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Aufgeschlagenes Buch mit Abbildung einer Theaterbühne

Das Buch war wesentlich besser als der Film

Von den Schwierigkeiten Buch und Film miteinander zu vergleichen

Bei Literaturverfilmungen wird oft die Qualität des Filmes bemängelt, da das Buch besser war. Ein Plädoyer zukünftig auf diesen Vergleich zu verzichten!

Es ist gefühlt der meistgehörte Satz, nachdem man mit Freunden im Kino oder Zuhause eine Literaturverfilmung gesehen hat. "Das Buch war wesentlich besser als der Film." Ich möchte euch in diesem Text ein paar Gründe aufzeigen, weshalb der Vergleich zwischen Buch und Film für mich keinen Sinn macht.

Buch und Film sind zwei völlig verschiedene Medien
Das Buch ist ein abstraktes Medium. Jedes Wort ist Stellvertreter eines Bildes, dass jeder einzelne individuell imaginiert. Das Buch ist ein intimes Medium, denn jeder Leser liest das Buch anders, stellt sich Figuren und Situation aufgrund persönlicher Erfahrungen unnachahmlich vor.
Der Film spiegelt dagegen die Imagination einer bestimmten Gruppe, also Künstler, Regisseure, Autoren etc. wider. Diese Vorstellungen werden per bewegtem Bild übermittelt und sind für alle Filmbetrachter die gleichen. Dazu kommen Ton, Musik, Schnitt, Animationen und vieles mehr.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
In einem Buch kann eine Szene über mehrere Seiten beschrieben sein. Ein Zimmer oder eine Person können so detailliert beschrieben sein, dass wir sie förmlich vor uns sehen (und trotzdem gehören die Vorstellungen nur uns [siehe Punkt eins]). Im Film kann eine Szene oder das Aussehen einer Person in einem Bild abgearbeitet sein. Und wer Freude an ausgiebigen Beschreibungen hat, wird vielleicht in einem Film nicht den gleichen Genuss verspüren.

Der Faktor Zeit
Ein Film kann die Handlung eines Buches nur verdichtet darstellen. Für viele hundert Seiten eines Buches sind im Film nur ein paar Stunden platz. Handlungsnebenstränge und Nebenfiguren können nur verkürzt dargestellt werden oder müssen ganz weggelassen werden, um der Komplexität der Hauptfigur(en) gerecht zu werden. 

Der Film ist unabhängig
Der Film ist eine unabhängige Kunstform. Wenn für einen Film ein Buch als Vorlage verwendet wird, kann das Buch nur als eine grobe Schablone dienen. Wie stark sich ein Film am Buch orientiert hängt von Verhandlungen zwischen Autor und Filmemachern oder von Copyrightrechten ab. Viele Buchfans sehen Veränderungen als Qualitätsverlust an. "So war das aber nicht im Buch", hört man es dann echauffiert von allen Seiten. Die Umstände für Unterschiede zwischen Buch und Film können ganz unterschiedlich sein. Vielleicht liegt es am Budget, den Möglichkeiten bzw. der Schwierigkeit der filmischen Umsetzung oder am persönlichen Geschmack der Filmemacher. Im Fall von Forrest Gump verhält es sich beispielsweise so: Die Buchvorlage ist ein eher mäßiges Buch, von schlechter Sprache und ohne Spannungsbogen. Aber aus der Idee haben die Produzenten einen hervorragenden Film gemacht. Viele Stellen aus dem Buch wurden weggelassen, viele neue Stellen wurden hinzufügt. Viele wissen nicht, dass es für diesen Film eine Buchvorlage gibt, nur wenige haben sie gelesen.Wenn die Buchvorlage nicht bekannt ist, beschwert sich niemand über die mangelnde Qualität des Filmes, da der Film als eigenständiges Kunstwerk betrachtet wird (wie es im Normalfall sein sollte).   

Der Vergleich zwischen Buch und Film lässt sich letztlich kaum vermeiden. Zwei Medien, die einen Stoff auf zwei verschiedene Weisen behandeln. Aber vielleicht kann man die Qualität eines Filmes anhand von Filmkriterien beurteilen, anstatt ständig auf das Buch zu verweisen. Denn für Buchliebhaber gilt ja: Nichts geht über ein gutes Buch! 

