Magazin

No Bookshaming

Ein Plädoyer für den eigenen Geschmack

Wenn es nach der Allgemeinheit geht, gibt es wohl viele Dinge, für die ich mich schämen sollte: meine Haustiere (Katzeneltern wissen, wovon ich rede ;)), meinen Musikgeschmack, meinen bissigen Humor und nicht zuletzt meine Hobbies. Dazu gehört selbstverständlich auch das Lesen.

In meinen Regalen finden sich wenige Sachbücher, ein paar Romane, ausgewählte Klassiker, jede Menge Fantasy-Bücher und auch einige, naja ... "Bumms-Bücher". XD Puh, jetzt ist es raus: Ja, ich lese diese verpönten Mischbälger aus Fantasy und Romance! Warum ich das tue? Einfach weil es mir Freude macht! Und einen anderen Grund sollte es auch nicht brauchen. Trotzdem habe ich meist ein beklemmtes Gefühl dabei, mich mit anderen darüber zu unterhalten. Auf Facebook habe ich einen (englischsprachigen) Beitrag einer Bibliothekarin gelesen, der mich zum Nach- und Umdenken bewegt hat und den ich deshalb gerne mit euch teilen möchte. Übersetzen könnte man ihn in etwa so:

Du brauchst dich nicht für die Bücher, die du liest, zu entschuldigen. Überhaupt nicht. Vor niemandem. Du schuldest niemandem eine Erklärung, brauchst keine Ausrede und keinen "guten Grund".

Du brauchst dich nicht dafür zu schämen, "schlechte" Bücher lesen zu wollen. Du möchtest eine banale, klischeehafte Geschichte, einen Fantasy-Roman oder Thriller? Die machen immer Spaß! Sieh dir auch unsere erotischen Romane an und die entsprechenden Ratgeber. Du brauchst keine Angst davor zu haben, uns danach zu fragen. Diese Bücher stehen hier nicht umsonst.

Du möchtest ein Buch lesen, über dessen Autor sich alle einig sind, dass er ein Monster ist, und den jeder hasst? Ja, auch diese haben wir. Und nein, wir halten dich nicht für ein Arschloch, weil du dir selbst ein Bild von dem machen möchtest, was darin steht.

Du bist nicht zu alt für "Die drei ???" oder "Warrior Cats", auch nicht zu jung für "Krieg und Frieden". Es ist nichts falsch daran, wenn ein Junge "Twilight" oder ein Mädchen "Greg's Tagebuch" lesen möchte.

Du brauchst kein beschämtes Gesicht aufzusetzen und uns eine Erklärung zu liefern, wenn du dir unsere Bücher ansiehst. Es ist mir egal, wie sehr ich mich über dieses Buch aufgeregt habe; Du hast das Recht, es zu lesen und zu genießen, wenn du es magst. Dafür haben wir es doch im Angebot! Wenn wir ausnahmslos unkontroverse, allgemein beliebte Literatur von unstreitbaren Autoren anbieten würden, hätten wir überhaupt keine Bücher in den Regalen. Es wäre verdammt langweilig!

Der Beitrag ist zwar schon von Anfang des Jahres, geht mir aber seitdem ständig durch den Kopf. Sollten wir die Vielfalt, die uns der Buchmarkt heute bietet, nicht feiern anstatt die Leute, die unser Hobby teilen, für ihren - subjektiv betrachtet - "schlechten" Geschmack zu rügen?

Welche Erfahrungen habt ihr schon gemacht? 

Wie geht ihr mit Kritik an eurem Lesefutter um?

 

Den Originaltext findet ihr hier.

Kommentare

Seiten

KaraMelli kommentierte am 19. Dezember 2019 um 09:47

Hach, ich liebe diesen Artikel!!! Bookshaming kann bei mir nicht aufkommen, da die meisten in meinem Umfeld nicht lesen. Es ist eher das Lesen an sich, das diese Leute als zweifelhaften Zeitvertreib ansehen. Sie finden es befremdlich - genau wie ich ausnahmslos alle Personen, die es nicht tun und deshalb perlt leise aufkommende Kritik an mir ab wie Wasser am Entenarsch :)

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:16

Ich habe zum Glück in meinem Umfeld zwei Freundinnen ,die auch sehr gerne lesen ,denen ich auch mal ein Buch schenken kann. Ich bekomme eher Annerkennung und ehrfürchtige/respektvolle Reaktionen, wenn sie hören ,wieviel Bücher ich in diesem Jahr schon gelesen habe. Und von entfernten Bekannten ein amüssiertes Lächeln,aber eher über meine Begeisterung ,wenn ich mich übers Lesen auslasse.

