Leserunde

Longlist-Leserunde zu "Das Floss der Medusa" (Franzobel)

Das Floß der Medusa
von Franzobel

Bewerbungsphase: 04.09. - 13.09.

Beginn der Leserunde: 25.09. (Ende: 11.10.)

Im Rahmen dieser Longlist-Leserunde stellen wir – 15 Freiexemplare von "Das Floß der Medusa" (Franzobel) zur Verfügung.

ÜBER DAS BUCH:

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

ÜBER DEN AUTOR:

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Krimis " Wiener Wunder" (2014) und  " Groschens Grab" (2015) sowie 2017 sein Roman " Das Floß der Medusa".

11.10.2017

Thema: Lektüre, Teil III (Seite 419 - 589)

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FIRIEL kommentierte am 28. September 2017 um 20:06

S. 419 bis S. 485

Im Wendekreis des Todes / Überlebenstraining für Romantiker / Human Trash / French fries

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FIRIEL kommentierte am 01. Oktober 2017 um 14:09

Wie sagt Brecht? "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral." Und wenn es kein Fressen mehr gibt, kann es auch keine Moral mehr geben.

Die Kapitelüberschriften haben es in sich - allein darüber könnte man viele Seiten schreiben.

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 15:52

Die Überschriften sind der Hammer. Wirklich großartig. Da bekommt man direkt Gänsehaut.

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:19

Die Überschriften - allerdings! Galgenhumor par excellence... ☻

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Sursulapitschi kommentierte am 03. Oktober 2017 um 18:11

So, jetzt wird es ernst. Wir haben uns alle in Savigny getäuscht. Er ist nicht der Schlächter sondern der Zweifler bis zuletzt. 

"Wer hätte gedacht, dass fünfzig Stunden reichen würden, um Menschen in Kanibalen zu verwandeln?" 

Das finde ich eigentlich auch. Ist man so schnell so verzweifelt? Vielleicht haben sie auch nebenher einen Sonnenstich. Da ist ja schon der ein oder andere komplett durchgedreht. Ich fand es fast ekelhafter, wie sie den Pickelinhalt schlürfen, als dass sie Leichen zerschneiden. 

Hoffentlich überleben die Piccard Kinder.

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katzenminze kommentierte am 05. Oktober 2017 um 17:29

Die Pickel waren mein Ekel-Höhepunkt bisher.

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 15:54

Ich glaube, ich hätte dabei mein Frühstück wieder hochgewürgt. Gut, dass ich diese Szenen am Wochenende ohne begleitende Mahlzeit gelesen habe.

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Raveneye kommentierte am 11. Oktober 2017 um 16:32

Die Szene fand ich auch sehr abstoßend - hat mich richtig geschüttelt

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schwadronius erwähnte am 18. Oktober 2017 um 22:43

Meine Ekelschwelle ist ziemlich hoch.

Ich dachte mir nur: "Leute, ihr saugt Bakterien pur. Ohne vernünftige Nahrung habt ihr kein intaktes Immunsystem. Tut euch das nicht an!"

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:20

Ach was, die Magensäure schafft ziemlich viel...

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schwadronius erwähnte am 20. Oktober 2017 um 21:50

Die können sie doch aber gar nicht mehr produzieren, so dehydratisiert wie sie sind.

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wandagreen kommentierte am 03. Oktober 2017 um 20:09

Im Wendekreis des Todes: manchmal ist es ein wenig surreal, z.B. wenn sie plötzlich brüllen: Lang lebe der König und sich dann alle wieder beruhigen. Auf dem Floß geht es zu wie auf einem Gemälde von Hiernoymus Bosch.

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FIRIEL kommentierte am 04. Oktober 2017 um 06:47

Der Vergleich mit Bosch gefällt mir, Wanda!

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 15:55

Der Vergleich passt. Ich dachte, die haben Halluzinationen, als von den nackten Tänzern die Rede war.

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:23

An Hieronymus Bosch denke ich hier ständig...

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wandagreen kommentierte am 03. Oktober 2017 um 20:12

Franzl nimmt sich noch Zeit, um darüber zu diskutieren, was es bedeutet, Menschenfleisch zu essen.

Ich mein immer noch, sie hätten mit den Leichenteilen auch fischen können. Jemand hätte den Koch und Clutterbucket vom Floß stoßen sollen. Wein geht gar nicht, beim Schiffbruch, erst wieder, wenn man an Land Hütten gebaut hat. Wie wäre Tom Hanks (?) froh gewesen, er hätte bei Castaway (?) Wein gehabt.

Obwohl alles sehr eklig ist, gönnt der Autor dem Leser Pausen. Es gibt zwischendrin Abschnitte über die Schönheit des Wassers, etc. Auch die philosophische Diskussion lockert auf. Alles in allem: sehr gut gemacht, das kann man nicht anders sagen.

 

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katzenminze kommentierte am 05. Oktober 2017 um 17:40

Generell stimme ich dir zu. Was ich mich aber - gerade bei den Floßleuten - gefragt habe: Ist es nicht schade, dass Franz die Leute so in Klassen einteilt? Die Soldaten/Matrosen sind ja eh alle Verbrecher und stürzen sich auch quasi gleich auf das Fleisch. Die Offiziere und der Artz, die ja bessere Menschen sind, zweifeln. Warum? Weil sie mehr Bildung haben? Standesdünkel? Das reicht mir nicht.

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Sursulapitschi kommentierte am 05. Oktober 2017 um 23:43

Na ja, zum einen glaube ich, dass Bildung dir schon einen anderen Blick aufs Chaos verschafft. Und zum anderen ist da immerhin noch Hosea. Und so ganz sind die anderen Offiziere ja nicht auf Seiten des Arztes. 

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 16:06

@ Minzi
Ich habe keine bewusste Einteilung darin wahrgenommen, eher eine zufällige, dem Charakter geschuldete.

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katzenminze kommentierte am 12. Oktober 2017 um 17:45

Ja wahrscheinlich. Und es ist ja auch nicht ausgedacht, wer tatsächlich überebt hat und wer nicht.

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 15:58

Die philosophischen Diskussionen waren unvermeidbar und auch angebracht.

Mit den Leichenteilen fischen. Hmm ... aber hatten die denn Schnur?

