Rezension

3,5 Sterne für streckenweise solide Unterhaltung

Die Toten am Lyngbysee - Julie Hastrup

Die Toten am Lyngbysee
von Julie Hastrup

Bewertet mit 3.5 Sternen

Kurzbeschreibung:
Eine stark geschminkte Frau sitzt reglos auf einer Bank am Lyngbysee. Sie wurde ermordet, doch was das Motiv betrifft, tappt Rebekka Holm von der Mordkommission Kopenhagen lange im Dunkeln. War es Selbstmord? Eine Beziehungstat? Als kurz darauf eine zweite Tote auf derselben Bank entdeckt wird, muss sich die dänische Kommissarin darauf einstellen, dass es sich doch um einen Serienmörder handeln könnte, der gerade erst angefangen hat zu töten.

Meinung:
Zu allererst muss ich wohl sagen, dass ich die Vorgänger dieser Reihe nicht gelesen habe und zu Beginn auch nicht wusste, dass es sich hierbei um eine Fortsetzung handelt. Ich bin eigentlich eher durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden und fand sowohl den Klappentext, als auch das Cover ziemlich ansprechend.

Die Geschichte selbst startet auch ziemlich spannend und für den Leser etwas geheimnisvoll. Es gibt verschiedene Perspektiven aus denen jeweils ein Geschehen erläutert wird und erst mit der Zeit kann der Leser die einzelnen Ausschnitte einordnen und versuchen einen Zusammenhang zu verstehen. Der Hauptteil ist natürlich aus der Sicht der Kommissarin Rebekka Holm erzählt, jedoch gibt es auch noch einzelne Kapitel aus der Sicht des (unbekannten) Täters, seiner Opfer und eines möglichen Zeugen.

Obwohl mir ja die Informationen aus den Vorgänger-Romanen fehlen, hatte ich nie das Gefühl etwas verpasst zu haben. Zu Anfang war ich mir sogar gar nicht sicher, ob es schon weitere Teile gibt, da manche zurückliegenden Ereignisse zwar nochmal erwähnt und teilweise sogar erklärt werden, aber durch diese Darstellungen keine wirklichen Fragen auftraten.

Protagonistin Rebekka hat durch diese zurückliegenden Ereignisse noch mit persönlichen Problemen zu kämpfen und diese Schwächen werden auch im Verlauf der Geschichte sehr deutlich. Auch Beziehungsschwierigkeiten, Familienprobleme und internes Arbeitsplatzgerangel finden viel Platz. Dies war mir manchmal fast ein bisschen zu viel, aber da nebenbei auch die Ermittlungen an dem Fall konstant weiter getrieben werden, konnte ich damit leben. Mich mit Rebekka zu identifizieren gelang mir auch nur teilweise, da sie zwar durchaus gut ausgearbeitet und tiefgründig ist, mir aber manche ihrer Einstellungen und Entscheidungen nicht ganz entsprochen haben.

Die Nebencharaktere machen auch alle einen soliden Job, sind ausreichend beschrieben und bringen durchaus etwas Abwechslung und Raum für Spekulationen mit.

Die Handlung selbst ist vom Prinzip her eigentlich auch recht spannend aufgebaut. Nur gegen Ende wurde es ein bisschen vorhersehbar und außerdem hat mich mit der Zeit ein wenig gestört, dass sich so auf das Thema „Man braucht unbedingt eine Liebe im Leben“ versteift wurde. Dies hätte man auch ohne den erhobenen Zeigefinger lösen können.

Lesen lässt sich die Geschichte soweit ganz ordentlich. Der Fall wird am Ende abgeschlossen, aber im Privatleben der Protagonistin werden gleich noch Fortsetzungsmöglichkeiten geschaffen.

Fazit:
Ein solider Krimi, der streckenweise durchaus unterhalten und fesseln kann, aber auch nicht perfekt ist. Dabei fand ich es von Vorteil, dass man auch sehr gut quer in die Reihe einsteigen und als Leser miträtseln kann. Weshalb es am Ende knappe 3,5 Sterne gibt.