Buch

Stern 111 - Lutz Seiler

Stern 111

von Lutz Seiler

Preis der Leipziger Buchmesse 2020

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlässt das Ehepaar Bischoff sein altes Leben - die Wohnung, den Garten, seine Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem "Lebensgeheimnis", von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des "klugen Rudels" aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt. Im U-Boot der Assel schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, "die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war".
Ein Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse: Nach dem prämierten Bestseller Kruso führt Lutz Seiler die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort - in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden.

Rezensionen zu diesem Buch

Verdient einen Ehrenplatz im Bücherregal

Ich muss gestehen, dass ich jemand bin, der nörgelig wird, wenn Bücher unnötig lang sind. [Das gilt besonders für Sachbücher, die so gut wie nie ohne Redundanzen auskommen!] Tatsächlich habe ich schon belletristische Werke gelesen, bei denen ich gut und gerne auf 150 der 350 Seiten verzichtet hätte.
Lutz Seiler haben für sein neues Buch, für das er übrigens den Buchpreis der Leipziger Buchmesse erhalten hat, 350 Seiten nicht gereicht. Er brauchte 522, um darauf 16 Monate des Lebens...

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Wendezeit

Lutz Seilers neuer Roman „Stern 111“ hat mich nicht überzeugt. Er hat mich beim Lesen immer mehr gelangweilt, und ich befürchte, dass das sogar so beabsichtigt ist. Schließlich endet der Roman mit der kläglichen Selbsterkenntnis des Erzählers: „er war jetzt Mitte zwanzig, und er war nichts.“

Der Roman spielt in der Wendezeit. Eine Zeit, in der alles möglich und nichts unmöglich schien. Für die Hauptfigur Carl eine Zeit der Selbstfindung. Für den Leser eine Zeit der Langeweile. Nichts...

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Kein Buch für zwischendurch

In dem Buch geht es um Carl und seine Eltern. Die Eltern gehen zwei Tage nach dem Fall der Mauer in den Westen und wollen ihren Lebenstraum erreichen. Carl verlässt die elterliche Wohnung und findet sich in Berlin im Kreis des "klugen Rudels" wieder. Durch die Briefe, die die Mutter an Carl schreibt, erfährt man, wie es den Eltern ergeht. Durch Carl erhält man Einblicke in die Hausbesetzerszene.

Der Schreibstil ist gut, jedoch ist der Roman sehr langatmig geschieben. Mir fiel der...

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Nach der Wende

Carl wird unmittelbar nach der Wende von seinen Eltern, zu denen er schon lange keinen richtigen Kontakt mehr hat, nach Hause bestellt. Die Eltern haben es satt, eingesperrt zu sein und wollen in den Westen. Carl soll solange die Wohnung hüten und sich um alles kümmern. Überrumpelt stimmt er zu, fühlt sich aber nicht wohl dabei.

Im weiteren Verlauf fühlt er sich immer unwohler mit der Situation und beginnt, nach einem Ausweg zu suchen. Dieser führt ihn nach Berlin, wo er zuerst auf...

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Eine Zeit, zu der alles möglich schien

Lutz Seilers neuer Roman "Stern 111" hat nicht umsonst den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Denn dieser Roman ist wirklich eine Wucht. Sprachlich ausgefeilt, gespickt mit wunderschönen Sätzen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen möchte, wird hier deutsche Zeitgeschichte fühl- und erllebbar gemacht.
Unmittelbar nach dem Mauerfall verlassen die Eltern des Protagonisten Carl die DDR, mit sich nehmen sie nur das nötigste und so bleibt auch Carl selbst erst einmal zurück....

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Welch eine aufregende Zeit!

Da ich bisher kein Werk des Autoren kannte, begab ich mich in lesender Weise auf Neuland.
Man bekommt hier einen Überblick der ersten Nachwendejahre der besonderen Art.
Es wird eine Familie dargestellt die im Strudel der Veränderung schwimmen.
Und die Veränderung ist gewaltig.
Die aufgeteilten zwei Erzählstränge erzählen einmal von einer langen Reise zum Sehnsuchtsort und einem Berliner Hausbesetzer Milleu.
Man bekommt einen Überblick der Protagonisten und diese...

