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Teil 1: Coming-of Age

Unsere Filmtipps für die Sommerferien

Die Sommerferien sind da und auch wenn es gerade nicht so aussieht und zudem die meisten hier vermutlich nicht mehr die Schulbank drücken, stehen uns doch allen die heißesten Wochen des Jahres ins Haus.

In dem alljährlichen Sommerloch, in dem uns Parks, Freibäder und Ausflugsziele ins Freie locken, lassen uns auf der anderen Seite Fernsehen und Kinos gerne im Stich. Damit ihr dennoch nicht auf gute Bewegtbild-Unterhaltung verzichten müsst, haben wir die Köpfe zusammengesteckt und ein paar Ideen gesammelt, welche Filme ideal für lange Tage und kurze Nächte sind und uns so richtig in Sommerlaune bringen. Dabei haben sich neben Literaturverfilmungen auch ein paar Nonbook-Lieblinge von uns in die Listen geschlichen… 

Der Abenteuerfilm „Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers“ aus dem Jahr 1986 hatte gleich zwei großartige Quellen der Inspiration. So basiert er zum einen auf Stephen Kings Novelle „Die Leiche“, zum anderen stand Ben E. Kings bekannter Song im Original Pate für den Filmtitel.  Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier Jungs, die sich auf eigene Faust auf die Suche nach einem vermissten Jungen machen.

In einem Atemzug mit „Stand by me“ wird häufig „Now and then – Damals und heute“ genannt. Der Film erzählt in einer Rückblende zum Sommer 1970 die Geschichte einer Mädchenfreundschaft und gilt so als weibliches Pendant zur King-Verfilmung. Auch hier bringen die vier Hauptcharaktere Licht ins Dunkel eines Kriminalfalls und erleben nebenbei die Höhepunkte und Tiefen des Erwachsenwerdens.

In seinem autobiografischen Roman „Crazy“ beschreibt Benjamin Lebert seine Schulzeit auf dem Internat Neuseelen. Neben den typischen Herausforderungen, die sich jedem Jugendlichen in der Pubertät stellen, erhält der Leser auch einen Einblick in die weitere Gefühlswelt eines halbseitig Gelähmten. Obwohl er sich deutlich von der Handlung im Buch abhebt, gehört der mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ des FBW versehene Film definitiv in jede Watchlist.

Zwar keine Buchverfilmung, aber dennoch unvergesslich ist diese Tragikomödie mit Starbesetzung. Als mutterlose Halbwaise eines Bestattungsunternehmers wächst die elfjährige Vada Sultenfuss in einem Haus auf, in dem der Tod zum Alltag gehört. Zwischen ihrem gleichgültigen Vater (Dan Aykroyd), der dementen Großmutter und ihrem gleichaltrigen besten Freund Thomas J. (Kinderstar Macaulay Culkin) entwickelt sie so manche Marotte - und eine Schwärmerei für ihren Deutschlehrer.

Ebenfalls keine Literaturverfilmung und dennoch ein Meisterwerk der näheren Vergangenheit ist dieses auf vielen Ebenen spezielle Filmprojekt. Über 12 Jahre hinweg begleitete Regisseur Richard Linklater seine Hauptdarsteller rund um den zu Drehbeginn noch unbekannten, siebenjährigen Ellar Coltrane beim Wachsen und Älterwerden. Mit jährlich neu abgesteckter Rahmenhandlung und weitestgehend von den Schauspielern selbst geschriebenen Dialogen profitiert dieses filmische Experiment vom Einfluss persönlicher Erfahrungen der Beteiligten. (Nach dem Genuss des Films empfehlen wir unbedingt die Lektüre seines Wikipedia-Artikels für weitere Wow-Effekte!)

Wie auch in „Crazy“ sehen wir in diesem von Erfolgsregisseur Marco Kreuzpaintner („Krabat“, „Beat“, „Der Fall Collini“) gedrehten Spielfilm Robert Stadlober in der Hauptrolle. Als Tobi fährt er mit seinem besten Freund Achim (gespielt von Kostja Ullmann) und dem Ruderclub ihres Heimatortes, in dem sie beide Mitglied sind, ins Trainingslager. Neben den Anforderungen des erwarteten Wettbewerbs mit konkurrierenden Rudermannschaften, muss sich Tobi auch seinen unerwarteten Gefühlen für Achim stellen – was schließlich im wunderbar metaphorischen, namensgebenden Sommersturm als dramatischem Höhepunkt gipfelt.

Teenager Elio aus André Acimans Roman wird ebenfalls von unerwarteten Gefühlen überrascht. Auf dem italienischen Landsitz seiner intellektuellen Familie verbringt er einen eher eintönigen Sommer – bis Oliver auftaucht. Der amerikanische Doktorand ist sieben Jahre älter, soll Elios Vater für sechs Wochen bei der Forschungsarbeit assistieren und ist Elio zunächst alles andere als willkommen. Als die beiden aber zunehmend mehr Zeit miteinander verbringen, entwickelt sich bald mehr als eine platonische Freundschaft.

Das farbenfrohe Drama „Blau ist eine warme Farbe“ basiert auf einer Graphic Novel aus der Feder von Julie Maroh. Sie erzählt die Geschichte des jungen Mädchens Adèle, die zuerst ihre Liebe für Frauen im Allgemeinen und dann ihre Liebe zu Kunststudentin Emma mit den blauen Haaren im Speziellen entdeckt. Die jüngere Adèle dient Emma als Muse, fühlt sich aber in deren Freundeskreis nicht wohl. Als dann auch noch Emmas Ex-Freundin auf der Bildfläche erscheint, gerät ihre Liebesbeziehung immer mehr ins Wanken.

Soweit zu unseren Vorschlägen für die ersten Ferienwochen.

Fallen euch noch Filme aus dem Bereich „Coming-of-Age“ ein, die ihr uns fürs sommerliche Heimkino ans Herz legen möchtet?

Kommentare

milkshake kommentierte am 15. Juli 2019 um 12:16

Eine tolle Liste! Bis auf "Now and then" kenn ich alle und bis auf "Sommersturm" mag ich alle sehr.

Mein Tipp, und ich glaube der Film braucht unbedingt mehr Beachtung, ist "Ich und Earl und das Mädchen".

lex kommentierte am 15. Juli 2019 um 14:44

Now and then wandert direkt auf die Wunschliste - warum habe ich von dem noch nichts gehört? Klingt gut. Anschauen werde ich ihn mir aber erstmal nicht, weil es heute Abend für ein paar Wochen zum Campen und Wandern geht. Technik ahoi!

Aus dem Bereich Coming of Age fallen mir noch "Ist sie nicht wunderbar?", "Breakfast Club", "Ferris macht blau" und "Love Simon" ein.

buechermauschen kommentierte am 15. Juli 2019 um 19:30

"Stand by me" und "Now and than" stehen schon ganz lange auf der Liste meiner all time favorite ^_^ "stand by me " auch im DVD Regal , schade das es "Now and than" nicht mehr gibt bzw nur teuer als gebrauchten... Tolle Filmvorschläge ! Nächstes Wochenende haben meine Freundinnen  "kinderfrei" :-) wir sollten einen Filmeabend einplanen .

hobble kommentierte am 16. Juli 2019 um 04:32

nichts für mich

Ridata kommentierte am 16. Juli 2019 um 09:32

Kino ist so gar nicht mein Thema. Von den vorgestellten Filmen kenne ich keinen einzigen und anhand der Beschreibungen würde ich auch keinen davon ansehen. Aber trotzdem finde ich die Rubrik gut, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.