Leserunde

Leserunde zu "Wenn du mich heute wieder fragen würdest" (Mary Beth Keane)

Wenn du mich heute wieder fragen würdest - Mary Beth Keane

Wenn du mich heute wieder fragen würdest
von Mary Beth Keane

Bewerbungsphase: 22.10. - 05.11.
Beginn der Leserunde: 12.11. (Ende: 03.12.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Eisele Verlags – 20 Freiexemplare von "Wenn du mich heute wieder fragen würdest" (Mary Beth Keane) zur Verfügung. Eine Leseprobe zum Buch findet ihr hier

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

Eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte 

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt.

Mary Beth Keane machte ihren Master of Fine Arts an der University of Virginia. Von der National Book Foundation wurde sie zu den "5 besten Schriftstellerinnen unter 35" gewählt und erhielt ein Guggenheim Stipendium. Mit ihrem Mann und den gemeinsamen zwei Söhnen lebt sie in Pearl River, New York. Wenn du mich heute wieder fragen würdest ist ihr dritter Roman und hielt sich acht Wochen am Stück auf den vorderen Plätzen der New York Times Bestsellerliste. Die Auslandsrechte zu dem Roman wurden bisher in 16 Länder verkauft, die Produzenten von American Beauty arbeiten derzeit an einer Umsetzung des Stoffs als TV-Serie.

03.12.2020

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 158

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 158
GaudBretonne kommentierte am 13. November 2020 um 20:09

Schon jetzt 1000 Dank für dieses tolle (Hardcover)Buch!!! Ich wollte eigentlich nur die ersten zwei Seiten lesen und mich dann um den Haushalt kümmern. Das Buch hat mir allerdings einen Strich durch meine Pläne gemacht, da ich es nicht aus den Händen legen konnte. Die ersten 70 Seiten sind wirklich fesselnd. Nur weil meine Familie hungrig war, musste ich den Lesefluss unterbrechen. Gleich geht es aber weiter... Ich melde mich dann später nochmal und freue mich jetzt schon auf den Austausch! 
Liebe Grüße 
Gaud

 

 

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Sibylle P. kommentierte am 13. November 2020 um 21:17

Ui, das geht jadiesmal zeitig los! Ich lese nur noch mein aktuellesBuch fertig, dann bin ich bei dir :)

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:38

grins, ja das kenne ich....

MIr ging es mit dem Buch ganz genau wie Dir. Nur, hatte ich keine hungrige Meute im Genick und konnte deshalb den Lesefluss fließen lassen....

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GaudBretonne kommentierte am 14. November 2020 um 21:05

...wie schon beschrieben, habe ich den ersten Teil nur so "verschlungen". Der Text ist wahnsinnig kurzweilig sowie fesselnd und berührt gleichzeitig, da die Geschichte extrem tragisch ist. Es wird jetzt schon deutlich, dass eigentlich alle Figuren Opfer (der Krankheit der Mutter und der daraus resultierenden Situation) sind und es sehr schwierig wird, dass die beiden Jugendlichen, die wirkliche Sympathieträger sind, wieder zueinander finden.
Gerade der ständie Wechsel der Erzählperspektive sowie die vielen kleinen Details runden den gelungenen Plot ab.  
Einziges Manko ist vielleicht - wenn man ganz pingelig sein will -  dass der Text an einigen Stellen sprachlich etwas holprig wirkt. Dies liegt sicher an der Übersetzung und macht Lust darauf, das Original zur Hand zu nehmen. Bisher aber aufgrund der Authentizität der Protagonisten und des Settings eines der besten Bücher, das ich in diesem Jahr gelesen habe! 
Ich bin auf den Fortgang der Handlung mehr als gespannt! 

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Lesebiene kommentierte am 15. November 2020 um 15:26

Mit der Sprache hast du schon recht. Stört mich aber überhaupt nicht. Ich finde es passt ganz gut. Wäre natürlich schon in interessant ob es an der Übersetzung liegt.....

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Jamboo kommentierte am 15. November 2020 um 20:13

Ein paar vielleicht etwas unrunde Stellen und unnötige Wiederholungen von "war und hatten" sind mir auch aufgefallen (möglicherweise der Übersetzung geschuldet), aber für mich überwiegen die sprachlich großartigen Momente, von denen es eine ganze Menge gibt.

Mir geht es wie euch, ich finde das Buch unglaublich fesselnd. Gerade weil es keine Zuordnung von Gut und Böse gibt, irgendwie sind alle Opfer der Umstände. Gerade Anne, die Auslöserin für das Drama, tut mir unendlich leid.

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:45

Gerade weil es keine Zuordnung von Gut und Böse gibt, irgendwie sind alle Opfer der Umstände. Gerade Anne, die Auslöserin für das Drama, tut mir unendlich leid.

Das hat mich auch total bewegt. Da musste ich immer mal wieder Innehalten und kurz durchschnaufen.

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:43

Es wird jetzt schon deutlich, dass eigentlich alle Figuren Opfer (der Krankheit der Mutter und der daraus resultierenden Situation)

Ja genau. Es ist schon genial umgesetzt und zeigt, dass jeder so sein Päckchen zu tragen hat...

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UJac kommentierte am 17. November 2020 um 20:15

Ja, ein paar holperige Stellen sind mir auch aufgefallen und dachte ebenfalls, es könnte an der Übersetzung liegen. Wenn mir insgesamt der Schreibstil auch sehr gut gefällt.

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pemberley1 kommentierte am 15. November 2020 um 00:36