Michelly kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:21

Ich liebe den Ausdruck "perlt an mir ab wie Wasser am Entenarsch". Den muss ich mir unbedingt merken!

Und ich stimme dir zu, dass das Lesen mitunter als zweifelhaft angesehen wird. "Aber du kannst doch nicht immer nur lesen?!" Doch, kann ich, sogar sehr gut und dabei sogar ganz problemlos auf TV verzichten. Dabei gehe ich sogar so weit, dass ich gar keinen Fernseher im Wohnzimmer habe. Die Gesichter sollte ich manchmal fotografieren, wenn ich diese Informtion mitteile =)

schafswolke kommentierte am 19. Dezember 2019 um 19:35

Ich kenne das auch, da kommt denn gerne "isr dir langweilig?" - "Nein, ich lese!" - "Sag ich ja, dir ist langweilig"

 

sunshine-500 kommentierte am 19. Dezember 2019 um 12:22

Ich gehe mit Dir konform!

In meinem Umfeld lesen viele meiner Freunde nicht und finden es auch eher befremdlich, dass ich sehr viel lese. Diskussionen kommen deshalb gar nicht auf und bei mir kein Bookshaming :-)

La Tina kommentierte am 19. Dezember 2019 um 16:28

Ich bin da wohl auch Entenarsch mit Perleffekt :-D

Leia Walsh kommentierte am 19. Dezember 2019 um 09:55

Das sag ich ja auch schon seit Jahren. Lesen soll Freude machen. Wer was liest, ist mir egal - ich möchte nur nicht gezwungen werden, etwas bestimmtes zu lesen. Und was ich schrecklich finde, kannst Du gern lieben. Das stört mich doch nicht!

Es gibt aber immer Menschen, die "bestimmen" wollen, was genau "gute Literatur" ist. Und die gehen mir gewaltig gegen den Strich. Ich sagte es schon mehrfach und immer hat es Diskussionen darüber gegeben, das wird auch jetzt wieder so sein (ist mir aber egal, weil ich eh nur meinen Momentar abstelle und dann wieder gehe) - es gibt keine Richtlinien dafür!

Der Markt ist nicht umsonst so groß. Wir leben zum Glück in einer Zeit, in der es für jeden Geschmack Bücher gibt. Die Pseudo-Erotik-Bums-Bücher finden ihre Leser - ich muss mich ja nicht dazugesellen. 

Ich lese, weil ich es gerne mache. Ob hochtrabende Literatur oder Schundroman - das ist meine eigene Sache. Und von jedem anderen eben auch.

Ich habe fertig.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:08

Hi Lea, du musst nicht wieder gegen, schau ich bin ja der gleichen Meinung. Jeder darf lesen was ihm gefällt. Ich lese f a s t alles.

Michelly kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:26

Dem ist nichts hinzuzufügen! Das sehe ich ganz genau so.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:05

Als ich vor ein paar Jahren in England war wurde das Buch" 50 Shades of Gray"  in jeder Buchhandlung beworben, von den großen Buchläden wie Waterstones ,bis zu den Zeitschriftenläden wie WHSmith. Auch in der Öffentlichkeit sah ich mehrmals das jemand das Buch besaß. Aus Neugierde sah ich mir das Buch natürlich an ( ich könnte ja was verpassen ; ) ).Ich hatte keinerlei Berührungsängste es zu lesen, oder darüber zu sprechen, dass ich es las. Als der Hype dann nach Deutschland kam, las ich davon ( oder hörte im Radio), dass Frauen in der U- Bahn lesend,entweder andere Cover 'drum machen würden, oder es versteckt im E- Book lesen würden.Ähnlich war es bei Harry Potter, da gab es extra Ausgaben mit " Erwachenen Cover", damit sich Erwachsene nicht schämen mussten, ein Kinderbuch zu lesen.War mir vollkommen unverständlich.

