Neuvorstellungen

Bücher Schwarzer Autor*innen zum Thema Rassismus

Anlässlich der heutigen Beisetzung von George Floyd und der aktuellen Situation ein paar Denkanstöße aus der Redaktion

Für uns ist es unbegreiflich und unerträglich, was wir derzeit aus den USA hören müssen. Nicht zum ersten Mal zeigt sich (dort) wie Fremdenhass und Rassismus in Grausamkeit und Gewalt gipfeln. Anfeindungen und Beeinträchtigungen aufgrund ihrer Hautfarbe sind für viel Menschen alltäglich, auch bei uns!

Ein überkritischer Blick hier, eine spöttelnde Bemerkung dort – Alltagsrassimus zeigt sich in Details, die unauffällig und leicht zu übersehen scheinen, wenn man nicht bewusst darauf achtet. Doch für die Betroffenen macht es einen großen Unterschied! Dabei ist es an jedem selbst, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und zu fördern.

Wichtig ist vor allem aber: Informieren und eine eigene Meinung bilden! Denn aus Unwissenheit resultiert Furcht und schließlich Ablehnung und nur wer sich (selbst)kritisch mit einem Thema auseinandersetzt, durchbricht diese Kette!

Was Nicht-Betroffene tun können, fasst zum Beispiel dieser Artikel in gute Worte.

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Als Buchliebhaber möchten wir euch außerdem die folgenden Titel ans Herz legen, die euch einen Zugang zu diesem schwierigen und so wichtigen Thema bieten:

Friday Black

Friday Black - Nana Kwame Adjei-Brenyah

"Aufregend und ein Wunder" George Saunders

Selten war ein Debüt ähnlich kraftvoll, mitreißend und ungewöhnlich: Nana Kwame Adjei-Brenyah erzählt in zwölf verstörenden Storys von Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Gewalt, Rassismus und ungezügeltem Konsum. Wie fühlt es sich an, im heutigen Amerika jung und schwarz zu sein? Welche Spuren hinterlässt alltägliche Ungerechtigkeit? In einer unkonventionellen Mischung aus hartem Realismus, dystopischer Fantasie und greller Komik findet der US-Amerikaner eine neue Sprache für die brennenden Themen unserer Zeit.

Rezensionen zu diesem Buch von:

Was für immer mir gehört

Was für immer mir gehört - Maya Angelou

Ihre Geschichte die eines ganzen Landes, ihre Worte weltverändernd für so viele, Barack Obama, Beyoncé, James Baldwin, Toni Morrison, Oprah ihre Verehrer ... In Was für immer mir gehört erzählt die Ikone der afroamerikanischen Literatur weiter: Maya ist zu früh Mutter geworden, sie hat die Südstaaten, ihre Großmutter, den Krämerladen hinter sich gelassen. In Kalifornien will sie ihre Träume verwirklichen, sie will Freiheit, sie will Unabhängigkeit, eine Karriere als Tänzerin, die große, große Liebe. Als arme, alleinerziehende, schwarze junge Frau scheinen die Widerstände unüberwindbar, doch Maya glaubt felsenfest an das Gute und an sich selbst.

Nach der Flut das Feuer

"Wenn alle hassen, musst du lieben: James Baldwin, der Superheld der Seele, kehrt zurück." Wieland Freund, ›Die Welt‹

»Baldwins Essays sind wie Brandbomben in Trump-Land.« Georg Diez, ›Der Spiegel‹

James Baldwin war zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal Opfer weißer Polizeigewalt wurde. Dreißig Jahre später, 1963, brach ›Nach der Flut das Feuer ‒ The Fire Next Time‹ wie ein Inferno über die amerikanische Gesellschaft herein und wurde sofort zum Bestseller. Baldwin rief dazu auf, dem rassistischen Alptraum, der die Weißen ebenso plage wie die Schwarzen, gemeinsam ein Ende zu machen. Ein Ruf, der heute wieder sein ganzes provokatives Potenzial entlädt: »Die Welt ist nicht länger weiß, und sie wird nie mehr weiß sein.«

Der Wassertänzer

Der Wassertänzer - Ta-Nehisi Coates

Bisher kannte Hiram Walker nichts als ein Leben in Ketten. Aufgewachsen in der Sklaverei, musste er als kleiner Junge miterleben, wie seine Mutter verkauft wurde und für immer verschwand. Doch sie hat ihm eine seltene Gabe vererbt. Als diese ihn vor dem Ertrinken rettet, beschließt er aus der Gefangenschaft zu fliehen.

