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Ich lieb dich, ich lieb dich nicht

Ein Buch zu verschenken ist (gar nicht mal so) einfach

Zuletzt wollte ich im Rahmen einer Mitmach-Aktion ein gebrauchtes Buch verschenken, welches ich selbst schon gelesen und für gut befunden hatte. Ich dachte mir, die Aufgabe könnte ich ganz einfach lösen, indem ich einen Blick in meine Trödelkiste werfe.

Darin landen nicht nur Bücher, die mir nicht gefallen haben, sondern ich sortiere rigoros direkt nach dem ersten Lesen eines Buches aus: Hat es mich absolut überzeugt (oder gehört zu seiner Reihe, deren weitere Teile ich noch lesen möchte), verdient es einen Platz im Regal; war es nur mittelmäßig oder konnte mich eben überhaupt nicht überzeugen, zieht es erst einmal in besagter Kiste ein, um von dort ein neues Leben bei einem hoffentlich glücklich(er)en Leser zu beginnen.

Ich öffnete jedenfalls die Kiste, griff beherzt hinein und hielt „Bob der Streuner“ von James Bowen in der Hand. Ich erinnerte mich, dass ich die Geschichte toll fand, und dachte, sie könne auch Marie oder Aline gut gefallen. Ich klemmte mir das Buch unter den Arm und machte mich auf den Weg ins Büro – was bei mir eine unglaubliche Strecke von rund 7 Minuten Fußmarsch ist. Auf dem Weg fiel mir dann wieder ein, dass ich das Buch vor Jahren von einer Freundin zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, mit der sich der Kontakt leider inzwischen verlaufen hatte. Ich erinnerte mich, wie mich das Buch auf der Zugfahrt zum damaligen Arbeitsplatz im überfüllten Abteil zum Nachdenken und stellenweise auch Weinen gebracht hatte und wie ich es abends berauscht von der Geschichte kaum erwarten konnte, meine eigenen Stubentiger endlich wiederzusehen. Ich dachte daran, wie ich es einem Freund zum Lesen gegeben und ihn so mit dem „Bob-Fieber“ infiziert hatte. Ein weiterer Freund hatte das von mir geliehene Buch sogar mit in den Urlaub genommen. Auch meiner Mutter hatte ich das Buch mitgegeben und sie mich kurz darauf in dessen Verfilmung ins Kino mitgenommen. Ich fuhr sogar zur Buchhandlung am Kölner Neumarkt und schaute mir James, vor allem aber natürlich Bob, live an.

Je näher ich dem Büro kam, desto mehr Erinnerungen fielen mir ein, so dass „Bob der Streuner“ - ihr habt es euch längst gedacht - zum Feierabend wieder seinen Platz in meinem Bücherregal bezogen hat. Die Aufgabe habe ich dann anders gelöst.

Ist euch das auch schon einmal passiert?

Welches Buch würdet ihr unter gar keine Umständen abgeben und wieso?

Kommentare

Galladan kommentierte am 19. September 2019 um 08:54

Ich habe hier meine angefledderte Ausgabe von „Ein Mann in einer fremden Welt“ von Robert A. Heinlein aus dem Jahr 70. Das Buch gehörte meinem Vater und ist einer der ersten SF gewesen die ich gelesen habe. Ich habe fast alle Bücher von Robert A. Heinlein gekauft und gelesen. Ich hatte mir auch irgendwann eine eigene Ausgabe des Buchs gekauft. Was soll ich sagen, auf dem Weg nach Hause viel schon die erste Seite raus. Als ich bei meinen Eltern ausgezogen bin hat mir mein Vater nicht nur die Bücher die er von mir stibitzt hat wieder gegeben, sondern auch seinen Stranger. Ich habe es mir dann später nochmals gekauft um den echten nicht beim reread weiter zu zerfleddern. 

wandagreen kommentierte am 19. September 2019 um 09:56

So, Galli, und warum hast du mir nichts davon erzählt als SF-Fan, der ich bin? Vllt habe ich ja sogar schon mal was von dem Autoren gelesen. Ich muss mal nachgucken (nein, leider nicht im Bücherregal, da ich ja anders als Sabine tatsächlich ausgemistet habe und es nicht nur vorhatte ;-).

