Neuvorstellungen

20 True Crime Bücher: Romane, die auf wahren Verbrechen beruhen

True Crime: 20 Bücher, die auf wahren Verbrechen beruhen

Geschichten, die auf wahren Kriminalfällen beruhen, haben eine außergewöhnliche Wirkung auf den Leser. Es scheint, als löse der Bezug zum Echten besonders starke Erschütterung und Faszination aus.

In den letzten Jahren hat das True-Crime-Genre einen Boom auf allen Kanälen erlebt. Sei es die unglaubliche Netflix-Serie „Making A Murderer“, die noch unglaublichere HBO-Doku „The Jinx“, der Hype um den Podcast „Serial“ oder die Bestseller des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach – Kritiker und Leser/Zuschauer überschlagen sich mit Lob, Präsidenten sehen sich zu Statements genötigt, Gerichte rollen alte Fälle wieder auf.

Dieser doppelte Rückschluss auf die Realität hebt das Authentische in das Ästhetische und die jahrhundertealte Frage nach dem Bösen in der Welt in einen hoch-spannenden, selbstreflexiven Unterhaltungsrahmen.

In der Literatur hat der Schriftsteller Truman Capote im Jahr 1965 mit „Kaltblütig“ das Genre begründet. Es folgten viele weitere eindrückliche Tatsachen-Krimis, von denen wir euch zwanzig näher vorstellen möchten.

Lest ihr selbst gerne True Crime und könnt die Liste noch ergänzen? Oder seid ihr froh, wenn ihr Bücher zuklappen könnt und wisst: das war glücklicherweise alles nur Fiktion? Wir sind gespannt auf eure Meinungen! 

Kaltblütig

"Ein Meisterwerk - schmerzhaft, schrecklich, besessen." (New York Times Book Review)

In Kansas wird eine von allen geachtete Familie auf ihrer Farm "kaltblütig" ermordet. Panik ergreift die Bürger der nahen Kleinstadt. Die beiden Täter werden schnell gefasst. Der Autor besucht sie im Gefängnis und notiert alles, was sie ihm berichten. Sein aufregender Tatsachenroman ist eine zeitlose Studie über die Psychologie des Verbrechens.

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Seht, was ich getan habe

»Vater ist tot!« Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum?

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Der Helicopter Coup

Am 23. September 2009 detoniert auf dem Dach des Stockholmer Banknotendepots ein Sprengstoffpaket. Es reißt ein Loch in die Betondecke und öffnet den Weg zu 39 Millionen Kronen. Der Plan sieht vor, mit einem Helicopter zu fliehen und die Beute an einem sicheren Ort zu verstecken. Mehr als acht Monate haben Niklas Nordgren, Michel Malouf, Sami Farhan und Zoran Petrovic in die minutiöse Vorbereitung investiert. Und in dem spektakulärsten Raubüberfall der schwedischen Geschichte gelingt es ihnen, mit dem Helicopter vom Dach des Depots abzuheben. Doch damit ist die Beute noch nicht in Sicherheit ... - Bis heute haben die vier Räuber nie über ihre Tat gesprochen, in deren atemberaubendem Verlauf es der Polizei nicht gelang, sie aufzuhalten. So ist der 23. September 2009 zu einem schwedischen Mythos geworden, die Täter zu nationalen Helden. Nun erzählt Jonas Bonnier ihre rasante Geschichte und beweist, dass die Realität spannender ist als jede Fiktion.

Jonas Bonnier, geboren 1963, ist schwedischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist. Zwischen 2008 und 2014 leitete er die schwedische Bonnier Verlagsgruppe. Ausführliche Interviews und Gespräche mit den Tätern und anderen Beteiligten des Raubüberfalls bilden die Grundlage für seinen ersten Thriller. Jonas Bonnier lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Miami.

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Schuld

Ein Ehemann quält jahrelang seine junge Frau. Ein Internatsschüler wird fast zu Tode gefoltert. Ein Ehepaar verliert die Kontrolle über ihre sexuellen Spiele. Ein Mann wird wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. Leise, aber bestimmt stellt Ferdinand von Schirach die Frage nach der Schuld des Menschen.

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Drei Söhne

Lieber Gott, lass es einen Unfall gewesen sein ...