So beginnt für Hiram eine abenteuerliche Reise von den Tabakplantagen West Virginias über geheime Guerillazellen in der Wildnis des amerikanischen Südens nach Philadelphia, wo ihn ein völlig neues Leben in Freiheit zu erwarten scheint.

Doch zuvor muss er noch eine alte Rechnung begleichen und die Frau, die er liebt, und die, die ihn aufzog, in die Freiheit führen.

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Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche

Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche - Reni Eddo-Lodge

"Dieses Buch verlangte danach, geschrieben zu werden. Es ist die Art von Buch, die eine Zukunft einfordert, in der wir solche Bücher nicht mehr brauchen. Essenziell." Marlon James, Gewinner des Man Booker Prize 2015

Viel zu lange wurde Rassismus als reines Problem rechter Extremisten definiert. Doch die subtileren, nicht weniger gefährlichen Vorurteile finden sich dort, wo man am wenigsten mit ihnen rechnen würde - im Herzen der achtbaren Gesellschaft.

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Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen - Alice Hasters

Warum ist es eigentlich so schwer, über Rassismus zu sprechen?

"Darf ich mal deine Haare anfassen?", "Kannst du Sonnenbrand bekommen?", "Wo kommst du her?" Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören.
Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

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Schwarz Blau Blut

Schwarz Blau Blut - Matthew Horace

28 Jahre lang war er als schwarzer Polizist auf den Straßen der USA im Einsatz. Er kennt sie alle: die Helden, die Mörder, die Rassisten, die Dealer, die korrupten Kollegen und die Opfer. Und er kennt die Zusammenhänge. In Schwarz Blau Blut erzählt Matthew Horace von einem System, das außer Kontrolle geraten ist - actionreich und informativ.

Ein Mann auf der Flucht, der mit acht Schüssen in den Rücken niedergestreckt wird, ein Obdachloser, den ein Streifenwagen erfasst, brennende Geschäfte in Ferguson, I can t breathe, I can t breathe ... Solche Bilder aus den USA gehen mit erschreckender Regelmäßigkeit um die Welt, gefolgt von schockiertem Entsetzen. Doch die richtige Frage stellt im Anschluss niemand: Was verursacht die Gewalt ? Schwarz Blau Blut gibt darauf eine Antwort. Ein heftiges Buch von der Front, von einem, der beide Seiten kennt. Für alle, die verstehen wollen, warum so viele schwarze Menschen unschuldig sterben.

Gebrandmarkt

Gebrandmarkt - Ibram X. Kendi

Wenn Sie Amerikaner sind und schwarz, dann ist ihre Chance, von der Polizei erschossen zu werden, höher als wenn sie weiß sind. 21-mal höher. Obwohl die USA sich rühmen, ein post-rassistisches Land zu sein und sogar einen farbigen Präsidenten gewählt haben, sitzt der Rassismus tief. Dieses zornige Buch ist die Geschichte einer nationalen Schande - so intensiv, dass es weh tut.

In einer rasanten Tour de Force erzählt der junge amerikanische Historiker Ibram X. Kendi die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika - von den Puritanern bis zu Black Lives Matter. Er zeigt, dass der Rassismus nicht nur aus den trüben Quellen von Ignoranz und Hass aufsteigt, sondern von Anfang an dazu diente, Diskriminierung zu rechtfertigen und plausibel zu machen. Sein Buch führt uns durch eine erschreckende Geschichte voller Gewalt, Dummheit und Arroganz. Die Vorstellung, dass Schwarze minderwertig sind und selber schuld an ihrer schlechten Lage, hat sich so tief in die kulturelle DNA der Vereinigten Staaten eingeschrieben, dass der Rassismus bis heute allgegenwärtig ist - das ist die bittere Bilanz dieses brillanten Buches.

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#BlackLivesMatter

#BlackLivesMatter - Patrisse Khan-Cullors, Asha Bandele

Wie viel ein schwarzes Leben zählt.