Galladan kommentierte am 19. September 2019 um 10:58

Ich habe noch den Lensmen-Zyklus von Edward Elmer Smith und Auf zwei Planeten von Kurd Laßwitz als Klassiker im Regal. Wäre vielleicht was für dich, wobei Laßwitz für mich eine Bedeutung hat weil er halt meine SF Lesesucht der Teenagerjahre mit begründet hat. Allerdings hatte mein Vater nur Band eins. Ich habe mir dann später einen Doppelband besorgt. Irgendwo steht aber auch noch der alte Band vom Pappa rum.

Seit Jahren versuche ich meine Regale nicht mit Büchern voll zu stellen die mir nicht wirklich was bedeuten. Durch den Umstand, dass ich meist mehr Bücher bekomme als ich schaffe zu lesen, besitze ich inzwischen vermutlich etwa so viele ungelesene Bücher wie sich gelesene in den Regalen tummeln. Deswegen ist bei mir oft im Kofferaum ein stack of books die zum öffentlichen Buchregal oder in die Bücherei wandern oder ich gebe Bücher an Freunde weiter. 

wandagreen kommentierte am 19. September 2019 um 11:27

Ich lese zuerst den Fremden, den gibt es in der Bibo tatsächlich. Hoffentlich ist er nicht zu sehr versifft, scheint aber wiederaufgelegt worden zu sein, 2016. Danke für die anderen Namen!! SF ist meine Leidenschaft neben der Belletristik. Man braucht einen Ausgleich.

Galladan kommentierte am 19. September 2019 um 11:32

Jo, nur ist die Ausgabe von 2016 vermutlich die ungekürzte mit allen früher gekürzten oder rausgeworfenen Sexszenen. Heinlein ist nicht nur Militarist gewesen ... 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. September 2019 um 13:43

Hach, was für ein Zufall ich besichtigte eben mein Regal und weißt du was... Als ich  beim letztens Besuch im Keller meine Eltern war, habe ich genau dieses Buch (war im  Besitzt meines Bruders) mit genommen, um es demnächst zu lesen..  Ich erkannte es nicht sofort weil es eine Readers Digest Ausgabe ist.

Nenene

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. September 2019 um 14:17

:D

Galladan kommentierte am 19. September 2019 um 14:34

Viel Spass. Dann wirst du bald groken was groken bedeutet. :-D

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. September 2019 um 09:58

Danke Galladan, für den klasse Buchtipp. Ich liebe klassische  Sclience Fiction ( Dick,Bradbury,Asimov, aber auch Heinlein), da mir die neuen Science Fiction Romane, ausser Jugend Dystopien, meist zu langweilig sind . Da bin ich öftes auf der Suche nach guten alten Titel ( in meinem Lieblings Antiquariat und in der Bücherei)

Tschuldige Sabine, das war jetzt nicht Sinn und Zweck deines netten Artikels ; )

Ich habe aber auch schon mal ein Buch zurück ins Regal gestellt, dass ich eigentlich für den öffentlichen  Buchschrank aussortiert habe.

yvy kommentierte am 19. September 2019 um 17:41

Ohhhhh Heinlein. Von ihm möchte ich unbedingt mehr lesen. Klasse Tipp!

Ich bin ja so begeistert von "All You Zombies" ("Entführung in die Zukunft"). Sowohl Kurzgeschichte als auch Film sind großartig!

Galladan kommentierte am 20. September 2019 um 00:00

Das habe ich schon soooo lange nicht mehr gelesen. Reread. 

Um zum Thema zu kommen:Meine Heinlein gebe ich nicht her. Die sind vom Taschengeld oder geringfügigem Einkommen gekauft und sind unverzichtbar da eine Brücke zur eigenen Jugend.

wandagreen kommentierte am 20. September 2019 um 01:08

Irgendwann muss man alles loslassen. Es ist auch das Lieblingsbuch der Katze!