Meine Schwägerin gab mir " Feuchtgebiete" , nicht ohne ihre Abscheu über den Inhalt auszudrücken, ich fand nichts dabei. Ich fand das Buch aber auch nicht besonders gut, da würde ich sagen war halt ein Buch.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:09

Ach ja, das hab ich auch gelesen, weil es alle taten und alle darüber gesprochen haben (also SOG und Feuchtgebiete). Würde ich heute zb nicht mehr, weil es mich einfach nicht mehr interessiert.
Aber feuchtgebiete war wirklcih eklig  *urks* 

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:18

bin scheinbar hart im nehmen ; )

jetzt aber nicht doppeldeutig verstehen : D

Petzi_Super_Maus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:48

pruuuust ;)

Wie gesagt, vor vieeelen Jahren hab ichs auch gelesen, war aber so gar nicht meins. SOG fand ich damals ok, war halt mal was total neues, was es noch nie gab (im Gegensatz jetzt wo es trillionen solcher Bücher gibt...

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 13:55

Genau eins gelesen, alle gelesen

Petzi_Super_Maus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 10:08

Ich schließe mich hier Leia an. Ich möchte beim Lesen abschalten, mich gut unterhalten lassen oder mithibbeln, ob ein Mörder gefasst werden kann.

Außerdem ändern sich Geschmäcker. Vor 10 Jahren hab ich auch noch sog. Bumms-Bücher (was für ein Wort *g*) gelesen, sowas interessiert mich heute gar nicht mehr.
Und auch jetzt gerade merke ich wieder, dass ich von meinem Liebelings-Genre langsam abkomme...

Was ich damit sagen will, ist: ich finde es SUPER, dass es sooo viele Bücher in so vielen Genres gibt und man große Auswahl für jeden Geschmack hat. Und dass Bücher leistbar sind (zumindest TB ;)
Meine Mutter hat als Kind auch gerne gelesen, und wenn sie zu Weihnachten mal ein Buch bekommen hat, hat sie sich irre gefreut.

misery3103 kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:01

Ich sag ja immer: Es ist egal, was man liest, hauptsache man liest überhaupt! :-)

Ich hab z. B. in meinen Jugendjahren in Ermangelung von Büchern die Westernromanhefte meines Vaters gelesen und fand viele davon total super! ;-)

buechermauschen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:19

Ich bin bekennender alles Leser ^_^ lese auch sehr gern diese liebesfetzten (Groschenroman hat meine Oma dazu gesagt) eine Freundin nennt das ihr "guilty pleasure" (nackenbeisser Romane) und meine Cousine liest die Bücher bei mir schon seit Jahren (peinlich berührt) und seit sie auf den eBook Reader umgestiegen ist kann sie sich die Bücher endlich selbst kaufen , weil es sieht ja keiner *Augen verdreht* ich lese das was mir Spaß macht und es ist mir egal wer mich mit diesem Buch in der hand sieht !!!

naibenak kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:28

Ich lebe nach dem Motto: leben und leben lassen -  und das gilt für das Lesen natürlich auch. Geschmäcker sind nunmal total verschieden, was die (Bücher-)Welt ja erst so bunt macht wie sie ist ;-)  Außerdem liest jeder aus anderen Beweggründen: die einen wollen pure Unterhaltung, Spaß und Spannung. Andere wollen ihren Horizont erweitern, etwas lernen. Wieder andere können sich an Sprache ergötzen und entspannen dabei... etcpp... Ich sag zwar, was ich nicht mag und warum, aber andere kritisiere ich nicht für das, was sie bevorzugen. Ein schöner Artikel ist das! :-)

florinda kommentierte am 19. Dezember 2019 um 11:40

Meine ältere Verwandtschaft hatte laut eigener Aussage nur in Kindheit/Jugend "Zeit für so etwas" wie Lesen und meine Kollegen bezeichneten es sogar mal als Zeitverschwendung. Es gibt nur eine Handvoll Menschen, welche diese meine Leidenschaft teilen. Angesprochen wurde ich manchmal auf mein unverständliches Interesse an historischen Romanen und (Auto)Biografien ("Wieso interessiert dich das, die sind doch tot/das ist doch ewig her?").

