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Männliche Silhouette hinter mysteriöser Schattenwand

Der Kriminalroman

Die Faszination des Bösen

In der Literatur ist es eins der zentralsten Motive: Das Böse. Es fasziniert den Menschen seit jeher. In der Bibel geschieht schon im vierten Kapitel der erste Mord, und mittlerweile ist der Krimi aus dem Buchmarkt nicht mehr wegzudenken. Wir haben uns gefragt, was das Böse so interessant macht

Es ist mittlerweile fünf Jahre her, dass Josef Fritzls schreckliches Verbrechen aufgedeckt wurde. In einem Kellerverlies hatte der Österreicher 24 Jahre lang seine eigene Tochter gefangen gehalten. Er zwang sie zur Inzest und zeugte mit ihr sieben Kinder.  Als die Geschichte bekannt wurde, stürzten sich die Medien darauf. Sie suchten nach schockierenden Details und veröffentlichten reißerische Berichte. Kurz nachdem die Sache ans Licht kam, wurde das Haus des verurteilten Straftäters zur Attraktion. Schaulustige pilgerten nach Amstetten, um sich den Ort des Schreckens aus der Nähe anzusehen und ihre Sensationslust in der gruseligen Atmosphäre des so lang unbeachteten Tatorts zu befriedigen.

Natascha Kampusch wurde acht Jahre von ihrem Entführer gefangen gehalten und misshandelt. Nach ihrem Martyrium veröffentlichte die Österreicherin 2010 ihre Biografie, die innerhalb kurzer Zeit in Deutschland und Österreich zum Bestseller und in diesem Jahr sogar verfilmt wurde.

Die Liste an Beispielen ließe sich endlos fortsetzen. Verbrecher, Serienmörder, Kinderschänder – sie alle beschäftigen nicht nur die Polizei. Medien stürzen sich auf die Geschichten, versuchen exklusiv detaillierte Opferberichte zu bekommen, und Schriftstellern dienen die Gräueltaten zur Inspiration. Die Geschichte von Jack the Ripper, der im 19. Jahrhundert in London fünf Prostituierte umgebracht haben soll, aber nie geschnappt wurde, beschäftigt Autoren bis heute. Wolfgang Hohlbein, Cornelia Cornwell, Cody McFadyen und viele weitere bekannte Schriftsteller nehmen in ihren Romanen Bezug auf den Serienmörder. Der Mensch ist fasziniert vom Bösen.  Die menschlichen Abgründe schrecken ihn ab und gleichzeitig fesseln ihn die entsetzlichen Taten, zu denen der Mensch fähig ist.

Die Frage, warum uns das Böse so fasziniert, wird nach grausamen Verbrechen immer wieder laut. Erklärungsansätze gibt es viele. Die einen vermuten, dass jeder von Geburt an eine Veranlagung zum Bösen hat und somit genügend Potential für Verbrechen mitbringt. Es tritt nur bei manchen stärker auf als bei anderen.  Andere  bezweifeln diese These und vermuten, dass hinter der Faszination nichts weiter als Neugier steckt. Von der Norm abweichendes Verhalten erzeugt automatisch Interesse beim Menschen und lenkt ihn von seinem eigenen geordneten Leben ab. Oder vielleicht ist es auch einfach die Erleichterung, dass man selbst nicht zum Opfer geworden ist, dass es andere getroffen hat.

Doch egal welchen Ansatz man wählt, Fakt bleibt, dass das Böse eine gewisse Faszination in uns auslöst. Nicht zuletzt spiegelt sich das auch in der Literatur wieder. Schon in der Mythologie waren die Verbrechen der Götter und Menschen ein beliebtes Thema und auch in der Bibel geschieht schon im vierten Kapitel der erste Mord. Aus Neid erschlägt Kain seinen Bruder Abel.

Das Böse – es ist eins der zentralsten Motive in der Geschichte der Literatur.

Im 19. Jahrhunderts kamen die ersten Detektivromane auf. Die Bücher folgten immer dem gleichen Schema: Zu Anfang wird ein Verbrechen verübt, das das auf den restlichen Seiten nach und nach aufgedeckt wird.  Zeitgleich zum Detektiv findet der Leser immer weitere Indizien und rätselt bei den Ermittlungen mit. Das Aufklären des Verbrechens steht im Mittelpunkt des Geschehens. Edgar Allen Poe, E.T.A. Hoffmann und der deutsche Schriftsteller Friedrich Glauser prägten das neue Gerne und waren Wegweiser für viele folgende Kriminalromane.