Ich mache nun nach Seite 97 auch mal einen kleinen Zwischenbericht des ersten Abschnittes. Ich bin gut ins Buch gekommen. Die Atmosphäre hat mir gleich gefallen, ebenfalls, dass der Romeo und Julia Vergleich anfänglich gar nicht so raus zu lesen ist (wobei ich ja bereits irgendwann mal sagte, dass Adaptionen, oder Ähnlichkeiten gar nicht schlimm sind, weil jede Geschichte eine eigenständige ist), weil es erstmal um die Eltern und ihr Leben geht. Und genau das fand ich auch schön, denn so lernen wir diese kennen, wissen ein wenig mehr über sie, als wenn sie nur blasse Figuren bleiben würden, die sich eben nicht verstehen, und sich als gegenseitige Familien hassen. Was genau den Hass auslöst, da kann ich nur vermuten, bzw. ist es sicherlich die „Krankheit“ von Peters Mutter, die schon in jungen Jahren da ist, und sich mit wachsendem Alter immer mehr ausprägt. Was genau sie hat, kann ich nur erahnen. Muss aber dazu auch sagen, dass mir bei Büchern fast immer die Protagonisten das Wichtigste von allem sind. Sie zu verfolgen, ihre Gefühle und Emotionen mitzuerleben, und sie auch irgendwie nachvollziehen und verstehen zu können, das ist manchmal wichtiger als der Plot, und manchmal dreht sich der Plot genau um diese Gefühle. Wahrscheinlich hat Peters Mutter, und jetzt kommt wieder die Psychologin der Protagonisten in mir durch, etwas Ähnliches, wie eine Paranoia mit Depressionen, und dazu kommt der Verlust ihrer ersten Babys, mit der Sicht auf die Nachbarin Lena, die gleich drei gesunde auf die Welt bringt. Dass die Mutter Peter trotzdem so behandelt, und ihn nicht wie ihr Augenlicht schützt, ist mir nicht so verständlich, aber ich bin ja auch noch nicht all zu weit. Es ist wirklich so, dass jeder im Buch irgendwie nicht an dem Platz ist, an dem er gerne wäre. Das fängt bei Lena an, die gar nicht nach Gillam ziehen wollte, weil es ihr zu einsam ist, und Francis hat sich wiederum in der enge ihrer Familie nicht wohlgefühlt, Brian wäre wohl lieber gar nicht bei seiner Frau Anne, weil er nicht so gut mit den Erscheinungen zurechtkommt, und Anne? Die wäre wohl lieber noch in Irland. Mich würde natürlich irgendwann interessieren, ob es irgendein Erlebnis gab, das sie so hat werden lassen. Mir tut Peter wirklich meistens leid, weil er von seinen Eltern nichts Gutes vorgelebt bekommt, und von seiner Mutter auch nicht gut behandelt wird. Zumindest an ihren schlechten Tagen, und wenn sie ihre Tabletten nicht nimmt. Dass Jeder um ihn herum merkt, dass mit ihr was nicht stimmt, ist sicher dem geschuldet, dass man seine eigenen Eltern immer etwas positiver und anders sieht, als andere. Zumindest meistens. Nun gab es also diesen Streit, und ich fürchte, dies war nun der richtige Anfang dessen, dass Kate und Peter sich nicht mehr sehen sollen. Warum auch immer, und was auch immer genau an diesem Tag passiert ist, und in Peters Mutter vorgegangen ist. Aber vielleicht braucht es ja manchmal gar keinen Grund, jemanden abzustoßen? Die Sätze sind manchmal etwas lang und verschachtelt, das aber nur am Rande. Damit komme ich eigentlich gut klar, da ich selbst manchmal dazu neige, etwas längere Sätze zu schreiben. Also tut es meiner Lesefreude keinen Abbruch. Meine zweite Gedankenwelle kommt dann nach Beendigung des ersten Abschnitts. Ich finde alles, auch die Szenen und Situationen sehr realistisch, und nicht irgendwie verklärt. Das würde aber auch gar nicht zum Buch passen.

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GaudBretonne kommentierte am 15. November 2020 um 09:05

Inhaltlich bin ich ganz bei dir. Das hast du schön beschrieben:  "Es ist wirklich so, dass jeder im Buch irgendwie nicht an dem Platz ist, an dem er gerne wäre..."

Sprachlich sehe ich es aber etwas anders. Die Syntax ist zumeist nicht außergewöhnlich (lang). Was ich in meinem ersten Kommentar als "holprig" bezeichnet habe, bezieht sich eher auf die Stilebene, die an manchen Stellen durch die Lexik nicht ganz rund wirkt. Da wird beispielsweise die umgangssprachliche Formulierung "in die Arbeit" verwendet, obwohl die restliche Wortwahl eher der Standardsprache zuzuschreiben ist. Aber wie schon gesagt, das ist Jammern auf hohem Niveau, wenn man unbedingt ein Haar in der Suppe finden möchte....

Insgesamt bin ich sehr begeistert und schon eher traurig, dass mir heute und in den nächsten Tagen nicht so viel Zeit bleibt, dass ich den Text am Stück lesen kannn, sondern nur häppchenweise.

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pemberley1 kommentierte am 15. November 2020 um 23:09

Ich bin auch sehr begeistert, und wollte dem Buch auch gar nicht böse. :D. Wie ich ja schon gesagt habe, hatte ich nur so das Gefühl, dass es in einigen Sätzen diese E inschübe gibt, die den Satz länger machen, und dadurch sind manche Sätze so, dass man sie zweimal lesen muss. Vielleicht hatte ich mich auch ein wenig blöd ausgedrückt. Aber auch bei mir ist es so, dass diese Sätze meine Begeisterung nicht schmälern. Ich wollte es nur geschrieben haben :). Ich wünsche die noch viel Spaß bei der Lektüre, wir lesen uns ja sicher noch öfter :)

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GaudBretonne kommentierte am 16. November 2020 um 08:33

Hallo Pemberley,
alles ok ;-). Ich wollte deine Leseeindrücke auch nicht kritisieren, zumal ich, was den Inhalt angeht, genau deiner Meinung bin und auch so empfunden habe. Deutlich machen, wollte ich nur, dass  meine Wahrnehmung der Sprache eine andere ist. Gerade einen Austausch der Aspekte, die unterschiedlich gesehen werden, finde ich sehr interessant! 
Ganz liebe Grüße und einen guten Start in die Woche

Gaud

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pemberley1 kommentierte am 18. November 2020 um 01:29

Ach alles gut, Ich wollte nur nochmal versuchen, es irgendwie zu erklären, wie ich all das so meine :)

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Lesebiene kommentierte am 15. November 2020 um 15:26

 Es ist wirklich so, dass jeder im Buch irgendwie nicht an dem Platz ist, an dem er gerne wäre.

Das sehe ich auch so. Obwolh es mit Anne nicht so Weit hätte kommen müssen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:49

Obwolh es mit Anne nicht so Weit hätte kommen müssen. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

Denke mal, dass das auch an der Zeit liegt. Damals war das mit dem "Helfen-lassen" ja noch nicht so einfach....

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Jamboo kommentierte am 17. November 2020 um 11:19

Anne scheint mir auch nicht wirklich bereit, sich helfen zu lassen, sie blockt ab, vor allem außerhalb der Familie. Und Brian duckt sich weg, er spielt da keine rühmliche Rolle. Aber auch er ist geprägt von seiner Vergangenheit und kann nicht aus seiner Haut, auch nicht als die Dinge eskalieren.

