Neuvorstellungen

Neue Woche, neue Bücher #18: Frischer Lesestoff! Neue Bücher im Mai 2019

Neue Woche, neue Bücher #19: Frischer Lesestoff!

Die Neuerscheinungen der Woche stehen ganz im Zeichen starker Frauen. So bringt uns u.a. Ausnahmekünstlerin Patti Smith ihre "Hingabe" zum Schreiben näher und Autorin Zadie Smith lässt uns durch ihre politischen Essays die Welt schärfer sehen.

Mit welchem Buch seid ihr in die neue Woche gestartet? Und ist es eines der vorgestellten Bücher für eure Wunschliste interessant? Viel Spaß beim Stöbern! 

Freiheiten

Freiheiten - Zadie Smith

Großartige Essays von Zadie Smith, "einer der wichtigsten literarischen Stimmen unserer Zeit" (Die Welt).
Zadie Smith ist nicht nur Autorin vieler hochgelobter Romane, sondern sie brilliert auch besonders in dieser kurzen Form, den Essays. Der vorliegende Band zeigt sie politischer denn je, denn Zadie Smith hat viel zu sagen über die zunehmend bedrohliche Verfasstheit der Welt und der Gesellschaft und bezieht sehr persönlich Stellung.
Die Essays sind in fünf Kategorien unterteilt, und alle haben es in sich: "In der Welt" versammelt die politischen Essays, und gerade ihre Gedanken zum Brexit und zu Trump sind vielschichtig und erhellend, authentisch und engagiert. Die Kapitel "Im Publikum", "Im Museum", "Im Bücherregal" und "Freiheiten" erzählen uns ihre Sicht auf kulturelle Ereignisse oder persönlich Erlebtes und geben dabei immer ganz viel über sie selbst preis. Da sie sich mit schlechter Politik, guten Büchern, amerikanischen Rappern, Facebook und alten Meistern ähnlich gut auskennt, schreibt sie mit leichter Hand und mal böse, mal bewundernd Essays von besonderer Qualität, die uns die Welt schärfer sehen lassen. Ein Muss für jeden politisch denkenden Leser!

Welcome Home

Welcome Home - Lucia Berlin

Lucia Berlins Erzählungen, die zu den schönsten literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre gehören, gehen auch deshalb so unter die Haut, weil sich in ihnen ihr eigenes wechselvolles Leben spiegelt. 18 Mal zog sie um, wurde mit 32 Jahren als Mutter von vier Söhnen bereits zum dritten Mal geschieden, war nirgends richtig zu Hause. Kurz vor ihrem Tod 2004 schrieb sie an einem Buch, das mehr als 20 kurze autobiografische Texte enthält, chronologisch geordnete Erinnerungen an die Orte, die sie prägten und an denen auch ihre Geschichten spielen. Sie beginnen 1936 in Alaska und enden (viel zu früh) 1966 im Süden Mexikos, mehr Zeit blieb ihr nicht. Ergänzt durch eine Auswahl von Fotos und Briefen, gibt der von ihrem Sohn Jeff herausgegebene Band einen faszinierenden Einblick in den Lebensstoff, aus dem Lucia Berlin ihre einzigartige Literatur geschaffen hat: "Da waren sie, die Geschichten ihrer Kindheit, die wir so oft gehört hatten, als wir noch klein waren. Nur geordnet und nicht mehr als Fiktion getarnt". (Jeff Berlin im Vorwort)

Der Zopf meiner Großmutter

Der Zopf meiner Großmutter - Alina Bronsky

Meine Großmutter, mein Großvater, seine Geliebte und ich.
"Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Großvater sich verliebte. Es war klar, dass die Großmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen, zum Beispiel, wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte."
Kaum jemand kann so böse, so witzig und rasant von eigenwilligen und doch so liebenswerten Charakteren erzählen wie Alina Bronsky: Max' Großmutter soll früher einmal eine gefeierte Tänzerin gewesen sein. Jahrzehnte später hat sie im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süßigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie erst als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Was für andere Familien das Ende wäre, ist für Max und seine Großeltern jedoch erst der Anfang.
Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die ihr entgleitet. Über einen Mann, der alles kontrollieren kann außer seine Gefühle. Über einen Jungen, der durch den Wahnsinn der Erwachsenen navigiert und zwischen den Welten vermittelt. Und darüber, wie Patchwork gelingen kann, selbst wenn die Protagonisten von so einem seltsamen Wort noch nie gehört haben.

