung zwischen Florian und Ani hat mir gut gefallen. Und dann war es doch nur wieder ein Bluff von Florian - schade. Aber für den Spannungsbogen natürlich genial. Bin sehr gespannt wie alles weitergeht.

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Alsterschwan kommentierte am 05. Januar 2019 um 10:47

 

Habe dazu auch folgende Info gefunden:
Seit etwa 1970 wurden in ganz Deutschland vermehrt Jungen Florian genannt

Das bedeutet wohl, dass davor der Name Florian eher selten war - deshalb sind wir alle so verwirrt, dass der Opa so heißt ;)

Das finde ich eine wichtige Information! Mir ging es nämlich auch so, dass mich der Name Florian für einen älteren Herrn eher verwirrt hat...

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Alsterschwan kommentierte am 05. Januar 2019 um 10:52

Es reichte ja, dass sie keine Unterkunft hat - deswegen hat sie den Job ja eigentlich angenommen.

Aber sie konnte sich deshalb auch kein Hotelzimmer leisten...

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Alsterschwan kommentierte am 05. Januar 2019 um 11:15

Ich habe bisher noch kein Buch von Anna Pfeffer gelesen, aber mir gefällt das Buch wirklich ausgesprochen gut, auch die beiden Erzählstränge von Tom und Ani finde ich gut gelungen, da wir als Leser auf diese Weise von beiden eine Menge erfahren - von ihren Gedanken, Sorgen und Nöten...

Demenz ist so ein ernstes Theman (persönlich habe ich noch keine Erfahrung damit gemacht, nur davon gelesen...), aber ich finde es gut, dass hier mal etwas "die Schwere" weggenommen wird, aber trotzdem respektvoll damit umgegangen wird. Das Thema Pflege zu Hause oder im Heim (z.T. sogar in geschlossenen Abteilungen) stellt sich wohl während jeder Demenzerkrankung, auch hier haben wir ja die beiden Richtungen vertreten (Toms Eltern vertreten ihre Ansichten ja sehr radikal). Zum Glück ist Florian ja anscheinend nicht unvermögend und kann sich eine private Pflegekraft finanziell leisten...

Mir gefallen auch die Protagonisten Tom und Ani, bisher konnte ich ihre Handlungen gut nachvollziehen (na gut, etwas gewagt von Tom, Ani so einfach einzustellen und gewagt von Ani, einfach zu fremden Leuten zu ziehen - aber eben aus den jeweiligen Lebenssituationen gegeben). Ani zeigt sich schlagfertig - muss sie wohl auch bei Florian sein...

Aber eine andere kleine Bitte: kann mir jemand von der "erfahreneren Was-liest-Du- Leserunden Teilnehmern" bitte kurz erklären, wie ich z.B. zitieren und andworten kann (vielleicht per PN?), ich bekomme es nicht richtig hin... Vielen Dank!

 

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FrlSpatz kommentierte am 05. Januar 2019 um 12:05

Antworten geht einfach, wenn du bei dem Beitrag, den du kommentieren möchtest, unten rechts auf die Sprechblase klickst. Ob man gezielt zitieren kann, oder ob man nicht einfach die betreffende Aussage kopiert und einfügt - da bin ich gerade auch etwas überfragt... :o

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Petzi_Super_Maus kommentierte am 05. Januar 2019 um 20:49

Zitieren funktioniert leider nicht, man muss den betreffenden Abschnitt kopieren und einfügen (geht am Besten mit Strg + V)

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FrlSpatz kommentierte am 05. Januar 2019 um 12:12

Mir hat der erste Leseabschnitt recht gut gefallen, ich erkenne einiges aus meinem Berufsalltag wieder, also recht realitätsnah.

Ich bin ziemlich neugierig auf die Gesichte von Tom, der Kontakt zu den Eltern am Ende des Abschnittes war bezeichned.

Da hat mich allerdings etwas gestört: Rund um das Thema rechtliche Betreuung. Zum einen spricht die Mutter erst von Vormundschaft, nachher wirkt es so, als ob derjenige, der Antrag auf Betreuung stellt, automaisch Betreuer werden würde. Das stimmt so ja beides nicht, ich hoffe mal, das die Autorinnen das so bewusst gewählt haben, da dies viele so denken und z.B. die Begrifflichkeit "Vormundschaft" verwenden. Glücklicherweise ist das Betreuungsrecht ja etwas anders...