Was denkt ihr über diesen (alternativen) Ansatz? Welche Buchverfilmungen haben euch überzeugt? Welche sind nicht empfehlenswert? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Kommentare

Seiten

Streiflicht kommentierte am 14. August 2014 um 17:33

bei mir ist das ganz einfach. wenn mich ein buch wirklich begeistert hat, schaue ich mir die verfilmung normalerweise erst gar nicht an. dann kann ich nicht enttäuscht sein. und ich habe dann auch nicht das problem, dass ich beim erneuten lesen des buchs immer die bilder vom film, sondern meine eigenen im kopf habe. das mag ich lieber

katzenminze kommentierte am 14. August 2014 um 19:12

Mach ich ganz genauso. :)

Niob kommentierte am 14. August 2014 um 21:25

Wenn ich das Buch wirklich mag und vorhabe es nochmal zu lesen, mach ich das auch so ^^

marsupij kommentierte am 15. August 2014 um 16:12

Ich überlege immer lange, ob ich mir eine Verfilmung anschaue oder nicht. Ich finde aber, dass es in der anderen Richtung, also erst Film, dann Buch für mich persönlich schlechter funktioniert.

Streiflicht kommentierte am 15. August 2014 um 18:23

bei mir passt das so oder so nicht zusammen. ich liebe die unendliche geschichte als film wirklich, aber wenn ich das buch lese, hab ich sofort alle filmgestalten vor augen und das ist dann schon irgendwie schade, wenn kein raum mehr für die eigene fantasie ist....

Heinz60 kommentierte am 14. August 2014 um 20:46

Das Hauptproblem sehe ich eher so:

Das Buch ist Kopfkino und eigene Phantasie.....

Ein Film ist die Kreativität eines Regieseurs.....

Leider viel zu oft zwei Welten, die nicht immer harmonieren.

Streiflicht kommentierte am 15. August 2014 um 18:24

knapp und doch wunderschön zusammengefasst!

mehrBüchermehr.... kommentierte am 14. August 2014 um 21:39

Ich trenne prinzipell zwischen Buch und Film. Wer ohne Erwartungen einen Film ansieht, der an ein Buch angelehnt ist, kann auch auf keinen Fall enttäuscht werden!

Meiner Meinung nach wird ein Buch niemals zu 100% in einem Film umgesetzt werden können und das einfach schon aus Zeitgründen. Wer würde sich 3-4h in ein Kino setzen, denn mindestens so lange würde es wahrscheinlich an Spielzeit benötigen. Wenn jede Buchverfilmung so lang wäre, würde es zum einen das Filmbudget sprengen und zum anderen würden sich dann auch wieder die Menschen beschweren, dass es viel...... zu lang war.

Man kann es Niemandem Recht machen und deshalb sollte man sich einfach von diesen Filmen überraschen lassen und Seine Erwartungen entweder abstellen oder so niedrig wie möglich halten, denn sonst ist wie schon getippt, die Enttäuschung vorprogrammiert!!

(Das Thema Filmdauer in Form der Spiellänge wurde ja auch schon im Artikel kurz angesprochen.)

 

 

 

 

mehrBüchermehr.... kommentierte am 14. August 2014 um 22:44

SORRY, bei prinzipiell fehlt ein i  und falls noch irgendwo ein Tippfehler sein sollte, seht es mir bitte nach.....manchmal sind die Finger zu schnell ;-)

Shinea kommentierte am 14. August 2014 um 23:28

Toller Artikel, ich stimme dir zu!

Zwar versuche ich immer, bevor ich mir einen Film anschauen, zu dem es eine Buchvorlage gibt, das Buch zu lesen und vergleiche natürlich dann, was im Film anders gemacht wurde, aber mein Urteil bezieht sich dann stets auf den Film als Medium und nicht darauf, ob er dem Buch gerecht wird.

"Das Buch war besser!" - ganz ehrlich, es gibt nur ganz wenige Bücher, die nicht besser sind als ihre filmische Umsetzung. Was macht das Buch denn besser? Lange Beschreibungen, die Zeit einen Charakter wachsen und reifen zu lassen, die Emotionen werden evtl. eher angesprochen usw. Die ersten beiden Punkte kann ein Film nun mal nur bedingt erfüllen, weil die Zeit nun einmal nicht da ist. Ganz anders ist es natürlich, wenn aus der literarischen Vorlage eine Serie gemacht wird. Und selbst da gibt es oft genug Gemecker, weil Handlungsverläufe geändert werden, Personen nicht vorkommen, andere dafür neu hinzukommen usw. Ich lese im Moment Das Lied von Eis und Feuer. Super geile Bücher! Die Serie habe ich aber auch geschaut. Super geile Serie! Natürlich sitze ich dann da und gebe Kommentage à la "Im Buch war das aber so und so!" ab, aber deswegen finde ich die Serie nicht weniger gut! Es macht mir sogar Spaß zu vergleichen und zu beobachten, was die Serienmacher aus diesen tollen Büchern machen, wie sie die Geschehnisse interpretieren usw.