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FIRIEL kommentierte am 15. Oktober 2017 um 19:23

Bei den vielen Leichen konnte man doch problemlos aus der Kleidung Schnüre ziehen, denke ich. 

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:25

"Obwohl alles sehr eklig ist, gönnt der Autor dem Leser Pausen." - Ja, Gott sei Dank, kann ich da nur sagen. Ich habe mich nicht für zimperlich gehalten (so als versierte Thrillerleserin), aber hier geht es ja auch darum, was der Mensch unter seiner Kruste aus Kultur und Moral eigentlich ist. Zusammen mit den überdeutlichen Bildern ist das manchmal schon Hardcore...

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wandagreen kommentierte am 04. Oktober 2017 um 13:55

WO sind eigentlich die anderen alle? Selbst am Anfang sind noch keine 15 People!! Ich geh mal zurück und zähl durch!

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katzenminze kommentierte am 05. Oktober 2017 um 17:28

Vom Floß gesprungen...

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schwadronius fragte am 18. Oktober 2017 um 22:51

Und, wieviele sind es?

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 15:51

Für mich einer der ekligsten und zähesten Abschnitte bisher.
Die Situation auf dem Floß ist grandios beschrieben und man hat den Eindruck ebenfalls den Verstand zu verlieren. Was da abgeht, ist surreal.
Konträr sind da die teilweise romantischen Beschreibungen des Ozeans und des Himmels.

Savigny, der als beinahe Letzter versucht, die Menschlichkeit zu wahren und sich dann doch dem Hunger beugen muss - wer hätte das gedacht.
Für mich nicht ganz nachvollziehbar, dass es noch Männer gibt, die in dieser Situation an Vergewaltigung denken. Haben die keine anderen Bedürfnisse? Oder ist das so eine Art Übersprungshandlung?

Richford treibt mich zur Weißglut. Wie kann der Kerl nur so dreist sein. Boahhhhh!

Irgendwie ist das alles sehr gut beschrieben aber auch nur schwer auszuhalten.

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wandagreen kommentierte am 08. Oktober 2017 um 18:56

Diese Kontraste waren faszinierend. Einen Moment lang sah man die Schönheit der Natur, dann musste man wieder zurück auf das Floß. /Die Vergewaltigungsszene fand ich auch unfassbar!!! Vllt hat der Franzl da doch übertrieben, andererseits liegt doch der Augenzeugenbericht vor. Kann der Franzl sich das aus den Fingern gezogen haben? Die Tanzszene, na ja, da war Alkohol! und leere Mägen!

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yvy kommentierte am 11. Oktober 2017 um 22:29

Die Kontraste verstärken den Schrecken noch mehr, finde ich.

Ich denke, Franz hat es sich sicher nicht komplett ausgedacht aber vielleicht hier und da etwas ausgebaut und überspitzt dargestellt.

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schwadronius fragte am 18. Oktober 2017 um 22:56

Findet ihr das echt alle überraschend grauenhaft?

Wenn ich Nachrichten lese, "knallt" das mehr. "Das Floß der Medusa" ist "nur" ein Roman. Das bewahrt Abstand, auch wenn es wahrscheinlich sogar noch grausamer zuging.

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:08

Überraschend vielleicht nicht aber dennoch schockierend, was für mich die generellen Tagesnachrichten aber auch nicht ausschließt. Auch die sind grausam.

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:31

"Für mich nicht ganz nachvollziehbar, dass es noch Männer gibt, die in dieser Situation an Vergewaltigung denken." --- Ich glaube, dass im Angesicht des möglichen Todes der Sexualtrieb etwas ganz Normales ist. Schau mal z.B. hier:

http://www.berliner-zeitung.de/wissen/psychologie-zu-tod-und-sex-todesfu...

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:09

Danke für den Link. Ja, nach der Lektüre irgendwie dann doch nachvollziehbar. Hmmm, wer weiß wie Mann oder Frau in solch einer Extremsituation tickt.

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 15:41

Nachvollziehbar ist es für mich generell nie, warum Männer an Vergewaltigungen denken. Ich verstehe einfach nicht, was geil daran ist sich eine Frau zu nehmen die keine Lust hat, Angst und Schmerz empfindet. Aber in so einer Situtation ? Keine Ahnung was in den Köpfen abgeht.

Richeford geht mir auch total auf die Nerven. Warum hat dem noch keiner einen Schubs gegeben?

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:11

Eine Vergewaltigung ist sicher nicht nachvollziehbar und auch absolut verwerflich, die sexuelle Lust nach dem Artikel dann aber vielleicht doch. *grübel*

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yvy kommentierte am 08. Oktober 2017 um 16:03

Ach, noch vergessen zu schreiben: Die Sätze zur (fehlenden) Angst fand ich grandios mit dem Fazit: "Alle Angst war Realität."
Das bringt es doch auf den Punkt.

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:32

Ja, den Satz fand ich auch bemerkenswert.

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schwadronius erwähnte am 16. Oktober 2017 um 00:17

Ich wollte es vorher schon tausendmal erwähnt haben, so wie Franzobel tausendmal schreibt, daß Coudein (wird - da französicher Name - Codein gesprochen) ständig Husten hat. Ein Hustenstiller ist Codein. In letzter Zeit las ich selten so ein humoristisches Buch!

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schwadronius korrigierte am 16. Oktober 2017 um 00:49

Cudein, nicht Codein.

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:33

Stimmt. Hier muss ich auch ständig an den Hustensaft denken... :) Böser, schwarzer Humor trieft hier durch die Zeilen...

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schwadronius meinte am 18. Oktober 2017 um 22:45

Der Übergang zum Gemetzel auf dem Floß ging mir jetzt zu schnell. Kurz gesonnt, gab es eine Zombieapokalypse!

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parden kommentierte am 20. Oktober 2017 um 14:35

Das ging mir ähnlich. Allerdings glaube ich, wenn erst einmal der Damm gebrochen ist, einer ausbricht bei einer Horde von zumindest latent gewaltbereiten Männern, dann ist echt alles verloren. Man kann sich der Situation ja nicht entziehen!

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 15:45

Denke ich auch, da die eh alle ziemlich viel auf dem Kerbholz haben, reichte ein Funke und die Situation expoldiert.