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Alsterschwan kommentierte am 05. Januar 2019 um 12:42

Zum einen spricht die Mutter erst von Vormundschaft, nachher wirkt es so, als ob derjenige, der Antrag auf Betreuung stellt, automaisch Betreuer werden würde. Das stimmt so ja beides nicht, ich hoffe mal, das die Autorinnen das so bewusst gewählt haben, da dies viele so denken und z.B. die Begrifflichkeit "Vormundschaft" verwenden.​

@FrlSpatz: Ja, da hast Du vollkommen recht mit Deinem Hinweis!!! Ich glaube auch, dass man bei Erwachsenen auch nicht mehr von "Vormundschaft" spricht (nur noch bei Kindern), sondern von "Betreuern" - nach dem Betreuungsgesetz...

Danke für Deine Erklärung mit dem Zitieren- ich dachte, es gäbe vielleicht einen einfacheren Weg...

 

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FrlSpatz kommentierte am 05. Januar 2019 um 18:01

Ich erlebe recht häufig, dass der (für Erwachsene betreffend alte) Begriff der Vormundschaft noch häufig verwendet wird, oder auch von "Entmündigung" die Rede ist. Daher hoffe ich mal, dass die Wortwahl der Autorinnen auf dieses alte und noch recht verbreitete Verständnis von Betreuung zurückzuführen ist. Das "neue" Betreuungsrecht (das auch gar nicht mehr sooo neu ist) hat ja glücklicherweise ganz andere Grundsätze.

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Christine G. kommentierte am 05. Januar 2019 um 19:06

Mir gefällt der erste Abschnitt gut. Die Kapitel sind schön kurz und somit ergibt sich ein angenehmer Lesefluß. Der moderne Schreibstil bringt mich oft zum schmunzeln, obwohl dies doch ein ernstes Thema ist.

Tom kann ich irgendwie nicht verstehen, er sollte Ani gegenüber nicht so abweisend sein.

Ani hingegen finde ich super. Wie sie Florian die Stirn bietet. Einfach klasse. Sie hat ja auch einiges durch gemacht.

Florian ist nicht zu durchschauen, aber bei dieser Krankheit weiß man wirklich nicht was die Person gerade durchlebt. Dennoch glaube ich Florian ist noch am Anfangstadium.

Freue mich schon aufs weiterlesen.

Tom und Ani kommen sich sicher noch näher.

Thema: Lektüre, Teil I-, Seite 1 bis 99
Svenja Landau kommentierte am 07. Januar 2019 um 22:23

Kurze Kapitel find ich auch immer super, so liest man immer schnell nochmal eins mehr und Zack, ist das Buch durch :-D
Florian kann man wirklich noch nicht durchschauen und da bin ich echt gespannt, wie sich seine Krankheit und dadurch sein Charakter weiter entwickeln..

Thema: Lektüre, Teil I-, Seite 1 bis 99
Alsterschwan kommentierte am 06. Januar 2019 um 00:37

Das "neue" Betreuungsrecht (das auch gar nicht mehr sooo neu ist) hat ja glücklicherweise ganz andere Grundsätze.

​Aus den 1990-ern oder aus Anfang der 2000-er-Jahre, nicht wahr? Aber mal sehen, wie es mit der rechtlichen Situation weitergeht... wir werden sicher noch etwas dazu hören, da dies ja der Konflikt zwischen Tom und seinen Eltern ist....

 

Aber mir ist auch noch ein Druckfehler aufgefallen (vielleicht für die nächste Auflage?): auf Seite 68, 3. Absatz, 2.Zeile: ..."und nippt leblosan seinem Kaffee." Nicht schlimm, war mir nur aufgefallen... Vielleicht liest ja jemand mit, den es interessiert....

Thema: Lektüre, Teil I-, Seite 1 bis 99
FrlSpatz kommentierte am 06. Januar 2019 um 11:22

Ja, Anfang der 90er.

Mir waren auch zwei Fehler im ersten Abschnitt aufgefallen (finde sie gerade nicht wieder), aber später nicht mehr, also nicht so störend...