Galladan kommentierte am 20. September 2019 um 07:52

Ihm ist es viel lieber, wenn ich Zeitungen oder Magazine lese. Da kann er sich drauf werfen und wird weggeschmust. Die Katze lag auf der anderen Seite, würde sich sowas nicht gefallen lassen und ausserdem ist es da zu dunkel um ein Foto zu machen. 

Ohne Bücher würde ein Lesezimmer recht wenig Spass machen. Ich kann die nicht verstehen, die alles behalten und Bücher horten ohne sie jemals nochmals lesen zu wollen, wenn ich nichts behalten wollte bräuchte ich keinen Extraraum für Bücher und ich würde nur in der Bibo ausleihen.

wandagreen kommentierte am 20. September 2019 um 08:30

Das ist auch wieder wahr, Galli. Man könnte arme Kinder einladen, bei dir Bücher zu lesen, während du ihre Hausaufaufgaben machst.

Galladan kommentierte am 20. September 2019 um 14:23

Arme Kinder bleiben arm, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht selbst erledigen. 

Kinder in meiner Bibo brauchen starke Nerven. Grimms Märchen Ausgabe der ersten Hand, Struwelpeter und einige Buchcover vom Luzifer Verlag ...

Ich glaube die Eltern würden es eher nicht erlauben, dass ihre hoffnungsvollen Sprössling in den Eingeweiden meiner Bücherregale wühlen und von mir würden sie auch nicht meine Schmuckausgaben in die Hände bekommen. Meine Manga und Elfquest Bücher sind auch nicht unbedingt nach dem Geschmack der Eltern. Ich kann mir gut vorstellen, was für irritierende Fragen die Kids stellen würden. 

wandagreen kommentierte am 20. September 2019 um 14:37

:DDD

Emswashed kommentierte am 19. September 2019 um 11:16

Als ich in die Ferien flog, packte ich mir Bücher ein, die ich auf dem Flohmarkt erworben hatte und wo ich mir fast sicher war, dass ich sie lesen, aber danach gleich wieder weggeben wollte, sodass ich Platz für Souvenirs im Koffer hätte (nein, ich besitze keinen E-Reader, will auch keinen). Ich wollte sie Menschen in Backpackers und Motels schenken, meistens gibt es dafür sogar extra Regale.

Der Wolkenatlas von David Mitchell hat es so über den Atlantik und wieder zurück geschafft und erfreut sich seitdem wachsender Gesellschaft vom selben geistigen Vater.

Galladan kommentierte am 19. September 2019 um 11:27

Der klingt spannend und läd gerade als Hörbuch aufs Handy mit fast 22 Stunden ist das dann mein Begleiter für den Frühherbst.

Emswashed kommentierte am 19. September 2019 um 17:35

Das hättest Du noch einfacher haben können, denn er ist inzwischen auch verfilmt worden. Aber ehrlich gesagt, hätte ich beim Film ganz schön abgek..., wenn ich vorher nicht das Buch gelesen hätte und Hörbücher sind leider ganz und gar nicht mein Ding. Ich kann mich einfach nicht darauf konzentrieren, bin ein schlechter Zuhörer! ;-))

yvy kommentierte am 19. September 2019 um 17:39

Das könnte schwierig werden als Hörbuch. Sehr komplex. Da musst du höllisch konzentriert hören.

Top Buch!

Übrigens ging es mir mit Mitchells "Die Knochenuhren" so ähnlich wie Sabine.

Galladan kommentierte am 27. September 2019 um 14:36

Ist schwierig als Hörbuch. Die Datei ist scheinbar beschädigt. Allerdings fand ich die erste Geschichte jetzt auch zu altbacken erzählt. 

Emswashed kommentierte am 27. September 2019 um 15:23

Nicht entmutigen lassen, Galladan. Das Altbackene gehört zum Spiel!

yvy kommentierte am 27. September 2019 um 15:34

Was meinst du mit beschädigt?

Galladan kommentierte am 02. Oktober 2019 um 09:43

Bricht mitten im Track ab und springt dann auf den nächsten Abschnitt. Ich habs aufgeben müssen da die Geschichte dadurch zum Lückentext wird. Irgendwann lese ich das Buch...