Hingabe

Hingabe - Patti Smith

Warum schreibe ich? Ein sehr poetisches und persönliches Buch der Ausnahmekünstlerin Patti Smith.
Punk-Ikone, Musikerin, Künstlerin, Schriftstellerin. Mühelos füllt Patti Smith all diese Rollen aus. In "Hingabe" veröffentlicht sie ihre erste literarische Erzählung und gewährt Einblicke in ihren Schreibprozess.
Warum muss man schreiben? Welche geheimnisvolle Macht steht hinter jenem Drang, Gesehenes, Geschehenes und Erlebtes, Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen und sie auf diese Weise für sich selbst zu ordnen? Dieser Frage geht Patti Smith in ihrem neuen Buch nach, auf ihre ganz eigene, unnachahmliche Weise. Und zum ersten Mal überhaupt schreibt sie auch fiktional. Eine Erzählung über eine Eisläuferin, die von ihremTraum, einfach "nur" zu laufen, über das Eis zu gleiten, so besessen ist, dass sie bereit ist, fast alles dafür zu tun. Flankiert wird diese Erzählung von essayistischen Texten, in denen Patti Smith von ihren Reisen schreibt, die sie auf den Spuren berühmter Schriftsteller unternommen hat. Sie fährt nach Südfrankreich, in das Haus von Albert Camus, sie besucht das Grab von Simone Weil in England. Und sie durchstreift, immer mit dem Buch in der Hand, das Paris von Patrick Modiano. Jedes Erlebnis, alles, was sie sieht und fühlt, kann irgendwann Text werden. Patti Smith lässt uns teilhaben an ihrem kreativen Prozess, und wir erleben sie einmal mehr als eine der großen Künstlerinnen der Gegenwart.

Die Lotosblüte

"Die Geisha" aus Korea - das sinnliche Meisterwerk des koreanischen Bestsellerautors

Denkt man an ein märchenhaftes Schicksal, so kommt man nicht sofort auf Kurtisanen und Frauenhandel, doch es ist tatsächlich ein alter koreanischer Mythos, der diesem Meisterwerk zugrunde liegt. Darin entführt Hwang Sok-Yong den Leser in das Asien des 19. Jahrhunderts, in eine Welt des Opiumhandels und der Prostitution: Von der Stiefmutter verkauft, findet sich die 15 Jahre alte Shim Chong plötzlich als Zweitfrau eines alten Chinesen wieder. Lenhwa, Lotosblüte, heißt sie jetzt, und alles ist so furchtbar anders, als sie es gewohnt ist. Viel zu essen hatte sie nie, und Betteln war ihr täglich Brot, denn sie diente ihrem blinden Vater als Augenpaar, doch der Alltag in dem fremden Haushalt kommt ihr erst recht vor wie ein böser Traum.

Als ihr Ehemann stirbt, wird ihr schmerzlich bewusst, dass dies für sie nur die erste Station einer Odyssee ist, die sie, als Handelsware missbraucht, von den Ufern des Gelben Flusses über Shanghai, Taiwan und Singapur bis in das Land der Geishas führen soll. Nach unzähligen sinnlichen wie schmerzvollen Erfahrungen entdeckt Shim Chong eines Tages die Macht ihres Körpers und nimmt ihr Leben in die eigenen Hände.

Selten ist es einem asiatischen Autor gelungen, das historische Ostasien in all seinen bunten Facetten einzufangen. Hier taucht man ein in diese fremde Welt und nimmt Anteil am Schicksal Lenhwas: ein Roman mit enormer Tiefe, ungemein fesselnd und mit schwindelerregender Leichtigkeit erzählt.

Rezensionen zu diesem Buch von:

Das Geheimnis der vier Briefe

Das Geheimnis der vier Briefe - Sophie Hannah

Wer ist Barnabas Pandy und wurde er wirklich ermordet? Diese Frage stellt sich der berühmte Privatdetektiv Hercule Poirot, nachdem er Besuch von einer ihm vollkommen unbekannten und ebenso aufgebrachten Dame erhalten hat. Sie hat ihm einen Brief unter die Nase gehalten, in dem Poirot sie des Mordes an besagtem Herrn Pandy bezichtigt. Und es soll nicht bei dieser einen mysteriösen Begegnung bleiben. Wenig später wird Poirot von einem ihm ebenfalls unbekannten Herrn mit dem gleichen Brief aufgesucht.
Wie viele dieser Briefe sind noch im Umlauf? Wer hat sie geschrieben und mit welcher Absicht? Und kann Poirot diesen Fall aufklären, ohne weitere Menschen in Gefahr zu bringen?

Die 48 Briefkästen meines Vaters

Die 48 Briefkästen meines Vaters - Lorraine Fouchet

Auf der Suche nach ihrem unbekannten Vater reist Chiara aus Rom in die stürmische Bretagne. Sie ist bei ihrer Mutter in dem Glauben aufgewachsen, ihr Vater sei vor ihrer Geburt gestorben, bis sie eines Tages erfährt, dass sie womöglich die Tochter eines bretonischen Matrosen ist. Doch wie soll sie ihn auf der Insel Groix finden, wo sie nicht einmal seinen Namen kennt? Als ihr eine Stelle als Inselbriefträgerin angeboten wird, hat sie einen perfekten Vorwand für ihre Nachforschungen. Auf Groix kommen die Überraschungen nämlich mit dem Postschiff, und die Briefkästen haben ihre eigenen Geheimnisse. Hier findet Chiara eine zweite Familie. Und sie lernt den undurchschaubaren Schriftsteller Gabin kennen. Aber wird Chiara auch erfahren, wer tatsächlich ihr Vater ist?