Patrisse Khan-Cullors, die Mitbegründerin der neuen Bürgerrechtsbewegung #BlackLivesMatter, erzählt in diesem Buch vom Aufwachsen in einem Land, das von Armut, Ungleichheit und rassistischer Polizeigewalt geprägt ist. Sie schildert, wie sie Menschen begegnet, die entschlossen sind, Amerika zu verändern. Gemeinsam mit ihnen fordert sie eine neue Antwort auf eine alte Frage: Wie viel zählt ein schwarzes Leben?

Als im Sommer 2013 der Nachbarschaftswachmann George Zimmerman, der den 17-jährigen schwarzen Schüler Trayvon Martin erschossen hat, freigesprochen wird, entsteht in den USA eine neue Bürgerrechtsbewegung unter dem Hashtag #BlackLivesMatter. In diesem Buch erzählt die Mitbegründerin ihre Geschichte.

Patrisse Khan-Cullors wird in einem der ärmsten Viertel von Los Angeles geboren. Schon als kleines Mädchen erlebt sie den grundlegenden Unterschied, den ihre Hautfarbe bedeutet: in der Schule, in Freundschaften, in der Nachbarschaft. Der Zusammenhalt in ihrer Familie wird immer wieder auf die Probe gestellt - ihre Eltern, Verwandten und Geschwister kämpfen verzweifelt gegen die Folgen von Polizeigewalt, Ausbeutung in McJobs, Drogensucht, Rassismus und staatlicher Willkür. Auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und freies Leben helfen ihr Kunst, Bildung und große Offenheit für andere Menschen. Ein Netzwerk entsteht, dessen Engagement über den Kampf gegen Rassismus hinausgeht.

In eindringlicher Sprache erzählt Patrisse Khan-Cullors aus dem Alltag eines unbekannten Amerikas. Ihre zutiefst bewegende Geschichte hat eine einfache Botschaft: #BlackLivesMatter.

Ein Neger darf nicht neben mir sitzen

Ein Neger darf nicht neben mir sitzen - David Mayonga

Er ist in der bayerischen Provinz groß geworden und spricht Dialekt. David Mayonga sieht sich in erster Linie als Bayer. Dennoch wird er aufgrund seiner Hautfarbe schon am ersten Tag im Kindergarten zurückgewiesen: "Nein, ein Neger darf nicht neben mir sitzen." Bis heute begleiten ihn rassistische Anfeindungen. Die Polizei durchsucht sein Auto, beim Einkaufen wird er mit "Was du wollen?" begrüßt.

In seinem Buch gibt David Mayonga einen Einblick, warum wir Menschen solch eine Angst vor dem Anderssein haben. Warum wir diskriminieren und was wir tun können, um dem weniger Raum zu geben. Angereichert mit vielen persönlichen Erlebnissen ist das Buch ein Appell gegen Angst, Vorverurteilung und für eine Gesellschaft, in der wir Menschen danach beurteilen, wer sie sind und nicht, wie sie aussehen. #jedernebenjedem

Oreo

»Die Wiederentdeckung dieses Buches und die grandiose Übertragung von Pieke Biermann ist ein Glücksfall.« Max Czollek

Christine ist sechzehn, hat eine schwarze Mutter und einen jüdischen weißen Vater und wächst auf in Philadelphia, verspottet als »Oreo« (wie der Keks) – eine doppelte Außenseiterin. Der Vater hat sich früh aus dem Staub gemacht und ihr ein Geheimnis hinterlassen, für dessen Lösung sie ihn finden muss. Auf nach New York!

Unterwegs trifft sie unglaubliche Leute: einen schwulen »Reisehenker«, der anonym Manager feuert, einen Radio-Macher, der nicht spricht, einen grotesk tumben Zuhälter und endlich auch ihren Vater. Nicht jeder ist ihr wohlgesinnt. Aber Oreo überlebt alle und alles dank ihres selbsterdachten Kampfstports WITZ, getreu ihrem Motto: »Niemand reizt mich ungestraft.«

Oreo folgt der Theseus-Sage mit all ihren Volten bis zum letzten irrwitzigen Twist, dem Vatergeheimnis. Aber der antike Held ist heute jüdisch, schwarz und weiblich.