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meg kommentierte am 07. Januar 2019 um 16:22

Ich habe den ersten Abschnitt gelesen und war damit ganz schnell durch. Gut gefallen hat mir mit welcher Leichtigkeit die Demenz des Großvaters beschrieben wurde, ich mußte am Anfang öfter schmunzeln. Tom hat mich mit seiner Haltung sehr beeindruckt, man merkt die Liebe zu seinem Großvater, obwohl er da wirklich keine einfache Arbeit übernommen hat.

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Tefelz kommentierte am 07. Januar 2019 um 21:24

Zunächst einmal ein Kompliment,ich frage mich immer wenn 2 Personen ein Buch zusammen schreiben, wie es dann trotzdem so flüssig und ohne den geringsten Sprung zusammen passt. Die Geschichte ist schön aber driftet nicht ins melodramatische ab. Tom ist frustiert, da er unbedingt seinen Opa betreut wissen will ,in seinen eigenen Wänden und muss dafür Nachts für die Raten arbeiten. Er sucht einfach jemand der bei ihm ist. Florian als ehemaliger Verhörspezialist, kann sich nicht damit abfinden betreut zu werden, da er warscheinlich als Mann nie Hilfe gewollt hat und nie gebraucht hat. In seinen klaren Momenten, hat er ja auch keine Probleme. Da ich die Krankheit und deren Verlauf nicht kenne, bin ich nicht immer sicher, ob die Betroffenen, sich an die Aussetzer erinnern können, somit fühlt er sich wie ein kleines Kind, das muss Florian hassen. Er unterschätzt die Situation. Toms Eltern sind natürlich ideal für dieses Buch geschrieben und jeder hat sofort eine Abneigung gegen die Businesselite und deren Arroganz. Ani ist super und kommt autentisch durch. Ihre Art und Weise mit Gefühlen umzugehen und sich zu wehren ist sehr gut und man merkt, dass hier der weibliche Autor die Sache gut im Griff hat. Toms Denkweise und Handlungsweise kommt nicht so oft vor und ich hoffe, das wird besser, weil er könnte nie so roh sein, da er die Verantwortung für Florian genommen hat. Bis jetzt gefällt mir sas Buch sehr gut.

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Svenja Landau kommentierte am 07. Januar 2019 um 22:12

So, ich hab dann auch endlich mal angefangen und war ziemlich schnell mit dem ersten Abschnitt durch. Das Buch liest sich wirklich super und besonders die Ich-Form mag ich.
Über Florian weiß ich noch gar nicht so recht, was ich denken soll. Er ist halt ein sturer alter Mann, der seinen eigenen Kopf hat. Noch hat man von seiner Krankheit ja nicht ganz so viel mitbekommen, was in den nächsten Abschnitten mit Sicherheit noch mehr wird. Tom ist mir eigentlich ganz sympathisch, vor allem finde ich es toll, wie er sich für seinen Großvater einsetzt und alles versucht, damit er nicht in ein Pflegeheim kommen muss. Und vielleicht hat er da ja mit Ani die richtige Wahl getroffen? Obwohl er Ani gegenüber ruhig etwas netter sein könnte...
Ich denke, Ani wird Florian noch ganz gut in den Griff bekommen :-D ich glaube, sie ist da ziemlich durchsetzungsstark, auch wenn sie wohl recht zierlich ist. Aber das heißt ja nix :-)
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergehen wird.

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mc1965 kommentierte am 08. Januar 2019 um 07:37

Meinen ersten Abschnitt habe ich jetzt auch durch und bin gestern sogar mit dem zweiten angefangen.

Das Buch finde ich sehr flüssig geschrieben, wie auch bereits meine Vorredner auch schon schrieben.

Der Name Florian verwirrte mich auch erst ein wenig, aber wenn es wirklich ein alter Name ist, na dann.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.

Bis jetzt gefällt mir das Buch sehr gut.

 

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Bea Surbeck kommentierte am 10. Januar 2019 um 08:59

Ich habe heute morgen mit dem Lesen begonnen und habe bislang zwar nur die ersten beiden Kapitel gelesen, aber diese habe ich regelrecht inhaliert. Ich denke mal ich werde heute nicht viel anderes machen wie lesen - das Buch ist traurig und schön zugleich. Ich habe schon viel geschmunzelt, wobei ich weiß das es eigentlich gar nicht so lustig ist wenn man einen Demenz-Kranken versorgen muss, aber es gefällt mir wie man das "schwere Thema" in das Buch gepackt hat. Ich bin gespannt wie es weitergeht, denke aber mal das Florian nicht weiß wie sehr er Anni braucht, aber auch wie sehr sie ihn braucht. Ich freue mich auf die nächsten Kapitel, die Geschichte bewegt mich jetzt schon unheimlich und weiß jetzt schon das ich das Buch heute in jeder freien Minute in der Hand halten werde. Bis später