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mohawk kommentierte am 20. November 2020 um 11:40

Das ist eine tolle Erkenntnis nach dem ersten Abschnitt, dass die Menschen am falschen Platz sind. Auch wenn ich es nicht bei jedem so empfinde. Aber bei Peters Familie trifft es zu. Sowohl der Vater als auch die Mutter sind unglücklich und unzufrieden. Die Mutter hat eine psychische Erkrankung, die man heute sicher behandeln würde. Tragisch, wie ihr Sohn versucht sich anzupassen und es ihr recht zu machen. So etwas wird sicherlich sein ganzes weiteres Leben beeinflussen und wie er sich anderen gegenüber verhält, wenn er erwachsen wird. Oft resultieren aus so etwas Depressionen oder Suchtverhalten.

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:47

Die Atmosphäre hat mir gleich gefallen,

Das sehe ich auch so. Durch den Schreibstil und das hin- und herswitchen wird das schon fast mystisch.

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UJac kommentierte am 15. November 2020 um 18:24

Hallo in die Leserunde! Wollte nur kurz mitteilen, dass ich es auch schon lese, aber den ersten Abschnitt hab ich noch nicht durch. Melde mich dann hier wieder und lese eure Beiträge. Der Anfang gefällt mir auf jeden Fall schon mal gut.

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pemberley1 kommentierte am 15. November 2020 um 23:06

Und es geht weiter. Der erste Abschnitt ist nun zu Ende, und ich hatte ein immer mehr ungutes Gefühl, ob der Geschichte, und wo sie hinlaufen könnte. Und habe mich da wohl auch nicht getäuscht, wenngleich ich sowas nicht erwartet hätte. Denn jetzt haben wir einen wahren Grund, der eine Feindschaft zwischen zwei Familien begründen würde. Wenn deine Nachbarin auf dich schießt, ist das wohl eine ganz schön schwierige Situation für dich, deine Kinder, deine Frau. Francis tut mir richtig leid, weil er einfach nur derjenige war, der eben in diesem Moment an der Tür war. Hätte Anne jeden angeschossen? Nur ihn? Warum? Weil er Kates Vater ist? Und warum hasst Anne Kate so abgrundtief? Die einzige Erklärung, die ich mir machen kann ist, dass sie wohl denkt, dass Kate für ihren Sohn nicht gut genug ist. Aber sie behandelt Peter ja auch nicht gerade toll. Überall ist alles ein Wirrwarr aus Gefühlen, Emotionen und den krankhaften Gefühlen, die wohl bei Anne wirklich paranoide Züge annehmen. Vorstellungen, dass jeder hinter ihrem Rücken über sie redet, und ihr böse will. Und Kate und Peter kommen sich immer näher, da sind ganz zarte Bindungen, die man spürt. Das gefällt mir gut, wären da nicht die Eltern auf beiden Seiten. Dass ich Anne nicht so ganz verstehe, habe ich ja schon erwähnt, was nicht direkt an der Krankheit liegt, sondern an ihrem Agieren. Und Lena will sicherlich auch nur ihre Tochter beschützen. Aber….. dass sie sagen Peter bedeutet Ärger aufgrund, dass seine Mutter Ärger bedeutet, ist ja auch nicht so eine schöne Aussage. Man kann doch Kinder nicht für etwas verantwortlich machen, was ihre Eltern verbocken. Außerdem, und da muss ich jetzt mal diese ganze Straße ein wenig rügen, hat doch sicher jeder mitbekommen, dass Anne so ist, wie sie nun mal ist. Auch wenn Peter sich niemandem anvertraut hat, und man nie Schreie aus dem Haus der Stanhopes hörte, so wusste doch jeder, dass Anne ein wenig merkwürdig ist, und dass Peter vielleicht Hilfe braucht? GERADE DANN, wenn ich wüsste, dass ein Kind in schwierigen Verhältnissen wohnt, würde ich ihm doch helfen wollen, und ihn nicht meiden, weil seine Mutter merkwürdig ist. Aber um Gottes willen, ich will hier niemandem die Schuld zuschieben. Denn ich könnte mir gerade ob der Situation vorstellen, dass Schuld noch ein ganz großes Thema einnehmen wird. Jeder macht hier Fehler, das ist ja auch menschlich, und nicht immer kann man Fehler als Fehler ansehen, und woanders sind sie ganz klar da. Nur Verbote aufzustellen, und Treffen zu untersagen ist natürlich schon ein Fehler, den Eltern wohl seit jeher ihren Kindern zumuten. „Der und diejenige ist nicht gut genug für dich, such doch lieber jemand andren zum Spielen“…. Aber hallo….Einteilungen in Gruppen, wo man einfach „hingehört“, seitens der Eltern sind nie gut. Kinder sollten ja selbst entscheiden dürfen, wen sie mögen. Dann kommt der Fehler von Brian dazu. Würde ich mein 15järiges Kind wirklich zurücklassen? Oder ist er froh, dass George sich nun um Peter kümmert, und er ihn los ist? Erinnert er ihn zu sehr an die gemeinsame Zeit mit Anne? Dinge richtigmachen tun hier sehr wenige, und viele denken nur an sich. Komisch. An sich denken ist wichtig, ja, aber, wenn ich Kinder habe, und weiß, was sie bisher für ein schwieriges Leben hatten, will ich dann nicht für sie da sein, egal wie schwer es mir fällt? Ach……. Es tut mir leid, dass ich hier so rumschwafel, aber das Buch lässt mich irgendwie nicht los. Und wirklich leid tut mir nur Peter. Weil ihm die einzig Konstante im Leben genommen wird, nämlich Kate. So ein richtiges Zuhause hat er ja nie erlebt, und richtige Liebe zwischen Eltern irgendwie auch nicht, und richtige Beziehungen u anderen Kindern und Jugendlichen, nein. Das alles erfahren wir über die Highschool Jahre. Nun bin ich gespannt, wie diese bei Kate ablaufen, und ob sich beide irgendwie wiedersehen.

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Lesebiene kommentierte am 16. November 2020 um 12:52

Ich hatte den ganzen Leseabschnitt eine Gänsehaut. Man fühlt die aufkommende Katastrophe. Kann sie aber nicht verhindern. Toll geschrieben.

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mohawk kommentierte am 20. November 2020 um 11:42

Stimmt, man spürt es näher kommen - auch wenn es dann überraschend war, als es zu dieser Eskalation kam. Gott sei Dank ist der Vater nicht tot. Für die Kinder und ihre Freundschaft ist es tragisch. Aber darin steckt ein Drama, welches mir sehr gefällt, weil es mich so berührt.

Der Schreibstil ist einfach nur wunderschön. Ich bin total geflasht von diesem Buch.

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Sibylle P. kommentierte am 17. November 2020 um 14:32

Blöde Frage: Wie macht ihr das, Textstellen zu kopieren, damit man sehen kann, auf welche ihr antwortet?