"Ein übermütiges Meisterwerk, ungelogen einer der wunderbarsten, komischsten, intelligentesten Romane, der mir in den letzten Jahren untergekommen ist." Paul Auster

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Die Nickel Boys

Florida, Anfang der sechziger Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Erneut bringt Whitehead den tief verwurzelten Rassismus und das nicht enden wollende Trauma der amerikanischen Geschichte zutage. Sein neuer Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, ist ein Schrei gegen die Ungerechtigkeit.

The Hate U Give

The Hate U Give - Angie Thomas

"Umwerfend und brillant, ein Klassiker!" Bestsellerautor John Green

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Die 101 wichtigsten Fragen - Rassismus

Die 101 wichtigsten Fragen - Rassismus - Susan Arndt

Gibt es Gene, die Menschen nach Rassen unterscheidbar machen? Wessen Haut ist eigentlich hautfarben? Warum liegt Europa im Zentrum unserer Weltkarte? Wo liegt Schwarzafrika? Ist es rassistisch, Schwarzen in die Haare zu fassen? Woran erkenne ich rassistische Wörter? Und schließlich: Gibt es eine Welt ohne Rassismus? Susan Arndt bietet in diesem Buch Einblicke in Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rassismus. Es gibt kaum Menschen, die sich gern als Rassistinnen oder Rassisten bezeichnen lassen. Er ist aber keineswegs auf kleine rechtsextreme Zirkel beschränkt. Vielmehr lauert er selbst in scheinbar harmlosen Begriffen unserer Alltagssprache. Sich zu fragen, was man über Rassismus weiß - und was nicht - und was er mit einem selbst zu tun hat, das ist der beste Weg, sich Rassismus zu widersetzen. 101 der wichtigsten dieser Fragen werden in diesem Buch beantwortet.

Geschichte des Rassismus

Geschichte des Rassismus - Christian Geulen

Dieses Buch liefert einen Überblick zur Geschichte rassistischer Ideologien und Praktiken von der Antike bis heute. Auch wenn bereits in der Antike und im Mittelalter bestimmte Gruppen ausgegrenzt wurden, beginnt eine zusammenhängende Geschichte des Rassismus erst mit der Entstehung des Begriffs Rasse und seiner Anwendung auf menschliche Gruppen im ausgehenden 15. Jahrhundert. Von der europäischen Expansion über den Sklavenhandel bis zu den imperialen, nationalen und totalitären Kontexten des 19. und 20. Jahrhunderts hat sich der Rassismus stetig weiter entwickelt. Ein Ende seiner Geschichte ist nicht absehbar.

Kommentare

westeraccum kommentierte am 09. Juni 2020 um 11:49

Das ist eine interessante Auswahl. Vielen Dank!

In meiner Jugend habe ich noch "Nennt mich nicht Nigger" von Josef Reding gelesen, das Buch hat mich sehr geprägt.

katzenminze kommentierte am 10. Juni 2020 um 11:23

Ebenfalls wein weißer Autor. Ich find's wahnsinn, dass wir so viele (für uns) prägende Bücher weißer Autoren über Rassismus haben. Irgendwie irre. Wer die Nachtigall stört ist ja das populärste Beispiel. Dafür möchte ich sensibler werden und mehr own voices lesen.

Sursulapitschi kommentierte am 09. Juni 2020 um 12:53

Schöne Idee, schöner Artikel, schöne Buchauswahl. Ich bin erstaunt, wie wenige ich davon kenne und werde mir die Vorschläge gerne genauer angucken. 

Konstanze S. kommentierte am 09. Juni 2020 um 16:16

Danke Sabine! <3

Greenie_Apple kommentierte am 09. Juni 2020 um 16:42

Sie ist zwar keine schwarze Autorin, dennoch finde ich das Buch "Gute Geister" von Kathryn Stockett zur Thematik auch sehr schön.

Christawaltraud antwortete am 22. Juni 2020 um 10:17

Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit auch gelesen und es hat mir nochmal gezeigt, wie tief verankert die gesellschaftliche Rang-Ordnung zwischen Schwarzen und Weißen in dieser Zeitepoche noch war.

Für mein Gefühl passt es gut in diese Rubrik.
 

wandagreen kommentierte am 09. Juni 2020 um 18:04

Toller Artikel!

Emswashed kommentierte am 10. Juni 2020 um 10:06

Tolle Rezension, liebe Wanda!