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Spezielle Wendejahre

Ich wurde aufgrund des ungewöhnlichen Covers auf das Buch aufmerksam.
Kenne ich doch dieses Radio noch aus eigener Erinnerung.
Und der Inhalt sagte mir erst einmal wenig.
Nur das es sich hier um einen positiv erwähnten Autoren handelt.

Aus dem Inhalt:

Genau zwei Tage nach dem Mauerfall verlässt das Ehepaar Bischoff ihr gewohntes Umfeld und lässt auf dem Gebiet der DDR alles zurück.
Sie wollen ihren Traum leben und starten über Notaufnahmelager und...

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Begrenzte Begeisterung über "fliehende Bischöfe" & fliegende Ziegen

Den mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2020 ausgezeichneten teilautobiographischen Wendezeitroman "Stern 111" von Lutz Seiler konnte ich in einer vom WLD-Team organisierten Leserunde (vielen Dank!) in eigenem Exemplar mitlesen (Danke für den Meinungsaustausch!) Ich habe die betreffende Zeit aus westlicher Perspektive erlebt und gewann deshalb durch die Lektüre dieses Buches interessante Eindrücke. Wenn mich auch vom Stilistischen her manche Passagen durchaus angesprochen haben und ich die...

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Welch eine aufregende Zeit!

Eine spannende Geschichte ist dieser Gewinner des diesjährigen Leipziger Buchpreises sicherlich nicht, eher ein großes Panorama über das, was nach der Wende in einem kleinen Teil in Ostberlin geschah. Und ganz nebenbei geht es um die Erfüllung von fast schon aufgegebenen Träumen.
Carl, noch keine Dreißig, hat sein Studium abgebrochen, als die Wende über ihn hereinbricht. Als ihn ein Hilferuf seiner Eltern erreicht, fährt er sofort heim, irgendwo zwischen Thüringen und Sachsen. Voller...

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Was nach der Wende alles möglich war

Lutz Seiler erzählt eine Geschichte über die Nachwendezeit, geschrieben aus der Sicht von Carl, der Sohn von Inge und Walter. Das Buch beginnt damit, das Inge und Walter ihrem Sohn eröffnen, das sie aus dem Osten in den Westen Deutschlands übersiedeln wollen. Ihren Weggang haben sie ganz akribisch geplant und Carl soll sich von nun an um die Wohnung in Gera kümmern. Carl ist von alledem wenig begeistert, sollten doch die Kinder diejenigen sein, die in die Welt ziehen. Nachdem sich seine...

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Nachwendezeit

Das Ehepaar Bischoff, 50 Jahre alt, verließ wenige Tage nach der Grenzöffnung ihre thüringische Heimat und bat ihren Sohn Carl auf die bisherige Wohnung aufzupassen. „Für einen Moment beschlich ihn der Verdacht, dass die Welt, der er angehörte, klammheimlich verschwunden und er einer der Übriggebliebenen war, ein Stück angefaultes Treibholz auf dem großen breiten Strom der neuen Zeit.“ (Seite 54)

Nach wenigen Wochen Einsamkeit suchte auch Carl das Weite und begab sich mit Vaters Auto...

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Die unterschiedlichen Lebenswege von Carl und seinen Eltern nach der Wende

Und der Leipziger Buchpreis geht 2020 an … Lutz Seiler mit 'Stern 111'. Er hat den Preis und ich das Problem, denn ich muss nun dieses Buch, das so vielen gefällt, aber mir nicht, rezensieren.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Carl, einziger Sohn von Inge und Walter Bischoff aus Thüringen (Nähe Gera) begibt sich nach dem Mauerfall nach Ostberlin und gerät dort in Hausbesetzerkreise, die ihn wohlwollend aufnehmen. Seine Eltern dagegen haben ihr angestammtes Leben, ihr Haus und die...

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Weitere Infos

Art:
Hardcover
Genre:
Romane und Erzählungen
Sprache:
deutsch
Umfang:
528 Seiten
ISBN:
9783518429259
Erschienen:
Februar 2020
Verlag:
Suhrkamp
7.23077
Eigene Bewertung: Keine
Durchschnitt: 3.6 (13 Bewertungen)

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