Film und Buch sind zwei unterschiedliche Medien, die mich beide auf ihre Art und Weise unterhalten können. Ich lese ein Buch - finde es toll. Es wird verfilmt - ich schau es mir an. Und ich beurteile den Film als Film und nicht im Vergleich zum Buch.

Mrs. Moriarty kommentierte am 15. August 2014 um 00:25

Natürlich kann man Buch und Film nur schwer vergleichen. Gerade weil sie verschiedene Medien sind. Dennoch... es hat ja im Normalfall seine Gründe weshalb ein Buch verfilmt wurde und dann müssen sich Drehbuchautoren und Regie eben auch gefallen lassen, das der Vergleich doch gezogen wird. Denn oftmals wird ja nicht nur Inhalt verkürzt sondern auch unnötig verändert. Man denke nur an Harry Potter Band vier, dessen Inhalt in vielen Teilen nur noch wenig mit dem Roman zu tun hat. Diese starken Veränderungen an einer Handlung finde ich immer wieder unnötig und ärgerlich. Denn gerade bei einem Film dessen Buch man kennt, erwartet man ja dann doch auch bestimmte Szenen wieder zu erkennen. 

bookworm kommentierte am 15. August 2014 um 08:19

Natürlich sind Buch und Film zwei völlig unterschiedliche, voneinander unabhängige Medien. Ich stimme dir auch zu, dass man sie voneinander getrennt betrachten und nicht vergleichen sollte. Wohlbemerkt, sollte. Ich versuche wirklich immer, eine Buchverfilmung eines Buches, das ich bereits gelesen habe, neutral zu betrachten. Wenn dann allerdings Tatsachen so verdreht wurden, dass sie, auch wenn Handlungsstränge verändert wurden, keinen Sinn mehr ergeben, kann ich einfach nicht anders als zu zetern, mich wie du so schön sagst zu echauffieren und zu sagen "Im Buch war das aber anders." 
Ich verstehe auch, dass es im Film nicht möglich ist, jede Szene einzufangen, sodass für den individuellen Leser wichtig erscheinende Momente auf der Leinwand nicht erscheinen. Manchmal werden allerdings auch Stellen weggelassen, die keine Nebenszenen sind, viel Emotion mit sich tragen und manchmal auch für das Verständnis von Figuren wichtig sind. Um wieder das Beispiel Harry Potter aufzugreifen:

(Achtung Spoiler!!!)

Ein emotionaler Moment wie die Beerdigung Dumbledores hätte doch sicherlich noch an das Ende von Harry Potter und der Halbblutprinz gepasst. 

Die Schlacht im selben Film wäre sicherlich ein guter Spannungsträger gewesen.,

Selber Film, selbe Schlacht: Wenn man kurz gezeigt hätte, wie Bill Weasley von einem Werwolf angegriffen wird, hätte man sich die peinliche Erklärungsszene am Anfang des siebten Filmes sparen können. Denn dieser Anfang war ganz nach dem Motto: Oh, uns ist aufgefallen, dass wir einige Dinge nicht erklärt haben, gut erklären wir es jetzt in einer halben Minute... 

(Spoiler Ende)

Kurzum, selbst wenn man gewillt ist, sich nicht über Buchverfilmungen aufzuregen, passiert es einfach trotzdem automatisch. 

Edit: Ich habe absichtlich geschrieben, dass ich meckere "Im Film war das aber anders", denn ich mag viele Buchverfilmungen trotzdem. Auch jenen bemäkelten 6. Harry Potter schaue ich ziemlich häufig. Und manchmal ist es auch nicht die veränderte Handlung, die einen Film downgraded sondern die schlechte Schauspielerei (siehe erste Punkt Flop Verfilmungen).