Ridata kommentierte am 09. Juni 2020 um 19:10

Herzlichen Dank, dass ihr hier eine ganz klare Meinung vetretet. Leider kenne ich keins der vorgestellten Bücher, aber was nicht ist, kann ja durchaus noch werden.

Steve Kaminski kommentierte am 09. Juni 2020 um 21:15

Ich möchte noch zwei Bücher ergänzen:

Underground Railroad von Colson Whitehead, München: Hanser 2017. Die Geschichte von Cora, einer jungen Afroamerikanerin, und ihres Versuchs, der Sklaverei zu entkommen.

Heimkehren von Yaa Gyasi, Köln: DuMont 2017. Eine parallele Geschichte der Generationen/Nachkommen von zwei Halbschwestern, die nichts voneinander wissen. Eine Fülle von Geschichten über AfroamerikanerInnen, die in den USA bzw. in Afrika leben, unterdrückt, versklavt, menschliches Verhalten in den Vordergrund stellend, frustriert etc. etc. - je nachdem.

 

katzenminze kommentierte am 09. Juni 2020 um 23:12

Und Amerikanah von Chimamanda Ngozi Adichie fällt mir noch ein!

Heimkehren höre ich gerade. Endlich. Stand schon ewig auf der to do Liste. :)

Fromme Helene kommentierte am 09. Juni 2020 um 21:24

Danke für den Artikel und tolle Möglichkeiten, meinen Horizont zu erweitern.

Alsterschwan kommentierte am 09. Juni 2020 um 23:03

Herzlichen Dank für die tolle Literaturliste! Ich muss gestehen, dass ich die wenigsten davon kenne, aber jetzt sind davon schon einige auf meiner Liste gelandet...

Aber vielleicht könnt Ihr mir in diesem Zusammenhang auch helfen: ich habe vor vielen Jahren mal das Buch "Und wählte fünf glatte Steine" (oder so ähnlich) gelesen. Es ging um einen jungen Schwarzen in den Südstaaten, schätzungsweise in den 50/60 Jahren - also noch in Zeiten der heftigsten Rassentrennung in den USA. Der Protagonist ist immer wieder aufs neue Anfeindungen/ Diskriminierungen/Überfällen  und Schlimmeres ausgesetzt, aber er meistert das alles irgendwie, zum Schluss ist er Rechtsanwalt(?). Dieses Buch hat mich mächtig beeindruckt, aber ich hatte es geliehen und die Freundin ist weggezogen und wir haben den Kontakt verloren. Ich habe häufiger mal probiert, das Buch wiederzufinden, da ich es unbedingt noch einmal lesen möchte - aber vielleicht hat jemand von Euch eine schlaue Idee?

FIRIEL kommentierte am 10. Juni 2020 um 06:50

Das Buch ist anscheinend neu aufgelegt worden und wohl noch lieferbar. Versuch es in einer Buchhandlung. Sollte google mir da etwas Falsches geflüstert haben, wirst du vielleicht bei einem Antiquariat fündig.

katzenminze kommentierte am 10. Juni 2020 um 11:02

Das Cover sieht ja irgendwie total toll aus! Wenn es das gesuchte Buch ist. Wäre allerdings wieder eine weiße Autorin.
 

Alsterschwan kommentierte am 10. Juni 2020 um 16:26

Oh, vielen Dank, nachdem ich jahrelang vergebens nach dem Buch gesucht hatte, bin ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen, es immer mal wieder neu zu probieren!!! Etwas blöd... Und mir fiel es gestern Abend spontan mal wieder ein, als ich mir die Literaturliste durchgelesen habe...

Ja, es ist das gesuchte Buch - und ja, es hat eine weiße Frau geschrieben... Aber trotzdem habe ich es mir eben gerade in meiner Buchhandlung bestellt, weil ich es unbedingt noch einmal lesen wollte - hoffentlich bin ich dann nicht total enttäuscht (das geht mir ab und zu so, wenn ich Bücher als besonders beeindruckend in Erinnerung habe!)...

Aber nochmals: vielen Dank für Eure Mühe!!!