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schwadronius meinte am 18. Oktober 2017 um 22:50

Gewichtsverlagerung, Prioritäten. Während andere ihre Moral über Bord schmeißen, streicht Hosea Fremdwörter. Haben sie ja aktuell keinen Nutzen.

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:13

Das stimmt, und Savigny hält an seiner Garderobe (Menschlichkeit) fest. So unterschiedlich gehen die Menschen mit Extremen um.

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schwadronius wunderte sich am 22. Oktober 2017 um 21:35

Solch Floß ist ja so gesehen nichts anderes als ein Boot mit weniger Platz. Die meisten sind Matrosen und Soldaten. Die verhalten sich in der Extremsituation ziemlich übel. Müßten sie sowas nicht eigentlich "gewohnt" sein? Sie waren bestimmt schon mal auf Schiffen, die von Piraten gekapert wurden. Oder an der Front Napoleons. Kurz vorher war die Revolution gestorben. Daß sie nach so kurzer Zeit so völlig abdrehen, ist irgendwie komisch.

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calimero8169 kommentierte am 23. Oktober 2017 um 09:11

Hört sich zwar ein bißchen seltsam an, aber an der Front haben sie was zu tun, sind beschäftigt. Auf dem Floss ist 24 Stunden nichts tun, nicht bewegen, nicht essen und nicht trinken. Weiter haben sie an der Front - im Normalfall - ein Feldlazarett für die Verletzten. Auf dem Floss haben sie NICHTS. Front ist ganz mies, Floss ist denke ich für die Psyche nochmal ein andere Hausnummer.

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sphere kommentierte am 24. Oktober 2017 um 09:30

Nicht zu vergessen ist hier der Schlafmangel! Da sie ja zwischendurch mal bis zur Hüfte, mal nur bis zu den Knöcheln im Wasser stehen, ist an Schlaf kaum zu denken. Gepaart mit deinen Ausführungen wirkt das explosiv.

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calimero8169 kommentierte am 26. Oktober 2017 um 19:49

Ohja - Schlafmangel und die Auswirkungen kenne ich nur zu gut. Und wenn ich dann noch ständig in Salzwasser hängen würde, mein Haut und Fleisch sich langsam auflöst... hui, ich möchte mich selbst nicht erleben :-)

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schwadronius erwähnte am 26. Oktober 2017 um 21:36

Matrosen und Soldaten müßten dennoch besser als die anderen "vorbereitet" sein. Trotzdem überleben eher die "Normalos". Das irritiert mich ein bißchen.

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calimero8169 kommentierte am 26. Oktober 2017 um 22:48

Ich denke, weil eben diese Matrosen und Soldaten diejenigen waren, die vorher schon reichlich auf dem Kerbholz hatten. Mag vielleicht ein Vorurteil sein, aber Verbrechern schreibe ich eher eine niedrige Aggressions- und Hemmschwelle zu also den "Normalos".

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FIRIEL kommentierte am 28. September 2017 um 20:08

S. 486 bis S. 543

Jonaskinder / Am Rand / D wie Jones

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Sursulapitschi kommentierte am 03. Oktober 2017 um 22:43

Meine Güte, ist mir schlecht. Gaines und Clutterbucket haben den Tod verdient, aber das war maximal ekelhaft. 

Dieser Abschnitt war sehr leidvoll und bedrückend. Da vergehen sogar dem Franz die Scherze. 

Ich hatte nicht mit einem Nomadenstamm gerechnet, der Gestrandete gefangen nehmen könnte. Ich war mehr auf Hottentotten und Menschenfresser eingestellt. Ob wir wohl noch erfahren, wie es den ganzen "Geretteten" ergeht? Die Picards haben keine guten Karten und die drei Dingsschwestern stehen auch mit nichts da. 

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katzenminze kommentierte am 06. Oktober 2017 um 15:52

Ich fand es jetzt gar nich soooo schlimm. Mein Ekelhöhepunkt waren die Pickel. Da geht nix drüber. ;)

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wandagreen kommentierte am 06. Oktober 2017 um 18:04

Mein Magen hat da auch ordentlich gezuckt.

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parden kommentierte am 21. Oktober 2017 um 13:51

Jepp. Sehr ekelhaft. Aber auch gut, wie Franzobel beschreibt, dass Leute wie der Schiffsarzt noch darüber nachdenken, was das bedeutet, dass diese Grenzen überschritten wurden - für sie persönlich auch. Nie wieder werden sie die Alten sein.

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 21:05

Ich denke jeder, das sich nicht darüber im Klaren ist, dass er nicht mehr so sein wird, wie er mal war, macht sich etwas vor. Nicht nur das Überschreiten ethischer Grenzen sondern die gesamte Tortur dürfte einen Menschen verändern wenn nicht sogar zerstören.

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katzenminze kommentierte am 06. Oktober 2017 um 15:59

Ich fand es erstaunlich, dass die Bootinsassen auch noch so zu leiden hatten. Da das mit dem Lösegeld aber schon früher erwähnt wurde, dachte ich mir, dass es darauf hinausläuft. Das "Aufteilen" der Gefangenen hat dabei auch Sinn gemacht. Und dass alle diesen Gewaltmarsch überlebt haben finde ich bemerkenswert. Hätte ich nicht gedacht. Aber noch nochmal nach dem anderen Booten haben Schmaltz und Chaumayer (o.ä.) suchen lassen! Das wäre das erste gewesen: Ankommen und Booto losschicken um die anderen zu finden! Unmöglich da erstmal seelenruhig mit dem Gouverneur zu Speisen.

Auf den Floß ist es sehr düster! Die Stimmung ist toll beschrieben. Hoffnungslosigkeit, Resignation, Verzweiflung, Verrückt werden, alles dabei. Ich hoffe so, dass Viktor nicht an seinen Verletzungen stirbt.

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yvy kommentierte am 11. Oktober 2017 um 22:27

Ja da waren so einige Aufreger dabei.
Mit dem Lösegeld das hatte ich auch vermutet und deshalb nicht wirklich Angst um unsere Geiseln.
Der Marsch durch die Wüste hat mich da schon eher an ihr Scheitern denken lassen.

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schwadronius erwähnte am 19. Oktober 2017 um 22:15

Gleicher Fluch für alle der Medusa!