»Ich sah es in den Nachrichten. Nacht. Gebüsch. Wasser, verschwommene Lichter, ein Hubschrauber. Männer mit Warnwesten und Schutzhelmen. Hier war etwas Entsetzliches passiert..« Robert Farquharson bekommt sein Leben einfach nicht auf die Reihe. Seit einiger Zeit lebt er getrennt von seiner Familie. Am Abend des Vatertags im Jahr 2005 fährt er die drei Söhne zurück zu seiner Exfrau Cindy, als sein Wagen von der Straße abkommt und in einen See stürzt. Nur er kann sich aus dem Auto befreien ... Tragischer Unfall oder Racheakt – diese Frage wird die australische Justiz und Öffentlichkeit in den folgenden Jahren beschäftigen – und sie wird für Helen Garner geradezu zur Obsession. Sie verfolgt den Prozess durch alle Instanzen und erzählt die Geschichte eines Mannes und seines kaputten Leben und das unerhörte und unvorhersehbare Gerichts-Drama auf der Suche nach Gerechtigkeit.

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Einer von uns

Wie konnte sich Anders Breivik, der im wohlhabenden Westen aufwuchs, zu einem perfiden Terroristen entwickeln? Åsne Seierstads ausgezeichnetes Buch ist gleichzeitig psychologische Studie und literarisches True Crime, gleichzeitig Würdigung der Opfer und eine messerscharfe Analyse einer Tat, die sich jederzeit und überall wiederholen könnte.

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Der goldene Handschuh

Der goldene Handschuh - Heinz Strunk

Fritz Honka, ein minderbemittelter Frauenmörder aus der Unterschicht, erlangte 1976 schaurige Berühmtheit. Seine Opfer nahm er aus der Hamburger Kneipe "Zum Goldenen Handschuh" mit. Strunks Roman taucht tief ein in die dunkle Welt von Kiez, Tresen, Abbruchquartier, deren Bewohnern das mitleidlose Leben alles Menschliche zu rauben droht. Er führt uns aber auch in die oberen Etagen der Gesellschaft, wo es nicht unbedingt menschlicher zugeht. Am Ende treffen sich Arm und Reich im "Handschuh": Menschen allesamt, bis zur letzten Stunde geschlagen mit dem Wunsch nach Glück.

Eine kurze Geschichte von sieben Morden

Eine kurze Geschichte von sieben Morden - Marlon James

Ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize

Jamaika, 1976: Sieben bewaffnete Männer dringen in das Haus des Reggae-Musikers Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Marleys Manager wirft sich schützend über ihn und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Marleys Frau Rita wird ebenfalls schwer verwundet, er selbst bleibt mit leichteren Verletzungen an Armen und Brust zurück. Wer waren die Täter? Was waren ihre Motive? Ausgehend von dem Attentat und den Spekulationen, die sich darum ranken, entwirft Marlon James ein vielseitiges Stimmungsbild Jamaikas in den 70er und 80er Jahren voll Gewalt, politischer Willkür, Drogen und Intrigen, ausgestaltet bis ins kleinste Detail.

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Pommerenke

Die wahre Geschichte einer beispielslosen Verbrechensserie, das Porträt eines Serienmörders und das Psychogramm einer unangepassten jungen Frau - ein auf vielen Ebenen packender Roman, der das traditionelle True-Crime-Genre einerseits bedient und zugleich auf faszinierende Weise erweitert.

Heinrich Pommerenke (1937 - 2008) war ein deutscher Gewaltverbrecher und Serienmörder, der 1959 vor allem im Schwarzwald eine unvergleichbare Serie von mehr als sechzig Überfällen, Gewaltverbrechen, Vergewaltigungen und Morden beging. Pommerenke starb 2008, nachdem er fast 50 Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Er war zu der Zeit der am längsten einsitzende Verbrecher Deutschlands.

In dem True-Crime-Roman "Pommerenke" besucht die junge Journalistin Billy Anfang der 2000er Jahre den Verbrecher einige Male im Gefängnis, weil sie seine Biografie schreiben möchte. Während der Arbeit an ihrem Manuskript und der Beschäftigung mit der Person, den Morden und Mordversuchen scheint die junge Frau immer weiter in eine Art Wahnwelt abzudriften und entwickelt massiven Verfolgungswahn - oder ist vielleicht wirklich jemand hinter ihr her? Zusammen mit Billy dringt der Leser immer tiefer in das Leben Heinrich Pommerenkes ein, erlebt die beispiellosen Taten und die Überführung des Mörders hautnah mit. Immer atemloser folgt man den Recherchen der Journalistin, während diese noch einmal ihre Aufzeichnungen überarbeitet. Wie ein Puzzle setzen sich die einzelnen Teile des gut recherchierten, ungewöhnlichen Lebens des "Ungeheuers vom Schwarzwald" zusammen.