Das mit dem Helfen-Wollen ist immer so eine Sache: auch, wenn dir etwas merkwürdig vor kommt, wo setzt man an? Helfen kann man erst, wenn jemand bereit ist, sich helfen zu lassen. Ich finde das ein sehr schwieriges Thema...

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pemberley1 kommentierte am 18. November 2020 um 01:40

Ich gebe zu, dass die Thermatik schwierig ist, finde es aber gut, dass sie behandelt wird. Und dass dieses Helfen lassen wollen auch gewollt sein muss, da gebe ich dir recht. Man merkt ja auch ganz zu Anfang, wie sehr Anne abblockt, als Lena ihr die Babysachen gibt, und das Brot backt, rein nach dem Motto "ICh kann meinem Mann selber was kochen" , wie als ob sie sich selbst klar machen muss, dass sie ihrem Mann sowohl etwas backen und kochen kann, und ihr Baby alleine versorgen. Vielleicht auch aufgrund des verlorenen Kindes. Denn sie hat ja durchaus auch Stellen anfänglich, als sie schwanger ist, in denen sie mit Anne redet. Wirklich schwierig da eine Lösung zu finden. Wenngleich ich zugeben muss, an manchen Stellen sauer auf Anne und Brian zu sein, obwohl das natürlich totaler Blödsinn ist. Aber obwohl wohl jeder im Buch ein Opfer ist, so tut Peter mir wirklich richtig leid.

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Sibylle P. kommentierte am 18. November 2020 um 08:06

Ja, Peter ist schon übel dran, auch wie er dann einfach so allein gelassen wird. Bitter.

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Lesebiene kommentierte am 18. November 2020 um 17:53

unten rechts unter dem Text das Zeichen neben dem Dreieck mit dem Ausrufungszeichen anklicken. Dann den Text kopieren, einfügen und ich ändere dann die Schriftart damit es einen Unterschied in der Schrift gibt. Hoffe das ist einigermaßen verständlich...

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Sibylle P. kommentierte am 18. November 2020 um 21:44

Da bringt er mir "Fehler" ;(

Aber danke,ich probiere es morgen noch mal :)

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Alice InWonderland kommentierte am 16. November 2020 um 19:46

Ich habe heute morgen damit angefangen und wie im Rausch die ersten 200 Seiten gelesen. Als ich diese reflektiert habe, ist mir bewusst geworden, dass ich einen Großteil der Lesezeit die Faust geballt hatte. Die Charaktere sind unglaublich vielschichtig, es wirkt alles bunt zusammen gewürfelt und trotzdem stimmig.
Mehrmals habe ich mich gefragt, wie man es mit einer Frau wie Anne schafft, zusammen zu leben.sie hat ihren Mann und ihren Sohn in einer Weise geprägt, die man meiner Meinung ach nicht ungeschehen machen kann. Ihr fehlt jegliche, mütterliche Eigenschaft und ich habe ein tiefes Mitgefühl für Peter. Viele Reaktionen kann ich nicht nachvollziehen, haben mich sprachlos hinterlassen (als Kate gefallen ist und Blut gespuckt hat zB).
Mir tat es sehr sehr leid, das Kate und Peter keine Chance hatten, scheinbar scheinen die beiden eine Verbundenheit zu haben.
Ich persönlich habe nicht damit gerechnet, so emotional betroffen zu sein und so von der Handlung eingenommen zu werden.
Bis jetzt eines meiner Highlights dieses Jahr!

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Jamboo kommentierte am 17. November 2020 um 11:24

"Ich persönlich habe nicht damit gerechnet, so emotional betroffen zu sein und so von der Handlung eingenommen zu werden."

Das geht mir auch so.

Wenn ich lese, kann ich mich kaum losreißen und bin fast schon froh, dass ich gerade nicht so viel Zeit habe und mich länger mit dem Buch beschäftigen kann/darf/muss ;).

Mit meinen Lieblingsstellen könnte ich den Thread füllen, Ich hab mir so viele notiert, dass ich sie gar nicht alle aufführen kann.

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hej_katia kommentierte am 18. November 2020 um 08:56

Mich nimmt das Buch auch emotinal sehr mit. Insbesondere was Peter angeht. Da blutet mir wirklich das Herz. Trotz allem, was er schon erleben musste, ist er dennoch dieser höfliche Junge, der einfach nur das richtige tun möchte und dabei nur eine einzige Person hat, die sich wirklich um ihn sorgt. Das hat wirklich schon ein wenig von einer tragischen Liebe a la Romeo und Julia. 

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Gudrun67 kommentierte am 17. November 2020 um 10:41

Also, der Schreibstil ist schon ein Besonderer. Hat mich gleich von Anfang an gehabt und auch nicht mehr losgelassen.

Da sind die Seiten nur so durchgewutscht.

Die Charaktere werden durch das hin- und herswitchen so richtig schön lebendig und ich bin da mitten im Geschehen.

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Sibylle P. kommentierte am 17. November 2020 um 14:37

Obwohl ich mir die Leserunde gewünscht habe, war ich ja etwas skeptisch, weil mir die amerikanische Literatur oft nicht so recht behagt. Doch dieses Buch haut mich echt um. Solch vielschichtige Charaktere, so gut aufeinander abgestimmt. Man spürt regelrecht, wie das Unheil auf einen zu kommt und kann nix dagegen tun. Jeder ist in seiner Position hilflos.

Was ich bedenklich finde, warum Brian die Pistole trotz des Vorfalls zurück bekommen hat. Das fand ich schon beim Lesen merkwürdig, und nun stellt sich heraus, dass dies tatsächlich ein folgenreicher Fehler war.

Anne tut mir wirklich leid. Doch ihr ist bestimmt auch selbst nicht bewusst, dass sie eiegntlich Hilfe nötig hat, sonst hätte sie die Tabletten nicht abgesetzt. Wie sie dann mit ihrem Kind umgeht, ist eine natürliche Folge davon. Und Peter, nun der liebt natürlich seine Mutter abgöttisch. Eine tragische Verwicklung.

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UJac kommentierte am 17. November 2020 um 21:01

Zu deiner Frage zu Brians Pistole: Es war ja eine seiner Dienstwaffen, die er ja wohl auf der Arbeit bei sich tragen musste. Nach Feierabend sollte er sie dann wegschließen, was wohl irgendwie nicht funktioniert hat. Es könnte aber auch sein, dass er an dem Abend die Pistole zuerst in der Hand hatte und Anne sie ihm wegnahm. Was sich da genau ereignet hat, wissen wir ja nicht.