Heute hat der Kriminalroman mit fast 28 Prozent einen bedeutenden Anteil am Umsatz mit belletristischer Literatur und ist aus dem Buchmarkt nicht mehr wegzudenken. Fast jedes fünfte Buch, das gelesen wird, ist ein Krimi. Doch es sind längst nicht mehr nur klassische Detektivromane, die das Genre des Kriminalromans ausmachen. Autoren nutzen das Potential des Verbrechermotivs voll aus und zeigen sich kreativ. Es haben sich etliche verschiedene Formen herausgebildet, in denen es häufig nicht mehr nur um die Aufklärung des Verbrechens geht, sondern um die Geschichte des Verbrechens selbst. Dabei zählt sowohl Unterhaltungs-  als auch Hochliteratur zu dem weit umfassenden Genre, in dem Simon Beckets Thriller genauso zu finden sind wie Dostojewskis anspruchsvoller Roman „Schuld und Sühne“ oder Theodor Fontanes Novelle „Unterm Birnbaum“.

Das Genre lässt sich in verschiedene Erscheinungsformen unterteilen. Hier findet Ihr eine Übersicht. Denkbar wären natürlich auch andere Kategorisierungen.

Whodunit-Krimi

Am Anfang des Krimis steht das Verbrechen, das in der darauffolgenden Geschichte von einem Ermittler, meist ein Detektiv, aufgedeckt wird. Die Aufklärung des Verbrechens steht im Zentrum der Handlung. Da dem Leser die gleichen Informationen zur Verfügung stehen wie dem Ermittler, kann dieser während der Lektüre miträtseln und nach der richtigen Lösung suchen. Mit ihren Miss Marple Romanen ist die britische Schriftstellerin Agathie Christie eine typische Vertreterin der Richtung. Auch Arthur Conan Doyle schuf mit dem britischen Detektiv Sherlock Holmes nicht nur eine legendäre Kunstfigur, die durch forensische Ermittlungen, analytischem Denken und genauer Beobachtungsgabe Verbrechen aufklärte und die Täter schnappte, sondern auch klassische Whodunit-Romane.

Thriller

Ein Thriller zeichnet sich durch einen gut ausgearbeiteten Spannungsbogen aus. Gleichzeitig weist er einige Parallelen zum „normalen“ Roman auf, indem persönliche Themen der Charaktere wie Liebe, Freundschaft, Trauer etc. in die Handlung eingebunden werden. Zu den erfolgreichsten Thrillerautoren der letzten Jahre gehört unter anderem auch der 2004 verstorbene Stieg Larsson, dessen sogenannte „Millenium-Reihe“  mit den Titeln „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ sich bisher weltweit 63 Millionen Mal verkauft hat. Stieg Larsson schrieb Thriller, die einen enormen Nervenkitzel erzeugen. Dabei werden brutale Verbrechen häufig sehr detailliert beschrieben. Auch Sebastian Fitzek, der mit 3,5 Million verkauften Büchern fraglos einer der bekanntesten deutschen Psychothrillerautoren ist, setzt gekonnt  Cliffhanger (offener Ausgang eines Kapitels/Abschnitts auf dem Höhepunkt) und erzählerische Effekte ein, die ein hohes Maß an Spannung erzeugen.

Hard-boiled-Krimi

Im  hard-boiled Krimi löst, genau wie beim Whodunit-Krimi, ein Ermittler ein Verbrechen auf. Die Handlung ist aber um einiges schneller und Action geladener. Der intellektuelle Aspekt tritt in den Hintergrund. Charakteristisch für dieses Genre ist der kritische Blick des Erzählers, der auf die gesellschaftlichen Zustände gerichtet ist. Einer der Wegbereiter für die Gattung war der Schriftsteller Raymond Chandler, der eine Romanreihe  mit dem melancholischen Privatdetektiv Philip Marlowe verfasste. „Der lange Abschied“ wurde sogar der erfolgreichste hard boiled-Krimi aller Zeiten. Auch James Ellroy, Sohn einer ermordeten Schönheitskönigin und eines alkoholsüchtigen Straftäters, schrieb mit den Hard boild Krimis  „The Black Dahlia“  oder „L.A. Confidental“  internationale Bestseller.