"Pommerenke" liefert Hochspannung durch actiongetriebenes, szenisches Erzählen. Dem Autorenduo Nico Anfuso und Miron Zownir gelingt es, die beiden Ebenen des Buches - Billys zunehmende Paranoia und die dokumentarische Rekonstruktion von Pommerenkes Serienmorden - überzeugend miteinander zu verzahnen. Das Resultat ist hoch spannend, fesselnd und auch deswegen so interessant, weil dem Frauenmörder und seinen unfassbaren Taten eine faszinierende Frauenfigur als zweite Protagonistin zur Seite gestellt wird. "Gewalt ist toxisch, der Umgang mit Monstrositäten lebensgefährlich. Zownir & Anfuso erzählen meisterhaft von einer jungen Frau, die sich radikal diesem Risiko aussetzt." Thomas Wörtche

Wolfswut

Wolfswut - Andreas Gößling

2016 in allen Schlagzeilen - aktueller und authentischer als Andreas Gößlings Thriller kann True Crime nicht sein!

Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau ...

Andreas Gößling, mit dem True-Crime-Genre bestens vertraut, verarbeitet den Fall eines deutschen Serienkillers zu einem schockierenden Thriller.

Höllenjazz in New Orleans

New Orleans, 1919: Der mysteriöse »Axeman-Mörder« versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Seine Waffe ist eine Axt, sein Markenzeichen Tarotkarten, die er bei seinen Opfern hinterlässt. Detective Michael Talbot ist mit dem Fall betraut und verzweifelt an der Wendigkeit des Killers. Der ehemalige Polizist Luca D'Andrea sucht ebenfalls nach dem Axeman – im Auftrag der Mafia. Und Ida, die Sekretärin der Pinkerton Detektivagentur, stolpert zufällig über einen Hinweis, der sie und ihren besten Freund Louis Armstrong mitten in den Fall hineinzieht. Als Michael, Luca, Ida und Louis der Identität des Axeman immer näherkommen, fordert der Killer die Bewohner von New Orleans heraus: Spielt Jazz – sonst komme ich, um euch zu holen. Ray Celestin ist ein brillanter Debütroman gelungen, der sich in einer Mischung aus Fakten und Fiktion um eine der spannendsten und geheimnisvollsten Mordfälle der nordamerikanischen Geschichte rankt.

Kalteis

Kalteis - Andrea Maria Schenkel

Der neue Kriminalroman von Bestsellerautorin Andrea Maria Schenkel

München, Ende der 1930er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt - auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden ...

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Der Iceman

Der Iceman - Anthony Bruno

Richard Kuklinski, 51 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder. Oberhaupt einer ganz normalen Familie, eine gutbürgerliche Existenz in den USA. Aber hinter der perfekten Fassade lauert das Grauen: Kuklinski war ein eiskalter Killer. Mehr als 100 Morde gehen auf sein Konto, die Opfer hat er erschossen, erstochen, vergiftet, erschlagen, zerbombt. Sein Spitzname: "Iceman"! Er tötete manchmal einfach nur, um seinen Jähzorn zu befriedigen, später dann wegen Geld oder um seine Verbrechen zu verbergen. Gnadenlos, brutal und rücksichtslos. Die Polizei war Kuklinski schon seit längerem auf der Spur, führte sogar eine Liste seiner Opfer, konnte ihm aber nichts nachweisen. Um ihn vor Gericht zu bringen, bedurfte es eines Fahnders, der ebenso hart, rücksichtslos und brutal vorging wie Kuklinski selbst. Undercover-Agent Dominick Polifrone war dieser Mann. Er gewann das Vertrauen des Iceman, und so begann ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Polifrone selbst fast zum Mordopfer wurde, als Kuklinski die Gefahr schließlich witterte. Am Ende aber schnappte die Falle zu, und der Iceman konnte endlich verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Autor Anthony Bruno hat diese Geschehnisse hervorragend recherchiert; er schildert sie auf höchst spannende Weise und mit viel Liebe zum Detail. Und er ergründet, was Kuklinski zu einer eiskalten Killermaschine hatte werden lassen. Bruno besuchte ihn dazu im Gefängnis, führte zahlreiche Interviews und korrespondierte mit ihm über Jahre hinweg. Eine Lektüre mit Gänsehaut-Garantie!