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Sibylle P. kommentierte am 17. November 2020 um 21:27

Ja, aber nach dem Vorfall hätte sie ihm ja eigentlich vom Dienstweg her weg genommen werden müssen. Aber einige Seiten später stand dann, dass Frances den Vorfall unter den Teppich gekehrt hat, um Brian zu schützen. Das war mir irgendwie entgangen.

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Lesebiene kommentierte am 18. November 2020 um 17:56

Obwohl ich mir die Leserunde gewünscht habe, war ich ja etwas skeptisch, weil mir die amerikanische Literatur oft nicht so recht behagt. Doch dieses Buch haut mich echt um. Solch vielschichtige Charaktere, so gut aufeinander abgestimmt. Man spürt regelrecht, wie das Unheil auf einen zu kommt und kann nix dagegen tun. Jeder ist in seiner Position hilflos.

Genauso habe ich auch gedacht. Ein tolles Buch!

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mohawk kommentierte am 20. November 2020 um 12:38

Das mit dem Tabletten absetzen ist leider ganz normal. Das machen alle, die Psychopharmaka nehmen immer wieder. Ich kenne einige, die etwas gegen Depressionen nehmen müssen und sie dennoch immer wieder absetzen, weil sie merken, dass sie gedämpft sind und nicht so reagieren, wie ohne Medikamente. Ich finde immer schade, dass Ärzte da nicht mehr nachprüfen und nachhaken. Eigentlich müssten die es doch wissen, dass die Patienten aus unterschiedlichsten Gründen schon mal keine Medikamente nehmen. Auch den Mann hätte man da sensibilisieren können. Ich finde Peters Vater ist auch ein Charakter, der es sich gerne leicht macht und den Problemen aus dem Weg geht.

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UJac kommentierte am 17. November 2020 um 20:58

Bin jetzt auch mit dem ersten Teil durch und ebenfalls sehr begeistert. Der Schreibstil gefällt mir gut, die Protagonisten sind überzeugend dargestellt und von Anfang an entwickelt die Story eine gewisse Dynamik der Ereignisse, was dann auch die Spannung ausmacht. Anfangs fand ich die Zeitsprünge etwas abrupt: Da wurden die Kinder von Lena und Francis geboren, dann bekam Anne ihren Peter und im nächsten Abschnitt war es bereits ca. 10 Jahre später. (Wobei ich mich immer wieder gefragt habe, wie alt die Kinder denn nun gerade sind...) Warum die Familien sich nicht annäherten und Anne so extrem abweisend war, blieb bis dahin noch offen.

Nachdem Lena ihre Kinder bekam und Anne dann auch plötzlich schwanger war, hatte ich ständig das Gefühl, da stimmt irgendwas nicht. Auch, weil die Familien den Kontakt so gemieden haben und Anne ihren Peter gerne von Kate fernhalten wollte. Meine Überlegung war: Ob Peter vielleicht auf andere Weise in die Familie kam, also entführt wurde oder gar Francis der Vater sein könnte - und somit der Halbbruder von Kate?

Annes Verhalten wurde aber dann immer krasser und es wurde deutlich, dass sie ernsthaft krank zu sein scheint. Mir tut Peter die ganze Zeit am meisten leid. Es wird hier sehr überzeugend geschildert, welche Folgen es hat, wenn Kinder Verantwortung für ihre Eltern übernehmen, wie durch die Krankheit der Mutter die Rollen vertauscht werden. Sein Vater ist ja leider sehr zurückhaltend und hätte mal viel früher die Notbremse ziehen und seinen Sohn schützen sollen. So richtig klar wurde mir Annes psychischer Zustand bei der Szene im Supermarkt, die absolut grandios beschreibt, unter welcher veränderten Wahrnehmung Anne leidet.

Was dann passierte, dass Anne auf Francis schießen würde, hatte ich überhaupt nicht erwartet. Als Peter zu Kates Familie kam und telefonieren wollte dachte ich eher, dass zwischen seinen Eltern schon was Schlimmes passiert wäre. Absolut tragisch und sehr krass, vor allem, welche Auswirkungen das nun auf alle Familienmitglieder hat. Francis wird dabei zur tragischen Figur - er wollte helfen und dann wird so unnötig sein Leben ruiniert.

Insgesamt finde ich die Ereignisse recht realistisch geschildert, aber dennoch berührend. Und der Autorin gelingt es großartig, diese beklemmende Atmosphäre rüber zu bringen. Vor allem wie sie Peters sehr ruhige, zurückhaltende Art beschreibt, der anscheinend alles mit sich selbst ausmacht. Ich hoffe, dass er das alles gut übersteht und muss sagen, dass mich sein Schicksal am meisten berührt. Bin nun sehr gespannt, wie es weitergeht und erwarte auch, dass sich Peter und Kate bald sehen oder gar zusammenfinden werden.

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Sibylle P. kommentierte am 17. November 2020 um 22:34

So,nun bin ich mit dem gesamten 1. Teil durch.Francis tut mir wahnsinnig leid. Und natürlich auch Peter und Kate. Niemand weiss  so genau,wo er steht. Einfach nur tragisch.

Bei Brian habe ich das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Irgendwas verheimlicht er.

Alles in allem bin ich begeistert. Der Lesefluss ist gegeben, der Spannungsaufbau genau richtig, die Figuren detailliert und authentisch beschrieben.

So, nun ab ins Bett um weiter zu lesen. Gute Nacht!

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pemberley1 kommentierte am 18. November 2020 um 01:43

"Bei Brian habe ich das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Irgendwas verheimlicht er."

Das Gefühl hab  ich auch irgendwie, wobei ich auch denke, dass Anne etwas verheimlicht. Wobei das wohl das falsche Wort dafür ist. Ich frage mich nur die ganze Zeit, ob es bei ihr vielleicht sowas wie einen "Auslöser" gibt. Aber so weit bin ich dann wohl noch nicht....

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 158
Sibylle P. kommentierte am 18. November 2020 um 08:04

Vielleicht verheimlichen die beiden ja tatsächlich etwas rund ums Kind...irgendwo hier im Thread wurde so etwas ähnliches auch schon einmal vermutet

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 158
UJac kommentierte am 18. November 2020 um 22:44

Ja ich hatte sowas vermutet (siehe meinen Beitrag oben.) Mir ging das anfangs zu schnell, dass Anne plötzlich auch schwanger war, den Kontakt zu Lena und ihrer Familie so gescheut hat usw., da hatte ich so ein Gefühl, mit der Geburt von Peter stimmt was nicht.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 158
pemberley1 kommentierte am 18. November 2020 um 23:41

So in etwa habe ich auch etwas gedacht, und wir werden ja auch in den Zeiten immer hin und her getrieben, was mir aber tatsächlich weniger ausmacht, als in anderen Büchern, wo daraus ein Chaos entsteht. Hier passt es irgendwie. Ich bin jetzt auch schon im zweiten Abschnitt recht weit, und will dazu gar nichts sagen. Aber anfänglich habe ich mir immer auch mal gedacht, dass im Jahr 1991 die Menschen vielleicht gedacht haben, dass ein wenig was von Annes "Krankheit" auch vererbbar ist, was bei einigen psychischen Aspekten ja auch stimmt. Ich weiß nicht, wie das in diesem Jahr wirklich ablief, vielleicht ist man da mit der Forschung heute natürlich weiter. Und vielleicht hat sich derswegen niemand an Perer rangetraut, weil sie ihn schon als "verloren" angesehen haben. Ist natürlich nur so eine kleine Vermutung, die mir irgendwann zwischen dem Lesen mal kam.....