Ich versuche, zu erklären, aber will keinem Menschen mein Hobby aufzudrängen versuchen und maße mir auch keine Bewertung anderer Leute Lesegeschmackes an. Allerdings habe ich mich als junges Mädchen mal ein wenig geschämt, als mir nach einem an einem gemeinsamen Esstisch verbrachten Reha-Aufenthalt ein nettes älteres Ehepaar am Tag meiner Abreise neben einem kleinen Reiseproviantkörbchen auch eine "Bild der Frau" gegen die während der Fahrt zu erwartende Langeweile überreichte. Ich hatte kurz zuvor Wallraffs "Der Aufmacher" gelesen...

Schokoloko28 kommentierte am 19. Dezember 2019 um 12:15

Ich bin der Meinung, dass jeder das lesen sollte woran er Freude hat. Lesen soll ein Hobby sein und dies soll man mit Freude nachgehen und nicht anderen Leuten und ihre Ansprüche gerecht werden.

In meinem Umfeld bin ich die einzige, die so viel liest und es wird immer etwas belächelt und unnötiger Luxus. Nach dem Motto in der Zeit hättest Du ja auch die Wohnung putzen können. Ich habe keinen Fernseher, da ich sowies finde, dass es fast nur Schund gibt im TV. In der Zeit lese ich lieber!

Michelly kommentierte am 20. Dezember 2019 um 08:51

Fernsehen bildet! Immer wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese. Groucho Marx.

Mein Lieblingszitat. =)

Babajaga kommentierte am 19. Dezember 2019 um 13:29

Ich habe hier so viele schöne Kommentare gelesen, die meine Meinung dazu nur all zu deutlich widerspiegeln. Ich habe das große Glück einen Mann zu haben, der zwar selbst eher zu den Nichtlesern gehört, aber mir meinen Spaß lässt und - zu meiner großen Freude - sich von mir auch über die Bücher erzählen lässt. Ansonsten versuche ich meinem Kind die Schönheit der Bücher zu vermitteln und langsam aber sicher beginne ich Erfolge zu sehen...

Geschmäcker sind so verschieden, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt (also jene, die überhaupt etwas mit einem Buch anzufangen wissen) und deshalb gibt es für mich auch überhaupt keinen Grund sich für irgendein Buch zu schämen... Darüber hinaus, wenn ich in der S-Bahn mit einem Kinderbuch sitze (oder was auch immer...), dann unterstelle ich, dass die allermeisten Menschen mit ihrem Handy beschäftigt oder ohnehin viel zu unaufmerksam sind, als dass sie bemerken würden, welches Buch ich lese...

Nö... schämen tue ich mich für gar nichts von dem was ich lese. Manchmal ist ein Buch es nur einfach nicht wert, dass ICH es zu Ende lese. Ein Anderer ist vielleicht total begeistert. Wer weiß...

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 14:04

Neid, ein Mann dem du über Bücher erzählen kannst ! Mein Mann erträgt es ,wenn ich es erzähle, weil ich sowieso nicht an mir halten kann.

Naja, in der Bahn schauen schon Leute aus Neugierde was du so liest, dürfen die ruhig, das sind aber meist genauso Buchverückte. Ich im Gegenzug schiele auch immer rüber und bin ganz zufrieden wenn ich es herausbekommen habe : )

Petzi_Super_Maus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 16:24

HIHI genauso mache ich es auch, wenn ich jemanden mit einem Buch im Zug sehe. Oft gelingt es mir leider nicht das Cover zu erkennen.. ;)

Aber die meisten spielen LEIDER sowieso handy...

misspider kommentierte am 19. Dezember 2019 um 13:29

Schätze in diesem Forum finden sich sowieso nur Pro-Kommentare, wir befinden uns hier in guter Gesellschaft! Bei mir sind es Horrorromane, die erstaunte Gesichter auslösen. Aber damit kann ich nunmal am besten abschalten. 'Jede Jeck is anders' - und das ist auch gut so!

wiechmann8052 kommentierte am 19. Dezember 2019 um 13:33

vielen Dank für den Artikel er ist toll,

Mein Geschmack hat sich im Laufe der Zeit geändert, heute lese ich auch Fantasy früher habe ich igitt gesagt, früher habe ich Günter Grass und Peter Handke gelesen und für gut befunden, heute sehe ich es kritischer und frage mich, habe ich etwas übersehen 

buecherschildkroete kommentierte am 19. Dezember 2019 um 14:22

Im bezug auf Bücher ist mir ziemlich egal, was die Leute denken.