Sabine_AC kommentierte am 20. September 2019 um 22:31

Ein schöner Artikel - und ja, mir ist es auch schon so ergangen.
Ich befürchte zwar, dass ich generell nicht sehr trennungsfreudig bin, was Bücher betrifft, aber so ab und zu sortiere ich dann doch mal aus: zum tauschen, verschenken, in den Bücherschrank packen. Und es ist auch schon des öfteren ein Buch dann letztlich doch wieder im Regal gelandet, weil ich mich am Ende doch nicht trennen könnte.

Runar RavenDark kommentierte am 20. September 2019 um 23:30

Ich würde Bob der Streuner auch nicht abgeben, weil ich das Buch von meiner liebsten Freundin geschenkt bekommen habe, die an Krebs verstorben ist. 

misery3103 kommentierte am 21. September 2019 um 08:09

Bücher, die ich nie weggeben würde, sind all meine Stephen King-Bücher, die zum Teil schon seit über 30 Jahren in meinen Regalen stehen. Mit denen verbinde ich sehr viele tolle Lesestunden und vor allem Einkaufsrunden, die ich damals gestartet habe. Als ich angefixt war (mein erstes Buch war "Sie", danach wollte ich alles haben, was bis dahin von King erschienen ist), gab es kein Halten mehr.

Als nächstes sind es die Harry Potter-Bücher. Ja, mittlerweile nutzt es sich ein bisschen ab, aber mit dieser Reihe verbinde ich so viele tolle Momente. Nicht nur wegen dem Lesen der Bücher, sondern vor allem wegen der Vorfreude auf das Erscheinen eines Bandes, die Bestellung mit Zustellung am Erscheinungstag, mit dem Hibbeln mit Freunden und Bekannten, die alle so Potter-verrückt waren. Das war eine tolle Zeit und damit verbinde ich die Bücher. :-)

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 21. September 2019 um 13:08

Ich dachte auch es wäre abgenutzt, ich las jetzt aber nach 20 Jahren nochmal einen Potter Band und fand ihn genauso toll wie damals. Gut, dass ich sie nicht aussortiert habe, werde ich wahrscheinlich nicht machen. Die Reihe ( engl. Aussgaben)sieht auch ganz nett im Regal aus. Ab Teil vier thronen dicke Hardcover Ausgaben : )

misspider kommentierte am 26. September 2019 um 07:11

Oh ja, ich habe auch mehrere Regale voller King Bücher, damit fing bei mir der Horror an, nachdem ich von einer Freundin Christine geschenkt bekam...

Generell kann ich mich von Büchern, die ich in meiner Jugend gelesen habe, schlechter trennen als von Neuzugängen. Mittlerweile lese ich auch den Großteil elektronisch, so dass mein Bücherregal eigentlich gar nicht mehr so aussagekräftig ist, da viele Favoriten elektronisch gehalten werden.

Daher gefällt mir die Vorgehensweise von Frau.mit.Hut, nur die Cover aufzubewahren (als Foto/Kopie nehme ich an, sonst wäre es ja barbarisch) sehr gut und vielleicht werde ich das übernehmen. Auch eine gute Möglichkeit, voreilig weggegebene Bücher doch noch in Erinnerung zu behalten...

Immer wieder nehme ich mir vor auszusortieren, aber sobald ich ein Buch in die Hand nehme, passiert mir genau das oben beschriebene - ich erinnere mich an den Inhalt und dann wandert es doch zurueck ins Regal...oder ich habe Angst es zu bereuen. Mir fällt da ein Buch ein, das ich mal als Rezensionsexemplar gewonnen hatte und in einem Anfall von Euphorie an ein Freundin weiterverschenkt habe nach dem Motto: das ist so gut das musst Du auch lesen. Jetzt überlege ich schon lange, ob ich sie bitten soll es mir wiederzugeben, aber das trau ich mich dann doch nicht...

Meine geliebten, an die 40 Jahre alten 5 Freunde Bücher und die Sieben Siegel habe ich wohlweislich aufgehoben - und kann sie jetzt endlich an meinen Sohn weitergeben.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 27. September 2019 um 15:06

So ging es mir mit dem Buch "Du darfst nicht schlafen", ich verschenkte es einer Freundin und nachdem ich den Film gesehen hatte,wollte ich es nochmal lesen.