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UJac kommentierte am 19. November 2020 um 00:52

Das ist natürlich auch ein interessanter Gedanke, das hatte ich bisher nicht so gesehen. Könnte auch sein, dass einfach kein zu enger Kontakt zu Peter und seiner Familie erwünscht war, weil Anne eben so anders und seltsam war.

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hej_katia kommentierte am 18. November 2020 um 09:00

Ich vermute auch, dass sich hier noch Abgründe auftun. Auch in der Nacht, als Anne auf Francis schoss, denke ich, dass sich viel mehr ereignet hat, als wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen. 

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Büchi kommentierte am 18. November 2020 um 03:37

Nachdem ich nun auch den ersten Teil beendet habe, muss ich meine Meinung korrigieren. Das Buch hat mich nun auch in seinen Bann gezogen. Obwohl die Sprache weiterhin fast spröde bleibt, wird die Handlung doch sehr emotional. Peters Verhalten ist typisch für traumatisierte Kinder, die in einer Familie aufwachsen, in der ein Elternteil dauerhaft psychisch schwer erkrankt ist. Peter will seine Familie schützen, will, dass sie nicht auseinanderbricht. Deshalb verhält er sich helfend, vertuschend, schützend. Alles in dem trügerischen, falschen Glauben, wenn er sich nur richtig verhält, wird alles wieder gut. Nicht selten geben sich solche Kinder die Schuld am Geschehen, fühlen sich verantwortlich. Und an dieser Stelle hake ich ein wenig, denn der Roman spielt 1990 ff. Also in einer Zeit, in der solche Familiensituationen auch bereits öffentlich ein Thema waren. Anders als in den 1960ger, 1970ger Jahren. Gefühlt spielt der Roman für mich auch beim Lesen in eher diesen Jahren.

Das Buch erzeugt große Spannung, wie ist die Vorgeschichte, so man sie denn erfährt und wie geht es weiter. Bleibt Kate auch weiterhin das toughe Mädchen, die zu einer starken Frau heranwächst ? Mit dem Bild „ Romeo und Julia“ habe ich allerdings meine Schwierigkeiten. Auch wenn die Anleihen der literarischen Vorlage erkennbar sind, an Romeo und Julia hätte ich beim Lesen ( bisher) nicht gedacht.

Eine Sache empfinde ich allerdings schon seit der ersten Seite. Das Buch liest sich wie ein Film, der abläuft. An machen Stellen habe ich direkt eine passende Filmmusik im Ohr.

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GaudBretonne kommentierte am 18. November 2020 um 08:06

Der Vergleich mit Romeo und Julia meint m. E. nur den Aspekt, dass eine Liebe aufgrund von äußeren Umständen (den Familien) verhindert oder erschwert wird, die Liebenden insofern einem moralischen Konflikt (eigene Bedürfnisse vs. Erwartungen der Eltern) ausgesetzt sind. Dieser Konflikt ist jedoch nur ein Aspekt dieses vielschichtigen Textes und das Bild wäre mir insofern auch nicht als erste Assoziation eingefallen. 

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hej_katia kommentierte am 18. November 2020 um 09:08

Das mit der Zeitangabe empfinde ich ebenfalls so. Gefühlt spielt die Geschichte eher in den 70er als den 90er. 
Leichte Ähnlichkeiten zu Romeo und Julia sind auch für mich vorhanden. Wobei die Tragik ihrer Liebe - von Peter und Kate - erinnert mich viel eher an Romeo und Julia. "Verfeindete" Familien und dennoch eine starke Liebe. 

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Lesebiene kommentierte am 18. November 2020 um 17:59

Eine Sache empfinde ich allerdings schon seit der ersten Seite. Das Buch liest sich wie ein Film, der abläuft. An machen Stellen habe ich direkt eine passende Filmmusik im Ohr.

Das passt ja gut denn es ist ja eine TV Reihe geplant :)

 

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LESERIN kommentierte am 19. November 2020 um 15:32

Echt? Sagt wer? Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, ich bin auch iirgendwie betroffen und platt. Allerdings muss ich sagen,dass ich amerikanische Literatur eh gern mag. ;-)

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hej_katia kommentierte am 18. November 2020 um 08:44

Ich habe nun auch den ersten Abschnitt gelesen und die Geschichte hat mich wirklich in den Bann gezogen. Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr. Er hat eine ziemliche Sogkraft. Auch schwebt eine gewisse Schwermut beim Lesen mit, allerdings ohne zu erdrückend zu sein. Ich war Anfangs erstaunt, dass die Geschichte so früh startet, sprich vor der Geburt von Peter und Kate. Ich hatte irgendwie angenommen, dass es mehr um ihre Liebe gehen würde. Aber das ist kein Kritikpunkt, bisher fand ich das Buch wirklich klasse. 

Und bei einem Charakter blutet mir wirklich das Herz - Peter. Ich fand es teilweise nur sehr schwer zu lesen, wie Anne mit ihm umgeht. Sie hat eine Krankheit, keine Frage. Ich denke es handelt sich hier um eine bipolare Störung. Dennoch war es nur sehr schwer zu verfolgen, wie er quasi alleine damit umgehen musste. Denn Brain hat auf seine eigene Art und Weise den Jungen im Stich gelassen. Sich einfach aus dem Staub zu machen und den Jungen bei seinem Bruder zulassen, ist ebenfalls eine Hausnummer. 

Ich fand auch eine Szene zwischen Kate und Lena konflikreich. Kurz bevor es zur großen Katastrophe kam und Kate gestürzt war und sich verletzte, als Lena Kate zusätzlich dann auch noch schlug. Ich verstehe, dass sich Kates Eltern Sorgen machen, weil sie von Annes Krankheit natürlich viel mehr mitbekommen haben, dennoch empfand ich das als schwierig und hat Lena in meinen Augen nicht unbedingt sympathischer gemacht. Generell kann ich zum Teil nachvollziehen, warum sie wollen, dass Kate sich von Peter fernhält, andererseits blutet mir wirklich das Herz für diesen Jungen. 