Als ich auf meine Tochter in der Grundschule mal warten musste, habe ich währenddessen im Foyer gesessen und gelesen. Entweder war es ein Buch der Serie "Dream Maker" oder "True Lovers" (ich weiß es nicht mehr genau). Da kamen zwei Frauen aus der Nachmittagsbetreuung und fragten mich, was ich denn da schönes Lesen würde. Ich antwortete "einen Roman". Aber aus dem Regal mit den erotischen Romanen. Da schauten mich die beiden Damen an, als käme ich vom Mond und würde kleine Kinder essen und sagten dann: "Nein. So etwas lese ich nicht!" Und als sie dachten ich wäre außer Hörweite, da hörte ich nur, wie eine sagte: "Dann kann ich mir ja gleich diese Schmuddelhefte kaufen. Ach wie ekelig!" Ich habe mich kaputt gelacht und es einer Bekannten erzählt, die auch solche "verbotenen Bücher" :-)) liest. Dann mussten wir zusammen lachen.

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 14:45

Mann, was waren die verklemmt, wie sind die den zu ihren Kindern gekommen, bestimmt aus Versehen:  D

Diana Pegasus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 19:54

Passiert immer wieder. Meist ist meine Antwort: Wenn ich fertig bin, leihe ich es dir gerne, vielleicht hast du dann sogar Spaß. Die Blicke - unbezahlbar

Gittenen Bücherfresserchen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 23:00

:D

wandagreen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 16:32

Schämen muss man sich natürlich nicht, aber Anerkennung bekommt man auch nicht. Dein bevorzugtes Genre ist für mich gar keine Literatur, ungefähr so wertvoll wie Donald Duck. Nee, weniger. Diese Meinung muss man eben vertragen. Aber du bist selbstbewusst genug dazu.

Petzi_Super_Maus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 16:35

Wanda, wen meinst du denn jetzt hier? Uns alle? ;)

So, und jetzt mach ich mich endlich an mein Weihnachts-Katzen-Buch. Fällt in das Genre "süße Weihnachts-Berieselung" :D

sphere kommentierte am 20. Dezember 2019 um 05:45

Donald ist durchaus wertvoll! Bei meinen zwei großen Jungs war es der Einstieg in die Lesewelt, jetzt sind sie beide Bücherratten :)

Nyx kommentierte am 19. Dezember 2019 um 17:14

Ich habe leider schon des öfteren die Erfahrung machen müssen, dass sich vor allem die ältere Generation oft (nicht alle) ablehnend gegenüber allem verhält, was aus ihrer Sicht nicht zweckerfüllend oder fremd für sie ist, weil sie die meiste Zeit in ihrem Leben eben kaum Freizeit hatten und sich auch meist im fortgeschrittenen Alter nicht (mehr) mit dem "modernen Zeug" befassen möchten. Lieber halten sie stur an ihrem Lebenstil und ihren Traditionen fest und schimpfen jeden einen Taugenichts oder "schlechten Menschen" (Zitat meiner Oma), der morgens zu lange schläft oder seine Zeit mit sinnlosen Tätigkeiten, wie Lesen, Fernsehen, Videospiele, etc. pp., verbringt. Bei der jüngeren Generation stößt man da vielleicht auch nicht immer auf Gegenliebe und Verständnis, aber zumindest wird es eher akzeptiert, dass man so ein "verrücktes" und "außergewöhnliches" Hobby hat.^^

Bei meinem Lesegeschmack und ganz allgemeinen Vorlieben lasse ich mir gar nicht erst reinreden. Ich mag das, du vielleicht etwas anderes. Na und? Niemand sollte sich dafür verstecken oder erklären müssen. Ich zwinge ja auch niemanden meinen Glauben, meine Sexualität oder eben meine Hobbies auf. Etwas mehr Toleranz für die Mitmenschen und Akzeptanz dafür, dass wir alle nun mal verschieden sind, würde allen das Leben wesentlich leichter machen. Oder wie einst Klopfer (Bambi) von seinem Vater zu hören bekam: "Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten.".^^

lesesafari kommentierte am 20. Dezember 2019 um 13:27

stimme ich voll zu.
sehr weise.

sunshine-500 kommentierte am 22. Dezember 2019 um 10:41

Ich stimme Dir auch zu!