Top Verfilmungen:

  • Harry Potter
  • Herr der Ringe
  • Hobbit
  • Panem 2

Flop Verfilmungen:

  • Twilight 
  • Wächter der Nacht/ des Tages
  • Mitternachtszirkus

Lrvtcb kommentierte am 19. August 2014 um 22:05

Twilight war definitiv ein Flop und mit jedem Film wurde es nur noch schlechter. Im Englischen sind die Filme schon schlecht und mit den deutschen Synchronisation sind sie einfach nur noch unterirdisch schlecht.

storycircus kommentierte am 15. August 2014 um 08:53

Wahre Worte :) Der Artikel hat mir gefallen.

Ich bin sowieso jemand, der generell unvoreingenommen an Filme herangeht. Und auch wenn die Handlung von der des Buches abweicht, wenn es gut gemacht ist: why not.

Probleme sehe ich da wiederum auf der Fangirlie-Seite. Die wollen natürlich ihre Lieblingsbücher 1:1 umgesetzt haben. Alles andere wird abgelehnt.

storycircus kommentierte am 15. August 2014 um 08:54

und zu Harry Potter:

ich finde die Filme eigentlich sehr gut und ich habe auch alle gerne gesehen. Es gibt aber einen Charakter, der niemals in den Filmen vorkommt (bestimmt auch noch mehr) und das ist Peeves. Fand ich anfangs schade, andererseits ist es eben ein Detail, das dann nur die Buchliebhaber kennen, ist doch auch was :D

marsupij kommentierte am 15. August 2014 um 16:14

Ich fand es bei den HP Verfilmungen sogar hilfreich, die Bücher zu kennen. Meiner Meinung nach merkte man richtig, was im Film nur angedeutet werden konnte und wer die Bücher kennt, hat die Andeutungen verstanden.

Tine kommentierte am 19. August 2014 um 14:45

ging mir auch bei einigen Filmen so, dass ich viele Andeutungen gesehen habe, die Nur-Film-Schauer wahrscheinlich gar nicht auffallen. Das find ich immer toll!

Lrvtcb kommentierte am 19. August 2014 um 22:06

Ich weiß nicht wie häufig ich die Bücher schon gelesen und wie häufig ich schon die Filme gesehen habe, aber irgednwie ist mir noch nie aufgefallen, dass da Peeves fehlt. ABer jetz wo du es sagst... Durch ihn wären die Filme bestimmt noch eine Spur witziger geworden. ;-)

Schaefche kommentierte am 15. August 2014 um 16:16

Dein Artikel trifft es ziemlich gut! Ich versuche auch, beides möglichst wenig zu vergleichen, aber vor allem, wenn mir der Film nicht so zusagt, bleibt ein Vergleich nicht immer aus... Umgekehrt hat die Verfilmung von "Tintenherz" dazu geführt, dass ich die Bücher doch noch gelesen hab, weil ich gehofft habe, dort die Fragen beantwortet zu kriegen, die der Film offen gelassen hatte. Zumal ich den Film nicht sonderlich gut fand, aber wissen wollte, ob das Buch dem Hype gerecht wird.

Bei Tolkien ist es so, dass ich bei den Büchern nie vorankomme, aber die Filme super finde. Und bei Harry Potter liebe ich beides...

Leia Walsh kommentierte am 15. August 2014 um 19:48

Ich gehöre wahrscheinlich zu einer absoluten Minderheit - ich versuche, das einfach zu trennen: entweder lese ich das Buch oder seh den Film (bin eh nicht so der Filmgucker). Ich seh wenig Sinn darin, einen Film zu sehen, von dem ich durch die Buchlektüre schon weiß, wie er ausgeht. Umgekehrt ebenso.

Meine bisherigen Erfahrungen waren so, dass die Bücher immer besser waren. Sehr deutlich erinnere ich mich daran, dass ich vor viiiiiiiiiiiiielen Jahren den Film "Christine" sah und den super fand. Dann hab ich in der Buchhandlung das Buch von Stephen King gesehen und dachte, okay, Du hast grad nix zum Lesen, der Film war gut, lies mal das Buch. Tja .... ich war hin und weg, das Buch war dermaßen toll und urplötzlich fand ich den Film nachträglich nur noch lächerlich.

Danach wurde das noch ein paar mal ähnlich bestätigt und seither nehm ich mir schlicht nicht mehr die Freude an einem Film oder Buch, indem ich mich lieber für "entweder - oder" entscheide, statt von einem beides zu "konsumieren".