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergehen wird und freue mich sehr aufs lesen. 

 

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Jamboo kommentierte am 18. November 2020 um 08:56

Und bei einem Charakter blutet mir wirklich das Herz - Peter. Ich fand es teilweise nur sehr schwer zu lesen, wie Anne mit ihm umgeht. Sie hat eine Krankheit, keine Frage. Ich denke es handelt sich hier um eine bipolare Störung. Dennoch war es nur sehr schwer zu verfolgen, wie er quasi alleine damit umgehen musste. Denn Brain hat auf seine eigene Art und Weise den Jungen im Stich gelassen. Sich einfach aus dem Staub zu machen und den Jungen bei seinem Bruder zulassen, ist ebenfalls eine Hausnummer. 

Das empfinde ich genau so.

Wenn ich lese, was Peter bewältigen muss, und auf welche Weise er damit umgeht, schmerzt mich. Das bleibt auch im nächsten Abschnitt so, in dem ich gerade stecke, ja, dort fühlt es sich fast noch ein bisschen schlimmer an.

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UJac kommentierte am 18. November 2020 um 22:56

"Ich fand auch eine Szene zwischen Kate und Lena konflikreich. Kurz bevor es zur großen Katastrophe kam und Kate gestürzt war und sich verletzte, als Lena Kate zusätzlich dann auch noch schlug. Ich verstehe, dass sich Kates Eltern Sorgen machen, weil sie von Annes Krankheit natürlich viel mehr mitbekommen haben, dennoch empfand ich das als schwierig und hat Lena in meinen Augen nicht unbedingt sympathischer gemacht."

Das fand ich auch sehr krass und eigentlich nicht nachvollziehbar, warum Lena da so heftig reagiert hat. Aber: wie ich schon oben in meinem Beitrag schrieb, hatte ich ja von Anfang an das Gefühl, dass mit Peters Geburt was nicht stimmen könnte, er evtl. entführt wurde oder sogar Francis der Vater sein könnte, was bedeuten würde, dass Kate und Peter Halbgeschwister wären. Dafür würde sprechen, dass die Eltern so sehr gegen eine enge Verbindung, sprich Beziehung zwischen Kate und Peter sind. Das würde dann auch Lenas heftige Reaktion erkären, dass sie entsetzt über die Annäherung der beiden war, sie aber nicht wirklich aussprechen konnte oder wollte, warum. (Vielleicht liege ich da aber auch komplett falsch, mal sehen... :-) )

 

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Sibylle P. kommentierte am 19. November 2020 um 09:07

Das Lena ihre Tochter geschlagen hat, fand ich auch überzogen, also, die Reaktion von ihr und fand es sehr befremdlich

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hej_katia kommentierte am 19. November 2020 um 09:14

Auf diese These bin ich ehrlich gesagt noch gar nicht gekommen. Zwar fand ich die Reaktion wirklich übertrieben von Lena, aber der Gedanke, dass die beiden Halbgeschwister sind, ist mir überhaupt nicht gekommen. Muss aber sagen, dass ich Francis irgendwie nicht so einschätze. Ich könnte auch nicht sagen, warum ich so denke, aber ich sehe ihn nicht in der Rolle des Fremdgehers. 

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UJac kommentierte am 19. November 2020 um 13:27

Eigentlich würde ich Francis auch nicht so einschätzen, das stimmt schon. Aber wer weiß, ich denke auch, dass da noch irgendwas ans Licht kommt (was auch immer...)

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Noelli13 kommentierte am 20. November 2020 um 20:03

Wow, die These finde ich echt sehr krass, aber auch logisch. Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen. Sinn würde es defintiv machen und erklären, warum die Eltern von Kate und Peter so gegen ihre Beziehung sind. 

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Hilou kommentierte am 21. November 2020 um 21:36

Erst hatte ich auch solche Gedanken, habe sie aber gegen Ende des ersten Abschnittes wieder verworfen. Irgendwie erwarte ich solch krasse Wendungen nicht bei so einem nüchternen glaubwürdigen Erzählstil. Kann mich auch irren, aber wurde an einer Stelle nicht erwähnt, dass Peter seinem Vater so ähnlich sieht? Ich hätte mir Notizen machen sollen.:)

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UJac kommentierte am 23. November 2020 um 19:30

"Kann mich auch irren, aber wurde an einer Stelle nicht erwähnt, dass Peter seinem Vater so ähnlich sieht?"

Daran kann ich mich jetzt nicht erinnern...

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winterhummel kommentierte am 18. November 2020 um 17:29

Ich hab nun auch den ersten Abschnitt beendet und es war ja direkt so spannend einfach. Es passiert so viel und alles Schlag auf Schlag. Die Dynamik macht alles sehr interessant. Hat mir richtig gut gefallen. Auch, dass das Sprachliche da mithält. Es wird flott erzählt. Wird nicht langweilig. Und wie zuvor schon von jemanden (sorry, hab den Namen gerade nicht parat): es fühlt sich wirklich so an, als kein Charakter an der richtigen Stelle ist. Sehr treffend. Ich bin irre gespannt wie die weitere Entwicklung verläuft. Auch frag ich mich wie groß der zeitliche Rahmen der Geschichte noch wird. Ich stürze mich also direkt in den zweiten Teil. 

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karin1966 kommentierte am 19. November 2020 um 13:40

Ich hab jetzt den ersten Teil durchgelesen und bin begeistert. Ich bin froh, dass heute Mittag richtiges Lesewetter ist und ich mir für das Buch Zeit nehmen kann.

Mir tut bei der ganzen Sacher Peter irgendwie leid. Er muss so schnell erwachsen werden und kümmert sich eigentlich richtig sorgenvoll um seine Mutter.

Ich hoffe ja, dass er und Kathe wieder zusammenkommen. Bin jetzt auch gespannt, ob es ihr gelingt zu ihm Kontakt aufzunehmen.

Ich bin megagespannt, wie es weitergeht.

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Minijane kommentierte am 20. November 2020 um 18:48

Jetzt habe ich den Leseabschnitt auch endlich geschafft. Ich hatte die Woche leider nicht wirklich Zeit zum Lesen.

Ein bisschen zieht mich die Geschichte gerade runter muß ich sagen. Kate und Peter tun mir unendlich leid. Was für ein Drama! Eine Katastrophe sowohl für die Gleesons als auch für Brian und Peter. 
Francis Verletzung hört sich wirklich schlimm an, und sein Leben wird wohl nie mehr so sein wie es vorher war. Da muss man schon ganz schön stark sein, um diesen Vorfall zu verkraften. 2 seiner Kinder können ihn kaum mehr richtig anschauen. Lena versucht damit klarzukommen, aber wer weiß ob sie das schafft. Nur Kate traut sich auch mal Fragen zu stellen.