Freiwillig möchte ich nie solcher Situation ausgesetzt werden, aber der Wissenschaft dienend interessierte mich schon, wann welche spezifischen Substantive einträten.

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yvy kommentierte am 11. Oktober 2017 um 22:24

Die Story geht mehr und mehr an die Substanz bei mir. Ich habe das Gefühl Franz bringt sich selbst und uns ebenfalls dazu an die eigenen Grenzen zu gehen.

Grandios beschrieben fand ich die Erkenntnis, dass selbst wenn sie gerettet werden, sie niemals wieder zurück zu ihrem früheren Ich kehren können. Es wird immer ein alles entscheidender Unterschied zu anderen Menschen da sein.

Die Überlebenden aus den Booten gehen durch ihre eigene Hölle und geben dennoch nicht auf. Ich muss zugeben, das nötigte mir ein wenig Respekt ab.

Savignys Erkenntnisse in Jonaskinder, seine Gedanken als es um das Menschenessen geht und das die Floßwelt die selbe ist wie die da Draußen - das regt alles sehr zum Nachdenken an und bringt mir den für arrogant und abgeklärt gehaltenen Arzt noch näher.

Was mag uns nun noch in den letzten Kapiteln erwarten? Ich habe beinahe Angst, es herauszufinden ...

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katzenminze kommentierte am 12. Oktober 2017 um 17:47

Stimmt, auf dem Floß wird mir Savigny auch sympathischer. Und auch danach kann ich ihn total verstehen. Warum Hosea nur am Anfang so negativ auf seinen Namen reagiert, habe ich nicht ganz verstanden.

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:24

Stimmt, etwas seltsam aber vielleicht verbindet Hosea Savigny am stärksten mit Viktor, weil der ja für ihn gearbeitet hat.

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Curin kommentierte am 22. Oktober 2017 um 10:41

So geht es mir auch. Ich hätte erwartet, dass Savigny auf dem Floß viel mehr durchdrehen würde. Mich hätte auch nicht gewundert, wenn er auf einmal für seine medizinische Laufbahn dort Menschen seziert hätte.

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schwadronius erwähnte am 19. Oktober 2017 um 22:20

Alles in Deinem Leben macht Dich zu dem, der Du bist - die Summe Deiner Einzel - Ichs. Und dieses Ganze wäre dann mehr als Summe!

Worrüber denkst Du nach, yvy?

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:15

Ich fand die Gedankengänge und den Vergleich sehr interessant. Das Floß als Gleichnis zu unserer Welt(ordnung). Sehr treffend und irgendwie auch niederschmetternd.

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parden kommentierte am 21. Oktober 2017 um 13:58

Diese nachdenklichen Einschübe gefallen mir hier auch am besten. Es ist auch gut, dass Franzobel sich für einen laufenden Szenenwechsel entschieden hat. Wenn das eine unerträglich wird, kommt eben das andere. Interessant finde ich, dass Savigny - wohl um sich ein Rest Menschenwürde zu erhalten - als einziger auf seine Kostümierung nicht verzichtet. Mit Perrücke bei 40°C im Schatten (welcher Schatten?). Das nenne ich konsequent... Woher weiß Franzobel eigentlich, dass Dünndarm salzig schmeckt?! Uäh...

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 21:11

Woher er das weiß, möchte ich mir gar nicht genauer vorstellen, aber ich denke es gibt medizinischer Erkenntnisse darüber und ich hoffe doch sehr, dass er diese abgefragt hat.

Die Szenenwechsel finde ich auch sehr gut und von Dir geschrieben. Im Prinzip sind sie eine emotionale Entlastung beim lesen.

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:17

"Wenn das eine unerträglich wird, kommt eben das andere."

Genau so!

Was den Geschmack von Dünndarm angeht - vielleicht hat er an Wurstpellen gedacht. ;P

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 17:26

Ihhhhhh - wieder so ein Ekelvergleich. Bald esse ich gar nichts mehr :-)

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schwadronius erwähnte am 22. Oktober 2017 um 21:37

Iß Staub! Null Kalorien und es gibt genug davon ... ;).

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calimero8169 kommentierte am 23. Oktober 2017 um 09:13

Zu trocken!

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schwadronius erwähnte am 23. Oktober 2017 um 20:36

Ein Glas Wasser eine halbe Stunde vorher und der Speichelfluß läuft.

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schwadronius erwähnte am 19. Oktober 2017 um 22:08

"Europa hat die Uhr, Afrika hat die Zeit."

D(e)wie Jones - die Kapitelüberschriften sind - wie immer - sehr treffend und klug konzipiert.

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 21:03

Puh - eigentlich war ja klar, dass es viele unschöne Szenen geben wird. Aber wenn man es dann schwarz auf weiß vor sich hat, ist es eine ganz andere Hausnummer. Erschreckend finde ich, wie Hemmungen ausgelöscht sind. Der Hunger ist eine Sache und über Moral oder Unmoral des Leichen essens um zu überleben, kann man streiten oder nicht. Aber wie sich alle ansonsten Benehmen und wie ich finde nach relativ kurzer Zeit den Verstand verlieren, finde ich erstaunlich.

Die Abgebrühtheit vom Kapitän und der guten Familie Schmaltz findet echt nochmal einen Höhenpunkt. Wir verschweigen einfach das Floss und das wir die Menschen einfach so ihrem Schicksal überlassen haben, die überleben eh nicht also schweigen wir sie ein zweites mal tot. Ich hoffe sie bekommen eine gerechte Strafe.

Richeford nervt mich mehr und mehr und scheinbar hat er das mit allem Mitüberlebenden getan. Jetzt hält er sich auch noch für Jonas und ist natürlich auch schon mal von einem Fisch verschluckt und wieder ausgespukt worden. Meine Güte - warum überleben solchen Idioten nur immer.

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schwadronius erwähnte am 22. Oktober 2017 um 11:52

Dreistigkeit siegt (anscheinend immer).

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:11

Damals wie Heute - sehr ätzend.