Aber - jeder Jeck is anders. Wer also beides möchte, soll das ruhig für sich so handhaben.

Kitty Catina kommentierte am 16. August 2014 um 20:40

Sehr schöner Artikel. Ich finde, er bringt es genau auf den Punkt.

Ich glaube übrigens, die Sache ist die, dass man Buchverfilmungen gleich viel besser findet, wenn man das Buch gar nicht gelesen hat. So ging es mir mit "PS. Ich liebe dich" (Buch habe ich danach gelesen und fand es auch gut, obwohl es ganz anders war), "Cloud Atlas", "Die Frau des Zeitreisenden" und "Life of Pi" . 

Gelesen habe ich "Die Bücherdiebin" und fand die Verfilmung wirklich sehr gut. Ansonsten fällt mir gerade beim besten Willen keins ein.

Tine kommentierte am 19. August 2014 um 14:42

Das ist mir auch schon aufgefallen. Hab schon oft "meiner Freundin, die das Buch nicht kannte, hat der Film aber vieeel besser gefallen" gelesen. Ist glaub ich echt so. Wahrscheinlich hat der Leser Erwartungen (auch wenn das nicht bewusst geschieht) und vergleicht automatisch.

Septemberlulu kommentierte am 16. August 2014 um 20:46

Das ist ein guter Vorsatz, die Medien nicht zu vergleichen, aber ich muss gestehen, dass auch mir das nicht immer gelingt. Bei "Die Frau des Zeitreisenden" fand ich es z. B. sehr schade, dass der bis dahin für meinen Geschmack gelungene Film dann ein - im Vergleich zum Buch - geschöntes Ende bekommen hat. Andererseits liebe ich aber die Miss-Marple-Verfilmungen mit Margarete Rutherford, obwohl die teilweise weit von den Büchern entfernt sind und insbesondere der Charakter der Hauptfigur ja gänzlich anders ist als die Vorlage. Von den Schwierigkeiten, ein Buch in einen Film umzusetzen, erzählt übrigens der Film "Adaption" recht unterhaltsam. Ob es dazu eine Roman-Vorlage gab, weiß ich aber nicht.

Lerchie kommentierte am 17. August 2014 um 15:17

Ich bin auch ein Fan von Agatha Christie. Wenn ich jetzt Der Wachsblumenstrauß lese, dann ist dieses ein Buch mit dem beliebten Hercule Poirot - im Film jedoch ist es Jane Marple. Also eigentlich total unterschiedlich, und doch gefällt mir beides!

Soweit ich mal gelesen habe, war Agatha Christie eigentlich nicht begeistert von Margaret Rutherford als Miss Marple. Und wenn man die Miss-Marple-Beschreibung in den Büchern liest. dann passt die Rutherford überhaupt nicht! Und doch finde ich sie klasse. Eine sehr gute Schauspielerin.

Arbutus kommentierte am 17. August 2014 um 15:13

Ich habe zwei verschiedene Verfilmungen von "Jane Eyre" gesehen. Beide haben mich darstellerisch und von der Dichte der Handlung her sehr überzeugt, auch wenn unterschiedliche Details weggelassen wurden, die ich später dann im Buch wiederentdeckt habe.

Wirklich über's Ziel hinausgeschossen (bzw. drunter durch) ist meiner Meinung nach allerdings die Verfilmung von Michael Endes "Unendlicher Geschichte". Der Film wurde ein oberflächlicher Hollywood-Klamauk und erwies sich als geradezu phanasieabtötend. (Ich spreche hier vom 1. Teil. Den 2. habe ich nie gesehen)

Co.Okie kommentierte am 18. August 2014 um 13:40

Ich Persönlich halte nix davon Buch und Film miteinander zu vergleichen, es sind zwei verschiedene Medien die ich auf unterschiedliche Art und Weise für mich bewerte. 

Dorothea kommentierte am 18. August 2014 um 14:46

völlig überzeugt hat mich ebenfalls die Verfilmung der "Herr der Ringe" Triologie, bei dem "kleinen Hobbit" bin ich erstaunt wie man daraus drei Teile machen konnte. Ebenfalls grandios fand ich die Verfilmungen der Stieg Larson Bücher, aber nur in der schwedischen Fassung., auch die Wallander-Filme gefallen mir. Leider gibt es auch etliche Beispiele wo man es besser nur bei den Büchern gelassen hätte, spontan fällt mir Elisabeth George "Inspektor Lynley" ein.