Noir Krimi

Die Hauptcharaktere des Noir-Krimis sind Anti-Helden, innerlich zerrissen, mit einem düsteren Schicksal. Mit dem fehlenden Happy-End soll die vermeintlich trostlose Realität in der Literatur wiedergespiegelt werden. Sowohl Arne Dahl, Friedrich Dürrenmatt als auch Horst Eckert schreiben charakteristische Noir-Krimis. Der schwedische Autor Henning Mankell verfasste insgesamt 11 Kriminalromane, die den introvertierten und nachdenklichen Kurt Wallander als Hauptcharakter haben. Dieser leidet unter der Schlechtigkeit der Welt und hat mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen. Im letzten Wallander-Krimi erkrankt die Hauptfigur sogar an Alzheimer. Die düstere Atmosphäre und persönlichen Sehnsüchte der Charaktere sind entscheidende Merkmale für diese Krimiform.

Regional-Krimis

Dem Schauplatz der Handlung wird im Regional-Krimi eine übergeordnete Rolle zuteil. Das Lokalkolorit wird hervorgehoben, indem bekannte Orte aus der Region auftauchen und der Dialekt integriert wird. So verfasst Donna Leon seit über 20 Jahren Kriminalromane, die in ihrem Heimatort Venedig spielen. Auch deutsche Schriftsteller haben das Genre für sich entdeckt. Neben dem bekannten Autor Jacques Berndorf, der seine Geschichten in der Eifel spielen lässt, verfasst Jörg Maurer humorvolle Alpenkrimis und das Autorenpaar Volker Klüpfel und Michael Kobr schufen mit demAllgäuer Kommissar Kluftinger einen der beliebtesten deutschen Krimihelden.

Polizei-Krimi 

Bei dieser Form des Kriminalromans sind die Ermittler Angehörige von Polizeiorganisationen. Ihre Arbeit steht im Mittelpunkt des Geschehens und wird realitätsgetreu beschrieben. Vertreter dieser Gattung sind u.a. Maj Sjöwall, Per Wahlöö, Elizabeth George und Fred Vargas. Auch der belgische Schriftsteller Georges Simonen verfasste mit seinen 75 Romanen rund um den Kommissar Maigret Polizeikrimis.

Doch egal ob heiter, düster, voller Action oder rätselhaft, sie alle haben eins gemein: Ein Verbrechen steht im Zentrum der Handlung.

Wie ist das bei Dir? Liest Du gerne Krimis? Und wenn ja, welche Form bevorzugst Du? 

Autor des Artikels: +Maren Kahl

Kommentare

conro kommentierte am 26. September 2013 um 12:23

Natürlich lese ich "Krimis" (dabei ist es mir egal, welcher Krimi-Kategorie angehört) und unzählige Bücher, die das Böse beschreiben, stapeln sich hier. Neben den Krimis stehen dann die Thriller. Welche Gattung des Bösen ich bevorzuge? Keine, Krimi und Thriller nehmen je 50 Prozent ein. Hauptsache, der Inhalt ist spannend.

Maddy75 kommentierte am 26. September 2013 um 13:36

Ich liebe dieses Genre! Ich fiebere gern mit den Ermittlern mit und rätsele, wer der Täter sein könnte. Deshalb mag ich sowohl klassische Detetivromane - ich liebe Agatha Cristie und Arthur C. Doyle! - als auch Thriller - wie Cody McFadyen und Sebastian Fitzek. Am liebsten sind mir die Romane, bei denen erst auf den letzten Seiten der Fall aufgeklärt wird, damit bis zum Schluß die Spannung anhält.

coala kommentierte am 26. September 2013 um 14:54

Mit dem typischen Krimi (Whodunit) habe ich so meine Probleme und wird nicht so gerne von mit gelesen. Wenn schon, dann muss es ein ordentlicher Thriller sein mit Aktion, Spannung und am besten Weltuntergangsstimmung. In der Regel greift mein romantisches Herz jedoch zur Light Variant Romantic Suspense  (:  Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel, so dass generell alles mal gelesen wird, egal welches Genre.

friedel81 kommentierte am 27. September 2013 um 11:01

Ich lese Krimis, wie auch Thriller. Hierbei habe ich keine spezielle Vorliebe, es muss halt spannend sein. Würde ich sie allerdings in die o.g. Kategorien einteilen müssen, bestehen sie aus: Whodunit-Krimi, Thriller, Polizei-Krimi und auch mal Regional-Krimis.

herz2568 kommentierte am 27. September 2013 um 12:27

Ich bin auch ein Krimileser- vorallem zur Entspannung, dabei bevorzuge ich die englischen und die nordeuropäischen. Es darf ruhig blutrünstig sein und psychologisch. Gerichtsmediziner als Hauptpersonen finde ich auch gut. Warum kann ich nicht genau sagen vielleicht hat es doch etwas mit meiner schwarzen Seele zu tun ;-)))

 

Horror and more kommentierte am 27. September 2013 um 16:49

Nein, mit Krimis kann man mich jagen. Meine Homepage und ich haben uns dem Horror verschrieben. Gerne darf auch mal ein guter Psychothriller dabei sein. Auch die Apokalypse in all ihren möglichen Varianten ist in meinem Regal vertreten. Ab und zu darf es auch mal ein Sachbuch oder eine Erfahrungsbericht zu den Themen Serienkiller, Verbrechen, usw. sein.