EVIL

Jack Ketchums beunruhigender, grenzüberschreitender Horrorthriller gilt unter Experten als eines der großen Meisterwerke des Genres. Die Geschichte eines Jungen, der inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert wird, steigt tief hinab in die Abgründe der menschlichen Psyche. Nachdem der brillant geschriebene Roman viele Jahre unter der Hand als geheimer Klassiker die Runde gemacht hatte, erhält er jetzt nicht zuletzt dank Stephen King, der zu diesem Werk auch eine ausführliche Einleitung verfasst hat, die verdiente Aufmerksamkeit und erscheint nun endlich auch als deutsche Erstausgabe.

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Der Serienkiller, der keiner war

Schweden, 1991: Sture Bergwall, ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller, wird in die geschlossene psychiatrische Einrichtung Säter nördlich von Stockholm eingewiesen. Dort macht er eine Therapie und wird mit Psychopharmaka behandelt. Im Zuge der Behandlung glaubt er, sich an schlimme Traumata aus seiner Kindheit zu "erinnern" und gesteht, als monströser Serienkiller Thomas Quick mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. Fast 20 Jahr später stellte sich heraus: seine Geständnisse waren frei erfunden. Seine Motive: verschreibungspflichtige Drogen, Geltungsbewusstsein und der Einfluss seiner Therapeutin und deren Zirkel, die glaubten, mit diesem Fall Geschichte schreiben zu können.

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Zerbrochen

Zerbrochen - Michael Tsokos, Andreas Gößling

Der dritte True-Crime-Thriller von Michael Tsokos - basierend auf echten Fällen, authentischen Ermittlungen und der jahrelangen Erfahrung des bekannten deutschen Rechtsmediziners.

Ein besonderer Tag für Rechtsmediziner Dr. Fred Abel: Viele Monate, nachdem er bei einem brutalen Überfall fast zu Tode kam, tritt er erstmals wieder seinen Dienst an. Sofort wird er vom täglichen Wahnsinn der BKA-Einheit "Extremdelikte" in Beschlag genommen: Der sogenannte "Darkroom-Killer", ein Psychopath ohne Skrupel, hält Polizei und Bevölkerung in Atem.
All dies verblasst jedoch, als Abels gerade neu gefundenes Familienglück auf dem Spiel steht: Seine 16-jährigen Zwillinge, Kinder aus einer längst vergangenen Affäre, besuchen ihn in Berlin - und werden Opfer einer Entführung. Wer hat mit Abel noch eine Rechnung offen?

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Sein blutiges Projekt

Sein blutiges Projekt - Graeme Macrae Burnet

August 1869: Ein verschlafenes Bauerndorf an der Westküste Schottlands wird von einem brutalen Dreifachmord erschüttert. Der Täter ist rasch gefunden. Doch was trieb den 17-jährigen Roderick Macrae, Sohn eines armen Pächters, dazu, drei Menschen auf bestialische Weise zu erschlagen? Während Roddy im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, stellen die scharfsinnigsten Ärzte und Ermittler des Landes Nachforschungen an, um seine Beweggründe aufzudecken. Ist der eigenbrötlerische Bauernjunge geisteskrank? Roddys Schicksal hängt nun einzig und allein von den Überzeugungskünsten seines Rechtsbeistandes ab, der in einem spektakulären Prozess alles daransetzt, Roderick vor dem Galgen zu bewahren. Sein brillanter Spannungsroman offenbart Graeme Macrae Burnet als außergewöhnliche neue Stimme im Genre des psychologischen Thrillers. Mühelos versetzt er den Leser mitten ins Schottland des 19. Jahrhunderts und zu den Anfängen der Kriminalpsychologie. Kunstvoll verquickt er dabei Rodericks eigene Aufzeichnungen mit Gerichtsunterlagen, medizinischen Gutachten und der Prozessberichterstattung. Während er die Annahmen der Leser über die eigentlichen Tathintergründe immer wieder raffiniert ins Leere laufen lässt, enthüllt sich die dunkle Wahrheit erst in einem fulminanten Gerichtsdrama.

Das Seelenhaus

Das Seelenhaus - Hannah Kent

"Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen."

Island 1828. Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau. Sie wird als hart arbeitende Magd respektiert, was sie denkt und fühlt, behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie allein. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen - bis Agnes Stück um Stück die Geschichte ihres Lebens preisgibt.

Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Die angeblichen Täter, neben Agnes Magnúsdóttir ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt. Vor allem an Agnes will der zuständige Landrat ein Exempel statuieren.
Scheinbar ungerührt nimmt Agnes das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie. Erleichtert, dem Kerker entkommen zu sein, kann sie bei der Arbeit manchmal ihr Schicksal vergessen. Vieles hier ist ihr vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt - bis sie einen Mann kennenlernte und sich nach langer Zeit erlaubte, sich ihre Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit einzugestehen. Der Schmerz über seinen Tod, der ihr nun angelastet wird, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Während der langen Gespräche, die die ganze Familie mithört, ist es vor allem
Margrét, die Hausherrin, die ahnt, dass die offizielle Wahrheit über Agnes vielleicht falsch sein könnte.

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Der freundliche Mr. Crippen

Der freundliche Mr. Crippen - John Boyne

Am 20. Juli 1910 verlässt das Passagierschiff S.S. Montrose den Hafen von Antwerpen und steuert mit rund 1.400 Fahrgästen in Richtung Quebec. Unter ihnen aus London ein Vater mit seinem Sohn. Im März desselben Jahres meldet im Londoner Büro von Scotland Yard eine Frau ihre Freundin Cora Crippen als vermisst und äußert einen ungeheuerlichen Verdacht: Coras Ehemann, der Arzt Hawley Crippen, soll seine Frau ermordet haben. Inspektor Walter Drew schenkt diesem Hinweis jedoch keinerlei Glauben, denn Mr Crippen gilt als überaus freundlich, sympathisch und harmlos. Doch auch Mr Crippen scheint wie vom Erdboden verschluckt, und dann macht Scotland Yard eines Tages einen grausigen Fund. In Vor- und Rückblenden zwischen den Ereignissen in London und auf der S.S. Montrose erzählt John Boyne von der spannenden Jagd nach einem Mörder und seiner Komplizin, die sich im Jahr 1910 wirklich so zugetragen hat. Sie führt uns zurück in die große Zeit der Passierschifffahrt kurz vor dem Untergang der Titanic und der großen technischen Erfindungen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wurde ein Täter per Schiffsfunk überführt.

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Die schwarze Dahlie

»Ellroy ist der wichtigste zeitgenössische Krimiautor.« Der Spiegel

Los Angeles 1947: Auf einem verlassenen Grundstück wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt – nackt und bestialisch zugerichtet. Der Mord der Schwarzen Dahlie macht Schlagzeilen und löst die größte Verbrecherjagd in der Geschichte Kaliforniens aus. Für Bucky Bleichert und Lee Blanchard vom Los Angeles Police Department wird die Suche nach dem Mörder zur Obsession. 

Band 1 des berühmten L.A.-Quartetts.

Kommentare

Emswashed kommentierte am 28. Juni 2018 um 16:40

Die klingen alle interessant, aber bei "Einer von uns" von Asne Seierstad und "Der goldene Handschuh" von Strunk würde ich sofort zugreifen.

katzenminze kommentierte am 28. Juni 2018 um 19:55

Der goldene Handschuh ist krass! Richtig gut, aber manchmal will man es am liebsten weglegen vor ekel.

milkshake kommentierte am 28. Juni 2018 um 21:35

Genau das gleiche gilt für "Einer von uns".

Emswashed kommentierte am 29. Juni 2018 um 07:05

Ja, manche Bücher sind schwer zu ertragen, aber die "Pausetaste" klemmt gottseidank nicht! ;-)

lesesafari kommentierte am 28. Juni 2018 um 17:25

Diese Kolumne fand ich immer interessantesten. Sehr schön, dass mal wieder so einen Artikel gibt.
True Crime lese ich bisher eigentlich nicht bzw. kaum. Ich frage mich immer, wie viel daran true sein soll und ich es finden soll, wenn ein echter Fall so verfremdet wurde.
Für mich klingen vor allem die historischen Fälle immer sehr gekünstelt, ganz zufällig entsprechen sie fast immer den aktuellen Literatur-Trend-Themen der entsprechenden damaligen Zeit.

Büchi kommentierte am 28. Juni 2018 um 18:06

In "Menschenfischer" von Jan Seghers geht es um den, bislang nicht aufgeklärten, Mord im Jahre 1998 damals 13jährigen Frankfurter Schüler Tristan Brübach. 

katzenminze kommentierte am 28. Juni 2018 um 20:05

Oh, da sind ein paar Bücher dabei, die auf meiner WuLi stehen. ^.^ Ich lese aber in letzter Zeit wenn ich Crime will fast ausschließlich das Crime Magazin vom Stern. Das ist echt klasse gemacht!

