Rezension

Brillant erzählt

Tante Martl - Ursula März

Tante Martl
von Ursula März

Bewertet mit 5 Sternen

Ort und Zeit des Geschehens
Rheinland-Pfalz, 1925 - Ende des Jahrhunderts

Genre
Roman

Meinung
Tante Martl von Ursula März hat mich möglicherweise deswegen positiv überrascht, weil ich völlig vorurteilsfrei und unvoreingenommen an die Lektüre herangegangen bin. Zunächst lenkte das Titelbild, also der geblümte Löffel, meine Aufmerksamkeit auf das Buch, dann machte mich die Inhaltsangabe neugierig.  

Dieser 192-seitige Roman lässt sich dank der flüssigen und recht flotten sowie unterhaltsamen Schreibweise schnell und gut lesen. Beeindruckt hat mich hier vor allem die brillante Erzählperspektive. Ursi ist die Erzählerin. Sie schreibt aus der Ich-Perspektive über ihre Tante Martl, die wiederum als Hauptprotagonistin agiert. Auf humorvolle Weise lernen wir Tante Martls Lebensgeschichte kennen. Die Autorin führt den Leser behutsam in das Leben der 1925 geborenen Dame ein. Was zunächst als Roman anmutet, entpuppt sich nach wenigen Kapiteln als Geschichte mit autobiografischen Zügen. Ich habe sowohl Tante Martl als auch die Autorin bzw. die Erzählerin recht schnell lieb gewonnen, da die Charaktere sympathische, authentische und für mich nachvollziehbare Züge an den Tag legten. Der Schreibstil ist rhetorisch einwandfrei und aktuell, nur wenn Tante Martl sich zu Wort meldet, dann spricht diese mit pfälzischem Dialekt - und das klingt dann so: » Wir ware ja verwandt, aber weit weg verwandt. De Stefan war de Enkel von meiner Großtant.« (...) » Ursi, des war e heimlisch Schwärmerei, wir ware ja noch ke erwachsene Leut.«

Eine wunderschön erzählte Geschichte über ein zwar inniges, aber dennoch distanziertes Tante-Patenkind-Verhältnis, welches die Autorin gekonnt und glaubhaft umgesetzt hat. Mir persönlich hat das Buch ausgesprochen gut gefallen.

Fazit
Absolut lesenswert, darum gibt es von mir "fünf Löffel"

© 08/2019 Frau-mit-Hut | Diese Rezension wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.