KaraMelli kommentierte am 24. September 2019 um 14:05

"Die große Wanderung" und "Rauschebart und Knorzel" könnte ich nie weggeben. Sind wirklich uralt und angeschrammelt. Außer der Papiertonne (und mir) würde die wahrscheinlich auch niemand mehr haben wollen. Eins habe ich als Kind in der Gesamtschule vom Krabbeltisch ausrangierter Bücher genommen und das andere war ein Flohmarktgeschenkkauf meiner Eltern, aber beide waren zur damaligen Zeit echte Wo-hoooo-Leseerlebnisse.

Frau.mit.Hut kommentierte am 25. September 2019 um 18:18

Ich habe 2011 vor lauter Wut und Frust meine komplette Buchsammlung verschenkt und einen Deal mit dem lieben Gott abgeschlossen: Wenn er mich beobachten sollte, dann möge er mir doch bitte die Doré-Bibel wieder zurückbringen. Hat er aber bis heute nicht getan. Seitdem sammle ich keine Bücher mehr, sondern verkaufe sie im Internet nachdem ich sie gelesen habe oder verschenke sie. Stattdessen habe ich einen Ordner angelegt, indem ich die Cover und Rezensionen abhefte. Das ist nicht nur platzsparend, sondern auch umweltbewusst, kostengünstig und gut mit meinem angestrebten Ziel - minimalistisch zu leben - vereinbar.

Elchi130 kommentierte am 26. September 2019 um 08:41

Ich merke schon, ihr seid in Bezug auf das Aussortieren von Büchern klüger als ich. Zu den Anfangszeiten von Buchtauschbörsen gab es für mich kein Halten mehr und ich habe alles vertauscht, was ich im Regal stehen hatte.

Mittlerweile habe ich mir ein paar Schätze zurückertauscht, z.B. die Hitchcock Biographie von Spoto, Stadt der Blinden von Saramago oder Das Parfum von Süskind.

wandagreen kommentierte am 27. September 2019 um 15:16

Irgendwann muss man eh alles loslassen, ist eine gute Übung!

Paperboat kommentierte am 29. September 2019 um 12:41

Ich würde meine Ausgaben vom letzten Einhorn (Peter S. Beagle) nie abgeben. Mich hat damals, lange bevor ich lesen konnte, der Film schon sehr in seinen Bann gezogen. Ich habe den Film damals so unzählige Male gesehen, dass ich Angst hatte, die Nachbarn würden irgendwann mal an unserer Haustür klingeln und verlangen, dass ich den VHS-Kanal nicht immer mit meinem Zeichentrickfilm belege. In meiner kindlichen Vorstellung dachte ich, dass das, was auf dem Videokanal lief, auch bei allen anderen Menschen im Fernsehen laufen würde. Auf den Gedanken, dass es andersherum ja dann auch bei uns so wäre, kam ich damals nicht.
Jedenfalls habe ich irgendwann erfahren, dass der Film auf einer Buchvorlage beruht und mir "Das letzte Einhorn" in der Buchhandlung meines Vertrauens gekauft. Irgendwann wollte ich es auch mal im englischen Original lesen und habe mir die 40.-Anniversary-Taschenbuchausgabe gekauft, die wunderschöne Illustrationen von Rebekah Naomi Cox enthielt, in denen das Einhorn mehr ein zartes Reh denn ein kraftvolles Pferd ist.

Miss-Daisy kommentierte am 02. Oktober 2019 um 19:57

Wunderschöne Frage.

  • Ich habe meine Bücher alle verkauft, damit der Mensch, den ich liebe, seine Medikamente kaufen kann.
  • Bücher sind ok, sind gute Staubfänger.
  • Bücher lachen und reden nicht wie dieser eine Mensch, den ich liebe.
  • Bücher kitzeln mich nicht wie dieser eine Mensch, der mich liebt.
  • ICH WÜRDE JEDES BUCH VERSCHENKEN, nur damit es dem MENSCHEN, den ich liebe, gut geht.
  • Falsch, ich würde es nicht tun: Ich tue es schon!
  • DANKE