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WilmaH kommentierte am 10. Januar 2019 um 19:26

Der erste Teile war schnell gelesen. Es war witzig und traurig zugleich. Tom ist total überfordert mit Florian. Er tut mir sehr leid, da sein Großvater ihm wohl die Liebe gegeben hat, die er von seinen Eltern nicht bekam. Und jetzt wollen die sich auch noch einmischen. Das verspricht noch aufreibend zu werden. Anis leben scheint gerade ziemlich kaputt zu sein. Ich finde Ihren Umgang mit Florian gut, auch wenn sie von der Pflege keine Ahnung hat. Das Florian ihr immer einen anderen Namen gibt finde ich ziemlich lustig, denn ich denke, dass ist seine Art mit der Situation umzugehen. Ich bin gespannt wie sich die Beziehung zwischen den dreien entwickelt. 

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Svenja Landau kommentierte am 10. Januar 2019 um 22:37

Ich glaube, Florian tut es sogar ganz gut, dass Ani von der eigentlichen "Pflege" keine Ahnung hat. So versucht sie ja immerhin, völlig normal mit ihm umzugehen. Nicht wie vielleicht manch gelernte Pflegekräfte, die einfach nur ihren Job machen wollen.
Das mit dem Namen find ich auch lustig. Immerhin bleibt er immer beim Anfangsbuchstaben "A" ;-)

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WilmaH kommentierte am 11. Januar 2019 um 12:22

Wäre Florian mein Opa würde ich schon darauf achten, dass ihm eine qualifizierte Pflegekraft hilft. Aber duhast Recht. Anis Art mit Florian umzugehen tut ihm sicher gut.

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 10:58

Das macht er schon gut - sehr perfide! ;-)

Und Ani geht immer sehr gekonnt darüber hinweg.

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Paulaa kommentierte am 17. Januar 2019 um 15:42

Ich finde es toll, dass Florian und seine Frau ihren Enkel damals zu sich genommen haben. Das beweist für mich eigentlich, dass sie ihn sehr lieben. Allerdings finde ich es komisch, dass Florian sich jetzt so "kindisch verhält und es Tom unnötig schwer macht. Klar ust es nicht einfach so eine Krankheit zu akzeptieren, aber warum sträubt er sich so gegen eine Hilfe? Er muss doch sehen wie schlecht es Tom geht, weil er einfach maßlos überfordert mit allem ist.

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Bea Surbeck kommentierte am 11. Januar 2019 um 09:57

Gestern hats mir leider nicht mehr ganz gereicht, aber nun ist der erste Abschnitt durch. Das Buch begeistert mich richtig. Es lässt sich gut lesen und das deftige Thema Demenz wurde hier recht gut in die Geschichte gepackt. Der Schreibstil ist auch gut und ich stolpere immer wieder über so grandiose Textstellen wie zum Beispiel: "Sie war der Kleber unserer Familie". Dieser eine Satz sagt soviel aus und man bekommt ein Gespür dafür wie eng Tom mit seinen Großeltern verbunden war.

Ani gefällt mir richtig gut. Sie ist gerade total unglücklich, wurde vom Freund und der besten Freundin hintergangen und steht mit leeren Händen da. Für sie ist es ein Glück das sie durch Zufall von dem Pflegerinnenjob hört, vermutlich ist es für alle ein Glücksfall. Florian kommt bei ihr nicht durch, sie braucht diesen Job und lässt sich nicht klein kriegen. Er fährt alle möglichen Geschütze auf und ich glaube es imponiert ihn das sie ihn "gleichwertig" behandelt. Sie schlägt ihn mit seinen eigenen Waffen und sie braucht ihn, genauso wie er sie braucht. Vermutlich ist das beiden noch nicht klar.