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FIRIEL kommentierte am 28. September 2017 um 20:09

S. 544 bis S. 589

Die Trunkenen / Die Letzten / Himmelswasser

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FIRIEL kommentierte am 01. Oktober 2017 um 17:08

Ende, aus. Für die Überlebenden allerdings wird es wohl nie zu Ende sein. Zumindest nicht für die vom Floß - bei denen aus den Beibooten sieht das wohl anders aus. Meine Lieblinge, der Kapitän, der Gouverneur und Toni, können die Katastrophe und ihren Anteil daran wohl anscheinend recht gut verdrängen.

Warum ist Hosea so sehr auf Savigny fixiert? Das habe ich noch nicht verstanden.

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FIRIEL kommentierte am 03. Oktober 2017 um 15:37

Ich möchte ja nicht spoilern, also versuche ich es mal ohne Namen. Franz hat einen Überlebenden offensichtlich erfunden; der taucht in den historischen Berichten jedenfalls nicht auf. Dass der zum Schluss noch Hosea Thomas aktiv aus dem Weg geht und auch noch Hupfs Mutter begegnet, ist mir dann doch ein bisschen zu konstruiert. Nun ja; ich bin dem Autor ja dankbar, dass einer mehr überlebt.

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Sursulapitschi kommentierte am 04. Oktober 2017 um 00:53

Klar ist das konstruiert, aber es ist wenigstens noch ein klein wenig etwas Erfreuliches am Ende. Die ganze Geschichte ist unglaublich, auch wenn sie sich vermutlich so abgespielt hat. Da ist ein unglaubliches Ende der netteren Art doch ganz hübsch.

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:26

Viktor musste überleben, denn er symbolisiert, bzw. vertritt ja uns Leser und ist vielleicht deshalb eine Art Übermittler.
Deshalb konstruiert ja aber als Zweckmittel vertretbar.

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schwadronius erwähnte am 21. Oktober 2017 um 00:21

Das Buch hat einen humoristischen Vergleich nach dem anderen, nur bei der letzten Geschichte um Viktor gibt es keine(n).

Er - die Geschichte - siegte.

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schwadronius erwähnte am 21. Oktober 2017 um 00:41

Irgendwo las ich, daß Hosea auch eine erfundene Figur ist. Hosea und Viktor, Heil / Rettung und Sieg.

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:19

... Und damit hat auch die Geschichte überlebt und wir als Leser mit ihr.

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Sursulapitschi kommentierte am 04. Oktober 2017 um 00:49

Huch, da bekommen wir ja glatt noch sowa wie ein Happy End, jedenfalls so happy, wie es bei so einer Geschichte sein kann. Mit Victor hatte ich jetzt nicht mehr gerechnet. Wie nett vom Franz. Alles andere war ja wohl mehr als frustrierend.

Chaumareys kommt mit schlappen drei Jahren davon und das auch nur, weil es durch die Presse ging? Das ist unglaublich. Da möchte man doch gleich wieder nach Revolution schreien, wenn die Obrigkeit nicht sehen will, was unbequem ist. 

Ich bin jetzt fertig mit der Welt. Was für ein Buch!

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FIRIEL kommentierte am 04. Oktober 2017 um 06:50

Wenn man das Buch liest, hält man alles für eine groteske Übertreibung - aber die historischen Grundlagen stimmen! Und das ist heute nicht anders als vor zweihundert Jahren; auch heute passieren noch Dinge, die man nicht glauben mag.

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katzenminze kommentierte am 09. Oktober 2017 um 16:36

Ich fand das gar nicht happy, das End. Dass Viktor überlebt hat mich zum einen gefreut, aber um welchen Preis? Er kann Hosea nicht unter die Augen treten. Der soll am nächsten Tag hingerichtet werden. Ihr erinnert euch? Viktor, der einzige, der das verhindern könnte, kneift. Er kann nicht drüber reden, hat sich unendlich weit von seinen Eltern entfernt und noch nichtmal Hupfs Mutter kann er die Wahrheit sagen. Ich fand es sooo bedrückend und traurig am Ende!

Da gab es einen Satz mit Wahrheit und Zeitpunkt am Ende im Zusammenahng mit Hupfs Mutter. Den fand ich tol. Habe das Buch leider gerade nicht zur Hand.

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wandagreen kommentierte am 09. Oktober 2017 um 16:41

Warum kann er nicht? Ich geb zu, hmpf, gegen Ende habe ich ein paar Seiten überschlagen, es war mir einfach zuviel. Klär mich auf, Minzi.

 

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katzenminze kommentierte am 12. Oktober 2017 um 17:48

Also wirklich, Wanda. Das ist die allerletzte Seite. Wie kann man das denn überblättern? :p

Hosea (im Armenhaus) ruft "Viktor! Viktor!" Sein Vater erzählt ihm das und Viktor lässt ihn extra nochmal reingehen, um den rufenden nach William Shakespeare zu fragen. Und auch auf die Auskunft hin, dass Hosea darauf "Groß- und Focksegel aufgeien" gesagt hat, meint er nur "Nein, das kann nicht sein." Viktor wirkt einfach total resigniert, deprimiert und weit entfernt von allem.

Hier auch der Satz, nachdem Viktor Hupfs Mutter nichts von dessen Tod sagen kann:
"Generationen später sollte eine Dichterin sagen, die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar ... Ja. Aber auf den Zeitpunkt kommt es an."

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:23

Ich denke auch, das Victor ein wenig enttäuscht darüber war, dass Hosea ihn auf dem Floss seiner Meinung nach im Stich gelassen hat. Hosea nicht zu helfen ist grausam, aber hat er gewußt, dass er hingerichtet werden soll ? Das weiß ich jetzt gerade nicht.

 

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:37

Ich fand es auch nicht happy.
Viktor verstehe ich zwar einerseits, hätte mir aber auch gewünscht, dass er Hosea zeigt, dass er noch am Leben ist. Er ist resigniert und möchte das Ganze hinter sich lassen und was Hupfs Mutter angeht - hmmmm, "ist es an ihm ihr das Kind zu nehmen"? Er hätte erklären müssen, dass er sinnlos gestorben ist und er hätte ALLES wieder erzählen müssen. Genau das kann er nicht.

Der Satz war toll und die Zeit, die Wahrheit zu sagen ist unter anderem jetzt mit diesem Buch. EIn Augenöffner.