Echo eines Freundes

Echo eines Freundes - Ingvar Ambjørnsen

Ingvar Ambjørnsens größter Held ist zurück: Elling. Er ist älter geworden, inzwischen 58, und macht sich auf den Weg nach Oslo, wo er bei einer Witwe namens Annelore Frimann-Clausen eine Einliegerwohnung bezieht. Bisher war er in einer betreuten Wohnsituation, nun aber darf er sein Glück allein versuchen, und er ist fest entschlossen, es zu schaffen.
Elling lebt sich in der neuen Umgebung ein, und er wäre ja nicht Elling, wenn er sich nicht dauernd in irgendwelche Phantasien hineinsteigerte. Sind die Kassiererinnen im Spar um die Ecke nicht heimlich an ihm interessiert? Was verschweigt ihm seine Vermieterin, und warum antwortet ihre Tochter nicht auf seine herzliche Facebook-Nachricht? Denn auf Facebook, da ist Elling jetzt auch. Allerdings unter anderem Namen ...

"Elling ist ein liebenswerter, tragischer und skurriler Romanheld, der Ambjørnsen zu Norwegens Nationalhelden gemacht hat." DER SPIEGEL

"Ingvar Ambjørnsen ist einer der aufregendsten norwegischen Gegenwartsautoren. Wegen seiner Elling-Reihe genießt er Weltruhm." DIE ZEIT

Liebe Kitty

Liebe Kitty - Anne Frank

Anne Frank hatte einen großen Wunsch: "Nach dem Krieg will ich auf jeden Fall ein Buch mit dem Titel 'Das Hinterhaus' herausbringen", schrieb sie am 11. Mai 1944 in ihr Tagebuch. 75 Jahre später geht dieser Wunsch in Erfüllung. Als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Anne Frank Haus in Amsterdam und dem Secession Verlag erscheint diese von Anne Frank selbst literarisch überarbeitete Fassung des Tagebuchs erstmals als Einzelpublikation in neuer Übersetzung von Waltraut Hüsmert.

Kommentare

katzenminze kommentierte am 06. Mai 2019 um 18:02

Hmm, die Lotosblüte klingt gut. In der Hoffnung, dass es kein Kitsch ist wandert es mal auf die Wunschliste. Ansonsten springt mich nichts an.

wandagreen kommentierte am 06. Mai 2019 um 18:18

Hast du nicht "Das Mädchen Orchidee" gelesen, von Pearl S. Buck?

katzenminze kommentierte am 06. Mai 2019 um 19:14

Nee. Sollte ich?

wandagreen kommentierte am 06. Mai 2019 um 19:41

Nein. Doch dann hättest du das obige Buch wohl nicht lesen wollen. The same.

wandagreen kommentierte am 06. Mai 2019 um 18:03

Freiheiten, interessiert mich, Der Zopf der Großmutter, den hab ich schon abgeschnitten und er liegt deshalb für mich bereit, es wäre doof, wenn die Großmutter noch dran wäre ... Welcome Home und Hingabe sind auch nicht zu verachten. Aber ich hab eh zu viel zu lesen und jedes Buch, das einen anlächelt, schafft man nicht.

Brocéliande kommentierte am 06. Mai 2019 um 18:29

Lorraine Fouchet mag ich sehr ;) Der neue Roman von ihr wandert auf die Merkliste.

wandagreen kommentierte am 06. Mai 2019 um 19:10

Igendwann einmal müssen doch alle diese Mädchen und Jungs ihre Eltern gefunden haben ;-)).

LESERIN kommentierte am 06. Mai 2019 um 19:47

Bei Zadie muss ich gar nicht gross überlegen!

LySch kommentierte am 06. Mai 2019 um 20:50

Zadie Smith steht schon lange auf meiner WuLi :)

lesesafari kommentierte am 06. Mai 2019 um 20:52

Woanders habe ich gelesen, dass es im Buch von Patti Smith um die Liebe zu Robert Mapplethorne (hieß er so?) geht. - Ich meine in ihrem anderen Buch gelesen zu haben, dass sie immer nur beste Freunde waren.

hobble kommentierte am 07. Mai 2019 um 06:51

Nichts für mich dabei

buecherwurm1310 kommentierte am 07. Mai 2019 um 09:23

Die 48 Briefkästen meines Vaters ist gleich mal auf die Wunschliste gewandert.

mikemoma kommentierte am 07. Mai 2019 um 10:03

Bei mir landet diese Woche nur der Poirot auf der Wunschliste...

Ridata kommentierte am 08. Mai 2019 um 10:03

Evtl. wäre Alina Bronsky was für mich, aber es muss nicht unbedingt auf meine Wunsch-Liste. Ansonsten ist nicht wirklich was dabei.

Furbaby Mom kommentierte am 08. Mai 2019 um 10:28

"Die 48 Briefkästen meines Vaters" klingt toll! :-)

dj79 kommentierte am 11. Mai 2019 um 16:18

Der Zopf meiner Großmutter war richtig gut, böse und doch liebevoll, aber vor Allem sehr amüsant.