Florian mag ich auch. Ich kann  verstehen das er so ist, wie er ist. An guten Tagen ist er ein fiter und rüstiger alter Mann dem man kein x für ein u verkaufen kann. Ich verstehe schon das er nicht wahrhaben kann oder will, das sich ein guter Tag innerhalb von Minuten in einen schlechten verändern kann. Vermutlich versteht er es schon aber er kann es nicht akzeptieren. Das sind Veränderungen die keiner haben mag, keiner akzeptieren will. Wie er mit Ani umspringt ist nicht immer lustig, aber sie nimmt es gelassen und er ahnt ja nicht was dieser Job für sie bedeutet. Ich glaube aber das es ihm schon imponiert wie sie mit ihm umspringt, das sie ihn nicht wie eine Mutter bevormundet und ihm Kontra gibt. Sie lässt ihn auch einfach mal stehen, schreit ihn an wenn er es zu sehr auf die Palme treibt und ja letzteres kann er schon. Ich bin ihm auch voll auf den Leim gegangen, als er da von Otto erzählte, denke aber in seinen Worten war so ein kleiner Funke Wahrheit mit drinnen. Ich glaube Ani tut ihm gut, so wie er ihr gut tut. Bislang haben wir ihn ja nur an guten Tagen kennengelernt und ich denke mal die schlechten Tage werden bald kommen, sie werden für alle nicht einfach. Es ist schwierig es sich vorzustellen, aber ich denke da werden wir einige Male richtig deftig schlucken müssen. Es wird ohne Vorwarnung kommen, erst schleichend, dann immer öfter, ich bin schon gespannt wie Ani dann reagieren wird. Florian selbst wird sich an die schlechten Tage nicht erinnern können, insofern ist seine Sicht der Dinge auch verständlich.

Tom, ja Tom mag ich auch. Er ist so ein bissel wie Anna und Florian. Alle haben irgendwo Vorurteile ohne das sie den anderen näher kennen - ich finde da können sich alle drei die Hand geben. Tom tut mir leid, die Belastungen denen er ausgesetzt ist sind heftig und er hat dem "Kleber der Familie" versprochen sich gut um Florian zu kümmern. Er gibt sein Bestes und ich hoffe es kommt nicht soweit das seine Eltern ihn in ein Pflegeheim einweisen dürfen. Man spürt wie verzweifelt er ist, er stellt Leute ein die sich um den kranken Opa kümmern sollen, hat aber keinerlei Ahnung ob sie dem gewachsen sind.

Ich finde das Buch bislang sehr bewegend. Florian an guten Tagen zu erleben ist echt toll und soll sicher zeigen wie  schnell sich das Blatt wenden kann. Wie aus dem alten Schlawiner auf einmal eine hilfsbedürftige Person wird die sich nicht mehr äussern kann. Man kann es sich im Moment nicht vorstellen - so faustdick wie er es an guten Tagen hinter den Ohren hat. Er weiß genau was er macht und er spielt mit Ani. Alleine schon wie er sie immer wieder mit einem anderen Namen nennt, jedoch darauf achtet das der Anfangsbuchstabe stimmt. Man spürt aber auch das er Ani schon akzeptiert hat, ich glaube wenn das nicht so wäre, wäre sie schon lange weg. Egal wie schlecht die Situation für Ani im Moment ist, auch sie hat garantiert eine Schmerzgrenze und der "gesunde" Florian würde sie sicher finden

Ich bin nun echt gespannt wie es weiter geht. Bislang fühle ich mich gut unterhalten. Ich mag die Schlagabtausche von Ani und Florian, ich spüre die zarten Bande der Freundschaft die sich langsam entfalten und ich lache gerne mit den beiden. Ich bin mir aber auch sicher das ich bald mit den beiden weinen werde.

Der Aufbau des Buches gefällt mir bislang. Ich habe mir im ersten Abschnitt ein gutes Bild von den drei Charakteren machen können und auch das Hintergrundwissen von allen dreien, wie ein Schwamm, aufgezogen. Es gibt Stellen die einem Lachtränen in die Augen treiben, wobei es eigentlich gar nicht zum Lachen ist. Aber das finde ich gut, denn es nimmt dem Buch die Schärfe, mildert etwas vom ernsten Thema ab und trotzdem kann man sich ein Bild davon machen wie es Angehörigen von Demenzkranken geht und wie schwer es ist wenn man sich mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen muss. Es ist ja nicht nur der Kranke der versorgt werden muss, es wird sicher auch noch eine Zeit kommen in dem der Kranke die Menschen die ihm nahe stehen nicht mehr erkennt. Das sind alles Sachen die man am Rande mit aufnimmt und über die man sich, wenn man nicht unmittelbar davon betroffen ist, kaum Gedanken macht.