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Raveneye kommentierte am 11. Oktober 2017 um 16:41

Ich hatte Victor auch schon abgeschrieben, deswegen hat es mich gefreut ihn doch wiederzusehen.
Das dieser inkompetente Kapitän so glimpflich davon gekommen ist hat mich dann aber geärgert. Wäre es nicht öffentlich geworden, hätte er nicht mal ein Klapps auf die Finger bekommen. Denn die Oberschicht ist ja siwas von unfehlbar.

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katzenminze kommentierte am 12. Oktober 2017 um 17:57

Immerhin. Aber Richeford, der eigentliche Verursacher der ganzen Misere bekommt gar keinen Ärger. Ich wäre an Savignys Stelle auch sowas von vor den Kopf gestoßen, wenn ich das alles durchgemacht hätte, nur ein klitzekleines bisschen Gerechtigkeit möchte und dann hören müsste, wie mir jemand sagt: Was willst du eigentlich, du hast Leichen gefressen und hast nu gar nix mehr zu wollen. Argh! Diese blasiertheit!

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parden kommentierte am 21. Oktober 2017 um 16:59

Ja, diese Art, alles Unangenehme nach Möglichkeit zu vertuschen - da kam mir auch die Galle hoch. Im Grunde hätten die es doch besser gefunden, wenn kein einziger von dem Floß wieder aufgetaucht wäre. Nur noch lästig, das Pack. Entsprechend kümmert sich ja auch niemand um die Überlebenden. Savigny hatte schon Recht: auf dem Floß ist es auch nicht anders als an Land...

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:27

Echt - nichts, gar nichts wird für sie getan oder mit ihnen gemacht. Die sind am Ende - körperlich und seelisch - und eigentlich würde man sie am liebst in eine geschlossene Irrenanstalt stecken. Hauptsache niemand erfährt die Wahrheit, niemand wird mit den Anblick dieser armen Kreaturen "belästigt". Was für eine ekelhaft und arrogente Spezies der Mensch doch ist.

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wandagreen kommentierte am 07. Oktober 2017 um 15:30

Ist es in diesem Abschnitt gewesen, wo der Mann der schwarzen Madame gemeuchelt wird? Das fand ich auch schlimm. Stellt euch das mal vor! Zusehen zu müssen, wie der eigene Mann ermordert wird und dann noch "nett" sein zu müssen, damit man eine kleine Überlebenschance hat. Und jung waren die alle, die Frau war erst 35!

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schwadronius antwortete am 20. Oktober 2017 um 23:57

Nein, war es nicht.

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:50

Ich bin fertig - mit dem Buch und der Welt. Was für eine heftige und bedrückende Geschichte, die Wirrwarr an Gefühlen zurücklässt.

Es ist so viel passiert auf nur wenigen Seiten in diesem Abschnitt und doch ist ALLES passiert.
Die Obrigkeit ist wie erwartet relativ ungeschoren davongekommen und lebt mit Verdrängung gemütlich weiter. Haben die überhaupt ein Gewissen?
Nicht alle der 15 Geretteten haben überlebt, diese Schicksale haben mich besonders berührt, nach allem, was sie durchmachen mussten. Das Leben geht weiter und es ist nicht immer alles gerecht.

Savigny versucht sein Möglichstes, die Wahrheit ans Licht zu bringen, wenn auch anfangs, um die Erlebnisse besser verarbeiten zu können. Damit beweist er die größte Stärke von allen. Das kam unerwartet.

Viktor, nun ja, ich war froh, dass er überlebt hat aber sein Leben ist dennoch vertan, zumindest scheint es so. Auch er trägt große Schäden davon.
Ich habe mich oft gefragt, ob es besser ist als Überlebender aus so einer Katastrophe hervorzugehen?

Dass es noch Überlebende auf der Medusa selbst gab, kam unerwartet für mich. Nun ja aber auch sie sind weit weg vom Leben.

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schwadronius meinte am 21. Oktober 2017 um 00:15

"Auch er trägt große Schäden davon.
Ich habe mich oft gefragt, ob es besser ist als Überlebender aus so einer Katastrophe hervorzugehen?"

Das Hirn muß einiges verarbeiten. Wenn man sich dabei immer wieder vor Augen hält, daß man es geschafft hat, man lebt, kommt eines Tages das Lebensgefühl zurück. Savigny fragt sich das: "Aber ich lebe doch nicht mehr? Lebe ich?" Alles scheint verloren, aber es war eine Extremsituation. Sie muß den Sinn für das Weiterleben haben.

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:31

Ich frage mich auch, ob ich aus so einer Katatstrophe als Überlebende herausgehen möchte, ob ich die Kraft hätte mit all dem Wissen und Erlebnissen neu anzufangen. Oder ob es nicht der bessere Weg auf dem Meer zu sterben. Aber diese Frage muss ich mir hoffentlich niemals beantworten. 

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:21

Aber diesen Sinn muss man erst einmal wiederfinden. Nicht jedem gelingt das. Wie unwichtig und klein müssen den Überlebenden die Alltagssorgen der "normalen" Menschen doch vorgekommen sein?

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 17:33

Ich glaube erseinmal kann man die "normalen" Sorgen und Probleme gar nicht mehr greifen. Wenn man dem Tod in die Augen gesehen hat, in die menschlichen Abgründe geschaut und bestimmte Grenzen überschritten hat, ist mit Sicherheit für eine lange Zeit nichts alltägliches mehr möglich.

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schwadronius erwähnte am 22. Oktober 2017 um 21:45

Vielleicht wird die Distanz des Greifens zwischen dem Alltag und dem Erlebnis geringer, wenn nicht alles für selbstverständlich hingenommen wird und sich jeden Tag bewußt gemacht wird, daß einem erneut ein Zeitkonto von sechsundachtzigtausendundvierhundert Sekunden gegeben wurde, sein Leben bestmöglich zu nutzen und zu gestalten.

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:15

Ich fand es ja nochmal so abartig, das eine Säuberung vorgenommen wurde. Wie kann man zu etwas nur in der Lage oder gehen selbst bei denen, die im Kopf und Körper noch klar sind wirklich alles menschlichen Züge verloren?

Besonders gefreut und erstaunt hat mich die Geschichte von Victor. Das der überlebt hätte ich nie zu hoffen gewagt, aber er hatte ein riesen Glück. Nur wird wohl auch er, wie die meisten Überlebenden nie mehr der Alte sein können. Und das ist das eigentliche Drama.

