Rezension

Das wunderschöne Cover hält, was es verspricht – klare Leseempfehlung!

Rückkehr nach Chestnut Hill - J. C. Philipp

Rückkehr nach Chestnut Hill
von J. C. Philipp

Bewertet mit 4 Sternen

Dieses war mein erstes Werk von J.C. Philipp und es wird gewiss nicht das letzte gewesen sein! "Rückkehr nach Chestnut Hill" ist ein sehr angenehmer historischer (Frauen-)Roman mit einer mutigen, durch und durch sympathischen Hauptfigur. Fesselnd atmosphärisch – man taucht regelrecht ein in das frühe 19. Jahrhundert! Die überaus detaillierten, bildreichen Beschreibungen, die zum Träumen einladen (– herrschaftliche Anwesen umgeben von wildromantischer Natur –) sind hier viel mehr als nur eine Randnotiz und werden intensiv in die Geschichte eingeflochten. Alle Figuren haben Ecken und Kanten, bieten viel Raum zum Mitfiebern wie auch Potential für überraschende Wendungen. Meine stille Heldin ist ganz klar Tante Caroline – eine Frau, deren Mut zur Selbstbestimmung (- den sie auch an ihre Nichte Janet weitergibt -), den Lesern Respekt abnötigt. In der damaligen Zeit (in der Familienehre und ein guter Ruf alles bedeuten) auf standesgemäße Plänkeleien und Konventionen zu pfeifen…das muss man sich erst einmal trauen.

Ich kann versprechen: es wird nie langweilig! Teilweise überschlagen sich die Ereignisse, aber nie auf eine Art und Weise, die mich hinsichtlich Nachvollziehbarkeit oder Lesetempo überfordert hätte – es wird auch stets die passende Balance zwischen Spannungselementen und Romantik getroffen. Die Handlung ist gut strukturiert, gründlich recherchiert im Hinblick auf die Lebensumstände der Figuren sowie hinsichtlich der Kriegsereignisse und besticht insbesondere durch erfrischende Abweichungen vom Genre-typischen Plot.

Klappentext:

Die junge Janet Roberts kehrt 1823 aus London zurück in das Haus ihres Vaters. Sie verliebt sich unsterblich in Paul, den Sohn des Stallmeisters, doch das Schicksal trennt sie auf grausame Weise. Janet zieht sich nach Somerset zurück, auf das romantische Anwesen Chestnut Hill, das zu ihrer Zuflucht und neuen Heimat wird. Drei Jahre später lernt Janet einen geheimnisvollen Fremden kennen und lieben. Gemeinsam müssen sie nach London flüchten. Dort erleben sie eine berauschende Zeit in Adelskreisen. Doch die Vergangenheit lässt Janet nicht los und das Schicksal stellt sie vor eine schwere Wahl und auch auf ihrem geliebten Chestnut Hill ist sie nicht sicher.

Erzählt wird hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) aus der Perspektive von Janet. Mir hat es ausgenommen gut gefallen, dass klar ersichtlich ist, auf welcher Figur der Fokus liegt. Ein winziges Sternchen Abzug gibt es lediglich für die Länge der einzelnen Kapitel (- ich bin ein Fan von kürzeren, aber das ist reine Geschmackssache -) und der Kampfszenen, die zwar wichtig für die Story sind, mir jedoch minimal zu lang waren.

Fazit: Klare Leseempfehlung für alle Fans von historischen (Frauen-)Romanen!