Typische Krimis mit Ermittlern und all ihren privaten Belangen gehen für mich gar nicht. Leider ist der Horror eher ein Nischengenre. Sehr schade!

Molly89 kommentierte am 28. September 2013 um 11:58

Ich lese eigentlich am liebsten Thriller. Ich mag es sehr neben dem Mord oder der Tat im allgemeinen auch in die Welt des Ermittlers oder der Hauptperson einzutauchen. Das macht die ganze Geschichte meiner Meinung nach spannender und facettenreicher. Allerdings sollte diese auch nicht zu detailliert beschrieben sein...sonst kann es auch schnell langweilig werden.

Kathrinsbooklove kommentierte am 11. Februar 2014 um 20:17

So wie du lese ich sehr gerne Thriller, dafür aber (fast) gar keine Krimis. Meiner Meinung nach sind Thriller einfach  Spannender, Fesselnder, Interessanter.

Ich finde Cody McFadyen schafft es sehr gut diese Balance von der Schrecklichkeit von Morden und den Charakteren/Welten der Ermittler zu halten. (Er ist einer meiner Lieblings Triller Autoren)

Leseloewin kommentierte am 28. September 2013 um 22:13

Ich lese gerne Krimis von Ann Granger oder Anne Perry bzw. Martha Grimes.

Mel kommentierte am 08. Oktober 2013 um 23:02

Ich liebe Thriller und Krimi´s. Es ist wie bereits erwähnt ein fesselndes Genre, einige Autoren die ich lese beschreiben den Weg des Ermittlers, wie z.B. bei Giles Blunt oder Chris Carter. Aber dann gibt es auch den Protagonisten bei der Reihe von Michael Robotham, Joe O'Loughlin. Er ist der Psychologe der versucht sich in den Täter hinein zu versetzen. Oder nehmen wir den Forensiker David Hunter bei Simon Beckett. Wenn ich einen Krimi o. Thriller lese muss mich das Buch fesseln, ich habe allerdings auch schon Bücher vorzeitig beendet, weil ich einfach nicht damit klar komme. Dummerweise sind das oftmals deutsche Autoren die da auf der Strecke bleiben. :-( 

Ich tauche in eine andere welt ein und fiebere mit oder leide sogar mit, wenn bei den Charakteren was nicht so läuft wie man es ihnen vielleicht wünscht.

Anis zauberhafte Bücher kommentierte am 09. Oktober 2013 um 16:46

Ich mag Thriller und Regional Krimis total gerne. Thriller sind (meistens) immer seeeehr spannend und reißen einen mit. Bei den Regio Krimis mag ich gerne die Dialekte und finde es interessant die "Gewohnheiten" der Gegend kennen zu lernen.

Uwe Taechl kommentierte am 09. Oktober 2013 um 19:44

Also ich wechsel gerne fleissig unter den Unterkategorien hin und her. Immer nur eine Richtung zu lesen wäre mir zu langweilig. Es darf also gerne mal etwas Regionales sein, dann ein schöner Thriller, ein klassischer Krimi, etc. Es gibt immer Neues zu entdecken und zu erleben.

doppelgaenger kommentierte am 09. Oktober 2013 um 20:20

Auf meiner Lieblingsliste stehen vor allem Psychothriller - ich mag es richtig spannend! Toll finde ich es, wenn der Autor es schafft, die Spannung von Anfang an hochzuhalten. Als aktuellstes Beispiel fällt mir da Fitzeks Nachtwandler ein.

vladimir kommentierte am 10. Oktober 2013 um 17:54

Am allerliebsten lese ich Thriller und die können nicht blutig und brutal genug sein.

Cody Mc. Fayden, Jack Ketchum, Tess Gerritsen, Mo Hayder, Jack Kilborn, Richard Laymon

Aber ab und zu dann auch sehr gerne die regionalen Krimis zum Ausgleich .