Die Urheber dieser Katastrophe wurden ja mal wieder gar nicht bis wirklich milde gestraft. Es ist zum kotzen. Interesseant fände ich ja den Gerichtsprozess gegen Chaumareys. Da dürfte einiges an Absurditäten herauskommen sein.

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FIRIEL kommentierte am 01. Oktober 2017 um 17:09

Fazit und was es sonst noch zu sagen gibt

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FIRIEL kommentierte am 01. Oktober 2017 um 18:54

Harter Toback; die Lektüre hat mir zugesetzt. Jetzt muss ich mal schnell ein bisschen verdrängen...

Jedenfalls: Danke an die Mayersche, die fünfzehn Exemplare gespendet hat - diesmal kamen sie ja nicht vom Verlag.

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katzenminze kommentierte am 06. Oktober 2017 um 16:05

Möchte jemand über die Charaktere sprechen? Es gab ja fast nur Klischeepersonal (Der Jude, die Schwarzen, der Pirat, die zickige Ehefrau, der überhebliche Gouverneur, die rohen Soldaten, etc.). Niemand ist groß aus dieser Rolle ausgebrochen. Mich hat das aber erstaunlicherweise gar nicht gestört. Ich glaube weil ich das Gefühl hatte, dass Franz genau weiß was er macht und sich/seine Figuren da selbst nicht so ernst genommen hat. Ging es jemandem anders? Hat das jemanden gestört?

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:57

Klischeepersonal - ja stimmt auch ich habe es zwar wahrgenommen aber überhaupt nicht als störend empfunden. Ob er sich und seine Figuren ernstgenommen hat oder nicht ... hmmm, gute Frage. Ich denke schon, es brauchte diese Klischee-Folien, um das auszudrücken, was er wollte. Hätte es zu viel Spielraum gegeben, wäre seine Aussage womöglich untergegangen. Außerdem hat er so die Spannbreite an Personenfolien abgedeckt und damit jedem Leser einen passenden "Anzug" (Identifikation) gegeben. Was man kennt, kann man nachvollziehen.

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:35

Naja - was heißt Klischeepersonal. Es ist denke ich ein guter Schnitt durch jede Bevölkerungsschicht, die hier zusammengekommen ist. Und ich denke mal nicht wirklich abwegig dargestellt. Mich hat es so gar nicht gestört, weil es für mich so absolut real und greifbar war. ich möchte gar nicht wissen, wieviel - zum Beispiel - dieser dauernörgelnden Ehefrauen auf den heutigen Kreuzfahrtdchiffen unterwegs sind.

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Raveneye kommentierte am 11. Oktober 2017 um 16:47

Zum Abschluss kann ich sagen, dass das Buch mich zuallererst überrascht hat, denn ich hatte mit einer viel umständlicheren Sprache gerechnet.
Die Schonungslose Darstellung und die vielseitigen Charaktere haben mir gut gefallen. Dadurch empfand ich das Buch viel eindringlicher.
Die Rezension werde ich aber erst Morgen schreiben um das Ganze noch etwas sacken zu lassen.

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schwadronius erwähnte am 21. Oktober 2017 um 01:09

Die Sprache war phantastisch.

Die Ereignisse und Handlungsabläufe auf dem Floß fand ich jetzt nicht überraschend. Fluchtberichte durch den Sudan, Tschad bis Libyen zeigen ähnliches auf - das Floß ist ein Container oder Lastwagen.

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parden kommentierte am 21. Oktober 2017 um 17:08

So, Buch zugeschlagen - Ende. Harter Tobak, in der Tat. Jetzt muss ich mich erst einmal erholen, hatte heute eindeutig eine 'Überdosis' - sonst habe ich immer nur wenige Seiten am Stück gelesen, aber ich wollte endlich fertig werden. Über die Rezension denke ich frühestens morgen nach, mir reicht es ehrlich gesagt für heute... Aber toll, dass ich hier mitlesen konnte. Ein eindringliches Leseerlebnis war es in jedem Fall!

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Rotschopf kommentierte am 11. Oktober 2017 um 15:14

Im dritten Teil löst sich die dünne Schicht der Zivilisation, Moral oder wie man es auch nennen möchte endgültig auf - spätestens, als der Tumult um den Wein ins Töten umschlägt. Ich bin nicht sicher, ob die Erklärung, dass die Menschen auf dem Floß wider das Leben und für den Tod kämpfen, zutrifft.

Die Schilderung des Hungers, der alles andere verdrängt - genauso stelle ich mir das vor.

Ich hatte - vermutlich in Erinnerung an "Im Herzen der See" - erwartet, dass es mehr Tote infolge von Kannibalismus und nicht von "Mord" geben würde. Bei dem Verweis auf die Walfänger in der Kannibalismus-Diskussion musste ich wieder an "Im Herzen der See" denken. Hat noch jemand das Buch gelesen oder vielleicht den Film gesehen?

Das ganze Geschehen finde ich grausig, man will es sich gar nicht vorstellen und tut es doch. Das Kapitel "Die Trunkenen" ist besonders schlimm.

Den Abspann nach der Rettung finde ich interessant und empfinde fast so etwas wie minimale Genugtuung, dass der Kapitän doch nicht völlig davon gekommen ist. Das letzte Kapitel über Viktor mutet im Gegensatz zum Rest des Buchs fast wie ein glückliches Ende an, ganz und gar Fiktion.

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katzenminze kommentierte am 12. Oktober 2017 um 18:03

Interesant, dass du das auch so siehst mit dem glücklichen Ende. Sursu schrieb das auch. Ich fand es total deprimierend. Aber wahrscheinlich ist das Interpretationssache. Meinst du, Viktor ist zu Hosea reingegangen? Ich glaube nämlich nicht. Er wirkte so resigniert.

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Rotschopf kommentierte am 12. Oktober 2017 um 20:07

Nein, ich glaube auch nicht, dass Viktor reingegangen ist. Ein glückliches Ende sehe ich aber schon alleine darin, dass und wie Viktor überlebt hat.