Für mich ist es das zweite Buch das ich von dem Autorenduo lese. "Für dich solls 1000 Tote regnen" hat mich damals auch begeistert, allerdings kann man die Bücher nicht vergleichen. Das zweite Buch der Autorinnen liegt noch irgendwo auf meinem SuB..... wird dieses Jahr aber auch noch gelesen.

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Nala kommentierte am 13. Januar 2019 um 16:00

Ist Florian wirklich so dement? Ich muss immer wieder darüber nachdenken. Wie er dieses Vergessen einfach als Ausreede für gefühlt alles nutzt lässt mich aber schmunzeln.

Seine Manipulation finde ich erschreckend. Nicht umsonst heißt es ja, dass demente Menschen sich an zurückliegendes gut erinnern. Ich habe es selbst erlebt im Familienkreis, deswegen gehen mir manche Szenen sehr nahe. 

Tom mag ich sehr. Er gibt sich so viel Mühe und Florian probiert alles um ihn zu sabotieren.

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kuhtipp kommentierte am 16. Januar 2019 um 21:12

Das meiste würde ja schon gesagt, aber hier noch meine Eindrücke vom ersten Teil:

Die Alzheimer Krankheit ist ziemlich gut getroffen. Ich fühle mich stark an unsere Oma erinnert. Da war es ähnlich. Florian empfinde ich nicht als gemein. Eher leidet er unter dem Verlust von Greta und er wird sicher auch merken, dass er Dinge vergisst.

Tom finde ich sympathisch. Ich finde es toll, dass er sich um Florian kümmert. Er ist ja auch mehr wie ein Vater. Seine Eltern finde ich gefühlskalt. Ich hoffe für Florian, dass Tom sich durchsetzen kann und sein Vormund wird; auch, wenn selbst das Florian wahrscheinlich stören wird.

Bei Anika weiß ich noch nicht, ob sie mir zu viel Selbstmitleid hat, oder ob man noch nicht alle Gründe für Ihre Probleme erfahren hat. Ich mag aber ihre Art mit Florian umzugehen und dass sie sich in die Krankheit reinliest und versucht, die Ratschläge umzusetzen 

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Paulaa kommentierte am 17. Januar 2019 um 15:45

An Anika find ich vor allem toll, dass sie Florian nicht wie einen Kranken behandelt, sonder wie einen "normalen" Mensch.

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 11:04

Das gefällt mir auch so gut. Sie scheint das Herz am richtigen Fleck zu haben und lässt sich auch die Butter nicht vom Brot nehmen.

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Hermione kommentierte am 17. Januar 2019 um 20:22

Leider ist mein Buch immer noch nicht angekommen. Ich hatte letzte Woche bei Aline nachgefragt, sie sogar am letzten Freitag nochmal ein Buch losschicken wollte.

Aber irgendwie ist da momentan der Wurm drin bei der Post... Es war immer noch nichts in der Post...?!

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Hermione kommentierte am 20. Januar 2019 um 11:03

Gestern kam endlich, endlich mein Buch an. Und ich bin so froh, dass ich es habe und jetzt mitmachen kann.

Aline hat sich so reingehängt und nochmal ein zweites Buch losgeschickt, nachdem das erste offenbar auf dem Postweg verloren gegangen ist. Vielen, vielen Dank nochmal! Einfach super! :-)

Ich mag bisher den Schreibstil sehr, die Personen sind gut angelegt - alle mit ihren kleinen oder größeren Problemchen und viel Potential sich gegenseitig zu "heilen".

Und trotz des ernsten Themas musste ich wirklich ganz oft schmunzeln beim Lesen. Florian hat es ja wirklich faustdick hinter den Ohren und Ani kontert so herrlich, weil sie einfach darauf angewiesen ist, ein Dach über dem Kopf zu haben.

Tom will sicherlich das Beste für seinen Opa und bemüht sich, aber irgendwie ist er auch selbst mit sich nicht im Reinen und etwas unbeholfen...

Dazu kommt  noch die gestörte Beziehung zu seinen Eltern.

Insgesamt finde ich die Geschicht super angelegt. Allein wie Ani zu dem Job kommt - das ist doch großes Kino!