Miss.mesmerized kommentierte am 19. Dezember 2019 um 18:17

Soll ja jeder lesen, was er will. ich bin nur immer irritiert, wenn Leser von erotischer Literatur und Fantasy mir erklären wollen wie unheimlich literaturaffin und belesen sie sind und dabei nur Bücher mit dem intellektuellen Anspruch einer Daily Soap konsumieren. 

Nyx kommentierte am 19. Dezember 2019 um 19:39

Eine schöne Art zu sagen: "Ich bin ja total tolerant, aber...".-.-

Diana Pegasus kommentierte am 19. Dezember 2019 um 19:49

:)

Miss.mesmerized kommentierte am 19. Dezember 2019 um 20:55

Und jetzt noch mal richtig lesen oder wolltest du nur dumm rumstänkern?

Eure heißgeliebten "Bummsbücher" (allein dieser ätzende Ausdruck, den ihr so stolz bemüht, würde mich schon restlos abschrecken) sind keine hohe Literatur, ob euch das jetzt gefällt oder nicht. Und das hat nichts mit Toleranz oder Intoleranz zu tun, sondern mit fachlischen Kriterien.

 

Nyx kommentierte am 19. Dezember 2019 um 21:25

Da habe ich wohl einen empfindlichen Nerv getroffen, wenn du gleich so aggressiv reagierst und mich bzw. meine Kritik als "dumm" bezeichnest. Nur zu deiner Information: Ich lese keine "Bumms-Bücher", also kann von "eure" schon mal nicht die Rede sein. Aber deine Reaktion auf meinen Kommentar bestätigt nur meine Aussage. Man kann nicht einerseits behaupten tolerant zu sein und dann alle nieder machen, die ein bestimmtes Genre gerne lesen, nur weil DU es nicht magst. Und zu deinen "fachlischen" Kriterien: Es gibt durchaus auch "höherwertige", anspruchsvolle Literatur aus dem Erotik-Genre, die sogar mittlerweile zu den Klassikern zählen ("Lady Chatterley", "Nana", "Justine" oder "Traumnovelle", um nur mal ein paar Beispiele zu nennen).;)

So viel zum Thema: "Soll ja jeder lesen, was er will.".

wandagreen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 22:35

Die Miss hat nicht aggressiv reagiert. Und sie macht auch keinen nieder. Sie sagt nur, es gibt gute und schlechte Literatur. Und das ist richtig.

Miss.mesmerized kommentierte am 20. Dezember 2019 um 05:32

Sorry, aber Nana ist sicher vieles aber kein "Bummsbuch" und um das zu erkennen hätte ich mein Studium der Romanistik nicht gebraucht. 

Umd genau da liegt der Punkt: deine Argumentation ist so fern aller literaturwissenschaftlichen Standards, dass es sinnlos ist, sie weiterzuverfolgen. 

 

wandagreen kommentierte am 19. Dezember 2019 um 22:36

@Miss.Mesmerized:

Hahahahaha, ich hätte nicht besser formulieren können. Andererseits - wollen sie das?

Ich finde es nicht schlimm, so was zu lesen, aber den Anspruch zu haben, diese Lektüre(n) wären gleichbedeutend mit zeitgenössischer Literatur (oder Klassik) oder es gäbe gar keinen Unterschied zwischen guter und schlechter Literatur, ist seltsam. Es gibt gute und schlechte Musik, Sänger (Stimmen), Bilder, überhaupt gute und schlechte Kunst - gute und schlechte Lehrer, Bücher, alles, was Menschen machen und herstellen. Die Gleichmacherei bringt gar nichts.

Probleme gibt es m.E. nur dann, wenn das Urteil über schlechte und gute Dinge (schlecht gemacht und gut gemacht, muss man auch bedenken) mit dem Konsumenten gleichgesetzt wird, dh. dass wer schlechte Literatur liest, ein schlechter Mensch sei, bzw. per se einen schlechten Geschmack hat, dumm sei, etc.