Ansonsten fällt mir noch "Alias Grace" ein. Das basiert auch auf einem wahren Kriminalfall. Oder natürlich "Tannöd".

milkshake kommentierte am 28. Juni 2018 um 21:42

Hannah Kent schreibt unglaublich gut, "Wo drei Flüsse sich kreuzen" mochte ich nebem dem Seelenhaus unheimlich gerne. "Sein blutiges Projekt" war super, zu "Evil" kenn ich nur den Film und der hat mir tatsächlich mehr als gereicht ("An american crime"). "Einer von uns" war von vorne bis hinten grandios, da die Autorin wirklich objektiv berichtet hat und nicht versucht hat, den Täter ins Lächerliche zu ziehen (das hat er nämlich aufgrund seines ganzen Wesens alleine geschafft). Und "Seht, was ich getan habe" war eher enttäuschend, würde ich auch eher lose angelehnt sehen an die Lizzie Borden Morde.

Susi kommentierte am 28. Juni 2018 um 22:01

Die Fälle von Schirach mag ich. Da bleiben die Opfer und Täter anonym. Die ansonsten hier vorgestellten Bücher würde ich nicht lesen, denn ich möchte nicht zur Berühmtheit der Täter beitragen, indem ich daie Nachfrage nach solchen Büchern erhöhe. Und über das Leid der Opfer möchte ich auch nichts wissen. Habe beruflich schon genug mit Mißbrauchsopfern zu tun. Auch möchte ich den Opfern ihre Würde lassen und nicht sensationslüstern Details über ihr Leben, ihr Leid und ihr Sterben lesen. Und diese Banküberfallsache interessiert mich nicht so. Ich mag lieber fiktionale Krimis 

Emswashed kommentierte am 29. Juni 2018 um 07:02

Den Schirach habe ich vor nicht allzulanger Zeit für mich entdeckt und mir nach und nach seine Bücher geholt. Ich mag auch seinen Stil. Beim neuesten Band aber möchte ich warten, bis ich ihn "gebraucht" bekommen kann.

mikemoma kommentierte am 29. Juni 2018 um 08:48

"Die schwarze Dahlie" und "Der Iceman" landen auf meiner Wunschliste. "Höllenjazz" steht schon drauf.

westeraccum kommentierte am 30. Juni 2018 um 14:50

"Kaltblütig" fand ich als Jugendliche absolut genial, denn solche Geschichten waren damals noch selten. Ein echter Klassiker!

Einige andere dieser Bücher habe ich auch gelesen.

Jeanette kommentierte am 01. Juli 2018 um 11:09

Jetzt musste ich mein Audible-Guthaben für "Der Helicopter Coup" einlösen :-D

Runar RavenDark kommentierte am 04. Juli 2018 um 01:05

Der goldene Handschuh landet auf meiner WuLi. Evil hab ich schon gelesen und es ist echt ein richtig krankes, spannendes Buch!

WriteReadPassion kommentierte am 08. Juli 2018 um 23:00

"Das Seelenhaus" habe ich gelesen und finde es sehr gut recherchiert. Es finden sich zu Anfang jedes Kapitels echte Dokumente zur Mordanklage. Leider ist es als ein auf biografischen Hintergrund geschriebener Roman nicht gekennzeichnet, und ich erfuhr davon nur, weil ich vorab das Nachwort gelesen habe. Somit wäre mir das Feeling während des Lesens abhanden gekommen. Finde ich sehr schade!!!! Das ändert die Art die Geschichte zu lesen.

gaby2707 kommentierte am 10. Juli 2018 um 21:26

Ich habe gerade erst "Gleis der Vergeltung" von Astrid Korten gelesen. Wenn ich daran denke, dass das, was sie da geschildert hat, alles einem wahren Kriminalfall entspricht, dann schaudert es mich jetzt noch. Wie ich finde, ein fantastisches Buch.

glotzerle kommentierte am 15. August 2018 um 21:30

Warum soll Jack Ketchums „Evil“ die deutsche Erstausgabe sein? Ich habe das Buch schon vor 5 Jahren in Deutsch gelesen. Es sei aber unbedingt davor gewarnt, dieses Buch zu lesen, wenn man nicht ganz abgebrüht und hartgesotten ist. Ich mag es wirklich blutrünstig und gerne auch brutal. Aber bei diesem Buch musste ich immer wieder abbrechen und eine Lesepause einlegen; obwohl es spannend war. Es ist verdammt schwer zu  verdauen was hier geschieht. Meiner Meinung nach das übelste, gemeinste und brutalste  Buch, welches ich je gelesen habe.