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FIRIEL kommentierte am 15. Oktober 2017 um 19:28

Ich denke auch nicht, das Viktor zu Hosea gegangen ist. Dabei hat der ihm doch so viel geholfen; ich denke, auch das Leben gerettet! Aber Viktor heißt zwar Sieger, aber über ein solches Erlebnis kann ein fühlender Mensch gar nicht siegen.

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schwadronius fragte am 21. Oktober 2017 um 01:18

Warum nicht, Firi? Er kann, er / es benötigt (s)eine Zeit. Das Hirn ist erstaunlich. Alle anderen können dies jedoch nicht, weil sie es nicht erlebten. Genau das ist der Zwiespalt. Es gibt Menschen, die dasgleiche durchmachten. Zusammen könnten sie das Geschehene aufarbeiten, aber es wird erneut die Hölle! Die damalige Zeit erschwerte, zeigt sie doch wenig Akzeptanz.

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yvy kommentierte am 13. Oktober 2017 um 18:53

Ja, die Trunkenen war heftig. Da musste ich oft schlucken. Hier geht jegliche Menschlichkeit über Bord und das Rohe und die Gewalt bleiben. Das ist wie ein Schlag in den Magen.

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 13:44

"Die Trunkenen" fand ich ehrlich gesagt, das heftigste Kapital. Kanibalismus nach Katastrophen ist nicht ganz unbekannt, wenn man sich zum Beispiel den Fall des Flugzeugabsturzes in den Anden vor Augen führt. 1972 die 16 Mitglieder einer Rugbymannschaft,die 72 Tage in eisiger Kälte überlebt haben. Und da waren es sogar Sportkollegen und Freunde, die sie gegessen haben. Aber das man eine Auswahl trifft, wer sterben muss und wer nicht, nur damit alle anderen eine größere Chance zu überleben haben - puh. Das ist ja echt mal eine Hausnummer.

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Curin kommentierte am 21. Oktober 2017 um 11:34

Wahnsinn, wie Franzobel es gelingt, diese Leben bzw. Überleben auf dem Floß zu schildern. Schrecklich kann man da nur sagen und hoffen, dass man niemals in eine ähnliche Situation gerät.

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calimero8169 kommentierte am 21. Oktober 2017 um 15:38

Meine Güte - 50 Stunden! So wie sich auf dem Floss benommen wir, dachte ich, dass die schon länger unterwegs sind. Jegliche Hemmungen fallen und der Hunger ist bereits so groß, dass begonnen wird, die Leichen zu essen. Mich schaudert es bei dem Gedanken und ich frage mich die ganze Zeit, welchen Standpunkt ich vertreten würde. Ob ich überhaupt noch einen vertreten würde und ob und wann bei mir irgendein Punkt erreicht wäre an dem ich mich entscheiden würde - grausam.

Auf der Pinasse - Richeford ist immer noch dabei große Reden zu schwingen und sich für unfehlbar zu halten. Er gehört zu denen, die nicht einsehen oder lernen. Laura tut mir leid und ich hoffe nicht, dass die Kleine stirbt.

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schwadronius meinte am 21. Oktober 2017 um 17:15

Das dachte ich auch - zu dem Zeitaspekt. So lange sind sie doch noch nicht auf dem Floß und dann drehen alle durch. Wie labil oder weich gekocht wurden sie vorher.

Ich würde freiwillig niemals ins Meer springen. Schon gar nicht von solchem Floß. Die Vorstellung auf dem schaukelnden Ding und weit und breit kein Land in Sicht, ist purer "Horror" für mich. Für die restliche Zeit wäre ich wohl ziemlich ruhig, um meine Energie nützlich einzusetzen. Käme es zu einem Überlebungskampf, würde ich alles der Notwehr entsprechende tun, um am Leben zu bleiben.

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schwadronius fragte am 21. Oktober 2017 um 17:20

Ich möchte gerne wissen, wie es sich anfühlt, daß euch ein Buch zusetzte und ihr euch erstmal erholen müßt, oder ähnliche Formulierungen ... ?

Ich kenne sowas gar nicht.

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yvy kommentierte am 22. Oktober 2017 um 16:25

Erholen ist vielleicht das falsche Wort dafür, bei mir ist es eher ein Resümieren und Nachhallen lassen. Das habe ich bei jedem Buch, das mich irgendwie bewegt, egal ob positiv oder negativ und es ist immer ein gutes Zeichen. Dann hat mich die Geschichte erreicht und womöglich auch bereichert.

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calimero8169 kommentierte am 22. Oktober 2017 um 17:42

Ich find hier musste man schon einiges aushalten. Mit Arnaud zum Beispiel habe ich wirklich gelitten, als man ihm das halbe Bein abgeschlagen hat. Und ich bin der Meinung, dass es weniger brachial hätte ablaufen können. Solche Dinge sind es die mich dann lange beschäftigen - jetzt nicht im Sinne von sie ziehem mich vom Sofa und ich verfalle in dumpfes brüten, aber sie bleiben haften.

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schwadronius erwähnte am 22. Oktober 2017 um 21:50

Ich setze mich immer mit der / dem aktuelle / n Szene / Situation / Kapitel auseinander. Wenn ich das Buch zuschlage, ist's beendet. Vielleicht hilft mir auch mein Beruf im Gesundheitswesen.

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schwadronius informierte am 22. Oktober 2017 um 22:33

Die ist übrigens die Leserunde (von allen noch gelisteten) mit der höchsten Beteiligung. Auch wenn bisher noch nicht alle kommentierten.

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wandagreen kommentierte am 23. Oktober 2017 um 14:05

Es war eine gute Leserunde. / Vllt würden die anderen LR auch besser "bedient", wenn es leichter wäre, nach dem Kommentieren eines Beitrags wieder zu der Stelle zurückzuschnellen, von der man ausging.

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calimero8169 kommentierte am 26. Oktober 2017 um 19:52

Das würde mit Sicherheit schonmal einen Schritt nach vorne gehen, aber es kommt eben auch auf die Leute an, die in der Leserunde sind. Hier war es echt klasse, es hat - und macht noch - mit super viel Spass gemacht. Das war eigentlich die erste mit reichlich Frequenz, die ich hier hatte.

Vielen Dank an Euch alle.

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schwadronius erwähnte am 26. Oktober 2017 um 21:39

Wanda, wer möchte, möchte - und läßt sich davon nicht verjagen.