Rezension

Bietet nicht ganz so viel wie Teil 1

Das Gold der Krähen
von Leigh Bardugo

Bewertet mit 4 Sternen

Meine Meinung:

Nach dem Ende des letzten Bandes, musste ich diesen Teil unbedingt lesen. Das Ende war auch wirklich gemein. :D

Da es sich bei dieser Reihe um eine Dilogie handelt, ist dieser zweite Band auch gleichzeitig der abschließende Band. Somit waren meine Erwartungen hoch. Auch finde ich es gut, dass eine Reihe auch mal nicht so unendlich viele Teile hat. Die Seitenanzahl der beiden Bände ist dafür auch nicht zu knapp mit jeweils knapp 600 Seiten.

Bardugo hat eine tolle Welt erschaffen. Sie hat so viele Facetten und verbirgt gefühlt in jeder Ritze noch eine Überraschung. Ich finde es immer wieder spannend sich in diese zu begeben. Die Autorin schreibt bildgewaltig. Ihre Beschreibungen von Ort und Personen hat mich wirklich beeindruckt. So viel Fantasie in nur einem Buch! Auch die Stimmung ist sehr besonders. Es lässt sich nicht so richtig beschreiben, aber das Buch hat definitiv Flair!

Ich bin sehr gut wieder in das Buch reingekommen. Die Autorin macht es dem Leserin in dieser Hinsicht durch gezielt gesetzte Gedankenstützen einfach.

Die Spannung stellte sich nicht sofort ein. Erstmal ging die Handlung etwas schleppend voran. Ab der Hälfte konnte ich das Buch aber nicht mehr aus der Hand legen. An Überraschungen mangelt es diesem Buch absolut nicht. Deswegen ist es für mich auch nie vorhersehbar gewesen was noch kommen würde. Ein Pluspunkt. Ab da wurde es auch rasant und spannend.

Die Charaktere sind wie auch schon im ersten Band nicht wenig. Trotzdem verliert man nicht den Überblick. Sie unterscheiden sich auf sehr spezielle Weise. Die Autorin hat den Figuren bereits im ersten Teil schon genug Raum gegeben, um sich dem Leser in der angemessenen Breite vorzustellen. Das macht das Anknüpfen an diesen Punkt selbstverständlich umso leichter. In dieser Erzählung werden Charakterzüge weiter ausgebaut. Der ein oder andere konnte mich überraschen. Keiner kam zu kurz. Mir hat gefallen, dass aus emotionaler Sicht so ziemlich jedes Gefühl dabei war. Liebe, Trauer, Wut etc. Auch das Motiv der Freundschaft hat die Autorin erneut schön herausgearbeitet. Man konnte mit ihnen mitfiebern und mitleiden.

Die Geschichte wurde erneut aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die regelmäßig wechselten, was die Geschichte sehr viel lebendiger werden ließ. Mir hat das gut gefallen. Man lernt die einzelnen Charaktere besser kennen und kann sich besser in sie hineinversetzen. Auch bleibt so die Spannung erhalten, weil am Ende von Abschnitten oftmals kleinere Cliffhanger waren, sodass man unbedingt weiterlesen musste.

Bei diesem Buch ist auch die Aufmachung nochmal extra zu erwähnen, weil sie besonders ist. Der Buchschnitt ist in leuchtendem Orange gehalten. Im Innenteil gibt es Karten, die zum einen mit viel Liebe zum Detail gezeichnet wurden und des Weiteren das Lesen enorm erleichtern, weil man sich besser zurechtfinden kann. Und das alles in einem broschierten Buch, das finde ich schon bemerkenswert.

Das Ende hat mir sehr zugesagt. Ich finde es spannend geschrieben und es wurden auch eine Menge meiner offenen Fragen beantwortet. Insgesamt fand ich diesen Teil einen Tick schlechter als den Auftakt. Dinge, die im ersten Band noch richtig gut funktioniert haben und damals neu und cool waren, verlieren in diesem Band ein bisschen an Effekt.

Ich habe diese Reihe sehr gerne gelesen. Dieses Buch kann ich für Fans von Grischa absolut empfehlen.