 

 

Nyx kommentierte am 19. Dezember 2019 um 23:59

"[...] Leser von erotischer Literatur und Fantasy mir erklären wollen wie unheimlich literaturaffin und belesen sie sind und dabei nur Bücher mit dem intellektuellen Anspruch einer Daily Soap konsumieren."

Da wundert es mich schon etwas, dass du da so hinter dieser Aussage stehst. 1) unterstellt sie den Leuten nicht besonders belesen und literaturaffin* zu sein und 2) dieser Art von Literatur, sie wäre intellektuell nicht ansprechend - beides vollkommen subjektive Wahrnehmungen, die sich vermutlich nur schwer durch Fakten belegen lassen. Wie ich bereits ausführte, gibt es zahlreiche Bücher aus dem Erotik-Genre, die inzwischen als Klassiker und "höhere" Literatur gewertet werden. Oder willst du diesen Büchern diesen Status absprechen? Sie darf gerne ihre Meinung äußern. Sie darf solche Bücher "doof" finden. Sie darf gerne Kritik anbringen. Wer bin ich schon, ihr dieses Privileg zu entziehen? Aber dann bitte objektiv bleiben, ohne den Leute dabei ihre Vorlieben madig zu machen oder sie dafür zu verurteilen. In diesem Punkt scheinen wir ja auch einer Meinung zu sein laut deinem Kommentar.

Diese herablassende Haltung zeigt sich auch in ihrem zweiten Kommentar:

"Eure heißgeliebten "Bummsbücher" (allein dieser ätzende Ausdruck, den ihr so stolz bemüht, würde mich schon restlos abschrecken) sind keine hohe Literatur, ob euch das jetzt gefällt oder nicht."

Vielleicht hast du diese Aussage auch einfach nur höflich überlesen? Ich pflege meine Unterhaltungen oder Diskussionen jedenfalls anders zu führen, denn für mich liest sich das schon ziemlich aggressiv, zynisch und abwertend gegenüber dem Genre und den Lesern. Für die Behauptung, dass es sich bei Erotik-Romanen nicht um "hohe Literatur" handelt, fehlt übrigens nach wie vor jeglicher Beleg, also unterstelle ich ihr auch hier Subjektivität.

Kommen wir also wieder zum Kern des Artikels: Leser bestimmter Bücher oder Genre müssen sich rechtfertigen oder werden angefeindet. Das haben wir hier wunderbar gesehen. Mit konstruktiver Kritik, einer objektiven Auseinandersetzung und Toleranz hat das ja mal überhaupt gar nichts zu tun. Wo ist denn da das "leben und leben lassen"?

Wer entscheidet überhaupt was "gute" und "schlechte" Bücher sind?

 

 

 

 

 

 

*) Affinität drückt aus, dass die beschriebene Person oder Sache in enger Beziehung zu etwas, seltener zu jemandem steht, einen Hang, eine Vorliebe für etwas, seltener für jemanden hat, einer Sache, jemandem nahesteht, zugeneigt ist. (Zitat aus dem Duden)

Nimmt man sie also beim Wort, haben Leser von Erotik-Romanen keinen Bezug zur Literatur.

​Belesenheit bedeutet, durch vieles Lesen reich an [literarischen] Kenntnissen zu sein. (Zitat aus dem Duden)

Ich kenne kaum Leute, die Erotik-Literatur lesen, aber vermutlich lesen sie diese nicht ausschließlich. Für die Aussage, solche Leute wären nicht belesen, fehlt also auch hier mal wieder jeder Bezug und ist somit eine haltlose, fast klischeehafte Unterstellung.

naibenak kommentierte am 20. Dezember 2019 um 08:37

@Nyx... ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum du dich so tierisch angegriffen fühlst. So extrem, dass du hier einen ganzen "Roman" niederschreibst. Wow... vielleicht sollten wir den Begriff "Literatur" mal anders differenzieren: es gibt die anspruchsvolle Literatur (das ist für mich z.Bsp der Deutsche Buchpreis - das ist für mich insbesondere auch Kunst) und es gibt die Unterhaltungsliteratur (da sehe ich bspw das meiste an Erotik-/Krimi-/Thriller... "Lädchenbücher"^^...usw - wohlgemerkt "das meiste", denn es gibt natürlich immer auch Ausnahmen wie von dir erwähnt...). Wer hier was liest, ist doch völlig schnuppe, solange er daran Freude hat. Ich würde halt nur nicht so weit gehen und einen "Nackenbeißerroman" als anspruchsvolle Literatur bewerten. Aber muss man ja auch nicht. Das tut doch nicht weh... sollte man jedenfalls meinen ;-)

Edit: sehe gerade, meine Ausführungen wurden ja ganz ähnlich schon an anderer Stelle geschrieben ;-) Sorry für die Dopplung!