Dass der Kontakt zwischen Peter und ihr mehr als nicht mehr gewünscht ist, kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Vielleicht denken Lena und Frances auch wirklich, dass sich die Art von Wahnsinn von Anne vererbt. Lena will das Ereignis aber am liebsten aus den Gedanken auslöschen und nie wieder einen Kontakt zu irgend einem Mitglied der Stanhope Familie.

Und Brian...er zieht sich immer so ein bisschen aus der Verantwortung. Er hat vor dem Vorfall lange weggeschaut und hat die Anfälle seiner Frau einfach ignoriert. Und jetzt macht er wieder sein eigenes Ding , kündigt ohne Vorankündigung und zieht in den Süden für einen Neuanfang. Sollen sich doch andere um seine Frau und seinen Sohn kümmern. Sehr heftig! Peter tat mir so unglaublich leid. Zum Glück scheint sein Onkel ein guter Mensch zu sein.

Bin sehr gespannt wie sich Kate und Peter wiedersehen.

Mir gefallen Schreibstil und die unterschiedlichen Perspektiven aus denen erzählt wird und die die Geschichte lebendig machen. Trotzdem muss ich vor dem Weiterlesen erst einmal durchatmen. Der Roman nimmt mich irgendwie emotional sehr mit.

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Noelli13 kommentierte am 20. November 2020 um 20:21

Einerseits bin ich absolut drin in der Geschichte und will unbedingt weiter lesen, andererseits habe ich auch das Gefühl eine Verschnaufpause zu benötigen. Es lässt einen wirklich nicht kalt und kann einen auch in manchen Momenten echt runterziehen, wie ich finde. 

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Noelli13 kommentierte am 20. November 2020 um 20:18

So, auch ich habe den 1. Teil des Buches nun (fast) durch. Mir fehlen noch ca. 20 Seiten.

Die ersten paar Seiten habe ich als eher anstrengenden Einstieg in das Buch empfunden. Ich kann nicht mal genau sagen wieso, aber der Prolog konnte mich noch nicht so wirklich begeistern. Ich war nicht direkt in der Geschichte drin und brauchte auch einige Zeit, um mir alles bildlich vorstellen zu können. Vielleicht lag es am Schreibstil, an den ich mich erstmal gewöhnen musste. Der Schreibstil gefällt mir nun aber außerordentlich gut und ich empfinde ihn auch nicht mehr als holprig, was hier auch ein paar Leute angemerkt hatten. 

Auf Instagram habe ich gelesen, wie jemand das Buch als "Popcorn-Literatur" bezeichnet hat und ich muss sagen, bisher finde ich diesen Ausdruck sehr passend. Es ist schon anspruchsvollere Literatur, aber immernoch so, dass es gut zu lesen ist. Außerdem ist das Buch bisher wirklich sehr spannend, bietet interessante Charaktere und Wendungen. Ich bin mittlerweile sehr begeistert und absolut gefangen in der Geschichte. 

Mitleid habe ich vor allem mit Peter und Kate, die ziemlich unter ihren Eltern zu leiden haben und ihre Beziehung nicht so ausleben können, wie sich das gerne würden. Peter hat natürlich mit seiner Mutter ein besonders hartes Los gezogen, unter solchen Umständen ist die Kindheit bzw. Jugend wirklich nicht schön. Er muss das alles irgendwie meistern, was er aber, wie ich finde, unter den gegebenen Umständen doch recht souverän macht. Er kümmert sich wirklich sehr liebevoll um seine Mutter. Wobei ihm im Grunde auch nichts anderes übrig bleibt. 

Brian empfinde ich als sehr undurchsichtig. Auf ihn kann ich mir bisher noch keinen Reim machen, bzw. kann ich ihn nicht richtig einschätzen. Er erscheint mir irgendwie "gefährlich" zu sein und etwas zu vertuschen. 

Die Handlung nimmt mich auf jeden Fall sehr mit und ich bin sehr gespannt, was mich in diesem Buch noch erwartet. 

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UJac kommentierte am 21. November 2020 um 12:19

Was heißt denn "Popcorn-Literatur"? Hab ich ja noch nie gehört. Spannend oder packend wie ein Kinofilm, bei dem man Popcorn futtert? :-)

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LESERIN kommentierte am 21. November 2020 um 19:01

Mit "Popcorn-Literatur" assoziiere ich ehrlich gesagt leichtere "Stoffe". Finde den Ausdruck für MB Keanes Roman nicht wirklich passend. Meine Meinung! ;-)

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Hilou kommentierte am 22. November 2020 um 14:54

Das sehe ich genauso. Darunter würde ich eher seichtere Geschichten reinpacken, die für leichte amüsante Lesetunden sorgen. Allein schon die Tragik in diesem Buch zeigt doch, wie ernst die Story eigentlich ist, jedenfalls bisher.:)

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Hilou kommentierte am 22. November 2020 um 15:08

Da ich das Buch mit einer Woche Verspätung bekommen habe, bin ich etwas spät mit dem ersten Abschnitt fertig. Sorry dafür!

 

Also der Einstieg war inhaltlich etwas zäh, aber der Erzählstil ist packend. Daher fiel mir das am Ball bleiben gar nicht so schwer. Die Darstellung der 70er und 90er Jahre fand ich sehr authentisch. Insbesondere die Wahrnehmung der Geschehnisse aus Sicht der Kinder hat mich sehr tief getroffen. Die Schilderung von den Ausfallerscheinungen der Mutter von Peter ging mir sehr unter die Haut. Ich geh mal davon aus, dass sie eine bipolare Störung hat, vielleicht sogar in Kombination mit einer Boarderline-Störung. Ich bin da jedenfalls keine Fachfrau, aber dass die Dame dringend Hilfe benötigte, wurde mir bereits recht früh bewusst.

Umso erstaunlicher ist es, dass Peter sich dennoch charakterlich ganz gut entwickelt hat. Vielleicht ist das auch der Freundschaft mit Kate geschuldet, wer weiß?

Dass die Geschichte eine derart tragische Wendung nimmt, und dann auch noch so am Anfang, hatte ich nicht erwartet und mich daher arg erwischt. Emotional hatte ich beim Lesen sehr bewegende Momente, was mir selten bei einem Buch passiert. Wenn die Qualität sich bis ans Ende des Buches so hält, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es bisher zu den Besten 2020 gehört.