FIRIEL kommentierte am 10. Juni 2020 um 06:57

Vielen Dank für diesen Artikel! Da werden einige Bücher auf meiner Leseliste landen. Ich kenne Baldwin, Whitehead und Thomas. Toni Morrison möchte ich noch ergänzen. Als Klassiker: "Onkel Toms Hütte" - wobei die Charakterdarstellung heute umstritten ist. Aber das Buch hat damals viel in Bewegung gesetzt.

mesu kommentierte am 10. Juni 2020 um 09:14

Ich würde noch "Darktown" von Thomas Mullen ergänzen, das lese ich gerade.

Es ist ein Krimi und handelt von den ersten schwarzen Polizisten 1948 in Atlanta. Absolut lesenswert!

 

katzenminze kommentierte am 10. Juni 2020 um 11:16

Das ist aber wieder ein weißer Autor. Hier geht es ja um own voices, also schwarze Autoren.

mesu kommentierte am 10. Juni 2020 um 15:31

Sorry, stimmt hab ich übersehen :-)

stefanb kommentierte am 10. Juni 2020 um 09:59

Danke für den tollen Artikel. Ich werde mich nun mit "Schwarz Blau Blut" auseinandersetzen und bin gespannt, wie tiefgründig das Buch (hoffentlich) ist.

katzenminze kommentierte am 10. Juni 2020 um 11:14

Tolle Auswahl, danke! Einiges davon habe ich gerade auf Social Media schon öfter gesehen. Gelesen allerdings noch nicht... Maya Angelou und Ta-Nehisi Coates interessieren mich. Und von James Baldwin wartet Beale Street Blues schon zu Hause darauf gelesen zu werden. :)

Brocéliande kommentierte am 10. Juni 2020 um 18:35

Vielen Dank für die Buchvorstellungen zum Thema! Ich persönlich bin sehr froh darüber, dass es nun eine "Antidiskriminierungsstelle" hier in diesem unsrem Lande gibt! Auch wenn es spät kommt. Ich hoffe, dass auch dort dem hiesigen Rassismus erfolgreich entgegengewirkt werden kann und Betroffene sich an die Stelle wenden!!

Zenzi kommentierte am 11. Juni 2020 um 07:21

Danke für die Inspirationen, werde mehr auf diese Autoren achten

Kinderbuchliebe kommentierte am 11. Juni 2020 um 13:02

Vielen Dank für die Mühe und vor allem die klare Meinungsäusserung!

Mir fällt noch ein: Das kürzlich erschienene

Barracoon von Zora Neale Hurston

geschrieben Ende der 20er Jahre des 20. Jh., Interviews und Lebensgeschichte des damals 86 Jahre alten Oluale Kossola / Cudjo Lewis und letzten Überlebenden des Sklavenhandels (1860 per Schiff verschleppt). In den USA 2018 erstveröffentlicht!

Oder, eher in Krimiform:

Bluebird, Bluebird
Heaven, My Home

beide von Attica Locke und, trotz engl. Titel, in dt. Übersetzung vorliegend.

Ausserdem, wer sich mit der deutschen Kolonialgeschichte beschäftigen will:

Der gute Deutsche, Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914 von Christian Bommarius (nur noch als eBook) oder TB-Neuauflage von 2020

"Einem Sohn des Häuptlings der Duala wurde dennoch gestattet, nach Deutschland zu reisen und sich dort zu bilden. Als Prinz Manga Bell allerdings von seinen Kenntnissen des deutschen Rechtssystems Gebrauch machte und gegen die nicht nur grausame, sondern auch vertragsbrüchige Kolonialregierung klagte, wurde er des Hochverrats bezichtigt und in Windeseile aufgehängt" (Klappentext, Berenberg Verlag)
 

Sonja Fleischer kommentierte am 12. Juni 2020 um 07:43

Auch richtig gut:

Exit Racism

lesesafari kommentierte am 12. Juni 2020 um 20:50

Schaue gerade die aktuelle Folge von "Fröhlich lesen":
https://wasliestdu.de/olivia-wenzel/1000-serpentinen-angst-0

katzenminze kommentierte am 17. Juni 2020 um 16:03

Da hab ich reingelesen, aber der Stil ist nichts für mich. Für diese ganzen experimentellen Schreibstile bin ich irgendwie nicht die richtige. In der Liste oben stehen ja auch zwei Kandidaten dabei.