Rezension

Andrea Schädels Erfahrungen und Erlebnisse mit ihren tierischen Klienten

10 Herzbotschaften - Andrea Schädel

10 Herzbotschaften
von Andrea Schädel

Bewertet mit 2 Sternen

Vielfältige Botschaften von Tieren, die Autorin und Tierkommunikatorin Andrea Schädel empfangen hat.

„Auf den folgenden Seiten erzähle ich dir von meinen Erfahrungen und Erlebnissen mit meinen ‚tierischen’ Klienten.“ (S. 6)

 

Das verspricht Autorin Andrea Schädel in ihrem Vorwort und lässt ihre Leser wissen, dass sie sich mit diesem Buch „mehr Bewusstsein bei den Menschen zu erreichen“ (S. 6) wünscht. Die folgenden zehn Herzbotschaften von Delfinen aus Hawaii, von Handicap-Tieren, einem Vogel von Teneriffa, von Pferden, der Hündin Lea, von weißen Schmetterlingen, einem Mops, einer Krähe, der Hündin Tinka und eines Delfins aus Ägypten sind vielfältig und regen dazu an, sich mit der Umwelt auseinander zu setzen und Wertschätzung zu üben. Das sehe ich als sehr positiv an, auch wenn mich die Vermittlung nicht angesprochen hat.

 

Die Botschaften werden in sehr wiederholender Weise präsentiert:

 

„Ich durfte ein ergreifendes Seelengespräch mit einer Hündin namens Lea führen, die auch wieder eine tolle Botschaft hat. Diese Botschaft dürfen wir uns alle zu Herzen nehmen.“ (S. 33)

 

„Ich durfte wieder ein unbeschreiblich schönes Seelengespräch mit einem Mops führen. Die Botschaft, die dieser Mops für die Menschen hat, ist einfach unbeschreiblich schön! […] Die folgenden Worte sollten wir uns alle einmal zu Herzen nehmen.“ (S. 41)

 

Ich hatte aufgrund des Vorworts erwartet, dass Andrea Schädel tatsächlich mehr von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählt, die die gelernte Bankkauffrau und Bilanzbuchhalterin aufgrund ihrer jetzigen Tätigkeit als spirituelle Lehrerin und Tierkommunikatorin sicherlich oft macht. Leider habe ich einen tieferen Einblick vermisst. Die Botschaften fangen mit einleitenden Worten wie oben zitiert an, und die Inhalte ähneln Weisheiten und Ratschlägen aus einschlägiger Esoterikliteratur. Ich vermisste dabei die Verbindung zu dem jeweiligen Tier bzw. den jeweiligen Tieren.

 

Zudem hatte ich erwartet, dass Fotografien der jeweiligen Tiere zu sehen wären, doch bis auf wenige Ausnahmen wurden kostenlose Bilder von pixabay.com benutzt. Gerade bei den Handicap-Tieren fiel mir das negativ auf – hier ist eine Porträtaufnahme einer schönen Katze zu sehen, die kein sichtbares Handicap hat. Ich stimme der Autorin absolut zu, wenn sie schreibt: „Haben wir nicht alle ein Handicap? Niemand ist doch perfekt.“ (S. 15) Genau deshalb hätte ich nicht das Foto einer Model-Katze erwartet, denn auf diesem Foto ist die Katze perfekt.

 

Der Umfang des Büchleins (79 Seiten) wirkt künstlich aufgebläht, da einzelne Sätze in sehr großer Schrift auf eine Seite gedruckt sind. Ein Beispiel auf Seite 59:

 

„Die Augen eines Tieres sind die Fenster, die uns in ihre Seele blicken lassen.“

 

Darüber hinaus beansprucht allein die Bewerbung von Produkten sechs Seiten – das Delfin Aura-Spray „Transformation“ (S. 72/73), die Meditations-CD „Bewusstsein der Delfine“ (S. 74/75) und Delfin-Kerzen (S. 76/77). Andrea Schädel erwähnt, dass diese Produkte aufgrund von „Botschaften und Übermittlungen“ der Delfine „entstanden sind“ (S. 70). Hier vermischt sich für mich die Botschaft mit Kommerz. Ein einfacher Verweis auf die Webseite der Autorin (der im Lebenslauf vorhanden ist) hätte genügt.

 

Andrea Schädel dankt den Delfinen, die sie als ihre „Helfertiere und Seelenverwandten“ (S. 69) beschreibt. Im Nachwort macht sie klar, das niemand aus Spaß, Interesse oder Neugierde mit Delfinen schwimmen sollte, weil diese Art von Massentourismus sich für Delfine nicht gut anfühlt. Ausschließlich Menschen wie sie selbst, die die Begegnung mit Delfinen als „Aufgabe, [als] ein[en] innere[n], lang ersehnte[n] Wunsch, [… als] Ruf [der] Seele“ (S. 63) sehen, sollten mit Delfinen schwimmen, die sich dann über den „Besuch in ihrem Wohnzimmer, in den Ozeanen dieser Welt“ (S. 63) freuen. Andererseits schreibt sie im Vorwort, dass Tiere „eine Art Partner oder Kinderersatz“ (S. 7) für manche Menschen sind. Hätte hier nicht vielleicht auch eine Reflektion stattfinden sollen, dass das Tier als Kindersatz nicht unbedingt das Beste für das Tier darstellt (und eigentlich auch für den Menschen)? Ich empfinde hier wieder eine Unausgewogenheit und hätte lieber einen Hinweis gesehen, dass Tiere nicht vermenschlicht werden sollten und dass eine respektvolle Haltung zu Tieren wünschenswert wäre. Mit dieser Grundhaltung wäre ein Schwimmen mit Delfinen sicherlich auch ohne Seelenruf eine positive Erfahrung.

 

Alles in allem wirkt die Art der Erzählung und Präsentation der Botschaften zu bemüht, ohne dass sie mich innerlich berührten, obwohl mir das Thema an sich sehr wichtig ist. Das Kapitel über die Botschaft einer Krähe vor dem Einkaufscenter endet mit der Frage der Autorin: „Hast du dir schon mal Gedanken über dein Einkaufsverhalten gemacht?“ (S. 47) Ja, habe ich – ich halte es wie der Hamster und sorge gern für die Zeiten vor, in denen ich nicht so leicht außer Haus gehen kann. Die Art der Krähe ist nicht mein Weg, aber der Hamster würde mir wohl zustimmen.