Maraki Mary babbelte am 14. Oktober 2013 um 16:29

Also ich glaube es spielen viele Aspekte eine Rolle, warum uns das Böse fasziniert. Ich bin der Meinung zum einen ist es interessant zu lesen, wie ein Killer vorgeht und seine Taten rechtfertigt und auf der anderen Seite, der Cop der den Fall angeht und versucht zu lösen. (Typisch für einen Krimi)

Zum anderen finde ich es abschreckend und angstmachend, wie schnell man zum Opfer werden kann.
(Real-Crime Bücher)

Ich habe mir mal ein Buch von Harbort geholt, in dem er über Serienmörder und deren Frauen schrieb. Solche Bücher wecken mein Interesse aus dem Aspekt, wie aus "normalen" Menschen Mörder werden.

Und ja, ich könnte stundenlang gute Krimis, Thriller und Real-Crime Bücher lesen und mit Gänsehaut schockiert feststellen, dass das Böse heutzutage überall lauert...

Dalang kommentierte am 27. Oktober 2013 um 12:50

Ich mag die Krimis von Martha Grimes, Agatha Christie (habe ich tatsächlich alle gelesen, am besten haben mir "Alibi" und "10 kleine Negerlein", das nun politisch korrekt "Und dann gabs keinen mehr" heisst, gefallen) und Ann Cleeves (wobei bei ihr die ersten Krimis klar besser waren als die aktuellen). 

lesesafari kommentierte am 15. April 2014 um 19:47

Ich unterscheide da eigentlich nicht. Thrill & Crime gehört meistens ja doch irgendwie zusammen. Regionalkrimis habe ich noch keine gelesen, mich würde dann aber auch eher der Dialekt oder falls eigene Region, die bekannten Szenen reizen, als die eigentlich Story.

Thriller dürfen ruhig viel Psychokrams und wenig Blut und Gewalt enthalten. Die spannende Geschichte mit all ihren hintergründigen Auslösern und das Miträtseln um den Täter ist mir dabei wichtiger, als irgendwelche Tatortbeschreibungen. Irgendwann schockt das eben auch nicht mehr. (Alles lag voll Blut. Die Leiche wurde so und so aufgeschnitten.) Manchmal ist es dann noch besonders ekelig. Aber Spannung weckt es doch nicht.

Am besten gefällt es mir dann auch, wenn es sich um Mischgenres handelt. Romanelemente, Liebe, Freundschaften und co, dürfen sehr gerne eingebaut werden. Hauptsache die Personen sind sympathisch und werden in die Tiefe gehend beschrieben.

Leider hart man, wenn man viele Thriller und Krimis liest, irgendwann den Bogen raus und kann sich dann oft das Ende schon nach einigen Seiten denken. Das finde ich dann sehr schade. Ein Buch von Fitzek kann ich mittlerweile nicht mehr toll finden, weil alles so vorhersehbar ist. Dafür hat er stets einen spannenden Schreibstil, der das dann wieder etwas wett machen kann.

Was ich aktuell ganz schlimm finde, sind die Thriller von Jilliane Hofmann, Cupido-Reihe. Diese ganzen Erklärungen von den einzelnen Gerichts-/ und Polizeiorganisationen und diese ewig langen Gerichtshandlungen und am Ende wird der Fall wieder nicht aufgeklärt, sind für mich richtig anstrengend. Außerdem ist keine einzige Figur sympathisch, alle wirken oberflächlich und egoistisch. Da hätte ich definitiv mehr erwartet.

Gut hingegen finde ich Thriller, die eventuell mit historischen Ereignissen und Wissen, Mystischen und Unerklärlichen gemischt werden. Dazu fallen mir spontan Andreas Winkelmann-Hänschen klein oder die Freimaurer-Thriller von Giacometti und Ravenne ein.

Nehalel kommentierte am 24. April 2014 um 14:27

Ich lese relativ gerne Krimis, obwohl sie noch weit entfernt davon sind, Überhand zu gewinnen in meinem Bücherregal. Am liebsten lese ich Whodunit-Krimis, da ich besonders die Sherlock Holmes-Geschichten liebe. Daher direkt ein bisschen Kritik: Doyle war der erste, bei dem das Verbrechen logisch aufgeklärt wurde. Vorher kamen die Detektive einfach durch Zauberhand an ihre Lösung, ohne, dass es erklärt wurde. Erst seit Doyle darf der Leser an Überlegungen und Schlüssen des Detektivs teilhaben ;)