 

 

Tine kommentierte am 19. August 2014 um 14:40

Da hast du recht. Ein Buch kann nie "richtig" als Film umgesetzt werden. Trotzdem vergleiche ich den Film mit dem Buch - irgendwie geht das aber gar nicht anders, wenn man die Romanvorlage gelesen hat. Ich seh aber kleine Änderungen dann nicht so eng. Ich habe einen Buchblog, auf dem ich bisher nie Buchverfilmungen bewertet habe. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hab ich aber mal mit dem Buch "verglichen", also nur geschrieben wie es umgesetzt wurde und auch gesagt, was mir am Film gefallen hat und was nicht. Und zwar weil das eine richtig gute Buchverfilmung war. Ich habe das Buch erst sehr spät gelesen und hatte dann, aufgrund der hochlobenden Meinungen, zu hohe Erwartungen. Deshalb fand ich das Buch "nur" gut und war irgendwie enttäuscht. Dann bin ich in den Kinofilm gegangen und der hat mich total gerührt und bewegt. Fazit: Durch den FIlm hab ich das Buch erst lieben gelernt und das find ich toll, dass eine gute Verfilmung sowas schafft. Der totale Gegensatz zu "Das Buch ist aber vieeel besser als der Film".

Lrvtcb kommentierte am 19. August 2014 um 22:10

Ich wäge immer ab, ob ich einen Film sehen möchte, wenn ich schon das Buch gelesen habe. Generell lese ich aber gerne das Buch bevor ich dann den Film sehe, sonst mag ich nachher das Buch nicht mehr. 

Ganz schlimm finde ich den Vergleich von "Beim Leben meiner Schwester". Da sind die Enden einfach komplett unterschiedlich und das passt dann einfach nicht. Da war ich nach dem Film auch wirklich sauer auf die Filmemacher.

Buecher-Nis kommentierte am 20. August 2014 um 12:08

Ich mag Buchverfilmungen. Manchmal finde ich sogar die Filme besser, weil der langweilige Teil aus den Büchern weggelassn wurde :D

sphere kommentierte am 20. August 2014 um 12:54

Ich erwarte von einer Verfilmung, dass sie neues bringt, denn eine 1:1 Übereinstimmung ist per se für eine Kinoverfilmung nicht möglich. Daraus ergibt sich unweigerlich, dass das Gespann Drehbuchautor / Regisseur Änderungen vornehmen muss, um diese in das Konzept einzubauen.

Somit besteht für mich eine klare Trennung zwischen Buch und Film.

Guter Artikel!

kommentierte am 25. August 2014 um 15:54

Mich stören die (schlechten) Verfilmungen von meinen Lieblingsbüchern auch oft, besonders, wenn die Geschichte stark veröndert wurde, wie das zum Beispiel bei "Rubinrot" der Fall war. Die Filme volkommen losgelöst von den Büchern zu schauen, gelingt mir auch oft nicht, ich liiebe aber die "Herr der Ringe"-Verfilmungen und auch die Panem Filme und die Verfilmung von "The Fault in our Stars".

Adlerauge kommentierte am 26. August 2014 um 17:44

"Club der toten Dichter " das Buch und der Film (mit Robin Wiliams ) war einfach nur super gut !!!

Vanessa_Noemi kommentierte am 09. Juli 2017 um 16:38

Der Artikel hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es ist absolut richtig was du sagst. Film und Buch sind zwei verschiedene Medien und nicht jeder hat die gleichen vorstellungen. Man kann es nie allen recht machen aber das ist nicht nur bei Buchverfilmungen so sondern allgemein bei Filmen oder auch bei Büchern. 

Ich habe die Twilight filme zum Beispiel gesehen, ohne die Bücher zu kennen und ich fand sie gar nicht soo schlecht. Als ich dann aber die Bücher gelesen habe, da konnte ich gut nachvollziehen, warum so viele die Filme überhaupt nicht mögen. 

Ich habe mittlerweile aufgehört, Filme mit der Buchvorlage zu vergleichen, weil das nichts bringt und die Bücher in den meisten Fällen immer besser sind. 

glotzerle kommentierte am 25. August 2018 um 20:52

Grauenhaft finde ich die Verfilmungen der Nesser— und Mankellkrimis. Die lese ich lieber nur.

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