 

wandagreen kommentierte am 20. Dezember 2019 um 09:42

@Nyx: Tatsachen sind keine Beleidigungen. Und wenn du dich auf den Kopf stellst - es gibt Kriterien für gute und für schlechte Literatur. (Und wer das bestimmt, da bitte ich dich, dich im einschlägigen Fachbuch kundig zu machen !).

Ich denke, das ist der Zeitgeist: er will alles gleichmachen und erkennt keine Unterschiede mehr an und wenn man welche macht, fühlen sich Personen angegriffen, obwohl man nur etwas feststellt. Nämlich Tatsachen.

Wie ich oben ausführte, gibt es aber Unterschiede (und was das Angreifen/Ton/etc betrifft, hast du angefangen, indem du persönlch wurdest.).

In einem stimme ich Sabine ja durchaus zu: man sollte dazu stehen, was man tut oder liest. Nur bei der Wertung dessen, liegen wir wohl weeeeiiiit auseinander.

 

Marie-Kristin Dammer kommentierte am 20. Dezember 2019 um 10:03

Ich glaube, was hier viele falsch verstehen, ist, dass Sabine in diesem Artikel mit keinem Wort sagt, dass das eigene bevorzugte Genre in irgendeiner Form literarisch hochtrabend wäre und das muss es auch gar nicht sein. Sie schreibt lediglich, dass man sich nicht für die Bücher schämen muss, die man liest und es daraus folgend auch absolut unnötig ist, wenn andere Leser das eigene Leseverhalten kritisieren oder kommentieren - oder noch viel schlimmer: Wertungen über die jeweilige Person anstellen.

Dennoch geschieht es hier und das auch durchaus in einem Ton, den ich persönlich teilweise nicht für angemessen halte. In diesem Artikel ging es darum, eben nicht immer alles zu bewerten, sondern zu seinen Lesefreuden zu stehen und anderen diese zu lassen, egal wie anspruchsvoll oder anspruchslos sie sind. Da eine Diskussion über gute und schlechte Literatur zu eröffnen, widerspricht irgendwie genau der Aussage des Artikels - genau das war ja schließlich nicht das Thema und dass es da ganz sachliche, handwerkliche und thematische Unterschiede in der Literatur gibt, muss man wohl auch niemandem erklären.

wandagreen kommentierte am 20. Dezember 2019 um 10:26

Stimme zu. Weitgehend. Wenngleich beide Themen durchaus miteinander verzahnt sind.

Und bei den Wertungen ist es ja leider so, dass wir alle nicht wertfrei durchs Leben gehen ... das ist zumindest gesellschaftlich verankert.

"Zeig mir, wie du dich kleidest - und ich sag dir, wer du bist, Zeig mir, wie du wohnst, und ich sag dir, wer du bist, zeig mir, welche Frisur du trägst und ich sag dir, wer du bist, zeig mir, was du isst und ich sag dir, wer du bist, zeig mir, was du liest und ich sag dir, wer du bist."

Davon wegzukommen ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Und dann ... wäre da noch die Sache mit dem Quäntchen Wahrheit, die darin enthalten ist!

Marie-Kristin Dammer kommentierte am 20. Dezember 2019 um 10:41

Sicherlich sind die beiden Themen miteinander verzahnt, aber dennoch kann man sie ja individuell für sich betrachten.

Wertungen sind so eine Sache, ja, aber ich denke, wenn man sich einer Tatsache so reflektierend bewusst ist, ist es einfacher, Personen jeder Art offen gegenüberzutreten und sich überraschen zu lassen. In so vielen Fällen kann man einiges lernen (über sich und über andere), wenn man nur ein wenig mit seinen Vorurteilen zurückhält. Ich finde, da ist es schon ein großer Schritt, wenn so etwas im Kleinen stattfindet.

Seiten